Spanisches Linienschiff San Felipe vom Oriel Verlag im Maßstab 1:100

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    • Ha ha, Bonderitis, ich fasse es nicht! happy1 Nun ja, der Schrage kann einen schon verrückt machen, gelle? Aber immer dran denken, das Buch behandelt speziell englische Schiffe und dann auch noch 100 Jahre jünger als deine spanische Lady. Dennoch, ich denke, vieles hat sich im Laufe der Jahrhunderte nur wenig geändert, und Schrage weist auch immer wieder darauf hin, wenn die kontinentale Takelung von der englischen abweicht. happy 2

      Im Bau: HMS Mercury
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    • Hallo Bonden,

      ich takele nicht genau nach dem Schrage und bin mir bewusst, dass er die englischen Schiffe im 18. Jahrhundert im Sinn hat. Doch ich versuche in Verbindung mit dem Takelplan von Oriel, dem von Mondfeld und dem Anderson Buch über das 17. Jahrhundert zu klären, was auch bei der San Felipe in Frage kommt. Gelegentlich nehme ich zur Unterstützung auch noch den Marquardt. Zu Hilfe kommt mir dabei, dass es die San Felipe nach Expertenmeinung auch nie gegeben hat. So weiß niemand ganz genau, was nun richtig wäre.

      Gruß
      Fritz
    • Als nächstes musste ich mir Gedanken darüber machen, wie ich die Segel darstellen wollte. Ursprünglich lag in meiner Planung, dass ich die Untersegel an Groß- und Fockmast teil gerefft darstellen wollte. Das erzeugte jedoch mit meiner bisher beliebtesten Art Segel herzustellen größere Probleme. Wie kann ich so etwas aus Japanpapier herstellen, dass ich es ohne scharfe Knicke bewerkstellige? Des weiteren erschien es mir bei meiner wenig künstlerischen Art sowieso schwierig, dass perfekt zu erzeugen? Dann machte ich mir klar, wie die Segel mit Hilfe von Geitauen an den Schothörnern und mit Hilfe der Nock- und Bauchgordings nach oben gezogen werden? Also Überlegung mit Stoff die Segel zu machen. Das hatte aber die Tücke, dass sich dann die vollständig ausgebrachten Segel ja fast nur schlaff nach unten hängen. Die Lösung wäre natürlich die Kanten auch bei diesen Segeln in den Kanten durch dünne Messingstäbe zu stabillisieren und ein wenig zu formen. Also wurde mit viel Mühe und großem Zeitaufwand ein Stoffsegel von Hand an den Kanten umgenäht. Dann wurde mit der Nähmaschiene von mir persönlich die Nähte zwischen den Bahnen mit einem dunkelbraunen Fahnen hergestellt. Zeitaufwand dafür 5 Std.. Das Ergebnis seht Ihr hier.



      Hier fehlen jedoch noch einige Sachen. So müssen noch die Reffbänder genäht (was ich mir mit meinen Fingern bei beidseitigem Einschlagen für fast unmöglich halte), die Reffbändsel und die Liektaue mit den den Schothörnern, die Bulienlegel und die Nock- und Bauchgordings-Legel erstellt werden. Es sind also noch einige Dinge zu erledigen, die wiederum einiges an Zeit beanspruchen. Weiterhin überzeugt mich das Ganze bisher nicht wirklich.

      Gruß
      Fritz
    • Als Gegenobjekt ich nach einem Versuchsobjekt, bei dem ich mir nicht so sehr viel Mühe gegeben habe,



      noch ein sauber gebautes Objekt aus mit Tee gefärbten Japanpapier hergestellt. Da mich dieses doch mehr überzeugt hat, kam die Überlegung, ob ich von der Teilreifung nicht besser Abstand nehmen sollte. Als Alternativ schoss mir durch den Kopf, dass Focksegel gebläht darzustellen und die Großsegelrah ganz ohne Segel zu lassen. Doch ob ich dieses dann so durchführe, lasse ich zunächst einmal offen. Die Überlegung wird ein wenig unterstützt davon, dass ich ja alle Kanonen mit geöffneten Stückpforten am Modell dargestellt habe (was ja in Wirklichkeit auch nur auf der dem Gegner zugewandten Seite sinnvoll war). Und im Gefecht waren die Segel sicher nicht teilweise hochgefiert. Da so zumindest darüber entschieden war, mit welcher Art von Segel ich die San Felipe ausstatten werde, habe ich Liektaue, Reffbänder, Reffbändsel, Schothörner und Legel schon angebracht.



      Jetzt wird dann das Segel noch an der Rah zu befestigen sein.

      Gruß
      Fritz
    • Ahoi Fritz,

      da ich selber noch keine Erfahrung mit Segeln an Modellen habe (wenn man mal von den einfachen Papiersegeln bei den Schreiber-Modellen absieht), schaue ich hier doppelt gespannt zu. Aber zumindest kann ich mit ein wenig Wissen rüberkommen: Im Gefechtsfall war es eher üblich, die Untersegel zu reffen. Zum einen wegen der besseren Sicht, zum anderen, um die Brandgefahr zu verringern, denn die Funkenbildung beim Abfeuern der Kanonen war nicht zu unterschätzen.
      Dass auf beiden Seiten die Kanonen ausgerannt sind, ist hingegen kein Problem. Bei einer großen Seeschlacht zwischen zwei Flotten muss man immer damit rechnen, den Feind an beiden Seiten zu haben; da ist jeder Kommandant gut beraten, wenn er da entsprechend vorbereitet ist. zwinker2

      Und zum Takeln nach den Büchern:

      petcarli schrieb:

      Zu Hilfe kommt mir dabei, dass es die San Felipe nach Expertenmeinung auch nie gegeben hat. So weiß niemand ganz genau, was nun richtig wäre.
      Vor allem kann niemand kommen und sagen, dass dies und jenes jetzt nicht dem Original entspricht. grins 3
      Das soll dich aber jetzt nicht übermütig werden lassen: Wenn du z.B. versuchst, die Fockrahbrassen an der Besanmarsplattform anzubinden, sehe ich das und es gibt Gemeckertes, Fantasieschiff hin oder her! happy1

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    • @ Bonden: zunächst einmal Vielen Dank für die Aufklärung! Ich hätten mit Nachdenken zwar auch zu diesem Schluss mit den Erklärungen kommen müssen, doch ich muss zugeben, dass ich das denn doch nicht so gut gewusst hätte. Was die Besanmastplattform betrifft: Kommen sie dort denn nicht hin? kratz1 lala1 happy1

      @ Christian: Man braucht bei den Japanpapiersegeln jedoch die 21 g schwere Form. Bei den Papierhandlungen bekommt man sie aber nur mit Muster. Ich habe sie von hier!

      @ Tommi: Tja, es ist schon einiges in Bezug auf die Segel an Zeit aufzuwenden.

      Gruß
      Fritz
    • Nun,

      ehe ich das Focksegel an dem Mast befestigen kann müssen nun noch die Vorbereitung für das Rack gemacht werden. Zunächst wurden die Taue dafür vorbereitet, indem sie gekleedet wurden. Dannmussten zwei Taue oben mit Kauschen versehen werden. Durch die dann hinter dem Mast die jeweiligen gegenseitigen Teile später geschoren und nach unten geführt werden mussten.



      Gruß
      Fritz
    • So, liebe Freunde,

      nun ist es soweit und das erste Segel wurde am Fockmast aufgefiert. Und zwar zunächst wurde die Fockrahfalls durch die oberen und unteren Blöcke geführt und dann vorsichtig die Rah nach oben gezogen, bis es an die Stelle kam, wo es verbleiben sollte.





      Dann wurde das Rack hinter dem Mast befestigt und die nach unten führenden Teile wurden bis 2 cm (Original 1-2 m) über dem Deck mit einem einscheibigen Block versehen und mit einer Racktalje am Deck seitlich des Mastes steif gesetzt.



      Gruß
      Fritz
    • Ahoi Fritz,

      das schaut richtig gut aus. Dennoch, einen kleinen Einwand erlaube ich mir: Es ist ein gern gemachter Fehler an solchen Modellen, dass die Rahen alle vierkant gebrasst sind, d.h., genau quer zum Schiff stehen. Bei einer Darstellung ohne Segel oder mit durchgängig geborgenen Segeln kein Problem. Stellt man sein Modell mit gesetzten Segeln dar, muss man sich stets vor Augen halten, wie das Segeln funktioniert. Vierkant gebrasst kann man auf einmastigen Rahseglern machen, wenn achterlicher Wind herrscht. Beim Dreimaster würde logischerweise das gesetzte Großsegel verhindern, dass auch das Focksegel Wind erhält. Insofern wären angebrasste Rahen die bessere Alternative. zwinker2

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    • Hallo Bonden,

      ich glaube, Dir ist entgangen, dass bisher nur die Toppnanten gesetzt sind, weder Geitaue, Gordings , Brassen, Schoten, Halsen sind bereits vorhanden und die Rah ist nicht an den Mast geklebt. Dennoch sieht es auf den Bildern nur vierkant gebrasst aus. Mir ist das schon klar. Außerdem lässt ein vierkant gebrasstes kaum einen Einblick auf das Deck.

      Gruß
      Fritz
    • Ahoi Fritz,

      jetzt war ich völlig perplex, denn ich war fest davon überzeugt, dir auf dein Posting Nr. 1.255 geantwortet zu haben. Tja, offenbar ging da der finale Klick daneben, denn als ich jetzt hier was schreiben wollte, stand da mein damaliger Text mit dem Hinweis, dass mein Entwurf wieder hergestellt wurde. Also, bitteschön:

      Bonden schrieb:

      Ahoi Fritz,

      dann ist ja alles i.O.; ich sehe, du hast die Sache voll im Griff. daumen1

      Gruß,

      Bonden
      grins 3

      Nun, wenn dein PC streikt, kannst du ja um so störungsfreier weiter am Schiff arbeiten - aber irgendwann sollte der Rechenknecht dann wieder seine Arbeit aufnehmen, denn wir wollen ja schließlich Bilder sehen! frech 1

      Viele Grüße,

      Bonden

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    • @ Bonden:

      Bonden schrieb:

      jetzt war ich völlig perplex, denn ich war fest davon überzeugt, dir auf dein Posting Nr. 1.255 geantwortet zu haben.
      Ist ja nicht so schlimm. Ich hab halt gedacht, dass es Dir entweder durchgerutscht ist oder Du es einfach registriert hast.
      Was das vermehrte Bauen betriff ging leider nicht auf. Während meiner Enkelin-Betreuungszeit habe ich gerade einmal 1 Stunde für 3 Kanonen aufgebracht und als ich wieder zu Hause war, erst Reparatur des Computers, dann alles neu aufspielen und schließlich und endlich Weihnachtsvorbereitungen, wie Haus stubenrein machen, letzte Tätigkeiten im Garten, Vorräte für Weihnachten einkaufen etc., denn schließlich kommen ja unsere Kinder samt Familie!

      @ Cux-Holger: er ist im Genesungszustand und fast schon wieder auf dem Damm!

      @ Holger (Pollux): Der Rechner brauchte eine neue SSD Starplatte. Schön dass Dir das Segel gefällt. Ich freue mich, dass ein so kompetenter Segelschiffbauer sich meinen Bericht ansieht. Dein Bericht gefällt mir sehr gut, werde mich demnächst auch einmal dazu melden. Z.Zt. ist einfach zu viel zu Hause zu machen (s.o.),

      Gruß
      Fritz
    • So Freunde,

      ein wenig soll es nun doch ein wenig weiter gehen, da ich aus Zürich schon ein paar Tage zurück bin, aber durch die Abwesenheit und die weitere Vorbereitung auf die Weihnachtstage, an denen wir u.a. das Kommen von unseren Kindern erwarten, bisher nicht zum Bauen gekommen. Ich hatte aber kurz vor meiner Abfahrt noch ein wenig weiter gebaut, bin aber nicht dazu gekommen, Euch das zu zeigen. Was ist das?

      Ich habe noch ein wenig an der Takelung des Rocksegels weiter gemacht. So kamen noch die Geitaue und die Gordings an die Reihe. Wozu sind diese Taue erforderlich?
      Zunächst einmal die Geitaue. Sie befanden sich an der Rückseite der Segel und waren zunächst einmal mit dem stehenden Ende an der Rah befestigt und verliefen mit dem anderen Ende zunächst über einen Geitaublock an dem Schothorn und dann durch die zugehörigen Blöcke an der Rah und hinunter zum Deck, wo sie an der Nagelbank im Bereich des Fockmastes belegt wurden. Geitaue gab es an beiden Seiten. Die Geitaue dienten zum Bergen der Segel. Mit Ihnen wurden die Schothörner ungefähr bis zur Mitte der Rah aufgeholt. Dies nannte man „Aufgeien“.



      Doch die großen Rahsegel ließen sich allein durch die Geitaue nicht bergen. Dazu benötigte man noch die Gordings. Diese holten das noch vorhandene lose Segeltuch unter die die Rah. Man unterschied Nockgordings und Bauchgordings.
      Die Nockgordings verliefen auf der Vorder- und Rückseite des Segels. Der stehende Part war am obersten Seitenlegel des Segels befestigt und lief dann über einen Augbolzen an der Rah und dann durch ein Scheibengat des Doppelblocks unter der Mars zum Deck und wurde dort belegt. Die Zahl der Bauchgordings richtete sich nach der Größe der Segel und wurde an den untereren Legels befestigt und lief ebenfalls über Blöcke oder Doppelblöcke unter der Mars an Deck.


      Und hier noch ein paar zusätzliche Fotos.



      Gruß
      Fritz
    • Hallo Freunde,

      ich habe vergessen zu erwähnen, dass die Bauchgordings nur an der Voderseite der Segel verliefen.

      Gruß
      Fritz

      PS: Hallo Tommi,

      ich habe gehofft, das es schon einige Leute interessiert, wozu solche Takel notwendig sind.

      Hallo Bonden,

      nun weiß ich endlich, wer Bonden ist. Während ich in Zürich war, lief in KabelTV "Master und Command". Ich hatte es in Abwesenheit auf den Recorder aufgenommen und meines Erachtens heute zum ersten Mal gesehen, doch musste ich feststellen, dass ich die Ereignisse auf den Galapagos Inseln wohl schon mal gesehen hatte.

      Gruß
      Fritz
    • Hi Fritz,

      klar interessieren die Fachbegriffe. Irgendwann muss ich meine Segler auch takeln - eine Arbeit vor der ich mich bisher fast immer gedrückt habe. Ansonsten sind mir die Superlative für Deinen Segler schon lange ausgegangen. Mach einfach weiter so.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • So Freunde,

      zunächst einmal möchte ich Euch meine neue Errungenschaft vorstellen. Ich habe diese mir zu Weihnachten schenken lassen. Bonden hat das Ganze in seinem Baubericht schon einmal vorgestellt. Da es immer wieder ein Harakiri ist die Takelung anzubringen, denn muss ab und zu solch ein Segelschiff aus der geraden Lage herausmanövrieren und in die Schräge bringen. Hält man es dabei, fehlt einem eine Hand zum takeln. Bringt man es irgendwie in einer Schräge, hat man zwar zwei Hände frei, doch im schlechtesten Falle liegt das Schiff mit gebrochenen Masten am Boden. Was hilft da? Es gibt hiereinen Rumpfhalter der sich in der Längsachse des Schiffes nach dem Einspannen des Kiels kippen lässt. Wie das aussieht zeigen meine Bilder.





      Gruß
      Fritz
    • Hallo Fritz

      Na, das nenne ich doch mal ein cooles Geschenk.Werde wohl diesen Link mal der besten Ehefrau von allen etwas näher bringen, habe ja auch mal noch Geburtstag freu1
      Danke für's Zeigen und verlinken!
      Pass aber auf mit der Lampe im Hintergrund, nicht, dass Du dann voller Freude das Schifferl kippst und.... oha, da war doch noch was.....Auch so kann ein Mastbruch erfolgen! ach1

      Freundliche Grüsse aus der winterlichen Schweiz
      Peter winter 3
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
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