C-6 USS Olympia scratch 1/200

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    • C-6 USS Olympia scratch 1/200

      Hallo allerseits,

      ich habe recht lange überlegen müssen, ob (und wenn ja, womit) ich an der GS 2018 teilnehme. Nun sind die Würfel gefallen; es soll ein Scratchbau werden (wie fast immer, außerdem hab ich im Reglement nichts gefunden, das dem entgegen steht), und zwar einer in 1/200, weil ich denke, in diesem Fall sollte ich einen Standardmaßstab verwenden.

      Das Objekt meiner Begierde ist dieses hier:



      C-6 USS Olympia 1895

      USS Olympia lief 1895 als Einzelschiff vom Stapel und rostet derzeit im Independence Seaport Museum vor sich hin. Im Einsatz war sie während des Spanisch-Amerikanischen Krieges (siehe hier), als Flaggschiff der US Navy in der Karibik, im ersten Weltkrieg als U-Jagdschiff sowie in Murmansk gegen die russischen Revolutionäre, nach Kriegsende als Flaggschiff der Mittelmeerflotte, eine Rolle, die sie unter anderem auch zur Flüchtlingsrettung ins Schwarze Meer führte, und last not least brachte sie 1921 den Leichnam des unbekannten Soldaten von Frankreich in die USA. Ab 1922 lag sie dann in Reserve, erlebte im zweiten Weltkrieg keinen Einsatz mehr und ist seit 1957 Museumsschiff.
      Ausgezeichnet wurde sie mit der "Dewey Medal", der "Phillippine Campaign Medal", der "Navy Expeditionary Medal", der "Dominican Campaign Medal", der "Spanish Campaign Medal" und der "World War I Victory Medal".

      Aktuell läuft eine Fundraising-Kampagne, um sie komplett restaurieren zu können; sie ist auch schon haarscharf an der Verwendung als künstliches Riff vorbeigeschrammt. Ich persönlich wünsche ihr noch ein langes Leben, denn allzu viele Schiffe aus jener fernen Zeit gibt es leider nicht mehr ...

      Kommen wir nun zu meinen Quellen:
      Ich habe noch einen Satz Pläne zu liegen gehabt, die aus einem russischen Modellbaumagazin stammen, für das ich vor langer Zeit den Vertrieb hatte. Die sind recht gut, da sie aus amerikanischen Primärquellen stammen. Des Weiteren gab es mal einen Satz frei zugänglicher französischer Pläne im WWW, komplett mit Linienrissen. Obwohl es die betreffende Seite nicht mehr gibt, kam ich mit ein paar Tricks dennoch an die Dateien.
      Das machte mich nur nicht besonders glücklich...



      Links haben wir den französischen Plan, rechts den amerikanischen. Ich habe sie miteinander verglichen und musste feststellen, dass der französische alles andere als präzise ist, obwohl er auf den ersten Blick besser aussieht. Aber wenn Ihr Euch einfach mal die beiden Geschütztürme anschaut und wie sie positioniert sind, und das dann mit dem Original vergleicht, wisst Ihr, was ich meine...



      Nachdem das geklärt war, habe ich natürlich reichlich Recherche gemacht und dabei fielen mir ein paar nette kleine Details ins Auge ausguck1
      Wie bei Schiffen üblich, erfuhr auch USS Olympia einiges an Umbauten. Das Original ist auf 1898er Zustand zurück gerüstet worden, allerdings stimmt dieser Zustand auch nur partiell, denn USS Olympia hatte, als sie gebaut wurde, 6 Torpedorohre an Bord, davon je eins vorn und achtern und je 2 weitere Steuerbord und Backbord. Sie alle wurden erst 1899 entfernt. Außerdem erhielt sie ihre Ankerklüsen auch erst zwischen 1899 und 1902...
      Zur Wiederindienststellung 1902 hat man ihr dafür diese netten Extras verpasst:



      Interessanterweise findet man kein einziges Modell mit dieser Konfiguration. Und achtet mal auf den Aufbau mit den Fenstern auf dem rechten Bild. Den hatte sie ebenfalls erst seit der nämlichen Werftzeit, dafür aber ihr gesamtes Restleben lang. Man sieht den hier auch noch mal ganz gut:



