Hampton Court Palace Micro Models 1:1.250

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hampton Court Palace Micro Models 1:1.250

      Hallo liebe Freunde,
      für den vorläufigen Abschluss meiner "Architektur-Periode" habe ich mir das Topmodell von Micro Models aufgehoben - den Hampton Court Palace. "The finest Micro Model of them all" ist die Nummer Arc XXI der Architektur-Reihe und besteht aus drei Kartenpaketen. Insgesamt sind es 30 Karten mit Bauteilen (beispielhaft zeige ich Karte 1 und Karte 30), 7 Karten mit Teilen für die Grundfläche, 4 Karten mit Kleinteilen wie Schornsteine, Zäune etc. und einer Karte mit dem Gesamt-Grundriss. Nach meiner groben Zählung sind es ca. 700 Einzelteile. Meine bisherigen Erfahrungen mit Micro Models sagen mir, dass ich mit einer Bauzeit von ca. 3 Monaten rechnen muss, wenn ich mich nicht allzusehr verbummele. Es steht also viel Bastelspaß ins Haus.
      Ich werde nicht das Original verbauen, sondern habe alles fein säuberlich eingescannt und zwei Mal auf 120 g/m2 Karton ausgedruckt. Wegen der nicht ganz perfekten Passgenauigkeit aufgrund der Handzeichnung ist das wohl der beste Weg.

      Zum Original gibt es sehr viel zu erzählen, ich werde ab und zu mal ein paar Fakten und Geschichten in den Bericht einstreuen.





    • Hallo Armin,
      danke für die Hilfeleistung!
      Hallo ihr anderen,
      ich freue mich, dass ihr zuschauen wollt. Noch gibt es nicht viel von der Baustelle zu berichten. Zunächst habe ich die aus neun Teilen bestehende Grundfläche auf Karton aufgezogen. Darunter kommt dann noch alsbald eine Sperrholzplatte. Die muss ich aber noch zuschneiden. Ich bin auch noch am überlegen, wie ich die Rasenflächen gestalten soll. Ich habe mir aus dem Modellbahnbedarf ein Stück Sommerwiese für die Spur Z besorgt, das ist wohl der kleinste Maßstab bei den Modelleisenbahnern (1:220). Für meinen Maßstab 1:1.250 werde ich wohl nichts finden und Streugut ist auch zu grob. Vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee?
      Inzwischen habe ich mit den ersten Gebäuden angefangen. Die Konstruktion ist meist so, dass zunächst ein Grundkörper gebaut wird (rechts im Bild), der dann mit den entsprechenden Fassadenteilen verkleidet wird. Das Westtor ist schon fast fertig. Wie es aussieht, muss ich das Fotografieren dieser Winzlinge noch ein bisschen üben...
      Das Modell setzt sich übrigens aus ca. 60 solcher einzelnen Gebäude zusammen und es sind genau 241 Schornsteine. Aber zu denen kommen wir später noch...
    • Hallo Hans Jürgen,

      da hast du dir ja einiges vorgenommen. Ich seh aber schon, dass du super wird!
      Was die Wiese angeht, würde ich wohl nix in 3D machen. Britischer Rasen ist ja bekanntlich eher sehr kurz und 1:220er Rasen wird da schnell zum grünenden Weizenfeld.

      Ich werde jedenfalls gespannt zusehen!
      Grüße
      Ludwig
    • Hallo Ludwig,
      schön, dass du mal reinschaust. Was den Rasen betrifft, da gehen meine Gedanken in eine ähnliche Richtung. Leider ist die Original-Graphik ziemlich schlecht, etwas streifig und außerdem möchte ich das Stück Park an der rechten Kanten etwas erweitern, um einen geraden Abschluß zu kriegen, also muss ich irgendetwas machen. Wahrscheinlich ist es das beste, wenn ich mir eine ordentliche gedruckte Rasentextur suche und diese aufklebe, das trägt dann nicht so dick auf wie die Modellbahn-Folie.

      Was macht eigentlich dein Russen-Schiff? Hast wohl im Moment keine Lust dazu?

