C-6 USS Olympia scratch 1/200

    • Hey Tommi,

      fast ... sag ich mal:



      Aber die Olympia war auch schon mal hart an der Grenze:



      Und aktuell ist sie trotz der äußerst ambitionierten Restaurierungs-Crew immer noch ein Stück weit von "très chic" entfernt:



      Wenn auch nicht ganz so weit wie dieser Hobel hier:



      Hättet Ihr sie erkannt?:



      Nun aber genug Wrack-Peepshow. Ich will das so:



      GLG Alex
    • Moin zusammen,

      die Woche war toll: Montag zum Doc, Diagnose Angina Pectoris, am selben Tag noch ins Krankenhaus, Dienstag Katheter (alles OK soweit, kein dritter Stent notwendig), Mittwoch entlassen, gestern platt zuhause und heute (trotz leichter Einschränkungen) mal wieder an der USS Olympia.

      Die Schilder am Signaldeck hab ich nochmal angezupft und durch kleinere Exemplare ersetzt. Um mich dann an die 4 Geschütze zu machen, die man mit ein paar Verrenkungen sehen kann, wenn sie eingebaut sind. Es handelt sich um die selben 6-Pfünder, wie sie auch im Zwischendeck zum Einsatz kamen; 2 davon stehen unter der Brücke, 2 weitere unter dem Signaldeck. Im Original sehen sie so aus:



      Meine Version aktuell so:



      Noch sind sie zu feucht; ich mach erstmal Pause, vielleicht übers Wochenende, dann bekommen sie ein paar Highlights in Messing aufgetupft und werden an ihre Positionen gesetzt.

      Jaja, das berühmte Kleinvieh .....

      LG Alex
    • Moin zusammen und vielen Dank für die lieben Wünsche freu 2

      Unser Hobby hat auf jeden Fall den Vorteil, dass es gut tut. Von daher mache ich heute wieder ganz entspannt mit der alten Dame weiter. Anzubieten habe ich die 4 kleinen 6-Pfünder (von denen man natürlich auf dem Modell nicht so sehr viel zu sehen bekommt. Wie Ihr seht, hab ich noch ein paar kleine Akzente in Messing gesetzt.



      Ein weiteres Detail ist mir erst sehr spät aufgefallen, als ich dieses Bild hier in die Hände bekam:



      Hier tummelt sich das Signalcorps der USS Olympia auf dem frisch dafür hergerichteten Signaldeck. Man sieht recht genau eine vorgelagerte, kleine Plattform, auf der sich ein Tochterkompass befindet. Außerdem erkennt man seitlich angebrachte, kleine Plattformen für die Winkis.
      Diese mittlere Plattform, wie auch die Doppelung der Hängemattskästen, standen heute auf meinem Bauprogramm.



      Die Innenwände der Hängemattskästen sind nicht, wie bei anderen Schiffen jener Zeit, mit Eisen geschlossen, sondern bis etwa zur Hälfte mit Segeltuch bespannt. Dazu musste ein Taschentuch herhalten, das ich auf einem genialst gebauten Gestell mit einer Mischung aus Weißleim, weißer Acrylfarbe und Wasser behandelt habe, was diese hübsche runzlige Optik ergibt. Übrigens mache ich Segel genauso.



      Um den Aufbau herum habe ich noch eine schmale "Zierleiste" montiert. Erstens gehört das so, zweitens kaschiert sie perfekt die unschöne Fuge zwischen unterem und oberen Teil des Deckaufbaus.



      Ach ja: so langsam wurde es auch Zeit, einen "Arbeitsständer" zu bauen, damit das Schiff sich nicht ständig von mir wegdreht happy 2

      Sooo... nun noch ein Gesamtbild und dann wars das erstmal wieder:



      LG Alex
    • Moin liebe Klebegemeinde,

      nachdem mir der Schamane meines Vertrauens gestern bestätigt hat, dass ich für mindestens 2 Wochen (mindestens!!!) ausgesteuert bin, hab ich innerlich in die Hände geklatscht und bin frisch ans Werk gegangen. Ein paar Stunden Olympia pro Werktag müssen einfach sein, zumal das Projekt sich ja nun doch als äußerst umfangreich herausgestellt hat.
      Trotzdem hab ich bei ihr keinerlei Motivationsflaute, komisch eigentlich ....

      Heute hab ich die Hängemattskästen mit Laufgängen komplettiert und schon mal mit den Bootsbarrings angefangen. Die Olympia hatte ursprünglich 2 bügelförmige Träger für ihre 10 Beiboote; heutzutage hat sie noch eine Menge mehr T-Träger auf ihren Decks, so dass ich erstmal recherchieren musste, wie das damals denn nun genau aussah. Anhand der folgenden Bilder könnt Ihr sehen, was ich meine. Links der aktuelle Zustand, rechts der Zustand ab 1902, leider mit Sonnensegel...