      Über dieses ominöse Deckshaus habe ich nirgends was gefunden, aber da es rundum Fenster hat, wird es wohl kaum ein Wohnquartier gewesen sein. Ich denke eher, man hat hier eine Art Multifunktionsraum gebaut: Ein Lagezimmer für den Stab und die Schiffsoffiziere, gleichzeitig Empfangsraum für hochrangige VIPs, die man nicht gleich durchs gesamte Schiff schleusen möchte, gleichzeitig Salon für Empfänge und Galadiners.
      Natürlich juckts mich, die USS Olympia mal in diesem Bauzustand darzustellen, quasi zu ihrer besten Zeit .... und ich halte mich für verrückt genug, das auch zu tun hehe1

      Sooooo ... nun muss ich mal eben meinen Rechner neu starten, dann kommt die Fortsetzung ....
    • Nun gehts munter weiter, nämlich mit meinem Modell.

      Zunächst habe ich mir die Spanten vorgenommen und 23 Stück aus dem gesamten Spantenriss herausextrapoliert. Anschließend die Pläne, die ich sonst noch brauchte, passig skaliert. Das hört sich jetzt einfach an, ist aber ein gehöriges Stück Arbeit, alles auf einen einheitlichen Maßstab zu bekommen.

      Mein Plan ist ein klassischer Spantbau mit dem Kiel als Rückgrat, hochgezogen bis unters Hauptdeck, das bei USS Olympia praktischerweise durchgezogen ist.
      Das Deck unter dem Hauptdeck (das Berth Deck) wird ebenfalls eingezogen, weil hier 10 Breitseitgeschütze stehen.

      Übrigens: Ich habe mir einen Wolf gesucht! Die Frage war: Wo zum Henker hat dieses Schiff seine Bekohlungsluken? Die hab ich nirgends gefunden .... bis:



      genau ... im Zwischendeck. Von außen nicht zu sehen. Und für die Besatzung garantiert eine geile Motivation, Reinschiff zu machen lach 1

      Ich werde in diesem Fall einen Testbau voranschicken, um zu überprüfen, wie genau ich in Sachen Spanten und Rumpfform gearbeitet habe. Dazu habe ich meinen Kiel, das Hauptdeck und die Spanten schon mal auf 160g-Papier gedruckt und auf einen Rest Graupappe aufgezogen. Aktuell trocknet es.

      Der Testbau ist in 1/500 gehalten; ich werde ihn so aufbauen wie das endgültige Modell später auch, nur eben ohne große Detaillierung. Wenn das, was dabei rauskommt, so aussieht wie der Rumpf der USS Olympia, war das schon mal die halbe Miete, dann kann ich mit der 1/200er-Version anfangen.



      Das Schöne an diesem Schiff ist, dass es relativ einfach aufgebaut ist. Daher habe ich die berechtigte Hoffnung, diesmal damit auch fertig zu werden .....

      Das wars erstmal, ich wünsche einen charmanten Abend tanz 2

      LG Alex
    • Servus Alex,

      aus den Bauplänen und Spantenrissen die Spanten herauzuarbeit ist eine Sysiphosarbeit. Scratchmodelle sind eine Bereicherung für den Wettbewerb und die Olympia wird zweifellos sehr interessant zu bauen sein.
      Alles Gute und viel Freude mit dem Scratchbau!
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • Hallo Alex,
      ja so habe ich dich in Erinnerung. Deine Vorgehensweise erinnert mich an meine Holzmodellbauten.
      Hier ein Plan und da das Material und los geht es wobei da die aussäge und schleif - Arbeiten der größte Aufwand war.
      Außerdem durfte ich da nicht im Wohnraum basteln sondern musste immer in Keller gehen da war meine Werkstatt.

      Auf jeden Fall ist das für mich ein interessanter Bericht den ich verfolgen werde.
      Ich wünsche dir Spaß und Freude an diesem Bau.

      Grüße,
      Reinhold
      Du sollst den Karton und die Kartonmodellbauer ehren.
    • Hallo Alex

      Boaaah, da bleibt mir die Spuke weg!
      Überhaupt ist es dieses Jahr absolut genial, welche Vielfalt hier im Wettbewerb anzutreffen ist. Bleibt zu hoffen, dass auch alle, oder zumindest die meistsen ihre Projekte auch fertig bringen in der gegebenen Zeit!
      Hier schaue ich auf jeden Fall öfter rein!

