Gouvernementsschiff Komet, MB Verlag, 1:250 und WiWo's Tender, 1:250

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    • Weiter geht's mit dem Tender... Das Maschinenoberlicht (Bild 1)
      Die Fenster werden ausgestichelt und verglast (Bild 2)
      Die Luken werden geöffnet dargestellt (schließlich operiert dieser Tender später mal nicht in der Nähe der Antarktis...) und mit LC Stützen aus Relingsrestbeständen abgestützt (Bild 3)
      Dann an Bord damit und von allen Seiten betrachtbar gemacht... (Bilder 4 bis 6)







      Ein bisschen Geschichte hinterher...

      Ab 1884 ging man im deutschen Reich von der Errichtung von Handelsstationen auf die Inbesitznahme von Territorien in Afrika und in der Südsee über. Es wurde die Devise ausgegeben, "die Flagge folgt dem Handel". Wenn also irgend eine Handelstation sich bedroht fühlte und eine entsprechende Depesche nach Berlin absetzte, wurden Schiffe und Truppen ausgesandt um diese Handelsstationen zu schützen und die Terretorien drum herum "in Besitz zu nehmen", was durchaus zu diplomatischen Verwicklungen mit anderen Mächten, ja sogar bis kurz vor die "Ausübung von Kriegshandlungen" ging. Mehr als einmal stand das deutsche Kaiserreich an der Schwelle zum Krieg, sei es mit Spanien, Frankreich oder den USA - aber dazu später.



      Übersichtskarte der deutschen Besetzungen in der Südsee, Beilagenblatt Governementschiff Komet von Michael Bauer.
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • Servus Gerhard,

      gerade habe ich mir diesen hochinteressanten Bericht in Ruhe durchgelesen. Vielen Dank für die aufschlussreiche, historische Abhandlung (gern mehr!) und die beiden schönen Modell, deren Bau du so hervorragend beschreibst. klasse1

      Die Tender von wiwo liegen auch in meiner Datenbank und von Michael Bauer wartet der Lotsenschoner darauf, angeschnitten zu werden.
      Ich habe beschlossen, ihn als nächstes Modell zu bauen, vielleicht sogar als Parallelbau zur Saab 105 OE.
      Wenn ich dir zuschaue, juckt es jedenfalls gewaltig, wieder einmal ein Schiffchen zu bauen. Es sind so schöne Schiffe!

      Darf ich noch eine Frage anhängen: das schwarze Etwas, auf dem du die Modelle präsentierst, ist das Schaumstoff? Gibt es einen Grund, warum du eine solche (weiche) Unterlage verwendest? denk1
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • Neu

      Servus Andreas,

      Es freut mich riesig, wenn mein Baubericht so eine positive Resonanz findet! Vielen Dank auch für's Like!
      Da mache ich dann gerne weiter! high five1
      Ich benütze verschiedene Schaumstoffplatten mit unterschiedlicher Härte als Hilfsmittel. zum einen als "Nadel/Nagelkissen", zum anderen als Unterlage beim Rollen von Teilchen oder beim Durchstechen von kleinen Löchern (ab 1 mm hab ich Locheisen) und zuletzt als Unterlage für Modellfotos.

      Gestern Abend ging es noch bei der Komet weiter mit der Schornsteinbasis (Bild 1)
      Beide Teile gerollt (Bild 2)
      und zusammengesteckt an Bord mit dem Hauptdeck verleimt (Bild 3)





      Widmen wir uns nun ein wenig den einzelnen Regionen.
      Bismarck-Archipel (heute zu Papua-Neuguinea gehörend):
      Hier entstand 1872 die erste Handelsniederlassung des Kaufmanns Godeffroy aus Hamburg, genauer gesagt auf einer Insel in der Blanche Bay, im Norden Neu-Pommerns (heute New-Britain), genannt Matupi, (heute Kokopo).
      Hier hatte 1884 ein Detachement der Kreuzerfregatte Elisabeth und des Kanonenboots Hyäne die deutsche Reichsflagge gehisst.
      Nur einen "Steinwurf" in nördlicher Richtung entfernt liegt der Ort Rabaul, damals ein größeres Dorf der Ureinwohner, welche die Deutschen damals Kanaken nannten, was zu dieser Zeit durchaus nicht respektlos gemeint war. Dieser Name ist ja leider auch heute noch manchmal im Sprachgebrauch mancher Deutscher zu finden - hat nun allerdings einen besonders negativen Beigeschmack. Rabaul entwickelte sich während der deutschen Kolonialzeit zum Zentrum in der gesamten Region und ist heute Hauptstadt von Papua-Neuguinea. Die Gegend um Rabaul wurde von den Deutschen Gazelle-Halbinsel genannt. Benannt nach der ersten wissenschaftlichen Expedition in diese Gegend durch die deutsche Korvette Gazelle im Jahre 1875.
      Grüße aus Oberbayern!

