Flottentorpedoboot T 22, GPM 1:200

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    • Hallo Hagen,

      hab` mich schon wieder abgeregt(Aufregungsplatz für was neues geschaffen...)
      Wenn ich meine Erinnerung richtig strapaziere - erinnere nur grad` die Quelle haue 3 ... nicht - dann wurden öfters 2cm C/30 in Einzellafette zum Teil fakultativ an Bord gegeben, Stichwort "Hafenflak".
      Die Aufstellung ganz vorn am Bug, bzw. am Heck hinten ist ja beim fahrenden Schiff wegen der dort stärksten "Fahrstuhlwirkung" nur bei spiegelglatter See - oder im Hafen - zweckmäßig. Ich habe mal gelesen, dass diese 2cm auf Fahrt abmontiert und im Schiff gelagert wurden. Vielleicht hängen die unterschiedlichen Rüststände damit zusammen.
      Bei meiner GPM-Spee, 6/2007, sind 14 Stück 2cm vorgesehen, davon allein vier auf dem umlaufenden Podest am Kamin.

      Aber nun weiter mit dem Flottentorpedoboot, auch wenn es mehr Erkenntnisse als Baufortschritte waren(Ist schon erstaunlich, wie sehr der Arbeitsalltag dem Hobby schadet...)



      Im linken Bild der von mir nun umgemalte Heckspiegel. Und zwar kam mir der links in Fortführung der dunkelgrauen "Tarnwelle" eingefärbte Bereich der oberen Wölbung im Vergleich zu dem hellgrau eingefärbtem Wölbungsteil rechts bei Aufsicht auf Deck "komisch" vor.
      Stöbere so im "Harnack" und finde prompt eine sehr scharfe Heckaufnahme von T 22 mit homogener, dunkler Färbung des gewölbten Bereichs. So weit, so gut.
      Aber dann fand ich noch etwas:
      Nämlich keine "dunkle Welle" im linken Teil... Ohne die Farbe genau bestimmen zu können, kann ich immerhin sagen, da gab es keine zwei Farben...
      Aber dann fand ich noch etwas:
      So eine Art "Bullauge", asymmetrisch, backbordseitig neben dem "Heckschnabel", und etwas unterhalb der umlaufenden EM-Schleife.
      Zufällig ist im "Fock", Bd. 2, der ungefähre Strahlungsgang von Laternen oder Lampen zum T 22 mit Strich-Punkt-Linien markiert - das Ding ist kein Bullauge, sondern eine im Heckspiegel sitzende Lampe, die ziemlich genau in das Kielwasser leuchtet. Die "normale" Hecklaterne im Ständerwerk des hinteren Flaggenstocks ist aber ebenfalls angegeben.
      Was hat das Boot denn da für ein Licht?
      Vielleicht kann mir jemand Auskunft geben?
      Das "angespitzte" Spiegelheck sollte ja die Rückwärtsfahreigenschaften verbessern.
      Fuhr der Bootstyp so oft rückwärts, dass sich eine Art Rückfahrscheinwerfer als sinnvoll erwies?
      Bei Zerstörern mit Spiegelheck habe ich so etwas nicht gefunden.
      Aber dann fand ich noch etwas:
      Und zwar, dass im Bogen überhaupt kein Verbindungsstück für die beiden EM-Schleifen der Bordwände vorgesehen ist - hatte nämlich zufällig ein paar Tage vorher darüber gehirnt, wie ich die dünnen, auch noch aufzudoppelnden Teile etwas "Rundlutschen" kann, da die Schleife definitiv halbkreisförmig und nicht eckig ist.
      Aber dann fand ich noch etwas:
      Und zwar auf der Umschlag-Rückseite des Bogens, einmal die - da nicht bei den langen Schleifenteilen befindlich - erwartet fehlende Teilschleife am Heck, aber auch - Tätätä - einen im Bild zweifelsfrei homogen hellgrauen Heckspiegel. Wer hat denn da noch schnell etwas Tarnfarbe aufgedruckt? Gab es da schon verschiedene Ausgaben?
      Zur Herstellung der "Lampe": Ich habe ein 1mm Loch in den Heckspiegel gestochen, und mit einem 1mm-Stanzproduckt aus dicker Klarsichtfolie verschlossen - sieht im Modell besser aus, als im Bild - Die Kamera ist großartig im Darstellen(Nahaufnahme-Modus...) von Unsauberkeiten, aber ignoriert die Kleinteile, die sie ablichten soll....
      Rechts im Bild der bislang normal verlaufende Fortschritt bei der UWS-Beplankung vom Bug her.

      Und nun noch zwei Aufnahmen vom Fortschritt Heckseitig:



      Links eine Aufnahme, um einen Eindruck vom "Wie es sein sollte" zu bekommen. Nämlich eine ab der Kielendung(Beplankungsteil 21) beginnende Konvexität, die sich kelchförmig erweitert, also flacher werdend, und ab etwa Teil 19 bis 16 in gleichmäßige U-Form auslaufen soll.
      Das ist mir nur ausreichend gelungen, da ich den "Aufwärtsschwung" in Teil 21 nicht ausgebildet habe. Leider ist die Bauanleitung für den Heckbereich recht rudimentär gehalten, so dass mir die Idee, wie es richtig gewesen wäre, zu spät kam.
      Das spätere "Hochziehen" führte zu einer Delle - mal wieder!
      Aber auch der Übergang von der Abplattung des Kiels zum "Runden"(Teil 15) - erkennbar an den bislang nicht retuschierten "Kanten" befriedigt nicht. Teil 16 hab` ich noch wie vorgesehen gerillt - und die "Höcker" passten dann natürlich nicht zur Rundung... Also wieder geschnitten. Bei halb so langen Linien, an denen gerillt werden soll - in Teil 16 - wäre man vielleicht etwas nachdenklich geworden.
      Dann sollten besser die gesamten Spanten angeschliffen werden, der kelchförmigen Wölbung entsprechend, von etwa W 14b bis zum Heckspiegel. Leider finden sich keinerlei Markierungen an den Spanten, dafür nun Knickkanten am Modell. Mal sehen, was ich mir zum Ausbügeln einfallen lasse.

      Gruß Robert
    • Hallo Robert,

      auch mir gefällt die Verquickung von Historie und Modell sehr gut.

      Ich hatte das Torpedoboot ja auch schon gebaut, allerdings im 250-iger, und damals auch mit der Beplankung des UWS zuerst begonnen. Grund war der, dass ja der Wasserpass etwas über die UWS-Planken ragt. Hier die Bilder dazu.



      Aber trotzdem keine Panik: beim Zerstörer Jackal von cfm war ich auch so vorgegangen wie Du. Und die Unterwasserstreifen ließen sich dennoch gut "unterschieben".

      Viel Spaß weiter beim Bau dieses tollen Modells.

      Günter
    • Hallo Günter,

      da hast Du ein sehr schönes Modell hinbekommen - auf ganz unterschiedlichem Weg. Du hast die "Fußlappen" der Kiel-Abschlussverkleidung übergezogen, ich habe sie untergezogen.

