Forschungsschiff Michail Lomonossow - Konstruktionsbericht

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    • Forschungsschiff Michail Lomonossow - Konstruktionsbericht

      Forschungsschiff Michail Lomonossow - Konstruktionsbericht
      Bau Werft war 1957 die NEPTUN WERFT in Rostock. Verdrängung: 2255 BRT. Länge: 102m. Breite: 14m. Antriebsleistung: 1802 Kw. Geschwindigkeit: 13 Kn. Einsatzzeit: 1957 bis 1999.
      Ich beginne ein Papiermodell zu entwickeln. Maßstab 1/200.

    • Hallo Yuri, hallo Hans-Jürgen und alle zusammen,

      es freut mich riesig, dass zwei Ideen endlich Realität werden.
      Einmal die "Michail Lomonossow", als Kartonmodell mit Unterwasserschiff im Maßstab M 1:200 und die Konstruktion des Modells (und hoffentlich auch weitere) live.
      Besonderer Dank gebührt Yuri für sein Engagement und Hans-Jürgen für das dolmetschen und u. a. auch die Kontaktpflege mit dem Oriel-Verlag.

      @ Günter: Die "Michail Lomonossow" Modelle von "Kranich" (M 1:200) und cfm (M 1:250) sind zweifelsfrei sehr gute Modelle, entsprechen aber hinsichtlich grafischer Aufbereitung und Detaillierungsgrad dem Stand der 60er Jahre und verfügen auch nicht über einen Unterwasserrumpf.

      @ Roberto: Die "Rudolf Breitscheid" oder z. B. auch die "Frieden" - stehen schon auf einem Wunschzettel...

      Viele Grüße
      Roland
    • Hallo liebe Freunde,
      ein paar Anmerkungen meinerseits:
      @Pianisto: Yuri oder Jura? "Yuri" ist die offizielle Version, "Jura" die mehr freundschaftliche Variante, beides ist erlaubt, auch bei Leuten die noch keine Brüderschaft getrunken haben.
      @AR-MEN: Ich will ja nicht unken, aber ich glaube ich habe da etwas von einem neuen Eisbrecher bzw. eisgängigen Schiff aus Juris Werkstatt gehört.
      Roland und andere: Die Lomonossow war einer der beliebtesten Bögen des Kranich-Verlags. Irgendwann vor ein paar Monaten hat Jura nach Modellvorschlägen gefragt, und die Erfahrungen mit der Lenin im Hinterkopf, die es auch als sehr schönen und für damalige Zeiten auch gut detaillierten Kranich-Bogen gab (der zweitteuerste zu DDR-Zeiten mit einem Preis von 4.- DDR-Mark, nur die Swerdlow war mit 4,50 Mark noch teurer) und was Jura jetzt daraus gemacht hat, da fielen Roland und mir spontan die Lomonossow ein. Ein paar andere Vorschläge liegen noch in der Kiste und "reifen". Jura war interessiert und hat um Unterstützung bei der Recherche gebeten. Wie das abgelaufen und ausgegangen ist, das kann am besten Roland erzählen.
      Die Lomonossow ist auf der Basis der Kolomna-Frachter gebaut worden. Deshalb konnte Jura auch den Rumpf dieser Frachter benutzen.
      Ich bin gespannt, wie es weiter geht und ob das Modell wirklich mal als Bogen in den Druck geht....
      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo Yuri und alle zusammen,

      an dieser Stelle ein paar Worte zur "Michail Lomonossow-Recherche".
      Deren Ziel war es, möglichst viele konstruktionsverwertbare Risse und Detailinformationen zu finden.
      Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei in der Suche nach Längs- und Querrissen des Rumpfes (incl. UW-Schiff).

      Eine erste Quelle stellte natürlich der Kranich-Modellbogen selbst dar, zeigt er doch auf der letzten Umschlagseite immerhin recht aussagekräftige Darstellungen von Ausschnitten aus dem Generalplan.
      Zusätzlich bietet sicher auch die Modellkonstruktion selbst, begünstigt durch den Maßstab M 1:200, einige verwertbare Anhaltspunkte für die aktuelle Konstruktionsarbeit.

      Die folgenden Bilder zeigen den Kranich-Modellbogen der "Michail Lomonossow"










      Weitere Ausschnitte aus dem Generalplan entdeckte ich nach sachdienlichen Hinweisen von Hans-Jürgen, in dem Heft 12/1957 aus der Reihe "Schiffbautechnik", das ich in einem Antiquariat aufstöberte.
      Doch die begehrten Spantenrisse waren auch darin nicht zu finden.

      Es folgten ausgiebige Sichtungen des VTH- Bauplanangebotes und sonstiger diverser Anbieter - NICHTS!
      Kontakte mit zahlreichen Museen - NICHTS!

      Eine Anfrage bei der Neptun-Werft lies dann Hoffnung aufkommen, informierte man (Frau) mich doch freundlicherweise darüber, dass sämtliche Werftplanunterlagen aus den 50er - 60er Jahren in das Landesarchiv nach Greifswald ausgelagert wurden.

      Leider erwies sich auch diese Spur letztlich nicht als zielführend, weil nach Auskunft dieses Hauses die Pläne bei der Neptun-Werft gelagert würden!

      Weiteres stöbern im Netz brachte schließlich die Teilerkenntnis, dass der Rumpf der "M. L." auf Basis des sogenannten Kolomna-Rumpfes gebaut wurde und damals auch für weitere Schiffstypen der DSR Verwendung fand.
      Kolomna steht dabei für den Namen einer russischen Stadt.


      So, kurze Unterbrechung, da ich an den Herd muss - Mittagessen zubereiten!
      Fortsetzung gegen 13:00 Uhr MEZ

      Viele Grüße
      Roland
    • So, die "Schläuche" sind gefüllt happy 2
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      Über einen Kolomna-Rumpf verfügte, so dann die weiteren "Ermittlungen" z. B. auch das unter DSR-Flagge fahrende Frachtschiff "Thälmann-Pionier".
      Weitere Recherche führte mich dann zu den Seeleuten Rostock e.V. , bzw. zu Seeleute-Rostock.de.
      Und hier stieß ich auf das Bild eines im Maßstab M 1:250 gebauten Vollrumpfmodells der "Thälmann-Pionier".
      Der dazugehörige Modellbauer war auch schnell ausfindig gemacht und wenig später in ein Telefongespräch mit mir verwickelt...
      Info hin, Info her...Ergebnis: Keine Spantenrisse!

      Kurzzeitig machte sich leichte Resignation breit!

      Doch wie im richtigen Leben Licht und Schatten munter wechseln, sorgte genau in diesem Moment Yuri für einen erlösenden Paukenschlag.
      Während ich, inzwischen etwas missmutig, über weitere Rechercheschritte nachdachte, zeigt er in unserer "Konversation" (Hans-Jürgen - Yuri - ich) Bilder seiner ersten Konstruktionsergebnisse...

      Der Kreis war geschlossen.

      Viele Grüße
      Roland
    • Hallo Roland und Hans-Jürgen,

      prima, daß ihr die interessanten Konstruktionszeichnungen von Yuri mit einem Bericht über die Informationsbeschaffung ergänzt! Wer noch nie selber konstruiert oder scratch-gebaut hat, kann sich oft gar nicht vorstellen, wieviel Mühe und Zeit darin investiert werden muß. Und: oft genug bleiben auch mit Spantenplänen etc. noch Fragen offen. Das sollte jeder Modellbauer bedenken, wenn er kleinere Unstimmigkeiten am zu bauenden Bogen moniert ("das sah in Wahrheit anders aus").

      Weiter so, daß wird ein ganz besonderer Thread!
      Beste Grüße
      Claudia
    • Das einzige Schiff, was ich mal (fertig) gebaut habe, ist der Kranich-reprint von cfm...
      Und das steht in meiner Vitrine...





      Ich bin sehr neugierig, wie im Vergleich dazu eure Konstruktion aussehen wird.

      Bei der "Lenin" sind das ja Welten....
      Viele Grüße, Michael

      Der Mensch lernt und leimt - und alles klebt gut!

      Gangelter Modellbautage am 30. November und 1. Dezember 2019
    • Abend!

      Ein richtig interresanter Beitrag da man auch mal hinter die Kulissen schauen darf, wie so ein Modell eigentlich entsteht. Ist doch sehr komplex um sowas hin zu bekommen da ist man aber gerade mal beim Rumpf. Das dieser Teil der schwerste ist kann ich mir gut vorstellen, aber das gesamte Werk im Kontext zueinander ist für mich eine Höchstleistung.
      Dafür zolle ich den jeweiligen Konstrukteuren höchsten Respekt sowas auch zu Ende zu bringen. Könnte selbst nicht mal einen einfachen Körper auf den Pc bringen, vom 3d Effekt ganz zu schweigen


      Ich hoffe auch das dadurch bei mir das Verständnis für Fehler in Konstruktion und Ausführung sensibilisiert wird. Speziell da hinter dem PC das System Mensch sitzt und auch diesem Fehler unterlaufen und sogar Unterlagen nicht vorhanden sind.
      Denn beim schimpfen wenn´s nicht passt ist man schnell (auch ich), aber da sollte man schon besser sein.

      So macht Hobby nicht nur Spaß sondern ist auch ein Lernfaktor. danke1

      Gruß
      Marcus
    • Hallo Marcus,

      auch Dir vielen Dank für Deinen Beitrag, besonders für Deine respektvolle Haltung gegenüber der Konstruktionsarbeit, die einem fertigen Kartonmodellbogen vorausgeht.
      Deren gesamte Qualität beeinflussen Baubarkeit und Gesamtwirkung eines Modells.
      Mit gesamter Qualität meine ich, dass die Passgenauigkeit sicher ein wesentliches, aber nicht das alleinige Qualitätsmerkmal einer Modellkonstruktion darstellt.
      Denn der Konstrukteur entscheidet z. B. auch über die Gestaltung des Spantengerüstes, wo und wie bei Schiffen eine Bordwand geteilt wird, den Detaillierungsgrad, usw., usw.
      Damit wird vielleicht deutlich, dass allein gute Konstruktionskompetenzen nicht ausreichen, am PC ein "gutes" Kartonmodell zu erstellen.
      Entscheidend, oder zumindest vorteilhaft ist immer auch ein gutes Maß an spezifischem Fachwissen über das zu konstruierende Objekt.
      Und letztlich zählt auch die gesamte Konstruktionsleistung, die vom Konstrukteur für ein Modell aufgebracht wird.
      Besonders deutlich wird das bei Schiffsmodellen und der Darstellung des Unterwasserschiffes, das nach meiner Meinung grundsätzlich in einer Konstruktion, zumindest als baubare Option, enthalten sein sollte.
      Da aber bei Schiffsmodellen gerade das Unterwasserschiff oft erheblichen Mehraufwand, sowohl bei der Recherche, als auch bei der Konstruktion erfordert, verdienen diese Konstruktions-Mehrleistungen gegenüber Wasserlinienkonstruktionen von mir persönlich immer auch besondere Würdigung.

      Unsere Absicht war es, mit diesem Thread die Arbeit hinter den Kulissen für uns Modellbauer etwas transparenter zu machen.
      Vielleicht kann er damit auch ein klein wenig dazu beitragen, unser Anspruchsverhalten gegenüber einem Kartonmodellbogen gelegentlich etwas zu erden.


      Viele Grüße
      Roland
    • Vladimir wrote:

      ...Komisch, bei only-paper gibts keine Information darüber, dass Sie sich damit befassen...
      Hallo Vladimir,

      über welche Konstrukteure und ihre aktuell entstehenden Kartonmodell-Konstruktionen informiert denn die Plattform only-paper üblicherweise, kannst Du da genaueres mitteilen?
      Das würde mich sehr interessieren.
    • Hallo Roland,
      only-paper.ru ist ein russischer Internet-Händler mit einer Verkaufs- und Forum-Webseite, die, für russische Verhältnisse, ziemlich stark frequentiert ist. Im Bereich "Разработка" (sinngemäß "Modellentwicklung") werden Konstruktionen diskutiert, so wie das Jura auch für unser Forum angeregt hat. Es gibt Modellentwürfe in allen Sparten, im Schiffsmodellbau gibt es 101 alte und neue Themen. Unser Freund Jura nennt sich dort "lyui" und hat insgesamt 8 Beiträge initiiert, unter anderem auch die bereits im Handel befindlichen und von dir gebauten Eisbrecher und die Gagarin. Aktuell stellt er seine Arbeit am Kreuzer Michail Kutusow, am Hubschrauberträger Moskwa und das Projekt "Aquamarin" ( ich weiß nicht, wie dieses Schiff zu klassifizieren ist) vor, aber eben (noch) nicht die Lomonossow. Man findet auch andere bekannte Konstrukteure, so Juri Gromykh, aber auch einige Hobbykonstrukteure.
      Der Besuch der Seite ist interessant, allerdings sollte man über einen gut funktionierenden Virenscanner verfügen!

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo noch mal,
      ich habe mit Absicht keinen Link gesetzt. Wer gucken will, muss von der Hauptseite only-paper.ru links oben Форум моделистов wählen, dann ist es so ähnlich strukturiert wie unser Forum, erst kommen die foruminternen Bereiche, dann die aktuellen Wettbewerbe (einer wird von Jura geleitet und gesponsert), dann der Bereich Modellbautechniken, dann die Konstruktion und danach die "Мастерская", dort sind die Bauberichte zu finden, dann kommt die Galerie und dann noch Neuigkeiten aus den Verlagen.

      Viel Spaß beim Stöbern! Vorsicht beim Herunterladen! Ich habe es noch nicht im Detail geprüft, aber es kann durchaus sein, das bei den Downloads illegale Sachen (Scans) dabei sind. Es gibt auch legale Links, z. B. ist die hier vom Dieter aus Ulm vorgestellte Wallfahrtskirche Maria Hilf bereits zu finden, die ist ja als kostenloser Download verfügbar.

      Ich habe keine Möglichkeit gefunden, die Spracheinstellung der Seite zu ändern, also Russischkenntnisse auskramen!
      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Mit Google Translate ist das folgen solcher Beiträge nicht mehr so schwer, auch wenn die Übersetzung schwer aus dem Kontext gerissen wird. Aber für meinereins ist es ausreichend. Die Beiträge von Juri sind schon heftig was den Aufwand betrifft. Das ich bei der Juri Gagarin dann sogar einen AHA-Effekt hatte als ich die Bilder sah und zurückblickend in der Vergangenheit den Bogen daheim mal durchblätterte und auf das Jahr 9999 verschob.
      War und ist für mich kaum baubar, aber gegen das bauen des Bogens muß die Konstruktion und Entwicklung um ein vielfaches komplizierter sein als ich dachte.

      Marcus