C-6 USS Olympia scratch 1/200

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    • Moin zusammen und nachträglich newyear ...

      Nach längerer Zeit nun wieder ein Update von der USS Maine .. ÄÄÄhhh Olympia schwitz1

      Es gibt ja Zeiten, da vergeht einem die Lust ganz gewaltig:



      Hier seht Ihr, was aus Version 1 "Olympia-Rumpf" geworden ist. Aber der Reihe nach:

      Das Spantengerüst entsprach ganz meinen Vorstellungen, die erste Beplankung aus Papier ging auch noch klar, dann habe ich begonnen, mit Karton längs zu planken. Ging ganz gut, allerdings habe ich schnell festgestellt, dass das von mir verwendete Material eben doch nicht so gut zu verarbeiten war, wie ich dachte. 300g sind zwar stabil, aber eben nicht geschmeidig genug. Der Kardinalfehler war die zusätzliche Verwendung von schwarzem Papier; zum einen habe ich die Bulleyes damit hinterklebt, das Zeug aber fatalerweise auch für Außenbeplankungen verwendet.
      Dabei stellte dich dann heraus, dass dieses Papier die dumme Eigenschaft hat, total ungeeignet für die Verwendung von lösungsmittelfreiem Klebstoff und Acrylfarben zu sein.
      Der erste Einsatz von Acrylfarbe produzierte einen Rumpf, der aussah wie das "davor"-Bild in der Clearasilwerbung brüll1

      Bei der Gelegenheit ebenfalls gelernt: Acrylfarbe ohne Grundierung entwickelt auf Spachtelmasse einen gummiartigen Überzug. Ich hätte kotzen können.

      Also was tun? Projekt in die Tonne? Keine Option!

      Abtapezieren war angesagt, ich hab also den ganzen Kram runtergerissen und mir dabei einen Kullerkeks gefreut, dass das Spantengerüst sich von dieser Maßnahme total unbeeindruckt zeigte schwitz1

      Damit hatte ich nochmal etliche Arbeitsschritte vor mir wie z.B. die Ermittlung der genauen Positionen von Bullaugen und Klappen auf den Bordwänden. Ganz plan und glatt wie auf einigen Modellen zu sehen, ist der Rumpf des Originals ebenfalls nicht; es gibt Überlappungen im UWS-Bereich, was man auf diesen beiden Bildern sehr schön sehen kann:




      Die Unterplanken habe ich diesmal mit (extra angeschafftem) Karton 180g in Angriff genommen:



      Und natürlich beim Überwasserschiff ein weiteres Mal Bullaugen gezählt:



      Leider habe ich vom Bau "ganz in Weiß" keine Bilder, ich war voll in Bastelwut versunken. Nachdem ich die Teile des Überwasserschiffs angebracht hatte, erfolgte die Verplankung mit 80g und 100g Papier, um ein wenig Struktur hereinzubekommen. Dann 3 Lagen Acrylfarbe UWS (das UWS wird erstmal fertig gestellt, dann kommen die Außenstrukturen des Überwasserrumpfs, bestehend aus 10 Schwalbennestern, 24 Luken, Bugtorpedorohr, Handläufen, Bullaugenumrandungen etc etc etc.

      Durch Zufall stieß ich noch auf diese putzige Einrichtung hier:



      Davon besitzt USS Olympia 5 auf jeder Seite, und zwar auf Höhe der unteren Bullaugenreihen. Meines Erachtens sind das die Austritte der Speigatten für das darüber liegende Zwischendeck, das wegen seiner diversen Öffnungen naturgemäß etwas feuchter gewesen sein dürfte. Oder was meint Ihr??

      Der nächste Post zeigt Euch den aktuellen Bauzustand.

      LG Alex
    • moin1

      Nun die Bilder von meiner USS Olympia im aktuellen Zustand (der sich heute Abend auch wieder etwas geändert haben wird).
      Erst mal die Bugansicht. Ihr seht schon die Schlingerkiele; die habe ich gestern angebracht und erst einmal durchtrocknen lassen.