      Angefangen hab ich mit der Einrichtung vorne. 2 Bügel, als Doppel-T-Träger und dazwischen der Unterbau von Laufbrücken, mit denen die Männers an die Boote gelangen konnten. Wie man auf dem folgenden Bild sieht, konnte man da auch jede Menge Plünnkram drauf parken:



      Kommen wir zum Bau: Verwendet wurde mein 300g/m²-Karton, gedoppelt, umrahmt mit 135m² als Trägerimitation. Methode: Messen, fluchen, verwerfen, nachmessen, fluchen, bauen kippe1








      Morgen dann die selbe Geschichte achtern. Und auch hier ist es erstaunlich, welche Millimeterarbeit notwendig ist.

      Bis morgen (oder heute?)

      LG Alex
    • Oh freu 2 danke1 danke1 danke1 @KlabauterKlaus happy 2

      Dann hab ich hier mal wieder einen kleinen Baufortschritt:

      Das achtere Bootslager ist fertig, außerdem die Klampen und das Metallgestell über dem achteren Niedergang gepinselt:



      Damit ist das Aufbaudeck weitestgehend fertiggestellt. Und ich konnte mich den Hauptgeschützen zuwenden, zu denen ich bisher so gar kein Konzept hatte. Bei der üblichen Vorabrecherche stellte sich heraus, dass die Geschütze des aktuellen Schiffs nicht zu 100% mit jenen der historischen Olympia übereinstimmen:



      Schaut Euch mal die Öffnungen für die Rohre an und denkt dabei an die Elevation les1

      Ich wollte meine Geschütze zumindest drehbar machen - aus einem ganz simplen Grund: Ich kann sie wegdrehen oder rausnehmen, wenn ich um sie herum arbeite. Meine Lösung sieht folgendermaßen aus:





      Wer jetzt die Entwicklung zum komplett bemalten und installierten Geschütz erwartet, wird leider enttäuscht; die Werft arbeitet erst morgen wieder. Aber ich habe noch ein paar Bilder:






      Für die Techniker: Es handelt sich bei der Hauptartillerie um 8 Inch/35 Mark 4, entsprechend 20,3cm, was für einen Kreuzer jener Zeit schon eine ganz tüchtige Artillerie darstellt. Das mag ein Grund sein, warum diese Geschütze erst im Vorfeld des Ersten Weltkriegs abgerüstet und gegen 4"/40 Schnellfeuergeschütze ausgetauscht wurden.
      Sie konnten 120kg schwere Geschosse (Panzerbrechend oder explosiv) mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 640m/Sec abfeuern.

      Das wars erst mal wieder...

      LG Alex
    • Hallo Alex,

      ... und wie lief das nun mit der Elevation wenn die Öffnungen in den Käseschachteltürmen oben so knapp bemessen waren? Viel an Richtwinkel wird nicht zu holen sein, oder? Die Türme auf der "echten" OLYMPIA seinen Attrappen, so las ich cool2

      Mit den zunehmenden Decksaufbauten macht der Modellbau so richtig Spaß. Wenn man sieht wie das Schiff wächst und Formen annimmt hat man eine sehr angenehme Schaffensphase erreicht. Ich mag das... zwinker2

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Neu

      Moin moin,

      @KlabauterKlaus stimmt, die aktuellen Türme sind Attrappen. Die Originale werden vermutlich im Rahmen des Ersten Weltkriegs eingeschmolzen worden sein.
      Elevation der Originale... 4° nach unten und 13° nach oben, das war's. Aber es gab ja auch keine Flugzeuge zum Abschießen.

      Turm 2 ist aktuell in Arbeit, schätzungsweise sollten beide Türme morgen in der Grundstruktur fertig werden, ich muss da noch ein paar Details klären. Übrigens hat sich herausgestellt, dass der zuerst gebaute Turm besser auf die achtere als auf die vordere Barbette passt. Auch witzig.



      Weiterhin hatte ich heute mal Lust, mich dem Steuerhaus zu widmen. Selbiges bietet die Olympia in 2 Formen an: Quadratisch oder nach den Seiten erweitert:



      Wie Ihr auf dem ersten Bild sehen könnt, hat "meine" Olympia noch ein quadratisches Steuerhaus. In dieser Form wurde das auch neu aufgebaut:



      Innen befinden sich ein Steuerrad, 2 Maschinentelegrafen, ein Kompass und gegenüber ein Kartentisch. Die größte Herausforderung sind allerdings die Fenster mit ihren Fensterbögen. Ich zeig Euch mal ganz kommentarlos, wie es bisher aussieht. Die Türen will ich offen darstellen, daher wird's wohl noch etwas dauern, bis ich die Frontwand setzen kann. Vordere und achtere Brückendecks sind ja auch noch nicht "veredelt":










      LG Alex
    • Neu

      Moin zusammen,

      da ist es dann, das überaus geräumige Steuerhaus der Olympia. Noch nicht verklebt und -genau wie meine Geschütztürme- in Cabrioausführung grins 2

      Es enthält alles, was ein Steuerhaus so braucht, auf gigantischen 7,84m²: einen Kompass, ein Steuerrad, einen Kartentisch und 2 Maschinentelegrafen.












      In dem Ding ist noch nicht mal Platz für den obligatorischen Kommandantensessel. Mal gut, das Deckshaus auf der achteren Brücke ist wenigstens etwas größer.
      So, ich entknote dann mal die Finger und bereite mich seelisch auf Pfingsten vor regen1

      LG Alex
    • Neu

      Danke Dir, Peter freu 2

      Natürlich konnte ich mich nach Entknotung der Finger nicht zurückhalten. Das Ding musste fertiggestellt werden.
      Zunächst also die Laufgänge, Brücke und achtere Brücke mit Graphit versehen, anschließend lackiert.
      Dann das Kartenhaus mit seinem Dach versehen (einschließlich umlaufendem Balken), ebenfalls lackiert (weil's eine ziemlich coole Optik gibt) und in Millimeterarbeit aufgesetzt und feinjustiert.

      Dieser Acryl-Klarlack ist echt was Tolles: trocknet innerhalb kürzester Zeit und ist vollkommen geruchsneutral.

      Hier nun die Ergebnisse:









      (das letzte konnte ich mir nicht verkneifen)

      LG Alex
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      Hallo Alex,

      jetzt muss ich mich auch mal zu Wort melden. Lese schon einige Zeit mit, ich finde diesen Scratch- Bau bis dahin ganz hervorragend, die vielen feinen Details und insbesondere die Holzstrukturen, sowohl vom Deck, als auch den Aufbauten sind absolut überzeugend.
      Macht Spaß dem Werden dieses Modells zuzusehen!

      Weiter so und viel Erfolg! ja 2

      Liebe Grüße
      Peter
    • Neu

      Moin zusammen,

      Pfingsten überlebt; einfach mal nix tun ist doch was Feines.

      @Pitje vielen Dank; ich arbeite wahnsinnig gern mit diesen Holzstrukturen. Siehst Du auch HIER :)

      @Klueni Danke für den Tipp!

      @Kurt Ist so, einen Amerikaner erkennt man irgendwie immer. Aber es war schon eine enorme Leistung, innerhalb relativ kurzer Zeit ein eigenes Konzept zu entwickeln. Ich liebäugle ja noch mit anderen Amis, von denen es keine Baubögen gibt ...

      Der erste Schritt des heutigen Tages war das vordere Geschütz. Wie immer, hatte ich mir das alles ein wenig einfacher vorgestellt. Schaut man sich die Attrappen auf der Original-Olympia an, befindet sich im unteren Bereich eine Art Kragen, ich schätze mal, der wird als Wasserablauf gedacht sein:



      1902 sah die Geschichte noch ein wenig anders aus; dort sehen wir kleine Zylinder aus dem Turm ragen, die vermutlich zum Drehmechanismus gehören. Weiterhin ist oben umlaufend ein Handlauf zu sehen:



      Ich habe beides versucht, einigermaßen schlüssig nachzubilden; den Handlauf in der selben Technik wie die Handläufe an meinen Aufbauten (den Draht habe ich um eine 50ct-Münze gebogen), die kleinen Zylinder sind Stücke einer Drahtisolierung.
      Die beiden Sichtkanzeln sind einfach aus 2mm-Karton gestanzt.

      Wie Ihr auf den folgenden Bildern seht, hatte ich die Zylinder zunächst schwarz abgesetzt, letztlich aber doch wieder übergepinselt, weil sie so zu dominant wurden und nicht dem Vorbild entsprachen. Grundsätzlich habe ich im ganzen www nicht ein einziges Modell gefunden, das diese Details berücksichtigt.






      Somit kann ich demnächst auch das Dach des Winschenhauses dichtsetzen. Jetzt werde ich mich, glaube ich, an das Funk-/Signalschapp machen.

      LG Alex
    • Neu

      Hallo Alex,

      bedeutet das, dass ein Geschützturm den Durchmesser einer 50 Cent Münze hat... oh1
      Die kragenartigen Abdecken am Drehmechanismus der Türme kenne ich auch aus der Kaiserlichen Marine. Da hat man gestrichenes Segeltuch genommen um diese empfindlichen Stellen bei Nichtgebrauch vor Wind und Wetter zu schützen.

