Akkuschlepper Ta 251 der SBB 1:120

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    • Akkuschlepper Ta 251 der SBB 1:120

      Nachdem ich etliche Wochen keine Zeit für den Kartonmodellbau hatte, sollte ich eigentlich Begonnenes zu Ende führen, bevor ich neue Dinge anfange. Das werde ich - aber nicht sofort. Die Versuchung ist einfach zu groß, mal selber auszuprobieren, wie das Konstruieren von Modellen geht.

      Über das passende Vorbild bin ich zufällig gestolpert: der kleine Akkuschlepper Ta 251 der SBB. Als Datenbasis habe ich ein paar Fotos aus dem Internet und eine einzige Maßangabe: LüP 3320 mm.

      Da Gunnar Dannehl seine Modelle mit Powerpoint zeichnet und ich das Programm auf meinem Rechner habe, probiere ich es damit. Ziel ist die Erstellung eines Modells im Maßstab 1:120. Mein erster Versuch wird aber sicher größer ausfallen.

      Der erste Schritt: Ich habe ein Foto der Seitenansicht des kleinen Gefährts in Powerpoint importiert und die wichtigsten Strukturen direkt darüber gezeichnet. Die Proportionen, die ich aus dieser ersten Skizze der Seitenansicht gewonnen habe, und ein weiteres Foto, aufgenommen von schräg vorne, waren dann die Grundlage für die erste Skizze der Vorderansicht.



      Um die Vorderseite maßstabgerechter hinzubekommen, habe ich die Puffer in der Vorderansicht gemäß den Normangaben neu positioniert. Als Maßstab hat mir der LüP-Wert gedient, den ich von der Skizze der Seitenansicht abgenommen hatte. Die grauen Balken im nächsten Bild setzen die drei Werte ins richtige Verhältnis: LüP, Pufferhöhe und Pufferabstand. Dabei wurde deutlich, dass die erste Skizze der Vorderansicht um einiges zu schmal war.



      Zum Abschluss dieser Vorarbeiten habe ich ein paar Details ergänzt und den Vorbau erhöht, nachdem ich die Skizzen mit einem weitern Foto abgeglichen hatte.



      Das ist keine exakte Wissenschaft, aber ich habe durch diese Versuche schon einiges über das Vorbild in Erfahrung gebracht. Im nächsten Schritt werde ich zwei Dinge tun: von unten nach oben einen ersten Prototypen bauen, während ich jedes anstehende Bauteil so präzise wie möglich neu zeichne.

      Viele Grüße
      Johannes
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    • Ich freue mich, dass mein kleines Projekt Beachtung findet und bedanke mich für alle Daumen, die hinzugekommen sind

      Der Rahmen ist gebaut:



      Der erste Prototyp entsteht im Maßstab 1:45. Es zeigt sich, dass meine Konstruktion des Rahmens Schwächen hat. Die dünnen Querverbindungen vorne und hinten sind dem Umstand geschuldet, dass der Rahmen beim Vorbild sehr offen zu sein scheint. Allerdings konnte ich auf den verfügbaren Bildern nicht erkennen, wie es da im Detail aussieht. Daher habe ich Raum für später zu ergänzende Details lassen wollen. Um das Modell in einem kleineren Maßstab zu realisieren, sollte ich aber eine bessere Lösung als diese dünnen Streifen finden.
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    • Beim Aufkleben der Grundplatte hat sich auf der rechten Seite ein Überstand ergeben, den ich weggeschnitten haben - mit nicht ganz zufriedenstellendem Ergebnis.



