Englischer Flak-Kreuzer Colombo; Dom Bumagi Verlag Nr. 02/2008; M 1:200

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    • Moin Roland,

      PRT schrieb:

      Die Fertigung der Masten und das Takeln wird mir noch einiges an Konzentration und Mühen abfordern.
      Ebenso die Auswahl des Takelgarns.
      Hab` mal diese Passage zitiert - und die Kompetenz beiseite gelassen... da hat es `grad `dran gehapert... Böse1

      Für "dünne" Leinen wie Flaggleinen nehme ich Serafil-Garn, Stärke 8/0, das liegt gemessen unter 0,1mm, Farbe Iron Gray und schwarz.
      Für die Seile, mit denen Masten oder Schornsteine verspannt wurden, Serafil ET 60, das liegt fast im Bereich von dünnem Nähgarn, ist aber nicht "haarig", habe Schwarz und Grau. Dazwischen liegt die Größe 120/2, die benutze ich ebenfalls, in dunkelgrau.

      Und nun zum "Problem": Bei meinem aktuellen Bau, Modell Flottentorpedoboot T 22, habe ich das letztgenannte Garn - immerhin mehr als doppelt so dick wie das 8/0 - für die Verspannung der Masten benutzt. Optisch ist aber, je nach Lichteinfall, das "dicke" graue Garn weniger prominent als das schwarze - sieht jetzt aus wie box 1 auf`s Auge... oder bestenfalls "komisch". Werde nie wieder Farben von Garnen mischen.

      Also wenn verschiedene Stärken dann immer von einer Farbe!

      Grummelnde Grüße,

      Robert
    • Hallo Andreas und Robert,

      @ Andreas: danke für Deine Worte! Der Neid der Uhrmacher währte aber vermutlich nur so lange, bis sie merken würden, dass nichts tickt... grins 2
      Dafür ist der Karton dieses Bogens tatsächlich absolut gutmütig und zeigt nur bei kleinsten Radien Spalt-Neigungen.
      So lassen sich die vielen winzigen Bauteile sehr präzise formen.

      @ Robert: super! Das sind exakt die Praxisdaten, die mir weiterhelfen - herzlichen Dank für Deine prompte Reaktion.
      Bisher wurden von mir schnöde Nähgarne, etwas mit Weißleim entfuselt, zum Takeln verwendet.
      Mit dem Einstieg in die "Grauen" wird das Nähgarn aber nun entgültig wieder seiner eigentlichen Bestimmung überlassen.
      Ordern werde ich die von Dir empfohlenen Garne in dunkelgrau und schwarz. Mal gucken, wie die Farben am Modell wirken, schätze aber, dass letztendlich dunkelgrau zum Einsatz kommt.

      Viele Grüße
      Roland
    • Hallo Roland,

      die Bilder vom Modell wirken fast wie im Rechner entstanden, hervorragende Arbeit.

      Beim bauen von Masten und der Takelung bin ich in der Vergangenheit immer knapp am Sprach-Tourett-Symptom entlang geschrammt, da der Sekundenkleber nie da kleben wollte, wo er sollte. Ich wünsch Dir also ein gutes gelingen und bin auf die Erläuterungen gespannt.

      Gruß,
      Stephan
    • Vielen Dank für Deine Einschätzung, Stephan!

      Stephan schrieb:

      die Bilder vom Modell wirken fast wie im Rechner entstanden,
      Genau genommen, sind sie das ja auch, denn die Digitalkamera rechnet als "Rechner" Helligkeitswerte in Bits um.
      Fluch und Segen der Digital-Fotografie besteht darin, dass jedes einzelne Bit nachträglich bearbeitet werden kann...(manche sehen darin auch ein Stück Pressefreiheit grins 2 )
      Mach ich aber nicht, sondern nutze nur die "Verbessern"-Funktion der Win 10 Standard-Bildbearbeitungswerkzeuge.

      @ Kurt:

      Kurt schrieb:

      Spätestens bei den Gangelter Modellbautagen sollte es doch klappen.
      Na, ich hoffe schon in Mespelbrunn, Kurt!

      Am Basteltisch hat mittlerweile die Fertigung der Schlauchboote begonnen.
      Kurzeitig aufkommenden Verlockungen, diese aus Kunststoff-Rundmaterial zu bauen, konnte ich erfolgreich standhalten, schließlich betreiben wir Kartonmodellbau.
      Also die Streifen ausschneiden, mit den Skalpell die Kerben aussticheln, anfeuchten und ganz sorgfältig um einen 1mm Stahldraht formen.
      Nachdem befriedigende Rundheit erzielt ist, muss man jetzt etwas Zeit verstreichen lassen, bis die Restfeuchte aus dem Papier entwichen ist und sich die einzelnen Segmente ganz alleine an der Naht schließen.
      Ist dieser Zustand erreicht, wird in die gesamte Naht mit einer Nadelspitze - wiederum ganz vorsichtig - Weißleim eingetragen, ähnlich dem Schweißgut in eine V-Naht.
      Jetzt kann das Ganze in Ruhe trocknen und Morgen zeige ich, wie es den "Würsten" weiter ergangen ist.

      Viele Grüße
      Roland








    • Hallo Tommi, Holger und Lars, es freut mich, wenn Ihr der Schlauchboot-Baubeschreibung brauchbares entnehmen könnt.

      Vielleicht noch einige Ergänzungen zum Anfeuchten: und dem allgemeinen Handling

      Anfeuchten: Eine Fingespitze leicht mit der Zunge anfeuchten und in Längsrichtung über das Teil streichen (lieber zweimal wenig Feuchtigkeit auftragen, als einmal zu viel!)

      Besondere Aufmerksamkeit ist in der Folge darauf zu richten, dass:

      1. die Feuchtigkeit in der Mitte konzentriert bleibt und nicht zu viel Feuchtigkeit an die beiden axialen Ränder (axiale "Rohr"naht) gerät (je feuchter diese Ränder, um so leichter spaltet sich dann beim Runden das Papier
      2. das Runden in mehreren Schritten erfolgt (zuerst einen Stab mit einem etwas größeren Durchmesser, usw.)
      3. die Nähte erst mit Leim benetzt werden, wenn das Papier wieder völlig abgetrocknet ist (ganz wichtig) und das "Rohr" an der axialen Nahtlinie Kontakt hat
      4. falls erforderlich - nachdem der Weißleim leicht angetrocknet ist (ca. 3-4 Min.), die so entstandenen "Rohre" nochmals vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger nachgerundet werden
      5. nach weiterer Trockenzeit von ca. 15-20 Min. die einzelnen Rohrsegmente vorsichtig angeknickt werden (lässt man den Weißleim ganz austrocknen, können nämlich die Segmente beim späteren Versuch, den Rohrring zu schließen, brechen.
      6. nach ausreichender Vorformung die Nähte dann vollständig durchtrocknen

      Erst dann kann der Rohrring vorsichtig geschlossen und die Stoßstelle verleimt werden.

      Mit dem Karton des Dom Bumagi-Bogens hat das bestens funktioniert.
      Ob so ein Vorgehen bei allen Kartonsorten befriedigend funktioniert, muss stark bezweifelt werden.
      Im ungünstigsten Fall erzeugt man nach dem Anfeuchten und ersten Formungsversuchen einen unförmigen Brei...
      Tests mit Probestücken sind deshalb dringend empfohlen.

      Viele Grüße
      Roland
    • Robert, Holger und Bonden, danke für die positiven Rückmeldungen!

      Bonden schrieb:

      Die Schlauchboote sehen klasse aus! Aber die Herstellung schlaucht bestimmt etwas, oder?
      @ Bonden: Wer bei einer Hausschlachtung schon mal Wurstmasse in Därme gefüllt hat, der fertigt Papier-Schlauchboote ohne Murren!

      Die Schlauchboote sind an ihren Plätzen verleimt und aus den Teilen auf dem letzten Bild werden jetzt die Rettungsboote gebaut.


      Viele Grüße
      Roland





    • Habe nach Wochen endlich mal wieder Zeit mich im Forum um zu schauen und finde diesen Bericht. Alle Achtung Roland! Sowas von sauberem Bau. So will ich auch mal bauen können, wenn ich gross bin.

      Es drückt mich aber noch meinen Senf zu 2 unglücklich verwendeten Begriffen loszuwerden, die hier im Bericht mehrfach wiederholt wurden.
      1. Die "Schlauchboote" sind gar keine. Schlauchboote haben einen aufblasbaren Schlauch. Diese Dinger dagegen sind feste Rettungsflösse, genauer gesagt Carley Floats. Carley Floats sind aus Kupferrohr mit einem Korkmantel. Das Innere ist mehrfach wasserdicht gekammert, so dass selbst beschädigte Floats selten untergehen. Der Lattenrost-"Boden" ist nur lose per Netz mit dem Schwimmkörper verbunden. Es ist daher ganz egal wie herum das Floss ins Wasser gerät der Rost sinkt immer nach unten. Es sind also keine Boote sondern eher gigantische Rettungsringe, die nur Auftrieb aber keinerlei Schutz bieten. en.wikipedia.org/wiki/Carley_float
      2. Die "Rettungsboote" sind auch keine Rettungsboote sondern einfach nur Boote. Wenn das Schiff vor Anker liegt braucht es sie um Personen, Post und andere Güter zwischen Schiff und anderen Schiffen oder Land zu bewegen. Diese Art von Booten werden daher oft als Verkehrs- oder Verbindungsboote bezeichnet, niemals aber als Rettungsboote. Im Notfall wurden sie natürlich auch zur Rettung "misbraucht", das war aber sekundär. Echte Rettungsboote gab es damals eigentlich nur auf Passagier- und Handelsschiffen.
      Ich hoffe, dass meine Klarstellung als interessante Hintergrundinformation aufgenommen wird, und nicht als die ätzende Belehrung eines Besserwissers.
      Bis die Tage
      Bernhard
      Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie früher einmal mal war. (Yogi Berra)
    • Hallo zusammen,

      @ Fritz, Bonden, Werner, Stephan und Bernhard, vielen Dank für Euer positives fit back!

      @ Bernhard:

      Bernhard schrieb:

      Ich hoffe, dass meine Klarstellung als interessante Hintergrundinformation aufgenommen wird, und nicht als die ätzende Belehrung eines Besserwissers.
      Sei bitte ohne Sorge, als ätzende Belehrung empfinde ich Deine Richtigstellungen keinesfalls, Bernhard.
      Im Gegenteil!
      Meine spezifischen Kenntnisse über die Schifffahrt allgemein und die sogenannte graue Flotte speziell sind bisher schlichtweg rudimentär geblieben.
      Wesentlich ist das damit begründet, dass mich aus vielerlei Gründen am Modellbau - besonders dem Kartonmodellbau - primär die Ausübung reizt. Die Objektauswahl erfolgt daher bei mir in der Regel auch überwiegend aus emotionalen, manchmal rein optischen Bewegründen.
      Gebaut wird mit teilweise sehr bescheidenen, anwendungsbereiten Wissensvorräten über das jeweilige reale Objekt und Hintergrundrecherchen zu Modellen bleiben bei mir auch die seltene Ausnahme.
      So wird es kaum verwundern, das dann in meinen Bauberichterstattungen immer wieder gravierende Wissensdefizite erkennbar werden.
      Kartonmodellbau kann ich - nicht immer - sehr genießen, u. a. die haptischen Wahrnehmungen dabei und die Präzision, die dessen Ausübung erfordert und zu der diese Art Modellbau vielleicht besonders erzieht.
      Die Rationalität bleibt dabei leider häufig auf der Strecke!

      Gleichzeitig will ich damit aber auch deutlich machen, dass ich für faktisch genaue Aufklärungen von Außen immer wieder äußerst dankbar bin!


      Viele Grüße
      Roland
    • Hallo Bernhard,
      Hallo Roland,
      die Boote sind Dir gut gelungen.
      Das macht ja gerade den Reiz eines Kartonmodellbaforums aus. Man kann sich der Freude des Bauens hingeben und durch das Schwarmwissen der Mitglieder werden häufig auch noch interessante Informationen zu dem Modell zusammengetragen, so daß der Bau auch noch lehrreich wird.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)
    • Hallo Roland,

      Deine Rettungsflößeherstellung ist in der Tat furchteinflößend (Furcht im Sinne von Respekt, aber dann hätte die Verballhornung nicht funktioniert). Das ist die Idee für die Röhrenherstellung, die Suche ich schon seit Jahren, denn ein Projekt, das ich auf jeden Fall noch anschneiden möchte ist der Crawler und der Startturm der Saturn 5, und da kommen solche Röhren zu Hauf' vor.

      Toller (im Sinne von Wahnsinn) Bau!
      Mit freundlichen Grüßen
      G. Friedel
    • Hallo zusammen,

      Kurt und Gerald, danke für Eure Beiträge.

      @ Kurt: Deine Sichtweise teile ich uneingeschränkt.

      @ Gerald: Crawler und Startturm..., so, so. Dein Glaube an anti aging scheint unerschütterlich, oder wieviel Bauzeit hast Du für die beiden Komponenten vorgesehen? grins 2 grins 2

      Ein weiteres Boot ist fertig.
      Einzelne Bauabschnitte und das fertige Ergebnis zeigen die Bilder.


      Viele Grüße
      Roland









    • Holger und Günter, ich freue mich über Eure Rückmeldungen!

      Damit der Stoff auch für die nächsten Linien reicht grins 2 , weitere Bilder vom Baufortschritt.
      Die restlichen zwei Boote - beide unterscheiden sich nur unwesentlich voneinander - sind inzwischen ebenfalls an Bord.
      Auch acht, zu dieser Baugruppe gehörende Davits, wurden aus 0,7mm Stahldraht gebogen, lackiert und verleimt.
      Ebenso ihre Lager- bzw. Befestigungsteile. Diese allerdings bestehen acht Stück 0,5mm Kartonteilen (Fußlager) und acht Stück 1mm breiten, lackierten Reststreifen der Ätzplatine (Lagerschellen).
      Noch zu fertigen sind die Flaschenzugeinrichtungen für die Davits.

      Während verschiedener Trocknungsphasen wurden auch erste Ätzteile-Relings montiert.
      Die Lackierung der Relings erfolgt komplett in anthrazit.

      Viele Grüße
      Roland








    • PRT schrieb:

      .für irgend etwas müssen die grauen Haare auf dem Kopf ja gut sein - aber wenn´s danach ginge, müsste ich eher Weißmodelle bauen
      wenn´s danach ginge........
      dürfte ICH nur noch Blankomodelle bauen....... grins 2 (was immer das sein sollte... kratz1 )

      happy1
      Gruss
      Holger


      Ich bin von Kopf bis Fuss, nur auf Kartonmodellbau eingestellt
      und das ist meine Welt,
      sonst gar nichts..... ! freu1
    • Hallo Volkmar,

      es freut mich, dass Dir das Bild gefällt.
      Aufgenommen wurde es (wie alle meine Bilder) mit einer Canon PowerShot A700 (mittlerweile "Steinzeittechnik") auf Stativ, mit folgenden Einstellungen:

      Aufnahmemodus: Zeitautomatik
      gewählte Blende: 6,3
      Brennweite: 5,8mm (entspricht ca. 35mm Kleinbild)
      Belichtungszeit: 1/30 sec (sich automatisch einstellender Wert - abhängig von gewählter Blendenöffnung und Licht)
      Belichtungsmessung: Mehrfeld
      Weißabgleich: manuell
      ISO 80
      Vorwahl Lichtart: Tageslicht (kein Color-Programm)
      Zusatzbeleuchtung: LED-Tageslichtlampe mit Lichtleistung ca. 1700 Lumen, eingestellt auf 6000 Kelvin Lichttemperatur
      Bildbearbeitung: nur "Bordmittel" von Win10 (lediglich leichte Kontrasterhöhung), keine Verwendung externer
      Bildbearbeitungssoftware


      Viele Grüße
      Roland