S.M.S. Baden / HMV / 1:250

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    • S.M.S. Baden / HMV / 1:250

      Hallo liebe Mitbauer, moin1 ,

      meine derzeitige Hauptbaustelle, das ehemalige Großlinienschiff S.M.S. Baden der Kaiserlichen Marine liegt zur Zeit etwas brach, da ich gerade an der Burg Bruneck baue. Wer Interesse hat, wie die so wächst, kann sich gerne hier: KLICK einen Eindruck verschaffen.

      Ich habe den Bau der Baden vor ziemlich genau 1 3/4 Jahren begonnen und immer wieder zwischendurch pausiert. Den größten unterbrechungsfreien Bauabschnitt habe ich während meiner 6 Monate in England gehabt, seit etwa Juli 2015 ist nun nichts mehr weiter gebaut worden.
      Da ich aber absehbar mal wieder weitermachen will, stelle ich den bisher verfassten BB auch hier parallel ein. Alles, was ich zeige, ist somit schon passiert.

      Hoffe, Ihr habt Spaß an dieser Baden.

      Here we go.
    • Ich denke, dass die S.M.S. Baden im Wesentlichen bekannt sein dürfte, dennoch zur Übersicht die wichtigsten Fakten zum Original:

      Bauwerft: Schichau, Danzig
      Kiellegung: 22.01.1914
      Stapellauf: 18.02.1915
      Indienststellung: 18.03.1916

      Länge (KWL): 179,40m über alles: 180,30
      Breite: 30,00m (ohne Topedoschutznetze)
      Tiefgang (max.): 9,39m
      Leistung (max.): 56275 WPS
      Geschwindigkeit: 21,kn
      Beiboote: 10

      Bewaffnung:
      SA 8x SK 38cmL/45
      MA: 16x SK 15cm L/45
      Flak: 2x 8,8cm L/45
      Torpedos: 5x 60cm UW

      Stammbesatzung:
      32 Offiziere, 4 Fähnriche, 33 Decksoffiziere, 1083 Unteroffiziere + Mannschaften
      zusätzliches Personal als Flottenflaggschiff:
      1 Admiral, 17 Offiziere, 9 Decksoffiziere, 75 Unteroffiziere + Mannschaften

      Näheres zum Lebenslauf und weitere Details sind sehr gut bei Wikipedia aufgeführt: KLICK
    • Die S.M.S Baden stellt die letzte Endwicklungsstufe des Linienschiffbaus
      der Kaiserlichen Marine dar und ist letztendlich auch schon die
      Vorläuferin der Bismarck-Klasse der Kriegsmarine gewesen.


      Ich werde für den Bau einen Bogen der überarbeiteten Auflage von 2007
      und den Ätzteilesatz für die Details verwenden. Hatte vor einigen Jahren
      einen der letzten erstanden, glaube ich.
      Zur Unterstützung, was die Ersatzteilebeschaffung angeht, habe ich zusätzlich einen alten Bogen der 1. Auflage im Fundus



      Meine Erkenntnisse (s.o.) und auch weitere Details zum Original werde ich aus der entsprechenden Literatur entnehmen und bin sehr gespannt, wie sie gelingen wird.

    • Es wird nicht weiter verwundern, das es mit der Bodenplatte losgeht.
      Bestehend aus drei Segmenten (Teile 1 - 1b), die mittels acht Klebelaschen (Teile 1d - 1j), also jeweils vier an den Stoßkanten miteinander verbunden werden.
      Habe mir eine alte Glasplatte besorgt, um darauf den Rumpf aufzubauen. Mittig habe ich eine Ausrichtelinie eingezeichnet, um die Mittelachse kontrollieren zu können.
      Die Klebelaschen habe ich außen bereits geschwärzt, um spätere Blitzer direkt auszuschließen. Die beiden runden Ausschnitte sind übrigens für die Aufnahme von zwei kegelförmigen Zapfen des Unterwasserschiffs gedacht, die der Ausrichtung, bzw. Fixierung der beiden Baugruppen zueinander dienen
      sollen.



      Das Spantengerüst besteht aus einem mittigen Längsspant (Teile 2 - 2d) und zwei in Richtung Bug und Heck nach innen laufende seitliche Längsspanten (Teile 2e - 2i).




      Eine ganze Anzahl von Querspanten (Teile 3 - 27) bilden die seitliche Struktur. Wie bei HMV üblich erstrecken sich die Spanten bis in höhere Decks und geben so gleich eine gute Höhenreferenz. Bei der Befestigung der Längsspanten sollte man, wie immer eigentlich, die einzelnen Teile sauber auf der Grundplatte ausrichten, bevor man sie miteinander verbindet.





      Alle Spanten sind vorbereitet, die Längsspanten und die Querspanten 3 - 13 sind bereits montiert. Die restlichen Spanten sind erstmal gesteckt.


    • Anschließend wurden die noch losen Spanten verleimt und unter politischer Bildungsliteratur getrocknet.



      Obwohl zunächst gem. Nummernreihenfolge das Hauptdeck (Teile 28 - 28k) von Heck beginnend dran wären, habe ich zuerst die beiden Streben am Bug
      (Teile 31 - 31a) eingebaut.
      Die Anleitung offeriert zwei Varianten:
      a) Einbau dieser Teile so wie sie sind oder
      b) auf 1mm Karton gezogen.
      Klar wofür ich mich entschieden habe. Die Teile aus dem Bristol herauszuschnitzen hat zwei Skalpellklingen gekostet, aber im Endergebnis wird der Bug ungleich stärker werden. Die Oberkante ist so plan zur Oberkante der Spanten und wird eine super Auflage für das Backdeck bilden.




      Den Reihenfolgentausch habe ich übrigens vorgenommen, da ich natürlich das Spantengerippe noch mit ordentlich Bristol ertüchtigen will.
      Einige Lücken zwischen den Spanten sind mit knapp 5cm für meinen Geschmack deutlich zu groß. Selbst für verdoppelte Decks.

      In diesem Zusammenhang: Die Decks werde ich verdoppeln, dazu habe ich S/W Kopien auf 170gr Papier (Reservematerial, im Bogen enthalten) gezogen, die Klebelaschen inkl. etwas Reservematerial entfernt und und entsprechend bereit gelegt. Das Spantengerippe habe ich zu diesem Zweck immer ganz leicht unterhalb der Linie der Oberkante ausgeschnitten, um höhentechnisch nicht in Probleme rein zu laufen.



      Der folgende Schritt brachte die Einrüstung der Torsionsdämpfer. Der Kollege Klaus (SY190) hat mir damals, zu Beginn meiner zweiten Kartonbauerphase von dieer Ertüchtigungsmethode erzählt und ich habe diese für meine Modelle übernommen - wie ich so sehen durchaus mit Erfolg. Diese Rümpfe sind absolut verzugsfrei!
      Hier das Ergebnis der bisherigen Arbeiten.



      Nicht wundern, dass es so scheint, als ob die Dämpfer teilweise nicht auf der Bodenplatte aufsitzen - das hat seinen Grund - es ist so.
      Ich habe die Höhe leicht unterhalb der Spanthöhe gewählt, da es auf eine perfekte Oberkante ankommt und ich so flexibler angleichen kann. Überstände nach oben würden dem ebenen Deck nicht zuträglich sein. Durch massiven Uhu-Einsatz läuft derselbe entsprechend runter und fixiert die Dämpfer dennoch bombenfest auf der Platte. Im Prinzip ist das Heck nun so ertüchtigt, wie ich mir das vorstelle. Ich freß nen Besen, wenn sich da noch was abhebt ...
    • Insgesamt habe ich grob 4,5 laufende Meter 0,5mm Bristolkarton in nterschiedlichen Höhen eingebaut. Ergebnis wird einer quasi absolut teifer Rumpf sein.
      Hier das nun fertige Spantengerippe der S.M.S. Baden:






      Parallel dazu habe ich die Seitenteile des Hauptdecks (Teile 28a - 28k) vorbereitet und anschließend verdoppelt.


      Hier vor der Verbindung der Ober- und Unterseite. Die Streifen (Teile 29 - 29a und 30 - 30a), die außen liegen, dienen der Formgebung der Kasemmattenwände und sind ihrerseits ebenfalls verdoppelt auszuführen. Teilweise wird dort also vierfache Kartonstärke für saubere Haltbarkeit sorgen.

    • Es folgte die Montage der ersten Decksteile. Das Aussticheln der insgesamt 32 Durchlassöffnungen durch verdoppelten Karton war da schon eher unangenehm für die Hände - aber nicht wirklich schlimm...



      Ich habe vorne begonnen und mich nach achtern vorgearbeitet. Grund ist die Fixierung der vorderen Ecke zwischen zwei Spanten. Die weitere Einpassung in das Spantengerüst folgt dann sozusagen zwingend. Die verdoppelte Auflage für die Seitenführung der Kasematten habe ich aufgeklebt, ehe das Ganze eingebaut wurde. Es folgte dann das Mittelstück auf beiden Seiten, auch hier wurde die Auflage vorher montiert.



      Beim Einbau habe ich natürlich immer wieder mit dem Heckteil gegengeprüft und geschaut, obs passt - und ja - ich bin echt begeistert über die Passgenauigkeit dieses Modells. Wieder einmal!





      Weiter ging es mit der Montage des Achterdecks. Im Deck befinden sich zwei Niedergänge, die entweder durch den Aufdruck einfach so belassen werden können, oder aber versenkt dargestellt werden können. Die beigefügten Teile 149 bilden diese Niedergänge. Ich habe mir eine leichte Abwandlung überlegt, indem ich die Stufen als echte Treppe eingebaut habe. Ein dunkler Tonkarton bildet die Rückwand. Auch wenn man dies mit der Schutzhaube, (Teile 149a) die darüber aufgestellt wird, kaum noch sichtbar sein dürfte, so finde ich es so einfach schöner.





      Die Decksmontage selbst geschah völlig problemlos und das Teil passt wunderbar.

    • Egal, wie gut sich die einzelnen Decksteile aneinander schmiegen, es bleibt doch immer eine unschöne - oder jedenfalls sichtbare Kante. Ich habe wieder auf das bei der S.M.S. Von der Tann und S.M.S. König bewährte Tarnen mit entsprechenden Papierstreifen zurückgegriffen. Dazu einfach einen Scan auf 80gr Papier drucken, das entsprechende Teil etwa von der entsprechenden Stelle entnehmen und auf den Spalt leimen. Ich finde, die Berührungsspalte verschwinden so nahezu.

      Wo?




      Hier:

    • Der nächste größere Schritt waren dann die Kasematten (Teile 32 - 32o und 33 - 33o) , die sich auf dem bereits montierten Hauptdeck wie ein Ring um das Schiff legen und später die 16 15cm Kanonen der MA beherbergen.
      Im Gegensatz zur S.M.S. König, wo die Konstruktion ja einen auf dem Kopf gebauten Block vorsah (man erinnert sich ggf. ...) der komplett zu
      montieren war, wird hier klassisch aufgebaut. Die einzelnen Teile werden beginnend beim Heck (so baue ich sie) in Richtung Bug Stück für Stück montiert.





      Es folgten die weiteren Steuerbord-Kasematten (Teile 32 - 32l) . Beim vordersten Teil mit den Bulleyes habe ich, wie ich es mir mittlerweile angewöhnt habe, mit Proky-Folie hinterklebt, später wird entsprechend mit schwarzem Tonkarton der Raum dahinter verdunkelt.



      Die Backbordseite der Kasematten war an der Reihe. Während ich an Steuerbord erst die Wände montiert hatte und anschließend die Aufnahme der Türme innen eingesetzt habe, bin ich diesmal anders vorgegangen. Ich habe die Aufnahmen erst an die Kasemattenwände gesetzt und dann beginnend am Bug diese Baugruppen montiert.



      Im Ergebnis macht es eigentlich keinen Unterschied, ist aber die deutlich schnellere Möglichkeit, weil man nicht lange herumsortieren muss, beim Einpassen der Aufnahmen auf dem Schiff selbst. Dies wäre meine Empfehlung an etwaige Nachbauer, es auch so zu machen.