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      Gerhards Staubfänger
    • Neu

      Danke Klaus!

      Ja, die beiden Hübschen sollen es später auch richtig hübsch haben... Palmenstrand, Hula Hula... ohne Mädchen... blaugrünes Wasser... da fällt mir ein, eigentlich war ich heuer noch nicht so richtig in Urlaub....

      Weitere Anbauteile folgten heute dem Schornsteinunterbau... (Bild 1)
      Zwei geschützte Niedergänge mit Guckloch (Bilder 2 und 3)
      Dazu ein paar Lüfterrohre und drei Oberlichter (Bilder 4 bis 7)









      zur Kolonialgeschichte:
      Diese neu erworbene Inselgruppe, von den Deutschen Bismarckarchipel genannt, umfaßte drei größere Bereiche, Neu-Pommern, Neu-Mecklenburg und Neu-Lauenburg. Hier lebten damals auf 47.000 km², ca. 180.000 Einwohner, davon maximal 2.000 Europäer.
      Die dort lebenden Ureinwohner waren zum Teil noch Kanibalen und daher auch ein wenig gefürchtet bei den Kaufleuten.
      Es gab bis 1900 keine richtigen Häfen, so nutzten die Handelsegler kleinere und größere Buchten, wo sie auf Reede lagen und die Handelsgüter über kleine Einheimischenboote, meist Einbäume mit Ausleger, austauschten. Diese Buchten wurden Möwe-Hafen, Alolph-Hafen, Finsch- und Peters-Hafen genannt. Die Marine nutzte die Gewässer um die Insel Matupi als Station, wobei es hier an jeglicher maritimen Infrastruktur fehlte. Dies war ein generelles Problem der Deutschen. Es herrschte ständig Kohlenknappheit in dieser Region. Instandhaltungsarbeiten waren nur in Australien oder Singapore - gegen Bargeld, oder im deutschen Tsingtau (China) möglich.

      Fortsetzung folgt.
      Grüße aus Oberbayern!

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      Gerhards Staubfänger
    • Neu

      Servus Holger,

      Danke für das Lob!
      Es ist auch für mich äußerst interessant, wie sich die Kolonialgeschichte aus deutscher Sicht so entwickelt hat.
      Da wurde teilweise äußerst rücksichtslos mit den Einheimischen umgegangen, nicht nur in der Südsee, auch in Afrika... von allen Seiten der damaligen Großmächte... man denke nur an die zweite Marokkokrise 1911, die auf deutscher Seite in dem sogenannten Panthersprung nach Agadir gipfelte oder die Niederschlagung des Burenaufstandes in Südafrika durch die Briten.

      Michael: Danke für das Like!
      Grüße aus Oberbayern!

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      Gerhards Staubfänger
    • Neu

      Danke Dieter für das Like!

      Weiter geht es mit dem Tender.

      Folgende teile wurden eingebaut:
      Teil 22, Ein Aufbauteil des hinteren Drittels (Bild 1)
      Darauf der sogenannte große Kreuzpoller, an dem die Schleppleinen befestigt wurden (Bilder 2 und 3)
      Der Netzabweiser - bei meiner Version etwas in Richtung Schiffsmitte gerückt, einLuck im Heckbereich, die Ruderpinne und ein bisschen Verseilung - sprich die Ruderzüge - plus das abschließende Heckgräting. (Bilder 4 und 5).
      Und zum Schluß das Gräting, auf dem noch die Steuer- und Kompasskonsolen angebracht werden.





      Grüße aus Oberbayern!

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      Gerhards Staubfänger
    • Neu

      Danke Fritz!
      Ja Kurt und Holger, der Tender ist wirklich gut konstruiert und kann sowohl in Schwarz, wie auch in Weiß in vielen Dioramen eingesetzt werden.

      Doch jetzt wieder zum Gouvernementschiff Komet.

