[Wettbewerb 2016] Panzerschiff "Huascar" - Paper Shipwright, 1:250

    • Hallo Kartonmodellbauer,

      nach einem Wochenende, dass eher von anderen Dingen als Kartonmodellbau geprägt war, kann ich endlich weitermachen.

      @Gerhard: Danke für das Lob und den Zuspruch. An dem abgebrochenen Klüverbaum hat mich vor allem fasziniert, dass er auch ohne verkleben nur durch die Abstagungen gehalten hat. Die alten Schiffsbauer haben da ihr Konstruktionshandwerk verstanden!

      @Fritz: Ebenfalls vielen Dank. Die Takelage ist gar nicht so viel umfangreicher als geplant, in der Planskizze sind bloß einige doppelte Stage und Brassen nur einfach dargestellt. Auch das Stag, dass du und Claudia angemahnt hattet, habe ich jetzt einfach weggelassen.

      @Tommi , Ingo, Dieter: Danke. Es freut mich, dass auch meine ausführlichere Darstellung des Baus Anklang findet.

      Weiter geht es mit dem Takeln. Zunächst die 3. Ebene, d.h. die Bramsegel und die dazugehörigen Stage und Pardunen . Das Anbringen der Rahen lief wie schon dargestellt. Zum anbringen der Stage und Pardunen am Fockmast habe ich noch ein Bild vom Bau:

      108) Die Huascar auf meiner Helling beim Takeln des Fockmastes.

      Wie man sieht, hatte ich die Helling etwas hochgelegt. So ließ sich besser arbeiten und die herumbaumelnden losen Takelfäden störten nicht so sehr. Der Stab links im Bild ist oben gespalten und klemmt dort das oberste Stag und die Pardunen des Fockmasts ein. Die werden mit einem separaten Faden mit einem Webleinenstek am Mast verknotet. Das ganze wird mit Sekundenkleber fixiert und überstehende Fäden bündig abgetrennt. Die Methode hatte Peter (ich glaube der wars) im alten Forum mal beschrieben.

      Fertig sieht das dann so aus:

      109) Fertige Takelung des Fockmast

      Weiterhin wurden noch die Klüversegel ergänzt, die bestehen wieder aus gefaltetem Teefilterpapier, ebenso die Fallen für die Klüversegel die ich vorn am Fockmast belegt habe.

      110) Geborgene Klüversegel

      Auf dem Bild 109 sieht man auch ganz gut, dass ich das ganze laufende Gut jeweils mit einer gewissen Zugabe aufgerolltem Tau versehen habe (unten am Fockmast). Das anzubringen war teilweise die fummeligste Aufgabe, da immer durch die Takelage hindurch gearbeitet werden musste. Die Rollen sind teilweise extern hergestellt und später zugefügt, teilweise auch aus dem überstehenden Takelffaden sozusagen vor Ort gerollt.

      Dann wurden noch die fehlenden Blöcke ergänzt (einfach an die passende Stelle geklebt), und dann war die Takelage plötzlich fertig.

      111) und 112) Huascar mit fertiger Takelage



      Damit ist der denke ich schwierigste Teil geschafft, jetzt kommen noch Kleinigkeiten wie Anker und Boote und der Rest Reling.

      Bis dann,
      Jörg
    • Und das alles in 1:250! Sehr saubere Arbeit, wie auch die Makros zeigen. Ich hoffe, das war nicht Dein letztes Segelschiff!

      Woraus besteht Dein Hellingunterbau, ist das eine umgedrehte Holzschachtel oder ein massiver Klotz? Ich arbeite ähnlich "erhöht", wobei ich einen Holzschemel aus dem Baumarkt zweckentfremde.

      Hast Du auch vor, das Schiff "im Wasser" zu zeigen?

      Beste Grüße
      Claudia
    • Hallo Kartonmodellbauer, weiter gehts:

      @ Fritz: danke

      @Claudia: Danke. Der Hellingunterbau ist ein schnöder Holzklotz (Fichtenkantholz 10x10 cm) den ich noch im Keller hatte. Wenn ich mal viel Zeit habe baue ich mir vielleicht etwas schickeres. Über die schlußendliche Darstellung habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber wahrscheinlich belasse ich es beim Standmodell ohne Wasser o.Ä.. Mein letztes Segelschiff bleibt es bestimmt nicht obwohl ich wohl erst mal ein Pause vom Takeln brauche....

      @ Wiwo: Danke. Ich weiß nicht ob es auffällt, aber für die Abstagungen am Bugspriet habe ich 3 verschiedene Fadenstärken benutzt. Vielleicht hätte ich das laufende Gut auch noch etwas dünner wählen können, aber das sind Kleinigkeiten. Die Anregung mit dem Bier weiß ich zu schätzen grins 2

      Heute habe ich nur Kleinigkeiten geschafft: die Anker und den Rest vom Vorschiff. Zunächst wurden die Anker aus dem Bogen ausgestichelt und mit einem Draht als Querstange versehen (Bild 113)

      113) Bau der Anker, die Kartonteile sind schon ausgestichelt und mit Sekundenkleber verstärkt

      Nach Montage der Ankerschaufeln wurden die Anker schwarz gepönt und an Bord befestigt. Danach habe ich zunächst die noch ausstehende Reling am Vorschiff montiert. Bei der Gelegenheit habe ich auch neue Treppengeländer aus Draht spendiert, die alten aus Faden fand ich zu eckig. Anschließend kamen die aus Draht gebogenen Ankerdavits mit den entsprechenden Takeln dran, zum Schluss die Ankerketten. Die Ergebnisse zeigen die folgenden Bilder.



      114)-116) Fertiges Vorschiff mit Ankern, Reling und Ankerdavits

      Ich bin ganz zufrieden, auch wenn das Vorschiff jetzt etwas voll wirkt. Hier bin ich den Vorgaben des Bogens gefolgt (für die Davits habe ich die bogenseitig vorgesehenen Kartonteile als Schablone verwendet).

      Damit verabschiede ich mich bis auf weiteres,

      Beste Grüße,
      Jörg
    • Hallo Kartonmodellbauer,

      ich bin in den letzten Tagen nur recht langsam voran gekommen, hier das Update meiner Tätigkeiten. Es galt die Boote zu bauen und anzubringen. Insgesamt sind das 4 große und ein etwas kleineres Boot. Der Bogen sieht dafür die folgende Konstruktion vor:

      117) - Teile für ein Beiboot

      Das ist glaube ich altbekannt: aus Teil a wird die Hülle geformt, Teil c ist der Boden und Teil d sind die Sitzbänke. Mit Teil b soll offensichtlich das Heck geformt oder verstärkt werden. Der Bau ging mir wie immer bei dieser Art Boote nicht so leicht von der Hand, vor allem weil es keine eindeutige Vorgabe für die Form der Boote und den Einbau des Bodens c gibt. Ich habe die Sitzbänke dann vor dem Ausschneiden mit Sekundenkleber verstärkt und irgendwie die Boote gebaut bekommen (Bild 118)

      118) Fertig geformte und zusammengebaute Boote, noch ohne Ruder

      Hier haben die Boote noch die später abzuschneidende bugseitige Lasche, die die Montage sehr erleichtert.

      Die Boote waren an Davits aufgehängt, für die es im Bogen Kartonteile gibt. Die waren mir zu unförmig, deshalb habe ich Davits aus Draht gebogen und an den passenden Stellen angebracht (Bild 119).

      119) - Bootsdavits auf der Huascar

      Die Querstangen, Fender und Geien (= die schwarzen Fäden an den Davits) sind eine Ergänzung von mir entsprechend den damaligen Gepflogenheiten.

      Die Boote wurden damals an den Davits mit Segeltuchstreifen fixiert. Diese Streifen habe ich aus Kaffeefilterpapier hergestellt. Vor dem Anbringen der Boote wurden diese mit einem Ende schon an den Davits befestigt, ebenso wie die Taue und Blöcke die zum fieren der Boote dienten (Bild 120).

      120) Davit vorbereitet zum Anbringen eines Boots (rechts im Bild, links davon ein schon fertiges Boot)

      Dann wurden Boote an die Fender geklebt und danach mit den "Segeltuch"-Streifen sowie den Tauen fixiert. Das Ergebnis zeigen die folgenden Bilder:

      1219-122) - Beiboote auf der Huascar

      Bei der Gelegenheit hatte ich auch gleich noch die Reling am Achterdeck und den Flaggenstock angebracht.

      Leider muss ich jetzt Schluss machen,
      Beste Grüße,
      Jörg
    • Hallo Jörg,

      klasse Fortschritte! Meinen Glückwunsch zur sehr gelungenen Takelage. Ich fände es schade, wenn du dieses sehr hübsche Modell einfach so lassen würdest. Zumindest ein kleines Podest, am besten mit einer einfachen Wasserdarstellung wäre meiner Meinung nach schon angemessen.

      So, dann noch viel Spaß mit den Restarbeiten!
      Grüße
      Ludwig
    • Hallo Kartonmodellbauer,

      weiter geht es zum abschließenden Akt. Aber zunächst zur Post:

      @Fritz und Kurt: Danke für die Komplimente

      @Ludwig: Ebenfalls danke. Auf deine Anregung hin (und auch Claudias, siehe oben) habe ich mir Gedanken über eine angemessene Unterlage gemacht. Eine Wasserdarstellung wird es nicht geben, das habe ich noch nie gemacht und spare es mir für später auf. Es wird ein Holzpodest, das aber noch nicht ganz fertig ist....

      Die letzten Arbeiten waren dann nicht mehr sehr umfangreich: Noch ein paar Riemen in die Beiboote (die gibt es im Bogen), die Positionslampen an die Brücke und dann die backbordseitigen Relingstützen (die hatte ich weggelassen weil sie doch etwas exponiert sind).

      123) Relingstützen Backbord und Positionslampe

      Dann noch die peruanische Flagge am Heck gesetzt und einen Wimpel an den Mast - hurra, die Huascar ist fertig!

      124) Gesetzte Flaggen





      Weil es so schön ist, hier noch ein paar Übersichtsbilder. Es fehlt noch der endgültige Ständer (die Spanplattenhelling kommt natürlich weg), den werde ich mit den Galeriebildern zeigen.


      125) -127) Einige Gesamtansichten der fertigen Huascar

      Ein kleines Fazit: Zunächst vielen Dank an alle, die meinen Baubericht begleitet haben und mich mit ihren Kommentaren angespornt haben danke1 .

      Der Bogen erlaubt es ein, wie ich finde, attraktives und außergewöhnliches Schiff zu bauen. Dabei gab es wenige Probleme, an einigen Stellen war die Bauanleitung etwas gewöhnungsbedürftig und die Position einiger Kleinteile waren nicht so ganz klar. Unverständlich ist mir das Fehlen der Relingstützen, aber die waren relativ einfach selbst gemacht. Insbesondere der gut baubare Rumpf verdient ein Extralob daumen1 .

      Die große Herausforderung war natürlich die Takelage, es ist mein erster Versuch mit einer Segelschiffstakelage. Leider gibt der Bogen dazu nur rudimentäre Hinweise, auch sonst sind die Informationen zu dem Schiff in dem dargestellten ursprünglichen Bauzustand spärlich. Ich habe deshalb vorhandene Informationen (im wesentlichen ein Seitenriss), Bilder anderer zeitgenössischer Schiffe und mein angelesenes Wissen genutzt (danke u.a. Herr Mondfeld) um eine, wie ich hoffe, plausible Takelage herzustellen. Dabei habe ich aber auch unheimlich viel gelernt.

      Damit kann ich dann diesen Baubericht schließen,

      Beste Grüße,
      Jörg
    • Hallo Jörg,

      deine Huascar sieht richtig klasse aus. Wirklich in allen Details gelungen vom Rumpf bis zur Takelage -wow, das war echt deine erste??
      Da kann man nur beglückwünschen und viel Erfolg für die Abstimmung wünschen..ach und natürlich auf die Galeriebilder gespannt sein. Jetzt wird ja wieder schönes Wetter, da sollten ein paar gute Aufnahmen drin sein.

      Grüße!
      Ludwig
    • moin1 Jörg,

      dein peruanisches Panzerschiff ist der absolute Hammer! Die Takelage ist vom Feinsten. Die Darstellung mit den runtergelassenen Klappen an Bb und den entsprechend gedrehten Turm ist echt klasse.
      ja 2 ja 2 ja 2 prost2
      Liebe Grüße / Best Regards
      Stefan

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      Im Bau:
      MS Esvagt Dana Sondermaßstab 1:160 von der Kartonwerft
      S. M. S. Stettin in der Skagerrakschlacht 31. Mai 1916 - Scratch in 1:250




      Meine fertiggebauten Modelle
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      ...na klar!
    • Hallo Jörg,

      ein klasse Modell ist das geworden, auch ich gratuliere Dir zur Fertigstellung. Bewundernswert (für mich als Langsambauer) ist auch, daß Du dieses außergewöhnliche Schiff in relativ kurzer Zeit so sauber gebaut hast. Dafür ein Extraapplaus.

      Auf die Galeriebilder bin ich auch schon gespannt. Im Moment läge sogar blauer Himmel mit drin.

      Beste Grüße
      Claudia
    • Vielen Dank Euch allen freu 2

      @Ludwig: es war tatsächlich meine erste Segelschiffstakelage. Bei meinen anderen Schiffen habe ich natürlich auch getakelt, aber nicht so umfangreich.

      @ Claudia: Ich baue eigentlich auch eher langsam. In die Bauzeit gehen aber die Zeit für Recherche und für Überlegungen (vor allem zur Takelage) nicht mit ein. Da habe ich schon lange gegrübelt und musste mir einen Ruck geben, endlich anzufangen.

      Beste Grüße,
      Jörg