Bilder Z1, Leberecht Maass

    • Bilder Z1, Leberecht Maass

      Hallo zusammen,
      ich hoffe, Ihr habt das Osterfest alle gut "verbastelt".
      Bevor ich nächste Woche wieder in die Arbeitswelt wechsele, möchte ich einige Bilder meines zweiten Kartonmodells einstellen.
      Vielen Dank an dieser Stelle an Günter, Deine Tipps haben das Ergebnis deutlich verbessert. Nun noch Stativ und einen passenden Hintergrund besorgen, die kryptischen Anweisungen des Computers, der sich als Kamera tarnt, verstehen um die Blendenzahl manipulieren zu können, dann hoffe ich das Ergebnis nochmals zu verbessern.
      Ich zeige euch Bilder vom GPM-Modell Z1, Leberecht Maass, 1:200, da ich dieses im Gegensatz zur Tsingtau schon mit abnehmbarer Fahne gebaut habe. Tsingtau kommt später mit Straftatsbestandsverhinderndem "Sichtschutz" nach.

      Leberecht Maass - oder Z1 war das Typschiff der 1934 beauftragten "Zerstörer 1934". Schiffe der Baureihe Z1-Z4 hatten eine L.ü.a. von 119 m. und eine Einsatzverdrängung von über 3.100 ts. Die Serie Z1- Z4 lief in der Spitze um 36 Knoten. Neben den acht Torpedorohren in zwei Vierlingssätzen verfügten sie über fünf Seezielkanonen 12,7cm L/45 C 34, vier 3,7cm Flak L/83 C 30 in Zwillingslafette C 30, und sechs Flak 2cm L/65 auf Einzellafette C 30. Zur U-Boot-Jagd konnten vier Wasserbombenwerfer eingesetzt werden. Außerdem verfügten die Schiffe über eine Minenwurfanlage. Die Besatzung belief sich auf 325 Mann. Z1 wurde im Januar 1937 in Dienst gestellt. Bemängelt wurden technische Störungen in der Höchstdruck-Heißdampfanlage, und die, der ranken Serie geschuldeten Einschränkungen bei grober See.
      Bemerkenswert ist das Ende des Schiffes, das im Februar 1940 mit seinem Schwesterschiff "Max Schulz" auf der Rückfahrt von einem nächtlichen Einsatz auf der Doggerbank irrtümlich von einem deutschen Kampfflugzeug bombardiert und in eine Minensperre getrieben wurde. Beide Zerstörer sanken mit fast 600 Mann.



      In den Totalen bitte ich die noch vorhandenen Unschärfen nachzusehen. Neben dem GPM-Bogen habe ich hier die Ätzsätze für die 3,7cm und 2cm-Flak verwendet. Auch die Seil(?)trommeln sind aus Ätzteilen. Der hintere Mast ist aus Draht, der vordere aus Holz und Draht. Verspannt wurde mit unterschiedlich dicken Serafil-Garn. Der Bogen bietet die interessante Option, viele Klein- und Kleinstteile im Aufdruck wie auch zusätzlich im Bogen zu enthalten. Mit diesem Konzept kann der Modellbauer seinen Fähigkeiten - oder seiner Geduld - nach selbst entscheiden, auf welche Spitze er den Bau treibt...
      Da die Kamera im Nahaufnahmemodus plötzlich viel mehr zeigte als ich sehen mochte - die blickt halt mit den Augen des Lieblosen - der Hinweis, das Baumängel ausschließlich auf mich zurückzuführen sind, Bauanleitung und Passgenauigkeit des Bogens waren tadellos.



      Das linke Bild verdeutlich sehr gut die enorme Detailtiefe, so sich zur "Vollversion" entschlossen wird. Als eines der wenigen zusätzlichen Elemente habe ich an den Enden der Kranausleger die Lampen nachgebildet. Die Verrohrung an den Schornsteinen ist aus Cu-Draht. Auch die Fußleisten sind aus Draht, aber das war das erste und letzte Modell mit dieser Bauart... seit dem immer Lasercut-Leitern, durchgeschnitten und Sekundenkleber-gehärtet...
      Da die Antennen aus Garn gezogen entweder "durchsackig" oder abgerissen waren, habe ich sie aus erhitztem Kunststoff gezogen.



      Um noch beim "K"-Thema zu verweilen, auch die Seeminen-Modelle im linken Bild sind daraus erstellt. Kugeln im Kaliber 5,5mm so rund aus Karton zu erstellen, ist mir nicht gegeben. Das waren Geschosse für diese modernen Erbsenpistolen, "Soft-Air-Guns". Am Heck ist eine weitere "Eigenmächtigkeit", die Ablaufkurve für das Minenwerfen, die waren nicht im Bausatz. Das aus Pappe. Wasserabweiser über den Bullaugen waren mal `dran. Ich hatte mir damals den "Srewpunch" gegönnt, und festgestellt, dass "fast" durchgedrückt und schräg gehalten wunderschöne, halbmondförmige Beulen ergibt- und schon mit der tollen Idee von hinten die Augenbrauen dargestellt. Das sah wirklich prima aus. Leider nur ein paar Wochen, dann zog sich der Karton betreten zurück... war halt ne Sch...-Idee!
      Das rechte Bild zeigt den Kutter, die 3,7cm und die Torpedo-Apparate... Hm, da fällt mir ein, die "Kanonenrohre" habe ich aus passenden Kanülen gebaut... Wäre dann Edelstahl. Meine Karton-Spaghettis haben mir nicht so gut gefallen.



      Die `Draufsicht des linken Bildes vermittelt vielleicht etwas von dem wunderschönen "Schwung" des Schiffes. Und zeigt auch etwas, das ich nie wiederholen würde. Nämlich das Dinghi nach außen hängen - ist mir schon zwei mal beim "Rangieren" abgerissen. Das rechte Bild zeigt die Zerstörerpinasse(?) - oder war es das Beiboot auf der Bb.-seite... Leider kann ich auch die Bedeutung der Signalflaggen nicht mehr genau erinnern, das war so etwas ähnliches wie "Achtung, Minengefahr, drehe ab, folgen Sie mir(oder folgen sie mir besser nicht...) Hätte ich mal besser notiert.

      So, ich hoffe, die Bilder gefallen, und sollten Fragen zum Modell anstehen, antworte ich gerne.

      Falls Interesse besteht, ich habe mich beim Bau hauptsächlich an folgender Literatur orientiert:
      S. Breyer, Die deutsche Kriegsmarine, Bd. 2
      Ders., "Die deutschen Zerstörer, Teil I & Teil II,
      Koop/Schmolke, Vom Original zum Modell
      H. Fock, Z-vor!, Bd. 1&2

      Gruß aus dem Westerwald,

      Robert
    • Moin Robert,

      also ährlich....Eigenmächtigkeiten beim Kartonmodellbau.....TsTsTs......wer hätte denn davon schon mal was gehört..... lach 2
      Nee....im Ernst, ein sehr schönes Modell dieser schnittigen Zerstörerklasse!
      Und aufpimpen und Ergänzen ist hier schon ziemlich Usus! cool1
      lg.
      Tommi
      ....und ab dafür! rollen1
      Vergammelte Werke
    • Hallo zusammen,

      und danke für die netten Worte - fühl mich hier richtig wohl!
      hvt, T 22 oder Z 1 in 1:250 - Respekt!!
      Als bekennender Grobmotoriker war mir der Maßstab gerade die Nummer zu klein. Und selbst für die 200derter benötige ich immer noch sehr viel Zeit.
      Tommi, danke für`s Lob. Aber dieser Bogen ist trotz seiner Detailfülle - subjektiv - sehr gut zu bauen, es passte einfach alles. Bis auf die Lämpchen und die Ablaufschienen war da nicht viel abzurunden.
      Gerhardt, das mit der Detailfülle funktioniert auch nur - zumindest bei mir - im Schneckengang. Ich schaue ja schon seit ein paar Jahren "heimlich" in die einschlägigen Foren. Und wenn ich sehe, in welchem Tempo manche Modellbauer die tollsten Sachen durchziehen, dann frage ich mich manchmal, ob die hiesigen Wasserwerke nicht das Chlor mit Valium verwechseln... Da komm`
      ich einfach nicht mit.

      Grüße aus dem Westerwald,

      Robert
    • Hallo Robert,

      danke fürs Zeigen eines gelungenen Zerstörer-Modells, das mir dank der von dir hier bewiesenen sauberen Bauweise zusagt. danke1 klasse1
      Und so nebenbei: Du solltest dich nicht grämen, inwiefern du langsam oder nicht schnell beim Bauen / Basteln vorankommst. Es gibt eine ausreichende Anzahl von Modellbaukollegen, die mehr Zeit für unser Hobby investieren würden, um etwas mehr und zügiger zu bauen.... Ich finde es dennoch, das die Bauqualität über der Bauquantität zu stellen ist, und dabei der Spaßfaktor beim Basteln im Vordergrund stehen sollte.
      Grüße

      Alfred
    • Hallo Kurt, Hallo Alfred,

      das wird schon wieder langsamer, wenn ich das Urlaubskapitel beende...
      Kurt, GPM steht bei mir auch ganz oben. Im Vergleich einiger Bögen(T-Boot "Wolf" oder der "Narvik"-Zerstörer) sieht man deutlich, wie sich die Firma bis heute entwickelt hat. Da liegt der Wolf in der Grafik sogar noch hinter einem Falt-Kartonmodell von 1904 - und knapp zwanzig Jahre später kommt man über Druckqualität und der gesamten Ausgestaltung wie bei Z1 oder T 22 aus dem Staunen nicht heraus. Die neuen GPM`s werden meiner Meinung nach nur von Dom Bumagi(Hela) oder Halinski getoppt(Scharnhorst), aber beim Betrachten solcher Bögen fangen auch schon wieder die Selbstzweifel an, nicht nur mit dem "wie", sondern auch mit dem "wann"...
      Alfred, danke für das Lob der sauberen Bauweise - ich muss aber gestehen, das ich seit den gestrigen Nahaufnahmen einiges an Mängeln(neu?) entdeckt habe. Interessanter Weise, je nach Winkel(oder Lichteinfall?) mal mehr, mal weniger prominent. Ich schätze, dass die Knipserei noch einiges an Zeit fordert, bis ich einigermaßen sattelfest bin.

      Grüße, Robert
    • Servus Robert,
      schickes Modell!
      Glaub mir: das mit den Details und Fehlern auf den Fotos kenn ich nur zu gut. Ich glaube auch jeder andere hier.
      Man neigt halt eben doch dazu Bilder schnell mal zu vergrößern und genauer hinzuschauen...
      Da offenbart sich bei vermutlich fast jedem Modell dass es zumindestens eine Stelle gibt die nicht 100% akkurat geworden ist.
      Fällt bei normalem Hinsehen aber nicht auf. Ganz wie Du das schon festgestellt hast...
      Knickkanten in 800 facher Vergrößerung sind halt nunmal Schützengräben happy1
      Grüße aus Dietzenbach

      Nächster Stammtisch im Rhein Main Gebiet am 30.06.2017 ab 19:00 (zum Thread gehts hier lang ;))
      Verkümmerte Werke - Bauberichte und Fertiges
    • Hallo Chris,
      hallo Peter,

      Danke für eure "Streicheleinheiten" - ich bin in den Jahren des Pendlerlebens nie auf den Gedanken gekommen, meine Modelle zu fotografieren - kein Wunder, so ohne Forum!
      Peter, das liegt aber auch am Bogen, wirklich, Z1 und T 22 sind absolute Spitzenbögen, wie gesagt, mit der Option, "alles" dreidimensional heraus zu holen, oder Fünfe mit den Aufdrucken gerade sein zu lassen...
      Chris, ich habe heute beim Fotografieren meiner umskalierten Schnellboote noch was schlimmeres als Nahaufnahme an meiner Kamera entdeckt:
      Den Modus "Supernahaufnahme" - 30mm Linsenabstand. Muß ein Sadist erfunden haben! Könnt ihr bald ansehen... kotz1

      Grüne Grüße aus dem Westerwald,

      Robert
    • Hallo Günter,

      danke für´s Lob. Hab` mir in der internationalen Gebrauchtsachenbörse ein Stativ ersteigert - wenn das da ist, gehe ich mal an die Belichtungszeiten. Mit dem Nahaufnahmemodus habe ich mittlerweile ganz neue Seiten an meinen Modellen entdeckt - bloß keine schönen...
      Momentan bin ich neben der Frage, was ich mal für einen Baubericht starte, auch der Meinung, deswegen noch ein paar Stunden in meine "fotografische Entwicklung" zu investieren. Mein Respekt vor einem schön fotografierten Diorama - oder Totalaufnahmen - ist jedenfalls gewaltig gewachsen.

      Gruß Robert
    • Moin Robert...

      Die Belichtungszeiten sucht sich Deine Kamera doch selber wenn Du ihr die Blende vorgibst. Wenn Du den Modus A einstellst brauchst Du nur die Blende zB 22 einstellen und die Kamera macht den Verschluß solange auf bis genug Licht auf der Platte / dem Sensor ist.

      So habe ich in den analogen Zeiten alle meine Modellfotos mit guten Ergebnissen hingekriegt. Da gibt es praktisch keine unter und Überbelichtungen mehr und auf die Sonne mußt Du auch nicht warten.
      Gruß
      Günter
    • Günther,

      der Hinweis ist Gold wert! danke1

      Ich bin - die Olympus ist etwa von 2001 - nämlich am Wochenende dahintergekommen, dass die Kamera wohl mal zwei Handbücher hatte, ich hab` natürlich nur noch die Doofi-Rudimentärversion, das Dicke is wech... hol` ich mir jetzt nach.

      Gruß Robert
    • Günter, Chris, vielen Dank dafür!
      Ich bin im Netz schon auf der Suche nach dem "dicken" Handbuch. Das Stativ soll diese Woche kommen. Dann könnte ich nächstes Wochenende vielleicht die dickeren Schiffchen fotografieren...) Muß mir noch ein "Hintergrundgefransel" überlegen.
      Und falls ich mich bis zum 13. zu dämlich anstelle, bring ich die Olympus auch mit - Danke, Chris! freu 2

      Gruß Robert