      Ach, und die langen Rohre die aus den Türmen herausragen waren also Halterungen für Petroleumlampen... jetzt weiß ich wofür die gut waren... muhaha1

      prost2 Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Neu

      moin1 moin1 liebe Zuschauer,

      heute geht's mal dröge mit Geschichte los. Es geht, genau gesagt, um den achteren Decksaufbau, den USS Olympia zwischen 1899 und 1902 erhalten hatte. Ich hatte ja schon herausbekommen, dass es sich bei ihm um den späteren Funkraum des Schiffes handelt. Nun ist die Funkerei eine Sache, die mich aus ganz bestimmten persönlichen Gründen interessiert.
      Hier mal eine Auflistung der Gründe in Bildform:



      Nachdem die US Navy endgültig aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht war, zeigte sie sich natürlich interessiert an allen Errungenschaften der modernen Technik, insbesondere an der -dank Marconi- gerade aufkeimenden Funkentelegraphie.
      Der erste Feldversuch mit der (auch bei Marconi noch in den Kinderschuhen steckenden) Technik verlief zunächst recht vielversprechend; beteiligt waren 2 Schiffe und eine Küstenfunkstelle.
      Desaströs wurde es, als USS New York und ein weiteres, nicht zum Versuch gehörendes Schiff zur selben Zeit funkten: An Land kam nur Müll an (verschiedene Frequenzen waren damals technisch noch nicht drin), und so nahm die US Navy erst einmal Abstand davon. Eine nette Doku zum Thema gibt's übrigens hier bei Youtube.
      In dieser ist dann auch zu sehen, wie Marconi Unsummen in Forschung und Entwicklung pulverte; das Genick hätte ihm fast noch die Britische Post gebrochen (Monopol), bis er auf die kongeniale Idee verfiel, sowohl seine Geräte als auch seine Operator zu vermieten anstatt zu verkaufen.
      Hier kommt dann wieder die US Navy ins Spiel. Selbige geriet nämlich genau aus diesem Grund mit Marconi in Streit. Dieser verlangte für 50 Apparate nicht weniger als 10.000 USD vorweg und jährlich nochmal die selbe Summe als Mietgebühr, was für die US Navy völlig inakzeptabel war.
      Ausprobiert wurden in der Folge Geräte einheimischer wie auch europäischer Hersteller.
      Letztendlich entschied man sich für Geräte von "Slaby-Arcor".
      Kennt Ihr nicht?
      Kennt Ihr doch: Die ersten Funkgeräte der US Navy stammten aus dem Hause AEG-Telefunken (ich mag geschichtliche Ironie).

      Ausgerüstet wurden zunächst
      USS Illinois
      USS Kearsarge
      USS Olympia
      USS Maine (II)
      USS Baltimore
      USS Texas
      ... und zwar für die Sommermanöver 1903.

      Soweit zu den Fakten, die uns im Zusammenhang mit USS Olympia interessieren. Die ganze Geschichte könnt Ihr (Englisch) im Standardwerk von Captain L.S. Howeth nachlesen. Das ganze Ding gibt's unter diesem Link.

      Interessanterweise habe ich bei der Gelegenheit auch eine Ungenauigkeit in einem meiner gesammelten Werke ausfindig gemacht, nämlich im "Historic American Engineering Record PA-428" zur USS Olympia.
      Dort heisst es:



      Nicht ganz. Meine gesammelten Bildwerke sagen da was anderes: Der Kompass befand sich auf der (im Modell schon zu sehenden) kleinen Plattform VOR der achteren Brücke und einen "Rangefinder" habe ich noch nirgends entdeckt. Ausgehend von meinem Bildmaterial steht auf der Funkbude lediglich ein Suchscheinwerfer. Die genannte Konfiguration passt also nicht zum Aussehen von 1903; sie kommt allenfalls für den Einsatz im 1. Weltkrieg in Frage.

      Kommen wir nun zum Bau der Funkbude. Diese ist nicht quadratisch wie das Steuerhaus, sondern rechteckig, abe im selben Design gemacht. Ein paar Kunstgriffe mit Photoshop reichten, um die ganze Geschichte baubar zu machen:



      Ich hab das alles nicht ausgestanzt, sondern -wie beim Ruderhaus- von Hand ausgeschnippselt, mir war so danach. Anschließend kam noch die Verglasung dran:



      Äh ja, und dann sind sie mit mir durchgegangen zunge 3






      Morgen kommt das Dach und die Lackierung und dann wird man von der nachempfundenen Einrichtung nichts mehr sehen.

      Charmanten Abend wünscht USS Olympia

      LG Alex