Schlachtkreuzer Seydlitz / JSC / 1:250

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      Hallo Kartonkollegen,

      während der diversen Rekonstruktionen in den vergangenen Monaten war ich nicht untätig und habe auch eifrig wieder an einem Modell geschnippselt – es war der Schlachtkreuzer „Seydlitz“, allerdings nicht die neue Version, die auf dem Markt ist, sondern den alten JSC-Bogen, den ich seit mehr als 10 Jahren in der Schublade hatte. Einfach den alten Bogen entsorgen und einen anderen, weil neueren, zu kaufen, das ist für mich keine Alternative - also greife ich immer zu den alten Bögen, wenn ich sie denn in der Schublade habe, und schaue, was man daraus machen kann.

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      Die Detaillierung dieses Bogens kann natürlich mit dem heutigen Standard nicht unbedingt mithalten, es lassen sich aber diverse Sachen noch hinzubauen mit etwas Kreativität. Der Karton ist, wie bei den älteren JSC-Bögen üblich, relativ dick im Vergleich beispielsweise zu HMV-Bögen, was das Runden nicht unbedingt erleichtert, aber mit einem rückseitigen Anfeuchten des Bauteils hatte ich auch keine größeren Probleme, die Rohre der 8,8 zu formen.

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      Gravierender aber ist das, was sich die Macher des Bogens auf den Decks erlaubt haben: Hier weicht die Imitation des Stahls auf den 3 Deckteilen des Hauptdecks doch sehr stark davon ab: beim ersten und dritten Teil ist es mittelgrau, beim zweiten mittleren Teil ist es hellgrau, was insgesamt einen doch sehr störenden Anblick bietet.

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      Probleme gibt es auch bei der Passgenauigkeit: Einige Bauteile sind größer als die jeweiligen Markierungen auf den Decks, z.B. die Schornsteinunterbauten (das ist jetzt kein so großes Problem, anders herum wäre es deutlich unangenehmer).

      Es soll auch Passprobleme bei den diversen Bordwandteilen geben, die
      konnte ich aber nicht in dem Maße verifizieren, wie ich sie bei einem
      älteren Baubericht, den ich mir vor Jahren mal ausgedruckt hatte,
      nachgelesen habe.

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      Nicht gut konstruiert sind die schweren Türme – hier gab es doch diverse Probleme, die Teile ohne erkennbare Fugen zusammenzukleben (mir gelang das hier nicht immer).

      Gelegentlich sind die Bezeichnungen/Nummerierungen der Bauteile nicht korrekt oder sie fehlen an den Stellen, wo Bauteile aufgeklebt werden sollen, deshalb ist es schon erforderlich, immer genau zu lesen bzw. die Skizzen zu studieren.

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      Auch beim Aussehen des Modells sind ein paar Überlegungen anzustellen: Der Bogen gibt eine Mischform wieder, zwar ohne Torpedoschutznetze (sie wurden nach Skagerrak abgebaut), aber mit etwas zu vielen Beibooten (die außenbords an den Davits hängenden Boote waren zu dem Zeitpunkt auch von Bord gegeben worden).

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      Viel geholfen beim Bau hat mir ein Baubericht, den es mal vor vielen Jahren im alten Forum „papership.de“ gegeben hat, verfasst von einem erstklassigen Modellbauer, der in diesem Forum als „Ole“ firmierte und auf die diversen Probleme beim Bau explizit hingewiesen hat.

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      Schon lange wollte ich die „Seydlitz“ bauen – ist sie doch der Große Kreuzer, der mir am besten von allen gefällt (ich weiß, dass viele die „Derfflinger“-Klasse bevorzugen, aber ich persönlich finde, die „Seydlitz“ mit ihren langen Back sieht einfach dynamischer aus).
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      Jetzt ist sie endlich auf dem Regal neben der „Goeben“ und der „Blücher“. Trotz der diversen Probleme hat mir im Großen und Ganzen der Bau doch Spaß gemacht – und so schlecht sieht sie nun auch nicht aus, finde ich.

      Nebenbei bemerkt - das handkonstruierte Modell der "Blücher" von KhKK kann sich wohl durchaus neben den gedruckten anderen beiden Exemplaren sehen lassen...



      Soviel von dem alten Schlachtkreuzer....

      Servus
      hvt
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      Hallo Hagen,
      eine saubere Flotte hast du da und für das Alter der Bögen machen sie doch echt was her. daumen1 klasse1 prost2
      Ja und zu deinen Problemen von der Seydlitz da bin ich dann mal gespannt wie da mein Bogen in 1:400 aussieht. Ein Punkt dritt bei meinem JSC-Bogen nicht auf und das sind die Farbabweichungen die sind einheitlich. Denn Rest an Hürden werde ich dann sehen wenn ich sie Bau.

      Du hast auf jeden Fall die aufgezählten Hürden hervorragend gemeistert.sport-huerdenlaeufer-smilie_001.gif daumen1

      MfG. Reinhold
      Du sollst den Karton und die Kartonmodellbauer ehren.
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      Moinsen Hagen,

      auch wenn es ein älteres Modell ist ist Dir der Bau doch relativ gut gelungen - es muss nicht immer INW sein wenn man einen Vergleich macht. Die Flagge auf Halbmast bei der Göben ist jetzt wohl denn aktuellen Ereignissen geschuldet - oder ?
      LG Klaus
      viderimus nil posse creari de nihilo
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      Hallo Hagen, sieht sehr gut aus was du aus den alten JSC Bogen herausgeholt hast!
      Freut mich immer wieder das man nicht unbedingt die neuesten Hi Tech Bogen braucht
      um schöne Modelle zu bauen.
      Vorausgesetzt man kann es.
      PS: Du kannst es!!

      Gruß Albrecht
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      Hallo Hagen,
      trotz der beschriebenen Probleme ist Dir ein sehr ansprechendes Modell gelungen, herzlichen Glückwunsch prost2 .
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)
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      Hallo Hagen,

      das ist ein schöner Galerie-Beitrag.
      Liest sich locker, von Bild zu Bild und ist informativ zugleich, was den Bogen angeht.

      Viele Grüße,
      Udo
      kratz1 "Meditieren ist immer noch besser, als einfach nur rumsitzen und gar nichts tun" grins 1
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      @Reinhold
      Danke, Reinhold! Ja, da bin ich gespannt, wie es Dir mit der 400er Version gehen wird. Ich hoffe, Du berichtest...

      @SY190
      Danke, Klaus! Tja, im Augenblick könnte man wirklich die türkische Flagge auf Halbmast setzen, da hast Du recht, aber dies hier ist eine optische Täuschung. Sie hängt an der Querrah außen ist dort ganz nach oben gezogen....

      @Ingo
      Vielen Dank! Vergleiche finde ich immer gut, da kann man dann die Modelle oft besser einordnen.

      @Albrecht
      Danke! Ja, ich baue gerne ältere Bögen und verfeinere diese bis zu dem von mir gewünschten Niveau (das ist mir zumeist lieber, als zuviele Kleinteile verkleben zu müssen, die ich mit meiner normalen Optik kaum noch vernünftig sehen, geschweige denn verkleben kann).

      @Kurt
      Vielen Dank, ex-Pirat grins 2 !

      @Udo
      Freut mich, wenn auch meine Textbeiträge Gefallen finden - vielen Dank, Udo!

      @Klueni
      Ein Lob von einem Meister der Detailfülle, das erfreut das Herz des Bastlers! happy 2

      @Gerhard
      Vielen Dank! Ja, fehlt nur noch die "Derfflinger". Die "Goeben" könnte ja durchaus die "Moltke" doublen (wenn man mal von der türkischen Fahne absieht) - mit der "Derfflinger" dann wäre die 1. Aufklärungsgruppe komplett, zumindest was die Doggerbankschlacht betrifft....

      Was die Skagerrakschlacht betrifft, da müsste dann die "Blücher" wieder zurück aufs Regal und neben der "Derfflinger" noch die "Von der Tann" und die "Lützow", die ebenfalls noch in der Schublade ruhen, dreidimensionalisiert werden - da wird noch einige Zeit vergehen.... denk1

      @KlabauterKlaus
      Vielen Dank, Klaus! happy 2

      Servus
      hvt
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      Hallo Hagen,

      Was für eine tolle Flottenparade!
      Vom "Ankuck-Faktor" haben die Kaiserlichen eigentlich mehr zu bieten als die moderneren Schiffe...
      Beim Bewundern Deiner Bilder fielen mir an der Bildnummer 17 die roten und grünen "Backbord und Steuerbord-Kegel" auf - meines Kenntnisstandes nach waren das Anzeiger für die Ruder(an)lage. Waren die für hinterherfahrende Schiffe gedacht? So wie ein Blinker beim Auto? Oder für den hinteren Notsteuerstand? Ist bekannt, wann die Anzeiger aus der Mode gekommen sind? Beim Modelik-Modell der Königsberg sind sie noch vorhanden, am Leberecht Maass nicht mehr. Oder liegt das eher an der Ausgestaltung der Modellkonstrukteure?

      Gruß Robert
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      Hallo Robert,

      ja, Du hast recht - es sind die "Ruderbälle" bzw. "Ruderstandsanzeiger": Die Ruderbälle sind mit dem Ruder verbunden und werden beim Bewegen des Steuerrads mitbewegt. Geht der Steuerbordball (grüner Kegel) nach oben, so heißt das, dass das Ruder nach Steuerbord gelegt wird; geht der Backbordball (roter Kegel) nach oben, so zeigt das an, dass das Ruder nach Backbord gelegt wird. Sind beide Bälle auf gleicher Höhe, so liegt das Ruder mittschiffs.

      Wie lange diese Anzeigevorrichtungen an Bord waren, weiß ich leider nicht – kann durchaus sein, dass sie noch während der Reichsmarinezeit in Gebrauch waren (das würde ja für die „Königsberg“ passen). Zumindest habe ich in einem Büchlein von 1930 noch die Erklärung der Ruderbälle gelesen, also könnten sie da noch bei der Reichsmarine verwendet worden sein.


      Alles, was da so rumhängt an den Masten, ist für andere Schiffe gedacht - hier bei der „Seydlitz“ sind dies noch die „Fahrt“- oder „Dampfbälle“ – die beiden roten Doppelkegel an den Außenenden der Querrah am Fockmast. Im allgemeinen sind beide Bälle immer auf gleicher Höhe. Auf halber Höhe bedeutet es „Halbe Fahrt“, hängen die Bälle niedriger, so bedeutet es „Langsame Fahrt“, stehen sie weiter oben, dann ist dies „Große Fahrt“ und sind sie ganz oben, so bedeutet dies „Äußerste Fahrt“.

      Zu diesen Zeichen gehört auch noch der „Stoppball“. Dieser muss nach hinten besonders gut sichtbar sein, deshalb ist er an der Querrah des Großmastes aufgehängt (der rote Doppelzylinder mit dem weißen Querstreifen an der Backbordseite). Auf halber Höhe zeigt er an, dass das Schiff rückwärts geht und vorgeheißt, dass das Schiff gestoppt hat.

      Der rot-weiß-rote Zylinder rechts an der Querrah des Großmastes ist der sogenannte „Achtungsball“, und die drei schwarzen, übereinander hängenden kleinen Zylinder, die am Fockmast backbords und am Großmast steuerbords zu sehen sind, Nachtsignallampen.

      Der rote Doppelstander am Fockmast (der alte Buchstabe „Z“) ist ja bekanntermaßen das Angriffsignal für Torpedoboote. Im Topp des Fockmastes hängt dann noch die Admiralsflagge – in dem Fall für einen Vizadmiral (ein schwarzer Kreis).

      Mehr weiß ich zu dem Thema leider auch nicht... denk1

      Servus
      hvt
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      Hallo Hagen,
      vielen Dank für diese komplexe Antwort! Schon ausgedruckt und archiviert - So, und mehr weißt du also nicht? (Unter dem Scheffel brennt das Licht jetzt hell wie tausend Sonnen...)
      Dagegen hab ich von Schiffssignalen im Prinzip ja noch gaaanix gehört - hättest Du noch - Büchlein von 1930 - einen Literaturtipp?

      Viele Grüße, Robert
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      Hallo Robert,

      ein paar Sachen waren mir bekannt, aber mehr Infos dazu habe ich gefunden im Internet, wo ich einen Ausschnitt aus der "Marinefibel" von Eberhard von Mantey gelesen habe. Es gibt einen Nachdruck der Ausgabe von 1934 - ich habe sie mir heute gleich über Amazon bestellt, da mir das, was ich gelesen habe, recht brauchbar erschien.

      Er hat seinerzeit auch noch andere Bücher über die Kaiserliche Marine geschrieben, die kenne ich allerdings nicht; dazu kann ich also auch leider nichts sagen.

      Servus
      hvt