S.M. Flußkanonenboot VATERLAND 1:250 Eigenkonstruktion

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    • S.M. Flußkanonenboot VATERLAND 1:250 Eigenkonstruktion

      Hallo Zusammen,
      nach der Fertigstellung der S.M.S. ARCONA aus dem HMV-Clubmodell-Bogen 2014 blieben die vielen schönen weiteren Teile aus dem Bogen übrig. Daraus soll natürlich in naher Zukunft auch ein Tsingtau-Diorama entstehen. An die Pier - kann ich die S.M.S. ARCONA nicht mehr legen, würde schwierig mit einem Vollrumpfmodell. denk1
      Alternativen ? Die S.M.S. VICTORIA LOUISE von HMV war meines Wissens in diesem Bauzustand (drei Schornsteine) nicht in Ostasien, die S.M.S. SCHARNHORST von JSC ist ein Notnagel, der extrem viel "Scratchbau" erfordert, das Modell in 1:250 von GPM gibt es (noch) nicht, die S.M.S. EMDEN und S.M.S. PANTHER (oder je ein Schwesterschiff) vom HMV - kommen sicher irgendwann dazu, reizten mich im Moment nicht wirklich. Es gibt dazu bereits viele Bauberichte und auch ich habe den Panther vor fast 20 Jahren schon einmal gebaut.
      Ich hatte Peters tolles Tsingtau-Diorama vor Augen, mit den toll gesuperten Panzerkreuzern von JSC und dem Scratch-gebauten Kleinen Kreuzer Condor ....ja, das war es: ich wollte ein passendes Schiff im Eigenbau erstellen. Aber nicht unbedingt Peters CONDOR nachbauen, das tolle Ergebnis hätte ich wohl nie erreicht. Ich sage nur -Takelage und Segel ! frech 2
      Also auf dem Markt umgesehen was es so gibt ........ und gefunden: Seiner Majestät Flußkanonenboot VATERLAND, Baupläne 1:50, gezeichnet von Lothar Wischmeyer, 4 große Planrollen und ein etwas kleineres Blatt mit Details.

      Zum Vorbild möchte ich nicht viel schreiben, 1902-1904 wurden die beiden Kanonenboote TSINGTAU und VATERLAND bei der Schichau-Werft in Elbing gebaut, erprobt und dann in jeweils 9 Segmente zerlegt nach China gebracht. Sie waren für den Stationsdienst auf dem Yangtse und dem Peiho vorgesehen, daher extrem wenig Tiefgang und alle typischen Merkmale eines Flußkanonenbootes.




      Zwei zeitgenössische Fotos, einmal links vor der Werft von Schichau in Elbing vor der Ablieferung im baulichen Urzustand und weißen "Fotografier-Anstrich", rechts vermutlich vor Hankow im Tropenanstrich.
      Wer sich eingehender für die Geschichte der VATERLAND und des Schwesterschiffes TSINGTAU interessiert findet viele Informationen im Netz, ich möchte hier nicht alles wiedergeben. Fotos vom Original und von tollen Modellen habe ich auch reichlich auf der Festplatte, es brauch daher niemand für diesen Baubericht alles aus dem Netz "zusammenräubern". zwinker2
      Soweit die ausschweifende Vorrede, bald geht es los ......

      Viele Grüße
      Markus
    • Die Baupläne kamen an und ich war erstmal hellauf begeistert, tolle Zeichnungen aller Details und Konstruktionsmerkmale in beachtlicher Größe, man (also ich) könnte sich diese Pläne direkt gerahmt an die Wand hängen. Tolle Grafik.
      Meine Absicht ist es das Modell durch übernahme der Maße und Formen aus den Plänen als Kartonmodell zu bauen, in klassischer Art auf einem Spantengerüst, die Teile bedruckt und ohne Bemalung der Flächen.
      Den Anfang sollen also Bodenplatte (Wasserlinienmodell !), Mittelspant und Spanten bilden.
      Tja, und dann stellt sich die Frage - was macht man mit einer 100cm langen Zeichnung (Länge des Originals 50,1 Meter) und einem A4-Scanner ? schwitz1 ??? Man stellt den Scanner auf eine freie Bodenfläche, schafft sich eine lange, gerade Anlegekante und zieht die Pläne Stück für Stück über den Scanner. Hört sich einfach an, ist aber ein harter Kampf mit den widerspenstigen Planrollen die ständig die vorgegebene Rolle wieder bilden möchten. Aber gelungen, Seiten-, Deck-, Oberdeck-, Linien- und Spanten gerüst habe ich in jeweils 4 Teilen scannen können und mit Photoshop zu korrekten Gesamtbildern zusammensetzen können.
      Zur Veranschaulichung mal das Bild eines Planes, darauf (kann man es mit Zoom erkennen ?) ein Seitenriss in 1:250 und ein erster Probebau.