      Viel Spass und Erfolg
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • Hallo Alex,

      die Spantenrisse schreien eigentlich nach Laubsäge, Sperrholz, Leisten, Holzleim und einem Maßstab, mindestens 1:100...

      Trotzdem, als Scratchbau wird Dir der Rumpf einiges an Handfertigkeiten abverlangen.
      Besonders neugierig bin ich auf Deine Vorgehensweise beim Beplanken, ob Du z.B. radial angeordnete Segmente verbaust (wie bei Kartonmodell-Konstruktionen überwiegend üblich), oder tangential schmale Streifen aufbringst.
      Jedenfalls ein ambitioniertes Vorhaben bei dem ich Dir gutes Gelingen- und am Ende viel Erfolg bei der Wertung wünsche.

      Viele Grüße
      Roland
    • Hallo zusammen,

      @Gerhard, Andreas, Andy, Reinhold, Peter, Roland: Willkommen in der Werft, schön dass Ihr bei mir seid freu 2

      Die Beplankung habe ich mir zweischichtig vorgestellt: zunächst vertikal, damit eine saubere straffe Rumpfschale entsteht und dann horizontal, um die Plattengänge (feinst angedeutet) abzubilden. Übrigens: Wenn man sich mal den alten REVELL-Bausatz der USS Olympia ansieht, findet man wuchtige, mit vielen fetten Nieten dargestellte Platten. Wagen wir mal den Vergleich:



      Tatsächlich kann man die Plattenverläufe am Original so gut wie gar nicht erkennen. Auch die Nietenköpfe kann man in diesem Maßstab getrost vernachlässigen.

      Dennoch würde ich mich unwohl fühlen, wenn das Finish keine Längsbeplankung wäre grins 3

      LG Alex
    • Hi Christian,

      für mich ist es gleichzeitig eine Reminiszenz an meinen Opa. Der hat sie damals für mich gekauft und gebaut. Und ich weiß es noch genau: Das Unterwasserschiff hat er rot gepinselt, die Aufbauten grau und das Überwasserschiff knalle ORANGE ... aber ich hab den Zossen geliebt happy 2

      @Wiwo: eine gewisse Ähnlichkeit ist vorhanden, in der Tat... In diesem Fall haben die Engländer die USS Olympia als unausgeglichen betrachtet: Für ihre Größe übermotorisiert und zu schwer bewaffnet ... naja ...

      Top speed bei den Probefahrten 21,67 Knoten und 4 x 20,3cm in den Türmen sind ne Hausnummer, MONARCH kommt mit 17,5 Knoten daher (SMS Budapest), dafür aber mit 24cm Turmgeschützen ...

      LG Alex

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Alex ()

    • USNavyAlex,

      schöne Sache was Du da wieder am Wickel hast! Ich drücke die Daumen dass die Lust und Kondition bis zum Ende anhält. Ich spreche aus Erfahrung denn ich weiß dass so ein selbstgebauter Rumpf zwar Arbeit macht aber dann doch relativ gut von der Hand geht. Schwierig wirds dann bei der Ausrüstung. All die vielen Kleinteile aus dem Plan heraus zu konstruieren und die erzielten Fortschritte am Modell kaum erkennen zu können bedarf eine ganze Menge Geduld. Aber was schreibe ich... Du kennst das Metier und weißt auf was Du Dich einlässt. Ich werde hier natürlich gerne mitverfolgen was Du schaffen wirst und hier und nicht sparen meinen Senf aufzustreichen prost2
      Die französischen Pläne habe ich auch von der besagten Seite. Guck an, ich dachte immer damit eine astreine Quelle weil zeitgenössisch zu haben (klar, das hat nicht viel zu sagen). Du hast Dich näher mit der OLYMPIA beschäftigt und die Macken an der - wie Du auch schreibst - schönen technischen Zeichnung aufgezählt. Wieder was gelernt!

