Republic P-47D; Orlik 030; Maßstab 1:33

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Republic P-47D; Orlik 030; Maßstab 1:33

      Hallo miteinander,

      nachdem die M.S. 406 mittlerweile glücklich unter der Decke baumelt und dort eine ganz gute Figur macht, ist es nun höchste Zeit, mal wieder eine Flugzeugbaustelle zu eröffnen.
      Ich fange also jetzt mal an, auf eines meiner größeren Ziele hinzuarbeiten: Die völlig abgefahrene P-47D "Pengie" von Halinski. Da dieses Modell jedoch, Kanzel und LC-Satz inklusive, etwas über 30€ gekostet hat und mir generell momentan der Sinn eher nach etwas einfacherem steht, mache ich erstmal so eine Art "Vorübung" in der Preisklasse südlich von 10€.
      Vor ein paar Monaten habe ich einige Modelle auf dem Forums-Zweitmarkt aquiriert. Mit in diesem Paket war auch Orlik 030, ein Bausatz aus dem eine von zwei P-47D-Versionen von polnischen Piloten gebaut werden können. Etwas später fand ich eine Mail von Ebay im Postfach: Gutschein über fünf Euro ab zehn Euro Mindestbestellwert. Also, mal schnell drübergeschaut... und siehe da, eine P-47D von Modelik mitsamt LC-Rumpfgerüst für 11€ inklusive Versand. Abzüglich des Gutscheins muß man da einfach zuschlagen freu1 Und da stehen wir nun, mitten auf dem Modellstapel frech 5



      Die Bausätze von Orlik und Modelik sind weitgehend identisch, da sie von der Welt größtem "Modellrecycler", der auf den Namen Lukasz Fuczek hört, stammen. Es gibt allerdings zwischen den Bögen einige kleine Abweichungen, die das Ganze sehr interessant machen. So hat die Modelik-Version beispielsweise eine richtig schöne, gealterte Farbgebung, hier zwei Beispiele dazu:



      Darüber hinaus sind bei Modelik die Spanten auf dünnes Papier gedruckt, um auf 1mm Pappe aufgezogen zu werden. Bei Orlik müssen die Gerüste mit der bewährten, dicken Orlik-Pappe auf 0,5-0,7 mm aufgezogen werden. Dazu. Jedoch. Später. Mehr...

      Der Modelik-Bogen sieht einfach großartig aus. Ich möchte ihn aber nicht versauen. Somit baue ich jetzt den etwas weniger coolen Flieger aus Orlik 030. Ein schönes Übungsobjekt, um das es auch nicht schade ist, wenn ich die ganze Sache in den Sand setze. Ich habe mir auch noch einen LC-Satz von Drafmodel gegönnt, der aber äußerst zickig daherkommt. Dazu auch später noch Genaueres. Hier zunächst ein Blick in den Bogen:



      Auf dem Anleitungssektor gibt es so ein paar Schwächen. Die Zeichnungen sind völlig wahllos angeordnet und teilweise richtig schön unpräzise brüll1



      Daher helfe ich mir nebenher noch mit diesem sehr guten polnischen Baubericht hier: kartonowki.pl/forum/temat/1184…e-thunderbolt-orlik-72006

      Und nun noch ein paar Sätze zu den beiden verfügbaren Flugzeugversionen. Man kann einmal das Flugzeug mit der Nummer 275510 von Francis Gabreski bauen. Der Mann kam zwar gebürtig aus Oil City, Pennsylvania, hatte aber zwei echt eingewanderte polnische Elternteile. Diese Version ist etwas detaillierter und auch soweit deckungsgleich mit diversen Plastikmodellen, die ich mir ergoogelt habe. Problem: Auf der Maschine prangt ein "Scoreboard", das mich ständig zum Retuschieren der Bauberichtsfotos zwingen würde, worauf ich eigentlich überhaupt keinen Bock habe.



      Die linke Hälfte des Fotos zeigt Teil Nummer 13, auf dem diverse Informationen zum Team hinter dem Piloten und dem Flugzeug selbst abgedruckt sind.

      Die andere baubare Variante ist die "Pengie II" des Piloten Boleslaw Gladych. Paßt eigentlich wunderbarst zur Halinski-"Pengie". Diese Version hat aber so ein paar inhaltliche Wehwechen. Zum Einen weist Teil Nummer 13 für dieses Flugzeug überhaupt keine Beschriftung auf. Zum Anderen haben alle Plastikmodelle, die ich mir zusammengegoogelt habe, weiße "Tail Stripes": google.com/search?q=P-47D+2751…w=1920&client=firefox-b-d Bei der Version aus Orlik 030 sind die aber nicht vorhanden. Also ist die im Bogen optional baubare "Pengie II" historisch nicht korrekt, würde ich mal behaupten grr

      Und an diesem Punkt stehe ich nun: Baue ich die etwas detailliertere und historisch korrekte wilde Svastika-Party, bei der ich ständig Fotos retuschieren muß und die ich weder zu Ausstellungen noch Stammtischen mitnehmen kann? Oder die flapsig recherchierte, aber insgesamt etwas schönere "Pengie II" mit ärgerlichen historischen Mängeln. Ich muß da nochmal ein Bißchen in mich gehen, glaube ich...

