Flottentorpedoboot T 22, GPM 1:200

    • Hallo zusammen!

      Und wieder geht ein wunderschöner... - na gut, Regen-Wetter-Basteltag - zu Ende

      Kurt, Stephan,
      als ihr eure Boote gebaut habt, waren wesentliche Teile der von mir verwendeten Literatur noch gar nicht auf dem Markt - Hinterher weist Du mehr! Ist also ein "Hinkender", wenn wir jetzt "Vom Bogen gebaut" mit "Vorher jede Menge Bildchen geschaut" vergleichen würden.
      Und Stephan,

      Stephan schrieb:

      Schon alleine das Wissen um die Funktionen der Baugruppen und die tiefgehende Recherche und Dokumentenlage.
      - das trifft es auf den Punkt. Du baust ganz anders, und in der Regel besser, wenn du weißt, was Du baust. Aber im Fortfolgenden kommen noch genug "Was-Auch-Immer"...- Teile. Und wenn ich wie Du mit diesem sehr komplexen Boot begonnen hätte, würde ich heute wahrscheinlich wieder Balsa fliegen...

      Fritz, so geht es mir, wenn ich auf Deinen Segler schaue frech 2 !

      Und, Günter,
      die gleich gezeigte Haube habe ich Deinem Baubericht Z 51 zu verdanken. Das hat bei mir die Gebetsmühlen-Nachdenkmaschine in gang gesetzt, und vor zwei Tagen hat es gezündet - aber nun weiter:



      Um gleich bei den W.A.I. = "Was-Auch-Immer" zu bleiben, die heute zusätzlich auf den Rohren angebrachten Strukturen - "Stangen" oder "Wellen" auf Böckchen erschließen mir nicht ihre Funktion. Auf den Zeichnungen könnten eine Art Kegelzahnräder zu sehen sein?
      Zumindest die Kurbel dürfte zum manuellen Drehen der Drillings gedient haben. Die dahinter, quer liegende Welle hat im Original außen ebenfalls so eine Art Kegelzahnräder.
      Im rechten Bild der Zustand, als wieder eine rote Lampe anging - ich hatte gerade die Inneneinrichtung vom Rohrmeisterstand vor.
      "Da fehlt doch noch etwas?"


      Genau, die Zieloptik!
      Zum Leeberecht Maas gegangen, und dem in den Vierlingssatz geschaut(gleicher Hersteller, gleiche "Epoche") - und da steht sie, die Zieloptik. Den restlichen Bogen und die bereits ausgeschnittenen Kartuschen durchflöht - Fehlanzeige...
      "Aha!" dachte ich mir, "das Ding hat bestimmt eine andere Baunummer".
      Den Bauplan gezogen, und - Nichts! Nada! Niente! Null! Janüscht! Kommt nicht vor. verlegen1
      "Vielleicht", so dachte ich mir, "hatte sich der Rohrmeister auf dem schnöden Drilling eine Kerbe in den Daumennagel zu schnitzen, und damit..."
      Nein! Vergessen haben sie es. haue 1 Genau wie den ganzen Klimbim, der noch auf die Brücke sollte(Peil-, Mess-, und Signalmittel). Und den ich auch noch zusammenfummeln muss...
      Was das soll? Ich kann es mir, insbesondere bei der sonst ja enorm tiefen Detaillierung dieses Bogens, nicht erklären.
      Also "Eigenmittel". Das Klöterteilchen seht ihr auf dem rechten Bild.



      Aber, Grund zur Freude: Nun gibt es sie doch, die - abweichend vom Bogen - Haube mit Plexiglaskuppel, die die Torpedoschützen vor Witterungseinflüssen schützen sollte. Wurde ab Mitte - Ende 1942 eingebaut, oder nachgerüstet. Die Haube ist eine Plister-Kapsel einer Tablette. Durchmesser acht Millimeter - real etwa 1,60 cm, dass passt. Ich habe die Haube nicht auf-, sondern eingesetzt, dass gibt nach oben einen sauberen Abschluss. Im Bild seht ihr schon den endgültigen Versuch, mit Weißleim festgesetzt. Der erste, mit Sekundenkleber, führte zum sofortigen beschlagen des Kunststoffs. traurig1
      Der Rahmen der Haube ist "frei" aus dem "Reserva-Bogen" geschnitzt.



      Bonbon: Die Pillenblase ist auch noch von bestechender Klarheit, und man kann endlich mal in einen Innenraum blicken. freu1
      Das gab reichlich Motivation, denn an dem Drilling gibt es noch reichlich zu tun.
      So, und mit den Bildern des nun zum zeitlichen Rahmen passenden Rohrmeisterstand verabschiede ich mich wieder.

      Westerwälder Grüße,

      euer
      box 1
    • Boxer schrieb:

      Um gleich bei den W.A.I. = "Was-Auch-Immer" zu bleiben, die heute zusätzlich auf den Rohren angebrachten Strukturen - "Stangen" oder "Wellen" auf Böckchen erschließen mir nicht ihre Funktion.
      Servus Robert,
      Das Gestänge ist Teil der gesamten Mechanik und diente wohl dazu das Gestänge längs der Mitte der Rohre in Bewegung zu setzen. Damit wurden offenbar Ventile geöffnet oder geschlosen. Die Torpedos wurden ja mit Druckluft abgeschossen - und diese Druckluft sollte ja nur in einer Richtung wirken... nach vorne.

      Ich bin richtig begeistert von diesen Torpedorohren. klasse1 freu 2 klasse1
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • Hallo zusammen,

      und vielen Dank für die vielen positiven Antworten!

      Curmudgeon, geh` besser zum Apotheker, und verlange Rezeptfreies, Ärzten fehlt es manchmal an Humor...

      Gerhard, danke Dir - ein "W.-A.-I." weniger.
      Fritz, bei deinen jetzigen Fähigkeiten wäre ich mal seeehr gespannt auf ein Großkampfschiff... dafür1
      Und nun die Beichte:
      Selbst recht erfreut über das gute Gelingen des "Gewächshauses" hab` ich gestern(Abend...Nacht?!... verlegen2 ) nicht die Finger vom Torpedodrilling lassen können.

      Ergebnis:



      Erst kam das Rettungsfloß - war schon fertig, aus dem "Pendlerfundus" - wie vorgesehen, auf das Vorderteil. Das ging (dummerweise...)relativ zügig, deshalb schnitt ich noch "schnell" ein paar Trittroste aus feinem Ätzgitter... Und da der Drilling nun schon "fast" fertig war, beging ich kurz vor Mitternacht noch den Fehler, mal das Torpedomodell hineinzustecken...
      Und dann musste es weitergehen. Aus 1mm Kartonscheiben mit 0,5mm Evergreen-Zwischenscheibchen die Rollen an dem schwarzen "Dings" hergestellt, und dann einen Serafilfaden durch die Ösen gezogen. Hach, schön...
      (Das "Guten Morgen" der besten aller Ehefrauen hätte in einem Comic in einer gezackten Sprechblase gestanden...)
      Das schwarze "Dings" gehört zum Torpedoladegeschirr, leider kenne ich nicht die genaue Bezeichnung. In der Realität misst es etwa sechzig bis siebzig Zentimeter, und stellt im wesentlichen einen sehr flachen H-Rahmen dar. An dessen Enden sitzen Umlenkrollen, und am Mittelsteg ein dicker Zapfen. Dieser wird in die hohle Schraubenwelle eingeführt, und die Zugseile dann durch Rollen geleitet - siehe Bilder. Dann ging es mit "Hau-Ruck" hinein.
      Aber bitte nicht fragen, warum an dem mittleren Torpedorohr zwei Umlenkrollen sitzen, und an den äußeren nur jeweils eine. Auch kann ich nicht erklären, warum das Seil zusätzlich noch durch die äußeren Rollen läuft. Ich habe diese Aktion nach Bildvorlage nachgebaut, und bin mir nach Auswertung der mir zur Verfügung stehenden Aufnahmen nicht sicher, ob die Umlenkrollen an den Rohren nicht vielleicht nur eingesteckt waren.



      Mit einer Übersicht, sowie dem, was vom geladenen Rohr sichtbar sein wird - nicht viel... seufz... - konnte heute zum nächsten Teil der Darstellung geschritten werden:

      Dem Maßnehmen für das eigentlichen Torpedolade- Geschirr.

      Das bestand aus einem "Bügel" auf dem Hinterteil des Drillings - hier noch aus weißem Kartonstreifen als Lehre - der noch darzustellen ist, sowie dem Ausleger - der noch rohe Cu-Draht - und des auf dem "Bügel" und Ausleger ruhendem Doppel-T-Profils. Und an dem lief eine Laufkatze... Und an der hing ein Flaschenzug... schwitz1 Und an dem...
      Und mit dem ganzen Gedöns wurde der zu ladende Torpedo aus dem Transportkarren gehoben, und Richtung Rohrklappe geschwenkt. Etwa halb eingeführt, konnte die "Bauchbinde" um den Torpedo gelöst, und das Teil mit den Umlenkrollen in das Rohr gezogen werden. Der brachiale Doppel-T-Profil-Träger ruhte in Halterungen an der Stirnwand des jeweiligen Aufbaus, auch der Flaschenzug und die Laufkatze fanden dort ihren Platz. das wird am vorderen Drilling dargestellt.

      So, nun `nen Grog, und heute etwas früher in`s Bett.

      Gruß,

      box 1
    • Hoi Stephan,
      jau, wech mit die Hemmung! Ist der Ruf erst ruiniert, baut es ich ganz ungeniert... oder so. arbeit1 Das Modell gibt allerdings von der Quellenlage / Bildmaterial auch unheimlich viel her.

      Moin Tommi,
      wenn Du dich streckst, wird der Drilling wahrscheinlich funktionsfähig... grins 2 Aber ganz im Ernst, als Kompensation für den Mordsaufwand baue ich irgendwann mindestens einen Torpedosatz "unter Persenning".

      Gruß,

      Robert
    • Neu

      Hallo zusammen,

      und hallo Günter, danke Dir! - Bin allerdings nun auch froh, das "Es" jetzt fertig ist.



      Zwar schon im Abklingen begriffen, führte ein kurzer Detaillitis-Rückfall(Bild links) doch noch zur Anmutung der Pressluft-Füllstation. War auf den Bildern immer wieder sichtbar, und dann dachte ich mir... denk1 "Schlauch" aus Cu-Draht 0,1mm, Ventilräder auf gebogener Leitersprosse aus den kleinsten Flak-Visieren. Die neu hinzugekommenen "Haken" an der Stirnwand der Hütte wären die Halter für den Doppel-T-Träger. Diese Situation wird beim vorderen Drilling dargestellt.
      Rechts im Bild seht ihr das nun fertige Modell des Torpedo-Drillings. Aus Handhabungsgründen ist der Doppel-T-Träger(Evergreen-Profil) samt Laufkatze und Kettenzug schon befestigt. Den bügelförmigen Träger, oder die "Brücke" habe ich aus dem grünen "Reserva-Karton" vom Bogen erstellt.



      Und so sieht die Gesamtanmutung aus - links die Ansicht in die Ausstoßseite, wenigsten etwas ist vom Torpedokopf sichtbar.
      Rechts eine Totale von schräg oben. Der Doppel-T-Träger ruhte im wahren Leben während des Ladevorganges festgelascht mit dem vorderen Ende auf der Brücke. Hinten hielt ihn der Ausleger, und das Ganze war in beschränktem Umfang schwenkbar. Der Träger war einen "Tucken" zum Rohrsatz geneigt, so musste an dem gut 1.600 Kilo schweren Torpedo-Trumm nicht so viel gezerrt werden.



      Hier das restliche Ladegeschirr: Doppel-T-Träger, Ausleger, Laufkatze und Kettenzug(An dem in der Realität drei "dicke", drei mittlere und drei dünne Kettenzüge baumelten). Der auf dem Karren ruhende Torpedo trägt jetzt die "Bauchbinde".
      Und nun liegt vor dem Modell wieder das Schildchen: "Erst schauen, dann zugreifen".
      Den zweiten Drilling werde ich ohne Bildeinstellung bauen, und irgend wann "fertig" melden. Einiges Selbstgefertigtes habe ich ja nun schon doppelt...
      Wer Interesse an Aufnahmen zum Ladevorgang der Torpedos hat, die besten und meisten Aufnahmen sind in:
      Marine-Arsenal, Band 44, S. Breyer, "Flottentorpedoboote und Flottenbegleiter", sowie in
      "Torpedoboote und Zerstörer" E. Thomer, Gerhard Stalling Verlag, zu finden.
      Aber erst mal baue ich ein anderes Teil schwitz1 - da meine "Torpedo-Motivation" momentan gegen Null tendiert.
      Bis zum Wochenende,

      Robert
    • Neu

      Hallo Robert,

      Boxer schrieb:

      Aber erst mal baue ich ein anderes Teil - da meine "Torpedo-Motivation" momentan gegen Null tendiert.

      schade. Ich hätte da einen Tipp für das nächste Modell: IJN Kitakami. Auszug aus Wikipedia "zehn Vierlingsstarter für Torpedos Typ 93 (61 cm) ". Na? Das wär doch was zum austoben.

      Du scheinst mir nach der Torpedo-Orgie ja mächtig geschlaucht zu sein, in Deinen letzte Posts fehlt der so lieb gewonnene

      box 1

      am Ende.

      Gruß,
      Stephan
    • Neu

      Hallo zusammen,

      und danke für die Anteilnahme!

      Hagen, es ist auch die zu diesem relativ unbekannten Bootstyp ungewöhnlich gute Quellenlage. Auch ich, mitten im Bau, entdecke immer wieder auf schon dutzendfach geschauten Bildern neue, ähem, Deta i l s - ( Arrgh, es zuckt schon wieder hoch...) die ich entweder schon vergessen hatte, oder die mir bislang noch gar nicht auffielen.
      Fritz, dafür stehe ich als schnell Gelangweilter immer wieder fassungslos vor deiner Knüpper-Arbeit an Wanten und - äh - Pardunen?
      Holger, danke, aber immerhin habe ich mich im Gegensatz zu Dir nicht zusätzlich auch noch mit Fahrzeugbau, Architektur und "Kran- und Werftwissenschaften" zu plagen...
      box 1 Hoi, Stephan, da isser wieder... Na, und die Motivation kommt auch so langsam hoch. Ich bin bei den "Frei-Bauten" nur immer besonders zappelig, da manches nach einigen Tagen Abstand eher nach "Stets bemüht" oder "Nach gegebenen Fähigkeiten..." aussieht.

      So, und nun auf Wiederschreiben,

      bis die Tage,

      euer box 1