      Die Laschen vorne und hinten an der Grundplatte habe ich beim Ausschneiden ergänzt, um an dieser Stelle mehr Stabilität zu erhalten.
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    • Der Unterbau ist fertig. Die beiden Blenden vorne und hinten sind aber zu kurz und an der Unterseite nicht befestigt. Ich muss das wohl noch einmal durchdenken verlegen1



      Diese Ebene, in der die Puffer liegen, muss gesondert gebaut werden, da sie gegenüber Rahmen und Aufbauten vorne und hinten etwas zurückgesetzt ist.
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    • Auch sehr kleine Bahnfahrzeuge scheinen ihre Fans zu haben - Dank an alle Unterstützer freu 2

      Es geht an die Aufbauten:



      Beim Vorformen ist mir ein weiterer Fehler aufgefallen: die Seiten des Vorbaus sind zu kurz - ein Rechenfehler, der sich leicht korrigieren lässt.

      Um die Rundungen zu unterstützen, habe ich vorne und hinten Verstärkungen vorgesehen. Die untere Verstärkung im Führerhaus ist gleichzeitig dazu da, die (sehr übersichtlichen) Armaturen dieses Winzlings aufzunehmen.



      Beim Aufkleben des Führerhauses auf die Bodenplatte zeigt sich, dass auch hier die Maße nicht ganz stimmen. Das Führerhaus ist etwas zu breit - oder die Platte etwas zu schmal. Vielleicht liegt das an meiner mangelnden Übung mit Powerpoint. Beim Kopieren, Verschieben, Drehen, Spiegeln oder Gruppieren passieren gerne kleine Änderungen der Maße, wenn man beim Klicken nicht aufpasst.



      Beim Vorbau habe ich vorne klare Knicklinien vermeiden wollen, da runde Übergänge für dieses Fahrzeug charakteristisch sind. Der oben erwähnte Mess- oder Rechenfehler ist in der Seitenansicht sehr deutlich sichtbar.

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    • Etappenziel erreicht: die erste Gesamtansicht!



      Das Ganze ist noch etwas windschief, es gibt Fehler und Ungenauigkeiten und die Konstruktion sollte ich überdenken. Durch die fehlende Verstärkung bei ausgeschnittenen Fenstern habe ich zudem das Führerhaus beim Aufkleben des Daches gestaucht.

      Der Vorbau ist noch nicht aufgeklebt. Das werde ich erst mit der korrigierten Version tun.

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    • Hallo Ulrich,

      du wirst den Ta 251 doch wohl nicht hiermit - klick und klick - verwechseln?! nein1

      Es stimmt, man hat schon geräumigere Arbeitsplätze und imposantere Maschinen gesehen - aber der Kleine hat es mir einfach angetan. streichel1
      Mut würde ich es nicht nennen, aber etwas Überwindung war tatsächlich nötig, um mich ohne Vorwissen bezüglich Technik/technischem Zeichnen (abgesehen von jugendlichen Versuchen mit Bleistift, Lineal und Zirkel) auf dieses Feld vorzuwagen.

      Ich finde es großartig, dass man hier beim Entstehen so spannender Modelle wie der Garratt G42, dem VT 11.5 oder der V 200 live zusehen kann. Abgesehen vom Spaß, am Ende ein selbst gezeichnetes Modell zu haben, das zumindest an das Vorbild erinnert, ist mein Antrieb bei diesem Vorhaben, den Konstruktionsvorgang besser zu verstehen. Ich finde, dass es den Genuss steigert, wenn man den Meistern über die Schultern schaut und die Beobachtungen mit eigener, wenn auch dilettantischer Erfahrung verknüpfen kann.

      Ich freue mich über dein Interesse - und dass der hinzugekommenen daumen1 -Geber!

      Viele Grüße
      Johannes
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    • Den korrigierten Vorbau habe ich provisorisch gefärbt, um zwei Varianten zu probieren: links mit einem einheitlichen Farbton, rechts mit einem Verlauf hin zu einem etwas helleren Rot.



      Zusammengebaut sieht das dann so aus:



      Die beiden Varianten ließen sich besser vergleichen, wenn ich sauberer gebaut und die Kanten gefärbt hätte. Ich denke aber, dass die einheitlich eingefärbte Variante zu bevorzugen ist, um Farbunterschiede zwischen Führerhaus und Vorbau zu vermeiden.

      Ich beende die Arbeit an dieser Vorversion, indem ich die Variante mit dem Farbverlauf lose auf den Rahmen setze.



      Als nächstes versuche ich, an genauere Maße zu kommen. Der Vorbau ist zu hoch, der Übergang von den senkrechten zur waagerechten Fläche ist viel zu grob. Die Konstruktion werde ich überdenken.
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    • Hallo Johannes,

      ein total spannendes Projekt! Konstruktion in Powerpoint, das habe ich bislang noch nicht mitbekommen, aber ich bin echt baff, wie Du das machst! Bewundernswert, chapeau! Das Gefährt sieht echt exotisch aus, so ein richtiges kleines Kraftpaket. Ich drücke Dir die Daumen, daß Du an Maße und sonstiges Material herankommst und dieses Projekt wie gewünscht erfolgreich beenden kannst.

      Beste Grüße
      Claudia
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      Hallo Claudia,

      und hallo an alle hinzugekommenen Daumenheber, rollen1

      das Informationsmaterial ist inzwischen eingetroffen, in Form zweier Ausgaben der Schweizer Eisenbahn Revue. Die Ausgabe 6/1987 enthält nur eine kurze Notiz mit S/W-Foto über die Lieferung der Einzelanfertigung Ta 966 von Stadler Fahrzeuge AG an die SBB. Die Doppelausgabe 4-5/1991 allerdings liefert mir genau, was ich brauche: einen vierseitigen Artikel über die Schienentraktoren mit Traktionsbatterie Ta 251 002 - 005, die dem Prototypen Ta 966 nachfolgenden vier Serienfahrzeuge.

      Jetzt habe ich zwei Maßzeichnungen, eine relativ ausführliche Beschreibung mit weiteren technischen Angaben und ergänzende Fotos. Für mein kleines Experiment sollte das reichen.

      Ein paar Infos für die gespannte Fangemeinde: Die Ta 966/251 gehören zur Familie der "Tintenfische" - der kleinen Traktoren mit Magnetpuffer, die ein Verschieben auch ohne Zugvorrichtung ermöglichen. Der Prototyp Ta 966 hatte das Einzelstück Ta 974 zum Vorbild, 1965 von der SBB-Hauptwerkstätte Zürich für den Eigenbedarf gebaut. So kurz diese Traktoren auch sein mögen - sie müssen sich ja zusammen mit den zu verschiebenden Fahrzeugen auf die Schiebebühnen quetschen können - haben sie doch Historisches geleistet. Der Ta 251 005 war "das erste vollständig funkferngesteuerte Fahrzeug einer schweizerischen Bahnunternehmung".

      Die Raterei hat ein Ende. Der nächste Entwurf entsteht auf der Basis offizieller Maßangaben.

      niceday 2
      Johannes
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      Kleiner Wermutstropfen, der mir in meiner Freude über die gelieferten Hefte nicht gleich aufgefallen ist: die Typenskizze in der Schweizer Eisenbahn Revue 4-5/1991 zeigt nicht den Ta 966/Ta 251, sondern den Vorläufer Ta 974. Die Fahrzeuge sehen sich zwar zum Verwechseln ähnlich, aber mich interessieren gerade die Details: beim Ta 974 sind die Pufferbohlen nicht beweglich, es gibt keine Sandungsanlage, der Antrieb erfolgt nur über die hintere Achse. Die Außenmaße unterscheiden sich allerdings nur minimal (ich bin nicht sicher, ob der Vorbau bei Ta 974 und Ta 966/251 die gleiche Höhe hat).

      Daher gibt es eine Planänderung: Ich baue auf Grundlage der Skizze zunächst den gelben und einfacheren Ta 974 und wende mich erst danach wieder der roten Serie aus Ta 966 und Ta 251 002 - 005 zu.
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