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo Hans-Jürgen,

      das mit dem Rasen ist eine echte Herausforderung. Man müsste eine 1:220 Grasmatte schon "rasieren" bis auf die Stoppeln. Aber ich denke das sieht dann nicht aus, weil die einzelnen Borsten viel zu weit auseinander stehen.
      Eine Idee wäre vielleicht, eine eingeleimte Fläche mit feinem Vogelsand zu benetzen und nach dem Trocknen mit Grün (Airbrush?) einzufärben.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Hallo Gunnar,
      danke für deine kreative Mitwirkung. Meine Rasenmatte nennt sich "Sommerwiese" und stellt wohl die kurzgeschorenste Variante im Modellbahnbereich dar. Thomas Eichmann hat 2012 im Nachbarforum Kartonbau.de Galeriebilder von seinem Hampton Court Modell veröffentlicht, er hat offensichtlich eine Matte dieser Art benutzt (linkes Bild). Es sieht so schlecht nicht aus. Wie die Alternative aussehen könnte, zeigt der Bericht von Rob Tauxe (papermodelfan) bei den Paper Modelers 2010, also Kartonwiese mit Sträuchern drauf (rechtes Bild). Über Sträucher habe ich noch nicht nachgedacht, da fällt mir später bestimmt etwas ein. Die Wiese muss ich jetzt installieren, bevor die Gebäude aufgestellt werden, sonst wird es schwierig.
      Ich werde wohl über Pfingsten mal den Rasentrimmer anwerfen und versuchen, meine Sommerwiese noch etwas zu kürzen. Die Folie hat eine ganz gute Qualität, so dass der Versuch nicht aussichtslos erscheint. Die "Vogelsand-Variante" habe ich bei meiner Byodoin Phenix Hall für die Wege angewendet, aber da war der Maßstab 1:200.
    • So, solange sich die Gärtner und Greenkeeper darüber einigen, wie sie den perfekte Rasen hinkriegen, kann ich ja ein paar erste Informationen zum Original loswerden. Ich kannte Hampton Court Palace bis vor kurzem eigentlich nicht, habe aber durch meine immer stärker werdende Neugier in den letzten Wochen viel kreuz und quer im weltweiten Netzwerk, Prospekten und Büchern herumgelesen und werde versuchen, euch scheibchenweise mit einem Extrakt zu versorgen. Wer dann mehr wissen will, kann selber stöbern...
      Der berühmte Teil der Geschichte des Schlosses beginnt zu Zeiten Heinrich des VIII., der mit den vielen Frauen. Bauen lassen hat das Schloß in seinem ursprünglichen Tudor-Stil der Erzbischof von York, Thomas Wolsey. Der war wegen seines prunkvollen Lebensstils, der aufwändiger war als der des Königs Heinrich VIII., verrufen und als er die Scheidung Heinrichs von dessen erster Frau Katharina beim Papst nicht durchbrachte, nahm ihm Heinrich kurzerhand zwei seiner Schlösser weg, darunter auch das prächtigste, HCP. Heinrich steckte noch eine Menge Geld in den weiteren Ausbau von HCP und ließ unter anderem Tennisplätze und Bowlingbahnen anlegen. Berühmt ist auch das "große Haus der Erleichterung", eine wassergespülte Toilette mit 28 Sitzplätzen happy1
      Und große Parks ließ er anlegen, darunter einen über 400 ha großen Wildpark. Alle sechs Frauen Heinrichs wohnten im Schloß (wahrscheinlich nicht gleichzeitig, da muss ich noch ein bisschen recherchieren).
      Unter Wilhelm III. und Maria II. wurden große Teile im Stile des Barocks umgebaut. Eigentlich wollte der Architekt das Schloss komplett abreißen lassen und neu bauen, was zum Glück nicht geschehen ist, so dass uns die interessante Mischung aus Tudor und Barock erhalten geblieben ist.
    • Eine Eilmeldung!
      Das Schloss ist heute bei den Engländern sehr beliebt: Besichtigung, Picknick im Park (kriegen wir später) und im Sommer das beliebte Hampton Court Festival. Wer das grandiose Konzert von Bryan Ferry am letzten Freitag in Leipzig versäumt hat, hat jetzt die einmalige Chance, den Frontmann von Roxy Music mit seiner tollen Band am 7.6. in Hampton Court zu erleben. Es ist ein Zusatzkonzert, noch gibt es ein paar Tickets für ca. 80 Pfund. Nichts wie hin, es lohnt sich, Bryan Ferry + Hampton Court Palace!
    • So, die Gärtner und Greenkeeper haben ihre Entscheidung getroffen: der Rasen der Modellbahn-Folie ließ sich mit einem Elektrorasierer ganz gut trimmen und passt jetzt besser. Da nun der 3D-Rasen nicht so richtig mit den lasergedruckten Schotterwegen harmoniert, musste dort auch eine Änderung her. Gunnars Vogelsand-Idee hat mir die Erleuchtung gebracht: auf meine Sperrholz-Grundplatte habe ich einen Bogen Schleifpapier aufgeklebt, das ist dann die Basis für die Wege. Vorher hatte ich einige Klebeversuche gemacht- auf dem Schleifpapier kann man, z.B. mit Kittifix, ganz gut kleben. Darum werden jetzt die Gebäude direkt auf das Schleifpapier geklebt, genauso die Rasenflächen. Die ursprünglichen Grundflächenteile benutze ich nur noch als Schablone, damit ich die Gebäude an die richtige Stelle platziere. Da verbirgt sich ein gewisses Risiko, dass am Ende nichts mehr passt, aber "no risc - no fun!" Die Sandpapier-Wege sehen jetzt noch ziemlich monoton aus, aber da kann ich später mit Pinsel und Farbe noch ein wenig Abwechslung reinbringen. Das habe ich auch schon ausprobiert, das funktioniert.


    • Hallo liebe Freunde,
      ja, ich glaube auch, so kann es gehen. Mal sehen, wie es am Ende wirken wird. Jetzt sind wir aber noch bei der Umbauung des Haupthofes (base court). Dieser wird im Osten durch das Anne-Boleyn-Tor begrenzt, welches auf der Rückseite eine astronomische Uhr trägt, weswegen der Nachbarhof Uhrenhof (clock court) genannt wird. Die Uhr, die aus dem Jahr 1540 stammt, könnt ihr auf dem letzten Bild erkennen.





    • Hans-Jürgen, Deine Lösungen sehen bisher perfekt aus. Das Sandpapier passt wirklich toll, es sieht auf den Fotos wirklich wie Stein / Schotterweg aus.
      Ein Freund von mir hatte vor etlichen Jahren gröberes Schleifpapier als Schotterimitat für Mini Club verwendet. Einfach die Schienen da drauf geklebt, sah schon echt gut aus.

      Die Gebäude wirken auch ganz toll, ich grüble, ob ich nicht auch mal eine Karte anschneiden sollte. (Oder einen Scan, ich würde da deinem Tipp folgen und ca. 120g Papier nehmen.)
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Hallo Roland,
      ja, um den Palast ranken sich so manche amüsante Geschichten... Du scheinst deinen Whisky-Rausch (oder war es nur eine dezente Verkostung?) gut überstanden zu haben.
      Gunnar, grüble nicht lange sondern schreite zur Tat! Und wenn, dann unbedingt Scan. Und mindestens zwei Mal ausdrucken. Ich habe schon so manches Reserveteil verbraucht und benutze den zweiten Ausdruck z.B. auch, um die Zinnen zu verdoppeln. Dazu hätte ich allerdings einen Ausdruck spiegelverkehrt anfertigen müssen, damit es richtig passt, aber die kleinen Ungenauigkeiten fallen nicht ins Gewicht. Es ist auf jeden Fall besser als die Zinnen rückseitig nur anzumalen.
      Beste Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo Wolfgang,
      es ist nicht schlimmer als Poller für ein Schiff in 1:250 zu drehen oder Jungfern eines Seglers mit drei Tauen zu bestücken. Der Hammer steht noch bevor - die vielen kleinen Schornsteine, aber auch das wird irgendwie werden. Man kann eben nicht 3-4 Stunden am Stück werkeln, da fallen einem die Augen aus dem Kopf...
      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • So, es gibt wieder einen kleinen Fortschritt zu vermelden: die Gebäude rechts vom Westtor sind fertig. Ich nehme an, es sind Wirtschaftsgebäude. Interessant ist das Gewächshaus, es enthält eine der Attraktionen von HCP- den angeblich ältesten und größten Weinstock der Welt. Er wurde 1769 gepflanzt und hat einen Umfang von 3,80 m. Die längsten Reben sind 75 m lang, so dass das Gewächshaus schon mehrfach erweitert werden musste. Er trägt bis heute reichlich Trauben, die dann im September/Oktober in den Läden des Palastes verkauft werden. Die untere Orangerie habe ich auch schon aufgebaut, neben ihr beginnen die sogenannten Ponds gardens, Gärten, die an Stelle der ehemaligen Fischteiche angelegt wurden. Doch dazu später mehr.





    • Hallo Fritz,
      ja, es baut sich zügiger als erwartet. Das liegt aber zum Teil auch daran, dass mich mein aktuelles Hörbuch an die Bastelkammer fesselt und ich dort mehr Zeit zubringe als sonst in dieser Jahreszeit. Der Bogen ließ sich bis hierher auch sehr gut bauen, es sind ja immer nur relativ einfache Kästchen zu formen, die dann mit Fassaden beplankt und mit Dächern bestückt werden. Die ganz feinen Details wie die Zierschornsteine fehlen ja noch, da werde ich noch einmal ordentlich schwitzen.
      Ja, und klein ist es, weil es eben ein Micromodel ist. Die Kleinheit ist aber, z. B. im Vergleich zu den Details auf einem Schiffsdeck, kein wirkliches Problem. Dafür nimmt das fertige Modell dann auch nicht so viel Platz weg.

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo liebe Leute,
      heute ist mein neues Stativ angekommen und ich konnte ein paar Fotos machen. Links, d.h. westlich vom Haupthof schließt sich der "Master Carpenter's Court" an, der von einer ganzen Zeile kleiner Häuser zur Straße hin begrenzt wird.Hier waren wohl am Hof beschäftigte Handwerker verschiedener Zünfte untergebracht. Das größere Gebäude in der Mitte des Hofes und das am linken oberen Rand gehörten zu der Vielzahl der Küchen, die es im Palast gab. Zu denen schreibe ich später noch was. Damit sind die Gebäude des ersten von drei Sets fertiggestellt. Es ging schneller und einfacher als gedacht. Ein ganz wichtiges Detail fehlt noch: die vielen Zierschornsteine. Die sind auch ein eigenes Kapitel wert.




    • Hallo Michael, hallo Fritz,
      ja, das Modell ist umfangreich, es ist das Top-Modell von Micromodels und hat den dreifachen Umfang der üblichen Modelle der Serie.
      Mit etwas Geduld lässt es sich aber prima bauen und ich hoffe auf ein schönes Ergebnis. Das Hauptproblem besteht - wieder einmal- in der Verschachtelung der einzelnen Gebäudeteile. Aber da habe ich ja bereits meine Erfahrungen...
      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Als nächstes muss ich mich wohl mit den Schornsteinen beschäftigen, die viel zum "gewissen Etwas" des tudorianischen Teils des Palastes beitragen. Sie dienten neben ihrer eigentlichen Funktion als Schmuck und auch als Statussymbol, weil man damals vollkommen logisch folgerte: viele Schornsteine = viele Feuerstellen = viel Brennholz = viel Waldbesitz. Die Anzahl der Schornsteine wies also auf den Reichtum des Hausbesitzers hin. Im Hampton Court Palace sind heute noch 241 Stück erhalten, früher müssen es noch mehr gewesen sein. Sie sind in Gruppen angeordnet, drei Stück, vier Stück oder bis zu sechs Stück im Paket. Das lässt sich leider bei dem Maßstab des Micromodells kaum darstellen, so dass es hier meist Zweiergruppen und nur eine Dreiergruppe gibt. Damit reduziert sich die Zahl der Schornsteine, die ich zu bauen habe, auf ca. 100. Wie ich das mache, zeige ich das nächste Mal. Das Bild (Wikimedia/Cristian Bortes) zeigt die Schornsteine auf dem Westtor. Man sieht die vielen schönen Ziegelornamente.

    • Hallo Gunnar,
      mit Kreativität ist da nicht viel. Aus "Pietätsgründen" baue ich dieses historische Modell so wie vom Konstrukteur vorgesehen. Da habe ich genug zu tun, diese kleinen Röhrchen zu drehen und am Schornsteinkopf zu verstärken, das wird eine Heidenarbeit. Gestern habe ich die ersten sechs Stück produziert und ca. eine Stunde damit zugebracht. Die Bilder dazu kommen noch. Thomas Eichmann im Nachbarforum hat diese Details weggelassen, was ich schade finde. Kreativ zu sein und Vierer- und Sechserpakete zu bauen, um näher an das Original zu kommen hätte auch Änderungen an den Schornsteinfundamenten bedeutet und dafür ist es zu spät. Ich denke, anstelle von vier nur zwei Schornsteine aufzustellen ist ein akzeptabler Kompromiss.

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen