HMS Mercury - Fregatte der Enterprize-Klasse, 1778; Shipyard-Modell, 1:72

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    • Hallo Bonden,

      Deine "Fehlerbehebung sieht hervorragend aus!


      Bonden schrieb:

      Nun, Großmast und Besan wollen auch ihre Wanten und Stage, da bin ich noch am Schlagen und Kleeden. Vorher wollte ich noch die Marsplattform am Fockmast draufsetzen, aber das dauert noch. Man glaubt gar nicht, was da so alles ran muss! Die Jungfern für die Vorstengewanten sowie das Geländer sind ja bereits dran, aber das ist noch lange nicht alles. Unter der Plattform baumeln 13 eingebundene Blöcke, die später der Führung des laufenden Gutes dienen; an der hinteren Kante sind zwei Augbolzen mit je einem weiteren Block befestigt. Dann müssen noch an die Jungfern binnenbords eingebundene Kauschen befestigt werden, an denen später die Vorbramwanten befestigt werden. Also noch einiges an Arbeit.
      Ich sehe das Ganze bildlich vor mir und komme kaum aus dem Staunen raus. Wie muss das erst aussehen, wenn Du es uns hier zeigst? Bin schon gespannt! lala1

      Gruß
      Fritz
    • Ahoi allerseits!

      Apropos "das muß englisch sein" etc.: so ging's meiner Mutter, als wir in die Ferien fuhren und mein Vorschoter und ich voller Vorfreude auf rasantes Segeln kauderwelschten. Bei der Auffahrt zum letzten Pass prustet sie los: "Verrückt: seit mindestens zwei Stunden habe ich keeeeiiiiiine Ahnung, wovon ihr eigentlich redet!"

      Auf die Mars und ihre Unterseite freue ich mich auch schon. Vor zu großen Teilen brauchst Du Dich wohl kaum zu fürchten, und selbst wenn es Dir passieren würde, so wäre es rasch erkennbar: einfach, weil dort zu wenig Platz für allzu viele zu große Blöcke wäre.

      Zu den Stagen wiederhole ich gerne, was ich anderswo schon sagte: die sahen vorher schon sehr überzeugend aus; jetzt aber sind sie sogar klasse!

      @Peter: prima! Die andere Hälfte wird sich in den Detailbildern ganz sicher auch erschließen! Mir macht es auch Spaß dazuzulernen bzw. halb verschüttetes (Halb)wissen wieder aufzufrischen und zu verfeinern. Klasse Baubericht, macht auch richtig Spaß, hier zu posten!

      Beste Grüße
      Claudia
    • So, es wird mal wieder Zeit für ein kleines Update. Ich hatte ja berichtet, dass ich noch immer an der Marsplattform des Fockmastes friemele. Nun, die 13 Blöcke, die da an der Unterseite baumeln, sind jetzt dran. Ich möchte heute mal zeigen, wie ich so einen Block dort anbringe, denn die Fachliteratur zeigt zwar, wie es am Ende aussehen soll, verrät aber nicht, wie man da hinkommt.
      Zuerst einmal wurden die Blöcke eingebunden. Dabei achtet man darauf, dass der Stropp und die Schlaufe, die dann später durch den Boden der Plattform gesteckt wird, bei allen Blöcken in etwa die gleiche Länge hat. Ok, geringfügige Abweichungen sind jetzt nicht wirklich schlimm, aber zu groß sollten die Unterschiede nicht sein.
      Die Schlaufe am Ende des Stropps wird durch ein Loch im Boden der Plattform gesteckt und dann oben mit einem Knebel gesichert. Diese Knebel waren in echt konisch geformte Holzstücke mit einer um die Mitte laufenden Rille zur Aufnahme des zu sichernden Taus. An meinem Modell, in dem Maßstab, nehme ich dafür einfach ein sehr kurzes Stück Blumendraht.
      Hier sieht man die Ausgangssitation nach Einbinden des Blocks. Mit der Stecknadel bohre ich die Löcher, mit dem Seitenschneider wird der Blumendraht gehäxelt und die Zange dient dann zum Einschieben des Knebels in die Schlaufe.


      Jetzt fädele ich ein Stück dünnes Garn ein, und zwar erst durch die Schlaufe des Blockstropps und dann beide Enden durch das Nadelöhr.


      Nun kann ich von unten recht einfach die Schlaufe durch das Loch in der Plattform ziehen.


      Oben schaut die Schlaufe nicht wirklich weit heraus; die Blöcke unter der Plattform dürfen nicht zu weit nach unten baumeln. Das Einschieben des Knebels ist so ein kleines Geduldsspiel, welches ich jetzt nicht im Bild festgehalten habe. Fixiert wird das dann mit einem Tropfen Ponal Turbo.
      Im Ergebnis sieht es dann so aus:


      Meine ersten Stropps waren übrigens zu lang und wurden wieder abgerissen, daher sieht der Unterboden etwas derangiert aus. Aber keine Bange - nachdem alle Blöcke dran waren, wurde unten wie oben Farbe angesetzt und alles wieder shipshape gemacht.


      Damit die Matrosen und Seesoldaten, die sich auf der Plattform aufhalten, nicht nach hinten runterfallen, ist zum einen ein Geländer da, zum anderen wird das auch noch mit einem Netz sicherer gemacht. Und so schaut das dann aus:


      Und gleich geht's weiter...


      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1 (09.07.17: Neuigkeiten!)
    • Was ich auf jeden Fall auch noch bauen wollte, bevor ich die Plattform endgültig anbringe, sind die Rahtakel. Sie dienen zum Aufheißen oder Herablassen der Rah. Dazu werden zwei große Doppelblöcke (hier: 6mm, die größten, die ich an diesem Modell verwende) jeweils mit einem sehr langen Stropp eingebunden, an dessen Ende ein Auge gefertigt wird. Dann wird mittels einer Laschung, die durch ein leeres Scheibgatt, welches hier als Stopperklampe dient, das Rahtakel angebracht.
      Klingt jetzt wieder mächtig kompliziert, daher hier die Bilder, da wird deutlich, was gemeint ist:

      Die beiden Blöcke hängen ziemlich dicht unter der Marsplattform, das soll so sein. Wenn ich später (viel später, vermute ich mal... rotwerd1 ) die Fockrah anbringe, wird deutlich, wieso.
      So, und jetzt mal zur Probe die Plattform drauf:


      Und da meine Mannschaft vorbildlich ausgebildet ist, ist sofort einer der Janmaaten aufgeentert und hält nach feindlichen Schiffen Ausschau. So muss Disziplin! daumen1



      Bonden schrieb:

      Dann müssen noch an die Jungfern binnenbords eingebundene Kauschen befestigt werden, an denen später die Vorbramwanten befestigt werden.
      Da hab ich nochmal nachgedacht. Das mache ich später und etwas anders, als ich mir das ursprünglich gedacht habe.
      Jetzt werde ich nochmal gewissenhaft prüfen, was eventuell noch fehlt am Masttop, bevor ich dann die Plattform fest anbringe.


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    • Hallo Bonden,

      wieder einmal sehr schön, wie Du uns das hier zeigst 7und ich habe wieder einmal etwas dazugelernt. Das Gitter hinten in dem Geländer sieht sehr gut aus. Was hast Du dafür genommen? Eine weitere Frage: Vorne auf der Marsplattform finden sich oben und unter kleine kreisförmige Lochmarkierungen? Ich glaube zwar, dass dieses die Ansätze für Hahnepoten sind, doch bin ich da nicht sicher.
      Die Blöcke für die Rahtakel sind ja doch sehr groß. Bisher habe ich noch nichts gefunden, ob es diese auch schon 1690 gab. Aber eigentlich müssten sie da gewesen sein.

      Die Reise, auf die Du uns da schickst, ist schon ganz schön kompliziert. Doch was Du baust ist schon toll! ja 2

      Gruß
      Fritz
    • Danke, Fritz!

      petcarli schrieb:

      Ich glaube zwar, dass dieses die Ansätze für Hahnepoten sind, doch bin ich da nicht sicher.
      Es sind die Löcher für die Hahnepoten, hast du schon richtig geahnt.
      Ich weiß nun grad nicht genau, wie konkret die Rahen Ende des 17. Jahrhunderts befestigt waren; fest steht aber, dass es damals wie zu "meiner" Zeit enorm schwere Rundhölzer waren, die schon ordentlich befestigt sein mussten. Bei der Papegojan (auch 17. Jhd.) lief die Führung der Takel für die Unterrahen noch über das Eselshaupt; die fetten Dreifachblöcke waren mit Haken und Augbolzen an Deck gesichert.
      Wenn ich was genaueres dazu finde, sag ich Bescheid, falls nicht jemand anders die Lösung hat. zwinker2

      petcarli schrieb:

      Die Reise, auf die Du uns da schickst, ist schon ganz schön kompliziert.
      Ich schicke ja niemanden. Aber wer mitkommen will, ist herzlich willkommen. grins 3


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    • Moin Bonden,

      die Fockmars macht einen ganz hervorragenden Eindruck. Was da so alles an Blöcken unten drunter rumbammelt....unglaublich!
      Auch die kleine Reling an der achteren Seite ist wunderbar geworden. Das Netz, so denke ich, wird nochmals in der Befestigung nachgearbeitet? Weil die Ränder so überstehen.
      Das hätte ich schon vorm Einbau auf der Plattform festgeklebt, denn in liegendem Zustand kann man diese kleinen Zacken, die überstehen, am besten glatt kappen.
      Aber das sind extreme Kinkerlitzchen, die Mars sieht prächtig aus! cool1

      lg.
      Tommi
      ....und ab dafür! rollen1
      Vergammelte Werke
    • Ahoi Tommi,

      die Plattform ist ja noch nicht fest, und diese kleinen überstehenden Zacken zeigt einem auch erst das Foto - wie so oft. Das ist aber inzwischen schon korrigiert: Ich hab den äußeren Holm des Geländes sehr dünn mit Ponal Turbo eingestrichen und dann mit einem Zahnstocher leicht rollend die überstehenden Zacken angedrückt. Jetzt sieht es aus wie dort festgebunden - mit so dünnen Tauen, dass man die in diesem Maßstab gar nicht sehen kann. grins 3

      Ach ja, @petcarli Das Netz ist Teil einer dafi-Lieferung, ich hatte noch eine Platine bestellt, die u.a. Finknetzhalterungen beinhaltete, da lag dann ausreichend von diesem Tüll dabei. Ich hab ihn aber vor der montage noch eingefärbt, dieses Persilweiß war mir eindeutig zu grell-sauber. happy 2


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    • @Buddy Danke, Andreas - und diese Arbeit steht mir ja nochmals bei der Marsplattform des Großmastes bevor. Ok, da benötige ich die beiden Blöcke an der hinteren Kante nicht - die sind hier für die Brassen der Fock-Bramrah - die der Bramrah des Großmastes laufen anders. Also nur 13 Blöcke. Ach ja, unter die Plattform des Besanmastes kommen auch noch ein paar Blöcke. grins 3

      So, und alle Kritiker, die da meinen, das hier hätte ja nichts mehr mit Kartonmodellbau zu tun, dürfen sich jetzt aufmerksam das anschauen, was ich jetzt zeige. Alle anderen dürfen natürlich auch gucken. frech 1

      Ich habe heute sensationelle 7 Kartonteile miteinander verbunden! party1


      Das wird die Bramsaling sowie das Eselshaupt für die Bramstenge des Fockmastes.
      Dann habe ich mir diese Stenge auch gleich zurechtgeschliffen. Gepönt wird später, ich wollte heute einfach mal wissen, was mich höhentechnisch insgesamt erwartet. Ok, der Großmast ist mit all seinen Komponenten noch ein Stück höher, aber man bekommt schon ein Gefühl dafür, wie groß des Schiff einmal wird.
      Hier die Bramsaling an ihrem Platz:


      Und hier zwei Bilder in der Gesamtansicht:


      Die Stengen habe ich wieder abgenommen; so kann ich meine große Folie, die im Hintergrund zu sehen ist, wieder als Staubschutz übers Schiffchen decken.

      Mit diesen Eindrücken schließt die Werft wieder für dieses Wochenende. zwinker2


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    • Moin Bonden


      Bonden schrieb:

      So, und alle Kritiker, die da meinen, das hier hätte ja nichts mehr mit Kartonmodellbau zu tun, dürfen sich jetzt aufmerksam das anschauen, was ich jetzt zeige
      Hoffe das bezieht sich nicht auf eine Aussage von mir ängstlich1
      Es ist Kartonmodellbau, (denn das Material ist ja Karton) und was du zeigst, noch einer der besten überhaupt.
      Und nach einer Woche "Fender" Herstellung, wünsche ich mir ich so Teile Böse1
      Aber dazu mehr in Kürze in meinem BB, will deinen hier ja nicht kapern..........
      Es grüßt der
      Helmut
      aus dem Bergischen

      im Bau:
      San Salvador 1:72
      HMS Cleopatra 1:72
    • Wieviel Kanonen hat mein Schiff tatsächlich und wieviel offiziell? Und warum ist das wichtig?

      Jetzt kommt mal wieder eine kleine historische Abhandlung, die erklärt, warum der Bonden mal wieder etwas abreißt und neu baut.

      Das Dumme ist, dass ich das alles schon lange weiß, aber irgendwie verdrängt habe. Also, los geht's:
      Ich habe des öfteren hier geschrieben, dass ich eine 32-Kanonen-Fregatte baue. Stimmt gar nicht. Zählt man alle Geschütze durch, die da jetzt so auf den Decks fein getakelt stehen, kommt man auf 34. Die teilen sich wie folgt auf:
      24 Kanonen 9-Pfünder
      6 Kanonen 3-Pfünder
      4 Karronaden 18-Pfünder
      Die Karronaden sind die kurzen dicken Wummen auf dem Achterdeck; hier nochmal ein Bild:


      Als die Karronaden so in der zweiten Hälfte des 18. Jhd. entwickelt und erstmals an Bord britischer Kriegsschiffe zum Einsatz gebracht wurden, zählte man sie nicht als vollwertige Geschütze. Aus heutiger Sicht unverständlich, konnten sie doch wesentlich größere Geschossgewichte verballern. Allerdings ging das effektiv nur auf relativ geringe Entfernung, gemessen an der bedeutend größeren Reichweite der langen Kanonen. Daher wurden Karronaden zur Bestimmung der Klassifizierung der Kriegsschiffe nicht mitgerechnet. Ebenso keine Berücksichtigung fanden Geschütze, die im Sinne einer Zusatzbewaffnung zu sehen waren, also zum Beispiel sog. Jagdgeschütze im Heck oder im Bug. Das ergibt bei der Mercury folgende Rechnung: Es zählen auf jeden Fall die 24 9-Pfünder auf dem Hauptdeck. Ebenso zählen die vier 3-Pfünder auf dem Achterdeck. Hingegen zählen die beiden 3-Pfünder auf der Back nicht, da sie nicht zur Breitseite dazugehören, sondern vielmehr nach schräg vorn ausgerichtet sind. Auch die später noch auf die bereits vorhandenen Halterungen anzubringenden Drehbassen zählen nicht mit. Rechnet man nun zusammen, ist man bei 28 Kanonen. (Steht übrigens auch auf dem Karton... grins 3 )

      Und warum ist das nun wichtig?
      Es gab durchaus Unterschiede bei der Takelung. Das hängt ganz einfach mit der Tatsache zusammen, dass ein Schiff, welches in der Breitseite 32 oder 38 Geschütze führte, länger und auch schwerer war als eins mit 28 Geschützen; die Rundhölzer waren dicker und schwerer und brauchten daher andere Führungen und Befestigungen. So zum Beispiel auch bei der Aufhängung der Unterrahen von Fock- und Großmast. Bei den Schiffen ab 32 Kanonen wurde diese Rah mittels zweier Rahtakel mit jeweils zweischeibigen Blöcken befestigt. Ich hatte ja ein paar Postings zuvor gezeigt, wie ich die beiden oberen Blöcke eingebunden und mittels langer Stropps am Masttop befestigt habe. An der Rah kommen in diesem Fall ebenfalls zwei zweischeibige Blöcke; dann werden die oberen und unteren mittels Taljen verbunden und die holenden Enden an Deck geführt, wo sie an der Mastbeting befestigt werden.
      Bei kleineren Schiffen wie der Mercury war das etwas anders. Am Masttop wurden lediglich zwei einscheibige Blöcke an langen Stropps befestigt; die Talje wurde dann erst durch den einen Block, dann durch einen in der Mitte der Rah befestigten einscheibigen Block und dann durch den zweiten Block geführt. Beide holenden Enden wurden an Deck geführt, wo sie an beiden Seiten des Mastes je durch ein Takel, bestehend durch einen zweischeibigen oberen und dreischeibigen unteren Block, der an Deck in einen Augbolzen eingehakt war, geschoren und mit mehreren Rundschlägen gesichert wurden. Das ganze nennt man Drehreep.

      So, und nun wisst ihr, warum ich meine beiden hübschen Doppelblöcke wieder runtergenommen habe. Dann wurden zwei Einfachblöcke noch etwas flacher gefeilt, also die Nut zur Aufnahme des Einfassungstaus wurde weggeraspelt, weil diese Blöcke einen Doppelstropp spendiert bekommen. Fertig sieht das so aus:



      Das alles mal Zwei. Danach wurden die beiden Teile so wie zuvor die Rahtakel mit den Doppelblöcken am Masttop befestigt. Das Tau, welches dann später die beiden Blöcke in der oben beschriebenen Weise verbindet, habe ich schon mal durch einen der beiden Blöcke gezogen und auf ein kleines Stück Holz gewickelt. Durch den anderen Block wurde, ebenfalls vor der Anbringung am Mast, ein dünnes Stück Takelgarn gezogen, mit dem ich später das eine Ende des Arbeitstaus ziehen kann. So muss ich mir nicht die Finger brechen beim Versuch, die Fäden durch die dicht unter der Mars sitzenden Blöcke zu fädeln.

      Dann wurde endlich die Marsplattform auf die Saling gesetzt - und diesmal so richtig mit Leim und festmachen. happy 2

      So schaut das jetzt aus:







      Man sieht, dass man von den beiden Blöcken recht wenig sieht. Aber man erkennt auch, dass da auch recht wenig Platz ist, insofern ist es gut, dass da jetzt anstatt der dicken Zweischeibenblöcke nur schmale Einfachblöcke hängen. Und wenn dann irgendwann die Rah rankommt, wird noch deutlicher, warum das so muss und warum vor allem diese Blöcke so weit wie möglich oben, dicht unter der Marsplattform, hängen müssen.


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    • moin,moin Bonden moin1
      Eine Frage hab ich noch zu deinen Kanonentakeln. Du hast die Richttakel direkt in die Ringösen der Bordwand befestigt und nicht mit einem Haken.Wie würdest du bei einem 2mm Block einen Haken anbringen und wie bindest du den Taljenläufer im Blockstrop ein?
      mfG
      Karl
    • @Janmaat
      Ahoi Karl,
      ja, bezüglich der Festmachung der Ladetakel hab ich ein bissel geschummelt und die Blöcke dafür gleich an die Augbolzen für das Broktau geknüppert. Generell wäre das Anbringen eines Hakens kein Problem. Ich hab das jetzt mal schnell probiert. 2-mm-Block, Takelgarn 0,1 mm, Haken von einer der dafi-Platinen. Vielleicht erklären die Bilder sich selbst; ich habe das Tauende durch den Block geschoben, um zu zeigen, dass es funktioniert. zwinker2

      Aber wenn du noch Fragen hast, nur zu. daumen1

      @Klueni Ahoi Tommi, freut mich, wenn dir meine kleine Unterrichtseinheit gefallen hat. verlegen2

      So, kleines Update zum Werftbetrieb.
      Heute wurde der Großmast soweit vorbereitet, dass er eingesetzt werden kann. Dazu mussten an drei verschiedenen Stellen Stroppkragen mit eingebundenen Kauschen gefertigt und angebracht werden, für diverse Stage. Außerdem wurden wieder aus Balsaholz Kalben gefertigt und angebracht.
      Dann wurde der Mast auch schon gesetzt. Wie bereits am Fockmast gezeigt, habe ich dann zuerst den Hanger für die Seitentakel gebaut; anschließend wurde dann das erste Seitentakel hergestellt. Und schon war wieder Feierabend in der Werft. Da ich die Fertigung der genannten Teile ja bereits beim Fockmast ausführlich gezeigt und erläutert habe, erspare ich mir das heute und zeige euch noch zwei Bilder vom derzeitigen Zustand.

      Ob die Werft am kommenden Wochenende wieder arbeitet, ist fraglich... Aber spätestens übernächstes Wochenende geht es hier weiter. happy 2


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    • Moin,moin Bonden
      Das hab ich auch probiert-ABER- mir sind die kleinsten Haken von Dafi noch zu wuchtig. Da ist ja der Haken genauso lang wie der Block.
      Die "Coureur" hat aber nur 6pfd'er .Da ist die Lafette "stolze"15mm lang. Jetzt noch 2 x 2mm-Böcke die erst im hinteren drittel ansetzen-da muss ich wohl auch schummeln. Die Blöcke die an der Lafette sitzen hab ich ja direkt an der Öse befestigt. Ich wollte nur den Block der an der Bordwand sitzt mit Haken ausstatten.Mir kommen die Dafi-Haken etwas zu überproportioniert vor.
      mfG
      Karl
    • Da ich ja nun seit 11 Beiträgen offiziell Kartonmodellbauer bin, fühle ich mich verpflichtet, auch mal wieder was in dieser Richtung zu präsentieren - auch wenn bei uns Segelschiffbauern alles, was oberhalb der Decks passiert, herzlich wenig Kartonteile zu bieten hat. rotwerd1 grins 3

      Es waren mal wieder einige Vorarbeiten nötig; Taue schlagen, Taue kleeden, Jungfern auskeepen und so Sachen eben. Aber es geht jetzt weiter mit dem Großmast. Das zweite Seitentakel habe ich fertig und angebracht, und seit vorhin steht auch das erste Wantenpaar. Auch hier wurde wieder das vorderste Want bis unten durchgekleedet; auch dort bestand die Gefahr des sog. Schamfielens, also des Scheuerns von Segel und Tauwerk, weshalb hier ein besonderer Schutz nötig war.


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    • Ahoi Fritz und Tommi, danke für euer Feedback!

      Heute mal ein klein wenig Takelkunde, vielleicht kann es ja irgendwer gebrauchen. zwinker2

      Zwei Dinge möchte ich gern zeigen. Ich fange an mit dem Zusammenbinden von Tauen und möchte am Beispiel eines Wantpaares die Plattbindselung erläutern. Ich wurde vor einiger Zeit gefragt, was denn das sei.
      Wird irgendwo ein "Auge" gebraucht, also eine feste Tauschlinge, ist dafür sehr häufig eine Plattbindselung gefragt. Dabei wird das Tau in eine Schlaufe, je nach erforderlicher Größe, gelegt und dann die beiden Enden nebeneinander liegend verbunden. Mit einem dünnen Faden, den man zuerst an einer Part befestigt, werden mehrere straffe Rundschläge um beide Tauenden gelegt. Dann wird der Faden zwischen den beiden Enden durchgesteckt und mit zwei Querschlägen, also über die Rundschläge, geführt. Zum Schluss zieht man den Faden mittig straff, mit einem winzigen Tropfen Kleber - ich nehme dafür immer Ponal Turbo - wird er befestigt und dann gekappt.
      Das Bild zeigt oben eine ordentliche Plattbindselung, wie sie auch am Original anzutreffen ist, darunter eine einfache "Verknotung" der beiden Enden - der Unterschied wird, so denke ich, deutlich.


      Dann noch ein wichtiger Hinweis für alle, die sich, wie ich ja bekanntlich auch, für das Kleeden ihrer Wanttaue entscheiden:
      Hier schon mehrfach drauf hingewiesen - das vordere Wanttau wurde komplett gekleedet, alle anderen bis dicht unter die Püttingswurst. Im Schrage-Buch kann man lesen, dass das Maß dabei ca. 0,7 der Masttoplänge war. Ok, wichtig ist - und darum schreibe ich das hier - dass möglichst alle Wanttaue bei ihrer Kleedung die gleiche Länge aufweisen. Und da hab ich beim Fockmast der Mercury nicht aufgepasst! Wie man das eben so macht: Man fertigt bestimmte Teile auf Vorrat. Fockmast, vier Wantpaare auf jeder Seite, ok. Taue schlagen, messen, alle Wantpaare kleeden, mit Plattbindselung einbinden, fertig. Blöd nur, dass ich dabei nicht mitgedacht habe, dass mit jedem Wantpaar, welches um den Masttop gelegt wird, das Gesamtmaß verändert wird. Was ich damit meine? Schaut selbst:


      Ist logisch, gelle? Daher: Besser ist es, sich jedes Wantpaar erst dann zu kleeden, wenn das, welches unmittelbar davor angebracht werden muss, steht. Und dann nach der alten Ingenieurweisheit "Messen ist Wissen" die exakt zu kleedende Strecke ermitteln.
      Am Großmast beachte ich das, und nachdem auf jeder Seite zwei von vier Wantpaaren stehen, schaut das so aus:


      Nun denken wahrscheinlich gleich diejenigen unter euch, die hier meinen Baubericht schon seit einiger Zeit intensiv verfolgen: Oh nein, jetzt reißt er wieder alles am Fockmast ab! Nee, macht er nicht. frech 2 Wenn erst mal die Püttingswanten stehen und Webleinen in die Wante eingeflochten sind, fällt das kaum noch auf - auf dem Foto sieht es viel dramatischer aus als in der Realität. Aber dennoch - man kann sich das ersparen, wenn man von vorn herein entsprechend handelt. happy 2

      So, und bevor ich hier die Werft bis zum kommenden Wochenende schließe, kann ich stolz verkünden, dass heute drei weitere Wantpaare ihren Weg an den Großmast gefunden haben. So schaut's jetzt aus:


      Und somit kommt die Mercury wieder auf ihren Schlafplatz...


      ..und wird fein zugedeckt, auf dass sie nicht einstaube.


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    • Tja Bonden,

      da steckte halt der Teufel im Detail. Das hätte mir eigentlich passieren müssen, doch ist mir bereits vorher schon aufgefallen, dass man hier verflixt aufpassen muss, dass die Kleedung überall im Bereich der Wurst landen muss. Wie man das am besten hinbekommt, ist mir bisher auch ein kleines Rätsel, doch bin ich ja noch nicht ganz so weit!
      Allerdings glaube ich auch, dass es nach Anbringen der Webleinen nicht so sehr auffallen wird!

      Gruß
      Fritz
    • Im Sommer ist bei mir einfach jedes Jahr die Lust am Modellbau im Winterschlaf. Ist komisch, ist aber so. Aber heute war da draußen gefühlt einfach nur Herbst, und plötzlich hatte ich dann Lust, etwas an der Mercury zu machen. Und da ich schon immer mal wissen wollte, wie hoch sie am Ende mal sein wird (also ich weiß es ja, aber ich wollte es auch SEHEN), fertigte ich die Stengen des Großmastes mit allem, was dazu gehört. Und nachdem dann Eselshäupter und Salinge zusammengebaut und die Rundhölzer zurechtgeschliffen waren, wurde alles gestrichen und anschließend probehalber zusammengesteckt und draufgesetzt.
      Ja, das wird schon ein echt großes Schiffchen, wenn es denn irgendwann mal fertig wird...


      Morgen wird es wieder wärmer, dann geht der Winterschlaf weiter... frech 1


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    • Danke, Fritz, und ich habe heute sogar noch ein Tau geschlagen! happy1

      So, und dass jetzt niemand um die Ecke kommt von wegen "ist mir auch gleich aufgefallen...". frech 4 Keiner hat's gesehen - macht aber nix. Also, die Marsplattform am Besan ist nur für das Foto locker draufgelegt worden und noch nicht befestigt. Also macht es auch nix, dass sie falsch herum liegt. frech 1


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    • Ahoi Thomas,

      ja, das ist Kupfer. Kupfer oxidiert mit der Zeit, aber das weißt du ja sicher, und dann bildet sich der sog. Grünspan. Ich habe das dadurch verhindert, indem ich kurz nach der Fertigstellung der Kupferung den Rumpf mit Zapon-Lack gestrichen habe. Beim Ruder, welches ich sozusagen als Probestück zwei Wochen vorher gekupfert und dann erst dann lackiert habe, ist schon ein leichter Hauch von grün zu erkennen.
      Der Zapon-Lack wird den Grünspan nicht gänzlich verhindern, aber er verlangsamt ihn enorm. Das ist ja auch kein Problem, auch im Original blieb die Kupferung nicht lange so schön glänzend - das Meerwasser, Algen und Muscheln setzten den Kupferplatten enorm zu. Aber dafür waren sie ja da - um vor allem den gefürchteten Schiffsbohrwurm vom hölzernen Rumpf fernzuhalten, aber eben auch die anderen dem Holz nicht so abträglichen natürlichen Einflüsse.

      Gruß,

      Bonden


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