Papegojan, Pinassschiff von 1623, Shipyard, 1:96

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    • Papegojan, Pinassschiff von 1623, Shipyard, 1:96

      Ich habe mich entschieden, meinen alten Baubericht der Papegojan hier komplett einzustellen. Der Bericht war bisher nur in einem anderen Forum zu sehen, welches es aber schon seit längerer Zeit nicht mehr gibt. Ich war heute selbst erstaunt, beim Festplattenaufräumen diese Worddatei zu finden... frech 1 Da dieses Modell mein erstes Shipyard-Projekt war und unmittelbar vor meiner Mercury, an der ich aktuell noch baue, fertiggestellt wurde, möchte ich euch gern zeigen, wie das schmucke Schiffchen entstand - und was dabei alles schief gegangen ist und warum. verlegen1 Und ich hoffe, dass es anderen Pappkameraden und -kameradinnen an der einen oder Stelle hilft, die selben Fehler wie ich sie gemacht habe zu vermeiden.

      Also, starten wir die Zeitreise in das Jahr 2012:


      Das Original

      Die Papegojan - das ist schwedisch und heißt Papagei - wurde in Holland gebaut, von den Schweden gekauft. Sie war 1627 an der Seeblockade Danzigs beteiligt und nahm dann als kleinstes schwedisches Schiff an der Oliva-Schlacht teil.
      Originalmaße: Deckslänge: 26,25m; Breite: 6,53m; Tonnage: 90 Last; Gesamtlänge: 35m
      Bewaffnet war sie mit 16 Geschützen (14 Dreipfünder und zwei Fünfpfünder) sowie zwei Steinschleudern.

      Das Modell

      Die Papegojan war mein erstes Shipyard-Modell. Ich begann mit dem Bau am 16. September 2012.
      Ich hatte mir zu dem Bausatz alles, was es an Zubehör gibt, mitbestellt, also Masten und Rahen aus Holz, Spanten und andere Teile in Lasercut, Blöcke und Jungfern sowie ein Satz Segel.
      Aber auch wenn jede Menge Teile auf den Lasercut-Bögen sind - es gibt noch reichlich von Hand auszuschneiden.


      Alle Bögen, egal ob Lasercut oder "normal" sind von feiner Qualität. Die Stoffsegel haben aufgedruckte Nähte, leider aber nur auf einer Seite. Doch darum mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist.


      Viel Spaß versprechen die Blöcke und Jungfern. In den 15 Tütchen verbergen sich Einzelteile für insgesamt 388 Blöcke/Jungfern. Der 7-Scheiben-Block ist hier noch echt aus 7 Scheiben hergestellt - ist das Wahnsinn!



      Die sog. Kurzbauanleitung ist ein Witz, hier finden sich nur allgemeine Hinweise, und es ist teilweise recht lustig übersetzt. So braucht man beispielsweise Garn und Spagat. Aber die Fotos zum Bau sind gut und verständlich.


      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1 (Sommer 2017 ist Geschichte - der Baubericht geht weiter.)
    • Dann lag der erste Bogen vor mir, aus dem ich gleich mein erstes Teil herauslösen würde:


      Es ging recht zügig voran, und nachdem die Lasercut-Bögen schon deutliche Spuren einer massiven Plünderung zeigten:


      sah das Ergebnis schon richtig nach Schiff aus:


      Dann wurden weitere Teile am Bug angebracht, und - tra-raa! auch das erste bedruckte Teil aufgeklebt:


      Fazit des ersten Abends mit dem schmucken Schwedenschiffchen: Das macht riesigen Spaß! Die Lasercut-Teile lassen sich prima auslösen, wobei ich die dezenten Haltepunkte dennoch vorher mit einer scharfen Klinge löse und anschließend diese Stellen noch extra glatt schneide. Ich bin fasziniert von der bisher hohen Passgenauigkeit aller Teile. Schön ist, dass ich jetzt eine Woche Urlaub habe. Da außer ein paar Tagesausflügen kein Wegfahren geplant ist, verbleiben mir die Abende, um mich in aller Ruhe meinem neuen Projekt zu widmen.


      Im Bau: HMS Mercury
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    • Wer nun glaubte, es geht in dem flotten Tempo von gestern weiter, kennt die Tücken des Modellbaus nicht. Aber die kennt hier ja jeder, gelle? Also, heute galt es erst einmal, Versäumnisse von gestern nachzuholen: An mehrere Spanten mussten noch Stützleisten für spätere Teile angebracht werden, und ein wenig Kleinkram hielt auch auf. Dann aber wappnete ich mich für die Erstbeplankung. Die verläuft ja bei einem Kartonmodell etwas unorthodox von oben nach unten, was gewöhnungsbedürftig aussieht, aber hoffentlich genau den Effekt bringt, den ich mir erhoffe, nämlich eine glatte beulen- und kantenfreie Zweitbeplankung. Und da ja nun doch mindestens zwei Drittel aller Teile nicht als Lasercut zur Verfügung stehen, durfte wieder zur Schere gegriffen werden. Übrigens auch für gelaserte Teile, denn, merke: Bedruckte Teile sind hier prinzipiell nicht auf den Laserbögen. Also der Untergrund schon, wie hier im Beispiel zu sehen, aber dann ist wieder die Handarbeit gefragt:


      Eingebaut sieht man es hier:


      So, nun aber an die Beplankung! Hier schneiden, da kleben - der Anfang sieht vielversprechend aus:


      Zum Glück bemerkte ich, dass ich ja noch diverse Decks einbauen muss, bevor ich weiter beplanke, aber dann ging es flott voran. Die Heckpartie wurde auch vervollständigt, und bei der Hälfte der Beplankung habe ich dann für heute Feierabend eingeläutet.


      Im Bau: HMS Mercury
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    • Zugegeben, es sieht ein wenig... nun ja, holperig aus, also diese komischen "Querplanken", aber wenn erst diese Bögen hier ausgeschnitten und angebracht sind, dürfte der Zufriedenheitsgrad steigen.


      So, der Rumpf ist dicht, und jetzt lasse ich es erstmal schön austrocknen.


      Heute sind mir erste kleine Schwächen des Bausatzes aufgefallen: Nicht wenige Teile müssen mit Karton aufgedoppelt werden, Teilweise mit 1,0 mm Stärke, das meiste mit 0,5 mm. Wenn man nun schon die Teile nicht von vornherein auf Karton der erforderlichen Stärke druckt (ich werde nie verstehen, warum das nicht generell gemacht wird) könnten ja wenigstens alle auf 0,5 aufzupimpenden Teile auf einem Bogen sein, damit man den kompletten Bogen auf einen gleichgroßen Kartonbogen kleistern kann. (Das ist bei den Schreiberbögen übrigens exzellent gelöst!) Aber hier ist alles durcheinander, das ist mühsam. Materialsparend wie ich bin habe ich die Freiflächen auf den Lasercut-Bögen genutzt, um diverse Teile zu verstärken. Wenigstens diese Bögen sind stets in der erforderlichen Stärke.


      Ich werde aber wohl morgen losfahren müssen und mir noch ordentlichen Karton kaufen, denn das Platzangebot ist nicht ausreichend.
      Was mir auch fehlt, ist eine Liste mit den Nummern all der Teile, die sich in den Zusatzpacks befinden. Das kostet enorm viel Zeit, jedes Mal erst auf den drei Lasercut-Bögen zu schauen, ob ein benötigtes Teil dort vorhanden ist. Lediglich bei den bedruckten Teilen kann man sich sicher sein, dass man das dort nicht findet. Aber das soll kein Jammern sein - nur muss Kritik ja auch mal ausgesprochen werden.
      Fest steht, dass ich jetzt in Bereiche komme, bei denen man dreimal mehr auf die Bilderbauanleitung schauen muss, um nix zu vergessen und nichts zu übersehen, zum Beispiel eben das Aufdoppeln von Teilen. Dann muss ich auch dringend anfangen, mir um das Thema "Kantenfärben" Gedanken zu machen. Bisher habe ich ja Revellfarben genommen, war aber damit zuletzt gar nicht mehr zufrieden, weil eben auch die Ansprüche an die Qualität steigen.


      Im Bau: HMS Mercury
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    • Heute war ich erst einmal Beute machen - feinen Bristolkarton in zwei verschiedenen Stärken. Auch Grundierung und Feinspachtel habe ich gekauft - aber dazu gibt es heute noch keine Bilder, alles zu seiner Zeit.
      Da ich mir nicht sicher war, wie lange Feinspachtel braucht zum Aushärten, bin ich auf Nummer sicher gegangen und habe den Rumpf heute gar nicht mehr angefasst. Stattdessen habe ich diverse vorbereitende Arbeiten erledigt. Da waren die gestern aufgedoppelten Teile auszuschneiden und teilweise zusammenzusetzen; überhaupt waren heute Schere und diverse Messer sowie Kamerad Weißleim pausenlos im Einsatz. Sieht am Ende nicht nach viel aus, ist aber sehr zeitaufwändig, und es soll ja schmuck aussehen, also geht Gründlichkeit vor Schnelligkeit. Einige Decks haben schon die Wasserläufe, die Bordwand-Innenverkleidungen warten schon auf die Kanonen, und etliche weitere Teile wurden auf dem heute frisch gekauften Bristolkarton aufgeklebt, um sie dann morgen auch auszuschneiden.
      Das Ergebnis meines heutigen Werfttages sieht im Wesentlichen so aus:


      Aber ein kleines Extra habe ich noch gefertigt. Also zwei. Bevor der Rumpf verschlossen wird, müssen vorher zwei Lafetten eingesetzt werden, auf die man dann später von außen die Rohre legen kann. Eine gute Übung also, denn von den Teilen sieht man später nicht wirklich was. Und hier trat ein weiterer Nachteil des Bogens zu Tage. Es gibt bei den Lasercut-Teilen einen Bogen mit einer Stärke von 1mm, der ist aus Finnpappe. Für die Spanten und andere größere Teile des Spantengerüstes kein Problem. Nun aber die Einzelteile der Lafetten! Die für eine Lafette erforderlichen Teile sieht man hier:


      Das Problem ist bei diesen winzigen Teilen, dass sie sich sehr schnell längs auftrennen - Finnpappe ist nichts weiterer als besserer Bierdeckelkarton. Jedes Teil ist im Lasercut-Bogen mit zwei Punkten fixiert - wenn man die vorher nicht exakt durchtrennt und aus Versehen noch zwei Fasern stehenlässt vor dem Herauslösen, hat man die Bescherung. Und die Nahaufnahme, dann noch mit Blitz, zeigt gnadenlos, was für ein Fusselzeug das ist - das bekommt man auch mit einem Anstrich nicht hin. Das macht mich nicht wirklich froh - ich denke, ich werde mal die "normalen" Teile ausschneiden und daraus eine Lafette zusammensetzen, mal schauen, wie mir das gefällt. (Kommentar 14.11.15: Heute weiß ich, dass man solche Teile vor dem Herauslösen mit Sekundenleim tränkt, das macht sie hart.)




      Die gekauften Acrylfarben sind auch noch nicht das, was mir vorschwebt - die Farben sahen im Laden irgendwie anders aus, da muss ich wohl noch mal hin und eine neue Auswahl treffen. (Kommentar 14.11.15: Es waren Farben von Schmincke. Die sind schon gut, aber für manche Stellen nehme ich viel lieber die von Valejo, wie ich später festgestellt habe)
      Aber dennoch, es geht voran, und ich bin frohen Mutes!

      Kurzer Zwischenstand heute: Einmal mehr stelle ich fest, dass der Erfinder der Lochzange einen Nobelpreis verdient hätte! Hier zum Beispiel war sie mir eine große Hilfe beim Ausschneiden der kleinen Fenster - freihändig im Bogen dicken Karton schneiden ist nun mal nicht unbedingt das, was am leichtesten fällt:


      Und dieses Teil habe ich dann insgesamt zusammengebaut:



      Was ganz und gar zauberhaft ist, ist die Möglichkeit, dieses Schott noch aufzupimpen, indem man die Wände klinkert. Das macht enorm was her, finde ich!



      Und hier kommt es später hin:


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    • So, und dann wieder zurück zum Rumpf. Da die Papegojan ja nur zwei Plankenschichten bekommt, habe ich den Spachtel bereits nach der ersten - senkrechten - Schicht zum Einsatz gebracht.. Für mich eine von vielen Premieren im Modellbau, ich habe absolut null Erfahrung mit Spachteln. Und das sieht man - so sah es gestern nach meinem etwas unorthodoxen ersten Spachteleinsatz aus:


      Vorhin habe ich den Balkon vollgestaubt und mit 400er Schleifpapier das meiste wieder runtergeholt, und jetzt schaue ich sehr optimistisch auf die - aber erst später - anzubringende Zweitbeplankung.


      Zum heutigen Werfttag: Der war dann am späten Nachmittag auch bald vorbei. Ich habe noch ein weiteres Schott aufgearbeitet und dabei festgestellt, dass es ja auch noch Teile gibt, um die Mittelfront in gleicher Klinker-Optik zu gestalten. Die mussten aber erstmal auf Karton gezogen werden, und weiter ging es dann nicht mehr, da heute mein Töchterchen ihren 25. Geburtstag genutzt hat, mich aus dem Marinezimmer direkt ins La Campagnola (mein Lieblingsitaliener in Dresden!) zu schleifen! Und wer kann da schon Nein sagen...
      Aber morgen ist der letzte Urlaubstag, und da nix weiter auf dem Programm steht (ist eben mal so eine Urlaubs-Faulenzerwoche...), steht wieder die Werft auf dem Programm.

      Auf jeden Fall bin ich echt begeistert von diesen Lamellen - hier mal noch der Vergleich mit einer glatten Front. (Die wird im Innenbereich verbaut; man wird davon so gut wie nix sehen, nur wenn man am Geschützrohr vorbei in die Kammer lugt oder durch eine offen stehende Tür, sofern ich die offenlasse...)


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    • Ein langer - nein, ein sehr langer Werfttag ging vorhin zu Ende. Und gemessen an dem, was ich alles geschafft habe, gibt es gar nicht so viele Bilder. Aber die vielen Kleinigkeiten nehmen eben viel Zeit in Anspruch, und Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Da wurden die Schotts fertig geklinkert, Decks eingebaut, Lafetten gefertigt, verschiedene Teile ausgeschnitten und vorbereitet zum großen Zusammenbau-Event.
      Also, zum Beispiel habe ich mir wegen den Schotts überlegt, dass die kleinen Fensterchen (die auch noch winzige Rahmen haben, welche sich besonders gut ausschneiden lassen...) ja nicht einfach so ohne irgendwas (außer dem Rahmen...) bleiben können. Erst habe ich ein wenig mit Fliegengitter geprobt, aber das gefiel mir nicht, war mir zu viel für die kleinen Fenster. Schließlich habe ich mich für ein ganz einfaches Fensterkreuz entschieden, welches ich einfach mit dünnem Takelgarn gefertigt habe, dann klare Folie drüber und fertig war es.
      Blöderweise hab ich zwar das vorher-Bild, aber keins nachher. Glaubt mir einfach, dass man es bei ganz genauem Hingucken sogar sieht.


      Ja, irgendwann hatte ich jede Menge Teile zu liegen, die nur darauf warteten, mit dem Rumpf verbunden zu werden, und los ging es.


      Der Weißleim floss in Strömen! Es galt einige wichtige Dinge zu beachten, vor allem musste ich daran denken, dass insgesamt 6 Geschützlafetten vor dem Schließen einzelner Decks eingebaut sein müssen! Die Rohre kann man später von außen reinbauen, das ist kein Problem.


      Schließlich war alles soweit klar, dass die Bordwände angebracht werden konnten. Spannung bis ins Unermessliche - würden alle Geschützpforten passen und auch ansonsten keine größeren Störungen auftreten? Aber der Bausatz ist klasse, und ich habe offenbar auch gründlich gearbeitet, denn die Teile passten perfekt!


      Ha, und auf diesem Bild hier sieht man sogar meine Fensterkreuze! tanz 2


      Wenn jetzt jemand über den Spant stolpert, der in der vorderen Geschützpforte zu sehen ist: Da war ich auch so ungefähr 20 Minuten verzweifelt. Aber ein intensiver Blick in die Bauanleitung zeigte mir, dass diese Luke geschlossen ist, also Entwarnung, das muss so sein!

      So, und dann noch der Ausblick auf die kommenden Schritte: Die Zweitbeplankung! Ich habe schon mal eine Trockenübung gemacht und bin begeistert - auch das scheint alles zu stimmen!


      Fazit: Meine Begeisterung über dieses Modell bleibt auf hohem Niveau. Das wird auch nicht dadurch geschmälert, dass man sich manchmal in der Bauanleitung einen Wolf sucht nach einem bestimmten Teil, von dem man einfach wissen möchte, wo es hin soll! Und nicht immer findet man es. Aber irgendwann kommt man von selbst darauf, also ist alles gut. grins 1


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    • 14.11.2015: Hier mal ein kurzer Stopp: Wenige Wochen nach dem Beginn der Papegojan sah ich bei Shipyard, dass es da eine passende Werft gibt für mein Schiff! Die musste ich einfach haben - also wurde sie sofort bestellt und dann auch gleich gebaut. Das Praktische daran war, dass ich nun einen wunderbaren Platz hatte, an dem ich mein Modell am Ende eines Werftabends abstellen konnte. Die Werft stelle ich in einem separaten Thread demnächst auch vor.
      Und jetzt geht es hier weiter im Jahr 2012:


      Die Zweitbeplankung muss noch etwas warten, ich werde erst einmal so viel wie möglich anderes machen, (also Decksaufbauten, innere Relingstützen und all so Sachen) denn die Bordwände werden durch andauerndes Anfassen und Halten auch nicht besser. In einem Kartonbauforum habe ich gelesen, dass jemand sein Modell, also die Decks und Beplankung und so, zwischendrin mal farblos mit mattem Lack gestrichen hat. Ich halte das für eine gute Idee, denn grad bei dem Werkstoff ist es stets problematisch, wenn man mal mit Kleister oder Farbe kleckert, das dann wieder spuren- und schadensfrei abzuwischen. Da werde ich mich nächste Woche mal in dem von einer guten Freundin empfohlenen Berliner Laden beraten lassen - ich brauche sowieso unbedingt weitere Farben.
      Jetzt, da die Werft arbeitsfähig ist, geht es hier endlich weiter! Zwar habe ich heute nicht mehr viel geschafft, aber nun ist auch das letzte Deck angebracht, kleinere Seitenverkleidungen innen sind dran, Ränder und Öffnungen haben den Pinsel zu spüren bekommen, und das Heck gewinnt auch langsam an Konturen.
      Demnächst gibt es dann hier wieder mehr zu sehen.


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    • Egal ob Holz, Karton oder was auch immer - bei jedem Modell gibt es so Teile, die wollen und wollen einfach nicht aufhören.
      Aber ebenso tapfer wie geduldig steht man das durch. Bei mir sind es grad diese Teile hier - zwei sind auf dem Bild bereits angebracht:


      Am Kartonmodell heißt das Streifchen ausschneiden, Kanten färben, trocknen lassen, dann sauber ankleben. Querstreben der Stückpfortenumrandung nicht vergessen!
      Aber die Steuerbordseite ist fertig, jetzt habe ich mit der anderen Seite begonnen. Und weil für einen kurzen Moment die Lust nachließ, langweile ich euch eben mit diesem kleinen Stückchen Baubericht.


      Aber nun geht es gleich weiter... Kleines Update zum heutigen (also gestrigen) Werftschluss: Nun sind alle Leisten am Innern der Bordwand angebracht, und ich hab auch schon die erste Ladeluke mit Grätings geschlossen.



      Nachdem der Rumpf ja recht flink zusammengebaut war, geht es logischerweise jetzt viel langsamer voran. Da freut man sich schon über kleine Fortschritte.
      Aber man will ja auch möglichst lange Spaß am Bauen haben; insofern soll das in keiner Weise als Nörgelei verstanden werden.

      Ich habe vorhin in meiner Funduskiste gekramt und dabei 15mm-Kanonenrohre von Krick gefunden. Da ja am Kai der Werft u.a. auch drei Lafetten stehen, habe ich mal probeweise eins der Rohre da draufgesetzt. Hmm, so richtig gefällt mir das noch nicht. Aber eins weiß ich genau: Ich bin kein Kartonpurist (mehr), deshalb werde ich die Rohre auf keinen Fall aus Karton bauen und schon gar nicht mit den Teilen aus dem Bausatz, denn die überzeugen mich überhaupt nicht. Aber die Krick-Rohre sind kürzer als die aus dem Bausatz es wären.Hmm, mal sehen, was ich da mache...


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    • wut1 Mann oh Mann, was hab ich denn da gestern für einen Mist gemacht! Ich könnte es mir ja leicht machen und es auf die an der Stelle sehr schlechte Bauanleitung schieben. Aber so einfach mache ich es mir eben nicht. Ein Blick in den Mondfeld zum Beispiel oder in die selbst geschossenen Bilder von der BATAVIA, und zwar vorher, hätten mich ja aufklären können.
      Also, die Luken haben ein Süll, und selbiges gehört eben nicht plan ins Deck eingelassen. Es gibt zwar auch Ladeluken, die plan mit dem Deck laufen, aber die sind eben ohne Süll. Hier aber ist eindeutig ein Süll vorgesehen, also muss es als solches erkennbar sein. Also habe ich zur Abwechslung auch mal was abgerissen. Besser gesagt, mit einem scharfen neuen Messer sauber rausgeschnitten.


      Das wird jetzt penibel aufgehübscht und dann wieder eingesetzt, allerdings diesmal richtig. Ein Glück nur, dass ich gestern spät abends auf meine innere Stimme gehört habe, die mich davor bewahrt hat, auch die anderen Luken - ebenso falsch - zu schließen... So, fertsch, wie der Sachse sagt:

      Die anderen Luken wurden alle doppelt aufgedoppelt, um ordentliche Sülls hinzubekommen. Außerdem kann man jetzt bei Bedarf die Türen schließen, wenn es zieht oder so. frech 1
      frech 1


      Und die Außenbeplankung muss noch immer warten...


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    • Alte Hasen werden nur müde lächeln, aber ich bin heute stolz wie Oscar! Ich habe mein erstes Geschütz getakelt. Ok, erst mal nur das Brooktau, aber immerhin.

      Ich hatte mir überlegt, so viel wie möglich an Deck fertig zu stellen, bevor ich mit der Anbringung der Zweitbeplankung beginne. Zur Erinnerung: Ich baue ein Kartonmodell; da nimmt die Beplankung schneller krumm, wenn man allzu oft mit leicht feuchten und/oder Leim/Farbe-beschmierten Fingern dranpatscht. Irgendwann kam mir die Idee, die Kanonen, also zumindest die Lafetten, auch schon anzubringen, und zwar so, dass ich die Bordwand durchbohre, durch die Löcher die Enden der Brooktaue ziehe, das Ende verknote, ins Bohrloch zurückstopfe und dann verleime. Also nahm ich eine der schon gebauten Lafetten von der Werft, spannte sie seeehr vorsichtig in meinen kleinen Schraubstock und bohrte mich quer durch durch die Seitenwangen. Nun Takelgarn, 0,75mm dick, durchgefädelt.


      Dann aber fielen mir die kleinen Augbolzen in die Finger - die, die für die Lukendeckel zu groß sind. Für die Geschütze passen sie, finde ich, und schon habe ich richtige Brooktauzurringe! Also dünne Löcher in die Bordwand und die vorher vorbereiteten Enden der Augbolzen durchgesteckt. Später werden die Bolzen mit einem Tröpfchen Sekundenleim in der Bordwand verankert und die außen vorstehenden Enden sauber abgeschnitten. Aber zuerst baue ich alle Kanonen fertig nach diesem Prinzip und setze sie dann kurz vor dem Anbringen der äußeren Beplankung ein, damit ich bis dahin noch Platz zum Arbeiten habe und die winzigen Lafetten keinen Schaden nehmen.
      Immerhin, nun ist mein Schiff nicht mehr wehrlos!


      Edit: Eine kleine Trockenübung an Bord hat mir gezeigt, dass das Brooktau noch zu lang ist. Der Rückstoß wurde das Geschütz bis weit auf die Ladeluke treiben - das werde ich also beachten müssen, wenn ich die restlichen Geschütze baue. Und mein Prototyp wird natürlich auch entsprechend abgeändert.
      Da ich heute Abend nichts Neues mehr anfangen wollte, habe ich mir mal im Vorgriff auf den Takelwahn, der mich ja irgendwann erwartet, die Blöcke und Jungfern genau betrachtet. In meinem Eröffnungsposting hatte ich ja bereits die Tütchen gezeigt und die Zahl 388 erwähnt. Seit eben sind es nun nur noch 387 Teile, die ich da anfertigen muss.
      Die kleinsten Blöcke sind sog. Einfachblöcke 2mm. So schaut das im Urzustand aus:


      Also klebt man an ein Mittelteil von beiden Seiten je ein Deckteil und hat schon die ersten 10 Blöcke. Aufpassen muss man dabei, dass man den Leim sehr gründlich und auf keinen Fall in die Zwischenräume der Teile des Mittelteils aufträgt, denn ansonsten funktionieren sie später nicht.


      Nun schon mal einfärben, trocknen lassen, und probeweise den ersten Block rausschneiden:


      So weit, so gut - aber wird er auch seine Arbeit machen? Ich fädele ein Ende Takelgarn 0,30 mm durch - und es geht!


      Tröstend, dass es auch größere Blöcke gibt - die Riesen sind die Toppnantenblöcke mit 6,5 mm.


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    • Hier geht es auch wieder ein bissel weiter: Die Ausbeute eines langen Abends sieht auf den ersten Blick kärglich aus, aber der Kleinkram hält eben auf.
      Allein so eine Treppe kostet enorm Zeit, wie man hier sehen kann:


      Die zwei Pumpen bestehen auch aus je 10 Teilen, einige lasercutmäßig, andere zum Ausschneiden. Das war auch wieder ein lustiges Gefriemele.
      Aber so auf Deck sehen sie jetzt richtig schmuck aus:


      Tja, hier noch mal die gesammelte Ausbeute des heutigen Abends:


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    • Anmalen vs. bedruckte Bauteile - diese Entscheidung muss ich öfters fällen, da ja einige Teile auch auf den Lasercut-Bögen sind, dort aber eben nicht bedruckt. Ich entscheide mich nahezu immer für die Laserteile, die Passgenauigkeit ist exzellent, und meine Acrylfarben überzeugen mich dann auch.
      Heute nun ein Bauteil, bei dem beide Varianten kombinierbar sind. Es geht um einen Fallenknecht. Das Innenleben ist gelasert, die Außenbekleidung kann man auch bedruckt bekommen - dann eben von Hand ausgeschnitten. Aber dann sind immer noch Kanten zu färben - also habe ich mich dafür entschieden, die Verkleidung wegzulassen, zumal die beiden Frontteile bzw. speziell die Schlitze nicht wirklich sauber auszuschneiden gingen. Die Bilder zeigen das deutlich:


      Also mir gefällt er so, und ich glaube, auch im richtigen Leben wurden solche Knechte teilweise auch aus mehreren "Scheiben" hergestellt. Ich hab ihn schon mal an seinen Platz gestellt, aber auch noch nicht verklebt.


      Was braucht man, um Kettenkugeln zu verschießen? Ganz klar, eine Kanonenkette!


      Meine Lafetten habe ich bis auf die Räder und die Beschläge fertig, und zum Takeln der Brooktaue habe ich heute die große Bohrorgie veranstaltet. Dann ein Takelgarnende mit Leim steif gemacht und alle Lafetten zur späteren Verarbeitung aufgefädelt. So geht nichts verloren.

      Und dann hatte ich Lust, mich schon mal mit dem Schiffsschnabel zu befassen. Dazu mussten 6 der Laserteile passgenau und in der richtigen Reihenfolge aneinander geklebt werden. Keine riesige Herausforderung; aber wenn ich das Teil an seinen späteren Platz halte, kommt große Vorfreude auf! Und das soll ja hier vor allem Spaß machen, gelle?


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    • Manche Teile sind echt Wahnsinn - wie diese Zierleisten hier für die Heckpartie. Das sind echt nur Striche. Und die wollen ausgeschnitten sein, angemalt und sauber verklebt werden. Hier erübrigt sich der Versuch, "nur" die Kanten zu färben - da geht der Pinsel großzügig über das gesamte Teil.


      Die Heckpartie ist jetzt zwar noch nicht fertig, aber auf jeden Fall vollständig verkleidet. Witzig ist, dass Shipyard hier offenbar ein Teil vergessen hat oder aber zumindest nicht bedruckt hat. Das Teil mit der Öffnung für das Ruder war weiß, und auch nach heftigem Suchen in Bauanleitung und Teilebögen fand ich nichts, was darauf hinweist, dass da noch irgendwas drauf gehört. Also bleibt nur der Pinsel.


      Aber das Heck sieht jetzt schon nach Schiff aus - später kommen da noch diverse Verzierungen und ein schönes Heckspiegelbild dran. (Ein Teil des Ruders ist auch schon fertig; man sieht es auf dem letzten Bild unten rechts.)

      Und wegen der ausgleichenden Gerechtigkeit habe ich dem Bug auch eine kleine Aufhübschung gegönnt. Schön hier wieder die Klinkertechnik, das macht echt was her.


      Jetzt ruht der Werftbetrieb leider wieder bis zum Wochenende. Dann geht es aber hoffentlich mit den Geschützen richtig vorwärts, so dass ich dann endlich die Zweitbeplankung anbringen kann.

      Ein letzter Blick zur Werft:


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    • Was ich fast vergessen hätte:

      Die Bauberichte sind ja auch dazu da, anderen bauwilligen Kameraden ein paar Tipps und Ratschläge mitzugeben. Also, was ich bei den "Strichen" noch anmerken wollte: Gerade bei diesen Teilen merkt man, wie wichtig es ist, eine gewisse Ordnung zu halten. Das heißt speziell, beim Ausschneiden solcher Teile - bei mir im Prinzip bei allen Teilen - sofort jedes Kartonstück, auf dem kein Teil mehr ist, in den Papierkorb zu schnipsen. Aber vorher beide Seiten begucken - bei diesem Maßstab extrem wichtig! Ich hab auch schon meinen Papierkorb auf's Laminat gekippt, weil ich ein Teil gesucht habe, dass ich da im Überschwang der Begeisterung "deponiert" habe.
      Und lässt man die Reste auf der Schneidematte, sucht man sich u.U. auch einen Wolf, denn meine "Striche" da oben sind meist die kleinsten Papierteile, die dann rumliegen, und durch das Schneiden so verdreht, dass man sie gar nicht als Bauteil erkennt.

      Das klingt jetzt vielleicht banal - kann aber darüber entscheiden, ob ein Modell vollständig ist oder nicht.


      Edit vom 15.11.2015: Das weiß hier sicher jede und jeder - aber der Bericht stand in einem Forum, in dem Modellbau eins von mehreren Themen zum großen Oberthema "Age of Sail" war - und ich war unter den Modellbauern der einzige Pappkamerad. frech 1


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    • Fleißarbeit war angesagt: Die Lafetten mussten noch fertig gebaut werden; es fehlten noch Beschläge und die Räder. Diese Beschläge: Man soll sie hier ausschneiden, die kleinen schwarzen Striche sind es. Das war mir aber zu blöd, also habe ich mir einen langen Streifen in der richtigen Breite abgeschnitten, den schwarz gefärbt und mir dann davon meine Beschläge abgeschnitten.


      Dann wurden die Broktaue der Lafetten an den Augbolzen befestigt und diese dann durch die ja bereits vorgebohrten Löcher in der Bordwand gesteckt. Ein Tropfen Sekundenkleber an jedem Loch sorgte für die nötige Festigkeit. Die Lafetten selbst habe ich noch nicht befestigt; das hat Zeit, und so wie es jetzt ist, hat man noch mehr Bewegungsfreiheit an Deck.


      Nachdem die überstehenden Enden der Augbolzen abgeknipst waren, konnte ich endlich beginnen, die Zweitbeplankung anzubringen. Mehrere Trockenproben gingen dem ersten ernsten Klebevorgang voraus, hier und da wurde noch ein wenig am Rumpf herumgeschnitzt, damit auch alles passt. Aber dann - großes Bangen, ob denn auch wirklich alles passt. Und es passte!


      Die ersten beiden großen Teile sind dran. Ich schneide mir jetzt jedes Teil einzeln aus, nicht alle auf Vorrat. Nach dem Ausschneiden kommt dann eine Schicht farbloser Mattlack drauf, um die Oberfläche zu schützen. Dann wird geprobt, und wenn die Trockenübung gut aussieht, wird Ernst gemacht. Die nächsten Bilder kommen erst dann, wenn der Rumpf rundrum zu ist, ich will jetzt nicht mit jedem einzelnen Stück langweilen. frech 1


      Im Bau: HMS Mercury
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    • Ich hatte heute noch Lust auf was Schönes - also habe ich mich mit dem Schiffsschnabel beschäftigt. Die Galionsfigur ist zum Glück auch ein Lasercut-Teil, und ich habe mir beim Anmalen besonders Mühe gegeben. Und schon mal angehalten freut man sich auf den Tag, an dem die Galion fertig ist.

      So, hier die Bilder - sind ja jetzt keine vom Rumpf bekleben, also...


      Aber ich will noch folgendes vom vorigen Wochenende nachtragen - im Sinne von Erfahrungen mit anderen teilen: Die Teile der Zweitbeplankung sind ja mehrere mehr oder minder breite Streifen, die von Hand ausgeschnitten werden müssen. Dass das dann dazu führt, dass es zwischen den einzelnen Teilen zwangsläufig kleinere Spalten geben muss, ist klar. Man schneidet eben nicht so genau wie der Laser, und dann kommt ja noch der zwischengespachtelte Rumpf dazu. Kein Problem, es kommen ja noch Barkhölzer darüber. Was viel mehr Probleme schafft, ist die Tatsache, dass durch die Rumpfform und die ja aufgedoppelten Beplankungsteile nicht immer ein planer Abschluss gegeben ist. Also es kommt vor, dass das angebrachte Teil an der oberen Kante über die untere Kante des davor angebrachten Teils hinaus ragt. Nicht im Sinne von Überlappen, sondern als "Stolperkante". (Ich hoffe, ich konnte das verständlich schildern.) Ich hatte die Befürchtung, dass das auch die schmalen Barkhölzer, die ja auch "nur" sehr schmale aufgedoppelte Kartonstreifen sind, diese Kanten nicht kaschieren werden. Und da bin auf eine ebenso einfache wie äußerst wirkungsvolle Methode gekommen:
      Ich rolle mit dem Griff eines meiner Messer mit sanftem Druck diese Kanten ab, und es hilft - wenn ich jetzt mit dem Finger über die Abschlüsse fahre, spüre ich keine Kanten mehr. Das gibt mir Zuversicht für das spätere Anbringen der Barkhölzer.
      Zur Veranschaulichung dann doch mal zwei Bilder:


      Nur so am Rande der Hinweis auf die obere Partie am Heck - auch hier wieder diese Klinkertechnik (gut zu sehen im ersten Bild), die dem Modell echt "Pepp" gibt.


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    • Die Zweitbeplankung ist geschafft! Das war schon Schwerstarbeit, vor allem gegen Ende. Klar, wie ich bereits geschrieben habe - wenn man alles freihändig ausschneiden muss, ist man eben nicht tausendprozentig genau und die winzigen Fehler nimmt man erstens nicht immer wahr und zweitens auf jeden Fall immer mit. So musste ich dann bei den letzten Teilen ziemlich viel schnippeln und und schnitzen und biegen, damit alles passt.
      Schaut man sich den Rumpf nach dem Anbringen der Beplankung an, fallen einem sofort die deutlich sichtbaren Stöße auf.


      Aber dazu hat ein Schiff ja schließlich Barkhölzer - und schon sieht es viel besser aus:


      Später werde ich das Unterwasserschiff weiß überstreichen und dabei gleich noch kleine Lücken ausgleichen.

      Dann habe ich noch Kiel und Schnabel angebracht, und schon schaut es wieder ein bissel schöner aus.


      Zum Schluss habe ich dann noch die Kranbalken gefertigt; auch hier habe ich nur die Lasercutteile genommen und habe auf die "Verkleidung" verzichtet, wie schon bei dem einen Fallenknecht. Mir gefällt es.


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    • Heute habe ich mich mit einigem Kleinkram beschäftigt, aber das muss ja auch sein. Da war zum Beispiel das Ruder. Das hat jetzt Beschläge bekommen und sieht gleich viel besser aus, und mal so probeweise anhalten zeigt mir, dass das auch passt. Das wird aber erst angebracht, wenn ich das Unterasserschiff gestrichen habe - was ich wohl demnächst in Angriff nehmen werde.


      Dann habe ich die erste Mastbeting gebaut. Die Betinge mit den doppelten Scheibgats links und rechts waren wieder als Lasercut verfügbar. Dennoch auch hier wieder Spaß, denn das Teil, welches benötigt wird, um bspw. Segelschoten durchzuscheren, ist im Durchmesser weniger als ein Millimeter. Also Luft anhalten beim Zusammenbau.


      Die "Geduld" - also die Nagelbank dazwischen (steht so im Mondfeld) besteht aus mehreren auszuschneidenden Teilen. Als das Ding endlich fertig war, war ich damit nur mäßig zufrieden, ehe ich dann auf einem der Lasercutbögen das selbe Teil nochmal fand...
      Feine Sache das, die Löcher für die Belegnägel waren vorgestanzt, wenn auch nicht durchgehend. Aber nachdem ich das Teil mit Sekundenleim getränkt und austrocknen lassen hatte, konnte ich wunderbar von Hand mit einem feinem Boher meine Löcher bohren. Es fehlt noch die Farbe, aber - was man auf dem Bild nicht so richtig sieht - es sieht um einiges besser aus.


      Dann habe ich mich heute mit den Teilen der Galion beschäftigt. Preisfrage: Aus wieviel Einzelteilen bestehen in Summe diese vier Teile?


      Antwort: 36. Wobei die Galionsgräting ein Teil ist und die obere Galionsregel, also das V-förmige Teil, auch eins.

      Wohl wissend, dass noch einige Teile fehlen - Schloiknie, weitere Galionsspanten - habe ich es mir nicht nehmen lassen, schon mal eine kleine kleberfreie "Anprobe" zu machen, sozusagen für mich als Belohnung für das heutige Gefriemele. Und ganz ehrlich, wenn ich die Bilder so sehe, kribbelt es schon wieder in den Fingern.


      Und, was fällt am letzten Bild auf? (Und ich meine jetzt nicht meinen deformierten Daumennagel!)*
      @Anpassungsarbeit: Klar, ich habe ja die Teile nur mal so angehalten, die Gräting ist ja mit den beiden Seitenteilen auch noch nicht verklebt. Aber das meinte ich nicht mit dem "was fällt sonst noch auf?".

      Aber mal was anderes: Ich überlege schon lange, wie ich die Belegnägel herstelle. Die fertigen Dinger, die es zu kaufen sind, sind viel zu klobig. Heute nun fielen mir die hier in die Hände - jeder, der schon mal Hemden gekauft und diese zu Hause ausgepackt hat, hat ganz bestimmt über die vielen Nadeln schon öfters herzhaft geflucht. Ich auch - aber ich hebe die immer auf, man weiß ja nie...


      Und heute nun kam mir die Idee, die zu nehmen - im Gegensatz zu normalen Stecknadeln haben die Dinger ja wesentlich kleinere Köpfe. Ich war begeistert von meiner Idee - aber jetzt krieg ich Zweifel - es kommt mir immer noch viel zu dick vor. Was meint ihr?


      *J. hat scharfe Augen und hat den Stückpfortendeckel entdeck(el)t! Ist aber nur die jeweils vorderste Pforte, die geschlossen wurde - das sieht der Bauplan so vor, muss auch sein, siehe vorn, denn dahinter ist ein Spant und kein Platz für ein Kanönchen.

      Und meine Zweifel ließen mir keine Ruhe. So, jetzt guckt mal, ich habe meine Hemdennadeln "veredelt". (Prototyp ganz rechts) Passend zu "unserer" Zeit kam die Nadel unter die Guillotine, Dickkopf ab, und auf den Halsstumpf kam dann der Leim und dann die Farbe.Und schon sieht es besser aus, nicht mehr so dick.


      Ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden und gehe mir jetzt noch ein paar neue Hemden kaufen. grins 1


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    • Dann will ich euch das Endergebnis meiner Belegnagelprobiererei nicht vorenthalten - so würde das denn aussehen am Großmast:


      Wenn ich da so messe und rechne, heißt das, dass das Nagelbrett bei mir in etwa in Höhe Bauchnabel wäre, also eine gute Arbeitshöhe. Die Nägel selbst werde ich wohl noch ein wenig kürzen, denn momentan sind sie mit umgerechnet 80 cm vielleicht doch ein Stück zu lang.


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    • Heute hatte ich echt Panik. Nicht wegen der Belegnägel, das war ja erfreulich. Aber meine Idee, das Unterwasserschiff zu streichen, war wohl doch keine so gute. Das ist eben das Problem beim Kartonbau mit Bausatz: Man sieht die Spalten zwischen den Beplankungsteilen.


      Und wenn man sie dann noch streicht, sieht man sie erst recht - gruselig, gelle?



      Nun war guter Rat teuer. Nicht teuer ist der Feinspachtel, also hab ich den aufgetragen, trocknen lassen und dann vorsichtig geschliffen, um nicht die obere Beplankung zu beschädigen.
      Und mittlerweile, nach dem dritten Anstrich, sieht es so aus:


      Gefällt mir schon viel besser. Und wenn ich mir überlege, dass ich das Schiff ja, wenn es fertig ist, auf jeden Fall in die Werft setze und man so das Unterwasserschiff gar nicht mehr sieht, hätte ich mir die ganze Aktion auch sparen können! happy1 Aber nun ziehe ich das an der anderen Seite auch noch durch, so!


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    • Heute zeige ich mal was anderes - so zwischendurch beschäftige ich mich ja immer mal mit den Blöcken und Jungfern und so, damit ich, wenn es dann ans Takeln geht, vorbereitet bin. Wie das geht mit den Blöcken, habe ich ja schon mal beschrieben. Die 2mm-Einfachblöcke sind ja meine kleinsten, hingegen sind die Dreifach-Kardeelblöcke, 5,5mm, die dicksten Brocken (besteht aus sieben Lagen!!!):



      Also da freut man sich doch schon auf das - in ferner Zukunft liegende - Takeln. grins 1


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    • Heute bekam ich diesen netten Hinweis eines Forumskameraden:

      sorry, mir ist bei deiner Beting etwas aufgefallen. Das Querholz sitzt zu hoch, es muß ein Stück nach unten, so daß der Kopf des Pfostens frei liegt. Daran wurde dann Tauwerk belegt.
      Hoffentlich ist es noch nicht zu spät für Korrekturen.
      An sich war es zu spät, aber zum Glück ließen sich die Teile relativ schadfrei ablösen, und ein wenig Farbe lässt auch die kleinsten Spuren dieser notwendigen Schönheitsreparatur verschwinden. Vielen Dank für den Hinweis - ein nochmaliger gründlicher Blick in die nicht immer klar zu erkennende Bauanleitung hat mir gezeigt, dass auch Shipyard Deiner Meinung ist. (Gibt leider kein Bild davon)


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    • Mir war heute mal wieder nach ein wenig was anderem, also weg von der Reihenfolge, einfach was Bauen, worauf ich grad Lust habe. Und das war heute die große Hecklaterne. Eine Mischung aus Lasercut und Ausschneideteile, und natürlich wieder alles hübsch klein.


      Als dann alles zusammen gebaut war und mit einem ersten Anstrich versehen war, dachte ich mir, dass die Lücken zwischen den Scheiben ja blöd aussehen. Abhilfe schuf hier dünner Kupferdraht, den ich vorsichtig mit Sekundenkleber anbrachte.


      Das Foto zeigt mir, dass ein Teil (die untere Platte) nicht genau genug angebracht ist, also noch mal runter damit und neu verarbeitet. Jetzt noch Goldfarbe drauf, und schon weiß die Laterne zu gefallen!


      Und zum Schluss mal dorthin gehalten, wo sie später mal sein wird:


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    • Heute gibt es zwar einen feinen Baufortschritt zu vermelden, aber leider kaum Bilder vom Weg dahin. Ich war so am Friemeln und Machen und Tun, dass ich die Kamera total vergessen habe. Daher kann ich es kurz machen: Das Galion ist fertig!

      Immerhin gibt es ein "Start-Bild":


      Und so sieht es jetzt aus:


      Ich habe heute noch weiter am Bug gearbeitet, da fehlten noch die Kranbalken, eine Nagelbank sowie die Stufen, um von der Back zu den Abtritten zu kommen, und vor allem wieder zurück. frech 1


      Ansonsten geht es jetzt zunehmend langsamer, da einige zeitaufwändige Arbeiten anstehen, Kleinkram und Massenproduktion eben. Zum Beispiel die Relingstützen, Unmengen von Relingstützen! Sind zwar auf einem der Lasercutbögen, aber auf dem dicken, also Finnpappe, und die Teile selbst sind 1mm beit und 3mm lang. Beim Herausschneiden geht die Hälfte kaputt, da dieser Bierdeckelkarton sich bei solchen Kleinstteilen regelmäßig auflöst. Da hilft auch kein vorheriges Tränken mit Sekundenkleber - dann bekommt man sie gar nicht mehr rausgelöst. Aber es gibt für alle Probleme irgendeine Lösung, so auch hier: Seht den schon reichlich geplünderten Bogen:


      Diese dünnen Streifchen, die da von Spanten übrig geblieben sind, haben genau den Durchmesser, den ich für die Relingstützen brauche. Und diese Streifen lassen sich wunderbar mit Sekundenleim tränken, härten dadurch fein aus und können nun in die wunschgemäßen Abschnitte geschnitten werden.


      Hier habe ich mal die entsprechenden Teile der Reling des Backdecks aufgelegt, um zu verdeutlichen, wie das später mal in etwa aussieht - natürlich dann (hoffentlich) viel schöner.


      Merke: Bevor Du irgendwelche Kartonreste wegwirfst, überlege dreimal, ob sie nicht noch irgendwo verwendet werden können.

      Tja, und dann habe ich heute gründlichen Bockmist gebaut! Die Bordwand in der Kuhl wird noch etwas höher als bisher, dazu ist u.a. dieses Teil da - habe es hier nur mal draufgestellt, noch nicht befestigt!


      Klar, dass die Löcher offen sein sollen. Mit Bohrer sieht franselig aus, fällt also aus. Also, denkt sich der "schlaue" Bonden, muss die gute alte Lochzange her! Die kleinste Einstellung gewählt, und es hat Klick gemacht. Akustisch beim Lochen und dann bei mir, aber so: 2mm Durchmesser ist wohl doch etwas überdimensioniert.


      Auf gut Deutsch: Das sieht Sch***** aus! traurig1
      Also werde ich wohl oder übel dieses Teil nochmal fertigen und dann logischerweise beide Teile anmalen, damit es wieder gleichmäßig aussieht. Sehen wir es positiv: So bleibt mir noch ein wenig mehr Bauspaß! Geht aber erst wieder am Wochenende weiter, weil: Was immer der Dienst erfordert usw.


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    • So, nun habe ich meinen Bockmist wieder ausgebügelt.

      Zuerst einmal habe ich das versaute und das andere Teil auf den Kopierer gepackt. Diese Kopien wurden dann auf die 1mm dicke Finnpappe gezogen und ausgeschnitten. Vor dem Weiterverarbeiten habe ich dann diese beide Streifen mit Sekundenleim getränkt und aushärten lassen. Dann kam der kleine Bohrer zum Einsatz. Durch das vorherige Aushärten mit Sekundenleim faserten die Bohrlöcher nicht so aus, wie das normalerweise passiert, wenn man in Papier bohrt. Da diese Teile ja vom Aufdruck her so angelegt sind, dass man annehmen soll, es bestehe aus jeweils zwei Plankenstücken, habe ich jedes Teil nach dem Bohren durchgeschnitten. Dann wurden die so halbierten Bohrlöcher noch entgratet und die Schnittkanten etwas abgefeilt. So bekam ich nach dem erneuten Zusammenkleben ein, wie ich finde, akzeptables Ergebnis. Nun noch anmalen, dann am Schiff an den dafür vorgesehenen Stellen befestigen - fertig!

      Dann habe ich mich entschlossen, die ja bereits fertiggestellten Teile, die auf die einzelnen Decks gehören, also Pumpen, Fallenknechte, Nagelbänke, Spill, dort auch anzubringen. So langsam wird es eng an Deck, und somit ja wohl auch gemütlich. frech 1
      Und hier die dazugehörigen Bilder:


      Kleines Update:
      Die Reling des Vordecks ist endlich fertig, und nun konnten auch die zwei Kriegerköpfe ihren Platz einehmen.


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    • Moin_1 Bonden,

      es freut mich ungemein, dass du hier den Baubricht deines ersten Shipyard-Modells zeigst. dafür1
      Die Belgnägel aus "Hemdsnadeln" finde ich besonders gagig. Es lohnt sich stets die Augen auf zu halten und zu schauen welche haushaltsüblichen Materialien dem Modellbau dienen könnten. ja 2
      Auch die Laterne ist wirklich hammermäßig. prost1
      Liebe Grüße / Best Regards
      Stefan

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      Im Bau:
      MS Esvagt Dana Sondermaßstab 1:160 von der Kartonwerft
      S. M. S. Stettin in der Skagerrakschlacht 31. Mai 1916 - Scratch in 1:250




      Meine fertiggebauten Modelle
      .............................................................................................................................................................................


      ...na klar!
    • Das Heck ziert ja ein Bild des namensgebenden Vogels. Dazu ist ein Bauteil vorgesehen, welches so aussah.


      Nun, das konnte ich nicht so lassen, da musste Gold her! Außerdem wollte ich die Umrahmung etwas plastisch gestalten, wie Schnitzwerk eben. Also mehrfach mit dicker Goldfarbe drauf, und jetzt schaut es recht gut aus, wie ich finde.


      Auch das Bogenteil über dem Heckgemälde habe ich nach diesem Verfahren frei gestaltet.


      Restliche Goldverzierungen vervollständigen den Heckspiegel.


      3 Stunden Arbeit können auch so aussehen:


      Ich brauche die Stückpforten zwar erst später, aber dann ist es gut, wenn sie einsatzbereit sind. Allerdings werde ich sie vorher noch ein wenig aufhübschen, hab da schon ein paar Ideen...


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    • Ahoi Stefan, das freut mich aber, dass du mich zu so später Stunde noch auf meiner Werft besuchst! Und über dein Lob freue ich mich natürlich erst recht. verlegen1
      Ja, die Laterne... Das war damals ganz schnell eines meiner Lieblingsteile, ist es auch heute noch. Ich drehe mich jetzt mal eben um 180 Grad und schaue mir meine Papegojan an. Jepp, die Laterne ist ein echter Hingucker! freundlich1


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    • Jetzt geht es ja hier langsam an die wirklich spannenden Sachen. Wobei - spannend war alles bisher. Aber ich bin derzeit über den Rüstbrettern und da will man dann ja auch vor dem Anbringen die unteren Rüstjungfern dran haben. Und da zeigen sich jetzt mal wieder die Grenzen bzw. die Probleme, wenn man alles aus Karton bauen möchte. Die Herstellung der Blöcke und Jungfern habe ich ja weiter vorn beschrieben. Also ein scheibchenweiser Aufbau. Und der bringt speziell bei den unteren Rüstjungfern arge Schwierigkeiten. Diese waren ja üblicherweise eisenbeschlagen und müssen auch einiges aushalten. Den eisernen Zurring versuchte ich, mit dünnem Draht zu realisieren, aber zwangsläufig quetscht es dann beim festen Umschließen der Jungfer die ganze Papierkonstruktion auseinander. Ich habe verschiedene Varianten probiert, die mich aber allesamt nicht froh gemacht haben; und selbst wenn es einigermaßen gut aussieht und die Rüstjungfer heil geblieben ist, wage ich mal finstere Prognosen für den Augenblick, wenn dann die Wanten steif gesetzt werden.
      Lange Rede, kurzer Sinn: Ich besorge mir hölzerne Rüstjungfern, alles andere bringt nix.

      Weitere Neuigkeiten gibt es derzeit nicht zu berichten; ich habe mir mal eine kleine schöpferische Pause gegönnt. Aber da heute die Sonne so schön schien, habe ich das getan, was ich schon lange machen wollte, nämlich mein Schiffchen samt Werft bei feinem Tageslicht in Szene zu setzen. Nun habe ich ja leider (noch) keine Spiegelreflexkamera, aber ich bin mit dem Ergebnis meiner kleinen Foto-Session doch recht zufrieden. Aber schaut selbst:




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    • Hallo Bonden,
      Hast du schon mal versucht deine Rüstjungfern mit einem flüssigen Sekundenkleber zu härte. Weil nach dieser Behandlung könnte deine Drahtarbeit funktionieren.
      Ansonsten macht es richtig Spaß deinen Bericht zu verfolgen. Zudem gefällt mir deine Bau und Berichtsausführung sehr gut.
      MfG. Reinhold
      Du sollst den Karton und die Kartonmodellbauer ehren.
    • Da ich das Schiffchen nun einmal am Wickel hatte, habe ich dann doch noch ein wenig gebaut - ich wollte nicht aus dem alten Jahr gehen, ohne wenigstens noch ein bissel was geschafft zu haben. Und da es wichtig ist, dass so ein Schiff auch da bleibt, wo es bleiben soll, wenn es mal anhält, habe ich mich den Ankern gewidmet. So als kleine Fingerfreude am Abend genau das Richtige, war ja jetzt auch nicht wirklich schwer, alle Teile gelasert, also entfiel das lästige Ausschneiden.


      Als ich sie dann alle vier fertig hatte und mal so probeweise auf das Vordeck gelegt habe, dachte ich so bei mir, dass da noch irgendwas fehlt.


      Klar, die Ankerringe, aber die kommen später, da habe ich noch so gewisse Ideen von wegen kleiden und so. Aber ein Blick in den Mondfeld sowie auf meine Fotos der Batavia zeigen mir, dass Anker ja um den Ankerstock gewickelt noch Stockbänder hatten! Die sieht der Bausatz nicht vor, aber das hält mich nicht davon ab, sie dennoch anzubringen. Dünnes schwarzes Garn, mit einer Weißleim-Wasser-Mischung getränkt und dann schön fest mit drei Schlägen den Ankerstock umwickelt - und gleich sieht es viel schmucker aus!


      Ist nur eine Kleinigkeit, aber ich denke, die Summe vieler Kleinigkeiten macht dann später ein hoffentlich richtig hübsches Modell aus.


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    • Heute nun mal etwas ganz, ganz anderes. Ich nenne es Machbarkeitsstudie. Schon lange grübelte ich darüber nach, ob und wenn ja wie ich meine Geschütze außer dem Brooktau noch weiter takele. Der Maßstab, und dann die Enge an Deck; da mit meinen großen Fingern dazwischen rumwurschteln - hmm, schwierig. Also dachte ich mir, ich schaue mal, was so geht. Und das ging dann so:

      Zuerst mal brauchte ich dafür ein Übungsdeck. Also tat ich das, was ja andere hier auch schon gemacht haben - ich bastelte mir eine Battle-Station. Allerdings mit einem anderen Ansatz; es ging mir weniger darum, ein perfektes Stück Schiff zu bauen, sondern um das Finden von möglichen Varianten einer weiteren Geschütztakelung an Deck meines Schiffes. Genügend Pappreste habe ich ja noch, also frisch ans Werk:


      Von meiner Werft hatte ich ja schon vor einiger Zeit eine der dortigen Lafetten genommen und das Takeln des Brooktaus geübt.



      Ich weiß, das Brooktau ist zu lang, aber für meine Machbarkeitsstudie war das nicht von Bedeutung. Dennoch habe ich mir ein bissel Mühe gegeben und die Station etwas aufgehübscht. Habe also die Planken durch Anritzen der Finnpappe angedeutet und alles hübsch gepinselt und auch die Bordwand beplankt. Und dann ging es an das Takeln selbst. Mehrere gründliche Blicke in den Mondfeld zeigten mir sehr schnell die Grenzen des Machbaren bei diesem Maßstab, also entschied ich mich für eine zwar vereinfachte Variante, die aber dennoch das Prinzip zeigen sollte.
      0,1 mm Takelgarn, selbstgefertigte 2mm-Blöcke aus Karton, und es funktioniert! Das heißt, die Taue flutschen nur so durch die Blöcke, dass es eine helle Freude ist!


      Die nötigen Ringe habe ich aus 0,3 mm Kupferdraht geformt, indem ich den Draht einfach um eine Stecknadel gewickelt habe, diese eine Windung mit der Zange zusammengedrückt habe, den Rest abgeschnitten und dann in das zuvor gestochene Loch an der jeweiligen Stelle (2 in das Deck, zwei in die Lafette) gesteckt habe. Sekundenkleber hält die Teile dort fest.


      Nun aber das Wichtigste! Nämlich das Ergebnis selbst. Man kann auch mit einer stark vereinfachten Takelung sehr gut zeigen, wie das Prinzip funktioniert, insofern war das Bauen dieser kleinen Studie nicht nur höchst unterhaltsam, sondern auch recht lehrreich. Und es funktioniert wirklich! Wenn man an den richtigen Tauenden zieht, passiert genau das, was man will. Fantastisch.

      Kurz vor dem Feuerbefehl:


      Und jetzt neu laden!



      Ich werde die Station demnächst noch ein wenig aufhübschen, will aber auf jeden Fall die Funktionalität beibehalten, weshalb ich auch keine Taurollen bei den Kanonentakeln und Rückholtakeln forme und auf das Deck klebe.

      Die Botschaft dieser mehrstündigen Bastelei aber ist für mich eindeutig: Ich werde es auf der Papegojan bei den Brooktauen an den Geschützen belassen. Bei dem Maßstab und der Enge an Deck wüsste ich gar nicht wohin mit meinen Fingern beim weiteren Auftakeln der Kanonen; die Gefahr, dass ich Knechte, Nagelbänke und alles andere dabei abreiße oder sonstwie in Mitleidenschaft ziehe, ist mir viel zu groß.
      Beim nächsten Modell werde ich aber das Problem der Geschütztakelung eher durchdenken und dann schauen, was machbar ist; insofern war der heutige Werfttag auch aus dieser Sicht alles andere als umsonst.

      Edit: Nochmal nachgedacht - und bei der Entscheidung geblieben. Das Takeln außerhalb fällt schon deshalb flach, weil die Brooktaue meiner Lafetten bereits fest in der Bordwand verankert sind und ich die jetzt auf keinen Fall nochmal rausreiße. Das würde zu irreparablen Schäden führen. Jetzt hoffe ich darauf, bald meine Kanonenrohre brünieren zu können, um dann die Geschütze ordentlich zu bestücken und in ihrer endgültige Postion zu fixieren.
      Und außerhalb erfreue ich mich an meinem kleinen Battle-Station-Spielzeug und ziehe immer mal wieder an den einzelnen Tauen.


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    • Hallo Bonden,

      dass Du die Takelung Deiner Kanonen funktionsfähig gemacht hast finde ich unheimlich erstaunlich, KLASSE! high five cooleye beifall 1

      Auch sonst wird nuir Dein Baubericht bei meinem "Papagei" helfen. Es macht richtig Spaß Deinen Bericht durchgehend zu lesen und dabei schon mal daran zu denken, was ich an Tücken umgehen kann, wenn ich mir Deinen Berich dabei ansehe!

      Gruß
      Fritz