      20,0cm zu 100,1cm.
      Die Form der Grundplatte konnte ich aus dem zusammengefügten und durch Spiegelung verdoppelten Linienriss ermitteln, den Mittelspant aus dem Seitenriss, die Spanten aus den Spantenrissen - wobei ich mich für eine gerechte Verteilung von 14 Spanten über die Schiffslänge entschieden habe, das Original hat 92 Spanten !
      Die einzige Software die mir beim Bau zur Verfügung steht ist Photoshop 12, für diese Aufgabe eigentlich nur sehr bedingt geeignet, aber ich glaube ich bekomme es damit hin. Ich bin kein Ingenieur, die Formung diverser Teile wird also eher "empirisch" ( also try-and-error ) erfolgen.

      Hier die ersten Ergebnisse des Gerüstbaus:



      Der rechte Bogen zeigt die für den Bau des Modells verwendbaren Teile, wer es später mal nachbauen will kann es gern tun. Ich werde alle von mir verwendeten Teile hier im Baubericht hochladen.
      Die Länge der Grundplatte ist 20,00cm, falls es Probleme beim Skalieren des Ausdrucks gibt.
      Der Bau ist so gedacht, daß der Mittelspant im Ganzen auf der Grundplatte verleimt wird und nach dem Aushärten die Spanten geteilt und jeweis hälftig, bündig mit der Kante der Grundplatte, gegen den Mittelspant verleimt werden.
      Auch wenn die rechte Grafik etwas unorthodox aussieht - das kriegt man passend hin !

      Mein erster Probebau verlief zunächst sehr vielversprechend, wie beschrieben Grundplatte, Mittelspant und Spanten (geteilt) in Ruhe verarbeitet.



      Auf dem rechten Bild sieht man das fertige Spantengerüst und den ersten Ausdruck der Bordwände. Die Bordwand - einmal verdoppelt und horizontal gespiegelt - habe ich den Plänen entnommen, alle störenden Details entfernt, die Konturen der Scheuerleiste nachgezeichnet und mit einem groben "Überstand" versehen. Dieser wird später den runden Übergang zwischen Bordwand und Deck ergeben. Also einfach eine spitzovale Linie gezeichnet ...... try and error. Dann habe ich auch den Bereich des Hecks mit Photoshop etwas verzerrt nach oben gezogen und die Bordwand insgesamt um etwa 5mm verlängert und mehr Material für die Rundung am Heck zu bekommen.
    • Hallo Wiwo - Danke prost2 ..... und genau das wird gleich das Problem ..... ohne Rhino, Corel Draw ... aber es muß doch irgenwie gehen.
      Also der Probe-Anbau der Bordwände. Ich habe mich entschlossen die Bordwände am Bug beginnend mit Weißleim an der Grundplatte zu verkleben, härtet schnell aus und wenn man mit dem Kleber nicht zu üppig umgeht gibt es auch keinen Verzug.



      Entlang der Scheuerleiste habe ich vorher einmal von vorn bis achtern geritzt um eine deutlich Kante in diesem Bereich zu erhalten.
      Den Überstand über der Scheuerleiste habe ich dann entlang der Ritzlinie nach innen gefaltet und vorn beginnend, jeweils wechselseitig, ein Stück auf dem Spantengerüst zu verkleben. Wenn die Spannung durch die Rundung zu groß wurde - ein V-Schnitt zur Entlastung.
      Das Oberdeck hatte ich schon vorher aus dem Plan entnommen und entsprechend eingefärbt - Stahldeck ohne Holzauflage (wie fälschlicherweise in manchen Quellen zu lesen).
      Das Ergebnis des ersten Probebaus sieht so aus:





      Wie Wiwo es schon geschrieben hat - das Heck ist fieß und sieht zum kotz1 aus.
      Als Ursache habe ich mehrere Punkte ermittelt:
      - die Bordwand muß achtern deutlich nach oben versetzt auslaufen
      - die Bordwand muß zur Anpassung an die Form etwas breiter sein
      - ich habe die letzten Spanten falsch gesetzt
      - ich habe in diesem Bereich Weißleim (und dann noch zuviel) verwendet und dadurch haben auch die Spanten teilweise nachgegeben.

      Also ein neuer Versuch, diesmal Mittelspant verdoppelt, Spanten verdoppelt, Heck der Bordwand nach oben gezogen und etwas verbreitert.
      Ich bin zumindest optimistisch, daß es - besser - enden wird. Es könnten aber noch mehrere "empirische" Versuche folgen .... frech 2



      Wie man auf dem obigen Bild sieht habe ich mich zwischenzeitlich auch mit den ersten Aufbauten und dem Aufbaudeck beschäftigt, das ist deutlicher einfacher als der Bau des Rumpfes.



      Dazu demnächst nähere Erläuterungen, ich denke am Wochenende geht es mit "voller Kraft" weiter.
      Nachdem ich diese Pläne hatte und mit dem Bau begonnen habe - kann ich nicht mehr aufhören. Das macht süchtig ....... frech 5

      Viele Grüße und bis zur nächsten Katastrophe .....
      Markus
    • ... fehlt noch zu erwähnen, dass das Original nicht mehr existiert. Auch wenn jemand in Wedel (Schleswig-Holstein) steif und fest behauptet, sein Theaterschiff sei die VATERLAND. frech 5

      Ein tolles Vorbild und auch ganz schön teileintensiv! Soweit ich weiß, wird das hier das erste Kartonmodell eines solchen Kanonenbootes. Ich werde gespannt vorm Rechner sitzen und harren, was unter dem Mond von Wanne-Eickel geschehen wird prost2

      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

      arbeitskreis-historischer-schiffbau.de/

      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Servus Markus,

      ein sehr anspruchsvolles Projekt, das Du Dir hier vorgenommen hast. Pläne von Lothar Wischmeyer sind immer sehr detailliert und ich denke man kann nicht alle Details nachbauen, die da auf den Plänen eingezeichnet sind.
      Bis jetzt schaut Dein Vorgehen sehr vielversprechend aus!

      Da Norbert
      Signature
      Under construction!
    • .... ja, gespannt bin ich auch ! pc2
      Und ich freue mich sehr über das rege Interesse und den Zuspruch aus der Gemeinde, vielen Dank an Alle ! danke1
      Um es noch einmal ganz klarzustellen: es wird keine professionelle, vollständige Konstruktion eines Modellbaubogens. Das kann ich schlicht und einfach nicht. Letztlich werde ich Details, z.B. Geschütze, Beiboote usw. aus anderen Bögen "entleihen".
      Die typischen Teile der Grundkonstruktion hoffe ich aber selbst hinzubekommen und dann kann sich auch jeder daran versuchen.
      Inzwischen habe ich das zweite Spantengerüst gebaut, Grundplatte und alle Spanten aus dem oben gezeigten Bogen verdoppelt, den Mittelspant wieder aufgeklebt und dann die Hälften der Spanten von beiden Seiten angepasst. Etwas stabiler als Gerüst Nr.1.
      Die veränderten Bordwände habe ich vorn beginnend nun angebracht, erst nur die untere Kante an der Grundplatte, dann die Rundung des Überstandes auf die Spanten im Decksbereich geklebt.



      Die neuen Bordwände schmiegen sich auch im Bereich des Hecks sehr vielversprechend an und könnten die Rumpfform gut wiedergeben. Daher habe ich erstmal auf die Spanten 2 und 0 verzichtet.
      Ab Spant 0 (etwa die Position des Ruderschaftes) kommt der Rumpf aus der Wasserlinie, daher habe ich wieder den Mittelspant dort schräg angeschnitten und ihn mit einem leichten Knick unter dem Spant verklebt.



      Das Aufbaudeck und die Aufbauten vorn und achtern habe ich auch noch einmal überarbeitet. Da ich einige Schotts geöffnet darstellen möchte müssen die Böden innen Linoleumfarbe bekommen. Entgegen dem Plan von Herrn Wischmeyer habe ich beim achteren Aufbau an Steuerbord 3 Schotts statt einem gezeichnet, man sieht die drei Schotts deutlich auf zeitgenössischen Fotos.
      Alle fertigen Teile sind etwas "unkonventionell" auf dem zweiten Bogen vereint, meist mehrfach um mehrere Probebauten möglich zu machen.
      Später stelle ich sie nochmal neu zusammen und dann brauche ich etwas Hilfe - wie stelle ich sie am besten für einen Download ein ?



      Ich arbeite in Photoshop immer mit JPEG-Dateien, aber ich kann sie auch als PDF-Dateien abspeichern und ich denke dann ist ein Download und Ausdruck in identischer Größe einfacher ? Hat ja noch Zeit .....

      Weiter geht es am Wochenende, am Feierabend ist die Zeit etwas knapp um das zweite "Probeheck" zu modelieren.

      Danke fürs Mitlesen und Zuschauen,
      viele Grüß0e
      Markus
    • Hallo Jürgen,
      danke für die Fotos, ich habe aber ausreichend Bildmaterial von den Modellen im Deutschen Museum und in der Sammlung Tamm (jetzt IMMH).

      Am Heck habe ich nun im neuen Versuch als letzten Spant 14 eingebaut, dahinter ist keiner mehr für die Formgebung notwendig. Die Bodenkante und die Hinterkante reichen für die Formgebung völlig aus. Am Bug hatte ich schon auf Spant 92 verzichtet, er bringt nichts, höchstens einen unschönen Abdruck.
      Also gefühlvoll beide Seiten an den Kanten und anschließend den Überstand auf der Oberseite der Spanten verklebt.



      Darauf kam dann das verdoppelte Deck, diesmal von achtern nach vorn verlegt.
      Dann habe ich das verdoppelte Heck aufgeklebt, diesmal von achtern nach vorn. Während es trochnete wurden die niedrigen Schanzkleider für den Bug- und Heckbereich ausgeschnitten und verdoppelt.



      Ich selbst bin mit dem Ergebnis dieses zweiten Rumpfes sehr zufrieden, die typischen Merkmale kommen gut heraus und die "Unsauberkeiten" halten sich in Grenzen. Es dürfte ja vielen bekannt sein wie schwierig es ist auch aus einem professionellen Bogen eine gerundete Deckskante darzustellen. Ganz ohne Schnitte geht es halt nicht. Gegen die markante des Decks wird später die Reling geklebt.



      Weiterhin habe ich heute auch die beiden Aufbauten fertiggestellt, jeweils die Fenster und Schotts aufgedoppelt, bei den geöffneten jeweils die weiße Innenseite nach aussen. Die Blende an der Front des vorderen Aufbaus wurde nach oben geklappt da sich unmittelbar darunter ein Niedergang befindet, die wird später angebracht.



      Ungeklärt ist für mich bisher die Frage, ob die Dächer der beiden Aufbauten auch gelb gestrichen, oder mit Linoleum belegt waren.
      Die beiden oben angesprochenen alten Modelle zeigen gelbe Dächer, der Plan von Herrn Wischmeyer impliziert, daß sie auch mit Linoleum belegt waren. Die schmale Kante auf dem vorderen Aufbau dürfte kaum betreten worden sein, achtern nur für einen Schritt zum Niedergang. Was meint die Gemeinde ?



      Weiter gehts morgen und übermorgen ( ein Tag Sonderurlaub wg. guter Führung happy 2 ) mit dem Gekrümel an Deck und dem Schanzkleid des Aufbaudecks.

      Viele Grüße
      Markus
    • Hallo Markus,
      prima gebaut! Was die Deckshäuser anbelangt, hätte ich spontan dafür plädiert, die Dächer gelb zu färben. Ich habe mir aber dann nochmals die von Dir gesammelten Bilder angesehen, Bei allen ist zu erkennen, daß die unter dem Deck hervorragenden Teile der Deckshäuser deutlich dunkler gefärbt sind als die Wände der Häuser. Das spricht für mein Dafürhalten für eine Belegung mit Linoleum.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn alles gleich gültig ist, wird alles gleichgültig.
      (Ralf Dahrendorf)
    • Hallo Kurt und alle Mitleser,
      ich stimme Dir zu, dunkle Dächer auf den beiden Aufbauten:



      Ich habe daher die beiden Dächer wieder abgerissen und neue, linoleumfarbene, aufgeklebt.
      Und das sieht dann mit dem locker aufgelegten Deck und dem Probebau-Schornstein etwa so aus:



      Weiter gehts .......... arbeit2
      viele Grüße
      Markus
    • So, mein Tagewerk ist vollbracht. frech 2 und ich freue mich über die vielen Daumen ! daumen1
      Die Teile für die Niedergänge, das Schanzkleid des Aufbaudecks und den Schornstein sind fertig.
      Das Schanzkleid des Aufbaudecks habe ich durchgehend verdoppelt, dabei nur bei dem höheren Mittelteil die konkrete Länge auf dem Bogen vorgegeben. Die niedrigen Teile müssen als "Meterware" verbaut werden, wobei der Namenszug über der achteren Hütte natürlich ein Anhaltspunkt ist.
      Den vorderen, niedrigen Teil empfehle ich wegen der starken Rundungen in zwei Schichten zu verarbeiten, das funktioniert ganz gut und ergibt ein durchgehendes Schanzkleid ohne Schnitte.



      Die Teile sind nur locker übereiandergelegt und das Gesamtbild wirkt daher etwas "rumpelig". Der Schornstein steht auch später senkrecht, hier kommt er etwas nach achtern geneigt rüber.



      Ich habe mir heute auch das 8,8cm Geschütz aus dem Bogen der Victoria Louise und das 5,2cm Geschütz aus dem der Emden gescannt. Die beiden dürften ganz gut zu dem Modell passen.
      Weiter geht es dann wieder mit dem Kleinkram an Deck, Verdoppelung der diversen Luken, Bau der Skylights usw.

      Viele Grüße
      Markus
    • ..... mühsam nährt sich der Kartonmodellbauer ........ schwitz1
      Die Kleinigkeiten sind besonders "klein", wenn man sie direkt aus dem skalierten Plan herausnimmt.
      Großen Bammel hatte ich vor den Skylights, sie erheben sich nur gut einen Millimeter über Deck. Ich habe aber eine für mich gerade noch praktikable Lösung gefunden. Ich verdoppele eine Grundplatte und umklebe diese mit den schmalen Seitenstreifen. Geöffnete und verlaste Bulleyes sind in dieser Größe wohl nicht mehr möglich, das Verdoppeln der Klappen mit je vier Bulleyes ist schon ziemlich fummelig ....



      Mit Ausnahme der Verdoppelungen der Luken oben (die habe ich blöderweise in halber Größe auf den Bogen kopiert stirn1 ) passen aber alle Teile gut aufs Deck. Auf dem zweiten Bild sind sie auf ihre Positionen gerückt (nichts verklebt). Das 8,8cm Geschütz habe ich aus dem Bogen der SMS VICTORIA LOUISE vom HMV gebaut und nun ist es auch wirklich ein Fluß-KANONEN-Boot ! happy 2



      Zum Wochenende geht es dann wieder mit einigen Kleinigkeiten weiter .......

      Viele Grüße und Dank an alle Liker und Mitleser
      Markus
    • Hallo Markus,

      Deine VATERLAND nimmt Gestalt an. Ich finde, dass Du den Gelbton der Aufbauten gut getroffen hast. Die Farbe ist mangels Farbsytemangaben eh eine Glaubensfrage, sie kommt aber den bekannten zeitgenössischen Gemälden und Aquarellen der Schiffe nahe. Gut gemacht!

      Viele Grüße,
      Klaus
      »Man lernt das Matrosenleben nicht durch Übungen in einer Pfütze« (Franz Kafka)

      arbeitskreis-historischer-schiffbau.de/

      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Vielen Dank an Alle für die netten Kommentare und Likes !!! freu 2
      @Gerd - lass das nicht den HMV hören, die würden sich angesichts meiner Wurschtelei tief beleidigt fühlen ..... verlegen2
      Ich bin in dieser Woche etwas vorangekommen, Oberlichter, Luken und die Deckel der Kohlenlöcher kamen verdoppelt bzw. verdreifacht an Deck. Die runden Kohlenluken habe ich aus grauem Karton mit einem Locheisen gestanzt, sie auszuschneiden wäre Quälerei.
      Um den Bereich zwischen den Aufbauten, und somit unter dem Oberdeck, fertig zustellen mußte ich nochmals die Planrollen bemühen, auf zeitgenössischen Fotos hat man kaum einen Einblick in diesen Bereich.
      Ergebnis: hinter der vorderen Aufbau gibt es ein gewölbtes "Tonnendach" genau über dem Kessel, der vermutlich sonst nicht in den flachen Rumpf gepasst hätte. Welche Temperaturen bei Volldampf in diesem Bereich geherrscht haben dürften kann man sich vorstellen, der Kessel war den Zeichnungen nach fast direkt mit dem Deck verbunden ..... frech 2
      Zwischenbemerkung: wohl auch aus diesem Grunde gab es eine "Beregnungsanlage mit der die Sonnensegel und das mit Segeltuch abgedeckte Hauptdeck beregnet und gekühlt werden konnten.



      Der Probe-Schornstein steht ganz gut, links und rechts kommen die beiden "Telefonzellen" auf ihre Markierungen - es handelt sich tatsächlich um die Aborte - Toilletten des Bootes. Freundlicherweise hat man bei diesen runde Bulleyes eingebaut, während alle anderen Fensteröffnungen mit Stahlblenden und Schießscharten ausgestattet sind. In den Klos herrschte also "Waffenruhe". lala1
      Laut Bauplan lagerte man auf dem Tonnedach vor dem Schornstein die Lafette für das Landungsgeschützt, die werde ich dann auch gezurrt dort platzieren. Obwohl man sie hinterher fast nicht sieht.
      Achtern habe ich die Gräting über dem Ruderquadranten aus HMV-LC-Gräting ergänzt.



      Heute morgen habe ich auch mal etwas Ordnung in meine Bögen mit den fertigen Teilen gebracht, wie schon geschrieben ist es kein perfekter "Ausschneidebogen", Knicklinien usw. muß man sich selbst erschließen und einige Teile (z.B. das niedrige Schanzkleid des Oberdecks) sind auch nicht abgelängt sondern haben deutliche Überlänge.



      Ich habe jeweils an der linken Seite eine Linie als Referenz ausgemessen, es wäre schön wenn mir jemand mitteilen würde ob der Ausdruck der JPEG-Dateien irgendwie Probleme macht und ob PDF-Dateien deutlich besser wären.

      So, weiter geht es mit dem Schornstein, geteilt oder durch das Deck geführt ? Und den vier großen Lüftern, die ebenfalls durch das Oberdeck in den Rumpf führen.

      Viele Grüße
      Markus

      ...... und noch schnell ein Foto mit dem aufgelegten Oberdeck und den halbfertigen Lüftern nachgeschoben ......

    • Hallo Markus,
      das sieht wirklich toll aus. Was die Dateien anbelangt, habe ich bislang keinen Ausdruckversuch gemacht. Ich könnte mir aber vorstellen, daß PDF Dateien günstiger sind, da sie beim Ausdruck in der Regel nicht verzerrt werden.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn alles gleich gültig ist, wird alles gleichgültig.
      (Ralf Dahrendorf)
    • Hallo Kurt und Klaus, danke für Eure netten Kommentare und danke auch für die überraschend vielen Daumen. verlegen2
      Ich hänge hier dann mal beide Bögen als PDF an, sollte tatsächlich ein "Wahnsinniger" den chaotischen Bogen bauen, sollte er noch etwas warten. Es wird sicher noch zwei oder drei Wochen dauern bis alle Teile ausgereift und in der endgültigen Form sind.
      Da ich keine Bauanleitung und auch keine Nummerierung der Teile geplant habe werde ich als Bauhilfe auf diesen Probe-Baubericht verweisen.
      Unter dem Oberdeck sind noch Kleinteile hinzugekommen deren Position sich nicht von selbst ergibt:
      - vier Gewehrspinde, jeweils einer auf der Rückseite der Aborte, zwei auf der Vorderseite der achteren Hütte
      - ein rechteckiger Lüftungsschacht zwischen den beiden Gewehrspinden an der achteren Hütte.



      Die Aussparung im Tonnendach an der Rückseite des vorderen Aufbaues ist für den Mast vorgesehen.
      Weiterhin habe ich heute noch den "gepanzerten" Steuerstand ( wohl bei dem Klima auch ein "Schnellkochtopf für Steuermannsmaate, wenn er gar ist pfeift es durch die Sehschlitze ... happy1 ) und die dazugehörige Gräting gebaut. Die Gräting kommt auf schmale Kartonstreifen und erhält noch zwei Stufen an der Seite.
      Und drei "Krümel" fürs Deck, die Klappe für den Kettenkasten und die Skylights für die Kammern vorn und achtern.



      Hier die beiden Bögen nun als PDF, die vier großen Lüfter sind nun auch darauf. Michael Bauer hat mir freundlicherweise erlaubt etwas abgewandelte Lüfter des Gouvernementschiffes KOMET zu verwenden, vielen Dank dafür ! daumen1

      ...... wie Sie sehen, sehen Sie nichts ! Die aus JPEG umgewandelten PDFs sind knapp 10 MB groß und lassen sich nicht hochladen. Was muß ich tun ? denk1

      Edit: ich habe sie auf meinem "stand-alone-Dampfrechner" durch den Adobe-Destiller gejagt und jetzt sollte es funktionieren .....

      Vaterland Bogen 1.pdf Vaterland Bogen 2.pdf


      Für heute ist erstmal Feierabend, morgen gehts weiter ......

      viele Grüße
      Markus
    • Servus Markus,

      ich habe versucht die vier Dateien auszudrucken.
      Der Versuch mit den JPG war ein Satz mit x. Extrem verpixelt.

      Der erste Versuch mit den PDF ergab, daß bei 100% Druckgröße die Ausgabe zu groß ist und abgeschnitten wurde.
      Im zweiten Versuch mit "anpassen an Druckbereich" ist die Ausgabe noch immer zu groß.
      Ich muß mir erst ausrechnen mit wieviel % Verkleinerung die richtige Größe herauskommt.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Hallo Wiwo,
      wie schon geschrieben kenne ich mich mit derartigen Fragen überhaupt nicht aus.
      Ich habe die Bögen ( inzwischen ein halbes Paket HMV-160g-Papier) immer als JPEG aus Photoshop mit einem HP-Laserjet ausgedruckt und immer eine maßstabsgerechte Ausgabe erhalten. Kein "Anpassen an ...." oder "Skalieren .....".
      Der Druckbereich des Bogen 1 ist 17x26cm groß, der Bogen 2 18x26cm. Also nicht DINA4 .......
      Vielleicht hilft das weiter ?

      Viele Grüße
      Markus
    • Servus Markus,

      Ich habe kein Photoshop.
      Mit Paintshop Pro und IrfanView passieren recht komische Effekte.

      Skalierfaktor ist 87,6%, dann haben die Ausdrucke der PDF die richtige Größe.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
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      Fritz Grünbaum, 1934
    • Hallo Zusammen,

      @wiwo1961 - vielen Dank für Deine Mühen, tut mir leid, daß ein vernünftiger Ausdruck solche Schwierigkeiten macht.
      Ich habe bisher immer mit Bilddateien gearbeitet wenn ich mal eine Kleinigkeit gezeichnet habe, das dürfte der Fehler sein.
      Hoffentlich schafft es noch jemand die JPEGs in ein einfach auszudruckendes PDF zu verwandeln .......

      Heute früh bin ich am Vordeck hängen geblieben, bevor es am Oberdeck weitergeht.
      Die Ankerwinde fiel mir ins Auge und ich fragte mich, ob ich die überhaupt in der "Größe" irgenwie umsetzen kann. Und dann konnte ich nicht mehr aufhören ...... pc2
      Furchtbar winzige Teile kamen aus dem Drucker, für mich schon grenzwertig.



      Nachdem der weiße Probebau dann doch einigermaßen geklappt hat habe ich die Teile gefärbt, nochmal ausgedruckt und gebaut. Die Kurbel ist aus 0,5mm starkem Messingdraht, einen dünneren habe ich leider nicht, daher etwas "dominant". Ansonsten macht sich die Winde ganz gut auf der Back, den ausgeschnittenen Kran werde ich vielleicht noch durch ein gelasertes Teil oder eine Drahtkonstruktion ersetzen.



      Nun geht es aber wirklich mit dem Oberdeck weiter, da muß ich noch ein paar kleinere Probleme lösen bevor es fest an seinen Platz kommen kann.
      Den oben hochgeladenen Bögen werde ich jeweils die neuen Teile hinzufügen, wer eine Lösung für einen besseren Ausdruck findet - bitte melden ! Vielleicht kann ich ja ein leeres PDF erstellen und dann die Teile einfügen ...... oder irgendwie denk1

      Viele Grüße
      Markus
    • Servus Markus,

      hab ich gern gemacht, denn ich wollte wissen ob ich es schaffe. grins 2

      Ein Tip, wenn du die Zeichnungen in ein A4-Blatt kopierst (210 x 297 mm), speicherst und dann als PDF exportierst, dann sollte es passen.
      Dann kann man normalerweise mit 100% Druckgröße die Blätter ausdrucken.

      Bei mir stellt sich das Problem nicht, da ich meine Blätter mit CorelDraw 12 im A4-Format zeichne.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
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      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Hallo Zusammen,
      ein kurzer Zwischenbericht mitten in einer langen Arbeitswoche.
      Nachdem es lang gut voran ging, nun "endlich" ein kleiner Schritt zurück - Abriss ! traurig1
      Bei der Zeichnung der Teile für das Oberdeck war mir bereits früh ein Streifen unterhalb des Schanzkleides aufgefallen der "freitragenden" Bereich zwischen den beiden Aufbauten abdeckt. Ich hatte die Absicht, diesen Streifen später unter dem fertigen Deck zu ergänzen, entweder als vollständige, "tragende" Konstruktion oder nur als Blendstreifen hinter dem man das tragende Deck vermuten kann. Der Streifen selbst ist für den optischen Eindruck des fertigen Modells meiner Ansicht nach relativ wichtig, ohne ihn wirkt der freie Bereich zwischen den Aufbauten zu hoch.
      Nachdem ich nun das Deck mit dem umlaufenden Schanzkleid fertig hatte und auch schon die durchgängigen Lüfter gebaut habe versuchte ich diesen Streifen nachträglich anzubringen. Die Schwierigkeit dabei ist, daß er den Ausbuchtungen der MG-Stände auf dem Oberdeck folgt.
      Ihn stumpf und direkt unter das Schanzkleid zu kleben war nicht machbar, sieht furchtbar aus. Den minimalen Überstand des Schanzkleides nach unten als Anschlag zu nutzen - geht nicht, dann wird der Zwischenraum zu schmal und das Deck passt nicht mehr ganz auf die Aufbauten und Toiletten.
      Also habe ich mich entschieden die Mittelteile mit dem hohen Schanzkleid neu zu zeichnen, inklusive unterem Streifen, und das ganze nochmal neu aufzubauen. Hilft nix, ist machbar und wird am Wochenende in Angriff genommen. arbeit2
      Diese Bilder erklären vielleicht meine wirren Worte etwas besser:



      Es hat sich aber auch eine erfreuliche Erkenntnis eingestellt: ich kann die Beiboote nach eigenem Entwurf bauen ! freu1
      Die für den Bau wesentlichsten Teile - die Decks - sind ja aus den Plänen zu entnehmen.
      Es sind zwei Typen von Beibooten, beides sind Entwürfe für die Torpedoboote der Kaiserlichen Marine. Die beiden größeren, die ich als Gig bezeichnet hätte, sind geklinkert, haben ein Spitzgatt und wurden amtlich als "Walboot" bezeichnet. Das kleinere Boot ist das klassische Dingi, aber ebenfalls mit Spitzgatt. Die Boote waren flachgehend und platzsparend, also ideal für ein Flußkanonenboot.
      Passende Pendants habe ich in den kommerziellen Bögen in meinem Fundus nicht gefunden, also habe ich, wie oben geschrieben, angefangen die Teile aus dem Plan zu entnehmen und selbst zu bauen. Beim Deck gar kein Problem, die Bordwände wurden durch Transformieren anderer Beiboote im "try and error"-Verfahren zurechtgebogen.



      Das klappte mit beiden Bootstypen erstaunlich gut und sie kommen den Vorbildern sehr nah. Einen guten Vergleich bietet auch der alte Gröner, der im letzten Band der neueren Auflage alle Beiboottypen der Kaiserlichen Marine sehr gut darstellt.



      Insgesamt also einen Schritt zurück und zwei voran - ich bin zuversichtlich. happy 2
      Weiter geht es am Wochenende,

      viele Grüße
      Markus