      Hier wären eigentlich zwei Lüfter zu fertigen gewesen. Die musste ich aber leider überspringen, da die gedruckten Linien derart fein waren, dass ich sie gestern wegen der Nachwirkungen der Augenspritze nicht erkennen konnte.
      So mussten andere Kleinteile herhalten.
      Neben 4 Pollerpaaren, mussten 4 Klampen und zahlreiche große und sehr kleine Schwanenhälse ausgestichelt werden (Bild 1)
      Die kleinen Schwanenhälse waren für mich allerdings ebenfalls nicht so gut erkennbar, daher nahm ich Evergreen Profil als Ersatz (Bild 2), auch die Klampen mussten durch LC Teile aus niederbayerischer Produktion ersetzt werden.
      Dazu kamen noch die Basisteile der Bootsdavids mit an Bord, ebenfalls aus Evergreen Profil. Diese waren mit der Nummer 48 in der Anleitung gekennzeichnet. Die Nummer 48 auf dem Baubogen allerdings, sah ganz anders aus und war auch nicht 10 mal vorhanden.
      Das alles dann an Bord befestigt (Bilder 3 bis 5)







      Weiter mit den deutschen Besitzungen in der Südsee:

      Kaiser Wilhelms Land (heutige Nordostküste von Neu Guienea - ebenfalls zu Papua neuguinea gehörend):
      Diese langgestreckte Insel an der Nordostgrenze Australiens gelegen wurde ebenfalls 1884 endgültig aufgeteilt. Der Westen, sprich die Hälfte der insel ging an die Niederlande, der Südosten mit dem Hafen Port Moresby wurde von Großbritannien beansprucht und die deutsche Neu Guinea-Kompanie einen Schutzbrief des Kaisers ausgehändigt und durften damit die Hoheitsrechte ausüben.
      Um 1900 lebten ca. 100.000 Ureinwohner und sage und schreibe 50 Deutsche und ein par andere Europäer in dieser gegend.
      Das Klima war für Europäer nicht besonders "healthy". Hohe Temperaturen, eine fast 100%ige Luftfeuchtigkeit, Moskitos und das wechselhafte Wetter sorgten für zahlreiche Tropenkrankheiten, wie das Degue-Fieber oder die Malaria.
      Bekannt und vermessen wurden eigentlich nur die Küstenregionen. Das Landesinnere mit seinen zahlreichen querlaufenden Gebirgsketten und einem fast undurchdringlichen Urwald machten eine sinnvolle Erforschung fast unmöglich. Selbst im Frühjahr 1942 scheiterten die Japaner bei ihrem Marsch nach Süden zum Haupthafen Port Moresby mehr an den Unbillen des Geländes und der Witterung als am Widerstand der austalisch-amerikanischen Truppen.
      Die erste Station der Neu-Guinea-Handelskompanie war der Ort Finschhafen am östlichen Ende der Insel und wurde auch später dann Sitz des sogenannten Landeshauptmanns.
      Die dürftigen Erträge aus den angelegten Plantagen waren eigentlich den ganzen Aufwand nicht wert aber der geopolitische Wert der Kolonie war für Deutschland durchaus akzeptabel. Die Ausfuhren nach Deutschland beschränkten sich auf Tabak, Kopra, Holz,
      Trepang, Perlmutter und Baumolle.
      Fortsetzung folgt....
      Grüße aus Oberbayern!

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      Gerhards Staubfänger
    • Neu

      Gerhard schrieb:

      Die musste ich aber leider überspringen, da die gedruckten Linien derart fein waren, dass ich sie gestern wegen der Nachwirkungen der Augenspritze nicht erkennen konnte.
      Mehr als gekonnte Leistungen, TROTZ ALL Deiner gesamtgesundheitlichen Ist-Situation !!
      Chapeau Gerhard ! beifall 1 beifall 1

      Du machst mir auch immer wieder damit Mut,
      trotz meiner eigenen gesundheitlichen Einschränkungen, Dinge in Angriff zu nehmen !! daumen1
      Gruss
      Holger


      was anderes kommt mir nicht i(a)n den Karton...... ! ja 2
    • Neu

      Vielen Dank Roland und Holger!

      zum Abschluß des Tages hier doch noch die beiden vorderen Lüfter (Bild 1)
      Das Original liegt oberhalb... selbst auf dem Foto sieht man kaum die Linien.
      Daher habe ich den Abschnitt auf Normalpapier mit erhöhtem Kontrast kopiert.
      Dann ging das Ausschneiden.
      Hier beide Lüfter an Bord (Bild 2)

      Grüße aus Oberbayern!

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      Gerhards Staubfänger
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      Danke Hagen, das mit den Augen ist immer nur eine vorübergehende Sache nach der Spritze. Jetzt geht es schon wieder wesentlich besser.
      Servus Fritz, ja der eine hat n'en Zweitwagen... ich ein Zweit- und Drittmodell happy1

      Das Bootsdeck besteht aus zwei Teilen... die Schächte für die beiden niedergänge, sowie der Durchbruch für den achteren Mast müssen ausgestochen werden. Dazu habe ich gleich noch die Ruderzüge mit Faden plastisch gestaltet. Später wird das dann etwas schwieriger.
      Zusammengeklebt trocknet es nun über Nacht... die leichte Verrundung habe ich nicht vergessen.



      Grüße aus Oberbayern!

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      Gerhards Staubfänger