      Nichtsdestotrotz kann ich aber schon mal mit der Cockpitsektion anfangen. Der ist es nämlich egal, was da in einer Woche für eine Tapete über sie drübergekleistert wird...

      Gruß,

      Daniel.
    • @Chris A.: Du darfst demnächst live und in Papier gucken, dir meine Meckereien über den Bogen anhören und dazu entspannt den Modelik-Bogen zum Quervergleich durchblättern prost2


      Meine Damen und Herren,

      es könnte ja alles so schön sein grr Der Bogen sieht super einlandend aus, Das Modell wirkt sehr logisch aufgebaut und die wirklich harten Stolpersteine (Die Motorhaube präzise oval in Form bringen, das Panzerglas hinter der Cockpitverglasung platzieren...) sind auch erstmal noch weit, weit weg. In Slawomir Wojciks Onlineshop habe ich zwar erfahren, daß ich mich auf knapp siebenhundert Bauteile eingelassen habe, davon dürften aber locker zweihundertfünfzig im Motor stecken. Also auch nicht so richtig bedrohlich, zumal ich das Innenleben der Tragflächen nicht bauen werde, was nochmal um die fünfzig Teile sparen könnte.

      Nur leider, leider strotzt dieses Ding nur so vor Nachlässigkeiten und kleinen Fehlerchen. Man kann das zwar alles recht problemlos beheben, allerdings ist es äußerst nervig, beim Bauen ständig aufpassen zu müssen, daß man nicht doch noch irgendwo in die Mausefalle tritt krank1 Also fangen wir mal an und illustrieren dieses kleine Elendchen ein wenig. Ich habe, wie ümmer bei Flühchzeuchn, mit dem Spantengerüst der Cockpitsektion begonnen. Dieses stammt aus dem LC-Satz, womit wir auch gleich zum ersten bösen Patzer kommen: Teil Nummer 14b, das Teil Nummer 1a bei Modelik entspricht, ist als 0,8 mm-Spant im LC-Satz vorhanden. Im Bogen ist es aus normaler Orlik-Pappe angelegt und soll auch gar nicht weiter verstärkt werden. Bei Modelik (dünnes Normalpapier fürs Spantengerüst)..., seht selbst, ihr könnt ja schließlich alle einen Bastelbogen deuten und interpretieren zwinker2 Ich habe besagtes Teil dann in Orlik-Stärke belassen, entsprechend des Spantengerüstes zugeschnitten und im Gerüst verbaut.



      Die beiden Teile, die da auf dem rechten Bild übrig sind, hätten das ganze Gerippe unbaubar gemacht. Mit ein paar Grundkenntnissen im Flugzeugbau erkennt man sowas aber recht leicht schon im Entstehungsprozess. Nervt aber trotzdem, wenn es schon so anfängt motz1

      Dann hab' ich den Sitz gebaut und ihn im Eifer des Gefechts schon mal platziert...





      ...um dann zu realisieren, daß der Steuerknüppel zuerst reingemußt hätte. Bock Nummer zwei geht also auf meine Kappe lala1 Der Steuerknüppel läßt sich aber problemlos auch hinterher einbauen, da habe ich schon deutlich komplexere (und viel sinnlosere) Endoskopien an meinen Modellen abgehalten.



      Auf dem Foto fällt mir gerade auf, daß ich da schon farblich nachgearbeitet habe. Was es damit auf sich hat, kommt aber erst im nächsten Beitrag haue 3 Zunächst einmal unterhalten wir uns doch über die Cockpit-Seitenwände. Ich komme ein Bißchen in Form, glaube ich lieb1



      Die Seitenteile sind zu lang und müssen entsprechend angepaßt und eingekürzt werden. Beim vier Jahre später erschienenen Modelik-Modell verhält es sich genauso. Da wurde nur die Grafik verbessert und die Teilenummerierung überarbeitet. Von den ganzen kleinen und leicht zu behebenden Fehlern im Bogen hat der gute Herr Konstrukteur irgendwie völlig seine Finger weg gelassen. Das ist unterste Paczynski-Hellcat-Schublade. Geht gar nicht dagegen1 Auf der Suche nach der Ursache des ganzen Cockpit-Fehlerchen-Übels habe ich mir mal die Abbildung des Weißmodelles näher betrachtet:



      Beim Barte meiner Schwiegermutter chewie1 Also, wenn da ein Cockpit im Testmodell drinsteckt... Meine Schwiegermutter hat auch gar keinen Bart muhaha1

      Der Bau macht übrigens immer noch großen Spaß. Allerdings bin ich von Halinski und Kartonowa Kolekcja da einen anderen Standard in Sachen Sorgfalt vor der Modellveröffentlichung gewohnt nein1

      Gruß,

      Daniel.
    • moin1 sen,

      weiter geht's mit den Seitenwänden des Cockpits. Für diese existieren überhaupt keine Zeichnungen in der Anleitung haue 2



      Ich habe mich daher an nerdigsten Materialien im Internet orientiert. Siehe dazu hier: ww2aircraft.net/forum/threads/…awings.26477/#post-724349 Den Schlauch rechts habe ich eigenmächtig reinkonstruiert, der hat im Original wohl irgendwas mit der Sauerstoffversorgung des Piloten zu tun kratz1 Und ohne Umschweife gleich weiter zum nächsten Ärgernis: Das Instrumentenbrett mit Pedalerie ließ sich zwar erstmal recht unfallfrei bauen (Die Pedale sind fummeliger, als sie eigentlich sein müßten, weil die Drahtschablonen nicht stimmen... Aber lassen wir das, wer wird sich denn schließlich an so einem Kleinkram abarbeiten motz1 ), allerdings stellte sich dann heraus, daß einerseits die Befestigung des Teiles im Cockpit in keiner einzigen Skizze instruiert wird und andererseits auch noch die rechte Markierung auf der Rückseite falsch ist. Also mußte ich mich hier mal wieder ganz langsam vortasten, während ich nebenbei die Schlampigkeit der ganzen Konstruktion ein weiteres Mal aufs Übelste verfluchte grr



      Danach: Alles bisher entstandene zusammendengeln. Jedes Mal wieder schön Blume 2



      Ein weiteres Kratzen am Kopf wurde notwendig, weil einerseits das Instrumentenbrett massiv zu tief hängt, um später das Visier unfallfrei im Sinne der Anleitung montieren zu können und andererseits die Pedale viel zu hoch hängen, um dem fiktiven Piloten ein angenehmes Arbeiten zu ermöglichen Böse1 Ach so, die Cockpitwände sind mit 0,5 mm Pappe verstärkt, jedoch nicht bis ganz oben, da sonst eine ziemlich häßliche Treppenstufe am oberen Abschluß entstehen würde. Ich erwähne nochmal, daß sich auch hierum die Anleitung einen feuchten Kehricht schert sauber1 MG1 Generell muß man sagen, daß das Cockpit lediglich eine ziemlich rudimentäre Anlehnung ans Original ist. Das macht an sich auch nichts. Selbst die abgefahrensten Halinski-Cockpitorgien kommen niemals ganz an die Detaillierung des Originals heran. Wenn da nur nicht diese absolut ärgerliche Schlampigkeit in der Konstruktion wäre brüll1

      So. Nach meinen Berechnungen kommen wir genau jetzt in den Bereich dessen, was schon einmal als Weißmodell durchgetestet wurde. Also, so rein theoretisch, vielleicht, eventuell prost1



      Die Cockpitverkleidung paßt sich nach einigen Trockenanproben auch tatsächlich ganz gut an. Am vorderen Segment hatte ich Probleme, weil ich mal wieder nicht kapiert habe, daß die Klinge am Ende ist, was zu einigen leicht unsauberen Schnitten geführt hat. Mein Fehler stirn1 Das hintere Segment allerdings... Meine Herren, war das ein Kampf. An dieser Stelle ist die Konstruktion schlicht und einfach etwas hölzern geraten, das kann man gar nicht anders sagen. Im Endeffekt mußte ich den hinteren Spant brachial mit Schleifpapier zurichten, weil zum unteren Segmentabschluß nahezu zwei Millimeter gefehlt haben. Oben über der Kopfstütze habe ich hingegen massiven Materialüberschuß. Wenn ich den allerdings später in einer reinimprovisierten Dehnungsfuge verschwinden lasse, wird es sogar noch ein Bißchen originalgetreuer werden grins 1

      Das nächste Foto zeigt noch einmal den viel zu großen Abstand zwischen Instrumentenbrett-Oberkante und Karosserierundung nein1



      Und rechts schließlich ist der Grund dafür zu sehen, warum ich eigentlich so dringend mal eine P-47D bauen muß. Ich möchte einfach mal den Größenvergleich zwischen diesen "dicken Dingern" und "normalen Flugzeugen" live ansehen. In diesem Falle handelt es sich um einen stillgelegten Avia/Messerschmitt-Verschnitt.