      Und mit dem UWS zu beginnen - langsam glaube ich, mit meiner Baumethode bei diesem Modell auf dem Holzweg zu sein.

      Ist schon verblüffend, was eine rudimentäre Bauanleitung für die gestalterische Freiheiten ermöglicht...Hm!

      Gruß,

      Robert
    • Hallo zusammen,

      die "Treppenstufen" im Heckbereich des UWS haben mir keine Ruhe gelassen. Und so griff ich zu einer vielleicht "halbradikalen" Methode, das Ganze etwas stimmiger zu verarbeiten:



      Nach Bug und Hecksektion - ich arbeite gerne symmetrisch zur Mitte hin - ging der Rest recht fix. Die passablen vorderen zwei Drittel des UWS zeigten die "Treppe" am Heck nun noch besonders deutlich...
      kotz1 Je mehr ich da drauf schaute, desto mehr wuchs die Bereitschaft zum Risiko - und ich griff zu Schleifpapier(360ziger, 600derter und 1000sender...) und fing an, die Treppenstufen zu beschleifen.



      Nach dem Grobschliff klebte ich mit Abklebeband für empfindliche Tapeten am Wasserpass, lackierte zwei mal mit Graupner Glattfix - eine Flüssigkeit zum Verfüllen der Poren nach Balsa-Anschliff - schliff danach mit 1000sender fein, lackierte wieder - das sah so gruselig aus, ich mochte da nicht fotografieren...
      Dann löste ich eine Tablette Pelikan-Wassermalfarbe "Rot", mischte mit Braun und tönte mit Schwarz ab, und pinselte das Ganze zwei mal rot an.
      Ergebnis siehe oben - jetzt hat die liebe Seele Ruh`, und ich weiß, dass ich wahrscheinlich in`s Lager der Schleifer und Spachtler wechseln werde, denn das Ergebnis hat mich positiv überrascht. Und das ist nur beigeschliffen, Papier-Spachtelmasse habe ich mir jetzt erst bestellt. Wie oben ersichtlich, befestigte ich die Schlingerkiele vor dem Endanstrich. Die Markierungen für Sonar, irgend ein "was-auch-immer" sowie Wellenhosen, -böcke und Ruder markierte ich mit kleinen Löchern.

      Dann bin ich in mich gegangen, so von wegen die Ursachensuche...



      Damit das erste "Ergebnis" von einem Nachbauer nicht widerholt werden muss - es geht definitiv auch ohne Schleiferei noch besser - habe ich eine Skizze angefertigt, da mir die Ursachenbeschreibung im vorigen Artikel etwas zu verkopft scheint(Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte...)

      Hier eine Skizze, wie die Spanten W 19 - W 16 besser angeschliffen werden sollten. Ich habe sie im ersten Anlauf nach hinten hin gleichmäßig angeschrägt. Dann die Spanten-Verbreiterungen aufgeklebt, und mir somit die "Treppe" für die Hohlkehle geschaffen, die ja am Kiel entlang zum Spant 15 auslaufen soll.
      Links, mit "D" gekennzeichnet, für "Draufsicht" die Kontur, wie diese Spanten von oben betrachtet aussehen müssten. Der Großflächig schraffierte Teil würde am Kiel anschließen.
      Q steht für "Quer", wenn man genau vom Heck her drauf schauen würde. "S" - man verzeihe mir die Vergabe der Buchstaben nach Gutdünken - meint "Seitlich", um einen Eindruck zu verschaffen, dass an einem Spant eigentlich zwei verschiedene "Kurven" laufen müssten. Und um dem Ganzen noch eins aufzusetzen, knetete ich eine etwas überdimensionierte Spantenverbreiterung hin. Das gerade auf dem Papier stehende Ende würde am Modell nach oben zeigen, angeklebt an der "Mittelschiffsplatte"(Teil P4).
      So, damit müsste die Hohlkehle "weich" ablaufen - Hinterher weiste mehr...

      Und jetzt etwas im "Denk-negativ-und-such-die-Schuld-bei-anderen-Modus: RECHTES BILD! haue 3
      Noch "besser" kann die für meine Begriffe recht anspruchsvolle Passage nicht versteckt werden. Vielleicht hätte "Man" diese Kontur absehen können, ich konnte es nicht. Dagegen wird ein simpler Vier-Teile David auf etwa doppelter Fläche abgebildet!

      Gut, ausgemeckert, - oder - vielleicht nicht ganz:



      Links im Bild die nun - richtig - weiß dargestellte Bugwelle. Die Kontur stimmte übrigens, nur war das Ganze im Hellgrau des Tarnanstrichs gehalten. Allerdings haben unsere Altvorderen nicht einfach "Weiß" verarbeitet, das hätte nun wieder geleuchtet.
      Zitat aus "Anstriche und Tarnanstriche der deutschen Kriegsmarine", Jung u. a.:
      " In die normale weiße Farbe wird ein geringer Prozentsatz "Ultramarinblau" und etwas "Zinnoberrot" eingemischt"
      Da ich nicht mit Nanogramm Blau und Rot arbeiten mochte, habe ich eine WINZIGE Pinselspitze dunkelblau in Deckweiß gemischt, das reichte zum Brechen der Strahlkraft auch im Modell.
      Rechts im Bild vielleicht von Interesse, wie ich an die Herstellung der nötigen Farbtöne zum Einfärben von Schnittkanten(oder Patzern...) herangehe:
      Erst grob einpeilen, und sich dann geduldig an den möglichst stimmigen Ton heranarbeiten. Für dieses helle "etwas gelbliche" Grün musste ich zum Beispiel etwas Braun einmischen... Wichtig ist, dass die Farbe zum Vergleich gut durchgetrocknet ist. Auch sollten zur Beurteilung möglichst gleiche Lichtverhältnisse gelten.

      Und da wir beim Kapitel Farbe sind - zum Farbschema allgemein, aus "Harnack" und "Jung u. a."

      Schema A, etwa 1942 bis `43: Enthielt Schwarzgrau, Mittelgrau, Hellgrau und Ultramarinblau - ja, dieses knallige Blau...
      Ups - wo find ich das hier am Modell?
      Schema B, um 1943: Enthielt Schwarzgrau, Dunkelgrau, Ultarmarinblau, Dunkelblaugrau(!), Mittelhellgrau und Lichtgrau...
      Ganz schön Bunt hier?!
      Auf einem Boot etwa 1943 - `44:
      Anthrazit-dunkelgrau, Mittel-dunkelgrau, Hell-bis Weißgrau(da warn`s nur noch drei...
      Und die überlebenden, nach der Invasion in der Ostsee eingesetzten Boote bekamen einen "Stumpf -Eisengrauen" Tarnanstrich über alles.
      Gut, das sich auch der Satz:
      "Möglich sind auch grüne oder blaue, eventuell auch brauen Farbbeimischungen" findet.

      Und T 22?
      Ich weiß es nicht. Dann bin ich mit meiner dreifarbigen Bemalung mal zufrieden...
      Aber, als T 22 Ende Februar 1942 in Dienst stellt, und für ein - sehr ausführliches - Erprobungsprogramm der 5. Torpedoflottille zugeteilt wird, ist die Kriegsschiffwelt noch in den typischen "Grau-in-Grau"-Tönen gemalt. Die Tarnfarben kamen erst kurz vor der Kriegsbereitschaft, lange Monate später.
      Um nicht wieder eine große Serie Boote zu beauftragen, in der sich Probleme zeigten, wollte die Kriegsmarine mit drei Booten - T 22, T 23 und T 24 - erst umfangreiche Versuche fahren.
      Auch im Rüststand unterschied sich T 22 anfänglich von dem im Herbst vorgesehen:
      Auf der Back war kein Flakstand, erst später wurde die 2cm C/38 in Einzellafette nachgerüstet, erst kurz vor K.B. kam diese auf eine Flakinsel. Die Flakinsel achtern war schon vorhanden, aber noch kein Vierling, sondern eine 2cm C/38 in Einzellafette montiert.
      Bei K.B. wurden dem Boot noch zwei MG 34, sowie zwei "13,2mm MG" beigestellt. Lange wunderte ich mich über die Kaliberbezeichnung,(normal 13mm) bis ich ein Foto (Harnack) entdeckte, auf dem zweifelsfrei ein Breda-MG M 31 zu sehen ist - und das hatte 13,2mm.
      Aber bis das an Bord kommt...
      ... habe ich noch einiges, unter anderem den Rumpf fertig zu stellen.
      Und ich werde auf Evergreen-Profile warten, 1mm, halbkreisförmig, die Konturen scheinen denen auf Bildern wahrgenommen völlig zu gleichen. Die Wartezeit verbringe ich mit der Fisselsarbeit, die Wasserabweiser über den Bullaugen zu befestigen.

      Bis demnächst,

      Gruß,

      box 1
    • Gerhard schrieb:

      Nur Fotos sind so grässlich entlarvend.

      Gerhard,

      oohhh ja! Die Nahaufnahmefunktion in den Bilder produzierenden Computern muss ein ausgesprochener Sadist entwickelt haben...

      und:


      Gerhard schrieb:

      wobei in Natura sieht der Betrachter wahrscheinlich gar nichts mehr..

      Das stimmt zwar, kommt aber auch etwas auf die Ehrlichkeit des Fotografeurs an... Guckst Du:

      Je nach Winkel ist tatsächlich fast nix zu sehen.

      Wär halt nur für einen BB nicht zielführend. Aber über die nun zum Glück sehr abgemilderte Netzhautpeitsche kommen ja noch Wellen, Schrauben und Ruder.



      Und genau damit habe ich heute Nachmittag schon begonnen - Links - und zwar in der Trocknungspause von den heute in der Post gefundenen Evergreen-Profilen(rechtes Bild), die bald die EM-Schleife darstellen sollen. Die Profile befriedigen mehr als rechteckige Kartonstreifen. Die Farbumschläge können leicht am Modell abgenommen werden. Kleines Gummi um den Rumpf, Profil einziehen, ausrichten und die Umschlagsstellen der Tarnfarben markieren.
      Jetzt nochmal zum linken Bild.
      Ich habe den Durchmesser des parallelen Wellenendes(Teile 29c) mit 2,9mm festgestellt - und mir einen Schaschlikspieß gegriffen. Den auf das Maß 2,5mm abgeschliffen, und zentral auf 1mm aufgebohrt. Dann schon mal die auf 55mm Länge bemessene Welle(1,1mm Blumendraht) eingesteckt und mit Sekundenkleber fixiert. Danach die "Verkleidung" so aufgeklebt, dass ein etwa 1mm langes Stück Holz am oberen Ende herausschaut. Da kleb` ich morgen das konische Teil 29d auf. Zur entgegengesetzten Seite am Draht befestige ich die abschließenden Teile 29a & b. Ob ich die Wellenspitze aus Papier so hinbekomme wie ich möchte - ich bin mal gespannt(Sonst... Holzabschluss...) Dann kämen noch die Propellerflügel, die, da der "Stengel" eine prima Handhabe beim Puzzeln abgibt, problemlos befestigt werden können.
      Die Wellenböcke setze ich erst ganz zum Schluss ein, wenn das Teil schon in der Hose ausgerichtet - Wellenende zum Ruderblatt - ist.

      Gruß,

      Robert
    • Ja hallo Holger,

      nett, dass Du verbeischaust!
      Um im Thema zu bleiben, gleich noch ein paar ... ausguck2 Nahaufnahmen:



      Wie auf den Bildern ersichtlich, fielen die Kartonkegel als Abschluss nicht zu meiner Zufriedenheit aus. Weniger der Sauberkeit der Arbeit, als der Kontur wegen. Die "Enden" waren realiter deutlich länger und "spitzer" als die der Pappkameraden. Also aus Rundholz(Schaschlik-Spieß) gedreht.
      Leider - die Kamera zog mal wieder die Schärfe wo sie wollte - von der Draufsicht nur ein etwas unscharfes Bild, Bb. und Stb-Propeller, schon "geglattfixt" bald "In Farbe".

      Als weitere "Nebenbeschäftigung" während der Trockenzeiten der EM-Schleife bin ich an die Ruderblätter gegangen. Die fertige ich ebenfalls abweichend:



      Nach Bauanleitung werden die Ruder lediglich Papier auf Papier befestigt. Doch ich habe die konturgebenden "Deckelchen" auf Karton verstärkt, und das rumpfseitige Teil schon zur Aufnahme eines 1mm-Drahtstückes(13mm lang) gelocht. Korrespondierend finden sich zwei Löcher im UWS. Die Ruderblätter stecken dann auf im Spant verklebten Drahtenden, das scheint mir im Hinblick auf eventuelle Transporte stabiler.
      Rechts im Bild eine - offensichtlich nicht nur bei mir so "beliebte" - Nahaufnahme... ausguck1
      Vor den EM-Schleifen werde ich die zum Teil unmittelbar darüber sitzenden Wasserabweiser der Bullaugen befestigen. Das wird ziemlich eng. Ich habe mit der Seite begonnen, an der zwei zweifarbige Wasserabweiser frech 4 sichtbar sind - neben jeder Menge Dinge, die ich bislang als gar nicht so häßlich empfunden habe, im Bild sichtbar...
      (Würden wir die Welt mit den Augen einer Digitalkamera sehen, stürbe die Menschheit in wenigen Generationen aus)!
      Die schon vorgemalten Winzlinge packe ich am Scheitelpunkt des Radius, und tunke sie gaaanz wenig in Sekundenkleber Gel. Dann STELLE ich das Teil etwa im oberen Drittel über das Bullauge, und kippe das Ganze dann um. Damit bekomme ich fast immer die richtigen - oder gleichbleibenden - Abstände.
      Nach Trocknung tupfe ich mit einem 10/0er Pinsel(das ist der mit fünf Haaren in drei Reihen...) Farbe auf die Enden des Wasserabweisers.

      So, das war es mal wieder,

      bis demnächst,

      Robert
    • Boxer schrieb:

      (Würden wir die Welt mit den Augen einer Digitalkamera sehen, stürbe die Menschheit in wenigen Generationen aus)
      happy1 happy1 happy1

      Moin Robert,

      die Schrauben sind Dir aber doch sehr gut gelungen, wie die Aufnahme es hergibt!
      Fremdmaterialien benutze ich auch häufig, um das "Kartonherum-Detail" wirksamer, oder natureller zu gestalten !

      Hast hier einen für mich spannenden Baubericht ,
      (wegen Job in den Sommermonaten, braucht es bei mir immer etwas länger, bis ich drauf aufmerksam werde... lala1 )
      wo ich jetzt öfters reinschauen werde ! daumen1 freu 2
      Weiterhin viel Erfolg und Freude beim bauen natürlich !
      Mit Grüssen von der Nordseeküste matrose1
      Gruss
      Holger


      was anderes kommt mir nicht i(a)n den Karton...... ! ja 2
    • Hallo Günter,

      schön, dass die Notoperation gefällt - manchmal funktioniert auch eine Trotzreaktion. Das wäre sonst von meinem vierten "größeren" Schiffchen das schlechteste UWS geworden...

      Doch viel liegt auch am Nahaufnahmemodus. Zum Wochenende hatten wir Besuch von einem Profiknipser. Der hat mir ein paar Funktionen gezeigt... Unglaublich!
      Nur: Das Ergebnis wird davon nicht immer schöner! Zum Teil noch schlimmer, wenn die Schattenbildung nicht beachtet wird("Lichtfluß...") Dann erscheint der mit bloßem Auge kaum wahrnehmbare Spalt plötzlich als Grand Canyon, winzige "Pöckel" als Hügel...

      Und zur Farbechtheit müsste man vor jedem Bild einen Weißabgleich fahren... Und wieder mit Licht und Blende spielen...
      (Aber wofür habe ich kürzlich, vor erst 18 Jahren, so ein Wunderding angeschafft? - Genau, damit ich davor Ruhe hab`!)

      Und deshalb noch ein paar Bilder vom Baufortschritt, mal wieder "häßlich" geknipst... wut1



      Das Wochenende stand unter dem Motto "Wasserabweiser" und EM-Schleife. Links im Bild die dem Original - halbkreisförmig - näherkommende Kontur des 1mm-Evergreen-Profils. Rechts im Bild der mit dem selbst hergestelltem Verbindungsstück versehene Heckspiegel. Der Abwärtsknick "ghört so".



      Links die Spatenruder, die entgegen dem Plan eine Achse bekommen, nicht der Funktion, sondern der Stabilität wegen.
      Rechts zu sehen das nun komplette UWS-Vorschiff. Vorne, das hufeisenförmige Gebilde dürfte ein Sonar darstellen, aber dahinter?
      Also das erste W.a.i.(Was auch immer...)

      Aber die falsche Bugwelle ist weiß! WEIß! Und nicht grau... Arrgh!

      Das denn mal für heute,

      Gruß,

      Robert
    • Moin Holger,

      es sind ja auch die letzten Taten am UWS, und das zieht jetzt - wenn auch unter der Woche nicht so viel:



      Links im Bild meine Methode, die Wellenhose auf eine Flucht Wellenhose-Wellenbock-Ruder auszurichten. Einfach mit einem passenden Drahtstück zusammen aufkleben, dessen Ende mittig über die Anbring-Markierung(hier ein Loch) des Ruders läuft.
      Rechts im Bild das Ergebnis - kommt noch ein "passenderes" Foto, seufz... - dass danach die Spitze der Propellerspindel exakt auf die Mitte vom Ruderblatt zeigt.
      Übrigens sind die Asymmetrien der Bb. und Stb.-Wellenhose richtig, selbst die Höhendifferenz hat der Konstrukteur dieses Bogens umgesetzt.
      klasse1
      Und wer die Stützen am eigentlichen Wellenbock vermisst - der tut dies zu Recht, die kommen bei mir immer ganz zum Schluss.
      Ich richte die fertige Propellerwelle stur zum Ruderblatt aus, und sehe zu, dass neben der "Längsflucht" der Winkel - von Querab betrachtet - stimmt. Dann Sekundenkleber Gel auf das Drahtende zur Hose hin, und hinein damit. Deshalb arbeite ich in der Regel mit etwas längeren, als im Schablonenplan vorgesehenen Draht- "Wellen", die versenke ich gerne möglichst tief in der Hose. Was zuviel ist, schneide ich vor dem Einbau passend ab.
      Die Stützen haben quasi nur "spätere" Stützfunktion, dienen also mehr der Optik als der Statik, die Sekundenkleberei in der Wellenhose hält den Schaft schon bombenfest.

      Das war es für heute,

      Gruß

      Robert
    • Hallo zusammen,

      nun ist es wenn auch ein kleines, doch ein wichtiges Stück weitergegangen - Der Rumpf ist endlich fertig.



      Hm, so waren die beiden "Ganzkörperaufnahmen" nicht geplant...

      Immerhin, einmal oben links im Bild die nun fertig gestellte Antriebs- und Ruderanlage. Damit ist nicht nur das UWS abgeschlossen.
      Auch der Rumpf ist nach Bauanleitung mit den Baugruppen("Rys.") 1 - 5 nun komplett.
      Daher eine kleine Zwischenbilanz:
      Bis jetzt sind - mit Bullaugen, Wasserabweiser und "Verglasung" - rund 300 Teile verbaut. Dafür brauchte ich etwa 65 Stunden. Den Löwenanteil, etwa 35 Stunden, leistete ich in der - völlig verregneten - letzten Urlaubswoche, daher die an sich kurze Zeitspanne.

      Eingedenk der Diskussion "Fehler in Baubögen" habe ich mir folgendes überlegt:
      Was für den Einen schon "Fehler", ist für den Anderen noch durchaus lässlich. Daher bezeichne ich als Fehler nur noch Offensichtlichkeiten, die leicht im Bogen ihren Niederschlag hätten finden können, gut umzusetzen wären und am Modell einen deutlichen optischen Eindruck hinterlassen würden. Und natürlich Passprobleme, wie die falsch bemessenen Spantenausschnitte.
      Verfeinerungen oder Veränderungen der Art, das noch zusätzliche Teile angebracht, oder in anderen Materialien dargestellt werden, möchte ich "Detailergänzungen" und "Detailveränderungen" nennen. Es hat ja vielleicht nicht jeder Lust, ein winziges Löchlein im Heckspiegel zu bohren und zu "verglasen", weil im Original dort noch eine Lampe saß...

      Fangen wir mit den Fehlern an:
      1.) Die mit 0,5mm statt 1,0mm bemessenen Aufnahmeschlitze für die Spanten P 5. Hatte ich im Baubericht noch tenoriert, die Schablonen P5 L&P auf 0,5mm statt 1,0mm Pappe zu kleben, damit sie in die Aufnahmeschlitze passen, so würde ich jetzt eher das symmetrische(ca. 0,25mm) Abtrennen zweier dünner Streifen favorisieren, da auf den Teilen P5 der Knick vom Knickspant zusammen gefügt werden muß - das ergibt etwas mehr Anlagefläche.
      2.) Die falsche Bugwelle, die weiß statt grau zu sein hat. Dieser Fehler ist relativ einfach auszubügeln, etwas Deckweiß auf die Kontur gepinselt, und gut.
      3.) Die fehlende Verbindung der EM-Schleife, die über den Heckspiegel laufen sollte. Hier wird niemand überfordert, dieses Teil selbst anzufertigen.

      Als Detailergänzung sehe ich die "Heckspiegelleuchte".
      Als Detailveränderung das leicht verlängerte und abgeplattete Abschlussteil 25a,
      das Einbringen von "Achsen" in die vorher verdoppelten Teile 31a & c der Ruder(Stabilitätsgewinn),
      die Verwendung zugeschliffener Holzkegel als Abschluss der Propellerspindel,
      die Verwendung der halbkreisförmigen Evergreenprofile statt der im Bogen vorgesehenen EM-Streifen aus Karton.

      Das für heute,

      Gruß,

      Robert
    • Hallo Günter,

      sehe ich genau so - aber so habe mich über die Regenwoche im Urlaub auch durchaus nicht geärgert...
      Leider werden solche Zeitpolster bis Jahresende nun traurig1 nicht mehr auftreten.

      Da der Rumpf nun soweit "zu" ist, schiebe ich wieder einen kurzen Abriss zum Original ein:

      Nach dem Stapellauf am 28. 02. 1942 wird das Boot der 5.Torpedoflotille unterstellt. Neben dem "Frontreif machen" gilt es, in sehr umfangreichen Erprobungen, eventuelles Verbesserungs- oder Einsparpotential für weitere Boote dieses Typs festzustellen.
      Doch wegen des extrem starken Frostes in der Danziger Bucht verbleibt der Neubau meist im Hafen. Die Besatzung wird "statisch" (vor)ausgebildet.
      Erst am 30. März(!) läuft T 22 das erste Mal nach der Indienststellung zur Probe-, und am 01. April zur Abnahmefahrt aus, die erfolgreich bestanden wird. Doch selbst die späte Ausfahrt brachte Beschädigungen durch das Eis an S- und Bugschutzgerät mit sich, so dass T 22 schon am 08. April wieder gedockt werden muss.
      Erst am 13. April verlässt das Boot den Hafen und läuft am 14. zum Anschießen der Geschütze in die Danziger Bucht.
      Am 15. April geht es über die Ostsee nach Swinemünde. Dort findet am 16. April die Seeklarbesichtigung statt.
      Die am 17. 04. 1942 geplante Weiterfahrt nach Kiel muss jedoch wegen der noch immer zu starken Eislage unterbrochen werden.
      Erst im Eisgeleit des alten Linienschiffes "Schlesien" kann T 22 den Marsch nach Kiel aufnehmen.
      Am 20. April werden erst im dortigen Munitionsdepot die kompletten Dotierungen für Munition, Wasserbomben, Sperrgerät und die Torpedos übernommen.
      Im Laufe des April werden neben Hafenerprobungen, Krängungsversuchen und Nachrichtenmittel-Erprobungen auch das Bugschutzgerät sowie die Ottergeleitgeräte ausprobiert.
      Am 30. April 1942 verlegt T 22 zur Abstimmung der Waffenanlagen nach Gotenhafen. Fast den ganzen Mai hindurch werden am nun fast vollständig ausgerüsteten Boot durch das EKK(Erprobungskommando Kriegsschiff-Neubauten) die Meilenfahrten und Fahrbereichsmeßfahrten durchgeführt. Beim Durchfahren der Fahrtstufen von 10 sm/h an stellt sich nun auch "amtlich" die zu geringe Höchstleistung von rund 30 sm/h heraus.
      Am 31. Mai dockt T 22 wieder in der Schichauwerft zur Durchführung von Restarbeiten ein. Die Baukosten für dieses Boot lagen bei rund 85.000.000,00 Reichsmark,(Preis aus Buchquelle, wahrscheinlich aber eher 8,5 Mio. und 9,0 Mio.) voll ausgerüstet lag der Wert bei rund 90 Millionen.

      Und nun zurück zum Modell:



      Schon kann ich in den in meiner Pendlerzeit erstellten Kleinteilefundus greifen - allerdings habe ich mich aus oben gezeigten Gründen für Draht statt Karton entschieden.
      Die linke Abbildung zeigt den Grund für meine damalige Entscheidung: Eine ovale Struktur, die Wülste um die Kettendurchlässe darstellen soll. Der Rest der winzigen "Amöbe" wäre ein Oval von knapp zwei Millimeter Durchmesser, mit einer "Strangdicke" von etwa 0,3mm - ich geb`s zu, ich habe es nicht mal probiert. Rechts das Ergebnis aus 0,3mm-Cu-Draht, auf dem Bogen aufliegend.



      Links im Bild schon angebracht, sowie an den Ankerklüsen zwei Was-auch-immer-Strukturen, auch aus dem Fundus vorgefertigter Teile. Quasi zwei bananenförmige Dinger mit zwei "Pöckeln" in der Konkavität. Ja, auch die sollten aus Karton geschnipselt werden... Sind ebenfalls aus Draht. Was wohl der Erbauer im Maßstab 1:250 mit so einer kartonalen Herausforderung anstellt?
      Rechts im Bild eine Luke. Da sowohl in Bildern zum Original auf dem Deckel, als auch in der Textur des Bogens, ein Handrad sichtbar ist, habe ich ein 1mm durchmessendes Ätzteil befestigt. Die Luke ist aber nur aufgelegt, die kommt erst nach Aufbau Brücke "fest".

      So, nach dem Willen des Konstrukteurs sollte es mit dem Brückenaufbau weitergehen. Ich werde jedoch erst an die Minenschienen gehen, und einiges ausprobieren, bis ich ein zufriedenstellendes Ergebnis habe.

      Bis dahin,

      grüßt aus dem Westerwald der

      box 1

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Boxer () aus folgendem Grund: Unklarheiten

    • Hallo Robert...

      Sehr spannend Dein Baubericht. da schau ich regelmäßig rein Sehr interessant auch die Informationen die Du hier einfließen läßt.

      Bei den Baukosten die Du hier anführst. 90 Millionen Reichsmark für ein Boot kommen mir reichlich viel vor. Dagegen ist die BISMARCK mit 196.8 Mio RM ja fast ein Schnäppchen..... Woher stammt die Info ?

      Gruß
      Günter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Günter Plath ()

    • Hallo Günter,

      das scheint in der Tat bei der Bismarck "günstig" gewesen zu sein.
      Die Zahl "Baukosten" stammt aus Wirich von Gartzen`s Monographie(Genau 84. 870.000,00 RM) Das war das fahrfertige Schiff. Ein Torpedo schlug schon mit 35.000,00 RM zu Buche, dafür gab` es in der Zeit ein Häuschen!
      Erklären kann ich den offensichtlichen Sprung - Bismarck war ja zweieinhalb mal so lang und "etwas" schwerer - leider auch nicht.

      Fraglich hat vielleicht jemand `ne "0" zu viel oder zu wenig - jedoch kämen mir 870.000,00 wiederum zu wenig vor. Immerhin ein Schiff mit gut 100 Meter Länge und über 200 Mann Besatzung?!

      Und noch ne` Spekulation: Vielleicht hatte das Dritte Reich um 1942 schon mit inflationären Entwicklungen zu kämpfen?!

      Wie auch immer, interessante Frage!

      Gruß,

      Robert
    • Boxer schrieb:

      Und noch ne` Spekulation: Vielleicht hatte das Dritte Reich um 1942 schon mit inflationären Entwicklungen zu kämpfen?!
      Servus Robert,

      Während des Krieges gab es keine Inflation. Die haben einfach das Geld gedruckt, wie sie es brauchten. Allerdings war die deutsche Goldreserve damals so gut wie aufgebraucht - und damit keine nomineller Gegenwert für das frisch gedruckte Geld vorhanden. Im Klartext: das dritte Reich war geldtechnisch eigentlich bankrott. Aber das merkte die Bevölkerung erst nach dem Kriegsende. (Hunger, sehr knappes Angebot an Gütern) - bis zur Währungsreform.

      Was die Baukosten angeht, so gibt es im Internet eine Angabe für das Boot T 34 in Höhe von 5,7 Mio Reichsmark.
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • Servus Gerhardt,

      da hast Du die Verwirrten denk1 ein gutes Stück weiter gebracht !
      Denn im Verhältnis würden dann rund 8,5 - 9 Millionen zum größeren T 22 passen, und das stände auch eher in Relation zur Bismarck.

      Dann steht wahrscheinlich in meiner Quelle eine Null zuviel(In der Veröffentlichung gibt es ja auch ein paar Torpedos mehr...)

      Grüße in den Süden,

      Robert
    • Moin Robert,

      nicht nur Dein Baubericht hier,
      wie schon von mir erwähnt,

      auch die letzten geschichtlichen Fakten des Originals,
      sowie die wiederholende Auffrischung meiner Geschichtskenntnisse,
      der damaligen "Finanzierungsfakten"
      (auch Gerhard sei da Dank gesagt!)

      sind höchst interessant !
      Gruss
      Holger


      was anderes kommt mir nicht i(a)n den Karton...... ! ja 2
    • Hallo Holger,

      schön, dass Dir die Auseinandersetzung beziehungsweise Darstellung mit dem technisch-geschichtlichem Hintergrund gefällt.
      Die ist auch für mich(Ohrensessel + Rotwein + Buch...) gleichermaßen erholsam wie spannend. les 2
      Und ein bisschen ging noch etwas in den letzten Tagen:

      Die Darstellung der Minenschienen am Modell. Vom Bogen her sollten rund 0,6mm breite Streifen verdoppelt und aufgeklebt werden. Das entspräche im Realen einer rechteckigen Struktur mit einer Breite von etwa zwölf, und einer Höhe von etwa zehn Zentimeter = geht gar nicht!

      Ideal wäre ein passendes T-Profil, aber Evergreen scheidet größenmäßig aus. Rechteckprofile von etwa 0,5 x 1,0mm wären etwas hoch, und ich musste feststellen, dass, ein Plastik-Rechteckprofil auf die schmale Kante gestellt, seeehr viel "Spaltmaß" zum Deck zeigt - ganz so gerade ist es wohl doch nicht.
      rotwerd1
      Aus dem Grund habe ich aus 0,3mm dickem Karton zirka 0,6mm breite Streifen geschnitten, und die verarbeitet. Karton lässt sich auch auf der Schmalseite stehend etwas drücken...



      Im linken Bild die hochkant stehenden Profile.

      Arbeitsgänge:
      Ausschneiden, Färben mit Wasserfarbe, feucht mit Wäscheklammer unten, frei hängend - "Gewicht" - etwa eine Stunde trocknen lassen, und dann über Nacht zwischen zwei Glasplatten "plätten".
      Dann an einem Ende an Deck mit Sekundenkleber "Anpunkten" und gut durchtrocken lassen. Anschließend mit einem Zahnstocher ein paar winzige Punkte Holzleim auf die Markierungen geben. Ich habe Abstände von etwa einem Zentimeter gewählt. Und dann unter gaaanz leichten Zug aufkleben. Und warten... und punkten... und warten... und - lassen wir das!

      In den Pausen stellte ich Lukendeckel her.

      Das bekam mir offensichtlich nicht, ich erlitt einen akuten Anfall von Detailitis - siehe rechtes Bild.
      Und zwischen die steuerbordseitigen Schienen.
      Auf Originalaufnahmen ist zwischen den Schienen deutlich eine Art "Schwellenstruktur" erkennbar, niedriger als die Schienen, aber auf jeden Fall noch erhaben.
      Im Bogen enthalten sind jedoch nur eine Reihe "Platten", die zwischen und um die Schienen geklebt werden. Die Teile werden mit Karton(vordere) oder 0,5mm-Pappe verstärkt(hintere Reihe). Vielleicht weiß jemand, wozu dies diente?
      Warum, dachte ich mir aber, finden sich denn die "Schwellen" und die niedrige "Mittelschiene" nicht auch als plastische Möglichkeit im Bogen?
      Im Gegensatz zu Ameisenpuppen großen, meist hohlen Ovalen sind hier immerhin nur winklige Strukturen herauszuarbeiten.
      Nach einigen frustranen Versuchen gelangen mir "ganz ordentliche" Muster, die im Vergleich zu den schwach aufgedruckten Texturen einen deutlichen plastischen Gewinn ausmachen - meine ich...
      Und da ich in den nächsten Tagen auch noch "B" - beziehungsweise "Backbord-Seite" sagen muss, bin ich schon wieder wech-

      Gruß,

      Robert
    • Boxer schrieb:

      Nach einigen frustranen Versuchen gelangen mir "ganz ordentliche" Muster, die im Vergleich zu den schwach aufgedruckten Texturen einen deutlichen plastischen Gewinn ausmachen - meine ich...
      Allein von den nun plastisch dargestellten Minenschienen, bis zu den Arbeitsergebnissen der kartonalen Krankheit,
      unter der ich auch, ab und zu, "nicht leide", der "Detailitis",
      finde ich das von Dir hier gezeigte wieder : klasse1 beifall 1
      Gruss
      Holger


      was anderes kommt mir nicht i(a)n den Karton...... ! ja 2
    • Hallo zusammen,

      - keine Bange, natürlich kommen ein paar Minenmodelle an Bord - obwohl, wie die nächsten Bilder zeigen, es am Heck ganz schön eng zugehen wird:



      Links die nun fertig gestellten Minenschienen nebst Innenleben, und auch ein paar Kleinteile. Das sind einige Lukendeckel und Kästen. Rechts die aus Eigenmittel hergestellte Heckklampe neben der Kartonvorlage. Radien mit spitzigen Enden in einem Oval aus fast einem Millimeter dickem Karton auszustechen hab` ich erst gar nicht versucht...
      Aus 1mm breitem und 0,5mm dickem Karton schnitt ich die Bodenplatte, setzte zwei "Hörner" aus 0,5mm Cu-Draht ein, und verstrich den Sockel am Draht mit Weißleim, um die Rundungen "füllig" zu bekommen.



      Dann ging es an die Fässer der Nebelanlage, im linken Bild einige Stadien. Es sind dies die Teilenummern 115 und 116. Auf dem Bild kaum erkenntlich, sind die Dingerchen nicht nur unterschiedlich hoch, sondern haben auf dem Deckel und Korpus auch eine unterschiedliche Textur. Und die 115 hat einen "Pöckel" obenauf. Da der Durchmesser der Fässer bei drei Millimeter liegt, sind die Teile (für mich) noch gut zu rollen, bei kleineren Kalibern greife ich meist zu Rundholz... Nach Ankleben einer Lasche rolle ich über einen fast passenden Durchmesser vor, dann über einen kleineren nach.
      Das hat zur Folge, dass der Karton mit etwas Spannung an den Schnittkanten stumpf auf Stoß sitzt, und ein Hauch Sekundenkleber Gel das Ganze sofort zusammen hält.
      Die winzigen "Pöckel" mit nur einem Millimeter Durchmesser habe ich aus Evergreen-Rundprofil geschnitten...
      Rechts im Bild der Ausgleich für die Plaste:
      Eine Schlauchtrommel aus meiner "Vorgefertigt-Pendler-Zeit". Und die Seitenteile sind aus Karton. Fein säuberlich ausgestochen. Waren in ein paar Minuten durch...
      LÜGE! rotwerd1
      Waren sie nicht. Da ich bei fast allen Schiffen bislang die Karton-Trommeln ignorierte und Ätzteile verarbeitete, aber die Kartonteile aufhob, hatte ich genügend Material zum probieren. Die grüne Trommel hat einen ganzen Abend gekostet. Und ich hab` noch zwei auf diese Tour gebaut... Nochmal würde ich mir das nicht antun. Hinter der Trommel meine Methode "Schlauch" oder "Kabel" zu produzieren. Dickes Serafil stramm auf mit dünnem Kleber bestrichenem Zahnstocher ziehen - fertig. Einfach die passenden Stücke herausschneiden und die Seiten schwärzen.



      So, und mit diesen Bildern vom Heck verabschiede ich mich für heute. Man sieht es den paar Dingern nicht an, aber insgesamt sind fast einhundert Teil(chen) in die paar Strukturen geflossen.



      Verarbeitet wurden die Teilenummern 88, 102, 104-5, 109 - 112 und 115-16. Beim Setzen der Nebelfässer ist darauf zu achten, die Stoßkanten immer gegeneinander(nach innen, zueinander in der Reihe) zu setzen. So dicht wie die Tönnchen stehen, sieht man die Klebenähte dann nicht mehr. Wer übrigens einen Versatz in der Reihe Nebelfässer sieht, sieht richtig, das entspricht dem Original.

      Bis die Tage wieder,

      Robert
    • Servus Robert, wie immer erstklassiger Modellbau!
      Wenn es mir mal gelingt so sauber im Detail zu bauen wäre ich auch mal glücklich.

      Mir graut schon vor dem Moment wo das fertige Modell mit zum Stammtisch bringst.
      Das ist dann immer der Moment wo ich meine Modelle verschrotten möchte und lieber mit Briefmarken sammeln beginnen sollte.

      PS: Aber diesmal keine Schüttelbox wie fürs U-Boot!!!
      und baue weiter so, da kann ich noch viel von lernen.

      Gruß Albrecht
    • Albrecht schrieb:

      Wenn es mir mal gelingt so sauber im Detail zu bauen wäre ich auch mal glücklich.
      Moin Albrecht.

      und ich wäre glücklich, so "gemalte" Rümpfe hinzubekommen wie Du sie gerade zauberst - also beste Voraussetzungen, voneinander abzugucken... ausguck1

      (und das ohne böswillige Lehrer im Nacken! grummel )

      Und mach` dich bloß frei vom Briefmarkensammeln, die tun nur so entspannt.
      In Wirklichkeit sitzen sie in zugfreien Zimmern, betrachten Marken durch Stereolupen, atmen nur verhalten, zählen die Zacken und achten darauf, dass keine(Zacke!) einen Knick hat. Mein Opa war von 1920 bis 1966 bei der Post...und Sammler...

      Entspannte Grüße aus dem Westerwald,

      Robert
    • Albrecht schrieb:

      Das ist dann immer der Moment wo ich meine Modelle verschrotten möchte und lieber mit Briefmarken sammeln beginnen sollte.
      Moin Albrecht ! happy 2

      Habe noch wirklich KEINEN versierten Kartonmodellbauer (wie Dich !) kennengelernt,
      der Seine Kartonmodelle "verschrottet" .......,
      um danach BRIEFMARKENSAMMLER zu werden..... muhaha1 happy1
      Herrlich !! happy1
      Gruss
      Holger


      was anderes kommt mir nicht i(a)n den Karton...... ! ja 2
    • Hallo zusammen,

      fangen wir diesmal wieder mit einem geschichtlich-technischen Rückblick an:
      Aber mit dem folgenden Schwesterboot, T 23.

      Am 14. Juni 1942 wird das Boot Indienst gestellt, und beginnt in der 5.Tfl. die Erprobungen. Der zeitliche Ablauf ist im folgenden durch die intensive Erprobung von T 22 deutlich kürzer. So bekommt T 23 schon am 03. Juli die "Seeklaar-Besichtigung".

      T 22 liegt im Juni längere Zeit in der Schichauwerft, "Restarbeiten" sind angesagt.
      Ende Juni verlegt T 22 von Schichau nach Swinemünde. Den ganzen Sommer über werden "Rollen" geprobt, aber auch wieder intensive Übungen mit Artillerie-, Flak- und Torpedoschießen in der Ostsee oder der zu dieser Zeit von alliierten Flugzeugen noch nahezu unbehelligten Danziger Bucht durchgeführt.
      T 22 liegt im August im wesentlichen in der Schichauwerft, zu weiteren Restarbeiten, aber auch(wahrscheinlich) den ersten Umbauten, die aus den bisherigen Erprobungen resultieren.
      Das hintere Viertel der bislang mit Reling versehenen Brückenflanken wird wie eine Schanz dichtgezogen. Auch kommt - noch ohne Podest - wahrscheinlich in diesem Sommer die 2cm-Einzelflak auf die Back. Weitere Einzelheiten sind bis zum 30. August nicht bekannt, aber in diesem Zeitraum wurde wahrscheinlich das Boot von "Grau-in-Grau" auf die mehrfarbige Tarnung umgemalt, auf das hintere Podest der 2cm-Vierling aufgestellt, und die vordere 2cm mit einem Podest versehen.

      Und nun zum Fortschritt auf der Modellwerft:



      Ganz so stimmig schien das Probeliegen von Anker und -ketten nicht - wer genau hinschaut, wird feststellen, dass die Ankerspitzen mit Teilen der Flakpodest-Stützen kollidieren würden. Ich habe mich bei der Lage der aufgezogenen Anker an Bildern zum Original, und weniger am Bogen orientiert.
      Linkes Bild.
      Dabei fiel mir auf, das große Ösen, durch die der Ankerschaft gezogen wird, nicht im Bogen enthalten sind.
      Die winzigen Stützen am Boden des Flakpodestes in der richtigen Reihenfolge zu befestigen schien mir leichter - rechtes Bild oben -



      - und nun linkes Bild, wenn die Stützen vor dem Ausschneiden verklebt werden. Die Stützen sind bis auf zwei Ausnahmen asymmetrisch, was der starken Steigung des Decks geschuldet ist. Und so konnte ich die Stützen Nr. 2 & 3 so weit zurücksetzen, dass der später etwas darunter geschobene Anker nicht gegen eine Stütze stößt.
      Im rechten Bild der probesitzende "Rohling", an dem der starke Neigungsausgleich sichtbar wird.

      Aber es gab noch ein Teil, das ein Bodenstück mit einer "Welle" zum Ausgleich der Neigung bzw. Wölbung des Decks hatte - das winzige Backbordspill, Teile 65a&b.
      Hier ist unbedingt nötig, erst das "schiefe" Bodenstück so auf das Deck zu passen, dass es lotrecht steht, bevor die Kopfplatte festgeklebt wird.
      Denn:



      Das Teil muss sowohl in der Längs- wie in der Querachse gerade stehen. Das Deck hat an dieser Stelle sowohl noch eine leichte Wölbung, als auch schon eine Steigung zur Bugspitze.

      Und das war es schon wieder,

      Gruß,

      Robert
    • Hallo Holger,

      da hast Du Recht!

      Gegen diesen "Sichelbug" sieht selbst ein an sich schlanker Bug wie von meinem Zerstörer aus wie ein Schuhkarton...

      Und ein bisschen was neues von gestern und heut` hab` ich auch noch:





      Nicht viel, aber ein aus Pendlerzeiten schon vorgefertigtes Teil sollte in der Baugruppe "Ankerspill" seinen Platz finden
      (Teile 67 a - h).

      Das Spill habe ich allerdings etwas verfeinert. Im Bogen ist statt des Sechsspeichen-Rades eine Kartonscheibe mit entsprechendem Aufdruck enthalten.

      Jetzt kurz in den Mecker-Modus: Das Rad hat einen Durchmesser von rund sechs Millimeter. Warum sich bei diesem Bauteil keine Option zum Ausscheiden findet, dafür aber winzige Ovale - die Wülste an den Durchlässen zum Kettenkasten hinter dem Ankerspill - freigeschnitten werden sollen, wissen wohl nur die Götter der Kartonagen...
      Mecker-Modus aus, "Vollste Zufriedenheit-Modus" an: Auch das gestern gebaute Unterteil des Spills passte durch den "kurvigen" Saum am Boden wieder perfekt zur Lotrechten des ja stark steigenden UND etwas gewölbten Decks.

      Damals habe ich mir aus Draht(0,2mm Cu-Draht) das Rad selbst geknöselt. Zusätzlich gestern sechs(ziemlich winzige) Schuhe gefertigt, in die die Spillspaken eingesteckt wurden.
      Also im linken Bild steht kein Stielkochtopf an Deck, sondern ein Spaken(eine Spake?) steckt "Probe" in einem Schuh.
      Nachdem ich mich eine Weile wunderte,(Spaken und Sechsspeichen-Rad sind schon etwa eineinhalb Jahre alt) warum ich damals "Knubbel" am Spaken anbrachte, fiel mir ein, dass ich die Dinger analog einer Originalaufnahme an Deck befestigen wollte - also erst mal wieder ins Kleinteileregister damit.
      Dann habe ich noch drei Lukendeckel mit Handrädern platziert - die Zwischendurch-Arbeit beim Schienenlegen... - und das war es erst mal.

      Gruß,

      box 1
    • Hallo zusammen,

      und noch`n Klavier:



      Im linken Bild ist das "Probeliegen" einiger Kleinteile festgehalten, was sich auch als "gut so" herausstellte.
      Die Füße des Flakpodestes mussten noch ein Stückchen weichen, so zwei, drei Zehntel waren sie zu lang.
      Denn die richtungsgebenden Führungen der Ankerschäfte - nicht im Bogen enthalten - veränderten den Sitz der zur Schiffsmittellinie weisenden Ankerflunken, die ja unter dem Podest Platz finden mussten.
      In der Probierphase sicherte ich das Flakpodest mit einem Gummi, und konnte so mit den Ankern und den Führungen spielen, bis alles passte.
      Im rechten Bild - kam nach Bauanleitung und Originalbildern alles auf die Back.
      Auch wurden zusätzliche Ketten angelegt. Die winzigen Dinger, die vom Flakpodest weg - zum Heck - ein "V" zeigen, dienten wahrscheinlich beim Original zur Sicherung der Ankerschäfte, damit diese bei Seegang nicht schlugen. Eigentlich ruhte die unter dem Flakpodest liegende Ankerflunke noch in einem Schuh, so dass der Anker gut gesichert war.
      Nicht so ganz klar ist mir die Funktion der größeren Kettenteile, die zur Bugspitze ein "V" bilden. Auf Originalbildern scheinen die direkt hinter den Durchlässen der Ankerkette an "U"- Klampen verschäkelt, und mit der Ankerkette durch eine Art Stab(??) verbunden - waren das einfach Ersatzglieder, oder hatte die Konstruktion eine Funktion?
      (Mal wieder ein "Was-auch-immer" gebaut...)



      Links die Ansicht auf das nun mit allen "Klöterteilen" versehene Vorschiff. Neben den Spillspaken und den "Ösen" für die Ankerschäfte waren auch die halben Abdeckhauben für die Ankerketten-Durchlässe nicht im Bogen enthalten. Mittlerweile ist auch der "Nasenring", die Öse ganz vorne an der Bugspitze, dazugekommen.
      Rechts im Bild dass durch die "Kurve" im Bodensegment wieder exakt lotrecht stehende Ankerspill - erst ausprobieren, dann kleben!
      Und, kaum zu glauben, wurden auf dem knapp acht Quadratzentimeter "großen" Vorschiff gut 80 Teile verbaut...
      So, und nun geht es endlich den größeren der weißen Flecken an den Kragen - tanz 2 !

      bis demnächst,

      Robert