Indonesische Pinisi "Cinta Usaha", Konstruktion

    • Servus Michael,

      Das klingt interessant, nicht unbedingt ein Mainstream-Modell.
      Aber da tun sich eine Reihe von Möglichkeiten beim gestalten von Fotos mit anderen Schiffen, die z.B. im Stationsdienst in Ostasien waren, auf.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle

      "Pfeif auf BIO! In meinem Alter nimmt Mann alle Konservierungsstoffe die Mann kriegen kann!"
    • Hallo Michael,

      prima Modell, seit du das in Bremerhaven angekündigt hattest, fiebere ich dem Projekt entgegen. Ende der 70er war ich mit verschiedenen "Hammonia" Stückgutfrachter zwischen den indonesischen Inseln unterwegs. Die Pinisis oder Bugis Schoner waren dort überall unterwegs. Bei Nacht unbeleuchtet ein Alptraum, bei Tag immer wieder ein interessanter Anblick. Oft abgeladen bis zum Hauptdeck und teilweise mit Decksladungen unterwegs, bei denen man sich wunderte, wie die überhaupt an Bord gekommen sind.

      Hier eine Postkarte aus der Zeit. Sie zeigt den alten Hafen in Jakarta. Über die schmale Balken wurden die Schiffe beladen. Für Sicherheitsbeauftragte ein Traum daumen1 Das sorgfältige "Auftüddeln" der Segel sollte auch für Anfänger im Modellbau kein Problem sein. happy 2

      Ich bleib am Ball

      Beste Grüße
      Uwe
    • Moin Michael!
      Du schaffst es immer wieder, Vorbilder auszusuchen, bei denen man auf den ersten Blick ahnt, dass das Modell dazu wohl von Dir kommen muss klasse1 . Ich freue mich auf den weiteren Werdegang: Segelschiffe in 1:250 kann es gar nicht zu viele geben, und dies hier verspricht ein besonderer Leckerbissen zu werden schiff2 . Ich habe mich erstmal bei Wikipedia ein bißchen auf Stand gebracht und bin gespannt, was Du noch über die Vorbilder erzählen kannst!
    • Hallo,

      da ich nur Wserlinienmodelle mache ...

      Wetter bedingt habe ich nicht mehr konstruiert. Ich zeige Euch zwei Fotos, die Herr Bröhlmann auf seinen Reisen gemacht habt.

      Damit Ihr sehen könnt, dass die Lage bei den Unterlagen gut ist, hier die Liste der verwendeten Bücher, Hefte und Pläne.

      Horridge, G. Adrian: Konjo Boatbuilders and the Bugis Prahus of South Sulawesi, 1979, National Maritime Museum, Greenwich
      Horridge, G. Adrian: The Lambo or Prahu Bot: a western ship in an eastern setting, 1979, National Maritime Museum, Greenwich
      Hawkins, Clifford W.: Praus of Indonesia, 1982, Macmillan, London, 0-333-31810-2 mit Plan
      Horridge, Adrian: The Prahu, 1985, 2. Auflage, Oxford University Press , Singapur, 0-19-582637-X
      Horridge, Adrian: Sailing Craft of Indonesia, 1986, Oxford University Press , Singapur, 0-19-582647-7
      Collins, G.E.P.: Makassar Sailing, 1937 (Reprint 1992), Oxford University Press, Kuala Lumpur, 0-19-588594-5 mit Plan
      Collins, G.E.P.: Seafarers of South Celebes, 1945, National Geografic Society, Washington, Vol. 87 No. 1 Seite 53-78
      Hollander, Neil / Mertes, Harald: Solange sie noch segeln – Die letzten
      Arbeitssegler, Seite 209 ff, 1983, Hoffmann & Campe, Hamburg,
      3-455-08758-2
      Koch, Gerd (Herausgeber): Boote aus aller Welt, 1984, Reiter Druck, 3-88725-170-9
      Rieth, Eric / Lontcho, Frédéric: Les derniéres Goélettes Les pinisis
      d‘Indonésie, 2007, editions errance, Paris, 978-2-87772-363-3
      H.J. Zimmer: De bouw van een model van een Pinisi een Indonesisch zeilschip, 1993, de Modelbouwer, Heft 1 Seite 5 ff
      Sohn, Michael: Indonesische Pinisi, 1988, Modellbau heute, Heft 9 Seite 21 ff mit Plan
      Sohn, Michael: Seefahrt zwischen den Sundainseln, 1991, Das Logbuch, Heft 1 Seite 31 ff
      Sohn, Michael: Indonesische Pinisi, 1995, ModellWerft, Heft 11 Seite 31 ff mit Plan
      Kirchner, Horst: Sunda Kelapa, 1986, ModellWerft, Heft 1 Seite 31 ff
      Rooney, Jim: The Makassar Ketch, 1977, Wooden Boat, No. 14 Seite 66-68
      Paris, E.: Le Voayage de la Favotite, 1832 reprint 1992, Editions Anthése, Arcueile, 2-904420-51-7

      de.wikipedia.org/wiki/Pinisi
      http://www.indonesia.travel/en/destinati…pinisi-schooner
      kastenmarine.com/phinisi_history.htm

      Bis die nächsten Tage

      Michael

      PS.: Genehmigung für die beiden Fotos liegt vor.

    • Hallo,

      leider ist mir etwas elektronisches mit dem Namen "Arduino" dazwischen
      gekommen. Zusätzlich muß ich für ein weiteres Projekt ein Netzteil mit
      2x15V bauen. Daher habe ich diesmal meine übliche Vorgehensweise etwas
      geändert. Ich konstruiere im Moment nur. Binnenzeichnung, Abwicklung und
      Bauanleitung sollen dann im nächsten Schritt folgen. Mal sehen, wie es
      so klappt.

      Doch nun zur Konstruktion:

      1. Bild: Die Konstruktion des Ruderauslegers. der frei in der Luft
      hängende Balken ist mit Tauwerk an der oberen Strebe befestigt. Ebenso
      ist das Ruder mit Tau befestigt.
      2. Bild: Dazu gekommen ist die Hütte
      3. Bild: Luken und die beiden Wasserfässer sind an Bord
      4. Bild: Mastkoker und Spantköpfe sind nun ebenfalls konstruiert
      5. Bild: Das mächtige Bugspriet. Es hat ca. 1/3 der Rumplänge

      Demnächst mehr. Es folgen der Schoner- und der vordere Tripodmast.

      Einen angenehmen Sonntagabend wünscht

      Michael





    • Servus Michael,

      das sieht doch schon wieder sehr gut aus!

      Arduino? Wenn man danach googelt, erfährt man, dass da einer in Norwegen damit eine Türöffnungselektronik gebastelt hat und damit in Hotels sein Unwesen trieb... cool2 . Jetzt sitzt er hinter schwedischen Gardinen mit guter alter manueller Schließtechnik...
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • servus_1 Michael,

      das wird sicherlich ein äußerst interessantes Modell. Sowas sieht man selten. Na ja, wie alle deine Modell halt. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt wie das Gnaze nachher in Karton mal aussehen wird. Also, viel Spaß beim Weiterkonstruieren! prost2
      Liebe Grüße / Best Regards
      Stefan

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      Im Bau:
      MS Esvagt Dana Sondermaßstab 1:160 von der Kartonwerft
      S. M. S. Stettin in der Skagerrakschlacht 31. Mai 1916 - Scratch in 1:250




      Meine fertiggebauten Modelle
      .............................................................................................................................................................................


      ...na klar!
    • Hallo,

      einen kurzen Zwischenbericht: Das 2x15V Netzteil ist fertig. Im ersten
      Foto seht Ihr meine "Arduino-Spielwiese". Konstruktion und Kartonbau
      wird trotzdem nicht aufgegeben.

      Ich höre jetzt einmal mit der Konstruktion auf, untersuche alle Fotos in
      den Büchern, wie der Tripodmast oben konstruktiv gebaut ist, kümmere
      mich um die Binnenzeichnungen, wickle ab und BAUE!!!!

