Die Entdeckung von Texas 1519 - San Salvador 1:275

    • Unglaublich - Gedankenübertragung? Beim Lesen deines Drängelbeitrages in meinem BB dachte ich so: Da wundert sich der Topf über'n Tiegel! Und bumms, baust du hier nach einer gefühlt halben Ewigkeit weiter! Ja, setzt mich nur weiter unter Druck. grins 2

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    • Moin Ludwig,

      aus diesem Grund liegen meine Schottin und die USS United States brach. Und aus diesem Grund bau ich nix, was gefühlt 120 Vierfachflaks an Bord hat.

      Aber Du kennst das Spielchen ja: wenn man sich erstmal durch die Routine gefummelt hat, macht der Rest wieder Laune.
      Ich schieb Dir mal nen Topf Motivation an Deck:



      LG Alex
    • Hallo Ludwig

      Ich freue mich sehr, dass es hier wieder weiter geht. Und das in gewohnter Akribie!
      Fliegenfischergarn ist von mir auch gerne gebraucht für die Takelage. Aber in meinem Massstab eher für Webleinen und so...

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

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      Meine versemmelten Werke
    • Hallo Leute,

      ja, es geht weiter...sehr langsam, aber immerhin.

      Reling und Niedergänge

      Bevor ich richtig mit der Takelei anfangen kann, musste noch die Reling angebracht werden. Die würde heutzutage keiner gültigen Höhenvorgabe mehr entsprechen, denn die ist nicht mal hüfthoch. Hergestellt wie immer aus Pappstücken. Ich schneide mir einen Pappstreifen, der so breit ist, wie die Reling mal hoch werden soll und von dem schnippel ich mir dann dünne Stückchen ab. Die werden dann mit der Schmalseite zur Bordwand hin aufgeklebt. Damit erscheinen die Stützen dann von der Seite erstens relativ dünn und zweitens alle gleich stark. Außerdem kamen noch die 4 Niedergänge dran..den originalen Schwung konnte ich leider nicht gut nachbilden...
      Bemalt wurde anschließend wieder in meinem dunklen Braunton.






      Weiter geht esdann demnächst mit den Wanten...aktuell trocknet der Leim an den Jungfern, die schon in den Rüsten stecken.

      Grüße!
      Ludwig
    • Hallo Ludwig,

      ich benötige wohl eine neue Brille. Ist das alles klein. Um so erstaunlicher finde ich Deine saubere Bauausführung
      tschö1 Christian

      in der Werft: Papegojan Shipyard im Maßstab 1/72, Knarr nach Skuldelev I im Maßstab 1/72

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Hallo miteinander,

      danke für eure netten Kommentare...ja der Kahn ist wirklich ganz schön klein. Aber auch das Original ist ja nich besonders groß. Schon erstaunlich, was die Leute sich vor 500 Jahren getraut haben!

      Wanten

      So, nun kamen die unvermeidlichen Wanten an die Reihe. Vor denen graust es mir auch beim vierten Schiff noch. Die fertig geknüpften Jungfern aus Fliegenfischgarn und Klingeldraht habe ich ja schonmal hergezeigt. Die kamen nun auf die Rüstbretter und wurden an den Mastspitzen straff verleimt. Als das soweit fest war, wurden dann wiederum aus hellem Fliegenfischgarn die Webleinen aufgeklebt (knoten ist in dem Maßstab eher schwer möglich). Als auch die trocken waren, habe ich sie bündig mit den Wanten abgeschnitten und noch etwas grau drübergepinselt, weil sie sonst doch ZU hell gewesen wären.
      Achso und wer jetzt sagt "die Jungfern sind gar nicht ordentlich in einer Reihe!" - das ist Absicht, denn auf einer längeren Fahrt wurden diese sicher öfter nachgespannt und saßen nicht waagerecht auf gleicher Höhe und mein Boot ist ja schon einige Wochen unterwegs auf seiner Erkundungsfahrt!






      Tja und jetzt bin ich mir nicht ganz klar darüber, womit ich eigentlich weiter mache..na es wird sich schon was finden.
      Grüße!
      Ludwig
    • Hallo Ludwig,

      das sieht sehr fein aus! daumen1
      Mit welchem Werkzeug schnippelst Du die Webleinenüberstände seitlich so genau ab?
      Tja, an der Stelle an der Du nun bist, verließen sie mich bei meiner Galeone auch... denk1 Das ist der Punkt, an dem die Bauanleitung mehr als dünn wird und mehr oder weniger nur noch rät, "einfach" noch die Segel "dran zu kleben"... Von Takelanleitung kann leider keine Rede sein.
      Die Segelherstellung könnte demnach der nächste Schritt bei Dir werden? Machst Du was schönes mit historischen Wappen?

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Klaus,

      zum Abschneiden nehme ich das oben abgebildete Taschenmesser...genauer gesagt dessen Schere.
      Dabei schneide ich so, dass der zu schneidende Teil immer links von der Schere ist, damit die Schnittkante der Schere genau anliegt. Rechts bei den Wanten von unten nach oben und Links von oben nach unten. Geklebt habe ich mit Loctite Gel Sekundenkleber.

      Ich glaube auch, dass ich jetzt erstmal Rahen schleifen werde und mich dann an die Segel mache. Wappen auf den Segeln...hmm..cool wärs schon. Aber ob ein "einfaches" Expeditionsschiff solche farbigen Segel hatte - und wenn ja, welches Wappen müsste es sein??

      Grüße
      Ludwig
    • Hallo Ludwig,

      Danke für die schnelle Antwort zum Wantenschnitt klasse1

      Über die Wappengestaltung habe ich bei meinem Modell auch lange gebrütet. Das Kreuz von Burgund wird sicher historisch passen:

      de.wikipedia.org/wiki/Flagge_S…_of_Cross_of_Burgundy.svg

      Die Kreuze würde ich so aufmalen, dass die Spitzen der Balken über die Segelhörner hinausragen. Wie ein großes, liegendes X. Wie auf der spanischen Flagge die dem Bogen auch beiliegt, wie in dem Link oben.

      Ein Expeditionsschiff sollte doch »Flagge zeigen«. insofern sind bemalte Segel nicht abwegig. Die allermeisten Modelle und Darstellungen der SANTA MARIA zeigen auch Wappen auf den Segeln. Und die Kolumbusgurke war ja auch nichts anderes als ein einfaches Expeditionsschiff denk1

      Ich bin gespannt wie es weitergeht

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Servus Ludwig,

      ich freue mich, dass du an der Galeone weiterbaust.
      Inzwischen hast du schöne Fortschritte gemacht und die Nussschale sieht sehr gut aus. Besonders gefällt mir immer wieder, wie du deine Modelle bemalst. Die Barkhölzer stehen in sehr schönem Kontrast zur Beplankung. ja 2

      Die Segel solltest du unbedingt bemalen! Es macht einfach ein schöneres Bild und ich denke wie Klaus, dass Expeditionschiffe Flagge zeigen wollten.
      Und wenn es nicht so war, so ist es für den Betrachter gefälliger! zwinker1
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • ...nochmal ich:

      large.jpg

      Sowas meine ich. Das ist ein Ausschnitt hieraus: collections.rmg.co.uk/collections/objects/11755.html
      Eine zeitgenössische Abbildung mit den wenigen Beispielen, auf denen bemalte Segel zu sehen sind! Für Dein kleines Schiff würde ich auf keinen Fall pompöse Königswappen sehen, das Burgunderkreuz – wie geschrieben - aber schon.

      Nochmal viele Grüße,

      Klaus happy 2
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Ludwig,

      habe jetzt erst gemerkt, dass das ein Baubericht ist von Dir - habe den Titel zuerst irgendwie missverstanden und die Maßstabsangabe einfach überlesen... verlegen2

      Bisher ein sehr sauberes Ergebnis! klasse1

      Servus
      hvt
      Der brüllende Mensch möchte gefährkich wirken, der schweigende Mensch kann gefährlich sein - also Vorsicht, wenn ich mal gar nichts mehr sage..... grins 3
    • Segel

      Nach den guten Tipps habe ich mich nun wirklich an die Segel gemacht.
      Als Grundstoff dient wieder ein Teebeutel. Die San Salvador ist so klein, dass alle Segel auf einem auseinander gefalteten Teebeutel Platz haben.
      Auf den habe ich die Segel nach dem Plan durchgezeichnet und wieder die Lieks mit dünnem Stahldraht beklebt über den dann ein weiterer schmaler Teebeutelbast (Teebeutel sind aus Bananenbast und nicht aus Papier!) drüber kam.
      Die Segel habe ich dann ausgeschnitten und alle zusammen mit schwarzem Tee gefärbt. Achtung für Nachmacher: Den Tee nach dem Aufbrühen durch ein Sieb schütten, damit die kleinen Fettaugen auf der Oberfläche entfernt werden..diese führen sonst zu besonders dunklen und lokalen Flecken auf dem Segel.

      Die gefärbten Segel mussten dann eine Weile trocknen und dann wurden mit dünnem Bleistift die Bahnen angedeutet.
      Zum Schluss kam mit schmalem (fast leeren, sonst verläuft die Farbe) Edding das gewünschte Kreuz aufs Segel.




    • Rahen

      Die Rahen habe ich ebenfalls nach dem Plan abgemessen. Allerdings ist die Großrah zumindest laut der Tabelle aus dem Mondfeld zu kurz. Habe sie trotzdem genommen, weil das Großsegel schon fertig war und dieses sonst wie ein zu kleines Handtuch ausgesehen hätte.
      Sie sind aus Bambusstäben per Hand geschmirgelt.

      Die langwierigste Arbeit hinterher war, die Rahen mit ihren "Blöcken" zu versehen. Diesmal habe ich mich für eine noch kleinere Variante entschieden und nur Ösen aus Klingeldraht geformt, die dann später mit einem Klecks brauner Farbe zu Blöcken werden.
      Die Liektaue, mit denen die Segel an der Rah angeschlagen werden, wurden diesmal auch wieder nur durch ein um die Rah gewickeltes Stück Fliegenfischgarn angedeutet.
      Auch an den Segeln habe ich versucht, alle nötigen Blöcke und Strippen schon anzubauen.
      Verklebt wurden Segel und Rah mit Sekundenkleber. Hier mal als Beispiel das Focksegel.


    • Hallo Ludwig

      Das ist eine phantastische Arbeit, die Du da zeigst!
      Der Massstab ist ja schon herzallerliebst, und dann noch so viele Details anzudeuten, das ist schon hohe Kunst!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

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      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

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    • Unterrah-Falle

      Die Unterrahen (Fockrah, Großrah und auch die Besanrah) sind mit einer Fall/Knecht Kombination an Deck verankert.
      Die Falle dienen dazu, die Rahen herunter- und herauf zu ziehen (die Rahen haben auch keine Fußpferde!)

      Hier ein paar Bilder vom Original:


      Das habe ich nun für Fock und Großmast versucht nachzubilden.


    • Die beiden Enden der Strippen werden am Masttop durch zwei Scheibgats geführt und dann an der Rah festgemacht.
      Bei mir hängen die Enden jetzt mal lose in der Luft und warten auf ihre Rah.

      Auch hiervon mal eine Detailsaufnahme vom Original. Die Aufnahme zeigt die Rah von vorne. Auch schön zu sehen ist der Hanger in der Mitte der Rah, mit der sie zusätzlich am Masttop gesichert ist und die Umlekblöcke für Topnanten, Gordings etc.:


      Bei mir siehts da jetzt erstmal so aus:
    • Focksegel

      Tja und wenn ich schonmal dabei bin, möchte ich euch auch mein erstes angebrachtes Segel nicht vorenthalten.
      Ich habe dieses Mal mit dem Focksegel begonnen.
      Wie oben gezeigt, wurde es an seiner Rah festgeklebt und ich habe versucht, soviele Blöcke, Strippen, bzw Löcher wie möglich schon anzubringen. Gordings und Buline kommen später.

      Die Rah wurde nun mit einem angedeuteten Hanger versehen, mit den Rahfall-Strippen verbunden und dann in ihrer Endstellung festgeklebt.




      Anschließend wurde das Segel mit seinen Drähten "aufgebauscht" und alles laufende Gut soweit es ging verbunden. Ich habe interessanter Weise auf den Fotos des Originals zwar Schoten und Halsen, aber keine Konterbrassen für die Rahen gefunden...praktisch, brauch ich keine bauen.
      Das Fliegenfischgarn ist diesmal so fein, dass es kaum noch fotografiert werden kann...
      Es hat beim laufenden Gut den Vorteil, dass es näher an der Originalstärke des Taus ist, als mein Klingeldraht und auch nicht mehr gefärbt werden muss. Der Nachteil ist, dass man es nicht in durchhängende Formen biegen kann.


      Soviel für den Moment.
      Bis bald!
      Ludwig
    • Hallo Ludwig,

      ich nehme Weißleim. Sekundenkleber geht auch, dann wird das Garn aber sehr hart. Das lässt sich gut für kurze, gerade Stücke benutzen. Ich biege die Garnstücke vor der Montage dann in die gewünschte, der Schwerkraft folgende Richtung. Sekundenkleber macht beim Auftragen auf das Garn gerne kleine Tröpfchen. Um die zu beseitigen ziehe ich das Garn kurz zwischen den Fingern durch. Gestern habe ich bei einer Bastelsession Kettenimitationen gebracht. Da kamen mir die Tröpfen sehr gelegen und die Finger bleiben vom Garn weg... daumen1

      Ach, ich erfreue mich immer noch an den Bildern mit dem gesetzten Focksegel! Das wird wirklich sehr schön!

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Neu

      Hallo Leute,

      Armin hat mir heute eine Nachricht aus unserem Nachbarforum kartonbau.de weitergeleitet.

      Helmut B. schrieb:

      "...leider ist das Segelzeichen, das "Burgunderkreuz", fehlerhaft. Dieses Kreuz nennt man auch "Astkreuz"; die Aststummel zeigen nach "oben außen". Bei Gnost ist es aber genau anders herum. Wäre doch schade, wenn dieses tolle Modell einen solchen fehler hätte..."


      Erstmal einen ganz lieben Dank an Armin und vorallem an Helmut für's Weiterleiten und den Hinweis!
      Ich wollte dazu nochmal bei euch Kennern nachfragen, bevor ich die Segel neu mache (denn das ist natürlich die einzige Alternative).
      Ich habe nämlich bei google auch Burgunderkreuze mit den Astteilen nach innen und außen und gemischt gesehen...
      LINK

      Grüße!
      Ludwig
    • Neu

      Moin,

      ich mach die Verwirrung mal perfekt und klemme ein Zitat aus Winters "das Hanseschiff im ausgehenden 15. Jahrhundert" an:



      Hier stellt sich nämlich erstmal die Frage "ob" und dann erst kommt "was".

      Aber wenn wir von der Plausibilität des Burgunderkreuzes ausgehen, würde ich mich bezüglich der Astteile stumpf an diesem Bild der Replik orientieren (Du machst zwar Pineda und nicht Cabrillo, aber so viele Änderungen sollte es zwischen 1519 und 1540 eigentlich nicht gegeben haben):



      LG Alex
    • Neu

      moin1

      das ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass die Äste in verschiedene Richtungen laufen. Das ist ja ein Ding, ein Kreuz mit den Kreuz sozusagen... Bei meiner Galeone habe ich die Flagge aus der Wikipedia-Datei genommen. Es ist jene, die Alex auch auf seinem Foto zeigt (die Astgabeln zeigen zum Zentrum) und die ich unter # 54 verlinkt habe. Ich schaue mal zuhause nach, ob ich von dem Gemälde mit der Galeone aus # 57 eine bessere Ansicht habe.

      Ich (!) würde die Kreuze auf jeden Fall auf den Segeln zeigen! Und wenn es nicht zu umständlich ist, die Richtigkeit der Astgabeln korrigieren.

      Viele Güße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Neu

      Servus Ludwig,

      die Fallen und Knechte sind auf diesem Schiff interessant konstruiert und du hast sie gekonnt im Modell verbaut. Ich bin auch sehr gespannt, wie deine Lösung mit den Blöcken aus Farbe in den Drahtschlaufen wirken wird. cool1

      Das Segel sieht super aus!

      KlabauterKlaus schrieb:

      Ich (!) würde die Kreuze auf jeden Fall auf den Segeln zeigen! Und wenn es nicht zu umständlich ist, die Richtigkeit der Astgabeln korrigieren.
      Dem kann ich mich nur anschließen. Das Burgunderkreuz macht "viel Wetter"! daumen1
      Schade, dass man Segel nicht wie ein Dia auf 8 verschiedene Arten einlegen, äh...anbringen, kann. happy 2
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

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