De Zeven Provincien -Orlogschiff der vereinigten Niederlande 1665- 1:275

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    • De Zeven Provincien -Orlogschiff der vereinigten Niederlande 1665- 1:275

      Hallo Modellbaukollegen,

      demnächst werde ich wohl nach einer ziemlich langen Pause an der Zeven Provincien weiterbauen und muss bis dahin noch den Baubericht wieder herstellen, daher fange ich schonmal an.
      Die Zeven Provincien war eigentich für die diesjährige Goldene Schere gedacht und ich habe auch überlegt, sie in den aktuellen Bericht wieder zu übernehmen, ich werde aber realistisch betrachtet auf keinen Fall fertig bis Mai, deswegen wird's nur ein "normaler" Baubericht. Ich will schließlich nix durch Zeitdruck verschludern...

      De Zeven Provincien


      Ich war im Sommer 2015 in den Niederlanden und Belgien unterwegs und habe bei dieser Gelegenheit auch die Batavia-Werft in Lelystad besucht. Diese Werft zeichnet für die Replika der Batavia verantwortlich und baut seit Ende der Neunziger Jahre an einer Replika der Zeven Provincien.

      Die Zeven Provincien war das Flagschiff des berühmten Admirals Michiel de Ruyter in den Englisch-Niederländischen Kriegen. Mehr zum Schiff werde ich während des Bauberichtes einstreuen.

      Im Shop der Werft konnte man auch eine CD mit einigen Informationen (leider alles in Niederländisch) erwerben, auf der aber auch einige Pläne und Schnittzeichnungen des Schiffes drauf sind. Zusammen mit dem fast unbegrenzten Wissen des Internets werde ich versuchen, das Schiff nicht in 1:1, aber wenigstens in "meinem" Maßstab zu bauen.

      Skelett

      Natürlich existieren zum Schiff nicht wirklich "Originalpläne", da es damals schlicht nicht wirklich Pläne für den Bau solcher Schiffe gab.
      Für die Replika wurden aber Pläne nach historischen Zeichnungen und Bildern (die 7P wurde ziemlich oft gemalt und die Gemälde von u.a Van der Velde sind schon ziemlich exakt und toll anzuschauen!).

      Jedenfalls habe ich einen Spantenriss und diverse Seiten und Schnittzeichnungen, aus denen auf meine bekannte Art und Weise das Skelett des Schiffes entsteht.

      Ich habe diesmal nicht vor, das unsichtbare Innenleben mitzubauen, wie bei der Temeraire, aber zumindest "durchschauen" soll man können. Ich werde also die Decks einziehen und den Längsspant weglassen. Daher wird im ersten Schritt
      nur bis zum unteren Kanonendeck gebaut.

      Es kam auch meine "Helling" wieder zum Einsatz, um ein halbwegs gerades Schiff zu erhalten.


    • Lelystad I

      Von der Zeven Provincien gibt es im Internet einige Modelle zu sehen, an denen ich mich orientieren werde, da die Jungs in Lelystad noch nicht sonderlich weit sind.

      Genau genommen stehen bisher nur die Spanten und einige Schnitzereien, wie der Heckspiegel sind schon fertig -dazu später mehr.
      Erstmal hab ich die Breite des Längsspants professionell gemessen -25cm.
      Das kommt mir sehr entgegen, da das etwa 1mm Materialstärke bei meinem Modell entspricht.

      Man sieht aber auch den Spanten schon ihre typisch holländische Rumpfform an. Sehr platter Boden und ein Bug, der eher breit als spitz ist.


    • Stringer und unteres Kanonendeck

      Ich meinerseits habe nun die Platte für das untere Kanonendeck aufgesetzt und meine übliche Reihe Stringer eingezogen.
      Da das Schiff ziemlich klein ist, reicht hier eine Reihe völlig aus.
      Interessant ist der Knick im Decksverlauf. Es ist nämlich nicht von vorne bis hinten gleich gekrümmt, sondern die letzten paar Meter am Heck verlaufen fast waagerecht zur Wasserlinie. Ich denke, dass das dazu dient, den höher gelegenen "repräsentativen" Räumen mehr Platz zu geben, denn die Decks sind alle sehr sehr flach und man konnte fast nirgends aufrecht stehen.

      Auf das untere Kanonendeck kamen dann die nächsten Spantenteile drauf.
      666kb.com/i/d0a43szu7syvtrq4m.jpg


    • Unterwasserschiff Beplankung

      Was die Rumpfform angeht, find ich die zumindest beim Unterwasserschiff nicht sonderlich elegant. Die breite Bugsektion lässt es irgendwie nicht besonders agil aussehen. Und wenn ich nach dem Beplanken des Unterwasserschiffs beschlossen hätte, den Maßstab zu ändern und eine 1:80 Tjalk draus zu machen, hätte man auch zweimal hinschauen müssen. grins 3
      Aber ja, die Holländer hatten ihre Art, Rümpfe zu bauen und die haben sie einfach etwas "aufgeblasen", wenn mal ein größeres Schiff herauskommen sollte.
      Jedenfalls habe ich das Spantengerüst etwas geschliffen und anschließend mit 2mm breiten Graukartonstreifen geplankt. Als alle Planken drauf waren, wurde eine Schicht Schellack aufgetragen, um später besser schleifen zu können.




      Das war's schon wieder, denn jetzt ist Trocknen angesagt.

      Schönen Sonntagabend noch!
      Ludwig
    • Moin Ludwig,
      da hast Du Dir ja wieder ein interessantes spannendes Projekt vorgenommen. Wünsche Dir viel Erfolg und vor allen Dingen Spaß beim Weiterbau. Ich denke schon, daß Deine Entscheidung richtig war, dich nicht selbst unter Zeitdruck zu setzen. Allein die Takelage wird sicher eine zeitaufwendige Arbeit werden.
      Helmut
    • Die Zeven Provincen - wie geil! Deinen Baubericht schicken wir dann nach Lelystad, damit die Jungs und Mädchen dort mal sehen, wie schnell und dennoch sauber man so ein Schiff bauen kann. grins 3 Ist schon traurig, wie lange die da schon dran rumwerkeln - wenn man sich mal vor Augen hält, wie schnell die Franzosen ihre Hermione fertig hatten...

      Ich bleibe hier auf jeden Fall in der ersten Reihe sitzen und schaue wieder gebannt zu. zwinker2

      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1
    • Hallo zusammen,

      ja es artet langsam echt in Arbeit aus, alles wieder her zu stellen, aber es gibt Licht am Ende des Tunnels..hoffentlich kein Zug.

      Unteres Kanonendeck

      Aufgrund meiner Beschreibung weiter oben gab es damals die Frage, ob mir der Rumpf nicht gefällt...aber was heißt nicht gefallen, es ist halt speziell, dafür ist die Form des Hecks umso eleganter!

      Nunja, weiter gings nun mit der Verkleidung des unteren Kanonendecks und den Stückpforten.




      Die Zeven Provincien war dafür, dass sie eigentlich gar nicht so groß war (46m zwischen den Loten) ziemlich stark bewaffnet. Zum Ende ihrer Laufbahn waren auf dem unteren Kanonendeck 28 Stück 36 Pfünder aufgestellt! Zum Vergleich die viel größere Victory mit 57m zwischen den Loten hatte 30 Stück 32Pfünder im unteren Kanonendeck!

      Für die zukünftigen Kanonenrohre habe ich sehr simple Lafetten in Massenproduktion gebaut. Rundherum habe ich noch alles dunkel gestrichen und die Lafetten wurden natürlich rot, auch wenn ich keine Ahnung habe, ob die damals schon rot waren oder einfach nur holzfarben.
      In diese Lafetten kann ich dann später ganz einfach die Kanonenrohre reinstecken, mein "durchs Schiff Gucken" Effekt bleibt erhalten und wird nicht durch hinterklebte Stückpforten zerstört.


    • Oberes Kanonendeck

      Als nächster Bauabschnitt kam nun der "Deckel" drauf.
      Da das Deck diesmal gepflegt wirken muss und ich die Variante mit einzelnen Planken in diesem Maßstab nicht sauber genug hinbekomme, verwende ich mal wieder meine "Ich male und ritz mir ein Deck"-Variante.

      Dazu habe ich die Deckskonturen inklusive der Aussparungen auf schwarzen 150g/m² Tonkarton übertragen und anschließend parallel zur Kiellinie mit einem grobborstigen Pinsel mehrere Farbschichten aufgebracht, bis mir die Decksfarbe gefallen hat. Die groben Borsten ergeben ein leicht streifiges Muster, das die Holzstruktur etwas andeuten soll.
      Anschließend habe ich mit Skalpell und Lineal etwa alle 1,5mm Breite die Längsfugen meiner Planken eingeritzt. Der Karton wird dabei nicht durchgeritzt, sondern nur die Farbe abgetragen. Auf diese Weise bekommt man sehr schöne dünne Kalfaterungslinien. Danach wurden nach dem "5erMuster" die Querfugen geritzt und schlussendlich mit einer Zirkelspitze die Decksnägel eingestochen. So bin ich vergleichsweise schnell zu einem selbstgemachten Deck gekommen.

      Das wurde dann mittels Schwämmen und Gewichten aufs Graukarton-Grunddeck geklebt.








    • Kanonen Kanonen Kanonen...Kanonen

      So, um das nicht bis zum Schluss aufzusparen, habe ich mit den Kanonen des oberen Kanonendecks begonnen. Da es quasi keine sichtbehinderndenQuerwände gibt, müssen alle komplett gebaut werden.
      Die Zeven Provincien hatte auf dem oberen Deck 14x18Pfünder und 12x12 Pfünder. In meinem Maßstab könnte man die leicht verschieden großen Rohre kaum auseinander halten, deswegen sind bei mir alle etwa gleich groß.

      Die Lafetten habe ich wieder mit meiner Massenproduktions-Variante gebaut.
      Ich schneide mir dazu 3 Streifen, einer ist die Unterseite der Lafetten, die anderen werden in gleich lange Teile geschnitten, die dann die Seitenteile werden. Eigentlich haben diese mehr kleine "Treppen", aber
      ich hab nur 3 "Stufen" dargestellt, sonst wär mir der Graukarton zerfallen.
      Dann kommt ein weiterer schmaler Streifen, der die Vorderseite bildet und noch einen Einschnitt für das Rohr bekommt.
      Die Räder sind 1mm Plastikprofil.




      Die Rohre habe ich aus 0,9cm langen Stücken 1mm Plastik-Rundprofilen hergestellt, die ich nach vorne konisch angeschliffen hab. Zur Darstellung der Mündung habe ich dann wieder ein Stück Drahtisolierung auf die Spitze geklebt. Vor der Bemalung einmal Probestehen an Deck.


      Die Lafetten wurden rot/braun angestrichen, die Rohre waren aus überstrichener Bronze. Ich habe also mit Altbronze grundiert und dann mit einem seidenmatten Schwarz drüberlasiert. Mal sehen, ob ich das so
      lasse oder doch noch etwas Türkis für den "Grünspan" hinzufüge.


      Jetzt reichts mir für heute Abend, muss mal wieder was kleben^^

      Viele Grüße
      Ludwig
    • Hallo Thomas,

      da hast du wohl in die Zukunftsglaskugel geschaut? zwinker2

      Bordwand

      Mit den Kanonen habe ich natürlich ganz schön vorgegriffen, denn erstmal muss ja das Schiff was werden.
      Jedenfalls ging es mit der Bordwand weiter. Bauweise wie gehabt. Leider gibt es (bis auf das Heck) nur eine einzige Querwand -nicht mal das Bugkastell hatte ein Rückwand. Das macht das Formen natürlich etwas schwierig, aber es ging schon.
      Das Heck habe ich diesmal als komplett geschlossene Platte ausgeführt, da es im 17. Jahrhundert noch keine großen Fenstergalerien gab, sondern nur 6 recht kleine Bogenfenster.






      Die Kanonen durften auch schonmal Probe-stehen.
    • Bordwände innen

      Ich habe mich mit den Innenseiten der Bordwände befasst, da eine Schicht Graukarton doch etwas wenig ist. Zuerst habe ich die Wand rotbraun gestrichen und dann aus braun gefärbten schmalen Kartonstreifen die Fortführung der Spanten und eine Art Umrahmung gebaut. Die Trennwand zur großen Kajüte wurde geklinkert und ebenfalls angemalt.
      Danach habe ich zwei langgezogene Dreiecke auf die hintere Bordwand aufgesetzt, um den Abschluss der krawel-beplankten Außenhaut zu erreichen, um vor dem Einbau der Kanonen die Sichtbeplankung aufbringen zu können.




    • Sichtbeplakung I

      Etwas, was den Schiffen aus dieser Zeit eine besonders schöne Linie verleiht, ist der Verlauf der Planken, die zum Heck hin stark geschwungen ansteigen und dem Schiff so eine optische "Dynamik"
      verleihen...fast wie beim modernen Automobildesign, wo fast jeder Wagen eine sportlich ansteigende "Gürtellinie" hat happy1

      Die Zeven Provincien wirkt also schon im Stehen verdammt schnell.

      Wie schon geschrieben, habe ich die darunterliegende Graupappekonstruktion fertig, mit Schellack gehärtet, nochmal drüber geschliffen und die Innenseiten der Stückpforten vorsorglich rot gestrichen.
      Auf diese Unterlage kommt jetzt die Sichtbeplankung aus 1mm breiten 80g Papierstreifen. Erst von oben nach unten bis zur Waserlinie. Dann habe ich mir anhand eines Fotos, dass ich in der Bataviawerft gemacht habe den Plankenverlauf des Unterwasserschiffs improvisiert.
      Nun ist meine 7P "Two Face", die andere Seite kommt demnächst an die Reihe.






    • Sichtplankung II und Stückpforten wiederfinden

      Die zweite Seite hat dann auch nicht lang auf sich warten lassen und es kam dann die Frage aus der Runde, wie ich denn meine Stückpforten wiederfinde, wenn ich doch alles zuklebe.
      HIer kam dann der Vorteil des fehlenden Mittelspants voll zum Tragen, denn man braucht das Schiff einfach nur gegen's Licht zu halten und das Skalpell anzuwenden...




    • Barkhölzer

      ...ein paar kleine Fortschritte habe ich noch zu vermelden.
      Ähnlich wie bei Fritz und seiner Revenge, waren nun auch bei mir die Barkhölzer dran, allerdings nicht so viele, dafür etwas breiter.

      Erst aufgeklebt, um einen durchgehenden Schwung zu erhalten und dann an den Stückpforten wieder ausgeschnitten und kurz drübergeschliffen.




      Außerdem gabs noch den Kiel, den ich nicht extra fotografiert habe.
      Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Zeven Provincien in genau den gleichen Provisoriensständer passt, in dem schon die Flying Dutchman stand.

      Das letzte Bild stellt eine Knobelei dar, denn das werden die nächsten Bauteile.
      Vorschläge, was das sein/werden könnte? Und diese kleine Knobelei habe ich jetzt absichtlich drin gelassen, vielleicht kennt's ja der eine oder andere noch nicht.


      Grüße und einen schönen Abend!
      Ludwig
    • Einrichtung

      Weiter gehts!
      Bei dem gestrigen Rätsel ist die Auflösung: Stühle!
      Tja damit hat leider den Hauptpreisgewonnen..schade für euch!
      Sie sind Teil der Einrichtung der großen Kabine, die ich als nächstes angegangen bin.
      Als Vorbild dient mir dabei die große Kabine der Batavia. Dazu gabs noch einen großen Tisch mit ausgebreiteten Karten und einem Kerzenständer.
      Außerdem noch einige massive Kisten aus 3 Lagen Graukarton mit schwarzen Tonpapierbeschlägen. Mal sehen, vielleicht mache ich noch ein paar
      "Bilder" für die Wände...

      Solche Spielereien machen mir besonders viel Spaß, auch wenn man davon später nurnoch durch die Heckfenster etwas erahnen kann.




    • ..einrichten

      Um zu vermeiden, dass die kleinen Dinger wegkommen, habe ich sie auch gleich eingebaut.

      Vorher musste aber die Kajüte hergerichtet werden. Zunächst mussten die Fenster am Heckspiegel von innen "verglast" werden. Hier stand mir wieder die Batavia als Vorbild bereit. Deren Fenster sind ebenfalls oben rund und wenn man auf dem Foto genau hinsieht, kann man sehen, dass die Scheibe in viele kleine Scheiben unterteilt ist...kleine rhombische Fensterscheiben, die durch Bleibänder zu einem großen Fenster verbunden sind.


      Diesen Effekt habe ich mit einem feinen Schwarzen Gewebe nachgestellt.
      Das war mal die Verpackung für ein Werbegeschenk. Der Inhalt ist längst entsorgt, die Verpackung sorgsam verwahrt zwinker2


      Als die Fenster drin waren, wurde die Rückseite mit einer durchgehenden Bank versehen und dann Tische und Stühle aufgestellt. Zwei der Stühle sind umgefallen, da ich die 7P im Gefecht vor Texel darstellen werde..da kann das in der Hektik schonmal passieren.


    • Kajüte, Knie und Kolderstock

      Weiter ging es noch ein bissl mit der Kajüte. Es wurden noch ein paar Bilder aufgehängt und Balken verbaut.


      Auf der Batavia war zu sehen, dass die Decksbalken durch ziemlich wuchtige "Knie" gehalten werden.


      Diese galt es nun auch noch nachzubilden. Dafür habe ich mir eine kleine Schablone gebaut und dann
      gings ans Ausschneiden, anmalen und ankleben.


      Der Steuerstand mit dem Kolderstock wollte ebenfalls noch gebaut werden.


      De Zeven Provincien hatte nämlich noch kein Steuerrad sondern einen Kolderstock, der über ein Gelenk mit der Ruderpinne ein Deck tiefer verbunden war. Der Mann "am Ruder" konnte damals noch nicht sehen, wo die Reise hin ging und bekam seine Infos von außen! Die kleine Bank an der Trennwand diente wohl zum Draufstellen, so konnte der Hebel für den Matrosen etwas vergrößert werden.
      Außerdem habe ich die Bordwand nach oben mit einem schwarzen Tonkartonstreifen abgeschlossen, denn an der Stelle gibts eine Struktur in der Bordwand und darüber fängt der "geklinkerte" Teil der oberen
      Bordwand an.


    • Grätings, Niedergang, Gangspill

      Weiter ging es mit den Grätings. Die sind Lasercuts und noch von meiner Temeraire übrig. Ich hoffe, dass sie bis zum Schluss reichen, wird nämlich verdammt knapp.
      Außerdem gabs noch einen Niedergang und ein Gangspill nach Originalvorbild recht bunt. Das Gangspillfoto ist diesmal allerdings von der 1:1 Replika eines Ostindienfahrers, die zum Schifffahrtsmuseum in Amsterdam gehört. Diesmal lasse ich die Umrandungen der Grätings "holzfarben".




    • Kanonentakel Zubehör

      So, nun gibt es an Deck kaum noch was zu tun und man könnte die nächsten "Deckel" drauf kleben. Aber da kommt nun das große Aber, nämlich die Kanonen.

      Die sind ja schon soweit vorbereitet, müssen nun aber trotz der vielen noch anstehenden Arbeiten schon an Bord, da ich sonst schlicht nicht mehr dran komme.
      Die Stücke sollen natürlich wieder ordentlich getakelt werden -die sichtbaren komplett und die weniger sichtbaren wenigstens teilweise fürs gute Gewissen.

      Es gilt nun also in 26 winzige Kanonen Löcher für die Brooktaue zu stechen und 48 Kanonentakel zu erzeugen.


      Wie wir an anderer Stelle schon gesehen haben, braucht es für jedes Kanonentakel (3pro Kanone) einen Doppelblock. Meine Drahtisolierungen sind für diesen Fall zu groß und Kartonscheiben zu ungleichmäßig.
      Daher habe ich mich entschieden, meinen Klingeldraht durch geschicktes Biegen in Doppelblöcke zu verwandeln und die "Blöcke" durch Farbtupfer zu füllen.

      Dazu habe ich mir aus Stahl-Bindedraht eine Form gemacht, um die ich dann den Kupferdraht in immer der gleichen Weise drumgewickelt habe, um meine Blockkombo zu erzeugen. Nach dem Biegen wurden die "Blöcke" mit Sekundenkleber fixiert.




      Nach dem Trocknen gings an die Bemalung.
      Hautfarbe (Revell 45 mit etwas grau drin) fürs Seil und ein Braun dessen Nummer ich auf dem Deckel nicht mehr identifizieren kann für die Blöcke.
    • Erste getakelte Kanone

      Ich wurde damals nach meinem Sehhilfenhersteller gefragt. Nun ich baue immernoch ohne Lupe oder Brille. Ich seh noch recht gut, bin aber trotzdem der Meinung, dass man nix bauen muss, was man dann wirklich nicht mehr erkennen kann. Welcher normale Betrachter hat schon immer eine Lupe dabei?

      Na jedenfalls kriecht mein Baufortschritt so vor sich hin und ich habe den ersten getakelten Prototypen meiner Kanonen fertig. Die Backbordseite der Batterie wird komplett ausgefahren und fertig zum
      Gefecht dargestellt. An Steuerbord werde ich dann einige Kanonen "abfeuern", um die Gefechtssituation zu zeigen. Aber erstmal die Backbordseite.

      Die Brooktaue bestehen aus doppeltem verzwirbeltem Klingeldraht, der durch die gestochenen Löcher in der Lafette gefädelt wurde, die Herstellung der Blöcke habe ich schon gezeigt.
      Die Proportionen der Kanone scheinen ganz gut zu passen, da das Rohr schön auf der anderen Seite herausschaut.


    • Backbordbatterie

      Claudia hatte mich dann darauf hingewiesen, dass das Rückholtakel (das in der Mitte) so nicht richtig dargestellt ist, was natürlich stimmt. Beim Einbau der Batterie hatte ich die Info aber noch nicht gelesen und damit erstmal alles "falsch" getakelt. Seid aber unbesorgt, dieser MASSIVE Fehler wurde später korrigiert!
      Dass die vordersten und hintersten Stücke nicht komplett sind liegt daran, dass man sie später nicht mehr sehen können wird und ich mir den Aufwand gespart habe.


    • Steuerbordbatterie

      Nach der in Reih und Glied aufgestellten ersten Batterie kam die zweite an die Reihe.
      Diese ist wie gesagt "in äkchtschn" wie der Tiroler sagt ("ch" wie in Rachen).
      Heißt einige Kanonen sind abgefeuert und damit mit gespannten Brooktauen, einige werden gerade wieder vor gerollt, bei anderen wird
      eben neu gezielt.




      In der Kuhl werde ich jetzt schon ein paar Jungs bei der Arbeit zeigen, weil ich später schlecht dran komme.
      Die letzten Bilder sollen ein Teaser auf das Kommende sein. Ich bin gespannt, ob ich das hinbekomme.


      Damit ist für heute wieder Schluss.
      Bis bald!
      Ludwig
    • Hi Mike,

      thank you, there will be more to look at very soon!

      Erste Runde Crew

      Eine gleichzeitige Breitseite war denke ich eher selten, da es für das Schiff ziemlich belastend war. Daher waren rollende Breitseiten wohl eher die Regel denke ich. Tja und meine Jungs hier schießen auf ein eher weiter entferntes Ziel..jede Kanonen wenn sie fertig ist. Außerdem will ich in dem Zug auch gleich verschiedene Stadien der Kanonenbedienung zeigen.

      Um nicht wieder alles selbst machen zu müssen, habe ich mir ein paar unbemalte Figuren zugelegt.

      Bei Amazon gibt's vom Händler "Archifreunde" unbemalte Figuren aller Maßstäbe. Da ich mit den 1:220 Figuren aus China nicht so ganz zufrieden war und diese auch etwas zu groß sind für meinen Maßstab, habe ich mir zwei 100er Packs von 1:300 Figuren bestellt. Die sind zwar etwas teurer, als die chinesischen Kollegen, dafür sind aber alle Figuren im richtigen Maßstab und qualitativ auch besser. Hat
      sich gelohnt!

