HMS Mercury - Fregatte der Enterprize-Klasse, 1778; Shipyard-Modell, 1:72

    • Hallo Bonden

      Nö, ich hatte vielmehr Angst, dass Du planst nichts mehr abzureissen, da hätte ich mir dann doch ernsthaft Sorgen gemacht!

      Hardy schrieb:

      Herzliche Gratulation zum quasi Richtfest!
      Das ist wohl der richtige Ausdruck in diesem Stadium! Ich schliesse mich den Glückwünschen an!
      Sieht einfach umwerfend (nicht wörtlich nehmen) aus!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Denken ist wie googeln, nur krasser denk1

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      Meine versemmelten Werke
    • @Hardy @Peter_H @OBD_76 @petcarli und @Gnost , vielen Dank für die Likes und netten Kommentare!

      Hier muss ja noch einiges berichtet werden:

      Die Vorstenge konnte hinsichtlich des stehenden Gutes zum Abschluss gebracht werden. Alle Pardunen sind dran und auch die beiden Stage. Letztere waren hinsichtlich ihrer Führung recht interessant: Ihr alle erinnert euch selbstverständlich an mein Posting vom 11. Januar 2016, in dem ich schrieb:

      Bonden schrieb:

      Den Bugspriet sieht man ja weiter oben schon mal rumliegen. Aber da war noch ein wenig zu bauen. Das hier sind Teile für die Violine, ein Teil bzw. zwei Teile, welche an das Ende des Bugspriets zu bauen sind.
      Sie sind mit Scheibgatts ausgerüstet und dienen dann später zur Befestigung des Vorstengestags und Vorstengeborgstags.
      Und seitdem fiebert ihr ja täglich dem Tag entgegen, an dem die praktische Anwendung des damals beschriebenen Teils nun endlich gezeigt wird. Unzählige Anfragen per PN gab es ja nur deshalb nicht, weil ihr richtigerweise eingeschätzt habt, dass hier permanentes Nachfragen und Drängeln eher kontraproduktiv wirkt. So habt ihr euch dankenswerterweise in Geduld geübt - und dafür sollt ihr heute belohnt werden.
      Beide Stage werden wie alle bisherigen Stage auch so gefertigt, dass zuerst einmal ein Ende gekleedet und mit einer Stagmaus versehen wird. Dann wird in das Ende ein kleines Auge eingespleißt, das so eng sein muss, dass die Stagmaus da nicht durchrutscht. So erhält man ein großes Auge für das jeweilige Stag. Klingt jetzt viel komplizierter als es ist, siehe hier:


      Das dünnere ist das Vorstengeborgstag. Nun werden beide Stage durch die im Zitat erwähnte Violine geführt. Dann wird in das Ende jeweils ein Violinblock eingebunden. Ein Einfachblock wird an einem Ende mit einem Taljereep und am anderen Ende mit einem Haken bestückt. Neben den Bugspriet wird in den Bug auf jeder Seite ein Augbolzen eingesetzt. Jetzt wird das Taljereep durch die untere Öffnung des Violinblocks, dann durch den Einfachblock und abschließend durch die obere Öffnung des Violinblocks geführt. Den Einfachblock haken wir in den Augbolzen ein, ziehen diese Talje zum Steifsetzen des Stages straff, führen die holende Part durch den Augbolzen und belegen dann die Talje um sich selbst. Und so sieht das dann aus:

      Direkt über Freddys Kopf verläuft das Vorstengeborgstag.

      Und zum Schluss noch eine Gesamtansicht:


      Alles klar soweit? happy 2

      Im Bau: HMS Mercury
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    • So, und das hier (Blick zur Uhr: fast) tagesaktuell:

      Alles wie immer:


      Hmm, da habe ich mich schon ein wenig über mich selbst geärgert. Da blättert und liest man immer und immer wieder im Schrage, und dann übersieht man eben doch etwas.
      Also, worum geht es denn bei diesem Abriss? So wie auch schon eine Etage tiefer für die Fockrah sowie die Großrah müssen auch für die Marsrahen Vorbereitungen zum Befestigen getroffen werden. Auch hier wird das wieder eine Kombination aus Blöcken und Taljen, und auch hier geistert wieder der verwirrend klingende Begriff vom Drehreep über die Helling. An der Rah wird später in der Mitte ein Doppelblock angebracht sein, der dann Drehreep-Block heißt. Seine Partner sind zwei sog. Flachseitenblöcke, die an beiden Seiten des Stengetops mit langen Augstroppen angebracht sind. Diese Flachseitenblöcke heißen so, weil sie schmaler sind als normale Blöcke. Der Platz unmittelbar unter der Saling ist nicht so üppig. Ich zeige euch jetzt die entsprechende Passage an der Fockstenge, an der Großstenge ist es dann im Prinzip identisch.
      Ich feile also zwei Einfachblöcke auf beiden Seiten um einen reichlich halben Millimeter runter. Klingt wenig, ist aber dann echt ein Platzgewinn. Dann werden die hellen Stellen wieder in ein freundliches Eiche-dunkel gebeizt und schließlich in gekleedete Taureste eingefasst. Die Stropps bekommen am anderen Ende ein kleines Auge.


      Warum nun die durchgeschnittenen Taljen auf dem ersten Bild? Nun, die beiden Augstroppen mit den Flachseitenblöcken liegen sehr eng gequetscht unter den Stagen, und da ich sie da nicht mit Gewalt drunter zerren wollte, blieb halt nur das erneute Losmachen der Taljen. Die beiden Vorstengestage hatte ich bereits richtig festgemacht, also mit Leim und so, so dass mir nur diese Variante blieb. Das ist aber völlig unproblematisch, ich muss dann hinterher nur an den Einfachblock am Ende der Talje ein neues Taljereep anbringen und dann wieder Violinblock und Einfachblock wie bereits weiter vorn beschrieben erneut verbinden.
      Durch die Augen der beiden Stroppen wird dann mehrmals ein Tau gezogen, so dass eine kleine Flechtung entsteht. Darüber binde ich dann ebenfalls an jede Längsseite des Stengetopps ein Drehreep an. Das sind Taue, die zuerst durch jeweils eine der beiden Scheiben des Doppelblocks an der Rah und dann durch den jeweiligen Flachseitenblock laufen. Am holenden Ende der Drehreeps werden später Doppelblöcke eingebunden, die dann den oberen Teil der Marsfallen bilden, einer Arbeitstalje, dessen unterer Block auf den Rüstbrettern eingehakt wurde.
      Und so sieht das aus, wenn es fertig ist - also das am Stengetop. Um diesen ganzen theoretischen Kram so richtig begreifbar darzustellen, bedarf es noch ein wenig Zeit; das seht ihr dann, wenn ich beim Anbringen der Marsrahen angekommen bin.


      Zu guter Letzt kam dann noch ein Stagkragen mit einer Leitkausch oberhalb dessen, was da schon alles am Stengetopp angebracht ist. Dieser dient dann der Führung des Großbramstags.

      Wer den Schrage hat, schaut sich dazu Abb. 244 an, die erklärt all das, was ich hier versucht habe zu schildern, mit einer Zeichnung wunderbar.

      Und warum ich letztendlich feststellen musste, dass ich die Stage gar nicht hätte lösen müssen, verrate ich nicht. Und ich habe alles so fotografiert, dass man das auch auf den Bildern nicht wirklich erkennen kann. Mal schauen, ob die Rätselfüchse unter euch die Antwort herausfinden. grins 3

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    • Oh Mann, wenn ich Deine Bemühngen so sehe, bekomme ich arge Zweifel, ob ich die Mercury je. in Angriff nehmen oder dooch nur als Rumpfmodell planen soll.

      Aber dann zeigst Du immer wieder diese Gesamtansichten als Appetizer und dann ruft das kleine Teufelchen in mir: "So etwas muss auch in deiner Vitirne stehen"
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Hallo Bonden,

      da hast Du ja mal wieder ganz schön gewerkelt! So wie ich das sehe hättest Du die Augstroppen auch durch die "Stagaugen" von unten durchziehen können. Allerdings weiß ich nicht, ob sie seitlich zwischen Mastteil und Stag durch zu qetschen waren allerdings sieht es auf dem letzten Bild so aus, als wenn sie eher weiter vorne durch das "Stagauge" gehen.

      Es sieht aber insgesamz ganz gut aus!

      Gruß
      Fritz
    • Ahoi @petcarliFritz, du bist der Lösung nahe, aber noch nicht am Ziel. zwinker2

      @AnobiumPunctatum Tja, was soll ich dazu sagen. Wenn du den Rumpf baust, kannst du noch immer entscheiden, ob du weitermachst. Aber erst mal dahin kommen... zwinker2

      Bei euch beiden und auch bei @Heros und @Classic bedanke ich mich für die Däumchen. daumen1

      So, nach oben geht ja noch was, dann mal los. Die erste Bramstenge wird gesetzt. Ich arbeite mich wieder von hinten nach vorn und beginne also am Besan. Das ist auch die kleinste Bramstenge, und dennoch braucht sie auch viel Zuwendung. Zuerst habe ich das eh schon dünne Hölzchen am oberen Ende noch etwas dünner gefeilt und damit den Stengehummer herausgearbeitet.
      Dann wurden in den Stengehummer zwei Löcher gebohrt, die als Scheibgat später zur Führung des Drehreeps für die Besanbramrah dient.

      Anschließend wurden die Bramwanten hergestellt. An jeder Seite gibt es zwei, also werden sie paarweise aufgelegt. Ein gekleedetes Auge mit einer schmucken Plattbindselung darf auch bei diesen sehr dünnen Tauen nicht fehlen. Geschlagen habe ich sie aus 3 x 0,07mm Polyestergarn. Das entspricht umgerechnet in etwa der Stärke, wie sie im Marquardt angegeben ist. Stärker durften sie auch nicht sein, ansonsten hätten sie nicht durch die Löcher an den Enden der Quersalinge gepasst.
      Und da gab es auch wieder eine kleine, nun schon fast gewohnte Herausforderung: Oben die Notwendigkeit, das Wantpaar mit einem Auge zu versehen, unten müssen an die Enden Kauschen eingebunden werden. Und dazwischen liegen die Löcher der Quersalinge. Klar, ich entscheide mich dafür, die Augen "an Land" zu fertigen, dann das Wantpaar um den Stengetop zu legen, die Enden durch die Salinge fummeln und dann freihändig die Kauschen einbinden. Und nicht zu vergessen: Die Bramwanten weisen noch eine nette Besonderheit auf. Unterhalb des Auges wird noch zwischen die beiden Wanten eine Kausche eingebunden, die später zur Führung der Bramtopnanten benötigt wird.


      Um die Wanten steifzusetzen, habe ich vorschriftsmäßig von hinten an die Marsjungfern Stropps mit Kauschen befestigt. Mit einem Taljereep werden dann die Kausche am Wantende und die im Stropp verbunden, und schon sitzt das Wanttau straff und fest. Aber Vorsicht! Nicht zu doll das Taljereep anziehen, da sich die dünne Stenge schnell gefährlich weit den Zugkräften beugt.
      Ich stelle sehr schnell fest, dass hier mehr Augenmaß gefordert ist als weiter unten. Und was man dabei auch immer bedenken muss: Die dünnen Quersalinge sind auch nur aus Karton, also doppelt vorsichtig sein beim Ziehen.
      Nachdem die Wanten dann ordentlich straff waren und die Stenge noch immer brav eine sehr senkrechte Haltung einnahm, kamen die Pardunen an die Reihe. An jeder Seite eine, und stolz setzte ich diese auf meinem vor kurzem neu konstruierten kleinen Rüstbrett fest.

      Nun fehlte zum vollständigen Glück nur noch das Besanbramstag. Dieses wird nicht wie die unteren Stage mit großem Auge und Stagmaus gefertigt, sondern lediglich mit einem engen, den Stengeumfang umfassenden Auge aufgelegt. Achtern am Großstengetop wurde ein Leitkragen mit Kausche angebracht, durch den dann das Stag zur Marsplattform lief. Auch hier wieder freihändig eine Kausche an das Ende gebunden und diese dann mittels Taljereep mit dem Schenkelstropp im Großmars verbunden und steifgesetzt.


      So, hab ich euch jetzt restlos verwirrt? Ok, hier noch zwei Bilder, die das fertige Ergebnis zeigen:

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    • Hi Bonden,

      was für eine Feststellung. Dahin werde ich kommen, ist alles nur eine Frage der Zeit. Aber zuerst will ich noch an kleineren Modellen üben und auch weiter Erfahrung mit dem Material Karton sammeln.
      tschö1 Christian

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    • Hallo Bonden

      Ich gestehe neidlos ein, dass ich nie bis dahin kommen werde. Ich habe das aber mittlerweile akzeptiert und kann so viel entspannter Deinem wundervollen Werk folgen! Einzigartig!

      Freundliche Grüsse
      Peter
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    • Wie immer danke fürs Daumendrücken! daumen1

      @AnobiumPunctatum Ich bin jedenfalls schon mal jetzt gespannt, wie später mal deine Mercury aussehen wird. zwinker2

      @petcarli Bis wir zum laufenden Gut kommen? Danke für dein Hilfsangebot, aber ich will das gerne alleine schaffen. happy1 zwinker2

      @Peter_H Sag niemals nie! Als ich meine ersten Schreiberschiffchen baute und ein guter Freund meinte, ich solle doch mal was von Shipyard bauen, habe ich nur müde abgewinkt und den Spruch vom Schuster und den Leisten bemüht. zwinker2

      So, heute mal was ganz anderes. also es geht schon um die Mercury, aber ich steige mit euch mal wieder herab aus den Bramwanten an Deck.
      Im Götterforum und zuletzt auch bei Age of Sail kam schon öfters die Diskussion auf, warum die Gangway, also dieser "Laufsteg" an beiden Schiffsseiten vom Achterdeck bugwärts nicht durchgängig bis an das Vordeck reicht. Das sei doch unlogisch, wie solle man denn da hochkommen... Es gibt da durchaus schlüssige Erklärungen, aber die Zweifel haben mir keine Ruhe gelassen, und so suchte ich nochmal alle Belege zusammen, die erläuterten, warum das so war wie es war. Was ich dabei fand: Ja, die originalen Baupläne der für die Schiffsklasse namensgebenden und baugleichen Enterprize zeigen auch, dass diese Gangway nicht durchgängig bis zum Backdeck verlief. Warum auch immer diese Lücke dort war - es muss einen guten, uns leider nicht bekannten Grund geben, warum das so und nicht anders gebaut wurde.

      Aber auf der Suche nach weiteren Belegen wie Fotos vom aus dieser Zeit stammenden Werftmodell der Enterprize im NMM in Greenwich stieß ich auf Bilder vom Modell der Enterprize der Firma Shipyard. Shipyard hatte ja zuerst die Enterprize in 1:96 auf den Markt gebracht, um dann Jahre später mit der Mercury im Prinzip das selbe Modell nochmal, nur mit anderer Galionsfigur und anderem Namen am Heck, herauszubringen. Und da sah ich die Lösung! Aber wieso wurde die nicht auch bei der Mercury angewandt? Also nochmals intensiv die Bauanleitung durchgeschaut, aber genau diese bewusste Stelle spart die ständig aus. Dann aber, auf der Rückseite der Bauanleitung, wo es nochmal viele, zum Großteil sehr kleine Fotos des fertigen Modells gab, erkannte ich mit Hilfe der Lupe, dass auch die Mercury diese Lösung hat.
      Und so blätterte ich nochmal alle Lasercut-Bögen durch, auf der Suche nach bisher ungenutzten Teilen. Da gibt es ja durchaus einige, teilweise, weil ich andere Lösungen gefunden habe, teilweise, weil es da ja noch was zu bauen gibt. Dabei stieß ich dann auf die Teile 34c und 34d, die mich ahnen ließen, dass ich auf einer ganz heißen Spur bin. Ich also wiederum die Bauanleitung durchforstet, aber nirgends wird gezeigt, wo diese Teile hinkommen. Und da stand dann für mich fest, dass das genau meine Teile sind, die ich jetzt benötige.

      So sahen die in unbemaltem Zustand aus, ein Pärchen wurde schon zusammengeklebt:


      Und da ahnt man schon, was das wird - genau:


      Denkbar wäre jetzt noch ein loser Handlauf in Form eines oder zweier Tampen, der von der Vorderkante des Decksbalkens herabbaumelt, aber ich glaube, es geht auch so. verlegen2

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    • Ahoi Fritz,

      ich glaube, es ist ein Trugschluss zu denken, dass diese Gangway in erster Linie dazu da ist, vom Achterdeck auf die Back zu kommen. In erster Linie dient diese doch dazu, allmorgendlich die gestauten Hängematten in die Finkennetze zu stauen. Dass man sie auch genutzt hat, um auf kürzestem Weg vom Achterdeck nach vorn zu kommen, ist dabei sicher ein angenehmer Nebeneffekt. Und betrachten wir es rein praktisch: Wer am vorderen ende der Gangway angekommen ist, greift zu einer der Brampardunen des Fockmastes (die jetzt noch nicht angebracht sind, aber später genau vor dieser Lücke entlanglaufen), hält sich daran fest, tritt auf die Bordwand und macht noch einen großen Schritt, und schon steht er auf dem Vordeck.
      Und wenn Johnny an der vorderen Kanone am Putzen ist und wird an die Fockmarsfallen gerufen, wird er auch nicht erst zurück bis zur Treppe dicht unter der Achterdeckskante laufen, um von da auf die Gangway zu kommen. Ein Fuß auf das Rad von "Jumping Bill" (die Stückmannschaften gaben ihren jeweiligen Geschützen immer Namen), dann eine Hand an die obere der beiden Stufen, den anderen Fuß auf die untere Stufe und schon ist er oben. zwinker2
      Rückwärts ist es sowieso albern, also um deine Frage aufzugreifen, wie man über die Stufen auf den Laufsteg kommt. Warum sollte man diesen Weg nehmen müssen? Ist man in der Kuhl zugange und muss an die Finkennetze, führt der Weg über die kleine Leiter am achterlichen Ende der Kuhl, und wenn wirklich ganz vorn an den Netzen etwas zu tun ist, geht der Weg retour so, wie ich es eben beschrieben habe, also Festhalten an der Pardune, und schon ist man da. zwinker2

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    • Ahoi Mr. Bonden,

      ich bin bei der Gangway skeptisch. Shipyard hat sie auch im Plansatz so dargestellt, wie im Modell. Mir erschließt sich allerdings der Sinn dieser Unterbrechung nicht. Warum lässt man diese Lücke und bringt dort nicht eine zweite Treppe an, die im Gefechtsfall wird diese wie auch die Schotts einfach wegggstaut wird. Das einzige Argument wären die Stufen, die Du angebracht hast, doch zieht das meiner Meinung nach nicht.

      Ich habe mir mal meiner Unterlagen zur HMS Triton, einem anderem 6th rate der gleichen Epoche angeschaut. Dort wird die Gangway durchgehend gezeichnet. Es gibt mehrere zeitgenössiche Modelle, die die Darstellung der durchgehende Gangway bestätigen.

      Ich wollte gerade auf Senden drücken, da habe ich doch noch etwas anderes gefunden: es gibt in der Collection des NMM ein Modell einer Amazon class frigate, welches die Shipyarddarstellung zeigt
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Das Thema mit der nicht durchgängigen Gangway lässt mir einfach keine Ruhe. Und nun glaube ich auch, die Lösung gefunden zu haben: Die These, dass die Gangway in erster Linie ein Laufsteg vom Achterdeck auf die Back und zurück ist, halte ich, wie bereits oben geschrieben, für falsch. In erster Linie dient sie ja wohl dazu, das allmorgendliche Ritual des Hängemattenstauens zu realisieren.

      Und schaut man sich die Mercury genau an, sieht man an sich gleich, warum die Finknetze nicht bis an die Back reichen: Dann würde man nur unter erschwerten Bedingungen an die Taljereeps der Vorbrampardunen kommen.

      Im Bau: HMS Mercury
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    • Mensch, was seid ihr für Tüftler! oh1

      Wahrscheinlich entstehen nur so Megaspitzenmodelle. Was Bonden uns hier zeigt, ist der Modellbauhimmel schlechthin. Mir fällt wirklich keine Kategorie ein, die diesem Detailwissen und hohen Schule des Modellbaus nahe kommt.
      Sensationell!

      klasse1 klasse1 klasse1
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum