Flottentorpedoboot T 22, GPM 1:200

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Flottentorpedoboot T 22, GPM 1:200

      Hallo zusammen knuddel1 ,

      nun geht es endlich an den Baubericht des Modells Flottentorpedoboot T 22.

      "Endlich" weil eine ganze Menge Kleinteile, die ich während meines Pendlerdaseins vorfertigte, nach dem "Zurück-nach-Hause-Umzug" eine ganze Weile "wech" waren:



      Das wird dazu führen, das manche, aber ausschließlich Kleinteile, plötzlich "da" sein werden. Ich weise aber, insbesondere, wenn ich in der Herstellung auf andere als Karton - oder Materialien aus dem Bogen - z. B. Ätzteile, Lasercut`s oder "Eigenmittel" zurück gegriffen habe, explizit darauf hin.
      Auch möchte ich unter Quellennennung angeben, in welchen Teilen der Bogen Fehler enthält. Weiter werde ich Detailergänzungen aufführen, die mir wichtig, aber auch baubar erscheinen.

      Nun stelle ich die mir zur Verfügung stehende Literatur vor, ich werde im Baubericht, um nicht jedes mal den Titel zu wiederholen, immer nur den Autor erwähnen:

      "Die deutschen Flottentorpedoboote 1942 - 1945", Wolfgang Harnack, Mittler & Sohn -"DIE" Monographie zu dem Boots-Typ, insbesondere mit hervorragendem Bildmaterial.
      "Flottentorpedoboote", Wirich von Gartzen, Koehlers Verlagsgesellschaft, Schiff und Zeit Spezial - Umfassende, gut bebilderte Monographie, mit Schwerpunkt der Einsätze.
      "Torpedoboote und Zerstörer - eine Bildchronik aus zwei Weltkriegen", Egbert Thomer, Gerhardt Stalling Verlag, - Eine zwangsläufig eher übersichtsweise gehaltene Quelle, so auch:
      "Torpedoboote und Zerstörer im Einsatz 1939 - 1945", Volkmar Kühn, Motorbuch Verlag, Stuttgart.
      "Flottentorpedoboote und Flottenbegleiter" Siegfried Breyer, Marinearsenal Band 44, Podzun-Pallas-Verlag. Eine an sich gut schematisierte Darstellung, die jedoch durch teilweise unscharfes Bildmaterial etwas verliert.
      "Z-vor!" Band 2, Internationale Entwicklung und Kriegseinsätze von Zerstörern und Torpedobooten im Zweiten Weltkrieg" Harald Fock, Koehlers Verlagsgesellschaft.
      - Die wohl beste und umfangreichste Zusammenfassung über diese Schiffstypen, zwangsläufig mit wenigen, aber prägnanten Details und Bildern.
      "Anstriche und Tarnanstriche der deutschen Kriegsmarine", Dieter Jung u. a., Bernard & Graefe Verlag - Nichts zum Boots-Typ, aber zur Tarnung allgemein.

      Das für`s Erste,

      Gruß,

      Robert
    • Hallo zusammen,

      schön, dass ihr den Bau verfolgen wollt!

      Fritz, Danke für Dein Interesse!

      Tommi, den Ätzsatz habe ich noch nicht, den werde ich mir wahrscheinlich zusammen mit dem NEUEN Bogen zulegen. Ich musste gestern Abend leider noch feststellen, dass mir die Otterkräne und die Winde fehlen. kotz1
      Hatte ich damals wohl schon ausgeschnitten, aber nicht mehr gebaut...= wech!
      Die "Setzkästen" habe ich aus einer norddeutschen Einkaufskette(Familiy...??Markt?...oder so) aus Eckernförde, kosteten nur 50€C. das Stück. Für Kleinteile ein prima Sache.

      Dieter, das war damals als Pendler die Lösung, viel "Baugruppen-Wirtschaft" unter der Woche zu betreiben, und dann alles zu Hause zu horten. Habe das bis zu den Aufbauten getrieben. Finale war der weitgehend vorgefertigte, relingslose Rumpf, der noch gefahrlos zu transportieren war. Dadurch konnten die Schiffe zu Hause relativ schnell komplettiert werden. Hauptsächlich Reling setzen und takeln, sonst nur noch zusammenkleben. Meist so in Urlaubs- oder langen Wochenendzeiten, ansonsten war mir jede Minute mit der Familie wichtiger.

      Stefan,

      Stephan schrieb:

      Hallo Roter,
      meinst Du das politisch? muhaha1
      Alles in Ordnung!

      Das mit der Herausforderung kann stehen bleiben, das ist selbst für einen Detailversessenen ein ziemlich komplexes Modell, und, ja, mir sind schon ein paar Details untergekommen, die ich zusätzlich einbringen werde, aber meistens werde ich die Füße still halten, sonst sehe ich eher die Gefahr der "Verschlimmbesserung".
      Ich muss ehrlich gestehen, dass ich froh über meinen großen Maßstab bin. Hut ab vor den Spezialisten, die dieses Schiffchen in 1:250 bauen.

      Gruß Robert
    • Hallo Gerhard,

      hallo Stephan,

      Gerhard,
      die DKM-Zerstörer und Torpedoboote sind einfach "rassig", nicht wahr?. Wobei jedes Schiff so seine Reize hat. Deshalb tendiere ich auch eher zum englischen "Sie..."

      Stephan,
      1:100 ginge längenmäßig für Korvetten, Fregatten, Zerstörer und Torpedoboote noch durch - nur dann würde man ja NOCH MEHR Details `draufbauen stirn1 !

      Gruß,

      Robert
    • Hallo Hagen

      - und herzlich willkommen!

      Und etwas zu sehen gibt es auch.
      Und alle, die den - oder "den anderen" Bogen in 1:250 besitzen, sehen auch bitte noch etwas weiter, weiter nach, im eigenen Bogen.
      Denn ich fange jetzt schon mit Sachen an, die ich gar nicht so unbedingt zeigen wollte, aber schaut selbst:



      Nach "Plättung" ging es heute Nachmittag an das Spantenskelett. So gemütlich, ein Teil nach dem anderen... Erst der Längsspant, dann die klingenförmigen, kurzen Längsspanten(quer einzubauen), Teile P5 L&P.
      Und da ich die Marotte habe, die Teile für ein Skelett zusammengesteckt auf zu bewahren, fing ich gleich damit an. Doch bei aller Vorsicht(und dann leichter Gewalt), der erste Querspant W 1a sperrte sich beharrlich, ab etwa der Hälfte, das Teil P5 weiter aufzunehmen.

      Der Grund war mit bloßem Auge ersichtlich: Der aufnehmende Schlitz in W 1a ist deutlich zu schmal.
      Nachgemessen: Exakt 0,5mm, statt der erforderlichen 1,0mm...
      Ups, falschen Karton zum Verstärken genommen?
      Nö, die "1" ist auf den Teilen P5 deutlich erkennbar. Bauteile, die mit 0,5mm verstärkt werden sollen, zeigen dies auch deutlich, mit 05. Und am Lineal ist deutlich zu erkennen, dass alle Querspanten(W 1a bis W 6a), die den Aufnahmeschlitz für P 5L&P zeigen, nur 0,5 statt 1,0mm Schlitzbreite aufweisen.

      Natürlich kommt man da in`s Grübeln. denk1
      Waren die gestern zu sich genommen - natürlich selbst gesammelten - Pilze wirklich nur Pfifferlinge?
      Treiben sich im selbst angesetzten Himbeerschnaps noch schlimmere, als die ohnehin schon Synapsen fressenden Sachen herum?
      Aber wie ich es auch drehe und wende, scheint hier schon das erste F-Wort angebracht - na, pfui, nein, nicht Das! Das mit "ehler..."

      Bleibt mir momentan - falls ich nicht doch noch fürchterlich daneben liege - nur zu überlegen, ob ich die Teile P5 kopiere, und dann auf 0,5mm Verstärkung ziehe, oder die Schlitze der Querspanten W 1a bis W 6a auf das erforderliche Maß bringe...

      Grübelnde Grüße aus dem Westerwald,

      box 1
    • Hallo Robert,

      ad hoc hätte ich gesagt, das die auf 0,5 mm aufgezogen gehören. Aber da ich mich selber an dem Bogen schon mal versucht habe, bin ich schnell mal ins Archiv gestolpert und hab den Bilderfundus durchgestöbert. Oft trügt einen ja die Erinnerung (früher war alles besser...)

      Wie ich überraschend feststellen musste, hab ich damals, eine meiner ersten Gehversuche, sogar angemerkt das die Schlitze nicht passen:



      Wie Du hatte ich das schon auf 1mm aufgeklebt und einfach die Schlitze erweitert.



      Es liegt also weder an den Pilzen, noch an dem Digestiv - oder gar deren Zusammenwirken. Und Bernd das Brot würde einfach sagen "Mist" - aber reparabel. Auch wenn es bei mir auf dem 2ten Foto schon arg "reingewürgt" ausschaut. Anfänger eben ...

      Gruß, Stephan
    • Hallo Robert,
      das Schiff habe ich in 1:250 gebaut und als Wasserlinienmodell. Wie bei allen auf 1:250 verkleinerten Modellen habe ich die Spanten seinerzeit auf Graupappe, die etwas dünner ist aufgezogen. Ich kann mich nicht erinnern, Probleme gehabt zu haben, werde aber mal in den Bildern stöbern, der Baubericht selber ist im Nachbarforum leider gelöscht worden.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)
    • Eieiei Robert, wie ärgerlich.

      Soweit mein Gehirnkastl noch funktionsfähig ist, glaube ich mich zu erinnern, dass dieses Problem früher schon öfter mal durch die Foren geisterte, speziell bei Bögen, welche von Verlagsseite von 1.200 auf 1:250 umskaliert wurden.

      Ich würde jetzt an Deiner Stelle die Schlitze erweitern, die Spanten sauber einpassen und einzeln antrocknen lassen. Das kostet zwar Zeit, aber das Wichtigste ist nun mal, dass die Spanten exakt an der Grundplatte ausgerichtet sind.
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • Hallo zusammen,

      vielleicht passt ja hier das Sprichwort "Die frühen Fehler sind die besten..."

      Stephan,
      um in der Mitte zu bleiben, sehe ich die Alternative für Nachbauer genau wie Du: Streiche bei den Teilen P 5L&P die 1mm, setze 0,5mm - dann bleibt man Mittig, der Spant soll ja einen Radius bekommen. Und kann schön an den Linien schneiden. Ich muß mich zur Zeit schon anstrengen, die 0,25mm gleichmäßig abzuschneiden. arbeit1
      Und was Du so als "Anfänger" aus dem Modell heraus geholt hast klasse1 (Gehört in die Galerie...)
      Fritz,
      die Zusammensteckerei ist reine Faulheit. Wieso erst alles in Kästchen sammeln, und dann wieder `rausflöhen, um es gleich wieder zusammen zu kleben? Außerdem neige ich zu der Ansicht, dass weniger die Art des Klebers, als die "Spannung" mancher Teile in Verbindung mit ungleichmäßigem Klebstoffauftrag zu Verzug führt. Beim Zusammenstecken merke ich gleich, ob das Teil in der Verbindung "läuft".

      Kurt, Gerhard,
      das ist ja was ich nicht verstehe, ich hielt die Version 1:200 für die Ursprüngliche("Maßstab des Ostens...") Und die baue ich ja nun.
      Grunz!

      Liebe Grüße,

      Robert
    • Hallo Robert,

      Boxer schrieb:

      ich hielt die Version 1:200 für die Ursprüngliche("Maßstab des Ostens...")
      das ist genau richtig, die Version in 1:250 ist eine herunterskalierte Version gedruckt auf dem Karton der gleichen Stärke wie die ursprüngliche 1:200 Version. Der Schrumpfung der Teile und der gleich gebliebenen Kartonstärke wegen, muß man da zuweilen aufpassen.
      LG
      kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)
    • Moin Robert,

      da stockt's ja ähnlich früh wie bei meinem Kreuzer..... engel1 Obwohl wir ja beide die 1:200er O-Version bauen.
      Ich denke, daß das Ganze nix ist, was einen zur Verzweiflung treiben sollte.....ist zwar zusätzliche Schnibbelei, wird aber letztlich passen. Und zur Not hast Du ja noch Deinen Himbeer-Aufgesetzten..... urlaub2
      hau wech
      Tommi
      ....und ab dafür! rollen1
      Vergammelte Werke
    • Hallo Robert,
      den Trick mit dem Zusammenstecken habe ich mir auch auf den Merkzettel geschrieben.

      Die "Grauen" sind ja eigentlich nicht so mein Ding, aber ein Verwandter ist auf einem Schwesterschiff gefahren, deshalb plane ich auch das Modell zu bauen. Irgendwann mal...

      Freue mich auf die Fortsetzung.

