Versuch einer Taigatrommel

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    • Versuch einer Taigatrommel

      Hallo Lesende,

      ich habe von Peter (Millpet) und Nicole einen interessanten Baubericht über eine (Polnische) ST44-935 vom GPM-Verlag gelesen. Diese Lok aus Russischscher Produktion lief bei den Tschechen auch als 781 und in der DDR und nach der Wiedervereinigung sogar noch bei der DB als 120. Das Teil hatte den Spitznamen Gagarin war aber auch eher bekannt als Taigatrommel.

      Ich habe dann auch in Polnischen und Tschechischen Foren Berichte über diesen Typ Loks gelesen und mein Interesse wurde geweckt. Auf Neudeutsch angefixt. Ich habe mir also von GPM in Polen zwei Sätze des Bogens (ein zweiter Bogen als Reserve nach Peters Rat) und einen LC-Satz gekauft. Die Preise sind imho in Ordnung.



      Geliefert wurde ein Bogen von 34 A3 Seiten in geklebter Block Bindung - aus 200 Pappe - und 16 Bögen LC ( dazu noch Lüftergitter, Fabriknummer usw. ). Das Papier des Bogens ist langfaserig, auf der rauen Seite ist ein sauberer, konturenscharfer analoger Druck, nix mit Laser. Der LC-Satz (aus Finnpappe?) scheint tatsächlich alle Teile zu enthalten die mit 1 mm oder 0,5 mm zu verstärken sind (zwei LC-Bögen sind darum 0,5 mm dick). Ich kenne LC Sätze bisher nur aus dem Architekturmodellbau in 1/160, diese von GPM scheinen mir qualitativ in Ordnung zu sein.

      Anfangen wollte ich mit dem Bau dieses Modells eigentlich erst am Jahresende. Weil Peter und Nicole aber in Ihrem Bericht von Fehlern im Bogen, Ungenauigkeiten beim LC-Satz und einer schlechten BA geschrieben haben wollte ich mir das Modell wenigstens schon mal anschauen.

      Erst einmal, die BA ist imho sehr schlecht. Die Zeichnungen enthalten lustige Fehler und sehr viel muss man raten. Auf acht Seiten geht def. zu wenig drauf. Die in Polnischer Sprache gehaltene schriftliche Anleitung ist genau so und wird noch nicht mal einem Polen helfen. Am schlimmsten ist die Anleitung für den Unter-Rahmen (ohne Hilfe aus den Foren würde ich da nichts zusammen bekommen) da werden unter anderenm tatsächlich die Teile für die Aufnahmezapfen gar nicht erwähnt und eine seltsame Kiste aus diesen Teilen gebaut die man garnicht braucht. Das haben die wohl aus einem Modellbogen für eine Obstkiste übernommen happy1




      Bei durchblättern der Bögen habe ich auf einmal aber den Eindruck gewonnen, dass meine Sehkraft jetzt noch mehr nachgelassen hat (ich muss dazu sagen, dass ich sowieso nur mit einem Auge sehen kann und meine übrig gebliebenen Sehnerven noch zusätzlich von einem Schrapnell beschädigt wurden). Mein Blick blieb an den Teilen für die Räder hängen. Die sind nun mal rund und der Mittelpunkt der Kreise wird durch eine geöffnete Schere gekennzeichnet deren Klingen den Mittelpunkt bilden sollen. Bei zwei Nummern - mit zusammen 24 Teilen - war das aber nicht so. Die Mittelpunkte liegen überall, nur nicht in der Mitte der Kreise. Wehe dem der da einen Kreisschneider ansetzt kotz1 , das gibt Müll. Komischerweise ist bei zwei anderen Nummer mit auch 24 Teilen der Mittelpunkt perfekt getroffen worden. Ich habe also die falschen Mittelpunkte berichtigt und die Radscheiben ausgeschnitten.

      Das erste Bild sagt wohl alles - die roten Pfeile zeigen die von mir gesetzten richtigen Punkte - , das zweite Bild ist mit perfekt gekennzeichneten Mittelpunkten, es geht doch wohl also.






      Jetzt habe ich wenigstens schon einiges ausgeschnitten. Die 8 mm Ausschnitte für die Achsen müssen noch mit einem Locheisen ausgestanzt werden, habe ich mir erst bestellt.

      Im LC-Satz sind alle Teile der Räder enthalten. Jetzt steht in der Anleitung, dass die Teile au dem Bogen verstärkt werden müssen/sollen. Sollen/müssen jetzt also die Papierteile immer auf die LC-Teile geklebt werden? In den Bauberichten in den Foren kann ich sehen, dass die Leuts das nicht immer tuen sondern oft die LC-Teile alleine benutzen, so einfach nach Lust und Laune. Für die paar Teile - die fertiggestellten nach allen Feinarbeiten - habe ich übrigens fast sechs Stunden gebraucht, für die Lok werde ich also wohl sechs jahre brauchen verlegen2




      Ach ja, hier ein Bild wie ich das Runde auch wirklich rund gemacht habe. Einspannen in eine Bohrmaschine und dann über 1000der Papier. Das Bild ist natürlich vor der Bearbeitung.




      Gruß
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Hallo Roland,

      bist du noch am Taigatrommelmodellbauen?

      Bei allem Respekt für diese umfangreichen Bögen würde ich eher pragmatisch bauen.
      Soll heißen ich würde mich nicht sklavisch an das vorgegebene halten, sondern wenn nötig auch mal einfach was weglassen (denn ändern oder modifizieren mußte ja wohl sowieso noch ab und zu).

      Viele Grüße von
      Jürgen
    • Hallo Jürgen,

      so weit wie Du mit Deiner schönen Lok - Klasse geworden das mit den Scheinwerfern - werde ich noch lange nicht sein.

      Wie ich schon geschrieben hatte, ist dies ein Modell, dass ich erst richtig nach Ende des Sommers angehen werde. Im Moment lese ich alles, was ich zu dieser Lok finden kann. Natürlich studiere ich auch Bauberichte in den Foren über diese Lok. Ich muss ja nicht die Probleme der Anderen wiederholen Blöd1 Jetzt habe ich sogar den - leider nur unvollständigen - Baubericht des Konstrukteurs gefunden. In diesem geht er sehr umfangreich auf Drehgestell und "Unterteil" ein, das Chassis vernachlässigt er aber leider. Das sieht man dann auch am Modell traurig1 Sei also bitte nicht böse, wenn sich hier bei mir erst etwas erst nach dem Sommer tun wird.

      Gruß
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Einen schönen Sonntag,

      der Mast ist 31 cm lang/hoch. Ihr könnt Euch also bei so einem filigranen Teil denken, dass es mir nicht leicht gefallen ist das fast gerade und nur - im Moment, das Teil arbeitet bestimmt noch eine Weile - mit einer Abweichung von 0,5 mm zusammen zu kleben.

      Ich werde jetzt noch den Mast von allen vier Seiten abwechselnd beschweren und schauen ob er sich wirklich nicht mehr verzieht ängstlich1

      Danach soll er nach Worten des Konstrukteurs in Sekundenkleber "ertränkt" werden um nach nochmaligem Trocknen und Ausrichten die Kanten mit Schmirgel zu glätten. Was der Konstrukteur dann aber schreibt finde ich ausgezeichnet. Er bemerkt im Abschluß zu diesem wichtigen Bauabschnitt: "Bitte nach allem aber Eines nicht vergessen, es ist trotz allem (nur) Papier!"



      Gruß
      Roland

      ..... der endlich lernen muss zufrieden mit dem Erreichtem zu sein!
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Hallo Roland,

      ja,so ist es nun mal: Es ist letztendlich wirklich nur Papier.

      Dieser Werkstoff wird uns immer wieder zu Kompromissen zwingen, mal größeren, mal kleineren. Und man wird auch immer mal wieder an seine Grenzen stoßen. Nur aufgeben sollte man nicht.

      Bleib dran - das wird was!
      Beste Grüße

      von Andy

      Lasst uns (k)leben!
    • Hallo,

      so langsam kann man sehen was dieses zwischendurch eingeschobene Teil werden soll. Ich will ja erst im letzten viertel dieses Jahes mit der eigentlichen Lok anfangen. Bis dahin heißt es eben für mich üben,üben, üben.

      Und alldieweil eine Lok ja auch eine Gleisanlage braucht und dazu ja auch ein Signal gehören kann sollen meine Übungen auch einen praktischen Nutzen für meine Taigatrommel haben.

      Das Model ist ein LC-Satz vom modelservice.

      Der Bausatz besteht aus vier verschieden gelaserten Blättern von 0,2 bis 1,5 mm Dicke. Hier muss ich auch die Papiersorte 0,5 mm kritisieren. Der Bogen hat eine Deckoberfläche, die sich gerne ablöst. Auch fasert gerade diese Sorte stark. Bei diesen Teilen braucht man wirklich Sekundenkleber! Die anderen Papiersorten sind erste Sahne. Zusätzlich gibt es noch Folien für die Lampen. Und tatsächlich fast 100 in Farbe gedruckte Blätter als Bauanleitung. Und das zu dem Preis; Zugreifen!

      Ich baue sehr viel mit Sekundenkleber. Dies wird auch in der Bauanleitung an vielen Stellen geschrieben. Die Tritte zum Bleistift sind aus 0,2 mm dickem Papier und die werden mit Sekundenkleber wirklich erst trittfest grins 2 Nur eine Sache ist dabei blöd, Sekundenkleber stinkt kotz1

      Wie ich schon geschrieben hatte, werde ich das Signal nach Fertigstellung lackieren müssen. Der Konstrukteur macht das - wenn meine rudimentären Sprachkenntnisse mich nicht trügen und wenn der Google Übersetzer nicht lügt - mit der Spraydose. Davor habe ich Respekt, zuviel Farbe schmiert alles zu und zuwenig Farbe deckt nicht vernünftig. Auch muss man an alle Stellen kommen, Ihr werdet noch sehen was da alles für Anbauten dran kommen. Gut, einige (wenige) Teile werden auch erst nach dem "Hauptanstrich" angebaut.




      Ich muss mir nur noch (aus 1 mm Messing?) die Schrauben für die Muttern besorgen. Auf den Bilder sind die drauf aber nicht in den Bögen vorhanden.



      In den Signalfuß kann ich bestimmt noch etwas aus Metall einbauen. Sonst wird das eine wackelige Angelegenheit.

      Schönen Abend noch
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Hallo,

      nach den nächsten Bilder ist erst einmal Pause. Im Sommer wollte ich andere Dinge machen.



      Wenn in der Bauanleitung steht, dass man die Bauteile knicken soll muss man nicht unbedingt folgen (Bild 1). Auseinander schneiden und stumpf zusammen kleben wäre einfacher gewesen.




      An den Achsen werden die Flügel des Signales befestigt.




      Die Konstruktionen unter den oberen und unteren Flügelachsen dienen nur dazu, die Blenden für die Signalleuchten zu steuern. Das ist ein ganz netter Fummelskram. Und, für mich, ohne Sekundenkleber wirklich nicht zu bauen.

      Gruß
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Hallo Andy,

      Danke!

      Ich habe ja auch geschrieben das ich diesen Kleinkram ohne Sekundenkleber nicht bauen kann. Da müssen Hebel(chen) auf Achsen mit 2 mm Durchmesser geklebt werden! Wie verfixt noch mal bekommen die anderen Modellbauer hier so etwas mit Leim oder normalem Alleskleber hin denk1 Das muss ja auch alles stabil halten frech 2 Ich habe immer Bammel, dass mir da etwas abbricht. Ich verstehe immer mehr die Hinweisschilder mit der Bitte : "Nicht berühren!" auf Ausstellungen.

      Dieses Teil zeigt mir mal wieder meine Grenzen. Macht aber auch vielleicht gerade darum sehr viel Spaß und ich freue mich über jeden kleinen Fortschritt.

      Gruß
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Hallo,

      habe doch mal wieder am Signal weiter gebaut. Die E-Kupplung ist dran und der Kasten für die Antriebsübertragung.



      Auch die Lager für die Windentrommel und den zugehörigen (Hand)Antrieb sind dran. Alles gebaut nach der Reihenfolge der Anleitung. Bööööse Idee. Die Lager für die Trommel müssen in den Mast gebaut werden. Hätte ich also besser beim Bau des Mastes berücksichtigen sollen.




      Einen schönen Abend noch
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Hallo Jürgen,

      Danke.

      Ich glaube/hoffe nicht, dass sich da etwas verziehen wird. Ich habe, so weit es geht, die Teile mit Sekundenkleber gehärtet; gibt der Konstrukteur auch immer wieder in der Anleitung vor. Ich will/werde dann nur lösemittelhaltige Farbe benutzen, auf keinen Fall was wasserlösliches.

      Zuerst will ich das Teil grundieren und dann anpinseln. So weit es geht alles mit der Sprühdose. Nur da wo die Srühfarbe nicht dran kommt mit dem Pinsel; ich will ja nicht mit Farbe die Strukturen verdecken.

      Gruß
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --
    • Schönen Abend,

      ja, auch ein Signal hat eine Mütze grins 2 Durch/Über die Trommel wird das Steuerungsseil geführt.




      Die Halterungen für die Ausgleichshebel.



      Nicht einen sondern zwei Ausgleichshebel brauch man für ein DB-Formhauptsignal.



      Hoffentlich hält das wenn dann auch noch die Ansteuerungen (Gabeln, Drähte) angebracht werden müssen. Bisher sind auch diese empfindlichen Teile aus Pappe.



      Gruß
      Roland
      -- Roll Yer Own If You Can´t Get Ready Made --