      Viel Erfolg,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin zusammen,

      @Klaus:

      Klaus schrieb:

      Ich drücke die Daumen dass die Lust und Kondition bis zum Ende anhält.
      Ich sag nur "Black Pearl ... soooo kurz vor dem Zieleinlauf heul1

      Wie angekündigt, beginne ich die ganze Geschichte mit einem ersten Testbau in 1/500. Kiel und Spanten passten schon mal ausgezeichnet zusammen; beim Deck hab ich gepatzt: hinten raus fehlt ein ganzes Stück. Ich muss noch rauskriegen, ob es an der Skalierung lag oder ob ich beim Ausschneiden zu dusselig war.
      Außerdem hat USS Olympia EIGENTLICH einen Deckssprung: ich hab aber eher ein ziemlich planes Bügeleisen fabriziert.
      Kann mir auch vorstellen was da passiert ist grr

      Kopfnotiz: die Zeichnungen für Kiel und Spanten noch jeweils mit einer deutlichen "hier wollen wir uns treffen" Markierung versehen.

      Mal gut, es ist NUR der Testbau. War schon mal eine gute Idee freu 2

      Beim Echtbau werde ich dann auch die Spanten auf meinem Spantbogen nicht mehr außerhalb nummerieren sondern direkt auf dem Spant. Alles so Kleinigkeiten, auf die man erst kommt, wenn man mitten drin steckt happy 2

      Bilder hab ich natürlich auch; das Testschiff ist ca 21 cm lang:










      Alles in Allem taugt das auf jeden Fall, um das Zwischendeck noch einzubauen und eine Beplankung vorzunehmen; mal sehen wie sich das dann macht. Bei der großen Schwester muss ich mal schauen, ob ich nicht vielleicht noch was Stabilisierendes zwischen die Spanten setze; ich hab die Befürchtung, sonst wird die ganze Geschichte zu wabbelig.

      Das wars erstmal von Union Iron Works,

      LG Alex
    • Hola, das ist aber ein ambitioniertes Projekt! Ich hatte ja keine Ahnung, daß auch die Amerikaner Schiffe bauten, die wie "Kaiserliche im Tropenhemd" aussehen. Also dranbleiben und was lernen.

      Zur Frage betr. Rumpffüllung mit Balsa: da hat die "Rennleitung" vor einigen Tagen aufgrund einer ähnlichen Anfrage entschieden, daß voll ausgestopfte Rümpfe nicht koscher sind. Der Witz beim Kartonmodellbau besteht doch gerade darin, ein Kartonspantenskelett mit Kartonstreifen zu beplanken, nicht einen "Holzklotz" mit Papier zu tapezieren. Der Spantabstand bei Dir ist klein genug, daß eine wabbelige Bordwand wohl kaum zu befürchten ist. Bei Klaus und Ludwig (Gnost) hat es jedenfalls gut funktioniert. Unterfüllungen, z.B. auch aus Spachtel, sind in den schwierigen Bug- und Hecksektionen ok., ebenso Verstärkungen (auch aus Holz) an stark beanspruchten Stellen (z.B. bei Segelschiffen die Stellen, an denen die Wanten verankert werden oder rund um die Masten).

      Viel Erfolg beim Bau der "Olympia": ein prima Name für ein Schiff, das in einen (unkriegerischen) Wettkampf geschickt wird.

      Beste Grüße
      Claudia
    • Hallo Alex,

      ich glaube auch, dass der geringe Spantenabstand reichen müsste, um bei guter Beplankung mit etwas anschleifen vorher einen passablen Rumpf hin zu bekommen. Ich würde vielleicht noch ein paar Stringer einziehen, damit sich der Rumpf nicht so stark verwindet.
      Eine andere Möglichkeit ist noch, nicht mit dünnem Karton zu beplanken, sondern die Grundplankung mit Graupappe zu machen. Da hat man etwas mehr "Fleisch" zum rund schmirgeln. Klappt bei meinen Seglern einwandfrei und erspart sogar den Spachtel.

      Grüße und weiter viel Spaß mit diesem Experiment!
      Ludwig
    • Servus Alex,
      du hast ja im Linienplan die Wasserlinien!
      Damit kannst du problemlos horizontale Verstärkungen einziehen.
      Als Minimum würde ich die Konstruktionswasserlinie setzen und dann noch auf jeder Seite zwei Senten einziehen.

      Damit hast du ein bombenfestes Gerüst.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Moin zusammen,

      @Klaus: Balsa ist pfuibah, egal mal was die Rennleitung sagt haue 3

      @Kurt: merci bien freu1

      @Claudia: Nanana, hast Du Dir noch nie die USS Oregon oder USS Maine angesehen? Die glänzen im selben hübschen Kleidchen. Und ich denke, wir laufen auf einer Welle: Weiß, Gelb und Kriegsschiff sind einfach eine wunderschöne Mischung.. Sie trägt ihren Namen übrigens nach der Stadt Olympia im Bundesstaat Washington.

      @Gnost und Wiwo: die Spanten werden auf jeden Fall in Schichtbauweise hergestellt. Ich hab nen super Karton meines allerliebsten Schreibwarendealers am Start, 300g Qualität, mit dem ich auch schon das Heck der USS United States gebaut habe und der mir als Teileträger dienen wird. Den werde ich zusätzlich mit Graupappe verstärken; Cornflakeskartons fliegen hier reichlich rum mahlzeit1

      Längsstringer setze ich vermutlich analog der Linienrisse ein, wie Wiwo schon vorschlägt. Diese Art der Konstruktion findet man ähnlich ja auch bei Peter Brand (Undine, Panther und Co).
      Aber dazu werde ich zunächst, wenn es meine Zeit erlaubt, die Pläne nochmal bearbeiten.

      Das Modell des Modells hat nunmehr sein Zwischendeck bekommen. Etwas sehr Donauwelle, das ist meiner Schlamperei bei den Spanten geschuldet, aber alles in allem ganz passig:





      Ich konnte natürlich nicht widerstehen, noch ein wenig mit Papier zu spielen und habe dabei aus Versehen ein Stück Rumpfbeplankung gebaut kratz1



      Das hab ich dann flugs dupliziert... und nun gehts an die Haut der alten Dame. Dabei habe ich vor, eine Seite zu beplanken und die Gegenstücke der anderen Seite erst zu scannen, bevor ich sie anbringe. Damit habe ich dann beim großen Modell schon mal eine Grundlage für die untere Schicht.



      Sooo das wars für heute...

      LG und einen charmanten Sonntagabend,

      Alex
    • Hallo Alex,

      bei dieser Herangehensweise kann nichts schief gehen. So ein Testrumpf ist 'ne prima Sache, da kann man sich mal so richtig trauen und das, was sich bewährt, dann am eigentlichen Modell umsetzen. Und mit einem so stabilen Spantenskelett kann man auch mal drücken, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Das Schwierigste ist nun wohl, den Zuschnitt der Bordwand hinzubekommen. Eine dicke oder zwei dünne Schichten?

      Beste Grüße
      Claudia
    • Moin zusammen happy 2

      @Thomas D. @Bonden: Vielen Dank Ihr Zwei freu 2
      @Claudia: Geplant ist erstmal eine Schicht aus etwas stärkerem Papier, um den Rumpf "in Form" zu bringen. Alles Andere sehe ich, wenn ich das Konstrukt vor mir habe...

      Konstrukt, das Stichwort des Tages: Ich habe jetzt 3 Bögen für die endgültige Konstruktion fertig, wobei mir mein alter Freund Photoshop enorm geholfen hat. Natürlich werde ich sie Euch nicht vorenthalten. Im Original ist so ein Bogen übrigens 57cm lang...

      Nummer 1 enthält alle Spanten sowie den Kiel mit herausgearbeiteten Stringern und das Zwischendeck. Die Oberkanten der Spanten habe ich mit einem eingefügten Teil aus Querschnitten von Werftzeichnungen abgeschlossen (der Decksprung der USS Olympia ist zwar kaum wahrnehmbar, aber dennoch vorhanden). Dort, wo später die Einschnitte zum Zusammenbau sind, habe ich rote Markierungen gesetzt, analog sind an den Spantmarkierungen am Kiel kleine Marken, bis wo ich schneiden muss:


      Nummer 2 ist eine Komposition aus Kiel, Seitenansicht, Hauptdeck und Aufbaudeck. Die Seitenansicht habe ich eingefügt, um am Rand des Hauptdecks blaue und grüne Markierungen an den Stellen zu setzen, unterhalb derer später die Bullaugen sein werden. Blau steht dabei für die obere, grün für die untere Reihe Bullaugen.
      Um mich selbst nicht zu sehr zu irritieren, habe ich das Innenleben der Kasematte komplett wegradiert. Dabei ist mir wieder mal aufgefallen, dass ich bei diesem Schiff keine kleinen, fummeligen Geschütze bauen muss daumen1


      Zu Bogen 3 gibt es nicht allzu viel zu sagen: Es sind die 4 Stringer, die für die Längsstabilität sorgen sollen. Sie werde ich wahrscheinlich nicht doppeln. Die etwas krausen Kanten sind der nicht vorhandenen Schärfe des Risses geschuldet, dafür gibt's dann später beim Bau Schleifpapier.


      Das wars mal wieder von dieser Baustelle, habt alle einen stressfreien Tag.

      LG Alex
    • Mannometer... ja 2 Du betreibst aber einen ganz schön Aufwand für Deine Rumpfkonstruktion. Hoffentlich passt alles gut zusammen. Bei der Vorarbeit sollte alles glatt gehen. Ich wünsche Dir viel Erfolg und bin auf das Ergebnis gespannt. Was Du oben zeigst ist schon für den Endmaßstab 1:200? Oder sind das Vorarbeiten in 1:500?

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin zusammen,

      es kann mitunter recht vertrackt werden, wenn man zufällig NOCH andere Pläne in die Hand bekommt. Zumal, wenn es Originale von 1902 sind. Die habe ich auf der Facebookseite der USS Olympia gefunden und natürlich sofort "verwurstet". Insbesondere handelt es sich um das hier:



      Sehr zu meiner Freude zeigt der abgebildete Mittellängsschnitt die USS Olympia im Zuge ihres Umbaus in den 1902er Zustand, den das Modell später darstellen soll. Also ab ans Reißbrett und rein mit diesem Plan in meine bereits vorhandenen Pläne.
      Leider stellten sich dabei einige eklatante Unregelmäßigkeiten zwischen meinem Linienriß und dem Mittellängsschnitt heraus.
      Was dazu führte, dass ich den 1/500er Testbau ad acta gelegt habe, denn auch jener hat mich nicht darauf vorbereitet, dass ich am großen Modell zwischen Unterkante Spant und Unterkante Kiel noch reichlich 5mm Spiel haben würde wunder1

      Nach X Messungen, Testdrucken, neuen Ausdrucken etc etc etc war alles soweit stimmig, dass ich mich an das Modell wagen konnte. Dabei habe ich den Längskiel allerdings nicht mehr rein auf dem Linienriß aufgebaut, sondern auch auf dem Mittellängsschnitt:





      Für die Längsstabilität soll letztendlich nur das Zwischendeck verantwortlich sein. Spanten und Kiel sind aus 0,5mm Abfallkarton, der Kiel zusätzlich mit 300g-Karton verstärkt.
      Das Zwischendeck besteht aus 2 Lagen 300g-Karton. Um sicherzugehen, dass es auch passt, habe ich zunächst nur 3 Spanten vorbereitet und zusammengesteckt, ohne zu kleben:



      Das Ergebnis war OK und so beschloss ich, das Gerippe zusammenzufügen:




      Jetzt darf es sich erst einmal zurechtliegen; zwischendurch wird es immer mal wieder auf Verwindungen kontrolliert, aber alles in allem sieht es dahin gehend recht entspannt aus.

      Bis demnächst,

      LG Alex
    • Sehr schön: es wird ernst mit dem 1/200er-Modell.

      Kann es ein dass Dein Facebook-Fund verzogen/verzerrt ist? Der detaillierte Einrichtungsplan des Längsschnittes ist ja sehr verlockend, ich würde jedoch bei einer Planquelle bleiben und den neuen Fund als ergänzende Informationsquelle hinzunehmen.Oder hast Du zu dem Längsschnitt noch andere passende Zeichnungen nach denen Du bauen kannst?

      Schöne Sache aber, Dein Gerippe! daumen1

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin moin zusammen,

      Ich nehm Euch mal mit in meine Werft les 3
      Via Facebook habe ich den besagten Mittellängsschnitt, sowie einen Plan des Hauptdecks. Vergleicht man beide, stimmen sie fast 100% überein (natürlich wurde 1902 noch von Hand gezeichnet, aber die Verwerfungen dadurch sind minimalst).
      Die anderen Zeichnungen sind (Vergleiche per Photoshop belegen dies) eindeutig mit dem Originalmaterial als Quelle entstanden, aber sehr vereinfacht (und ebenfalls von Hand) gezeichnet worden.
      Mein Passproblem entstand schlicht auch durch diese Vereinfachungen in Verbindung mit einer, ähm ... nicht so tollen Qualität des Linienrisses.

      @KlabauterKlaus: Ich weiß übrigens jetzt, wie die französischen Pläne entstanden sein dürften. Im Online-Archiv der Library Of Congress befindet sich diese "Preview" der USS Olympia vom Konstruktionsbüro an den Secretary Of The Navy von 1890:


      Die hieraus entstandenen Pläne wurden augenscheinlich auch für ein Modell zu Rate gezogen, das, wenn ich mich recht entsinne, im Hampton Roads Naval Museum ausgestellt ist. Man sieht das z.B. an den Ankerklüsen, die in der dargestellten Form nie auf USS Olympia eingebaut waren:

      (schade übrigens, das Modell ist sonst echt klasse)

      Die Ankerklüsen sind übrigens eins dieser Themen, die mich ebenfalls gerade beschäftigen. 1902 hatte man der USS Olympia richtige Klüsen spendiert; auf den Plänen sind die Kettenführungen und Decksklüsen auch zu sehen:

      ... NUR .....


      ... auf dem korrespondierenden Deckplan (oben) nicht, DENN ....

      der sieht noch die Kettenführung durch die Klüsen im Schanzkleid vor. Der Modellbauplan (unten) zeigt die Decksklüsen, allerdings fehlen Details wie z.B. die beiden Lüfter neben dem Winschgehäuse.

      Ich muss also im Endeffekt aus allen verfügbaren Materialien das Beste herausholen. Im Fall der Decksklüse ist es z.B. der Modellbauplan, bei Details und tatsächlichen Formen ist es der Originalplan. Soll ja hinterher dann auch so aussehen:



      Diese Fragestellungen sind jetzt schon wichtig, weil als nächstes das Deck aufgesetzt werden soll und ich die Ankerklüsen gern funktionsfähig hätte.

      Genug gefachsimpelt; der Rumpf hat sich gut trockengelegen und weist keine Verwerfungen oder Verzug auf. Ich widme mich nun dem Hauptdeck, sobald ich wieder etwas Ruhe habe. Einstweilen freue ich ich auf Kommentare und Anregungen.

      Zwei Fragen hab ich noch an die Gemeinde:
      1. die Hauptdecksreling der USS Olympia besteht aus zweizügiger Kette, auch sonst hat das Schiff recht viel Reling. Ich liebäugle mit Sämann Ätztechnik, Eure Meinung dazu?
      2. ich benötige Stegkette 1/200 als Ankerkette und bin etwas verwirrt, was die Gliedermaße angeht. Kann mir da mal jemand helfen oder eine Bezugsquelle nennen?
      3. an die Wettbewerbsleitung: Michis Free Matrosen von Paper Shipwright sind erlaubt?

      Soviel von der Navywerft,

      LG Alex
    • Ach, hurra1 das macht doch Laune sich so ausgiebig mit einem Schiff zu beschäftigen!
      Zur Meinungsfrage nach den Ätzteilen: Ich hatte von Sämann bisher nur Reling in 1:600 verarbeitet weil eine Alternative in dem Maßstab nicht zu finden war. Die Qualität ist klasse. Aber warum nimmst Du nicht Lasercutreling? Die lässt sich prima schneiden und verkleben. Von GPM gibts Reling in 1:200 (wenn ich nicht falsch liege). Oder Fadenreling selbermachen? Dann könntest Du nach Plan die Abstände der Stützen - falls erforderlich - ganz genau anlegen. Zu viel Aufwand?

      Viel Spaß und Erfolg bein Beplanken und Ankerklüsenbau,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Njaaa das Problem ist folgendes:

      diese Reling zieht sich ums gesamte Schiff ....

      ... und ich hab so gar keinen Plan, wie ich das umsetzen soll.Klar, die Reling ist erst noch Zukunftsmusik, aber diese winzigen Kettchen machen mir schon seit einiger Zeit Hirnsausen kratz1

      Schaun wir mal .... Und hier das neueste Update: Dat Hauptdeck sitzt!




      Sobald die Geschichte durchgetrocknet ist, kommt noch ein wenig Schleifarbeit, denn ich habe reichlich 1mm dazugegeben, einerseits, um den Deckssprung (querschiffs) auszugleichen, andererseits aus einem Gefühl des "man weiß ja nie" hinsichtlich der Pläne.
      Meine ganze Vorarbeit in Sachen "Lage der Bulleyes" usw war übrigens für die Katz, was nicht zuletzt an meinen aus dem letzten Loch pustenden Farbpatronen liegt. Ist aber auch weniger dramatisch, denn für Schliff und Erstbeplankung brauche ich keinen Drucker sondern nur Augenmaß, Bleistift und Schere kaffee1
      Fürs Erste halte ich das Ergebnis schon mal für recht gelungen, als ob Opa mir da die Hand führt verlegen1

      Bis denni,

      LG Alex
    • ...hat Opa Schiffe gebaut? arbeit2 Erzähl mehr!
      Die Ketten sollen das Niederlegen der Reling gewährleisten... weißte doch sicher!
      Bei der Lasercutreling kannst Du die durchhängenden Ketten einfach durch vorsichtiges Biegen der Züge mit einem Schaschlikspieß o.ä. erreichen. Schau in meinem Oevre die WESPE an. Da habe ich es in 1:250 bei der empfehlenswerten HMV-Lasercutreling gemacht.

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Opa hat genaugenommen die USS Olympia von Revell gebaut ... das war so in den frühen 70ern. Und er hat das Schiff dabei sehr peppig aussehen lassen: UWS in rot, ÜWS in ORANGE ... aber die Details und der ganze Zossen haben dem kleinen Alex extremst gut gefallen (ich war damals im "ich rupfe die Beiboote runter und lasse sie schwimmen" - Alter). Auch so ein Grund, warum ich mir ausgerechnet DIESES spezielle Schiff ausgesucht habe ...

      ... das ich nicht orange anpinseln werde, versprochen lach 1

      Sieht sehr gut aus, die Wespe, aber es ist noch nicht so ganz das, was ich mir vorstelle. Kommt Zeit, kommt Rat ... denk1

      LG Alex
    • moin1 Freunde !!

      Weiter geht's mit USS Olympia. Jetzt geht es ihr nämlich an die Unterwäsche.
      Um die Form des Rumpfs zu stabilisieren (und zu kontrollieren) hab ich ihn mit einer Lage Papier (handelsüblicher Zeichenblock, weil stabil und gut formbar) "tapeziert", was zwar nicht besonders toll aussieht, aber im späteren Verlauf des Baus noch einen anderen Sinn ergibt: Die Spanten werden sich nicht durch die Kartonplanken drücken.
      Den Bugbereich habe ich frei gehalten, weil ich hier noch in Sachen Ankerklüse was schrauben will, der Heckbereich ist ebenfalls noch nackt, da hier ganz spezielle Formen gefragt sind:



      Aktuell sieht das wie folgt aus:







      Am Deck musste ich übrigens noch etwas herum skalieren; das verdammte Ding wollte einfach nicht zum verbauten Mittellängsschnitt passen. Nun haut das hin. Was ich bei der Gelegenheit ebenfalls feststellen musste: Stegketten in DER Größe kann ich mir abschminken.
      Hier der Grund dafür: Stellprobe mit der kleinsten verfügbaren Ankerkette ...



      Aber irgendwas ist ja immer ...

      Euch einen schönen Tag,

      LG Alex
    • Servus Alex,

      solider Unterbau, das sollte für eine glatte Aussenhaut reichen! ja 2
      Bei der Ankerkette würde sich (ausser der geplätteten Kette aus verdrilltem Draht) noch geätzte oder gelaserte Ketten anbieten.
      Ich habe so eine geätzte Kette bei meiner Triglav II verwendet, der optische Eindruck war sehr gut.

      Das historische Foto im Trockendock ist Klasse!
      Da ist man wohl sauber mit dem Steuerbord-Propeller angedonnert, so verbogen wie der Flügel ist!

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Moin Wiwo,

      verdrillter Draht wird vermutlich für die Hauptdeckreling zum Einsatz kommen; als Ankerkette nehme ich wohl letztendlich die auf dem Bild gezeigte. Muss ich wenigstens nicht extra kaufen denk1

      Wie die Jungs von der Olympia das mit der Schraube hinbekommen haben, entzieht sich leider meiner Kenntnis; auf jeden Fall war es vor 1899. Und extra für Dich hab ich auch noch was ausgegraben: USS Olympia vor Spalato an der dalmatinischen Küste im guten alten Österreich-Ungarn (nach 1902 war sie auch fleißig im Mittelmeer unterwegs):



      GLG Alex