      Achtern machen sich schon die Schraubenwellen breit, Backbord ist fertig und wartet auf die Schraube.



      Von der Seite sieht das schon mal gar nicht so schlecht aus.



      Und auch schräg von oben macht schon Lust auf Decksbeplankung und Aufbauten.



      Das wars mal wieder, bei Fragen einfach fragen happy 2

      LG Alex
    • ... jaaa, es ist zu erkennen was es werden soll daumen1
      Die Extrarunde mit der neuen Beplankung hat sich gelohnt. Die kleinen Rinnen in der Bordwand werden für mein Dafürhalten Speigatten sein, das sehe ich wie Du. Du hast doch Einrichtungspläne: Liegen dort Toiletten oder Waschräume hinter?

      Das wird jedenfalls ein schmuckes Modell.

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • moin1 Alex,
      im Nachbarforum »marine-modellbau-und-mehr« (siehe Banner auf unserer Startseite) gibt es einen Baubericht zur OLYMPIA. Vielleicht inertessant für Dich?

      marine-modellbau-und-mehr.de/t67f76-USS-Olympia-3.html

      Daraus habe ich diesen Link zu aktuellen Fotos des Originals: vova-modelist.livejournal.com/252253.html

      Hilfreich?

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin zusammen,

      @Tommi, Christian: Speigatten. Torpedonetze waren zu jener Zeit noch nicht notwendig, da das U-Boot noch in den Kinderschuhen steckte und Torpedos (wie auch auf USS Olympia) auf Überwassereinheiten eingesetzt wurden. Da hätten dann auch etwas aufwändigere Installationen eingebaut werden müssen (Spieren zum Beiklappen etc...). Also Speigatten. Nassräume gibt es, so regelmäßig verteilt, auf meinem Kreuzer nicht. Die betreffenden Klappen befinden sich, wie ich bereits schrieb, auf Höhe der Bulleyes, meine Vermutungdaher: Speigatten für die Entwässerung des Zwischendecks.

      @KlabauterKlaus: Hilfreich auf jeden Fall, allein schon wegen der Detailbilder. Der Baubericht zeigt zumindest, was für eine Detailfülle noch auf meine USS Olympia und auf mich zukommen wird. Der Verantwortliche für den gekauften Rumpf gehört allerdings standrechtlich an die Rah geknüpft.

      Ich hänge hier mal eine Übersicht der 3 Bauzustände der USS Olympia an, der mittlere wird meiner:


      Nebenbei: Ein kleiner Dialog auf Fratzenbuch mit dem Independence Seaport Museum ist zwischendurch auch gelaufen. Dieses ganze vergoldete Zeugs wurde mit Kriegsbeginn entfernt, weil die Sonnenreflektionen das Schiff immer sehr früh verrieten.

      Demnächst gehts mit Modellfotos weiter; Ruderblatt und Bugtorpedorohr (bereits 1901 nur noch ein Dummy) sind dran happy 2

      LG Alex
    • Das ist richtig, aber die USS Olympia stand länger in Dienst und Torpedos konnten auch von kleineren Überwassereinheiten abgeschossen werden. Evtl. sind diese erst später angebracht worden?
      tschö1 Christian

      in der Werft: Papegojan Shipyard im Maßstab 1/72, Knarr nach Skuldelev I im Maßstab 1/72

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Moin Christian,

      finde ich gut und auch extrem anregend, dass Du die Fragestellung weiter verfolgst. Ich denke, ich kann die Torpedonetze jetzt ausschließen, denn das Ordnance Pamphlet 636A der US Navy von 1944 sagt in Kapitel 1:

      US Navy schrieb:

      It established the self-propelled torpedo as a practical and deadly weapon. Naval designers took up torpedoes, torpedo-carriers and anti-torpedo devices with the enthusiasm of golf faddists suddenly aware of a new type of golf stick. Some of the most hasty conclusions derived from the Port Arthur attack were to harass practical naval men for years. In most navies, for example, although not in the American, tons of heavy booms and wire were hung on the sides of capital ships, to remain there until the German battle cruiser Derfflinger's torpedo wire, shattered by shell fire at Jutland, very nearly disabled that ship's screws in the midst of the battle.

      Beachte: NOT in the American. Wenn man nun einen Blick auf meine kleine Montage wirft:



      hat man oben die bereits bekannte "as built" Konfiguration von 1893 nebst einem Bild der USS Olympia im Bauzustand 1902. Auf beiden habe ich mal die vorderste der fraglichen Klappen grün eingekreist.

      Das beweist, dass es sich hier tatsächlich nicht um nachträgliche Einbauten handelt, sondern um die Urkonstruktion.

      Ich liebe Detailrecherche danke1

      GLG Alex
    • Hallo Alex,

      da habe ich wieder etwas gelernt. Ich dachte, dass die Netze bei allen Marinen im Einsatz waren. Danke für Deine Recherche. Ich hatte in meinen Quellen keinen brauchbaren Hinweis gefunden.
      tschö1 Christian

      in der Werft: Papegojan Shipyard im Maßstab 1/72, Knarr nach Skuldelev I im Maßstab 1/72

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Hallo Alex,

      ich bin erst heute auf deinen Baubericht gestoßen. Da hast du mit einem großen und aufwendigen Objekt angefangen. Und das alles in Eigenbauweise. Ich weiß gut was das bedeutet, habe ich meine Nassau auch nach einem gezeichneten Plan scratch gebaut. Da waren auch bei mir viele Probearbeiten nötig.

      Jedenfalls wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg; ich werde dich auf dem weiteren Baufortschritt ständig begleiten. daumen1

      Übrigens, die Olympia von Revell habe ich gegen Ende der 1980er Jahre gebaut und sie steht noch immer in meinem Hobby-Zimmer; roter Rumpf und hellgraue Aufbauten. Wenn du damit einverstanden bist, stelle ich mal einige Bilder auf deinem Baubericht ein.

      Alles Gute,

      Gruß Wolfgang.
    • moin1 zusammen,

      @Piedade 73 Wolfgang, klar doch, dieser alte Bausatz hat ja seinen ureigenen Charme. Willkommen im Club der Olympioniken freu 2

      Es geht weiter, Schritt für Schritt. Ich habe mir in den letzten Tagen mal die Steuerbordseite vorgenommen:



      Die Schwalbennester für die 57mm sind dran, Geschützrohre und Deckel kommen -wie auch die Schiffsschrauben- später dran, das macht keinen Sinn, solange ich den Rumpf noch ein paar mal pro Arbeitsgang in die Hand nehmen muss.
      Mit einigem Aufwand verbunden waren die Luken zur seitlichen Beladung des Schiffs; es gibt pro Seite 10 davon.
      Ebenfalls zu machen waren die Kohlenluken und die Ascherutschen ... und natürlich die Speigatten.



      Weiterhin habe ich das (zu jenem Zeitpunkt nicht mehr funktionstüchtige) Bugtorpedorohr eingebaut, ebenso Ruderblatt und seitliche Steigleisten. Aktuell bin ich dabei, Silberdraht zu Bullaugenumrandungen zu biegen; ein Teil ist auch schon verbaut.



      Hier nochmal ein Detail:



      Wir sehen ein Schwalbennest, rechts davon die Steigeisen, links neben dem Schwalbennest eine der Luken, daneben eine Bekohlungsluke, darunter die Aschenrutsche, links davon eine weitere Luke, darunter ein Speigatt.
      Und es kommen noch Handläufe, dann wird die Seite endgültig angestrichen und ich wende mich der Backbordseite zu.

      Das wars erstmal von dieser Front,

      LG Alex
    • Hehe... da kann ich auch gleich noch mal einhaken:

      4 der besagten PFORTEN sind Bekohlungspforten. Und auch so was hat den Linealen der Ingenieure damals ordentlich Abnutzungsspuren verschafft; hier mal ein Originalplan:



      Die 20 anderen Pforten dienen der Beladung des Schiffs mit allem, was man sonst so braucht, denn auf der Olympia sind ausnahmslos alle vorhandenen Luken Niedergänge.

      Natürlich konnte man auch eine "Power-Bekohlung" durchführen; zu diesem Zweck hatte sie (hab ich schon mal gezeigt) die bekannten runden Deckel im Mannschaftsabteil und mit dem Umbau dann auch so genannte "Coal Trolleys", quasi Davits fürs schnelle Anbordnehmen von Kohle:



      Wird ziemlich spannend, das alles im Modell umzusetzen.

      LG Alex
    • Hallo, ich hab eine Frage, wie klebst du das Unterwasserschiff ab um eine gerade scharfe Trennung zum Überwasserschiff zu malen / Lackieren zu bekommen. Ich habe das mal probiert aber entweder wurde der Rumpf beschädigt oder es gab keine scharfe Linie.
      Gruß Hartmut
      wie man´s macht ist´s verkehrt, macht man´s direkt falsch ist´s auch nicht richtig , wunder1
    • Moin Hartmut,

      ich denk mal, auf das Abkleben werde ich ganz verzichten; auf dem einen Bild kann man unter den Steigeisen ganz gut sehen, wie empfindlich das Ganze ist; einmal nicht aufgepasst, versehentlich was drangeklebt, versucht, abzulösen und schon einen Abriss produziert wut1

      Da mein Rumpf nicht allzu sehr gebogen ist, werde ich die Trennkante mittels Lineal und Bleistift auf den Rumpf bringen und mich für den Rest auf Augenmaß und ruhige Hand verlassen müssen.

      LG Alex
    • moin1 zusamen,

      @KlabauterKlausHab das mal in die Wege geleitet mit dem Zigarettenpapier. Ich bin gespannt, wie das angepinselt aussieht.

      Ansonsten: Häppchenweise geht es weiter. Die Schwalbennester sind komplett, heute ist die Backbordseite mit all ihren Details fertig geworden. Hier mal ein Makro aus dem Bugbereich



      Die Besonderheiten hier sind das vergitterte Bulleye (schätze mal, da waren die Arresträume), der Kühlwasserauslass schräg rechts darunter, der Handlauf ganz rechts (da hat sie einige von) und das fertige (bis auf die Pforte und das Geschütz) Schwalbennest.

      Auf den Auslass und die Gitter bin ich beim 100sten Mal Bildergucken gestoßen (Ihr kennt das bestimmt):






      Mittschiffs eine Orgie in Draht und Sekundenkleber.



      Achtern hab ich schon mal grob die Proportionen der Heckdeko eingezeichnet, nach diesem Original hier:



      Außerdem musste ich mitten im Bau eins der Bulleyes achtern "verlegen"; es war mir zu weit nach hinten gerutscht.

      Insgesamt sieht meine "Olympia" jetzt wie folgt aus:



      Der ganze Spaß wiederholt sich heute noch an Steuerbord und dann kommen die Lackierer dran, damit ich endlich zum Deck schreiten kann (freu ich mich schon drauf).

      Fazit: Die "Olympia" überrascht mich immer wieder mit Kleinigkeiten, Feinheiten und Details, bei denen aber immer erst eine Recherche fällig wird. So ist der von mir eingebaute Handlauf backbord achtern beim Original nicht mehr vorhanden, auf Dockbildern von 1922 jedoch deutlich zu sehen:



      Ich find die Idee der Handläufe außenbords übrigens recht sinnig und klug durchdacht. Wenn man mal versucht hat, mit einem Boot an einem modernen Dickschiff anzulegen, weiß man das grins 3

      So denn, das wars erstmal wieder. Über Kommentare und Anregungen freut sich

      der Alex
    • moin1 zusammen,

      heute mal wieder was Neues von der USS Olympia:

      Die Backbordseite hat soweit alle Details, die sie braucht und der Wasserpass ist mir -glaub ich- auch ganz gut gelungen.
      Das hat mich motiviert, das Deck in Angriff zu nehmen.
      Zunächst hab ich es auf 300g ausgedruckt und in Form gebracht. Als Textur nehme ich einen freien Download von dieser hilfreichen Seite. Vielleicht ist ja für Euch auch was dabei. Selbigen habe ich auf 135 gedruckt. Auf die Rückseite habe ich ein Millimeterraster gedruckt; so kann ich passige Planken schneiden (ja, sie bekommt ihre Decksplanken einzeln).

      Bevor ich nun zum Skalpell greife, hier die aktuellen Bilder vom Baufortschritt:









      ... und zum Schluß noch eine putzige Zeichnung, die ich im Netz gefunden hab. Man beachte die Jungs in der Bilge lach 2 :



      Bis zum nächsten Mal,

      LG Alex
    • Moin zusammen,

      Steuerbordseite ist immer noch nicht gepönt, statt dessen wollte ich heute mal schnippeln. Nämlich Decksplanken.
      Ich hab mich entschieden, sie 1mm breit zu machen, was nicht ganz richtig ist, der Wirkung aber keinen Abbruch tut.
      Eigentlich müssten sie einen halben Millimeter breit sein, aber das tu ich mir nicht an, bei aller Liebe zur Erbsenzählerei denk1

      Begonnen habe ich mit dem Vorschiff; die Ankerlager und den Turmaufbau habe ich angeglichen:



      An den Seiten und an den Übergängen zum Decksaufbau siehts noch etwas fransig aus, aber auf der Oberkante der Bordwand liegt noch ein Süll und der Decksaufbau bekommt einen eigenen Sockel.

      Ich habe die Planken einzeln aufgesetzt; dadurch dass ich sie willkürlich mal hier, mal dort aus meinem Texturbogen geschnitten habe, entsteht ein recht hübsch anzusehendes Holzmuster.

      Die Plankenstöße habe ich dabei nicht herausgearbeitet. Bin mir noch unschlüssig, ob ich sie hinterher einarbeite oder alles so lasse wie es ist, dazu muss ich erst noch mal in mich gehen. Was meint Ihr denn so???


      Das Deck besteht aus 2 Teilen. Ich nutze die Beplankung jedoch, um ein einziges Teil ohne Fugen draus zu machen.

      Naja ... und provisorisch aufgesetzt machts doch einen recht guten Eindruck, oder?


      Übrigens hat die Olympia ihr Holzdeck mit Kriegsumrüstung dann auch verloren. Bis heute wandert man auf den Oberdecks über angepönte Stahlplatten.

      Hier ein paar Kontrastbilder aus dem langen Leben des Schiffs.






      Mich stimmt so was immer nachdenklich....

      Ein Grund mehr, sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere darzustellen. Finde ich...

      LG Alex
    • Moin zusammen,

      ich tendiere ebenfalls zu Plankenstößen. Nun habe ich mich mal etwas genauer ins Thema eingearbeitet und hurra, da ist sie, die nächste Challenge.
      Schaut Euch mal diese Bilder an:



      Auf ihnen sieht man die Querfugen ja recht gut, aaaber ich sehe nichts, was darauf schließen lässt, wie lang so eine Planke denn war. Eins steht für mich fest: das müssen richtig lange Eumel gewesen sein, die sie da verbaut haben.
      Explizit falsch ist demnach die Umsetzung des Nachrüstsatzes für die 1:232 - Olympia:


      Willkürlich gewählte Fugen wie hier geht gar nicht.

      Und wenn man sich dann noch auf die Back begibt, sieht man so gar keine Querfugen:


      Das ist sogar verständlich, denn auf der Back steht jede Menge Zeugs rum; dazu ist sie auch noch durch die Ankerlieger unterbrochen.

      Die Gretchenfrage ist also jetzt: wie lang war eine Decksplanke auf der USS Olympia?

      LG Alex
    • Moin moin,

      @KlabauterKlaus besten Dank. Den Thread habe ich mir weitestgehend durchgelesen; schon interessant als Denkanstoß, denn ich habe mich im Anschluss mal mit der Frage befasst, WARUM so ein Blechzossen denn überhaupt ein Holzdeck hatte.
      Denn eins hat mich an Schiffen schon immer fasziniert: Es gibt auf ihnen nichts, was keinen Sinn macht. Selbst Pierre Pugets ausschweifende Schnitzdekadenz im 17. Jahrhundert hatte tatsächlich Sinn, auch wenn der nur darin lag, andere Länder neidisch zu machen (genervte Kapitäne waren da eher ein Nebeneffekt).
      Der Sinn eines Holzdecks auf einem Eisen- oder Stahlschiff, einem Kriegsschiff wohlgemerkt (bei Passagierschiffen geht es auch um Dekoration und Ambiente) liegt schlicht in der Kühlung.

      Dazu ein Zitat:

      Mark Logico schrieb:

      However, when applied, the teak wood aboard a battleship had several duties to accomplish. It's not just merely decoration. It had purpose.

      An active battleship had large amount of gunpowder that had to be transported on and off of the ship. Teak served as protection preventing metal-on-metal scraping, which could potentially create sparks, thus fires.

      Teak served as insulation. A battleship had a vast area of deck, 1.2 acres in fact in the case of USS Missouri (BB-63), and the sun can beat on it insistently. She had no air-conditioning, so the space underneath it would get visibly hot.

      Nachzulesen HIER.

      Was hat das nun für Auswirkungen auf die Frage der Fugen? Oberflächlich gesehen erst einmal gar keine. Außer, dass das Holzdeck keinerlei stützende oder für die Integrität der Struktur wichtigen Aufgaben zu erfüllen hat. Bei der US Navy wurde auf den größeren Einheiten Teak benutzt, ein hartes, verwindungssteifes Material, das wiederum auf ein starres Eisen- oder Stahldeck aufgebracht wurde. Daher kann die Länge der verwendeten Planken lediglich durch die verwendeten Transportmittel zur Werft limitiert gewesen sein. Und da in den Staaten ganze Stämme als Floß die Flüsse hinuntergeschickt wurden, entfielen bei einer entsprechend gelegenen Werft (wenn denn eine Sägemühle vorhanden war) Transportmittel wie Schiene oder Straße.
      Ich hab da jetzt keinen empirischen Beweis an der Hand, es erscheint mir ganz einfach zwingend logisch.
      Wenn ich mir die Decksrisse der Olympia ansehe und ein wenig das Lineal schwinge, komme ich für die längste durchgehende Planke auf dem Achterdeck auf ca. 16m. Auf dem Aufbaudeck sind die Planken länger, dafür kann man dort auch Stückelungen erkennen.

      Für mein Modell habe ich mich entschieden, ein paar Querfugen zu setzen. Allerdings kann man die nur sehr schwer erkennen, ich hätte sie ebensogut auch weglassen können.

      So viel zu den Fugen; noch ein paar Worte zum Deck: Ich habe an 2-3 Stellen Mist gemacht und die Beplankung nicht weit genug zur Bordwand gezogen, da werde ich noch nacharbeiten. Insgesamt ist das Deck aber recht schön anzusehen.
      Vor dem Aufbringen auf den Rumpf habe ich es mit Graphitstaub behandelt (Bleistift Stärke 6B über Schmirgelpapier gezogen und den Staub mittels Küchentuch vorsichtig über die Planken gerieben). Damit nicht alles schietig wird, anschließend noch Fixativ drüber gesprüht.

      Was mich derbst nervt, ist die alles andere als glatte Rumpfoberfläche wie auch die Klebstoffblitzer auf dem Deck. Dazu kommt als nächstes Klarlack seidenmatt (auf Acrylatbasis) zum Einsatz. Habe ich noch nie mit gearbeitet, ich werde erstmal einen ausgesonderten Rumpf damit behandeln und dann die Entscheidung treffen.

      Zum Schluss noch ein paar Bilder:






      LG Alex
    • Hallo Alex,
      zu sehen werden die Plankenstöße aus einem gewissen Betrachtungsabstand nicht gewesen sein. Das Einzeichnen lockert das Deck etwas auf und wir haben uns wohl auch daran gewöhnt, nötig ist die Darstellung aber nicht.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)
    • Moin @Kurt,

      Gewöhnung und auch Geschmack. Die GPM-Decks wurden ja erwähnt, deren Textur ich ebenfalls absolut spitze finde. Hingegen den traditionellen "Deckslinie-auf-Ocker" Layouts kann ich so gar nichts abgewinnen. Aber das ist ja auch das Schöne, dass man in unserem Metier eben nicht sklavisch auf alles angewiesen ist, was einem der Hersteller so anbietet, oder?

      LG Alex
    • Danke, Christian freu 2

      Heute habe ich mich den Geschützpforten für die Seitenartillerie gewidmet. Nicht ganz ohne, da zweigeteilt und gebogen mit Gabelscharnier auf der Außenseite. Entsprechend hab ich auch erst 2 Stück fertiggestellt und angebaut (noch unbemalt):



      Im Original sieht das aus wie folgt, ich wollte allerdings nicht das ganze Gedöns einbauen und habe mich auf einen umlaufenden Draht beschränkt.



      Weiterhin hab ich mir Gedanken über das hier gemacht:



      Aktuell und ohne Farbe sieht meine Umsetzung aus wie folgt:



      Mal sehen, wie sich das macht, wenns fertig ist.

      Übrigens wurde das Namensschild wie auch die Galionsfigur aus Bronze gegossen und vergoldet (auch wenns nicht so aussieht).
      Hier die Galionsfigur (stellt die Göttin Nike dar):



      Dieses ganze Ziergedöns sollte zeigen, dass die Seemacht USA wieder im Kommen war. Was sie in den Schlachten bei Santiago und Manila ja sehr eindrucksvoll bewiesen hatte.
      Nun hatte ich gedacht, dieses Dekozeugs wäre der USS Olympia vorbehalten, wegen der Manilaschlacht, in der sie ja Flaggschiff Admiral Deweys war. Aber weit gefehlt, es gab ein Schiff, an dem ich genau die gleichen Anbauten gefunden habe, und zwar die USS Cincinnati.



      Das heißt, dass diese Dekorationen sich nicht auf das Schiff oder dessen spezifische Leistungen bezogen sondern nur ganz allgemein den neuen Rang der US Navy auf der Weltrangliste symbolisieren sollten.
      Abgebaut hat man das alles übrigens, weil das Goldflimmern schon auf sehr weite Entfernung die Anwesenheit des Schiffs verriet.

      Das wars erstmal, bis demnächst

      LG Alex
    • moin1 allerseits,

      heute war mal wieder die USS Olympia dran. Das Heckschild hab ich erstmal ad acta gelegt, irgendwie gefällts mir nicht. Mal in mich gehen, wie man das noch machen kann.

      Statt dessen habe ich mich daran gemacht, das Deck zu möblieren. Genau genommen hieß das: Windhutzen, Kettenstopper, Poller, Luken, Ankerlager, Behausung fürs Spill, Unterbau vorderer Turm.

      Fangen wir mal mit dem größten Aufbau an:





      Der vordere Bereich enthält die Ankerwinsch (auf beiden Seiten bekommt er noch einen Satz extra Winschtrommeln verpasst), der hintere Bereich ist der Unterbau für den vorderen Turm. Hier ist es ganz interessant, sich mal andere Modelle anzusehen, bei denen diese Konfiguration teils doch sehr vom Original abweicht. Kein einziges Modell hat dabei diese Strukturen an der Wand der Barbette. Das Original aber schon:




      Die Windhutzen waren mir echt schleierhaft, denn auf diesem Bild hier:



      sind zwischen den Ankerlagern 2 sehr hohe Windhutzen, während heutzutage:



      dort lediglich 2 Poller stehen. Außerdem waren in den Plänen 2 weitere Windhutzen zu sehen, sehr weit vorne, etwa auf halber Höhe zwischen den Ankerlagern und den Kettenstoppern, die man auch auf ausnahmslos allen Modellen der Olympia sehen kann.
      Was sollte das? Umbauten? Zwischendurchaufenthalte in Werften?

      Nein, die Antwort war viel einfacher und fast schon selbsterklärend, wenn man sich dieses Detailbild des Mittellängsschnitts ansieht:



      Eingezeichnet sind dort die hohen Windhutzen, sowie die kleinen ganz vorne. Benannt sind jedoch auch die beiden großen Poller ("Bitts"). Des Rätsels Lösung: Auf den Windhutzen steht jeweils der Hinweis "Portable Vent".
      Man konnte die kleinen also aufstellen, wenns unter Deck am Bug zu warm wurde und die hohen konnte man auf die Poller setzen. Darauf muss man erstmal kommen....

      Ich habe mich entschieden, die Poller zu zeigen und statt der vorderen Windhutzen 2 Deckel aufs Deck zu kleben (die werden wohl dort gewesen sein). Angepinselt sind bisher nur die beiden Windhutzen hinter den Ankerlagern sowie die Kettenstopper.

      Der Anker wäre auch noch erwähnenswert: Ihn habe ich direkt aus dem Decksplan geschnitten, gedoppelt und mit Sekundenkleber stabilisiert. Der Ankerstock braucht noch ein wenig Feintuning, auch ist der Anker noch nicht angepönt.
      Die Ankerkette ist keine mit Mittelsteg, aber bei dem Maßstab reicht mir das auch so.
      Witzig ist die Färbung der Kette. Anhand von Fotos habe ich bemerkt, dass die Amerikaner ihre Ketten tatsächlich zweifarbig pinselten: Das Stück von der Klüse bis zum Anker war weiß, der Rest schwarz. So sorgte eine schwarze Kette am weißen Rumpf nicht für Störungen der Optik.

      Die letzten Bilder gehören dem aktuellen Bauzustand:



      Sodele, das wars erstmal wieder von der US Navy,

      LG Alex
    • So meine lieben Beobachter und Daumendrücker,

      last dance for today: endlich das Schanzkleid auf der Back samt der "alten" Ankerklüsen, die beiden Lüfter neben dem Turm, 2 Doppelpoller (noch unbemalt) und wenn Ihr genau hinseht, haben die beiden dicken Poller so eine Art Haken dranbekommen. Da wurde seinerzeit tatsächlich die Kette drauf gelagert. Sachen gibt's ... ja 1





      Bemalt ists größtenteils noch nicht, das wird dann der nächste Schritt ...

      LG Alex
    • Danke, Tommi freu 2

      Und hallo zusammen,

      obwohl die Back noch nicht fertig ist, habe ich beschlossen, mich um den Decksaufbau zu kümmern. Die hierbei zu umschiffende Klippe sind ganz klar die Schwalbennester, hinter denen insgesamt 10 x 5in/40 -Geschütze stehen. Oder übersetzt: Das alte Mädchen hatte 10 Stück 127mm als Seitenartillerie. Aber auch die Form des Aufbaus selbst ist nicht ganz ohne, wie dieses Bild erahnen lässt:



      Gelöst habe ich das wie folgt: Zunächst habe ich den Aufbau in Segmente unterteilt. Dabei ging ein Segment entweder bis zum nächsten "Knick" oder bis zum nächsten Schwalbennest. Letztere habe ich erstmal unberücksichtigt gelassen und statt dessen "Garagentore" eingefügt:



      Anschließend die Schwalbennester separat gebaut, dabei nutzte ich den Grundriss auf dem Decksplan und die Vermessung des Seitenrisses:



      Beim Einkleben war das, wie Ihr seht, von Erfolg gekrönt.

      Besondere Beachtung fanden die Abschlüsse vorn und achtern, die jeweils mit den Turmbarbetten parallel auskonstruiert sind. Man sieht das hier ganz gut:


      Da das achtern ebenfalls der Fall ist, musste ich den Turm achtern auch schon anfangen:


      Mittlerweile ist er auch schon verklebt und der Aufbau bis achtern durchgezogen, es fehlt nur noch das Endstück analog zu dem Schott vorne.
      Die Bulleyes und Türen stellten kein Problem dar; sie sind auf beiden Seiten identisch. Ich hab die Bullaugen übrigens von hinten mit einem Tropfen Sekundenkleber verschlossen; bei genauestem Hinsehen ergibt das so eine Art Glaseffekt:


      Das wars erstmal wieder,

      LG Alex