      Die Figuren haben nun aber leider in keiner Weise die Posen, die ich brauche und daher mussten alle umgearbeitet werden. Eine Kanonencrew hat bei mir 5 Leute. Drei Kanonen in der Kuhl werden komplett bemannt und die beiden angrenzenden jeweils zur Hälfte. Insgesamt also etwa 20 Figuren für die erste Runde.
      Die Plastik lässt sich etwas biegen, was für gebeugte Knie reicht. Für schwierigere Haltungen mussten Arme und Beine durch kleine Polystyrolstreifen ersetzt werden...
      Zwei Leute schieben die Kanone vorwärts und 3 ziehen an den jeweiligen Seilen, um die Kanone nach vorn zu bringen. Die andere Gruppe hat ihre Kanone schon vorn und einer zielt hinten, während die anderen einen Blick durch die Stückpforte riskieren...
      Was die Farben der Kleidung angeht...damals gab es noch keine richtigen Uniformen für alle und deswegen sehen alle etwas anders aus mit gedeckten Stoffarben und teils weißen Kopfbedeckungen.
      Einige der Blöcke der Kanonentakelung habe ich weggelassen, um die Leute unterbringen zu können.






    • Damals kam die Frage auf, ob die Zeven Provincien wohl genug Besatzung gehabt hat, um beide Breitseiten gleichzeitig bedienen zu können.

      Die Antwort lautet -nein.Wie eigentlich bei allen Sgelkriegsschiffen.

      Laut Wikipedia hatte die Zeven Provincien 420 Mann Besatzung.
      Rechnen wir für jede der 80 Kanonen 5 Leute, kämen wir schon bei 400 raus.
      Ich denke also, dass es nur Jungs für eine Seite gab, denn irgendwer muss ja auch noch den Antrieb bedienen, die Kugeln und Pulver durch die Gegend schleppen etc.
      Außerdem reichen für die Bedienung der großen Stücke keine 5 Mann aus!


      Zum Glück muss ich die nicht alle bauen, das würde ganz schön lange dauern. Ich werde aber dennoch versuchen, real viele Leute an Deck darzustellen, damit man eine Vorstellung bekommt, wie voll es auf so
      einem Schiff war, in das, wie schon geschrieben dauernd Kugeln einschlugen, die wiederum jede Menge Splitter verursacht haben....man möchte lieber nicht dabei gewesen sein.
    • Decks

      Nun geht es ganz bedächtig etwas weiter auf meinem Kahn und zwar mit der nächsten Runde Decks.
      Die Methode ist wieder die selbe wie zuvor -schwarzer Tonkarton wird mit einem grobborstigen Pinsel in Kielrichtung eingestrichen, auf eine passende Graukartonplatte geklebt und die Kalfaterungen eingeritzt.

      Die Aussparungen für die Grätings wurden schon vorher ausgeschnitten, denn auf dem einmal bestrichenen Deck hat man keine Anhaltspunkte mehr für's messen. Sie dienen dann auch gleich als Ausgangspunkte für die Decksplanken.
      Diesmal habe ich die Decks auch etwas durchgebogen, um die Deckswölbung für besseren Wasserablauf darzustellen








    • Bordwände geklinkert

      Jetzt geht es aber weiter nach oben. Der fehlende Teil der Bordwände war an der Reihe. Es gibt für die Farbe des oberen, geklinkerten Bordwandteils mehrere Möglichkeiten. Ich habe schon blau und grün und
      holzfarben gesehen.
      Ich für meinen Teil habe mich für grün entschieden und so wurde mit grünen Tonkartonstreifen geklinkert.
      Das ganze verändert die Silhouette des Schiffchens nochmal enorm.






    • Heck und Seitentaschen

      Letzte Woche habe ich mir tatsächlich mal einen neuen Drucker zugelegt und ihn gleich mal verwendet, um mich an die Heckverzierungen zu begeben.

      So ganz 100%ig stimmen meine geschätzten Fenster nicht mit der Zeichnung überein, deswegen musste ich die Fenstersektion etwa 5% kleiner ausdrucken, als den Rest. Begonnen habe ich dann mit dem Skelett der Seitentaschen, die mich noch etwas beschäftigen werden...Ringsum die "Türmchen" gibt es kleine Bogenfenster. Die sind diesmal nicht verglast, sondern schwarz-glänzend gestrichen und mit einer Lage meines "Fenstergitters" beklebt.

      Das Skelett wird als nächstes grundbeplankt und dann mit seiner Struktur versehen...Dach klinkern usw usf.