HMS Mercury - Fregatte der Enterprize-Klasse, 1778; Shipyard-Modell, 1:72

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    • Hallo Bonden,

      das ist feinster Modellbau! Die Fockwanten sehen erstklassig aus! beifall 1 ja 2 ja 1

      Übrigens bin ich auch der Meinung, dass die Jungfern nicht unbedingt "in Linie" stehen müssen. Schließlich sind sie die Spannvorrichtung für den Mast und dieser wird sicher immer an die Gegebenheiten und Belastungen angepasst. Es scheint fast unmöglich, dass die Jungfern exakt in gleicher Höhe stehen. Ich denke, dass ist eher "Modellbaustandard", hat aber nichts mit der Realität zu tun.

      Nachtrag: auf deinen Bildern (Fotogalerie) von der "Seute Deern" und der "HMS Victory" ist das sogar deutlich zu sehen.
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • @Peter_H Danke für deinen netten Kommentar. Mein größtes Problem in Verbindung mit Mespelbrunn ist derzeit, wie ich die Mercury heil dort hin und auch wieder zurück bekomme. Ich finde eine Lösung, das hab ich mir fest vorgenommen. zwinker2 (Weil, wenn nicht, muss sie leider zu Hause bleiben, und die Papegojan reist allein mit mir...)

      @Klueni Danke, Tommi - da sind wir uns ja mal wieder einig! high five1

      @petcarli Auch an dich ein Dankeschön - und hier die Antwort auf deine Frage:


      Jetzt wird sicher deutlich, welche Freude das auslöst, wenn ausgerechnet dahinter was passiert... grr
      (Gemeint ist natürlich ein großer Anker, kein kleiner anker. frech 1 )

      @Buddy Ahoi Andreas, auch über dein Lob freue ich mich. Und was die Jungfernhöhe anbelangt, sind wir völlig einer Meinung - und nicht nur wir, denn ich beziehe mich hier ausdrücklich auf ein Posting von Claudia, die den Nagel auf den Kopf getroffen hat:

      Claudia wrote:

      Noch was zu den gleichlangen Taljen (was Du aber natürlich weißt!): die Vorstellung von schön gleichlangen Taljen an den Rüsten ist Modellbau-Ästhetik. Man kann sich heute kaum mehr vorstellen, wie nervig dieses Naturfaserzeugs war: wenn die Wanten nass warn, hingen sie durch und mussten nachgespannt werden. Trockneten sie, zogen sie sich wieder zusammen und spannten extrem, mussten also wieder gelöst werden. Ja, sogar das Herumschwanken in der Flaute tat dem Tauwerk nicht gut: Zug - Lose – Zug – Lose … Natürlich reckten sich die Wanten und Pardunen nicht alle gleich, also waren dann auch die Taljen nicht schön ausgerichtet. Aber sooo realitätsnahe muß es ja nicht sein.

      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1
    • Klueni wrote:

      Bonden's 3mastige "oide Fregadde" HMS Mercury weist vorn pro Webleine allein 8 Knoten auf.....das macht bei ungefähr gleicher Höhe allein für den Fock-Untermast 560 Knoten. Der Großmast hat, wie ich zähle 9 Wanten, macht allein für den Untermasten 630 Knoten. Der Besan zählt 5 Wanten,
      macht 350 Knoten.
      Zusammen mit allen Mars- und Bramwanten kommen also ungefähr 2500 Knoten zusammen ......Mahlzeit... ..
      @Klueni, du alter Miesmacher, ich hab mal nachgeprüft: Ich komme mal grad auf 1.790.

      Ist 'ne Kleinigkeit. grins 3

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    • Mal wieder ein kleines Update von meiner Werft:

      Am vorigen Wochenende wurden die ersten beide Stagmäuse gebaut. Für alle neuen Zuschauer und speziell die Landlubber nochmal kurz die Erklärung, was das ist: Die Stage sind die Taue, die die Masten in der Längsrichtung stützen. Sie gehören wie die Wanten zum stehenden Gut. Bei Segelschiffen aus "meiner" Zeit und in der Größe meiner Mercury hatten der Fockmast und der Großmast zwei Stage, das Fock- bzw. Großstag sowie das Fockborg- bzw. Großborgstag. Das Borgstag diente dabei der Unterstützung des Hauptstages und war aus etwas dünnerem Tau. Beide Stage werden jeweils um den Masttop gelegt, also das obere Ende des Untermastes, da wo auch schon die Wanten, also die seitlichen Verstrebungen für den Mast, angebracht sind. Wie nun die Stage befestigen? Dazu wird an das obere Ende ein Auge gespleißt, durch das das Stagtau passt. Damit sich nun das Auge nicht zuzieht, wurde auf das Stag die sog. Stagmaus gesetzt. Der Modellbauer kennt da die verschiedensten Tricks, um so eine Maus zu bauen. Ich habe mir eine dicke Holzperle gebaut, aus einem Birne-Rundstab. Die wurde dann auf das gekleedete Stagtau gezogen, an der richtigen Stelle fixiert und dann mittels meiner Kleedemaschine mit Tau umwickelt:




      Und so sieht das dann fertig aus:


      An das andere Ende des Stages kommt nun eine Herzkausche, als Gegenstück zur offenen Herzkausche des Stagkragens. Um die exakte Stelle zu ermitteln, an die die Herzkausche kommt, habe ich zuerst einmal den Stagkragen am Bugspriet befestigt. (Die Herstellung der beiden Stagkragen für den Fockmast habe ich hier gezeigt.) Dann wurde mittels eines dünnes Stücks Tau, welches ich an der offenen Herzkausche befestigte, der Stagkragen provisorisch steif gesetzt, indem ich das andere Tauende straff um den Masttop des Fockmastes wickelte. Nun wurde das Stag um den Masttop gelegt und straff in Richtung Stagkragen gezogen. Nun konnte ich mit einer kleinen Klammer die Stelle markieren, an die die Herzkausche kommen soll. Letztendlich muss man ein bissel probieren und sollte die Kausche auch nicht gleich beim ersten Versuch am Tau festkleben. Als ungefähren Richtwert habe ich für den Abstand Unterkante der oberen Kausche zur Oberkante der unteren das Zweifache des Kauschendurchmessers genommen.
      Das klingt jetzt komplizierter als es ist - die Bilder zeigen gleich, wie es aussieht.
      Zuerst möchte ich aber noch zeigen, wie ich die Kausche am anderen Ende des Stags anbringe. Habe ich die richtige Stelle ermittelt, fixiere ich das Tau mit einem Tropfen Ponal Turbo. Dann wird das Tau straff um die Kausche gelegt und mit einer sog. Flachbindselung eingebunden. Um dies ordentlich machen zu können, befestige ich zuerst mal meine Dritte Hand an der Tischkante. Dann kommt in eine der Klemmen die Kausche, geschützt mit einem kleinen Stück Karton, um das Holz nicht zu zerkratzen. die beiden anderen Enden kommen in die andere Klemme. Nun kann ich in aller Ruhe mit dünnem Garn die beiden Enden mit fünf bis sechs Rundschlägen zusammenbinden, und zwar so, dass sie immer brav nebeneinander bleiben. Zuletzt mache ich noch zwei Querschläge; dazu fädele ich den Faden in eine Nadel ein, um zwischen die nun ja eng aneinanderliegenden Taue zu kommen. Dann wieder mit einem Tröpfchen Ponal turbo fixieren, überstehende Enden abschneiden - fertig.


      Das Anbringen der beiden Stage ist dann relativ unspektakulär. Zuerst wird das Fockborgstag aufgelegt, danach das Fockstag. Mit dünnem Tau, dem sog. Taljereep, werden Herzkausche und offene Herzkausche nun straff miteinander verbunden. Dazu wird das Taljereep zuerst am unteren Ende des Stags befestigt. Anschließend einfach das Reep mehrmals durch beide Kauschen führen und am Ende am Stag mit mehreren Rundschlägen und einem vorläufigen und leicht wieder zu lösenden Knoten befestigen. Und bitte noch nicht das überstehende Ende abschneiden! Wenn sämtliches stehendes Gut befestigt ist, werden alle Wanten und Stage nochmal nachgezogen; erst dann kann man endgültig fixieren und überstehende Ende kappen bzw. ordentlich verschnüren.

      Und so sieht das jetzt am Fockmast aus:


      Und gleich geht's mit etwas ganz anderem weiter. freundlich1

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    • Alle Mann an Deck!

      Ich hatte es weiter vorn ja bereits angedeutet: Mein Plan ist, später die fertige Mercury nicht einfach nur als Standmodell zu präsentieren. Sie soll in eine Vitrine, sie soll dort im "Wasser" schwimmen, und sie soll kurz vor einem Gefecht mit einem feindlichen Schiff stehen. Also brauche ich eine Besatzung, mit allem, was dazu gehört. Da habe ich immer mal wieder so nebenbei dran gearbeitet. Zum einen habe ich ein Figurenset der Firma HÄT, welches britische Seeleute und Marinesoldaten aus genau "meiner" Zeit bietet, zum anderen bekam ich von einem lieben Menschen, der die Victory von d'Agostini gebaut hat, die dort mitgelieferten Figuren geschenkt. Sämtliche Figuren haben eins gemeinsam: Sie müssen noch angemalt werden.
      In den zurückliegenden Wochen habe ich unter der Woche verstärkt den Pinsel geschwungen und möchte euch heute mal die derzeitige Ausbeute an komplett bemalten Figuren präsentieren. Zu beachten ist, dass die HÄT-Figuren fast alle noch auf dem Sockel stehen, von dem ich sie natürlich dann, wenn es ernst wird, befreien werde. Etlichen Männern werde ich später Taue in die Hand drücken; das wird dann noch spannend, welche Taue ich da nehme. Aber bis es so weit ist, sind ja u.a. noch 1960 Webleinenknoten zu knüpfen... grins 2

      Hier nun meine heutige Musterung:




      Und auf dem Achterdeck der Kapitän im Gespräch mit einem hohen Gast an Bord: Ein Admiral hat eine Passage auf der Mercury gebucht, um zu seiner Flotte zu gelangen. Und es ist nicht irgendein Admiral - man beachte den rechten Arm... happy 2


      Insgesamt sind 40 Figuren fertig; weitere 30 sind derzeit in Arbeit, und es werden noch etliche dazukommen, um ein möglichst realistisches Bild zu zeigen. Da wird es dann auch die eine oder andere Umbaumaßnahme geben, es werden gnadenlos Körperteile abgesäbelt und an anderer Stelle wieder angebracht - ihr werdet schon sehen, harr harr! tanz 2

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    • Hallo Bonden

      Einmal mehr komme ich aus dem Staunen nicht heraus!

      Bonden wrote:

      und speziell die Landlubber
      Danke!!!!! Ich werde mir wohl in den nächsten Tagen mal aus Euren diversen "Lektionen" eine Art Handbuch zusammenstellen grins 3
      Auf was habe ich mich da nur eingelassen schiff2

      LG
      Peter
      Denken ist wie googeln, nur krasser denk1

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • @petcarli Erstmal danke! Tja, Fritz, natürlich ist eine Schiffskatze an Bord, aber die kümmert sich um die Ratten. grins 3 Überhaupt sind ja einige Tiere an Bord so eines Schiffes: Mehrere Schweine - eins am Kiel, zwei mit dem Rücken an der Bordwand. Einige Esel, die ihr Haupt am Mast erheben. Mäuse ohne Höhenangst. Etliche Pferde, die sich unter den Rahen dünne machen. Ein Hund, der immer zu ungünstiger Zeit Wache hat. Und nicht zuletzt eine ganz besondere Katze: die mit den vielen Schwänzen, die den Seeleuten, die gegen die Schiffsdisziplin verstoßen, recht drastisch klar macht, wo's lang geht.
      Ach ja: Die Stage werden nur im oberen Bereich bis dicht hinter das Auge gekleedet.

