IJN Nagato / Dom Bumagi / 1:200

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    • IJN Nagato / Dom Bumagi / 1:200

      Hallo zusammen,

      wie heißt es im allgemeinen "Der König ist tot - lang lebe der König", was auch im Modellbau gilt. Kaum ist ein Modell fertig, kommt das nächste dran.

      Da ich auf der 2ten Schneidematte noch ein Schienenfahrzeug unter dem Messer habe, musste es jetzt mal wieder was anderes sein. Beim durchsehen der Bögen fiel mir auf, das sich da ganz schön viele Japaner versammelt haben. Und da ich mal wieder Lust auf was größeres hatte, war dann die Entscheidung recht schnell gefallen, die IJN Nagato von Dom Bumagi in 1:200.



      Damals hatte ich auch en LC-Spantensatz und den Detail-Satz von GPM mitgeordert. Damit wird zwar einiges an Platz im Lager frei, wird aber nach Fertigstellung deutlich mehr Platz beanspruchen. Das scheint mir irgendwie umgekehrt proportional.

      Nikolaus Knoell hat den Bogen schon vorgestellt un angeschnitten, siehe hier, daher verzichte ich nochmals auf die Präsentation des Bogens. Die von ihm erwähnten LC-Decks in Riffelblech Optik habe ich nicht.

      Er hat in seinem Baubericht bereits festgestellt, das die Decksteile aus dem Bogen und die zu verstärkenden Elemente aus dem LC-Satz in der Länge nicht passen, d.h. die LC-Teile sind ca. 1.5 mm in Summe zu lang. Dies ist bei mir ebenfalls so ca. 1 mm.

      Ich hab mal versucht den Grund dafür zu bestimmen, denn letztendlich ist das Spantengerüst damit etwas zu lang, und das kann sich beim Anbringen der Außenhaut ja unglücklich bemerkbar machen.

      Meines Erachtens ist die Ursache, das der Spanten LC-Satz an den Außenlinien geschnitten wurde. Ich kenne es ja, das man die Linien entweder wegschneidet (eher selten) oder mittig (mache ich eigentlich immer). Aber außen zu schneiden ist mir selber noch nicht unter gekommen. Legt man das LC Teil auf den Bogen, deckt es dieses komplett ab und die Schnittlinien sind nicht mehr sichtbar.

      Damit würde sich erklären, warum der Längsspant dann zu lang ist. Bei 3 Teile je 2 Schnittlinien, als 3*2*0.1 mm *+ evtl. Zugabe für die Schnittbreite des Lasers, dann tendiert das gegen 1 mm - oder so ähnlich.

      Dann kam mir aber in den Sinn, das sich das auch bei den waagrechten Elementen auf der Kielwasserlinie extremer hätte zeigen müssen, aber da hat Nikolaus keine Probleme berichtet. Denn entgegen der übliche Konstruktion - also so viele Teile wie der Mittelspant- sind in diesem Bogen die Teile einzeln, d.h. zwischen 2 Querspanten kommt ein einzelnes Teil. Der Bogen hier veranschaulicht das:



      Auch hier sind die LC-Teile an den Außenlinien geschnitten, und da es teilweise 12 Teile sind, die aneinander gereiht werden, müsste die Abweichung zum Bogen 12*2*0.1 mm sein, d.h. sogar zum Mittelspant aus dem LC Bogen würde das dann nicht mehr passen. Das hat mich doch arg ins Grübeln gebracht, warum das hier wiederum wohl zu passen scheint.

      Ich denke die Erklärung ist folgende: Da man normal das 80g Blatt mit den Spantenteilen aus dem Bogen auf 1 mm Karton klebt, ist die endgültige Stärke der Teile ca. 1.1 mm. Die LC Teile sind exakt 1 mm stark und man hat das wohl beim schneiden der LC-Teile berücksichtigt indem man außerhalb der Schnittlinie schneidet, also etwas zugibt.

      Daher ist das bei der Abfolge Querspant - KWL-Spant - Querspant etc. korrekt, aber bei Mittelspant - Mittelspant - Mittelspant (bzw. Deck-Deck-Deck) summiert sich das dann auf.

      Daher habe ich für mich beschlossen, die sich so aufsummierenden Teile (Mittelspant, Deck) jeweils um einen Hauch zu kürzen, damit es der Gesamtlänge aus dem Bogen gleich kommt. Was noch übrig bleibt, ist der größere Umfang der Querspanten. Wenn die Außenhaut exakt auf Stoß konstruiert ist, müsste es hier auch extrem knapp oder gar etwas zu kurz sein. Dem könnte man mit Schleifen beikommen. Man wird sehen.

      Fazit: Bei einer Länge von etwas über 1100 mm gibt es eine Abweichung von ca. 1.5 mm. Das ist gerade mal etwas über 1 Promille. Und das sollte man so oder so hin bekommen. Hier reden wir wohl über die berüchtigten "Peanuts". Wäre ich Brückenbauer und die Brücke wäre 1100 m lang, ist 1 Promille zu lang nicht unbedingt ein Problem. Zu kurz allerdings schon eher. denk1

      So - und wer es sich bis hierher durchgelesen hat, bekommt ein Fleißbienchen ins Aufgabenheft geklebt.

      Derzeit in ich am Vorbereiten des Teile für das Spantengerüst.

      Schönen Gruß,
      Stephan
    • Moin Stephan,

      vielen Dank für's Fleißbienchen! ja 2
      Das ist ein tolles Projekt und dürfte sich zeitmäßig in eher weiterem als engerem Rahmen wie mein zukünftiger Schwerer Kreuzer bewegen.
      Die von Dir angesprochenen Längenprobleme sind, weil nun bekannt, schon längst nicht mehr so tragisch, als wenn man unbedarft und im Vertrauen auf exakte LC-Spanten drauflos gebaut hätte.
      Ich denke, die moderate Verkürzung (es dürfte ja tatsächlich bei der Gesamtlänge jeweils nur ein Hauch sein) von Deck und Mittelträger müssten eigentlich ausreichen.
      Und wenn dann vorn und achtern noch 1/2 mm rausschauen, wird das eben mit der von Dir schon propagierten "Kettensägenmethode" glattgezogen. grins 1

      lg.
      Tommi
      ....und ab dafür! rollen1
      Vergammelte Werke
    • Hoi zäme,

      danke für das Interesse. Ich hoffe das ich das einigermaßen hin bekomme.

      Den Rest der Woche hab ich am Skelet gearbeitet. Eigentlich sollte man annehmen, das das mit den LC Teilen recht fix erledigt ist, mal abgesehen von den marginalen Längenproblemen.

      Um die Querspanten im Längsspant einfach auszurichten, hab ich "Nuten" angeklebt. Dazu eine Führungsschiene in den Schlitz und dann dann einen Begrenzer angeklebt. Der Zweck ist ganz einfach: so sind die offnen Enden "gefangen" an der richtigen Position und das einschieben und verkleben erfolgt in einem Rutsch, ohne das ich ständig kontrollieren muß, ob alles richtig sitzt.



      Ist dann wie bei Lego - kann man gar nichts verkehrt machen:



      Wie bereits erwähnt, ist der Kielwasserspant in 13 Elemente unterteil (je 1x Bug/Back und 11x mittendrin). Zum einen finde ich das pers. etwas übertrieben, zum anderen pingt da bei mir als gelernter technischer Zeichner gleich die Regel "keine Kettenbemaßung" auf - denn das birgt immer die Möglichkeit für kleine, aber feine Maßabweichungen. Und wie man sieht, sind die Teile mit Nut- und Zapfung versehen:



      Prinzipiell soll das ja der Positionierung dienen, hier wurde die Verzahnung aber nur vorne oder hinten gemacht, aber nie vorne und hinten, so das das nur zur Hälfte gut gelöst ist. Auch das reinzwängen war etwas kniffelig, da 2 Teile übereinander zu stecken sind.

      Während der KWL-Spant und die anderen Längsspanten für den Panzergürtel und die Kasematten angebracht wurden, hab ich immer wieder die Flucht geprüft. War eigentlich alles im Lot - dachte ich. Bis ich dann das Deck aufbringen wollte:



      Hinten angesetzt, passt das ca. bis 2/3 der Decklänge exakt, nur vorne scheint es einen Knick zu geben. CSI Modellbau hat dann mittels hochtechnisiertem Vermessungsgerät den Casus Knacksus ermittelt. Da:



      Ob das nun durch vielen Einzelsegmente der KWL Spanten kam oder durch durch die notwendige Kürzung, da an einem Punkt ein KWL Element gekürzt werden muss, sei mal dahin gestellt.

      Auf alle Fälle wurde ein "Knick" im Mittelspant erkannt, der dann mit der von Klueni bereits erwähnten, altbewährten Kettensägemethode behoben wurde. Also ein höchst sensibler, aufs 1000stel mm exakter chirurgischer Eingriff, mit dem alle Längsspanten beidseitig durchtrennt wurden, wobei auf einer Seite etwas Luft geschaffen wurde, damit der Mittelspant in diese Richtung gerichtet werden kann. Das ganze ohne Narkose. Augen zu und durch.



      Danach dann der Mittelspant gerade ausgerichtet, Deck drauf zur Kontrolle und die Schnittwunde sachgerecht zugenäht.



      Danach durfte der Patient erstmal durchtrocknen, bevor dann der letzte Akt folgte - Deck aufbringen.



      Das hat doch nun länger gedauert, als gedacht, aber am Ende ist alles Gut. Alle Öffnungen im Deck liegen exakt über den vorgesehenen Aussparungen in den Spanten. Bug und Heck schließen bündig ab, womit das Ziel der Korrektur erreicht wurde.

      An dieser Stelle gibt es hier eine Pause von 2 Wochen. (Ortswechsel)

      Gruß,
      Stephan
    • Ganz untätig war ich nicht, aber viel ist auch nicht passiert. Die Spanten etwas angeschliffen und dann die Teile für die Bordwand rausgesucht. Das sind doch eine ganze Menge und eine Herausforderung:



      Zur Probe schon mal was angelegt, ich denke mit dem teil wird es denn auch losgehen, da hier ein klarer Anlegepunkt definiert ist.



      Das provisorischen Anlegen aller Teile scheint eine gute Passung zu versprechen.

      Gruß,
      Stephan
    • Stephan schrieb:



      Um die Querspanten im Längsspant einfach auszurichten, hab ich "Nuten" angeklebt. Dazu eine Führungsschiene in den Schlitz und dann dann einen Begrenzer angeklebt. Der Zweck ist ganz einfach: so sind die offnen Enden "gefangen" an der richtigen Position und das einschieben und verkleben erfolgt in einem Rutsch, ohne das ich ständig kontrollieren muß, ob alles richtig sitzt.
      Hoi Stephan,
      liest sich im Moment erstmal als riesen Aufwand. Aber bei genauer Betrachtung relativiert sich dieser Mehraufwand ganz schnell. Alleine schon über den einfacheren Zusammenbau mit der vorgegebenen positionierung der Spanten auf die ganze Höhe.
      Dann gutes Gelingen...

      Gruss Uwe
      Manche sehen Bäume dicht an dicht, andere Zwischenräume und das Licht.