      Gruß John
      Yo Ho Ho, the wind blows free,
      Oh for the life on the rolling sea.
      schiff2
    • Hallo zusammen,

      gleich der "Ausbügel-Fortschritt", aber erst...

      Kurt,
      hat halt etwas später geklingelt,

      Tommi,
      jau, da hast Du völlig Recht, Verzweiflung geht anders. Nur eine so klassische "Los-Stop-Schade-Situation" gleich zu Beginn, da zweifelt man erst eine Weile `rum. So ich es richtig sehe, hat Dich Dein Japaner in noch früherem Stadion überrascht.

      John,
      da hat Dein Verwandter ja viel Glück gehabt, die Boote haben im Verhältnis zur Zahl ja enorme Verluste erlitten. Ob Dir wohl noch andere als die von mir oben genannten Quellen zugänglich sind?

      So, nun die Bau- oder besser "Umbaufortschritte":



      Links im Bild das Ergebnis der Schnitzerei, die für den Bugbereich (Bis Querspant W 6a reichende) bestimmten Längsspanten P 5 L&P sitzen nun, wie sie sollten. Bis jetzt auch nur gesteckt. Schon jetzt könnte das Dingens mit "Eure Schnittigkeit" angesprochen werden...
      Bis einschließlich Wochenende wird noch mal demontiert, vorgeschliffen, dann zusammengeklebt und nachgeschliffen. Die restlichen Querspanten für das Überwasserschiff sind schon ausgeschnitten. Das gleiche dann nochmal mit dem Unterwasserteil - da kommen aber(falls nicht noch mal etwas hochpoppt) nur noch die "Vollzugsbilder".
      Rechts das Deck, schon auf 0,5mm Pappe aufgezogen und ausgeschnitten. Das sind drei Teile.
      Da gehe ich noch mit der Entscheidung schwanger, ob ich erst überlappend zuschneide, und dann schon mal verklebe. Das hieße allerdings, die später erforderliche Wölbung des Decks im Ganzen durchzuziehen. Das goutieren die Verklebungen nicht immer. Und dafür benötigte ich etwa einen Millimeter Längenreserve. Das sehen wir aber nach Fertigstellung des Spantengerüstes.

      Und Tschüß,

      Robert
    • Moin Robert,

      da auch ich mich gerade,
      mit den Schiffen und Booten dieser Zeit literaturmässig tiefer beschäftige,
      um dann auch mal was interessantes Kartonbauförmiges, aus dieser maritimen Geschichtszeit umzusetzen,
      werde ich Deinen Baubericht hier mit Begeisterung folgen !! daumen1 freu 2 klasse1
      Gruss
      Holger


      Ich bin von Kopf bis Fuss, nur auf Kartonmodellbau eingestellt

      und das ist meine Welt,

      sonst gar nichts..... ! freu1
    • Hallo zusammen,

      und herzlich willkommen Holger!

      Obwohl dieses Forum ständig dazu verführt, mehr zu Gucken als zu bauen, bin ich doch wieder etwas weiter gekommen:



      Links das nunmehr verklebte, und vorgeschliffene Vorschiff. (Was für ne` Wortkombination...)
      Ich hielt mich an die in gestrichelten Linien vorgegebenen Grenzen, innerhalb derer zu schleifen war.
      Im rechten Bild - so ihr vergrößert - meine Methode, die vom, ja nur einseitigen, Aufdruck übertragenen Markierungen zur Gegenseite darzustellen:
      Ich nadle auf der Linie einfach durch, und verbinde die Durchstiche mit einem Bleistiftstrich...



      Links im Bild am Spant W 1a sind zwei V-förmige Einschnitte wahrnehmbar, die sind nicht aus dem Bogen. Ich habe beim "Probeliegen" des Decks bemerkt, dass die Durchlässe der Ketten genau auf dem Rücken des Spants liegen = Geht gar nicht!

      Im rechten Bild das an der "Punkt-Strich-Linie" der Schneidmatte ausgerichtete Spantengerüst des Unterwasserschiffs. Da werden dann die Beulen und Krümmungen offensichtlich...
      Und die zwei mit Balsaholz verstärkten Spanten dienen später der Aufnahme meines Eigenbauständers.
      @ Günter, nein, Deine "Trockendock-Idee" ist nicht vom Tisch. Nur der diesem Modell beiliegende Ständer war nicht so mein Ding...



      Und was zeigt das linke Bildchen? Jaah, Pfusch am Bau - bah!
      Und den auch noch selbst verursacht. Wahrscheinlich setzte ich den betreffenden Spant - hier mit einem Pfeil markiert - nicht tief genug, oder habe doch ein Teil unter Spannung verbaut.
      Obwohl im Bild fast wie der Grand Canyon wirkend, sind es realiter ca. drei Zehntel - das wird nochmals unten mit Kleber überbrückt...
      Moral von der Geschicht`: Es lohnt sich doch immer wieder, jeden Spant im Verhältnis seines Umfeldes nach dem Trocknen nochmals zu kontrollieren.
      Die dunkle Linie an dessen Oberseite ist die Markierung, wie weit ich ihn nun wieder abschleifen kann... stirn1
      Und rechts im Bild die "Hochzeit" von Über- und Unterwasser-Spantengerüst.
      Das kann jetzt mal bis Morgen so vor sich hintrocknen, dann geht es die Tage an`s feinschleifen.

      Gruß Robert
    • Moin Robert,

      allein schon der schnittige Bug vermag mich zu begeistern. Kaum zu glauben, daß ein Boot mit solchen Linien "nur" 31 kn. lief....da war ja jeder japanische Schwere Kreuzer schneller..... grins 1
      Spanten, ob nun LC-Satz oder selbst geschnibbelt, sind zwar zumeist eher langweilig, aber leider für so ein Schiffsmodell nicht wegzudenken.
      Eine sorgfältige Vorbereitung, vor Allem im Hinblick auf Kommmendes, ist jedoch unerlässlich, wie Dein Hinweis zu den Ankerketten zeigt.
      ( wieder mal ein Beweis für die Wichtigkeit von Bauberichten und das Aufzeigen von Problemzonen! )

      lg.
      Tommi
      ....und ab dafür! rollen1
      Vergammelte Werke
    • Hallo zusammen,

      vielen Dank für die rege Teilnahme,

      und, Tommi, Gerhard, gleich geht es mit den Spanten weiter.

      Doch Tommi gab da ein Stichwort:

      Klueni schrieb:

      Kaum zu glauben, daß ein Boot mit solchen Linien "nur" 31 kn. lief....da war ja jeder japanische Schwere Kreuzer schneller.....

      So zu sagen eine Steilvorlage, die ich für den Einstieg in einen historischen Kontext nutzen möchte.

      Um der Spezifik der Torpedoboote 1939 näher zu kommen, eine kurze geschichtliche Zusammenfassung:
      Alle Marinen entwickelten ihr Torpedowesen nach 1918 weiter. Aber bei hochsee-fähigen Schiffen hauptsächlich auf Zerstörern, die auch entsprechende Artillerie aufwiesen. Die Weiterentwicklung unter Vernachlässigung der artilleristischen Komponente war, trotz größer werdender Verdrängung, eine deutsche Eigenart.
      Den Bestimmungen der Versailler Restriktionen folgend, wurden schon die Torpedoboote der Raubvogel und Raubtierklasse als Zerstörer gewertet. Diese Boote führten drei Kanonen 10,5cm. Die Nachfolger sollten mit den Typen Torpedoboot 1935 und 1937 – die sich kaum unterschieden – bei gleicher Torpedobewaffnung eine möglichst hohe Geschwindigkeit aufweisen. Dafür wurde eine nur marginale Bewaffnung akzeptiert.
      Klar urteilt Wolfgang Harnak:
      „Bald wurde erkennbar, dass die Torpedoboote 1935 und -37 mit Einsatz-Verdrängungen von 1.088 bzw. 1.098 ts zwar die bei Torpedobooten übliche Größe besaßen, aber eine klare Fehlentwicklung darstellten. „… mit nur einem 10,5cm Geschütz …, das auf dem Achterdeck plaziert war, zu schwach bewaffnet. Auch die Fla-Bewaffnung war mit drei bis fünf 2cm…. war zu gering ausgefallen.“
      Und gegen die neuen Zerstörer, die Ende der dreißiger Jahre in Dienst stellten, reichten auch die rund 36 kn nicht.
      So kam es um 1938 zu Überlegungen eines neuen Typs, mit höheren artilleristischen Fähigkeiten, und gesteigerten Mitteln zur Abwehr moderner Kampfflugzeuge: Das „Flottentorpedoboot 1939“.
      Mit gleicher Torpedokapazität, aber vier 10,5cm-Geschützen und verbesserter Fla-Kompetenz kam der Typ 39` auf rund 1.500 ts Konstruktions-, und fast 1.800 ts Maximalverdrängung. 206 Soldaten lebten auf dem über 102 Meter langen Schiff. Doch die Konstruktion hatte einen großen Mangel – es fehlten die dafür projektierten Maschinenanlagen.
      Und so mussten die rund 65% größeren Boote mit den bereits vorhandenen Maschinenanlagen der stornierten Bauaufträge des Typs 1935 – 37 vorlieb nehmen. Deshalb waren sie im Schnitt rund sieben Knoten langsamer als Zerstörer. In der Praxis kamen die Boote im Dauerbetrieb auf nicht einmal 30 kn – der Grund für viele unangenehme und aussichtslose Situationen, in die sie gerieten.

      Und nach dieser Bleiwüste die bebilderten Baufortschritte:



      Das getrocknete Gerüst wurde auf den nötigen Freiraum der Spantenecken zum Außenrand der Mittelplatte hin kontrolliert. Diesem Modell sind ja Spanten-Verbreiterungen beigegeben, die rund 0,3mm Freiraum erfordern. Im linken Bild ist eine aus Karton geschnittene "Fühlerlehre" zu sehen, welche die späteren Spanten-Verbreiterungen darstellen soll. Ich trenne vor dem Anschneiden der Bögen die Ränder ab. Die Abschnitte sind im Bild festgehalten. So steht immer etwas Überschussmaterial aus dem Bogen zur Verfügung.
      Im rechten Bild einige Auffüllungen, die ich vornehmen musste. Insgesamt musste ich wenig wegschneiden, und auch wenig auffüllen.



      Links im Bild meine Idee für einen Eigenbauständer - die mittels Balsaholz massiv verbreiterten Spanten W 7b und W 13b wurden im Kreuzungspunkt mit dem Längsspant auf 2,0mm aufgebohrt. In dieses Sackloch führte ich Messingröhrchen ein, die mit einem 1,1mm dicken Draht kommunizieren.
      Zwei 19mm lange Messinghülsen wurden auf ein 8,0 x 60,0 x 240,0mm großes Brettchen geschraubt, und mittels Rundholz ausgepflockt. Das Brett, ein Rest Birkensperrholz, mit nach Anschrägen trotz Schleifen leider etwas "haarigen" Kanten = nicht noch einmal...
      Im rechten Bild ist das bereits an den Rändern gefärbte, und auf 0,5mm Karton gezogene Deck zu sehen. Das Heck- und das Mittelstück sind schon miteinander verklebt. Diesen und den Teil vom Vorschiff füge ich erst auf den Spanten zusammen, da das Vordeck sowohl einen Radius zu den Kanten der Spanten, als eine Wölbung zum Bug hin erfordert - das würde eine Verklebung trotz Lasche in dem Fall kaum überstehen.



      Und rechts im Bild - nein, alles nur "draufgelegt"... Als nächster Schritt kommt das Deck auf das Gerüst, und ich wollte sichergehen, dass ich es an der richtigen Stelle plaziere...Es sind ja mal wieder ein paar Millimeter "Luft", und Radien als "Nullpunkt" mir ein Graus...
      Daher habe ich den Heckspiegel, beziehungsweise dessen obere Wölbungen, soweit vorbereitet wie sie mir für den korrekten Sitz richtig erscheinen. Damit konnte ich sicherstellen, wo das Deck genau sitzen soll. Ergebnis: Die Fase, mit der der Längsspant zum Heckspiegel hin abfällt, werde ich stärker verrunden. Mit dem rechten Bild des nun fertigen Spantengerüstes verabschiede ich mich für heute.

      Gruß,

      Robert
    • Hallo knuddel1

      und wieder ein paar Fortschritte:



      Links im Bild - leider mehr zu ahnen - das nun mit einigen Gummiringen am Bugbereich fixierte Deck. Trocknet da so unscheinbar vor sich hin, hat aber etwas genervt:
      Das Deck am Original hatte eine Wölbung zu den oberen Spantenenden - also mit den Außenkanten nach unten -, wohl, damit übernommenes Wasser besser abläuft. Das hat der Konstrukteur des Modells auch übernommen. Um die Wölbung in die Querachse vom Deck zu bekommen, habe ich eine alte Mausunterlage, sowie eine Bierflasche befleißigt. Das hat bei den lediglich quer gewölbten Decksteilen prima funktioniert. Die vom Karton angenommene Rundung lag nach mehreren "Bierflaschen-Rollungen" satt auf den Spanten. Das Deckstück am Bug hat jedoch eine Wölbung quer, als auch, ab etwa Spant W 3a, eine Wölbung in der Längsachse. Und das führte zu mehreren frustranen Versuchen, den Karton sowohl in die Quere, als auch "nach Oben" zu zwingen - ging nicht wirklich, nach ein paar Minuten war "aufgelegt" immer etwas in eine nicht erwünschte Position zurück gerutscht.
      Da auch gutes Zureden nichts nutzte, sabberte ich die Querspanten dick mit Leim ein, und fixierte das Ganze kurzerhand mit Gummiringen, siehe Bild links. Die Spannung der Gummis sollte genau über den Spanten liegen, da sich sonst Beulen im Deck abbilden. Das hat dann auch funktioniert.
      Und rechts im Bild die Kehrseite der Medaille, wenn ein interessant tarnfarbiges Schiffchen gebaut wird: Die später in die Bordwände gesetzten Bullaugen und Wasserabweiser sind gleich in drei Farben anzupinseln...



      Da ich das erste Mal einen größeren Knickspant ansetze, traue ich mich diese Aktion nicht ohne Lasche, im linken Bild, schon in den korrespondierenden Farben angemalt und angebracht, an der Kante ersichtlich.
      Rechts im Bild meine persönliche Lösung, bei längeren Bordwandteilen den "Schwanz" an seine Position zu bändigen, wenn am anderen Ende "gedrückt und geschoben" wird.
      Wie weiland die Schmetterlinge, spieße ich das Ende mit einer dünnen Stecknadel im Spant fest. So ziehe ich nichts mehr vom Leim - oder über diesen. Das kleine Löchlein verfülle ich mit einem winzigen Fitzel angefärbter Pappe und einem Tropfen Weißleim. Foto folgt.


      Links im Bild meine Methode, in sich laufende Schnittkanten bei aneinander zu setzenden Bordwänden zu bekommen, ich schneide die korrespondierenden Teile überlappend(Bei dickeren setze ich diese auf zusammengerollte Ringe Tesafilm, um ein Verrutschen zu verhindern).
      Das Ergebnis ist im rechten Bild ersichtlich, noch sind die Kanten nicht gefärbt. Das ganze funktioniert allerdings beim späteren "echten" Ansetzen nur, wenn absolut in der Flucht gearbeitet werden kann - klappt leider nicht immer...

      Bis demnächst,

      mit lieben Grüßen aus dem Westerwald,

      box 1
    • Moin Robert...

      Boxer schrieb:

      Die später in die Bordwände gesetzten Bullaugen und Wasserabweiser sind gleich in drei Farben anzupinseln...
      Würde ich abzählen, wieviel in welcher Farbe ich brauche und dann mir Abdeckschablonen erstellen und mit Sprühdose lackieren...

      Aber, ich denke da bist Du auch schon drauf gekommen...

      Ich schau Dir schon eine Weile zu... Gefällt mir, was ich sehe...

      Gruß
      Günter
    • Günter Plath schrieb:

      Würde ich abzählen, wieviel in welcher Farbe ich brauche und dann mir Abdeckschablonen erstellen und mit Sprühdose lackieren...
      Moin Günter,

      tja,
      erst einmal 45 dunkelgraue, 35 grüne und 18 hellgraue und - Tätätää! : Ein grün-dunkelgraues, zwei hellgrau-dunkelgraue und ein grün-hellgraues - leider sitzen ein paar von den Bullaugen genau auf Farbumschlägen... stirn1
      Bei Durchmessern von wenigen zehntel Drahtstärke und einem lichten Durchmesser des Bullauges von 1,4mm gehe ich den Dingern eher mit dem Pinsel an`s Messing...

      Wer Modellbau betreibt, ist über verregnete Ferientage nicht böse - wieder einige Fortschritte:



      Rechts das letztens glatt vergessene Bild vom Deck - nu` isses `drauf. Und links - Yep! Schon mal die halbe Miete, was die Bordwände angeht.

      Aaaber - das war gar nicht ohne!

      Bevor ich jedoch die Problemzone erkläre, möchte ich für die Mitmenschen, die ähnliche Merkschwierigkeiten mit den Begriffen "Konkav" und "Konvex" wie ich einmal hatte, ebenfalls haben, mit meiner Eselsbrücke dafür prahlen:

      "Blieb das Mädchen brav, bleibt der Bauch konkav, hatte sie aber Sex, dann wird der Bauch konvex"

      Und konvex läuft der Knickspant etwa bis Spant W 2b, oder vom Deck aus gesehen, bis etwa zwischen dem dritten und vierten Bullauge. Dort müsste - und muss - er allerdings in eine Konkavität umschlagen, um den "Abwärtsschwung" des Spantenausfalls zum Steven hin zu übernehmen.
      Doch das goutierte der Karton mit einer häßlichen Beule, die ich allerdings - darunter lief ja meine Hilfslasche(Zum Glück...) mit einem Skalpell aufschnitt, und das Ganze dann auf dem noch ziehenden Leim beidrücken konnte. daumen1
      Nun gibt es zwei Möglichkeiten(Groß war die Beule nicht... - aber zu sehen!)
      A.) Ich bin zu pingelig.
      B.) Im polnischen Text steht noch ein Hinweis wie etwa: "Schneiden Sie hinter dem weißen Keil noch einige Millimeter in die schwarze Knicklinie". Das wäre auch einem Nachbauer zu empfehlen.
      Ansonsten kam beim Verkleben der vorderen Bordwände reichlich Freude auf, alles passte, und die Bestätigung der Passungen an sich zeigt das vordere Unterwasser-Segment, dass ich gleich anklebte:



      Das passte, beziehungsweise, passte nach Abschneiden ziemlich eines Millimeters "roter Reserve" der Unterwasserbeplankung nach oben. Endlich einmal ein Bogen, in dem die Konstrukteure reichlich Material zugaben!
      Im linken Bild ist übrigens an gleicher Stelle im Knickspant die Spur des "Entlastungsschnitts" zu sehen. Im rechten Bild der Steven, noch ohne farbliche Retusche. Die V-förmige Öffnung im oberen Bereich habe ich bewusst nicht beigedrückt. Alle Aufnahmen von Schiffen zeigen einen in diesem Bereich stumpfer werdenden Abschluß("Quer") bis zum oberen Ende am Deck. Das werde ich aus dem "Reservegrün" des Bogens als Verlängerung des dafür eigentlich kleiner vorgesehenen Teils 25a schnitzen.



      Rechts die selbe Perspektive, aber schon "aufgehübscht", also farblich kaschiert. Bis auf die Stevenkante der falschen Bugwelle, die ist lediglich mit einer Naht Weißleim versiegelt, und das Ganze wird ja bald von Grau in Weiß umgepinselt.

      Und im rechten Bild sehen wir, dass auch die hinteren Bordwände für Spannung sorgen werden: Die Wölbung war kein Problem, aber - wie am großen Spalt ersichtlich, wenn die Bordwand "einfach" aufliegt - soll auch hier eine Wölbung in ZWEI Richtungen gezogen werden... gab schon beim Zurechtlegen einen Knick! Meine bisherigen Schiffchen waren zwar nicht so rassig, aber in Sachen Bordwände völlig unaufgeregt...

      Da schlaf` ich besser erst mal drüber(Und freue mich über Anregungen!)

      Mit verregneten Grüßen, euer

      box 1
    • Hallo zusammen,

      das Regenwetter nutzend, habe ich noch einiges zusammenbekommen - wenn auch diesmal nicht immer glatt.

      Doch bevor ich in den Baubericht einsteige, noch einige technische Fakten zum Flottentorpedoboot Typ 1939:

      So mangelhaft die für die Bootsgröße eingebaute Maschinenanlage war, so fortschrittlich zeigte sich die Artillerie-Bewaffnung(Nach Harnack/Gröner).
      Das Geschütz 10,5cm-S.K C/32 nsL/45 in 10,5cm MPL C/32ge verfügte über einen Erhöhungswinkel von erst -10° - + 70°, später sogar +80°. Diese Winkelfreiheit stand in Verbindung zu ersten Vernetzungsansätzen zwischen Feuerleitanlage und Radar, das erste See-Luftzielgeschütz in Dienst zu stellen. Allerdings steckten die "Elektronengehirne" noch in den Kinderschuhen, bis Kriegsende konnte keine funktionierende Feuerleiteinheit in diesem Umfang installiert werden.
      Jedoch wartete das Geschütz, dank Ladehilfsmotore, mit einer für die damalige Zeit enormen Kadenz von 20 Schuss pro Minute auf.
      Zum Vergleich: Die doppelrohrige, "klassische" schwere Marineflak 10,5cm S.K. C 33 n.A. kam pro Rohr auf neun Schuss - damit erreichte sie nicht ganz - oder nur sehr knapp- diese Kadenz.
      Vielleicht ein kleiner Exkurs zum besseren Verständnis:
      Die um 1943 fliegenden alliierten schnellen Kampfflugzeuge griffen etwa mit 450 - 480 km/h an. Das heißt, sie überwanden in einer halben Minute rund vier Kilometer. So setzten sie sich(An-und Abflug) in gut einer Minute dem Abwehrfeuer(Geschoßgewicht ca. 15 Kg.) von bis zu vier Geschützen, also, weit über einhundert Schüssen aus.
      Und die Munitionsdotierung mit sechshundert Patronen pro Geschütz war demnach.
      Dazu kamen noch die vier Rohre 3,7cm, die jedoch um 1943 wegen der halbautomatischen Waffe(Kadenz ca. 60 - 80 pro Minute/Rohr) immer weniger eine Rolle spielte. Allerdings kamen noch neun Rohre 2cm für den Nahbereich hinzu, die mit einer hohen Kadenz von etwa 200/min. pro Rohr im Verbund mit den anderen Rohrwaffen eine beeindruckende "Menge Eisen" in die Luft legen konnten.
      Doch bestimmungsgemäß sah die DKM die Torpedowaffe als tragendes Element. Sechs Torpedos, meist vom Typ G 7a(sechs abschussbereit in 360° schwenkbaren Drillings-Torpedosätzen) waren an Bord. Zur Bekämpfung von Unterseebooten verfügte der Typ `39 neben der Horchmittel noch über bis zu 32 Wasserbomben, die von vier Werfern und sechs Einzellagern losgemacht werden konnten.
      Auf anschraubbaren Minenschienen konnten bis zu 50 Seeminen Typ EMC oder EMF mitgeführt werden. Doch spätestens hier zeigten sich die Grenzen eines mit Waffen "zugepflasterten" Bootes. Da die achteren Decksverbreiterungen bei Anbordnahme von Minen hochgeklappt werden mussten, konnten die hinteren Geschütze nicht schwenken - ergo hatte sich das Boot bei drohenden Artilleriegefechten schleunigst der Minen im Notwurf zu entledigen...
      Auch gab es enge Grenzen, in denen die Minen überhaupt aufgenommen werden durften. Falls Windstärken über vier Beaufort zu erwarten waren, musste die Unternehmung wegen drohender Stabilitätsmängel verschoben werden.
      Dessen ungeachtet sprachen die Alliierten wegen der beeindruckenden Schlagkraft der Boote von "Elbing- oder Schichau-Destroyers", sahen also mehr den Zerstörer- als Torpedobootstyp verwirklicht.

      Und nun zum Baubericht:



      Im linken Bild die so la`la` liegende hintere Bordwand, im Rechten die mit deutlicher "Rüsche" versehene. Das ist das Ergebnis der in zwei Richtungen gezogenen Wölbung. Links(da nach rechts angefangen...) nicht so dolle aufgetreten, und ich dort den Wasserpass etwas anfeuchtete, bevor ich die Bordwand verklebte. Wenn der Rumpf zu ist, werde ich mittels Wasser versuchen, die Beule rechts etwas beizudrücken.



      Und nun zum Heckspiegel. In beiden Bildern ersichtlich, hat er einen kleinen "Schnabel". Diese "Anspitzung" erklärte ein Buch über Zerstörer damit, dass dadurch die Rückwärts-Fahreigenschaften verbessert wurden.
      Doch zeigte sich beim Ankleben des Heckspiegels und dem Einfügen des ersten(oder letzten) Unterwasser-Segments ein Fehler!(MEINER...) Wahrscheinlich, weil ich den runden Abschluss des Heckspiegels zum Deck hin nicht genug gewölbt habe, war der Spiegel unten einen guten halben Millimeter zu lang - und damit die Symmetrie des Übergangs vom Wasserpass Heckspiegel/Seitenwände zerschossen!
      "Aber" dachte ich mir, wir sind hier ja nicht im Abitur...(warum muss ich plötzlich an meine Chemieklausur denken?!...)
      und entschloss mich zu "Pfusch":



      Links wird die Untat offenbar, ich habe einfach passend abgeklebt und nachgemalt... Also den Wasserpass etwas "hochgezogen", und verfuhr so auch mit dem roten Unterbodenstück - rechts das - mit schon nachgearbeiteten Kanten - sichtbare Ergebnis.
      Sicherlich nicht im Sinne des Konstrukteurs. Aber ich weiß bis jetzt nicht, ob der Heckspiegel ein- oder aufgesetzt, und wie "rund" der Abschluss zum Deck nun genau sein sollte. Zu "Hintenrum" ist die Bebilderung der Bauanleitung leider recht spärlich...



      Leider etwas aus der Reihenfolge, vor dem Anbringen des Unterbodensegmentes, habe ich noch zwei Hilfslaschen eingesetzt, der Balanceakt auf den Kanten des Heckspiegels erschien mit doch etwas zu gewagt.
      Rechts der Eindruck der hinteren Bordwand aus etwas Entfernung, geht so...



      Und mit zwei Totalen vom bisherigen Stand möchte ich mich für dieses Mal verabschieden. In den nächsten Tagen wird das UWS vervollständigt, allerdings "gaaanz laaangsam", da ich nun aus der Urlaubs- wieder in die Arbeitswelt trete.

      Grüße aus dem Westerwald,

      Robert
    • Hallo Robert,

      das schaut doch prima aus. Vor allem gefallen mir Deine Bullaugen - eigentlich nicht Deine, sondern die des Schnittigen Rumpfes - ausgesprochen gut. Die habe mich so angeblinzelt, das ich die von Dir erwähnte "Beule" gar nicht bemerkt hätte. Ich würde das so lassen. Ich verschlimmbessere das meistens, wenn ich versuche das auszubügeln.

      Ich hatte damals erst die UW-Beplankung angebracht, meine das das in der Bauanleitung so angegeben ist. Hatte mich daran orientiert, da das ja eine meiner ersten Schandtaten war. Willst Du einen nahtlosen Rumpf machen, oder hab ich mich damals einfach vertan?

      Gruß,
      Stephan
    • Servus Robert,

      Die ersten Beulen am Schiff sieht man in der Regel gleich nach dem Stapellauf des Rumpfes...
      Und wenn Dich sowas wirklich stört, dann setze das Schiff nach getaner Arbeit in ein aufgewühltes Silikonmeer.
      Beispiele gibt es hier einige unter Dioramen - Galerie.
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • Hallo Stephan,

      hallo Gerhard,

      ich geb` mal einen Spruch eines sehr guten Kölner Bekannten = "Urgestein" zum besten, mit dem er einen Wesenszug von mir schon vor langen Jahren ziemlich gut beschrieb:
      "Ene fiese Möp, dat bisse nich, ever`en füüürcherliche Pingel, dat bisse!
      Soviel zu den Beulen, ich weiß da sie DA sind... Und,
      Gerhard,
      das "Silikonmeer ist tatsächlich eine Option, da ich zu diesem Bootstyp eine Reihe sehr schöner - und scharfer - Aufnahmen während der Ausrüstung habe. Aber erst mal fertigstellen.
      Stephan,
      über den Abschnitt "UWS zu erst" bin auch gestolpert, da hat aber das Gewohnheitstier in mir "Nö" gesagt...
      Wobei ich jetzt den Bauabschnitt auch So oder So interpretieren könnte.
      Meine Reihenfolge war bislang immer Deck-Bordwände-UWS. Und Nähte werde ich am UWS haben, da ich nicht schleife, der Bogen hat in den Bereichen Reserven ohne Ende(Guter Millimeter vertikal, und auch in der Horizontalen sieht es nach Überschussmaterial aus ...), so dass eine gute "Feinabstimmung" möglich ist.

      Bis demnächst,

      Robert
    • Boxer schrieb:

      "Ene fiese Möp, dat bisse nich, ever`en füüürcherliche Pingel, dat bisse!"
      und ich interpretiere mal frei Schnauze: Und das is jut so.

      Das mit dem UW Schiff schau ich mal interessiert an. Ich war ja immer einer, der meist nach Bauplan vorgeht. Der Franke an sich ist ja nicht so flexibel, aber in sehr seltenen Fällen auch lernfähig, auch wenn es dazu den berühmten Nürnberger Trichters (=einfössen der schläue) bedarfs.

      Der Franke bleibt am Ball, auch wenn dort seine Fähigkeiten eher suboptimal sind.

      Gruß,
      Stephan
    • Hallo Zusammen,

      dann soll`s mal gleich mit "Beulen" und UWS weitergehen - aber auch ein paar Ankerklüsen...

      Doch zuvor noch zum Original, diesmal, nach etwas Entwicklungsgeschichte und Besonderheiten der Bewaffnung, zum Schiffsbautechnischen.

      Ich muss allerdings mit den zwei Ärzten und den drei Meinungen beginnen, obwohl es hier drei "Ärzte" und nur zwei, allerdings stark divergierende Aussagen zu dem Thema sind.

      In Siegfried Breyer`s Veröffentlichung steht zu lesen:

      "Das Flottentorpedoboot 1939 erwies sich als ein ausgezeichnetes Seeschiff, das auch in stürmischer See gut zu drehen und zu manövrieren vermochte(es war wohl das seetüchtigste Schiff, über welches die Kriegsmarine je verfügte) In den als besonders rauh geltenden europäischen Gewässern - etwa in der Biskaya - kamen in Bezug auf ihre Seetüchtigkeit keine Probleme auf".

      Verwundert reibt sich der marinetechnische Laie die Augen - gerne Schiffchen bauen heißt ja nicht, davon übermäßig Ahnung zu haben - wenn im Werk von Harald Fock zu lesen steht:

      "Im Atlantikeinsatz, für den sie konstruktiv nicht vorgesehen waren, erwiesen sich die Boote jedoch als nicht sehr glücklich. Die gesamte Konzeption war eben von einem Einsatz im Nord- und Ostesseraum ausgegangen".

      Und noch deutlicher wird es in Wolfgang Harnacks Monographie, in einem Auszug aus dem K.T.B. von T 22:

      "Die bereits früher gemeldeten schlechten Seeigenschaften des Bootes infolge des starken Spritzwassers auf der Brücke haben sich bei den Verbandsübungen bei geringem Seegang erneut gezeigt..."

      Und was baue ich nun? Schnittiges Seeschiff oder Seegurke? Da ist der Modellbauer mal in der glücklichen Lage, jede Menge Literatur zu wälzen und dann so was! Aber, ich bildete mir meine Meinung darüber, wer auf solchen Booten zur See gefahren UND veröffentlicht hat, Fock, zum Beispiel, oder von Gartzen.

      Und nun zum Modell:

      Statt mit dem UWS, ging es erst einmal mit den Ankerklüsen und der "Delle" - aber diesmal einer gewollten, weiter. Leider musste ich schon nach den ersten Ansätzen das UWS zu beplanken, feststellen, dass ich mir die Abschlüsse an der Bugspitze zu zerreiben drohte. Dies trotz eines auskömmlichen Lappens darunter, aber der Radius des Modells ist schon so, dass es bei Arbeiten an der UWS-Beplankung eben nicht auf dem Deck, sondern fast nur auf der Bugspitze und den Kanten des Heckspiegels ruht.

      Also die bislang freistehenden Kanten mit den zugehörigen Teilen(Abdeckungen Teile 24 L&P, Ankerklüsen, und Teile 25 - Auskleidung der "Delle" an der Bugspitze und Verschluss des Stevens) eingefangen:



      Links die Situation mit Ankerklüsen und der Abdeckung der "Delle" an der Bugspitze - leider weiß ich nicht, wozu diese diente. Eventuell eine Erleichterung beim Abschleppen?
      Rechts, leider kaum wahrnehmbar, meine erste Detailänderung. Ich habe die Bordwände auf den letzten Millimetern oben nicht zusammen gezogen, da auf allen Abbildungen bei den Originalen eine Art "Verstumpfung", keilförmig nach oben auslaufend, sichtbar ist. Daher habe ich einen etwa sieben Millimeter langen, an der Breitseite etwa 1,5mm dicken Keil aus dem "Reservegrün" geschnitten, und eingefügt. Mit viel Vergrößerung - und es ist eine Nahaufnahme - sieht man das Ergebnis rechts im Bild.



      Links die zweite UWS-Platte, so langsam bekommt der Bug Konturen - und ich die Krise:
      Wieso habe ich im Photo den Eindruck, dass die Teile unterschiedliches Rot aufweisen, und wieso habe ich, je länger ich das Modell in Situ betrachte, je nach Licht, nun auch dasselbe Gefühl?
      Und wieso zeigt die motz1 - Kamera auch im rechten Bild nicht den verplattenden Keil so, wie ich ihn sehe?!
      Im übrigen habe ich am Überwasserschiff noch etwas nachgearbeitet, hier und da Leimreste eliminiert, und Kanten nachgepinselt.



      So, das zum heutigen Baufortschritt, nicht viel, aber die paar Teile forderten. Nicht nur, weil ich etwas um die kleinen Verwerfungen am Wasserpass herum arbeiten musste, sondern weil auch hier wieder einiges an Radien, und eine recht späte Erkenntnis zu verarbeiten war.
      Links im Bild die UWS-Teile 21a & b, sowie Teil 20. Die Beschriftung der Teile 21 in der Bauanleitung weicht voneinander ab, statt 21 a & b findet sich im Bogen 21, ohne a. Das Ergebnis(der Süddeutsche würde den Arbeitsschritt als "Gefrett" bezeichnen) ist
      rechts im Bild sichtbar.
      Dort ist die leichte Wölbung im Auslauf des UWS hinter dem Kiel erkennbar, die gehört so... Und dann gibt es eine, von den Verbreiterungslaschen unterstützte "weiche" Wölbung in Längsrichtung, deren innerer Scheitelpunkt(Konkavität) sich an der mir erst nach Abschluss der Arbeit zweckerhellenden, bogenförmigen Linie, die ich hier mit einem Pfeil markierte, zu orientieren hat - ich hab` erst "eckig" gearbeitet, und "viel" abgeschnipselt. Erst wegen des großen "Verschnitts" misstrauisch, und dann sinnend geworden, merkte ich, weswegen ich etwas viel Material über hatte... Ergo durfte ich wieder etwas einflicken... Noch gerade so die Kurve gekriegt. Aber Flicken bleiben Flicken.
      Gut, das an dieser Stelle später Ruder, Schrauben und deren Verstrebungen zu sehen sind.

      Immerhin, Bug und Heck steht soweit, der Rest dürfte etwas unaufgeregter über die Bühne gehen.

      Gruß Robert
    • Klueni schrieb:

      die Mischung aus Baubericht und historischen Hinweisen gefällt mir ausgezeichnet!

      Tommi,

      danke dafür - nur bei mir kühlt die Begeisterung für diese Idee schon fast wieder ab...

      Schrieb ich doch, das Boot trug 12 Torpedos - so in Wirich von Gartzens Veröffentlichung zu lesen. Der war immerhin Kapitän von T 25... Hinterfragt man ja dann auch nicht weiter.

      Und über was stolperte ich nun in Harnack`s Veröffentlichung?!

      "Die Torpedobewaffnung bestand aus sechs Torpedorohren, in zwei Drillingssätzen... Reservetorpedos, wie auf deutschen Zerstörern möglich, konnten auf den Flottentorpedobooten nicht mitgeführt werden."

      Und da mir scheint, dass wegen Platzmangel - aus dem Modell abgeleitet - eher wohl Harnack`s Aussage valide ist, hab` ich gerade meinen vorherigen Text revidiert...

      Also, abends keinen Thriller lesen, sondern Kapitel vergleichen. Grunz!
      Da baue ich als nächstes vielleicht besser die Hela, WEIL so wenig Literatur zu ihr existiert... muhaha1

      Gruß,

      Robert
    • Hallo Robert,

      nur nicht entmutigen lassen von den sogenannten "Quellen"!

      Das kenne ich auch; das erlebe ich gerade bei der "Graf Spee" und den Infos zu der an Bord befindlichen 2 cm Flak - diese variiert je nach "Quelle" von 8 bis 14 bzw. 16 und teilweise unterscheiden sich noch Text und dazugehörige Skizze im selben Buch zu diesem Thema voneinander... grummel
      Also weitermachen - passt schon! beifall 1

      Servus
      hvt
      Das Reh springt hoch, das Reh springt weit -
      was soll's sonst tun, es hat ja Zeit.... grins 3