      @Hagen von Tronje Danke für deinen Beifall, freut mich, wenn es dir gefällt. happy 2

      @Peter_H Tja, auf was hast du dich eingelassen? Du gehörtst jetzt zur Riege der postbubertären pappequälenden Bootsfetischisten. happy1 Auf jeden Fall willkommen im Club! zwinker1

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    • Hi Bonden

      ich baue seit 2 Tagen auch die San Salvador, hoffte sie als "Einstiegsdroge" verwenden zu können.
      Jetzt ziehe ich mir natürlich alles rein was da so in der Richtung gepostet wird........
      Meine Hochachtung für die Arbeit die du da machst, aber ich bin auch total geplättet, da ich eigentlich so ein historisches Schiff nur bauen wollte weil es mir gefällt.
      Wenn ich da jetzt sehe was man alles beachten muss, wenn man es korrekt machen will...............ohje, oder mit Peters Worten, "ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus ...und auf was habe ich mich da eingelassen...."
      ob das das Richtige für mich ist???
      Es grüßt der
      Helmut
      aus dem Bergischen
    • Ahoi Helmut,

      keine Angst vor großen Tieren! Mein erstes Kartonsegelschiff war der frühere Schreiber-Bogen der Santa Maria. Kannst ja hier mal gucken: Klick mich! Dann kam die Griechische Bireme und weitere Schreiber-Modelle - die waren schon etwas anspruchsvoller. Ein Freund meinte damals, ich solle doch mal ein Shipyard-Schiff bauen. Ich winkte nur müde ab, murmelte was von der sattsam bekannten Weisheit, dass Karriere der Aufstieg bis zur Inkompetenz ist, was auch im Hobby gilt, und erfreute mich an meinen Modellen. (Das mache ich übrigens heute noch. zwinker2 )
      Und als ich dann ein paar Jahre später doch mein erstes Shipyard-Schiff, die Papegojan, anfing, sagte ich mir zwar, dass Mut die Dummheit der Ahnungslosen ist, aber ich wollte es einfach versuchen. Das Ergebnis kannst du hier bewerten: Klick mich!
      Ehrlich, ich staune heute noch, wenn ich mir das Modell angucke, dass ich das wirklich geschafft habe.
      Was wil ich damit sagen? Wenn dich die Idee reizt, ein historisches Segelschiff zu bauen, dann bau eins! Und orientier dich dabei nicht so an Leuten wie mir hinsichtlich des eigenen Maßstabs. Das wäre das Letzte, was ich wollte: Dass Leute Angst bekommen, sich auch an einem solchen Schiff zu versuchen, nur weil da so ein Freak wie der Bonden total verrückte Sachen baut. grins 3
      Und eins kann ich dir zusichern: Du bekommst hier von mir - und hundertprozentig auch von den anderen Sailies - jede Unterstützung, um die du nachfragst. daumen1 Also ran an den Speck... ähm.. an die Planken und Spanten und Wanten und so. zwinker2

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    • So, entsprechend Tommis Hinweis habe ich das eine Stag gedreht. Aber ich habe noch mehr gemacht: Laut Schrage wurde zuerst das Fockstag und dann das Fockborgstag am Masttop aufgelegt. Allerdings wurde dann das Borgstag trotzdem unter dem Hauptstag zum Stagkragen geführt, indem es durch die Schlaufe des Hauptstags geschoben wurde. Klingt kompliziert - die Bilder erklären es:




      Edit: Nee, da bin ich wohl einem Irrtum aufgesessen. Das Borgstag muss definitiv über dem Hauptstag liegen - hier sieht man das besonders schön: webbaviation.co.uk/HMS_Victory.jpg
      Bild nach dem Öffnen nochmal anklicken und die fantastische Ansicht genießen! happy 2

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    • Hi Bonden

      du machst mir Mut...
      nein ich setze mir nicht die Modelle anderer als Maßstab für mich, aber ich schaue mir gerne bei den Meistern der Zunft an was machbar ist.
      Ich habe in jungen Jahren auch schon die Santa Maria, Gorch Fock und noch das eine oder andere gebaut, aber eben nur weil sie mir gefielen, und ich hab da nicht auf Originaltreue geachtet, weiss auch gar nicht mehr wie gut oder schlecht die damals waren.
      ach ja....ich hab natürlich unter den Figuren auf deinem Schiff nach Mäusen gesucht, bis ich feststellte dass da ja was ganz anderes gemeint ist..... happy1
      aber eine Frage hätte ich schon noch....Shipyard...ist das jetzt der Ferrari unter den Historischen? es gibt ja auch bei anderen Verlagen Segelschiffe ..... was ist macht Shipyard da so so besonders?.....hab demnächst Geburtstag und brauche noch ein Geschenk für mich......
      Es grüßt der
      Helmut
      aus dem Bergischen
    • Nun, Shipyard hat sich u.a. auf historische Segelschiffe spezialisiert. Ihre Bausätze sind recht hochwertig, die Detailtreue und zumeist auch historische Korrektheit (mit Abstrichen...) ist schon bemerkenswert. Es gibt zu allen "normalen" Bausätzen jeweils umfangreiche Zusatz-Kits mit gelaserten Teilen, was speziell für das Spantengerüst schon mal eine solide Basis darstellt. Auch Masten und Segel sowie Blöcke und Jungfern gibt es als Zukauf-Option. Die Segel sind vorgeschnitten, aus Stoff, die Masten und Rahen sind Rundstäbe von unterschiedlicher Stärke, die man sich dann selbst zurechtfeilen und sägen muss. Die Blöcke, Kauschen und Jungfern sind gelaserte Teile zum selber Zusammenbauen - findest du auch irgendwo hier in meinem Baubericht. Die normalen Shipyard-Bögen sind im Maßstab 1:96.
      Es gibt aber auch reine Lasercut-Kästen, im Maßstab 1:72, da sind bis auf sehr wenige Ausnahmen alle Teile gelasert. Die Mercury, die ich baue, ist sozusagen das "Flaggschiff", wenn man den Umfang des Baukastens, den Aufwand und den Preis nimmt. Wie ich finde, aber durchaus gerechtfertigt.
      Im Prinzip entfernt man sich mit Shipyard-Bausätzen schon etwas bis ziemlich vom klassischen Kartonmodellbau, bei den reinen Lasercut-Kästen sogar sehr ziemlich, da es ja nichts mehr auszuschneiden gibt. Man muss dann halt für sich entscheiden, was man will und mit welcher Philosophie man Kartonmodellbau betreibt. Es gibt die Puristen, die, wenn es geht, wahrscheinlich noch die Taue aus Papier bauen frech 1 , und es gibt so Leute wie mich, für die Karton ein Mittel zum Zweck ist - und wenn es andere und aus meiner Sicht bessere Materialien für bestimmte Teile gibt, nutze ich diese gnadenlos. happy 2
      Für den Einstieg in die Shipyard-Welt würde ich niemanden diese Mercury empfehlen. Es gibt sehr schöne kleinere Schiffe, so wie zum Beispiel die Alert, die ja Tommi in vorbildlicher Art und Weise baut. Auch die Berbice ist ein schmuckes Schiffchen, da kenne ich den Bausatz und der macht mich auch schon mächtig an. verlegen2

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    • Hallo Helmut, hallo Bonden

      Bonden, Du erlaubst, dass ich mich kurz zu Helmuts Frage äussere? Danke daumen1

      Grundsätzlich hat Bonden ja schon viel zu den Shipyard-Sätzen gesagt. Ich habe heute, nach einer Verzögerung mein Objekt der Begierde endlich bekommen. Es ist der Lasercut-Satz der Baltimore Clipper Berbice. Ich werde morgen, um Deine Frage etwas in die Praxis umzusetzen, eine detaillierte Vorstellung des Bausatzes machen. Ich masse mir nicht an, als kompetent in dieser Branche zu gelten, aber ich denke, ein Einblick in einen solche Baukasten ist sicherlich hilfreich.
      Aber wenn ich mich bei Slavomir umsehe, dann gibt es durchaus auch ander Verlage, die sehr schöne Modelle historischer Segler anbieten, die meistens auch mit Masten-, Spanten, LC- und Segelsätzen nachgerüstet werden können (Fly, Oriel, Maly, etc.)
      Für mich war aber ausschalggebend, dass ich mich bei meinem Erstlingswerk erstmal auf die Materie konzentrieren kann und das Ausschneiden erstmal aussen vor bleibt. Anderseits reizt mich auch die Herausforderung des malens sehr.

      So, und nun wieder Bühne frei für die Mercury freu1

      LG
      Peter
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    • Peter_H wrote:

      So, und nun wieder Bühne frei für die Mercury
      Danke, Peter! zwinker2

      "Es irrt der Mensch, so lang er strebt." Goethe hatte sicher nicht den Bau eines Schiffsmodell im Sinn, als er diesen Spruch prägte, aber was soll's - Recht hatte er! Daher der Hinweis auf meinen jetzt editierten Beitrag #420 - bevor hier jemand was falsches nachbaut. verlegen1
      Ich werde das also nochmals abändern, und bei der Gelegenheit... aber dazu später mehr. zwinker2

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    • Buddy wrote:

      Ich glaube, dir ist das Fockborgstag am Masttopp unter das Fockstag gerutscht (Bild M634)!
      Tja, @Buddy, deshalb schrieb ich ja auch den Beitrag in #424. Die ganze Verwirrung beruht auf verschiedenen Aussagen in der englischsprachigen Fachliteratur. James Lees schreibt, daß das Borgstag über dem Stag liegt, bei kleineren Schiffen auch unter diesem. Was "kleinere Schiffe" sind, definiert er in dem Zusammenhang nicht. Marquardt bezieht sich wiederum auf Darcy Lever und auf David Steel, die die Variante beschreiben, die ich gewählt habe. In AotS Bellona und Victory ist das Borgstag drüber, in AotS drunter.
      Also: Es geht drunter und drüber. grins 3
      So, hab ich wieder einmal alle verwirrt? Sehr gut! happy1 verlegen2 Ich werde es jetzt so bauen wie auf dem oben geposteten Bild von der Victory zu sehen - sich am Flaggschiff der Royal Navy zu orientieren kann das Verkehrteste nicht sein. happy 2

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    • Hallo Bonden,

      Ich bin erst jetzt zum Lesen Deiner letzten Beiträgen gekommen. Am Anfang habe ich etwas gestutzt und mir gedacht "kann Bonden denn so ein Fehler passieren?" Aber dann stieß ich auf Dein wunderschönes Bild von der Victory und darunter Dein Edit. Also vergiss einfach mal meine Zweifel.
      Übrigens: Schön wie Du so auf die Anfrage von Helmut so ausführlich und kompetent geantwortet hast.

      Hallo Peter,

      Du weißt doch, dass mein Baubericht der 1:72 Berbice hier im Forum steht. Allerdings war es auch mein erstes Historisches Schiffsmodell, aber vielleicht hilft es Dir doch, falls die Bauanleitung für Dich rätselhaft ist.

      Gruß
      Fritz
    • Ahoi Fritz, zu meiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass es ja nicht direkt ein Fehler ist, es so zu bauen. Wie gesagt, die Fachleute sind sich an der Stelle nicht einig, wie es bei Schiffen der Größe der Mercury nun wirklich war. Ich habe jetzt eine Entscheidung getroffen, wie ich es bauen will, und wenn mir in den nächsten Tagen nicht noch total überzeugende Gegenargumente über den Weg laufen, ziehe ich das auch durch. grins 3

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    • Hi Bonden,

      du hast mich, glaube ich, falsch verstanden!
      Ich meinte nicht, dass du die beiden Stage falsch gebaut hast. So wie an deiner Mercury dargestellt, gehe auch ich davon aus, dass das Borgstag oberhalb des Hauptstags angebracht war.
      Auf dem von mir angeführten Bild M634 kreuzen sich am Fockmasttopp aber die beiden Stagaugen und das meine ich, sollte so nicht sein. Sie sollten, wie die Wantaugen, parallel laufen. Darum habe ich auch auch nur von "daruntergerutscht" geschrieben.
      zwinker1
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • Hab ich schon verstanden, mein Guter! happy 2 Aber es ist in der Tat so, dass - warum auch immer - einige Experten davon ausgehen, dass das Borgstag nach dem Hauptstag aufgelegt wird und dann eben genauso das große Auge um den Masttop kreuzt wie von mir dargestellt.
      Aber jetzt habe ich mich festgelegt, das Borgstag bleibt oben, und alles wird gut. zwinker1

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    • Hei Bonden,

      etwas verwirrend, die langen Schriftbeiträge, aber letztlich zeigen die Bilder ein tolles Ergebnis. cool1
      Ich hab es ebenso gehalten wie auf den Bildern unseres gemeinsamen Vorbilden HMS Victory zu sehen. Also ums allgemeinverständlich zu sagen: Der dünnere Stag ist bei HMS ALERT oben.
      Nur auf die ZickZack-Verbindung werde ich verzichten.

      lg.
      Tommi
      ....und ab dafür! rollen1
      Vergammelte Werke
    • Hier ist ja noch eine Frage offen. Fritz fragte, wozu die "Zick-Zack-Leine" da ist.

      Das Borgstag diente generell dazu, dem Hauptstag zusätzliche Sicherheit/Unterstützung/Absicherung zu geben. (Im Englischen heißt das Teil preventer stay). Wir reden hier von Kriegsschiffen. Die standen ab und an auch mal unter Beschuss. Die Schlangenleine zwischen beiden Stagtauen konnte in dem Fall, in dem das Hauptstag zerschossen wurde, dieses dennoch in Position halten; außerdem war dadurch eine Reparatur des zerschossenen Stags wesentlich leichter. (Klar, wenn beide Taue geichzeitig zerschossen wurden, war es eben großes Pech - aber das bedurfte dann schon mindest zwei Glückstreffer - und selbst in dem Fall konnten die Schlangenleinen noch den größten Schaden abwenden, da noch Spannung auf der Verbindung blieb und man durch entsprechende schnelle Segelmanöver, in den Wind schießen, alles loswerfen, Druck vom Mast nehmen konnte.) Für ein Kriegsschiff überlebenswichtig - ohne Manövrierfähigkeit wegen zerschossener Takelage und/oder gebrochenem Fock- oder Großmast war man dem Feind hoffnungslos ausgeliefert.
      Kleinere Fahrzeuge, wie Tommis Alert, hatten es da leichter, sie konnten schnell mit "fliegenden" Segeln notgetakelt werden und zumindest das Heil in der Flucht suchen. Auf kleineren Schiffen wurde am Borgstag auch ein Stagsegel gefahren; bei den Schiffen so ab 20 Kanonen kam ein zusätzliches Segelstag dazu, da man - eben wegen der Schlangenleine - logischerweise an dem Stag kein Segel anbringen konnte.

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    • Oooch … und keiner sagt was zu den tollen Figuren! Dabei sieht die Truppe so gut aus und bringt Leben in die Bude! Ganz schön heikel, die Bemalung der betressten Offiziere, aber Du hast eindeutig eine sehr ruhige Hand

      Apropos Viecher an Bord: da gäb's noch die Katze mit –hoffentlich gekleedeten– neun Schwänzen, das Kielschwein … (ja, ja, ich bin ja schon weg!)

      Beste Grüße
      Claudia
    • Ahoi Claudia,

      danke für dein Lob bezüglich meiner Besatzung! Und weißt du, was witzig ist? Die von dir besonders hervorgehobenen Offiziere gefallen mir am wenigsten, da werde ich nochmal nacharbeiten. Das waren so ziemlich mit die ersten Figuren, die ich angemalt habe, ich glaube, ich habe mir da mit der Zeit ein paar Erfahrungen angesammelt, die diese Herren noch ein wenig aufpeppen werden. Zeige ich dann natürlich hier, um dir und allen anderen die Möglichkeit zu geben, das selbst zu beurteilen. verlegen2

      Und dazu:

      Claudia wrote:

      Apropos Viecher an Bord: da gäb's noch die Katze mit –hoffentlich gekleedeten– neun Schwänzen, das Kielschwein …
      Guck mal hier: zwinker2

      Bonden wrote:

      Überhaupt sind ja einige Tiere an Bord so eines Schiffes: Mehrere Schweine - eins am Kiel, zwei mit dem Rücken an der Bordwand. Einige Esel, die ihr Haupt am Mast erheben. Mäuse ohne Höhenangst. Etliche Pferde, die sich unter den Rahen dünne machen. Ein Hund, der immer zu ungünstiger Zeit Wache hat. Und nicht zuletzt eine ganz besondere Katze: die mit den vielen Schwänzen, die den Seeleuten, die gegen die Schiffsdisziplin verstoßen, recht drastisch klar macht, wo's lang geht.

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    • Mal wieder ein kleines Update, diesmal unter der Rubrik Fehlerbehebung. Und da waren gleich einige: Wie bereits weiter oben ausgiebig diskutiert gehört das Borgstag über das Hauptstag. Bei der Gelegenheit habe ich dann die beiden Stage völlig neu hergestellt - die beiden Stagmäuse waren doch reichlich überdimensioniert.


      Und ein weiterer Fehler wurde behoben: Das Borgstag ist ja dünner als das Hauptstag, dementsprechend ist dann auch die Herzkausche sowie das offene Herz am Stagkragen etwas kleiner. Im Schrage-Buch kann man auch etwas zu den Abmessungen lesen; daran habe ich mich nun einigermaßen gehalten.

      Die beiden Taljereeps sind noch nicht endgültig verschnürt und befestigt, daher hängen die beiden losen Enden da noch etwas unorthodox in der Gegend herum.

      Noch ein Blick aufs Schiff in der Gesamtansicht, bevor die Staubschutzplane drüber kommt.


      Wie geht's weiter? Nun, Großmast und Besan wollen auch ihre Wanten und Stage, da bin ich noch am Schlagen und Kleeden. Vorher wollte ich noch die Marsplattform am Fockmast draufsetzen, aber das dauert noch. Man glaubt gar nicht, was da so alles ran muss! Die Jungfern für die Vorstengewanten sowie das Geländer sind ja bereits dran, aber das ist noch lange nicht alles. Unter der Plattform baumeln 13 eingebundene Blöcke, die später der Führung des laufenden Gutes dienen; an der hinteren Kante sind zwei Augbolzen mit je einem weiteren Block befestigt. Dann müssen noch an die Jungfern binnenbords eingebundene Kauschen befestigt werden, an denen später die Vorbramwanten befestigt werden. Also noch einiges an Arbeit. schwitz1

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    • Hi Bonden

      Sa-gen-haft!!!
      Da kommt noch einiges auf Dich zu.... les 3

      Bonden wrote:

      Nun, Großmast und Besan wollen auch ihre Wanten und Stage, da bin ich noch am Schlagen und Kleeden. Vorher wollte ich noch die Marsplattform am Fockmast draufsetzen, aber das dauert noch. Man glaubt gar nicht, was da so alles ran muss! Die Jungfern für die Vorstengewanten sowie das Geländer sind ja bereits dran, aber das ist noch lange nicht alles. Unter der Plattform baumeln 13 eingebundene Blöcke, die später der Führung des laufenden Gutes dienen; an der hinteren Kante sind zwei Augbolzen mit je einem weiteren Block befestigt. Dann müssen noch an die Jungfern binnenbords eingebundene Kauschen befestigt werden, an denen später die Vorbramwanten befestigt werden.
      frech 2 Ich verstehe schon die Hälfte, ich mach' Fortschritte happy1

      LG
      Peter
      Denken ist wie googeln, nur krasser denk1

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • Ahoi Peter, danke!

      Und dazu:

      Peter_H wrote:

      Ich verstehe schon die Hälfte, ich mach' Fortschritte
      Prima, das wird schon! daumen1

      In einer der vielen maritim-historischen Romanreihen, die ich lese bzw. gelesen habe, wird im ersten Band geschildert, wie der Held dieser Reihe zum ersten Mal ein Kriegsschiff betritt, in etwa so eine Fregatte wie die Mercury, und den Gesprächen der Seeleute lauscht. Und wir lesen:

      "Das muss Englisch sein," dachte er, "ab und an verstehe ich ein Wort."


      happy1

      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1