      Bis demnächst

      Michael

    • Hallo Kartonisten,
      zur Pinisi möchte ich noch einige Anmerkungen machen, weil es ein so bemerkenswertes Fahrzeug ist. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es ein westliches Aussehen (Takelage) und eine östliche Bauweise hat. Der größte Unterschied liegt in der Befestigung der Planken. Die einzelnen Planken werden nicht wie bei uns befestigt, sondern mit Hartholzdübeln Kante auf Kante. Auf diese Weise wird erst die Rumpfschale aufgebaut und dann sukzessive die Spanten eingebaut. Da man die Planken nicht biegen kann, werden sie aus einem dickeren Stück in Form gehackt. Das hat den Nachtteil, dass am Bug nur kurze Stücke eingebaut werden können. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Buginesen, die Schifflebauer in Süd-Sulwesi keine Kniee benutzen. Das wird zum Teil dadurch ausgeglichen, dass man die Querbalken durch den Rumpf durchsteckt (bei der Ruderanlage). Die Ruderanlage ist auch ganz speziell. Sie besteht nur aus zwei Balance-Rudern. Gesteuert wird eigentlich mit den Segeln. Die Ruder sind nur zur leichten Korrektur des Kurses. Deswegen hat die Pinisi auch diesen langen Bugspriet, um das Schiff in Balance zu halten. Da das Schiff ein Monsunsegler ist, bleibt die Segelstellung lange Zeit gleich. Wenn es Ernst wird z.B. bei Gewitter wird nicht gerefft, sondern die Segel werden ganz heruntergenommen. Das Schiff in seiner Ursprungsform hatte ein Deck weniger, dass auch nicht dicht war, sondern mit Bambuslatten gedeckt war. Dann kam noch ein geschlossenes Holzdeck hinzu, dass vorn mit einem Backschot geschlossen war, das viel später auch weg viel und das Schiff erhielt einen Klipperbug. Das ursprüngliche Segel war ein Langrechtecksegel, das manchmal noch durch einen kleinen Besan ergänzt wurde. Der Dreibeinmast hatte unten Mastkoker, in denen Bambusmasten befestigt wurden. Oben wurden die drei Bambusstangen mit einer hölzernen Mastspitze zusammengefasst. Die Bambusstangen wurden bald durch Holzmasten ersetzt, beim Fockmast verzichtete man auch auf die Dreibeinausführung.
      Hajo


      P.S.Die ersten drei Foto sind von der Padewagang Pinisi (Vorläufer), die beiden letzten von der Pinisi
    • Hallo Hans-Joachim,

      wie ich sehe, hast Du Dich intensiv mit der Schifffahrt im indonesischen Archipel auseinander gesetzt. Deine beiden Bauer einer Bade und einer Pinisi sehen sehr gut aus. Nach welchen Plänen hast Du gebaut?

      Eine Anmerkung noch: Die Seeleute stammen vom Volk der Buginesen (Bugis), die Erbauer der Schiffe sind die Konjo. Beide Volksstämme stammen ursprünglich von der Südwestküste Sulawesis (Celebes). Man findet sie heute überall an den Küsten der indonesischen Inseln. Mittlerweile bauen die Konjo große motorisierte Schiffe aus Holz. Nur auf der Insel Madura, Java vorgelagert, hat sich vor langer Zeit eine etwas andere Bootsbaukultur herausgebildet.

      Herzlichen Dank für Deinen Beitrag und die Fotos.

      Michael
    • Hallo Michael,
      ich bin in meinen Unterlagen fündig geworden. Zuerst die Padewagang Pinisi. Die Pläne stammen von William Maxwell Blake und man findet sie in der W.M.Blake Collection des Smithsonian Institute des National Museum of American History. Mr. Blake saß in Singapore im Hafen und hat 11 verschiedene "Far Eastern Craft" vermessen und gezeichnet, die in diesen Hafen von Zeit zu Zeit einliefen. Eine sehr interessante Mischung aus allen Ecken des Archipels. Weitere Infos durch Suche in der Literatur und die Hilfe von Nick Burningham (Konstrukteur des Duyfgen), der ein ausgesprochener Experte für indonesische Schiffe ist. Hier noch ein Detail der Mastkonstruktion aus dem o.g. Plan. Info Pinisi kommt später.
      Hajo

    • Hallo,

      im nächsten Schritt sind die Spantköpfe montiert worden - sowhl achtern
      als auch im Bugbereich. Dannach kam das Bugspriet an die Reihe. Es ist
      aus Balken zusammengezimmert. Auf Fotos habe ich auch Konstruktionen aus
      Rundholz aber auch gemischt Balken-Rundholz gesehen.

      Jetzt noch 3 Wasserstage unter das Bugspriet und dann geht es an die Masten.

      Herzliche Grüße

      Michael



    • Hallo Michael,

      schön, daß Deine Pinsi nun weiterwächst! Was für ein kompliziertes Gebälk da am Heck! Der dreibeinige Mast ist auch sehr exotisch, aber ich meine so was auch auf späten euröpäischen Seglern (bzw. Dampfseglern) gesehen zu haben. Wird ein richtig flotter, eleganter Renner!

      Beste Grüße
      Claudia