Balsa-Flugmodell Aeronaut

    • Balsa-Flugmodell Aeronaut

      Tach` zusammen...

      Gerade wieder erst im Kartonmodellbau gelandet, und schon fremdeln, mit Holz, und so...?! haue 1
      Ist meiner Tochter geschuldet, und der Frage, welche Aktivität sie sich denn in ein paar gemeinsamen Schulferien- und Ferientagen mit mir wohl vorstellen könnte?
      "Ich möchte mal mit Dir was Basteln".
      "Prick!" - was wurd` ich wach. Keine Katze könnte schneller die Ohren spitzen. Dann kam jedoch DIE Einschränkung:
      "Äh, aber nicht sowas wie Deine Papier-Schiffchen, die nur hinter Glas stehen, das soll auch funktionieren".
      Aah-ha!
      "Ein Schiff?" Nach etwas Bedenkzeit: "Nö, wir haben für den Badesee doch schon ein RICHTIGES Schlauchboot, ich möchte einen Flieger"
      "So, einen Flieger" dachte ich, "für eine Zwölfjährige, hm, aber bitte..."
      Ab vor den Bildschirm - und einen Haufen Vier-Teile-Zusammensteck-Flieger gefunden.
      "Nö, nö, nö..."
      Und dann fiel mir DER Flieger ein, der wohl nicht nur für mich den Einstieg in den Flugmodellsport bedeutet hat -
      "Der kleine Uhu!" Der konnte fliegen - so gut, dass er nach einem vielleicht zu optimistischen Wurfstart von einem vielleicht etwas zu hohem Hügel bei vielleicht etwas zu (auf)windigem Wetter einfach immer weiter flog - wech, fott! Heul! (Glimmschnur für die Thermikbremse war ja mal wieder nicht vorhanden...wurde ja auch als Zündschnur genutzt zwinker2 )
      Doch dann schickte der nette Onkel aus der "Zone" einen(kleinen?jungen?roten?) Pionier - etwas rustikaler, aber super-stabil, und fliegen tat der auch hervorragend(hatte vor allem nicht jeder...). Den im Netz gesucht - doch kleine Pioniere gibt`s nicht mehr - schade. Aber dann - "Der kleine Uhu" - den gibt es immer noch.
      Doch schon der erste "Oho-Effekt": Mensch, Uhu, wat haste Dir verändert?! V-Leitwerk, na, ja... Dann der zweite "Oho-Effekt": Nix Thermik-Bremse, nicht mal ein verstellbares Seitenruder... Gaa-nix... Und dann der dritte "Oho-Effekt": 50,00€ für einen - wenn auch großen - aber technisch völlig effen Wurfgleiter?!
      Blick zur Tochter - Flunsch!
      "Der hat ja nich` mal`n Propeller..." Und um es nun auf den Punkt zu bringen - es wurde das Modell "Boogie" der Firma Aero-Naut, ein Gummimotor-Balsa-Modell mit rund sechzig Teilen, Spannweite knapp ein Meter, Kosten mit Versand aus dem Fachhandel unter 30,00€.

      Und das isser:
      (Ausdrücklich für Kinder ab 12 Jahren geeignet)



      Neben den Balsa-Platinen und dem Gummi-Motor enthält der Bausatz auch einige Metallteile, sogar Klebstoff und Schleifpapier. Und, einen manchen Küchentisch überfordernden 1:1-Bauplan - das weckte so manche Kindheitserinnerung...



      ...und ob man selbst anfangs so irritiert war? Schnell merkte die junge Dame, dass hier kein Playmobil auf dem Tisch liegt - Bauplan genau studieren, die richtigen Teile `raussuchen, markieren, und - ausschneiden... Mit diesem höllisch scharfen Messer von Papa... das dauerte schon etwas, bis sich die Scheu legte und die Sicherheit, damit zu schneiden, wuchs... "Klinge am Lineal führen, gerade halten, nicht immer absetzen...Lineal festhalten, das Werkstück natürlich auch..."
      Aber es lief, und mit immer weniger werdenden Hinweisen und Hilfen wurden die ersten Baugruppen erstellt:



      Es handelt sich im linken Bild um die kurze Kieferleiste(Teil 2), die zusammen mit dem Rumpfoberteil(Teil 1) und zwei Verstärkungsleisten(Teile 5) die erste Baugruppe des Rumpfes darstellt. Im rechten Bild ist schon die zweite Baugruppe(Teile 3,4 und 5) ersichtlich. Eine große Pappe als Bastelunterlage ist ein Muss, und auch, sich aus den Platinen Randteile zu suchen, an denen das Kind die ersten Markierungen mit Bleistift üben kann - Balsa ist ja seeehr weich...Auch die ersten Schnitte üben sich besser auf nicht benötigtem Material. Den "scharfen" Einsatz der Leimflasche sollte das begleitende Elternteil erst freigeben, wenn der Nachwuchs eine halbwegs gleichmäßige "Wurst" auf ein Probestück quetschen kann... Der Einsatz einer dünnen Plastikfolie zwischen Pappe und Werkstück als "Leimfänger" hat sich ebenfalls bewährt.
      Auch scheint es nicht opportun, wesentlich länger als etwa eineinhalb Stunden zu arbeiten, sonst lässt die Konzentration rasch nach.
      Einziger Kritikpunkt am Bauplan: Die sehr, sehr kleinen Detailzeichnungen.

      Und dieses war der erste Streich.

      Grüße aus dem Westerwald,

      euer Boxer!
    • Neu

      Hallo Pianisto,
      Gunnar,
      schön, dass ihr `reingeschaut habt.
      Ich war mir nicht sicher, ob dass überhaupt passt - weniger dem Thema im Forum nach, sondern der Tochter wegen.
      Pianisto hat es nämlich auf den Punkt gebracht - "Die gute, alte Zeit" - und ich hatte auch schon die Befürchtung: Ob die Kleine bei Deinen "Jugenderinnerungen" wohl dabeibleibt?
      JA! Und wie!
      Wir sitzen nämlich schon ein paar Tage an dem Flieger, und auch deswegen bleibt es im kartonalen Teil des Forums ziemlich ruhig - sie nervt sogar...
      Aber heute hat sie die beste Ehefrau aller Zeiten wieder zur Oma gefahren, und ich komme jetzt in Ruhe dazu, den Baubericht aufzustellen. So völlig unbelastet konnte ich ja nicht = foto1 !
      Fotografiert wurden zwischen: "Sie sticht sich gleich ein Auge aus", "Nein, andersherum" und: "Jetzt klebt der Sch...sekundenkleber schon wieder am Kind"...

      2. Tag:



      Im linken Bild sind die Seitenteile 6 - es gibt aber eine rechte, und eine linke 6! - zu sehen, an denen jeweils ein Teil Nr. 7(Dreiecksleiste) geklebt wird. Dabei ist wiederum darauf zu achten, dass die Dreiecksleisten mit der längsten Seite(Hypotenuse) frei stehen, also nicht diese verklebt wird.
      Sehr genau auf den Bauplan schauen!
      Aber bei der zweiten Sitzung wuchs auch die Sicherheit im Umgang mit dem Messer, selbst freihändig...



      Das linke Bild zeigt das Ergebnis des zweiten Tages, die Teile 6 und 7 sind miteinander verklebt, und die Verbindungen für das Heck bereits ausgeschnitten. Dann ging es - am dritten Tag - an das Zusammenleimen der ersten Baugruppen - linkes Bild, unten.

      Doch dann kam die böse Überraschung:



      Im rechten Bild ersichtlich, fehlen zwei Zentimeter der "langen" Leiste Nr. 4 - und damit war keine Verbindung am Heck möglich.
      kotz1 Der Satz "Da kommen wir erst mal nicht weiter" führte bei Tochter zu SEHR hängenden Mundwinkeln.
      Dann sind mir plötzlich Sachen eingefallen, von denen ich gar nicht mehr wusste, dass ich sie kann...



      Man(n) wühle im Fundus "Holz, Messi, noch erträglich" und finde ein paar "Schwänze" von Sylvester-Raketen. Dazu einen Zahnstocher, abgelängt, und den Zwei-Millimeter-Bohrer in der Proxxon befleißigt. Ergebnis rechtes Bild - geht doch, wenn auch nicht "schön".

      Und bevor ich gleich mippen Kopp auf die Tastatur sinke, verabschiede ich mich bis Morgen abend -

      Gruß,

      Robert
    • Neu

      Hallo zusammen,

      Harry, Deine Idee

      Harry schrieb:

      Wenn es eine Sparte gäbe wie "Projekte mit Kindern" fände ich das gut.
      Sehr wertvoll und inspirierend!
      finde ich, hat etwas! (wenn auch im weiteren Verlauf des Bauberichtes für mich durchaus peinliches...)
      Könnten "Die - Wir - mit Kindern" zwischen vielleicht sieben, oder acht bis, Hm, 98? happy1 mal `drüber nachdenken...

      Ich war mir auch nicht so sicher, wie sie das annimmt, da meine spartanische Legozeit - die Steinchen gingen in drei Hosentaschen und reichten für gar nichts - dazu führte, den Kindern eine Mega-Komplett-Haste-Nich-Gesehen-Legostein Ausstattung zu kaufen. Keine Bausätze, nur die Grundsteine. Ergebnis: 0! Doppel 00! Interessierte sie gar nicht, gebaut hab` ich damit.
      Der Wunsch jetzt kam jedoch vom Kind, und sie wollte den Rumpf sogar zur Oma und den Cousinen und Cousins mitnehmen(weil "Selbstgebaut"!) - das hat sie mit den Fertigfliegern noch nie gewollt.

      Roland, habe über sieben Jahre Extrem-Pendelei hinter mir, kotz1 ... Und wie ich das jetzt genieße!

      Helmut, genau den Kleinen Uhu habe ich so um 1970 auch gebaut, dann kamen noch ein Paar "Graupners", bis hin zum "Taxi". Ist für mich momentan eine totale Zeitreise!

      Aber nun auch etwas "substantielles":



      Neben den Blenden(Teile 10.1), die die Kräfte des Gummis am Heck aufnehmen - rechtes Bild - hat Töchterchen schon die Motorspanten(teile 8 und 8.1) ausgestochen(links im Bild).



      Und dann wurde am Ende des dritten Bautages das Ergebnis verleimt - im linken Bild sichtbar. Und am vierten Tag, - rechts ersichtlich - kam die Klatsche.
      Nee, diesmal nicht wegen mangelhafter Teile im Bausatz. Die Baugruppe 1 hätte um 180° gedreht in die Seitenteile verleimt werden müssen. Und das peinliche daran ist, dass das Kind schon beim Einbau sagte:" Die muss doch anders herum".
      "Quatsch, wie sieht das denn aus" die selbstsichere Antwort - leider von mir...
      SO gehen die Rundhölzer der Gummihalterungen des Tragflügels aber jedenfalls nicht durch!
      "Aber das bekommst Du doch wieder hin, oder?" so die vertrauensvolle Frage.
      "Klar" die unverdient selbstsichere Antwort... rotwerd1

      Und dann erst mal ganz schnell das Schlachtfeld wechseln:



      Im linken Bild seht ihr den Rumpf nach Einbau der Motorspanten(Hübsch häßlich) Rechts das Ergebnis nach etwa einer Stunde Vater und Tochter schleifen. Dem Bausatz liegt ein Schleifklotz und Schmirgelpapier Körnung 240 bei. Ich habe erst einmal die abzuschleifenden Kanten mit Bleistift begrenzt. Dann "Händchen geführt" - hat das Kind aber mit 240ziger nicht wirklich weitergebracht. Daraufhin Schleifpapier mit 60ziger Körnung aufgezogen - ging schon besser = für das Kind = SCHNELLER!
      Danach mit 240ziger nachgearbeitet. Den "Feinschliff" an den Kanten habe ich wieder übernommen. Dann Tochter mit 400derter zum Komplett-Überschleifen losgelassen - hat sie prima hinbekommen.
      Danach habe ich die Einsenkungen, die durch das Einsetzen der Bodenteile in den Seitenteilen entstanden, mit Holzspachtel verfüllt, und sie wieder Beischleifen lassen. Das war dann eine Pause wert(und in der habe ich leise, still und heimlich begonnen, meinen Fehler auszubügeln. Ich habe das Rundholz getrennt, und kleine Laschen stehen lassen, die sich über die prominenten Teile der falsch herum eingebauten Baugruppe schieben lassen).

      Und das war es wieder für heute - bis Morgen!

      Gruß

      box 1
    • Neu

      Schleifen?? Das habe ich nie gemacht. Die Leute hatten sich sowieso gewundert, warum das Gebilde von mir fliegen konnte (völlig schiefes Leitwerk etc.). Gegangen ist man dann ja auch, nachdem es eben nicht mehr fliegen konnte, worauf dann zu Hause der Klebstoff ausgepackt wurde.....

      Gruß pianisto

      P.S.: Ich habe auch ein Balsaflieger auf Halde, falls meine Töchter.... aber bei denen funktioniert die Legobasispackung.
    • Neu

      pianisto schrieb:

      P.S.: Ich habe auch ein Balsaflieger auf Halde, falls meine Töchter.... aber bei denen funktioniert die Legobasispackung.
      So, so, schön! Falls Du für deinen Nachwuchs noch Legosteine benötigst... grins 3

      Und, da Tochter wieder im Oma-Urlaub, habe ich heute Gelegenheit, Baubericht und Bauergebnis gleich zu ziehen:



      Das Rundschleifen der Bauteile 6(obere Abdeckung),7 und 9 nach Form der Teile 8(Motorspant) hat in der Anleitung sogar eine eigene Baugruppennummer: 11 - Mittlerweile geht es zu Ende mit dem Rumpf.
      Oben links, das Seitenleitwerk besteht aus den Teilen 11, 12 und 12.1(die Messingstreifen). Obwohl das Teil einfach aussieht, hat es sie sehr beschäftigt, nicht nur mit dem Aussticheln(Rundungen). Um die Arbeitskanten und den Spalt symmetrisch zu gestalten, habe ich Töchterchen an eine einfache, lehrenhaltige Arbeitsweise herangeführt. Das Stahllineal hat genau eine Stärke von einem Millimeter, und ergibt so, zwischen beweglichen und starren Teil des Seitenleitwerks während des Festpinnens eingeführt, einen schön symmetrischen Schlitz.
      Die schwarzen Striche auf den Messingstreifen markieren die "Packan-Mitte", wo die Pinzette greift, und auch wegen der Beweglichkeit kein Kleber benötigt wird.
      Auf Teil 13 - dem Höhenleitwerk - hat sie die Mitte genommen, und durch einen Bleistiftstrich markiert.
      Dann das ausgehärtete Seitenleitwerk auf nur zwei kurze "Würste" Leim gesetzt und - Achtung, dazu ist Ihr Lego gut genug... - rechtwinklig ausgerichtet. Das war es mit Baugruppe 12.
      Bis das Ganze durchgetrocknet war, hat sie mit 400derter am Rumpf schleifen dürfen...
      (Ja, ich bin wohl ziemlich penibel... Wollte ursprünglich Erbsen-Innenwand-Hochglanz-Polierer werden, aber der letzte Meister dieser Zunft hat kurz nach meinem Lehrantritt schreiend die Werkstatt verlassen... ist auch nicht zurückgekommen...)



      Linkes Bild: Die grauen Pappwinkel, die unter den Flächen herausschauen, sind Abstandshalter. Tochter hat die Dreiecke mit Fuß + kleine Dreiecke, die die Abstandshalter in sich fixieren, aus Restkarton herausgearbeitet. Vorher aber, mit dem unbeliebten Meßschieber die Abstände der Höhenleitwerks-Hinterkante bei ebener Auflage des Modells gemessen - und zwar so, dass es symmetrische Höhen(rechts und links) zur Auflage gab. Wir kamen so auf 23 Millimeter.
      Dann die Mitte des Kiefernholzstreifens angezeichnet, und die Mitte-Markierungen des Höhenleitwerkes darauf ausgerichtet, Eingekleistert, `draufgesetzt, die Keile untergeschoben, bis das vorher bestimmte Maß erreicht war - und - Puh! Das war es dann erst einmal.
      Bis ich anderntags genauer auf ausguck1 den Radius des Seitenleitwerks schaute, sah aus wie `rausgenagt:



      Geht ja gaarnich! - linkes Bild, und - das habe ich allerdings beigeschliffen, nachdem Töchterchen an dem fragilen Teil plötzlich Bärenkräfte entwickelte - siehe rechtes Bild. Viel besser. Detailfetischist ist übrigens kein Schimpfwort für mich...

      Dann, Papa allein zu Haus, konnte ich mich an die Montage des selbst verbockten Gummihalters begeben.



      Links das getrennte, nur noch mit dünnen Laschen versehene Rundholz, und die mit ausgekehltem Profil versehenen Verstärkungen - und weil gerade dabei, habe ich noch aus Resten zwei Verstärkungen für das angeflickte Verlängerungsteil der Rumpfleiste geschnitzt.

      Und nun möchte ich an dieser Stelle etwas über Service und Kundenorientierung berichten - die zu kurze Leiste. Erst mal beim Hersteller(Aero-Naut) auf die Homepage geschaut - nur eine Service-Hotline. Hatte aber keine Lust, zu telefonieren...
      Gekauft habe ich das Teil bei: flight-depot.com.
      Der Laden bietet so ziemlich alles, was fliegt. Unter anderem klassische Balsa-Rippen-Spanten-Konstruktionen, die zusammengebaut als viermotoriger(!) Gummimotorflieger frappierend einer B-17 ähneln... Denen eine Mail mit Sachverhalt geschrieben. Dachte, na, für die 23,95 Euronen brutto, vielleicht meldet sich ja mal irgendwer, irgendwann...
      Nach einer Stunde klingelten nicht nur eine nette, sondern gleich zwei sehr nette Antworten im Posteingang, gleich mit Kompensationsangebot - Einfach Toll!



      Und so sieht er mit Montagestand "heute" nun aus, der weitgehend fertig gestellte Rumpf des Modells "Boogie".
      Links noch eine Aufnahme des unterstützten Zweiteilers für die hintere Aufnahme der Flügelgummis.
      Rechts das bisherige Gesamtergebnis. Die 26,5cm lange Luftschraube sitzt schon `mal Probe, die "Schnecke" wird später den Gummiantrieb abgeben.
      Tochter wird nach ihrer Rückkehr(langsam zweifle ich selbst, ob nicht zu penibel...) den Rumpf mit 800derter feinschleifen, und danach mit Glattfix vorstreichen.
      Dann kommt der Tragflügel - und die "Heirat" der beiden Teile.

      Ein kleines Zwischenfazit:

      Die Baugruppeneinteilung scheint für Kinder ab 12 zeitlich stimmig, etwa eine halbe bis eine Stunde pro Arbeitsschritt.
      Und für weniger Detailversessene vielleicht 20 bis 40 Minuten... Bis heute haben wir etwa 13 Stunden gebaut, wobei der fremde und der eigene Lapsus gute zwei Stunden zusätzlich verursachten, vielleicht auch drei. Physisch ist die Arbeit für ein Kind von 12 Jahren zum Teil herausfordernd, aber mit(geduldiger) Unterstützung eines Erwachsenen gut zu bauen. Elternteile, die nie über schlecht gekniffte Papierflieger hinausgekommen sind, könnten jedoch selbst Probleme bekommen - und auch "Erfahrene" Modellbauer sollten hin und wieder GENAU in den Plan schauen(was, wer, ich? rotwerd1 ...)
      Bemerkenswert ist, dass Tochter psychisch so eine Art "Stolzprodukt" baut, so richtig kann ich das noch nicht fassen. Aber man merkt es deutlich.

      So, und nun kann ich endlich an meinem vernachlässigten U-Boot weiterfummeln...

      Gruß Robert
    • Neu

      Hallo Robert,
      dieses Balsaholz-Fluzeug erinnert mich an meine Modelflugzeug-Bauzeit. Das ging so um 1940 los.
      Das erste Segelfluzeug hatte Fächen aus Wellpappe,
      das nächste dann schon mit Sperrholzrippen und Bespannung.
      Dann nach dem Kriege kam das Balsaholz.
      Zuerst klebte man noch mit Kaltleim, nach dem Kriege mit Uhu-Hart.
      Begeistert hatte mich damals das sanfte Schweben der Modellfluzeuge.
      Grüße von Albrecht Pirling
    • Neu

      Guten Abend Pianisto,

      ich hab`Töchterchen sogar zum "Boot" geraten(verzeiht ja Fehler eher als ein Flieger) - aber aus gutem Grund hab` ich diesen Wunsch unterstützt. Sonst gibt es nur die Bockigkeits-Blockaden und irgendwann einen Abbruch.

      Guten Abend Alfred,

      Du hast ja mit der Wellpappe vielleicht ein Erinnerungstürchen bei mir aufgerissen.
      So Ende der sechziger hatten wir "Werkunterricht". Und einen Physiklehrer als "Aufsicht". Und durften einen Flieger basteln, ich glaube, in vier Doppelstunden. Material und Grundidee lag bei uns. Und was hat mir mein Großvater für Material besorgt? Kiefern-Holzstäbchen, glatte und - Wellpappe!
      Erst hat alles gelacht. Nicht nur, als ich mit dem "Zeugs" ankam, auch als der ziemlich "käsige" Flieger fertig war. Ich habe noch Großvaters Rat beherzigt, und auf jegliche Farbe verzichtet. Der Lehrer guckte schelmisch, vielleicht schwante dem etwas.
      Ein bischen haben mein Großvater und ich schon getrickst, wir haben nämlich ZWEI Flieger gebastelt, einen davon zu Hause. So hatte ich immer zwei Stunden Vorsprung, beziehungsweise, wußte, welchen Fehler ich im Unterricht besser nicht wiederholen sollte.
      Am Tag des großen Einfliegens wurden die Segler ein paar Minuten vor der großen Pause aus dem dritten Stock auf den Schulhof gestartet - und Klein-Robert durfte dann mit Begleitung des Lehrers den Schulhof verlassen, sooo weit flog das häßliche Entlein mit dem Wellpappengesicht- das war mein erster, innerer ......- Parteitag.
      Kurz danach kam der "Kleine Uhu", und mit fünfzehn war ich Graupner "Taxi"-Pilot, flog so ein damals gut 800,00 Mark teures RC-Modell und fuhr dafür freiwillig ein total verwarztes 300-Mark Mofa....

      Herzliche Grüße,

      Robert
    • Neu

      Hallo zusammen,

      und weiter geht es.

      Kaum wieder zu Hause, - gegen Abend - kam von Tochter gestern schon die Frage:
      "Können wir heute noch `was bauen?"
      "Klar, sogar Du alleine, feinschleifen und mit Glattfix streichen..."
      (Und dann Ruhe im Karton...)
      "Papa,...und danach NOCH ETWAS BAUEN?!"

      "Aha", dachte ich so bei mir, "das sind sie also, die Geister, die ich rief..."

      Dafür ging es heute an das "richtig" große Teil, den Tragflügel:



      Zuerst aber wurden die im Bausatz enthaltenen, einfachen Abstandslehren herausgearbeitet. Im linken Bild schon beim Nacharbeiten auf dem Schleifpapier, rechts fertig, und mit dem - immer noch seeehr unbeliebten - Meßschieber nachgemessen.

      Dann ging es mit dem Balsaholz-Messer weiter:


      Im linken Bild schneidet sie gerade die zwölf Spanten - Bauteil 22 - aus der Platine. Klappt schon immer besser. Im rechten Bild, mit dem 1:1-Bauplan als Hilfe, leimt Tochter die ersten Spanten an eine Flügel-Innenseite(Teil 20, doppelt)



      Links im Bild die erste Baugruppe, rechts sämtliche der heutigen Bauleistung. Alle Spanten sind mit den Teilen 20 und 21 verklebt, die Teile 23 und 24 liegen bereits davor - mit fast einem Meter Spannweite hat der Tragflügel Töchterchen doch ganz schön beeindruckt.
      Die Farbunterschiede im Flügel rühren daher, dass das Mittelteil aus einem anderen als Balsaholz besteht - obwohl im Bauplan als solches gelistet. Es ist aber deutlich dichter.
      Tochter beim Komplettieren der Baugruppen zuschauend, dachte ich so bei mir, dieses für mich neue "Jedelsky-Profil" betrachtend:
      "Unglaublich, wie primitiv das Flügelprofil heute geworden ist..."
      Doch dann stand plötzlich ein Tragflügel der "Jolly`s", der "Amigo`s" und selbst der ganzen "Kleinen Uhu`s" vor meinem inneren Auge - was waren das doch für unglaublich arbeitsintensive Rippen- und Spantenmonster, und was waren die Dinger dann manchmal auch monströs frustrierend...
      "Unglaublich, wie genial einfach für einen Beginner, dieses neue Profil" dachte ich mir dann.

      Dann ging Tochter mit Mama in`s Kino.

      Und ich, wie einem inneren Zwang folgend, in den Keller. Und da musste ich es herstellen, DAS Teil:



      Für uns "Bengels" im Bastelkeller war es eher ein Folterinstrument. Wie eine Streckbank...

      Na, wer kann sich noch an dieses Ding erinnern? denk1

      Mit dem kleinen Rätsel verabschiede ich mich für heute,

      Gruß Robert