Het schip van Willem Barentsz / 1596 / Eigenbau / 1:250

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    • Het schip van Willem Barentsz / 1596 / Eigenbau / 1:250

      ... ich will mal ein wenig die Segelschiffgalerie erweitern... tanz 1

      Letzen Sommer habe ich mich ein wenig mit dem niederländischen Schiffbau des 16. Jahrhunderts beschäftigt. Als einen Vertreter dieser Zeit habe ich mir ein ganz winziges Exemplar ausgesucht: Mein Modell zeigt eines der Expeditonsschiffe von Willem Barents(z). Der niederländische Entdecker versuchte Ende des 16. Jahrhunderts von Amsterdam aus mehrfach und erfolglos den Seeweg nach Indien auf der Nord-West-Route zu finden. Er gilt als (Wieder-) Entdecker von Spitzbergen und Nowaja Semlja und gab dem gleichnamigem Meer seinen Namen: Die Barentssee.

      Von diesen kleinen Schiffen wissen wir heute kaum etwas. Im zeitgenössischen Expeditionsbericht werden die Fahrzeuge aber relativ gut detailliert gezeigt. Im niederländischen Harlingen wird seit Jahren an einer Replik gearbeitet.

      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Im Forum "Segelschiffmodellbau.com" habe ich sehr viel Hilfe bei der Beantwortung von Fachfragen bekommen. Obgleich das Schiff sehr klein ist, gab und gibt es doch sehr viele Punkte über die ich ins Grübeln kam. Wie das bei solchen Sachen ist, stellt mein Modell eben nur meine Vorstellung von der Sache dar.

      Interessant ist, dass diese kleinen Schiffe als "Jacht" bezeichnet wurden. Das hat nichts mit den Sportbooten unserer Zeit zu tun sondern umschrieb damals ganz einfach ein schnell segelndes Schiff. Vom Charakter kommt es einer kleinen Galeone gleich. Ich mag das sehr spitz zulaufende Poopdeck. Es gibt dem Rumpf ein wenig die Form einer Tulpe.

      Gesegelt wurde wahrscheinlich unter der Flagge Amsterdams (s. die alten Stiche ganz oben)





      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • In einigen Bildern möchte ich Euch noch in kurzer Form zeigen wie das Modell entstanden ist:



      Aus den skalierten Planunterlagen habe ich mir das Spantengerüst aus 180 g Karton geschnitten



      Das Gerüst wurde mehrfach mit den Papierbordwänden - ebenfalls aus dem Plan heraus - beklebt. Hier ist die finale Lage zu sehen. Darunter habe ich recht erfolgreich Knetmasse zum ausgleichen von Dellen eingesetzt. Das hat prima geklappt. Im linken Bild sieht man noch etwas Knete in der vorderen Geschützpforte herausschauen.



      Der Rumpf wurde mit Aquarellfarbe angemalt. Der Kronkorken ist ein Andenken an die Fussball-EM 2016...



      Das Wasser ist - wie bei meinen anderen Modellen auch - aus Papier, klarem Acrylgel und Acrylfarbe (mehr Informationen dazu in meiner Signatur im Bericht über das Torpedoboot V 106)
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:


    • Masten und Rahen sind aus Federstahldraht. Die Masten sind dabei mit Papier auf den gewünschten Umfang gebracht worden. Interessant bei diesem Schiff sind die tonnenförmigen Grätings die über der offenen Back und teilweise über dem Oberdeck liegen. Unter der Back ist das Bratspill für das Ankerhandling zu sehen.



      Ein Beiboot aus Papier nimmt fast die gesamt Kuhl ein. Man bedenke den Wert eines solchen Bootes bei einer solchen Fahrt (nicht nur als Rettungsmittel).

      Vor dem Boot liegen Reservehölzer gestaut. Gerade im baumlosen Gegenden der Welt eine absolut lebenswichtige Maßnahme! Hinter dem Großmast ist ein Stück des Kochherdes zu sehen. Ein kleiner Kamin führt aus dem Grätigdack darüber den Rauch ab.

      Links im Bild ist an Deck der kleine geschützte Überbau mit Sichtöffnung nach vorn für den Steuermann zu sehen. Gesteuert wurde - wahrscheinlich - mit einem Kolderstock.

      Unterhalb der Geschütze - oder besser der "Knalltüten", denn mehr waren sie nicht - sind Schläuche in den Speigatten zu erkennen. Speigatten sind Öffnungen in der Bordwand um Wasser aus dem Schiff laufen zu lassen. Die Schläuche verhinderten auf kluge Weise den umgekehrten Weg des Wassers.



      Die Segel sind aus bedrucktem Papier. Nach Fotos segelnder Repliken ähnlicher Schiffe wollte ich eine möglichst lebendige Darstellung meiner Szene (Schönen Gruß an Ludwig! Er macht es ja immer so wunderschön vor prost2 ).

      Es kommt Wind auf, die Marssegel werden gefiert und schlagen dabei. Fock- und Großsegel führen noch das angesetzte Bonnet welches aber auch bald abgeschlagen werden. Das kleine Kreuzsegel liegt aufgebunden auf Deck. Es hätte in dieser Szene real keine bis kaum eine Wirkung. Die Modellbahnfiguren Spur Z zeigen die Kleinheit der Jacht.

      Soweit das... Ich hoffe meine kleine Vorstellung gefällt Euch.

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Servus Klaus,

      wunderschön! staun1
      Ein echter "Klaus"!

      Die damaligen Seeleute kann man nur bewundern!
      Mit derartigen Nußschalen in nördliche Gewässer zu fahren!
      Nicht wissend was da auf sie wartet!

      Übrigens, wenn ich mich richtig an eine Abhandlung zu dem Thema erinnere, leitet sich das Wort Jacht oder Yacht, von "Jagd" ab.
      Was dazu passen würde, daß man damals schnelle kleine Schiffe so bezeichnet hat.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Hallo Klaus,

      Wunderschön! Was mich immer besonders beeindruckt sind deine "Extradetails", wie in diesem Fall die Schläuche. Solche Dinge fehlen oft sogar an viel größeren Museumsmodellen und man kann immer noch was lernen bei dir (ich wusste bisher nicht, dass es sowas gab)! les 2

      Deine Segeldarstellung gefällt mir ganz gut - sehr lebendig! Versuchs aber vielleicht trotzdem mal mit Teefilterpapier, das wirkt nicht so schwer. Ich glaube langsam dass ich doch mal nach Hamburg kommen muss, um wenigstens ein paar deiner Schätzchen zu sehen!

      Grüße und herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Modell(chen)
      Ludwig
    • Danke für den Zuspruch, Männers! prost2
      Ich habe ganz vergessen die Website zur Replik einzustellen:

      debarentsz.nl/index.html

      Auf der schönen, reich bebilderten Seite werden sehr viele Informationen zum vermuteten Original gegeben. Der Begriff »Jachten« im Bezug auf den Schiffbau des 16. Jahrhunderst wird auch beschrieben. Wiwo liegt in seiner Annahme richtig.

      debarentsz.nl/scheepsbouw/over%20de%20jachten.html

      Das niederländisch lässt sich entweder per Übersetzungsprogramm ins Deutsche übertragen oder man ließt es sich langsam und laut vor. Das funktioniert bei mir zumindest ganz gut...

      Vriendelijke groeten rotwerd1



      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin Klaus,

      meine Meinung zu Deinem wunderschönen Schiff kennst Du ja schon....

      Von dem Teefilterpapier würde ich absehen. Da ist die Oberflächenstruktur viel zu grob. Evtl. ginge was mit Seidenpapier (darf nur nicht ZU dünn sein, welches man in einer Mischung aus Kamillentee und schwarzem Tee färbt. Ist nur beim Handling extreme Vorsicht angeraten. Sonst isses kaputt, vor allem im feuchten Zustand....

      Was die Schläuche an den Speigatten anbelangt - die kannte bis zu Deinen Ausführungen auch noch gar nicht.

      Schöne Grüße

      Mathias
      yoda1 Viel zu lernen du noch hast! (Meister Yoda)

      Mathias' Machwerke
    • Joachim schrieb:

      Nur die Kronkorken passen nicht ganz, aber ich mag auch kein Heinicken!
      Na, immerhin wechselt der Klaus regelmäßig die Sorten auf seinen Fotos! Und wer weiß, wie das Schiff aussehen würde, hätte er nicht dieses besondere Doping angewendet... happy1

      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1 (Jetzt neu: Reisebericht vom Frühjahrssegeln 2018.)
    • Hallo Leute,
      auch ich bin kein Freund von Heinicken oder Amstel. Allerdings gibt es ja auch in den Niederlanden in allen Märkten eine gute Auswahl der wirklich ausgezeichneten belgischen Biere. Und habt Ihr schon mal "Grolsch Kanon" probiert?
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)
    • Eine großartige kleine Schönheit, Klaus, ich gratuliere zu diesem hervorragenden Modell: präziser Bau, feine Takelage (in DEM Maßstab!), sehr stimmig und mit Köpfchen gebaut, das begeistert mich einfach.

      Übrigens: ich hätte noch diverse bayerische und ein paar schweizerische Kronkorken, also falls Interesse besteht … (duckundwech)

      Beste Grüße
      Claudia
    • moin1 Klaus,

      dein Mini-Segler ist einfach nur genial! Astrein gebaut und in Szene gesetzt. Auch finde ich gut, dass das Schiff nicht unter Vollzeug segelt. Wirkt somit noch realistischer. beifall 1 beifall 1 beifall 1

      Äh, als Alternative für den Kronkorkenvergleich...:
      Beugel.PNG
      lala1 prost2
      Liebe Grüße / Best Regards
      Stefan

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      Im Bau:
      MS Esvagt Dana Sondermaßstab 1:160 von der Kartonwerft
      S. M. S. Stettin in der Skagerrakschlacht 31. Mai 1916 - Scratch in 1:250




      Meine fertiggebauten Modelle
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      ...na klar!
    • Au Weia! Gestern morgen schaute ich mir mein kleines Modell an weil ich für mein neues Modell einer kleinen Galeone eine Frage zu einem Taklungsdetail hatte. Dabei bemerkte ich, dass die Buline zum Groß- und Focksegel fehlten... Das Detail habe ich gestern Abend noch schnell hinzugefügt (Buline sind die Leinen die die Vorderkanten der Segel im mittleren Bereich nach vorn ausrichten. Sie waren bei diesen alten Schiffen mit kleinen Leinengablungen, den "Spruten", angeschlagen)



      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Klaus

      Irgendwie ist das Modell bisher an mir vorbei gesegelt.
      Ein wirklich wunderschöner Segler! Da kann ich nur einmal mehr den Hut ziehen! Die Wasserdarstellung gefällt mir extrem gut, und ich denke, dass ich (auch) da noch einiges abkupfern kann happy 2
      Tolle Fotos! Die Schatten wirken grandios!
      Danke für's Zeigen!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • Hallo Klaus,

      auch hier meinen großen Respekt für deine Modelle.
      Ich beschäftige mich gerade mit dem Zolty Lew Bogen, das Konzept mit den "abgewickelten" Bordwänden ist für mich neu aber auch sehr faszinierend.
      Ohne Meßmarathon sind Berghölzer, Pforten etc. lokalisiert.
      Du hattest Barents Schiff nach Plänen gebaut und oben Bilder vom Rohbau eingestellt.
      Da hätte dann auch gleich mal eine Frage zu. Wie wickelst du die Seitenansicht aus einem Plan ab? Direkt ausschneiden und aufkleben geht ja nicht, durch die Wölbungen im Rumpf wird die Schablone vorn und hinten ja zu kurz. Und gerade bei starken Rundungen sind die Abwicklungen recht stark verzerrt, teilweise mit zusätzlichen Einschnitten, die nach dem Ausschneiden zusammengeführt werden müssen.


      PS. zum oben genannten Buch über das Barents Schiff. Das ist im "Verloren" Verlag erschienen.
      Het Schip van Willem Barents
      Viele Grüße
      Holger
    • Hallo Holger,

      ja, die Rumpfabwicklungen sind immer wieder faszinierend. Du hast ja auch die BEOWULF gebaut (mein Lieblingsschiff!). Da hätte ich zuvor nie gedacht dass es möglich ist so einen komplizierten Rumpf in einem Stück abwicklen zu können!

      Nach den Plänen im genannten Buch habe ich gearbeitet.

      Die Abwicklungen für den Rumpf habe ich... nach Augenmaß gemacht verlegen2 Ich habe die Seiten aus dem Plan genommen und vorn und hinten noch ein wenig "Fleisch" stehen gelassen um eben die von Dir genannten fehlenden Strecken in der Abwicklung auszugleichen. Die Längen der Bordwände im Bereich der erhöhten Decks habe ich natürlich ausgemessen. Schlitze und dreieckige Ausparungen sind natürlich auch nötig die dann mit Papierstücken verfüllt werden müssen. Der Rest ist Freestyle (was dann aber doch gut hinhaute, für eine Serienproduktion aber nicht taugt).

      Schau mal hier:

      Dampfschiff MAGDEBURG / 1816 / 1:250 / Eigenbau nach Plan

      Der Rumpf ist deutlich einfacher gehalten. Ich habe dort das Rumpfgerippe über ein Stempelkissen gerollt und einen Abdruck auf dem Papier gemacht. Das geht halbwegs gut.

      Zur ZOLTY LEW gibts hier im Forum einen aktiven Baubericht. Ein hübsches Schiff!

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Holger,

      hier nochmal ein Bild vom Rohbau. Achte auf die Lage des aufgedruckten Vorderstevens und die Vorderkante der Back. An dem Punkt wird deutlich dass ich vorn ein wenig Überstand gelassen habe. Der Rumpf hat mittag auch ein paar Beulen die ich später dann mit Knetmasse und weiteren Papierlagen ausgeglichen habe. Die vordere Stückpforte ist später verschlossen aufgeklebt worden (entsprechend der Krümmung der Rumpfes ein paar Millimeter weiter zum Steven hin als hier auf dem Bild angegeben)



      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Klaus,

      Danke dir für die Erklärung und die Beispiele. Den Magdeburgbericht muß ich mir in Ruhe anschauen.
      Du gehst also mit viel Erfahrung an die Sache ran, Diese Erfahrung fehlt mir halt noch.
      Im Zeichnen meiner Risse habe inzwischen einige Erfahrung sammeln können, ich muß mal tüfteln solch eine Abwicklung zeichnerisch hinzubekommen. Die Stellen zu finden, an denen Spalten gelassen werden müssen stelle ich mir schwierig vor.
      Ist knifflig aber wie gesagt faszinierend und ziemlich nützlich. Bei der Zolty Lew hat die Abwicklung auch auf 1/160 skaliert wunderbar geklappt.
      Die alten Küstenpanzerschiffe sind schon tolle Teile. Neben der Form fand ich an der Beowulf auch die Farben super. Der Bau ist schon 14 Jahre her, aber schwierig ist mir der Rumpfe nicht in Erinnerung geblieben. Da hatte der Designer des Bogens eine klasse Arbeit gemacht.
      Viele Grüße
      Holger