    • Der folgende Abend wurde dazu verwendet für das demnächst folgende Oberdeck die Unterfütterung und strukturelle Verstärkung des
      Spantengerüsts einzubauen. Das Spantengerüst hat durch das hin- und herklappen der knickbaren Spantenenden schon etwas gelitten, sodass ich die Spanten dieser Decksebene komplett mit 0,5mm Bristol aufgedoppelt habe.
      Zusätzliche Torsionsdämpfer habe ich diagonal in mir zu groß scheinende Lücken im Vorschiff eingesetzt und beginnend ab der 2. Kasemattenöffnung
      in Richtung Heck eine parallel zum Mittelspant verlaufende zusätzliche Stützspantenreihe eingefügt.
      So denke ich, dass die Oberdecks ein vernünftiges Fundament bekommen.



      Bevor dann das besagte Oberdeck drankommen konnte, wurden die Türme der Mittelartillerie eingebaut.



      Im Vergleich zur Vorgängerklasse, der König-Klasse, die über 14 15cm Geschütze verfügte, wurde bei der Bayern-Klasse, also auch bei der S.M.S. Baden, die Anzahl auf insgesamt 16 erhöht.

      Für Interessierte hier einige technische Details ( aus Koop&Schmolke - Die Linienschiffe der Bayern-Klasse):
      Kaliber: 15cm, L/45
      Rohrlänge: 7100mm
      Seelenrohrlänge: 6710mm (45 Kaliberlängen)
      Rohrgewicht: 5970kg, inkl. Verschluß und Wiege: 5970kg
      Geschoßgewicht: 46kg
      Treibladungsgewicht: 16,6kg
      Mündungsgeschwindigkeit: 890m/s
      Kadenz: 7 Schuß/Minute
      max Reichweite: 19595m bei 30° Rohrerhöhung

      Den auch möglichen Mechanismus zur Höhenrichtung er Rohre habe ich weggelassen. Da die Modelle bei mir eher seltener zum Spielen benutzt werden, besteht hierzu keine Notwendigkeit



      Das Geschütz umfasst eine Hülse (Teile 34 - 34b), die fest im Rumpf verleimt wird und dem Turm die Führung gibt. Der Turm (Teile 35c - 34k) selbst ist ebenfalls ein Zylinder, am Kopf umgeben von einer grauen Manschette, die den sichtbaren Teil darstellt. Oben drauf ein in schwarz gehaltener Turmdeckel schließt den Turm ab. Das Rohr wird, wie üblich aus zwei ineinander geschobenen Zylindern gebaut.






      Das Ganze sitzt etwas tief, hier musste ich bei den folgenden Geschützen schauen, wie ich das zu kompensieren war. Es galt zunächst die erkannte Höhendiskrepanz des Prototygeschützes zu lösen. Die Version, die recht einfach Erfolg zu versprechen scheint, bzw. auch tat war einfach einen Ring von etwa 1,5mm unter den sichtbaren Turmteil zu setzen, damit der Turm einfach nicht so weit in die Führung hineingleitet. Gesagt, getan - so habe ich mir das vorgestellt und es ist optisch genau dasselbe, als ob der Turm auf einer höheren Hülse sitzen würde.



    • Die anderen Hülsen mussten also von vorn herein höher sein, um nicht komplett im Rumpf zu verschwinden. Die erste Möglichkeit, die mir im Kopf rumging, war Graukartonscheiben unterhalb einzusetzen, um sie höher zu stellen, die bedeutend einfachere Idee kam mir dann beim Ausschneiden - warum nicht einfach die Hülse an sich höher machen? Habe also unten etwas Karton stehen lassen.

      So geschah es dann auch.



      Was ich allerdings unterschätzt habe, war der Aufwand des Einpassens der Hülsen in die Löcher. Trotz aller Genauigkeit ist die Aussparung der
      Kasemattenwände teilweise nicht fluchtend mit den Löchern gewesen, so dass ich korrigieren musste. Dank der immerhin 4- fachen Kartonstärke der Decks ein klein wenig mit Druck auf der einen Seite, aber auch mit Fingerspitzengefühl auf der anderen Seite verbunden, um nicht unbeabsichtigt doch irgendetwas zu beschädigen.

      Letztendlich hat's dann doch gepasst und die Geschützführungen warten nun auf ihre Geschütze.

    • Zuerst habe ich eine Vorserie der 15cm Geschütze mit drei Exemplaren gebaut.
      Dabei habe ich einige Modifikationen umgesetzt:

      1. Die Schlitze für die Optiken habe ich ausgestichelt, der Hintergrund, also der Turmzylinder an sich musste dazu natürlich entsprechend geschwärzt werden.



      2. Die Rohre habe ich am hinteren Ende mit Hife eines Kartonstreifens als Widerlager an der hinteren Turmwand verleimt. So will ich verhindern, dass beim etwaigen Drehen das Rohr verbogen wird, bzw. abknickt. Die Türme sitzen recht stramm in den Hülsen, das wäre sozusagen die automatische Folge.






      Im weiteren Verlauf des Abends habe ich die Backbord-Kasematten dann aufgefüllt.



      Dem Tipp eines geschätzten Kollegen folgend, die Rückseite, bzw. Innenseite der Kasematten durch eine Art Blende zu verdecken habe ich umgesetzt, dazu hat ein Stück Reservekarton gedient. Die Höhe von 8mm und eine Länge zwischen 1,7mm und 2,0mm, je nach Ausschnitt der Kasematte waren dazu notwendig.
      Man erkennt es auf der Aufnahme von Steuerbord aus am Besten, im Gegensatz zu den noch offenen Steuerbordkasematten.





      Sodele, auf der Steuerbordseite war der Schritt 1 der Einrüstung der MA auch wieder das Bauen und Einsetzen der 8 Hülsen.
      Im Endergebnis ist das Ganze ähnlich, wie auf der Bb Seite, allerdings waren hier etwas mehr Schnitzarbeiten an den Öffnungen vorzunehmen, um
      die Hülsen stimmig an die Kasemattwände anzupassen.



      Fazit die MA betreffend:
      1. Die Hülsen sind durchweg um 1,5mm zu kurz und müssen länger gebaut werden
      2. Würde empfehlen die Hülsen vor dem Bau der Kasemattwände einzusetzen, das Anpassen stelle ich mir so deutlich einfacher, bzw. korrekturärmer vor.
      3. Den Bau der Kasemattwände habe ich einmal von Heck in Richtung Bug (Steuerbord) und auf der anderen Seite von Bug in Richtung Heck (Backbord) vorgenommen. Der Bau an sich geht bei der zweitgenannten Version deutlich besser von der Hand. Wie weiter oben schon gesagt - optisch kein nennenswerter Unterschied, aber der Weg ist deutlich einfacher, genauer und schneller.


      Als nächstes war dann das Oberdeck dran, ein Part, auf den ich mich ganz besonders gefreut habe, schließt er doch den Rumpf mit Masse nun in wesentlichen Teilen oben ab.
    • Das Oberdeck besteht zunächst natürlich aus den Hauptdeckteilen (Teile 35 - 35a), zusammenzufügen mit zwei Laschen (Teile 35b,c). Auf dem Deck sind später einige in grau gehaltene rechteckige und runde Platten aufzusetzen (Teile 35d- h). Die beiden Kettenbahnen (Teile 35i, j) sind die letzten Teile dieses Abschnitts.
      Da ich bereits beim Achterdeck die Abgänge echt eingebaut habe, wird das Ganze natürlich an der Back genauso umgesetzt. Hierzu sind extra Abgänge vorhanden (4x Teile 149). Der geneigte Nachbauer sollte an die Abgänge denken, in der Anleitung sind sie nicht eingezeichnet, insofern könnte man sie vergessen. Sie anschließend, also nach Decksmontage einzusetzen stelle ich mir schwierig vor.



      Die entsprechenden Ausschnitte waren auszuschneiden, bzw. mit dem Skalpell zu entfernen, alle möglichen Kanten zu färben udn die Unterseite, dort, wo die Kasemattendecken sichtbar sind ebenfalls zu pönen. Auch wenn der Blick von unter eher die Ausnahme sein dürfte - weiße Blitzer gehen einfach nicht.



      Bei der Anprobe des Decks stellte ich bereits daheim im Bugbereich einen Versatz von gut 1mm nach unten fest, den ich mir nicht erklären konnte und der mit Korrekturen an den Spanten selbst auch nicht gut zu beseitigen war. Das hätte bedeutet, ab der roten Linie in Richtung Heck alle Spanten und auch die Kasemattenwände um 1mm abzusenken - unmöglich mit ansprechendem Ergebnis!



      So habe ich mich entschieden diesen Versatz einfach mittels einer 1mm Bristolkartoneinlage zu überbrücken und die so eventuell fehlende Bordwandhöhe später mit einem extra aufzubringenden Wasserpass auszugleichen.
      Als Anhalt diente mir eine auf 80gr gezogene Farbkopie des Decks, daher die deckähnliche Färbung.



      Da, wie weiter oben beschrieben, der Bugbereich von zwei 1mm Stringern geformt wird, habe ich dort etwas operieren müssen, um die Ankerklüsenrohre später durch das dann natürlich sehr dicke Material hindurchführen zu können. Das Einfachste war es, einfach die Bereiche um die Klüsenöffnungen herum entsprechend zu entfernen. Das "neue" Bugteil übernimmt sozusagen die entsprechende Statik.



      Die Ausschnitte für Treppen und besagte Klüsen habe ich so großzügig dimensioniert, dass die Abgänge ganz normal unter das eigentliche Deck gesetzt werden können.




      Danach wurde nun tatsächlich das Oberdeck aufgesetzt. Zuvor habe ich die Niedergänge montiert und noch zwei schwarze Zylinder unter die Kettenschächte gesetzt, um nicht einfach zwei Löcher im Rumpf mit den Ketten zustopfen zu müssen.





      Den Übergang zwischen den Deckteilen habe ich wieder mit Farbkopien auf 80gr Papier kaschiert.
    • Die Bordwände werden in mehreren Schalen um das Schiff gelegt, um die Panzerung dazustellen. Im Endergebnis wird eine 9-fache Kartonwand an der dicksten Stelle den Rumpf umgeben.





      Die Bullaugen habe ich wieder mit Prokyfolie verglast, im Hintergrund schwarzen Tonkarton als Sichtschild in den Rumpf gesetzt.
      Ansonsten lasse ich zur Montage der Bordwände, bzw. des Seitenpanzers nun einfach ein paar Bilder sprechen. Die einzelnen Schichten legen sich quasi Zwiebelschalenförmig nach und nach um die Schiffsflanken.








      Zum Thema Panzerung der Bayern-Klasse im Allgemeinen sei vermerkt, das grob 40% der Konstruktionsverdrängung von der Panzerung stammen. Gem. Koop & Schmolke 11610to insgesamt.
      Hier einige Nahaufnahmen des dann irgendwann fertigen Rumpfs entlang der Deckskante.








      Bis zu diesem Bauzustand (Februar 2015) war die S.M.S. Baden gute 10 Monate (brutto) im Bau.

      Hiermit endet nun erstmal der 1. Abschnitt des BB's, ich werde in Kürze dann mit dem Montieren des Oberdecks und der Aufbauten die Bauarbeiten weiter beschreiben.


      Viel Spaß erstmal soweit. danke 2 danke1


      LG
      Peter
    • Hallo Peter,
      die Verstärkungskur für das Spantengerüst sieht Vertrauens erweckend aus. Da ich eher die polnischen Konstruktionen gewohnt bin, stehe ich den "windigen" Konstruktionen von HMV etwas misstrauisch gegenüber, auch wenn meine Erfahrungen bisher nicht negativ waren. Der rumpf sieht sehr gut aus.
      Viele Grüße
      Gerd
    • Schönen guten Morgen zusammen,

      @Flens, Gerd, Gerhard: vielen Dank! danke1 Die HMV Rumpf-Konstruktionen sind zwar schon deutlich stabiler, als so manche von WHV, aber in der Tat für meinen Geschmack (offensichtlich) noch zu weich. Gibt zwar sehr viele, auch sehr gut gebaute Rümpfe ohne gesonderte Verstärkung - aber ich bin der Meinung: Viel hilft viel! freundlich1

      Weiter gehts.
      Hatte ja die Bauarbeiten bis einschließlich der Fertigstellung des Rumps, bzw. des Stapellaufs hier eingestellt - nun folgen die ersten Aufbauten.

      Das Aufbaudeck kam gem. Bauanleitung als Nächstes dran. Bestehend im Wesentlichen aus den beiden Aufbauwänden und dem Deck an sich ist rein
      handwerklich keine große Herausforderung dabei.





      In Abwandlung zum Bauplan habe ich allerdings die letzte Spantenebene oberhalb abgetrennt und das Decks zum Einen verdoppelt und zum anderen geschlossen aufgesetzt. Im Inneren schirmen wiederum schwarze Tonkartonstreifen die Sicht ab und einige Spantenverstärkungen am Mittelspant und Diagonalverstrebungen, jeweils bestehend aus 1mm Bristol stützen das Deck zusätzlich.



      Und mit montiertem Deck:

    • Danach kam der achtere Lüfteraufbau (Teile 43 - 43g) dran, dicht gefolgt von den Schutzwändern (2x Teile 44 - 44b) der beiden Bordkräne. Die hintere Wand des Lüfteraufbaus schließt sozusagen das gesamte Aufbaudeck nach achtern ab.



      Die beiden seitlich angebrachten Lüfter (Teile 45 - 45a) habe ich nicht eigens abgelichtet, irgendwie vergessen. Sie sind aber da, irgendwo werde ich sie schon noch erwischen...

      Interessanter wurde es dann mit dem achteren Panzerstand, nebst den beiden seitlich davon vorgesehen Oberlichtern.
      Beim Panzerstand habe ich die Sehschlitze rausgestichelt und im Inneren einen schwarzen Tonkartonring vom Deckel herabhängend als Sichtschutz eingebaut. Dabei kam das erste Ätzteil der Baden zum Einsatz, die Treppe rauf zum Panzerstand. Muss ich mich erst wieder dran gewöhnen, ist seit der S.M.S. Von der Tann wieder das erste Mal, das ich nicht mit LC-Teilen baue.







      Die Oberlichter habe ich erstmals mit ebenfalls ausgestichelten Fenstern gebaut. War mir erst nicht sicher ob's wirkt, denke aber, dass sich der Aufwand lohnt und ich so weitermachen werde. Dort in der Ecke wäre es nicht aufgefallen, wenn da was in die Hose gegangen wäre...



    • Den Tagesabschluß bilden die Sockel der vier Türme der schweren Artillerie (Teile 47a, b, c - 50a, b, c). Bin ganz begeitert davon, wie gut eigentlich alle im wesentlichen zusammenpasst. Habe nur besser gefunden, wenn die Sockel dem Grauton des Kasemattendecks entsprochenhätten, dann wäre kein Farbwechsel bei Tum Cäser zu sehen, aber nun gut...



    • Im Gegensatz zum eigentlichen Bogen habe ich beschlossen nicht einfach auf dem Rumpf weiterzubauen, sondern den vorderen Aufbau separat zu fertigen. Dazu hatte ich ja den Ausschnitt, der im Aufbaudeck für die nach oben reichenden Spanten gedacht war geschlossen gelassen und vorher die Spanten entfernt. Das ganze hat den großen Vorteil, dass man von allen Seiten sehr bequem am Werkstück arbeiten kann, ohne immer den ganzen Rumpf hin- und herdrehen zu müssen. Diese Konstruktion ist mir vom WHV her schon immer suspekt gewesen.
      Warum der HMV das so übernommen hat? Keinen Schimmer.
      Ich kann jedenfalls nicht einen Vorteil in den durch die Decks nach oben reichenden Spanten erkennen.

      Genug sinniert, los geht's: Begonnen habe ich mit dem unteren Deck (Teile 52 - 52r, 53) - mit was auch sonst...



      Die Bodenplatte habe ich aus meinem Ersatzbogen entnommen, auf 0,5mm Bristol gezogen und die Aufbauwand außen herumgeleimt. Hat den Effekt, dass sich das Deckshaus absolut nahtlos auf das Aufbaudeck fügt. Das Spantengerüst im Inneren habe ich ebenfalls aus 0,5mm Bristol rekonstruiert und in der Höhe natürlich etwas anpassen müssen. Das Deck (Teil 53) habe ich auf grauen 160gr Karton aufgedoppelt, die seitlich anzubringenden Lüfter folgen, sobald ich den Aufbau auf das Schiff montiert habe. Zum Bau an sich lasse ich einfach mal Bilder sprechen.







      und fertig ist dieser Bauschritt:

    • Im weiteren Bauverlauf hat der Aufbau zunächst die Lüfterlamellen (Teile 54 und 55 a-e) erhalten, die Halter (Teile 52j, k) entsammen den Ätzsatz, die Lamellen sind ganz normal verdoppelter Karton.




      Anschließend folgte der untere Teil des vorderen Schlots, der am achteren Bereich des Aufbaus angeflascht wird.
      Im Inneren sorgt ein Spantengerüst (Teile 58 - 58c) für Halt und Form. Der Mantel besteht aus im Wesentlichen vier Teilen.
      Dem Mantel und einer Klebelasche (Teile 58 d, e), dem runden Anschlussstück (Teile 58f) vorne und dem konischen Anschluss an das Aufbaudeck in Richtung achtern, auf das noch eine Luke aufgesetzt wird.





      Den Schlot selbst umgeben noch die Fußpferde aus dem Ätzsatz. Kurze Anmerkung dazu: die Streben, die im Ätzsatz vorgesehen sind, sind deutlich zu lang. Um das Ganze halbwegs einpassen zu können, musste ich sie auf etwa 1mm Länge kürzen.
      Den Schlot habe ich nach Montage der beiden Lager für die Kranausleger (Teile 56-56c und 57-57c) dann direkt fest verleimt.

    • Danach wurde der Schlot weiter nach oben verlängert. Das Schlotoberteil besteht auch hier aus einem Spantengerüst (Teile 60b, b1, b2, c) das den Mantel (Teil 60, 60a) stützt und in in die genaue Form drückt.





      Der obere Teil besteht aus einem schwarzen Innenschirm (Teil 60d) und insgesamt acht Abgasrohren, die ich frei Schnauze aus Tonkarton einfach
      oben reingesetzt habe. Der Schlot wird sozusagen geöffnet dargestellt . Es würde noch ein entsprechender Steg (Teil 60e) oben drauf kommen, der
      Lack war aber noch zu feucht zur Montage, deshalb folgt der bei nächster Gelegenheit. Der Übergang zwischen beiden Schlotteilen wird durch einen
      schrägen Schirm geschlossen. Unterhalb wäre eigentlich noch ein entsprechenden Gegenstück (Teil 60g), was ich aber weggelassen habe.
      Stattdessen einfach die Untereite zu pönen hat für mich mehr Sinn gemacht.

      Die Fußpferde stammen natürlich, wie auch der besagte Steg aus dem Ätzsatz. Anschließend habe ich die Brückenwand (Teile 59 - 59a) montiert
      und mit den entsprechenden Relingen an ihren Platz gesetzt. Um die Baugruppe abzuschließen fehlen noch allerhand Kleinigkeiten, die dann in der nächsten Sitzung entsprechend fällig sind.
      Hier also erstmal der seinerzeitige Bauzustand aus allen Himmelsrichtungen:





    • Anschließend kamen die jeweils beiden dickeren Dampfpfeifen, gefertigt aus Tonkarton an den Schlot und danach die Relings im Bereich des Brückendecks.



      Danach wurde der vordere Aufbau wurde um ein weiteres Deck erweitert, bzw. um einige Kleinteile ergänzt.
      Habe die Aufbauwand und das Deck der Admiralsbrücke zunächst als eine Baugruppe zusammengesetzt, anschließend aus grauem Tonkarton die nur
      aufgezeichneten Streben plastisch nachempfunden und erst dann das Ganze montiert.
      Dabei habe ich sämtliche Klebelaschen nach oben und unten entfernt, eine Bristolkartonschablone als unteren Boden eingesetzt und ansonsten das
      Ganze stumpf verklebt.





      Nach erfolgter Montage:



      Hatte auch den Ehrgeiz, auch die dünneren Dampfpfeifen mit Kartonröhrchen darzustellen. Dazu habe ich insgesamt sieben 2mm breite Kartonstreifen mit Hilfe eines nassen Pinsels, einer Stecknadel und Weißleim, sowie 1,5 h Zeit versucht in die gewünschte Form zu bringen. Aus den sieben Versuchen sind dann auch immerhin die vier benötigten Teile entstanden. Unterm Strich viel Zeit, aber das wollte ich einfach wissen...

    • Weiter gings mit der nächsten Etage der Admiralsbrücke (Teile 69 - 69c). Die Bauweise ist analog zum drunterliegenden Deck ausgeführt worden.





      Danach habe ich die noch fehlenden Streben unter das bereits bei der letzten Sitzung gebaute Deck gesetzt. Auch wenn man das Ganze auf den ersten Blick nicht sehen wird, finde ich es ein schönes Schmankerl, das sie trotzdem da sind.



      An der Stb Seite des Schlots habe ich dann noch Steigeisen angebracht, die seltsamerweise in der Platine nicht zu finden waren - jedenfalls nicht in ausreichender Anzahl, so dass ich eine LC Leiter in entsprechende Sprossen zerlegt habe. So siehts jetzt aus - die oberste Decksebene ist natürlich noch nicht verleimt.

    • Dicht gefolgt von den Nocks der Admiralsbrücke (Teile 70 und 71),



      und zu guter Letzt vom Bau der Brückenwand der Admiralsbrücke (Teile 72 - 72b).
      Hierbei habe ich mich gefragt, welche Baureihenfolge, oder besser: Montagereihenfolge wohl am sinnvollsten wäre.
      Entweder: erst die Brücke am bereits montierten Deck der Admiralsbrücke festleimen und danach das nächste Deck versuchen einzupassen,
      oder: die Admiralsbrückenwand erst an das oben aufzusetzenden Teil setzen und alles zusammen montieren.
      Im Nachhinein war es sozusagen beinahe zwingend logisch, dass der zweite Weg der richtige war- vorher war ich da aber echt nicht wirklich entschieden, wie ich vorgehen sollte.... kratz1





      Nach der Montage der Relings eine Stellprobe:




      Der Raum des Flottenchefs, so die Bezeichnung in der Teileliste des Ätzsatzes (Teile 73 - 73a) kam nun dran. Die Bauweise ist identisch zu
      den beiden darunter liegenden Räumen.
      Im Anschluss daran hat die gesamte Admiralsbrücke dann den festen Platz auf dem vorderen Decksaufbau erhalten. Im Nachhinein bin ich so froh,
      dass ich nicht, wie in der BA vorgesehen gleich auf dem Rumpf aufgebaut habe, sondern den Aufbau separat belassen habe, so wie es bei der S.M.S.
      König von vornherein geplant ist. Das Hantieren mit den ganzen Modell wäre echt sehr unhandlich gewesen.

      Hier einige EIndrücke. Als Nächstes folgt dann der Panzerstand. Der wäre von der Numerierung her zwar vor der Admiralsbrücke an der Reihe gewesen, so habe ich mir aber etwas Platz zum Arbeiten belassen.



    • Dann habe ich mich zunächst dem vorderen Panzerstand gewidmet. (Teile 66 - 66j) Die Bauweise entspricht etwa der, die auch bei der Von der Tann oder der König zur Anwendung kam.



      Das Einzige, was ich neu dimensionieren musste, war das Dach (Teil 66k), das zwischen der Brückenfront und dem Panzerstand eingesetzt wird. Es
      war auf beiden Seiten etwa 0,5mm zu kurz, so dass es nicht aufgelegen hätte. Habe es einfach auf schwarzen Tonkarton geklebt und dann mit etwas seitlicher Reserve wieder ausgeschnitten.
      Bevor das Ganze fest montiert wurde, habe ich natürlich den Kompaß (Teile 64 - 64c) und das Steuerruder (Teile 65 - 65d) noch eingebaut.
      Zu guter Letzt habe ich die noch fehlenden seitlichen Lüfter (Teile 52 o-r und 52 k-n) gebaut und montiert.





      Nach Montage der Nocks (Nocken?) erst aufgefallen, dass die Gitterstreben unterhalb V-förmig zusammengeklebt gehört hätten...
      nun gut, ließ sich nicht mehr ändern, ohne größere Schäden hervorzurufen, insofern setze ich drauf, dass 95% der Betrachter das
      nicht wissen...






      So Freunde, mit diesem Bauzustand bin ich in meinem Rückblick im April 2015 angekommen. Werde demnächst weiter berichten, mache aber mal einen kleinen "Absatz", damit das zu Lesende keinen erschlägt... les 2 cool2

      Viele Grüße und bis bald!

      Peter
    • Guten Morgen,

      @railgoon: dankesehr für Dein Lob und die redaktionelle Anpassung. Werde es berherzigen. ja 2

      Werde heute mal wieder einen Zeitsprung im Bau meiner Baden reinstellen, damit ich irgendwann mal im jetzigen Ist ankomme.


      Eigentlich wäre anschließend an den vorderen Aufbau der hintere Aufbau mit dem anderen Schlot an der Reihe gewesen, aber irgendwie hat mich der Bau eines der SA Türmeweitaus mehr gereizt. Habe also mit Turm Anton (Teile 88 - 88w) und den beiden seitlich angebrachten Rettungsinseln (2x Teile 92 - 92a) fortgesetzt. Das Ganze war zunächst erstmal der Prototyp, die restlichen Türme folgten später.
      Im Prinzip ist zum Bau nicht allzuviel zu sagen, außer dass ich mit der Turmdecke, bzw. der Montage im vorderen Bereich nur
      mittelmäßig zufrieden bin. Werde bei den drei anderen Türmen hoffentlich etwas cleverer einpassen.

      Die Bauweise entspicht im wesentlichen der Standard-Bauweise, wie sie schon vom WHV von den Dickschiffen bekannt ist. Rückblickend empfand ich allerdings die Derfflinger-Türme als schöner zu bauen.



      Ich habe mich für die Version mit den Fliegersichtzeichen und schwarzen Turmdecken entschieden, da ganz einfach der Rest des Modells diesem Bauzustand am ehesten entspricht. Die Rettungsinseln mit Halteseilen angelascht, was ich mit der bestens bewährten Angelschnur bewerkstelligt habe.



      Und an Bord:

    • Der zweite Turm von Bug aus gesehen war anschließend dran - Turm Bruno (Teile 89 - 89w).
      Rein äußerlich unterscheidet er sich gem. der Farbsystematik der kaiserlichen Marine durch den weißen Ring oben auf der Turmdecke von
      Turm Anton und Turm Dora.

      Ich habe die Bauweise modifiziert, indem ich die Bodenplatte komplett abgetrennt, mit 0,5mm Bristol aufgekoffert und die Außenwand zu einem Ring geformt habe. Die Bodenplatte passt so exakt in den Ring, durch die Dicke der Bodenplatte lässt sich das Ganze hervorragend miteinander verleimen.
      Die Tumdecke habe ich vorne etwa 0,5mm länger lassend ausgeschnitten und den Überstand in grau eingefärbt. So kommt der auf Bildern des Originals
      sichtbare Rand der Bugpanzerung (oder was auch imer das war - evtl einfach nur die Art der Lackierung des Turms...) sehr schön raus.

      Man muss natürlich drauf achten die Rohrhalterungen um den entsprechenden Dickebetrag der Bodenplatte anzupassen, also unten Material zu entfernen.





      Die Endmontage hat gezeigt, dass die bei Turm Anton festgestellten Problemchen durch die Modifikation besterns beseitigt wurden und wurde bei den achteren Türmen auch so umgesetzt.
      Endausgerüstet an Bord:

    • @petcarli: dankesehr! prost2 danke1

      Habe die achteren Türme der schweren Artillerie (Teile 90 - 90w, 91 -91w) im Parallelbau gebaut.
      Die Bauweise war sinngemäß wie bei Turm Bruno bereits beschrieben, ich fand die kleine Abwandlung der Konstruktion hat ganz gut funktioniert
      und lohnte die Wiederholung.





      Der Ring auf Turm Cäsar ist übrigens in Realität ebenfalls nicht über die Kante hinunter ausgeführt worden, wie auf einschlägigen Bildern einwandfrei zu erkennen ist, im Gegensatz zum Turm Cäsar der SMS Bayern. Es liegt durchaus die Vermutung nahe, dass so diese beiden Schiffe
      unterschieden werden sollten und nicht einfach nur die Farbe ausging...

    • Für diejeningen, die etwas mehr zu den Geschützen wissen möchten, hier zunächst einige herausgefilterte Kerndaten aus Koop&Schmolke "Die
      Linienschiffe der Bayern-Klasse, S. 18":

      Durchmesser Rohr: 380mm
      Konstruktionsjahr: 1913
      Rohrlänge: 17100mm (45Cal)
      Seelenrohrlänge: 16110mm
      Anzahl Züge: 100
      Tiefe der Züge: 3,80mm
      Breite der Züge: vorn: 5,74mm, hinten: 7,74mm
      Breite der Felder: vorn: 6,20mm, hinten: 4,20mm
      Rechtsdrall
      Geschoßgewicht: 750kg
      Treibladungsgewicht: 277kg
      V0: 800m/sek
      Reichweite max: 20250m bei 13°
      Feuergeschwindigkeit: 2,5 Schuß/min
      Richtbereich vertikal: vor Umrüstung: +16° - -8°, nach Umrüstung: +20° - -5°

      So, nun aber zum Bau, bzw. den Ergebnissen, hier alle vier Türme im Ensemble:



      und wiederum an Bord:

    • Wie wohl nicht anders zu vermuten ist, ging es nach dem Geschützen nun tatsächlich mit dem achteren Aufbau weiter.
      Das Ganze besteht aus einer Art Deckshaus (Teile 74 - 74e, 75 - 75a, 76 - 76i), dem Schlot und den Plattformen.



      Das Deckshaus war nun der erste Schritt. Die Bauskizze ist ausreichend aufschlussreichend und konnte im Prinzip so umgesetzt werden, nur dass ich, wie schon beim vorderen Aufbau nicht direkt auf den Rumpf aufgebaut habe, sondern mittels der Markierung aus meinem Zweitbogen als Grundplatte das Ganze separat baue.
      Als einzige echte Abwandlung habe ich sowohl den Boden, als auch den Absatz in der Lüfterunterseite mit Karton verstärkt, zum Zweck der besseren Formgebung, weniger aus statischen Erwägungen.
      Hier einfach einige Eindrücke, die den Bau zeigen.





      Streben und Lamellen dran:



      Stellprobe:

    • Der Schlot (Teile 79 – 79l) besteht aus zwei Sektionen, die von der Wölbung her etwas unterschiedlich sind, der untere Part eher in Richtung kreisrund (nicht ganz) der obere schlankere Teil hat eine abgeflachte Ellipsenform. Der Bau an sich ist recht einfach, einfach vorformen, mittels der Klebelasche zu den Tonnen zusammenleimen, die Profilstücke oben und unten einsetzen und den schwarzen Ring oben innen in den Schlot setzen.
      Den Kragen, der den Übergang der beiden Teile bildet, habe ich zunächst auf die untere Sektion montiert und dann den oberen Teil eingesetzt.

      Aus dem Ätzsatz vorher allerdings die Fußpferde drangebaut, Steigeisen aus der Standardleiter – LC – Platine vom HMV herausgeschnitzt und die
      Abblaserohe eingefädelt. Hier musste ich etwas nachbessern, da die Originalen zu dick waren, musste aus meinem grauen Tonkarton etwas dünnere Pfeifen bauen. Macht aber nix.
      Die Relings beendeten die Bauarbeiten an dieser Baugruppe zunächst.





    • Danach galt es den Lüfter (Teile 80 - 80b) und die beiden Scheinwerferplattformen (unten: 81-81a, 82-82e, oben: 83-83a, 84-84e) für den hinteren Aufbau fertigzustellen.

      Die Plattformen an sich sind mittels des Ätzteilesatzes ergänzt worden, aus dem die Relings und die Stützen stammen. Als kleines Guddi habe ich auch hier die Streben auf der Unterseite der Plattformen mit Tonkarton nachempfunden, auch wenn man sie wahrscheinlich nicht sieht, aber falls doch, dann mit Aha-Effekt.






      Der achtere Aufbau ist nun fertiggestellt, dass heißt ich habe, wie oben gesagt, den Lüfter neu gebaut und die schwarze Front, die die Öffnung darstellen soll, durch eine echte Öffnung mit Lamellen ersetzt. Hätte ich mir im Prinzip sparen können, da er durch die Trägerkonstruktion der Scheinwerferplattformen so gut wie verdeckt wird - aber nun gut. Immerhin fällt die eine schief geratene Lamelle so auch nicht mehr auf. Ist mir erst später aufgefallen...



      Durch die Streben, die ich unten unter die Platformen gebaut habe, habe ich dämlicherweise dem Lüfter oben Platz weggenommen, musste also den Lüfter unten ein Tickchen, also etwa 1mm kürzen. Ärgerlich, hätte aber nicht gedacht, dass es so eng zugehen würde...



      Anschließend kamen die ersten Kleinteile an die Reihe, die die nächsten Bauabende ausmachen werden, wie in der Bauanleitung zu erkennen ist.
      Alle möglichen Lüfter, Luken, etc.sind nun fällig. Begonnen habe ich mit den viertelkreisförmigen Gerätekisten (2x Teile 93 - 93d), die an die Barbetten der Türme Bruno und Cäsar angeflanscht sind.



    • Hallo Peter,

      ich sags immer wieder: Schiffchenschnitzer der Güte, wie sie hier in diesem Forum unterwegs sind, sind irgendwie verrückt.

      Aber auf eine sympathische Art verrückt! Diese vielen kleinen Details würden mir den letzten Zahn ziehen. Ich bewundere Eure Ergebnisse immer voller Ehrfurcht!

      Ach ja: Danke!
      Beste Grüße

      von Andy

      Lasst uns (k)leben!
    • Anschließend habe ich erstmal die Persennings um die Relings gesetzt. War teilweise etwas fummelig, ging aber dennoch sehr gut, da ich die Aufbauten noch nicht auf den Rumpf montiert habe und natürlich, weil einer der unbestreitbaren Vorteile der Ätzteile ihre hohe Stabilität ist.

      Zu den Persenning selbst: Bei den Modellen, die ich vorher damit auszustatten hatte, habe ich Transparentpapier genommen, was zwar schon gewissermaßen den Zweck erfüllte, aber nicht so wirklich dem entspricht, was auf Bildern der damaligen Schiffe zu sehen ist.
      Habe also ein wenig nach passendem Material geforscht, Bilder studiert und bin eher durch Zufall über ganz normales gräuliches Recycling Schreibmaschinenpapier gestolpert. Mittel simpler Powerpoint Grafiktools die passenden Maße erzeugt und die Befestigungsösen mittel des Buchstaben "o" in Schriftgröße 2 mit einfachem Zeichenabstand hingebastelt und los gings. Mag täuschen, aber insgesamt sind 1,5m Persenning an den beiden Aufbauten gelandet, hätte ich nie vermutet...
      Ich finde, so passt das deutlich besser, als die Variante bei meiner vdT mit dem Transparentpapier.





      Dann war Kleinteile-Bautag. Ich habe allerhand Lüfter, Staukästen und Luken im Bereich der Barbetten der Türme Bruno und Cäsar gebaut. Muss
      einfach auch gemacht werden, auch wenn das nicht wirklich aufregend ist. Bei Turm Bruno kommen insgesamt vier gebogene Schwanenhalslüfter zur
      Aufstellung (Teile 95 - 95d, 96 - 96b, 97 - 97b, 98 - 98a), während bei Cäsar zwei Lüfter mit Lamellen (Teile 99 - 99f, 100 - 100g) und ein kleiner gebogener Lüfter (Teil 101) montiert werden.

      Eine Reihe von Staukästen (10x Teile 102 - 102c) wird rinfgörmig um beide Barbetten verteilt. Die Deckel habe ich größtenteils geschlossen
      dargestellt und mit Scharnieren und Schlössern versehen.

      Zwei weitere Staukästen landeten gleich hinter Barbette Bruno an der Aufbauwand.

      Hier Barbette/Turm Bruno:






      und Turm Cäsar:

    • @Günther Plath: Ich danke Dir! Schön, dass Du wieder dabei bist! knuddel1

      @Railgoon: irgendwie schon... so ne kleine Macke muss man wohl haben! muhaha1 tanz 2

      Im Zuge der Kleinteileserie bis zum nächsten größeren Bauabschnitt, dem Dreibein-Gefechtsmast, waren zunächst eine Reihe von Oberlichtern (Teile
      87, 104-110), einige Stauschränke (Teile 111) und die Antenneneinspeisungen für die HF Antennen (2x Teile 112 – 112h) zu bauen und zu verteilen. Da zumindest acht verschiedene Teile irgendwo an die Aufbauten zu montieren waren, habe ich diese nun erstmal mit dem Rumpf vermählt und anschließend die Anbauteile eingebaut.

      Ich habe die meisten der Luken und Oberlichter geschlossen gebaut – ist ja kein Ausflugsdampfer - und der Pott war zumindest in Gefechtsbereitschaft…

      Hier die entsprechenden Bereiche im Detail:





      Und mal wieder eine Übersicht: