"Brothers in Arms" - P-51 D (Halinski 5/2005) und Mustang Mk III (Halinski 3/2006): Ein Parallelbaubericht

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    • "Brothers in Arms" - P-51 D (Halinski 5/2005) und Mustang Mk III (Halinski 3/2006): Ein Parallelbaubericht

      Ein herzliches Hallo an die Luftfahrtbegeisterten,
      Doppelbauberichte haben ja mittlerweile bei uns hier eine gewisse Tradition. Ging es bisher aber mehr um Gegnerschaft und gewisse, sagen wir, Tendenzen, dem jeweils anderen am Himmel das Leben schwer zu machen,...
      da wollen wir doch diesmal lieber auf der gleichen Seite stehen. Nun ist die Mustang ein beliebtes Sujet hier (nicht wahr, @Martin zwinker2 ), aber den Reiz unseres Projekts macht aus, dass es sich zwar um das gleiche Flugzeug, aber trotzdem um ideologische Welten handelt: Britischer Gentleman trifft auf amerikanischen Cowboy!
      Wobei die Halinski-Mustang III tatsächlich in polnischen Händen lag, "Petie the 2nd" dagegen uramerikanisch daherkommt.
      Gehen wir es an: Der "kleine" Nat, mein Sohn, übernimmt den amerikanischen Part, ich selbst, aristokratisch-britisch-unerschütterlich, den polnisch-britischen.



      "Deine Mühle versucht doch egentlich nur, eine bessere Spitfire zu sein. Die Ästhetik der Moderne findet man unverfälscht allein in der P-51!"
      Na warte, allein die innovative Malcolm-Haube...die haben sich die Amis doch letztlich bei der Gestaltung des D-Modells abgekupfert. Wollen doch mal sehen, wer am Schluß ästhetisch die Nase vorn hat. Bäh frech 6 !
      Ok, der Silberdruck des Amis macht schon was her, zugegeben, aber auch der Mustang III wirkt nicht von gestern.
      Klassisch beginnen wir mit dem Zusammenstecken des Spantengerüsts des Cockpits; links die P-51, rechts die Mustang III:



      ...mein Sohn kann sich vor Lachen kaum halten: "Das nennst du britische Präzisionsarbeit? Das passt ja hinten und vorn nicht!"
      Zerknirscht schau ich nochmal in den Bauplan...und bin ratlos: Ich hab doch alles richtig gemacht. Das Rätsel muss in der polnischen Bauanleitung liegen. Google-Übersetzer her: "...und darauf eine Polka." Äh... was1 ?? Gut, das hilft jetzt nicht wirklich weiter, also nochmal die Bildanleitung bemüht. Und siehe da, ich hatte tatsächlich einen Knick in der Optik: Das vordere Schott des Cockpits ist gar nicht schief, auch bei der P-51 ist das kerzengrade. Also alles nochmal runter. Erster Unterschied also im Anschluß vorne. Na mal sehen, wie das noch weitergeht...und weil ich schon dabei bin, werden gleich die Seitenteile gekappt, so kommt man besser an Sitz und Pedale:



      Die ersten Teile fügen sich harmonisch ein, bislang ist vorn viel baugleich (links P-51, rechts Mk III), der Sitz und das hintere Schott des Cockpits unterscheidet sich natürlich deutlich:





      (warum das linke Bild jetzt auf dem Kopf steht, weiß ich auch nicht)...
      der Steuerknüppel der Mk III kommt erst mit dem Piloten rein, denn die P-51 soll mit ausgefahrenem, die Mk III mit eingefahrenem Fahrwerk gebaut werden.
      Aber schon jetzt zeigt sich, dass es erhebliche Unterschiede in der Cockpitgestaltung gibt, nicht nur beim Pilotensitz. Wir bleiben gespannt...
      Bis die Tage und liebe Grüße
      Nat und Nat
    • Na ihr haut ja mal rein klasse1 Ich habe ja bis vor Kürzerem den halinskokonstrukteurischen Nachfolger der Mustang III gebaut, mit überwiegend positivem Fazit. Es gab eine Problemstelle mit dem Formspant des Unterrumpfkühlers, sei da beim Vorgängermodell besser auch mal etwas wachsam, man weiß ja nie wofür es gut ist kratz1 Der Direktvergleich von Vollverglasungs- und Rumpfrückenmustang ist jedenfalls ein sehr interessantes Thema. Da bin ich mal wieder voll dabei ausguck1 Auch, wenn ich für mich bereits glasklar entschieden habe, daß Flugzeuge mit vollverglasten Kuppelhauben nix' aussehen (siehe Hayabusa). Über Geschmack müssen wir aber hier zum Glück nicht streiten frech 1

      Nat Drinkwater wrote:

      und weil ich schon dabei bin, werden gleich die Seitenteile gekappt, so kommt man besser an Sitz und Pedale:
      Oha! Ich hoffe, die bekommst du später wieder stabil drangebaut. Mich haben die Dinger beim Bau gar nicht gestört und ich habe sie auch nicht entfernt. Dafür bin ich aber bei der Baureihenfolge etwas anders vorgegangen (Der Sitz wurde erst später verleimt, ist auf dem linken Foto nur angesteckt!!!):



      Ich habe beim Bau der P-51B fleißig in @Alfreds Baubericht zur Mustang III abgekupfert. Du wirst erstmal für sehr lange Zeit mit meinem Bausatz identisch basteln, ein Unterschied besteht vorerst nur im Steuerknüppel. Da mußt du nämlich, anstatt des sehr nutzerfreundlichen ergonomischen Stängelchens, das patentierte englische Flugzeug-Lenkrad bauen. Die Bausätze unterscheiden sich, irgendwann später im Bauprozeß, größtenteils bei der Konzeption von Flugzeugnase und Tragflächen.

      Gruß,

      Daniel.
    • Hallo zusammen,
      och, Daniel (@dranduleta), jetzt hast du ja schon fast alles verraten les 3 ...
      Ja, die P-51 B ist nahezu baugleich, bis auf Haube und Steuerknüppel, und beim unteren Kühler passe ich auf, danke für die Warnung happy 2 .

      Der Reiz ist ja hier, dass beide Versionen bis 1945 geflogen wurden, und die Mk III quasi die britische Interpretation des amerikanischen Fliegers ist, während die P-51 D mit voller Wucht modern progressiv und sehr amerikanisch daherkommt (bzw. was sich der Durchschnitts-Mitteleuropäer so unter amerikanisch vorstellt...).

      Aber weiter im Text. Die Bauweise des Cockpits stellte in beiden Fällen keine großen Rätsel, Halinski-typisch eben. Was aber auffällt, ist die völlig unterschiedliche Gestaltung:

      Pilotensitz, seitliche Instrumente und Steuerknüppel (wie gesagt, bei der Mk III kommt der erst mit dem Piloten rein):
      Zunächst die P-51 D





      Dann die Mk III:



      Auch die Seiten unterscheiden sich deutlich: Gerade, kantig, rechtwinklig bei der P-51 D, verwinkelt, schräg und vermeintlich ungeordnet bei der Mk III:

      P-51 D


      MkIII:



      dranduleta wrote:

      Oha! Ich hoffe, die bekommst du später wieder stabil drangebaut.
      Sobald der Sitz drin, ist, kommen die Wangen wieder drauf. Ein erstes Probestecken verlief ohne Probleme...wir warten und hoffen schwitz1 .
      Bis dahin und liebe Grüße
      Nat und Nat
    • Hallo zusammen,
      im Moment stockt es etwas in der production line der Mustang III, da der Pilot viel Zeit beansprucht, weshalb die P-51 D schon wesentlich weiter ist, die Bilder zeig ich aber erst, wenn ein Vergleich möglich ist.
      So beschränken wir uns zunächst auf die Apparate, die hinter dem Cockpit ihren Platz gefunden haben: Batterie? Funkgeräte?
      Jedenfalls ähneln sich die beiden Ausführungen hier sehr, durch die andere Rumpfgestaltung aber scheint es sich fast um zwei völlig andere Maschinen zu handeln.
      Bei der P-51 D sollten die Drähte angebracht werden, anschließend wurde die ganze Einheit passgenau an die vorgesehene Stelle verfrachtet:



      Bei der Mustang III waren diese Drähte laut Bauplan nicht vorgesehen, da das Bauteil aber haargenau das gleiche ist wie bei der P-51 D, habe ich die ergänzt...will ich auch haben! Punkt!



      Die P-51 brauchte nun die Abdeckung oben am Cockpit, auf der später die Kabine ruht:



      Fehlt noch der Sitz, dann sind beide wieder auf dem fast gleichen Stand:



      Bis die Tage und liebe Grüße
      Nat und Nat
    • Hallo Nat,

      das ist ein ganz feiner Bericht, macht Spaß zu lesen. Der Bau sieht bisher klasse aus. Kompliment an Euch beiden!
      Meine 5 Cent:
      Die Kästen hinter dem Pilotensitz sind die Funkgeräte, die Batterien saßen deutlich tiefer. Ich nehme an, schon allein aus Schwerpunktgründen und weil die damaligen Radios anscheinend recht wartungsanfällig waren, also gut zugänglich sein sollten.
      Die Blasenhaube wurde zuerst von der Spitfire und ab der "D" von der Hawker Typhoon inspiriert. Beides britisch. Ohnehin war die P-51 in ihrer ganzen Entstehungsgeschichte "very, very british", da der Konstruktionsimpuls von der britischen Beschaffungskommission ausging und die P-51 / A-36 zuerst in Diensten der RAF war. Last but not least begann der richtige Aufstieg der P-51 erst, als der ursprüngliche Allison Motor in England testweise gegen einen RR Merlin ersetzt wurde.
      Ein guter und umfassender Artikel zur P-51, trotzdem in lesbarer Länge:
      b2b.partcommunity.com/communit…Mustang#knowledge_article

      Viele Grüße, Martin
      Fertig: P-51C Tuskegee Fighters von cutandfold.info;
      Im Bau: Wettbewerbsmodell Beriev Be-1
    • Hallo zusammen,
      nachdem der Pilot der Mustang III jetzt endlich fertig ist, kann es in den USA endlich weitergehen. Wobei...
      @Martin: Du hast natürlich völlig recht: Von den Genen her ist der Flieger so was von britisch verlegen2 , wir sollten es umdrehen: Die Mk III ist nicht die britische Interpretation eines amerikanischen Fliegers, sondern die P-51 D eher die amerikanische Version eines Briten. So wird ein Schuh draus danke 2 ...
      In der Zwischenzeit konnten wir die Cockpits schließen, der doch deutlich veränderte Rumpf der P-51 D führte hier zu einer allerdings auch völlig anderen Konstruktion: Musste hier einfach nur die Außenhaut auf das Spantengerüst, so blieb es bei der Mk III bei der klassischen Spitfirevariante: Innenhaut, dann Außenhaut, typisch britisch eben zwinker2



      Zuerst musste aber hinter den Sitz des Piloten in der Mustang III noch die Innenverkleidung des hinteren Fensters, eine heikle Angelegenheit, da es hier auf Millimeter ankommt, die bei bei mir aber locker flockig heckwärts fehlen...egal, kommt ja noch außen was drauf, und da hinten sieht es keiner mehr lala1 , witzigerweise sind die Klebelaschen hier aus Folie:



      Obwohl der Sitz schon ganz unten angebracht ist, habe ich jetzt Zweifel, ob Eugeniusz unter die Haube passt, wir werden sehen, zum Glück ist sie ja gewölbt...
      Die silberne Lackierung der P-51 D wirkt schon beeindruckend, der Tarnanstrich der Mk III gewohnt und eher nüchtern:



      Und da ist auch schon der erste Fail: Vorn bei der Mk III passt die Außenhaut nicht ganz zusammen, aber auch nur da motz1 , die P-51 D hat es da konstruktionsbedingt viel leichter, da hier das Bauteil einfach durchgeht. Mogelanten, ihr!
      Keep calm and build on! Wahrscheinlich sitzt da eh zum großen Teil die Haube drauf!
      Zum Heck folgend kommt nun die Kühlersequenz, die bis auf die Ausmaße vergleichbar ist. Zunächst das Spantengerüst, dass später bei der Mk III mit mehreren Außenblechen, bei der P-51 D großflächig verkleidet wird. Hier schon mal der Kühlerauslass, das passte bei der P-51 D prima:



      Doch was ist das??? Der Rundspant der Mk III (W3) hier ist im Lasercut falsch herum ausgeschnitten!! Da hilft nur die Radikalkur: Trennen, wieder zusammenkleben und über Nacht trocknen lassen:





      Wir können jetzt eh nicht weiterbauen, die Amerikaner sind vor Lachen vom Sofa gerutscht. Na wartet! Irgendwann... haue 1

      Bis die Tage und liebe Grüße
      Nat und Nat
    • Hallo Nat,

      jetzt wird's richtig bitter, zumindest für mich, der ich den direkten verlagsseitigen Nachfolger der Mustang III gebaut habe. Halinski hat zwar die Frontpartie überarbeitet und Landeklappen hinzugefügt, aber der ganze andere Murks, von dem du hier berichtest, war vollumfänglich auch in der 2012er Mustang enthalten brüll1
      • Es gab Probleme mit der Paßgenauigkeit der hinteren Cockpitverglasung. Ich habe sie abgerissen und nochmal verbaut, was sehr heikel war.
      • Den Spalt oben vor dem Instrumentenbrett habe ich in zahllosen Trockenanproben unheilvoll auf mich zukommen sehen, konnte ihn aber durch sachtes Zurechtdrücken des Spants und der inneren Schicht, selbstredend vor dem Anbringen der Außenhaut, einigermaßen unsichtbar halten schwitz1
      • Und dann sehe ich, daß der elende Fehler im LC-Satz auch schon sechs Jahre zuvor bekannt war, man sich bei der Neuauflage des Bogens aber irgendwie nicht so richtig drum kümmern konnte kotz1 Bei der Spantenvorlage im Bogen ist übrigens alles richtig les1
      • Die Klebelasche aus Plastik fand ich überhaupt nicht lustig. Das erhöht nur unnötig den sowieso schon ziemlich heftigen Schwierigkeitsgrad. Du mußt da oben unbedingt mit flinker Flasche kleben, sonst hält es nicht motz1
      Ich wünsche dir weiterhin gutes Gelingen! In meiner Erinnerung gibt es jetzt nur noch den zu großen Spant am Unterrumpfkühler, wobei ich nicht weiß, wie gut die Flugzeugnase bei deiner Version konstruiert ist kratz1 Hier ist nochmal ein Bild von der Stelle, an der du wahrscheinlich aufpassen mußt. Mach auf jeden Fall genügend Trockenanproben, bevor du da klebst!



      Und wenn du dich da drumherum gebaut hast, wird es noch ein richtig schön paßgenauer Bastelspaß, bei dem du am Ende den Ärger vom Anfang völlig vergessen haben wirst zwinker2

      Gruß,

      Daniel.