Flottentorpedoboot T 22, GPM 1:200

    • @Boxer

      Boxer schrieb:

      (Hochgestochen ausgedrückt, baue ich ja ziemlich frakal, der Kölner würde einfach sagen: "Janz durchenäng")
      Moin Robert...

      genauso baue ich auch. Ich habe einmal bei einem Modell erst die Decks, die Aufbauten mit dem ganzen Drum und Dran gebaut und erst zum Schluß den Rumpf. Zugegeben man muß wenn man so etwas macht viel Vertrauen in die Konstruktion haben. Aber letztendlich hat das geklappt. Alles passte wunderbar zusammen...

      Gruß
      Günter
    • Neu

      Boxer schrieb:

      und mit der Ankerkette durch eine Art Stab(??) verbunden - waren das einfach Ersatzglieder, oder hatte die Konstruktion eine Funktion?
      Servus Robert,

      das war eine Art Zugentlastung und Sicherung für die Ketten. Bei starkem Seegang konnte die Ankerkette schon mal das Wandern anfangen. Es gibt da ein schönes Bild von der Scharnhorst, wo sich die Ankerketten schlängelten wie - na ja - wie eine Schlange. Mit dieser Vorrichtung hielt sich das in Grenzen.
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • Neu

      Hallo Günter,

      hallo Holger - dann baue ich doch mal so weiter - gleich!
      Und Gerhard, danke, dass es durch Deine fachkundige Erläuterung nun ein "Was-auch-immer" weniger gibt.

      Aber erst noch ein paar Seiten aus dem Geschichtsbuch:

      Der 01. September 1942 ist für Boot und Besatzung ein besonderes Datum. Weniger wegen der zu diesem Zeitpunkt üblichen "Kriegseinstritts-Gedenkfeiern" als das an diesem Tag die erste Seite im KTB, im "Kriegstagebuch" begonnen werden kann.
      Nach genau einem halben Jahr intensiver Erprobungen und vielen Seemeilen ist also jetzt erst das Schiff völlig "KB" eingestuft, und prinzipiell zum Einsatz bereit - aber:


      Am 03. 09 läuft T 22 nicht zu einem Einsatz, sondern zur UAS, der Unterseeboots-Abwehr-Schule aus. Dort nimmt das Boot am Übungswerfen von Wasserbomben teil.
      Am 08. 09. stehen MES-Erprobungen und Funkabstimmungen in der Danziger Bucht auf dem Programm.
      Am 09. 09. läuft das Boot nach Swinemünde, und absolviert dort im Osternothafen ein mehrtägiges Ausbildungsprogramm der Besatzung.
      Ab 14. 09 beginnt - vor Anker auf Reede liegend - ein weiterer Ausbildungsabschnitt.
      Am 15.09 läuft T 22 zurück in den Hafen, und an diesem Tag beginnt auch das KTB für T 23, das wesentlich von der angestrengten und langen Ausbildungszeit vom Typ-Boot partizipierte.
      T 22 bleibt bis zum 20. 09 im Hafen, und verlegt dann zur Pommerschen Bucht zu weiteren, intensiven Schulungen.
      Am 21. 09 geht das Boot in einen Ausbildungsabschnitt in die mittlere Ostsee, um Flak-Übungen durchzuführen und Leuchtgranatenschießen zu üben.
      Am 22. 09 steht tagsüber Ausbildungsdienst der Besatzungen auf den Gefechtsstationen auf dem Dienstplan, nachts ist Abwehrschießen gegen Schnellboote unter Einsatz von Leuchtgranaten angesetzt.


      Doch an diesem Tag zeigt sich, dass es härtere Sachzwänge als Dienstpläne gibt.
      Bereits am Nachmittag fallen einige Männer mit Magenverstimmung aus. Gegen Abend fehlen schon ganze Mannschaften, und um 22:25h muss die Übung abgebrochen werden, da 40% des Maschinenpersonals ausgefallen ist - das Boot ist nicht mehr voll fahrbereit!
      In den folgenden Tagen kann das Boot nur eingeschränkt an Abkomm- und Übungsschießen teilnehmen.
      Die Erkrankungen sind so schwerwiegend, das am 25. und 26. September Maschinenpersonal von den Booten T 25 und T 26 einschifft.
      Bis Ende September führt T 22 weitere, zahlreiche Übungen durch, bleibt aber immer noch im Ausbildungsbetrieb.

      Und nun zum Modell, dort geht es endlich an einige deutlich größere als "Klöterteile":



      Links ist der Spantenkasten abgebildet, der später unter dem Brückenaufbau verschwindet. Und wer genau hinschaut, sieht, dass dessen Bodenplatte etwas "krumm" ist.
      Die muss aber ganz leicht gebogen sein, um sich in die Steigung des Decks zum Bug hin zu schmiegen. Also bei den Teilen W 34b P&L NICHT mit dem Messer über die Kante sicheln. Und die Bodenplatte W 34a NICHT zwischen zwei Glasplatten plätten...Die soll nämlich "im Schwung" liegen.

      Im rechten Bild ein paar schon einbaufertige Teile, das Geschützpodest(Teile 43etc.) und der Wellenbrecher. Alles nur gestellt, noch nicht befestigt.

      Und jetzt muss ich etwas zu Wellenbrechern loswerden.
      Ich mag sie nicht! Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber für mich sind das hinterhältige Teile. Ausgekragt, mit Schwüngen und Winkeln - oder noch schlimmer - Radien...und lang. Und dünn. Und wenn nach langem Gerolle und Geknete über Hölzchen, Stöckchen, Finger und andere Körperteile das Dingen in Form gebracht ist, man es in die Pinzette nimmt und die Klebekante mit Leim bestreicht, dann, ja, dann wird irgendeine heimtückische Oberführungsfaser wach und ruft zu den Genossen:

      "Hey, Leute, bevor wir uns hier alle endgültig zur Ruhe setzen müssen, reichen wir uns noch einmal die Hände und ziehen ganz kräftig - dann springt der Typ, der schon Stunden an uns `rumgeknetet hat, komplett aus dem Hemd"

      Und so isses auch! Plötzlich stimmt nix mehr, ein Schenkel hebt das Beinchen, wo bislang "Passung" zum Deck herrschte, oder der Radius läuft aus. Und auf Deck wird geschmiert!
      Also ging ich bislang mit der Methode "Anpunkten" mit Sekundenkleber an`s Werk, um "Klebstoffwischer" in diesem Bereich zu minimieren. Diesen da werde ich aber mit folgender Methode zu bändigen versuchen:
      Weißleim auf Papier mit abgestimmter Wasserfarbe vermischen.
      Verdünnt + ein an sich fast farbneutraler, matter Klebstoff = passend eingefärbter Leim - bin mal gespannt, wie das wird...



      Und ich hab` noch einen: Die Teile W 34g, und W 34f(sowie P&L) wobei die "f"-Teile die Oberen, und die "g"-Teile die unteren Platten abbilden sollen.
      Ich habe jedoch festgestellt, dass die "f"-Teile etwas breiter als die "g"-Teile sind - etwa einen halben Millimeter. Und nach langem Probieren und Geschiebe habe ich die Sachen getauscht - "g" liegt jetzt oben. Das passt einfach besser - rechts im Bild -, Bauplan hin oder her.
      (Mal sehen, ob ich später die Klatsche bekomme...)

      Momentan noch selbstbewusste Grüße aus dem Westerwald sendend,

      euer

      box 1