      Die Art und Weise, wie das Ganze bisher verläuft, löst in mir so eine Art Reflex aus: Ich möchte das Ding am liebsten an die Wand werfen und mal wieder den beruhigenden Griff in die Halinski-Kiste tätigen les 2 Mach' ich aber nicht. Es geht also weiter mit dem Gewürge...

      Gruß,

      Daniel.
    • Und ein Bißchen weiter im Text:

      Zunächst gab es mal was paßgenaues zu tun: Segmente kleben. Eine Besonderheit bildet das Teil direkt hinter der Cockpitsektion. Hier müssen Öffnungen für irgendwelche Luftauslässe reingebaut werden. Darüber hinaus hat die Antenne, die erst ganz gegen Ende reinkommt, ein Fundament direkt von der Odenwälder Weininsel bekommen. Diese Vorgehensweise hat sich schon bei der 303-Hurricane sehr gut bewährt.



      Und dann: Alles einmal fix zusammenkleben:



      Ging gar nicht fix. Ich hab' mir stundenlang Zeit gelassen, um alles einigermaßen gut ausgerichtet zu bekommen. Die vielfältige Form des Rumpfrückens ist ein ziemlicher Killer. Gut, daß ich das jetzt schon mal gebaut habe. Diese Erfahrung wird später auch dem Halinski-Modell zu Gute kommen.

      Und jetzt: Erbsenzählerei. Der Übergang von Cockpitsektion zum anschließenden Segment ist so ausgerichtet, daß die Markierungen oben und unten haargenau stimmen. Allerdings gibt es beidseitig Probleme mit der Passigkeit der mittigen Markierungen und, was noch viel schlimmer ist, verrutschte Linien bei der Beschriftung.



      Ich würde behaupten, daß da die Konstruktion an sich dran Schuld ist. Vielleicht habe ich aber auch einen Baufehler gemacht, auf den ich auch nach intensivstem drüber nachdenken nicht von selbst komme. Für kritische Hinweise und Ratschläge bin ich hier durchaus dankbar!

      Die Cowling habe ich mal angefangen. Vorgehensweise: Außensegment bauen, Innenteil reinpassen, nächstes Außenteil bauen und Anbringen, Innenteil rein, und so weiter. Geht auch soweit gut von der Hand. Abgesehen von der Tatsache, daß die Maße der Innenbeplankung überhaupt nicht stimmen und man ständig herumanpassen muß motz1



      Spant Nummer 1 habe ich als Formgeber ohne Kleber reingesteckt... Leider ist Spant Nummer 1 massiv zu klein geraten und hängt irgendwo rum, wo er eigentlich überhaupt nix zu suchen hat. Sprich: Viel zu weit vorne. So kann die Anpassung am Rumpf lediglich mit den patentierten Siemens Lufthaken erfolgen. Es nervt langsam grr Da die zusammengeklebten Spanten 1 und 1a insgesamt 2 Millimeter dick sein werden (zuzüglich zwei Schichten Orlik-Karton), kann ich da aber recht komfortabel so lange dünne Papierstreifen drumherumwickeln, bis das Teil an seinem vorgesehenen Platz gleichmäßigen Halt hat dagegen1

      Das ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um mal wieder die Baustelle zu wechseln. Ich schau' dann mal wieder kurz in Frankreich vorbei auto2

      Gruß,

      Daniel.
    • New

      Hallo zusammen,

      ich habe die P47-Baustelle erstmal eingemottet. Der Funke wollte nicht so richtig überspringen und ich möchte gerade lieber etwas bauen, wo jemand anderes den Betatest schon gemacht hat brüll1

      Ein anderes Flugzeugmodell ist bereits angesägt und macht auch höllischen Spaß. Der inoffizielle Betatest ist durch @Spitfire auf einer österreichischen "Modellbauseite" großartig dokumentiert klasse1 Sobald ich mich in vorzeigbarer Weise über die Kinderkrankheiten in der Konstruktion hinweggebaut habe, geht's mit dem Baubericht los pirat1
      Trotzdem ist das bisher von Fuczeks Thunderbolt-Verbrechen gebaute nicht nutzlos. Ich habe mich in sehr lehrreicher Weise in die Probleme der Konstruktion hereingefuchst und bin so in der Lage, bei der Modelik-Variante mit der sehr schön gealterten Farbgebung einiges besser zu machen, wenn ich irgendwann mal die Nerven für das Ding habe motz1

      Gruß,

      Daniel.