C-6 USS Olympia scratch 1/200

    • Moin nochmal,

      erstmal danke 2 für Eure begleitenden Kommentare, so macht mir mein "Kamasutra" erst richtig Freude ja 1

      @KlabauterKlaus: na das kann ich. Die USS Olympia ist ziemlich genau einen halben Meter lang; ich liefere sie Euch mal mit Lineal und 50-Cent-Stück:


      Ist etwas dunkel geworden, aber man kann ganz gut sehen, was das "riesige" Modell letztlich an handgeklöppelten Winzigkeiten enthält.

      LG Alex
    • Moin zusammen,

      @KlabauterKlaus klar, manchmal könnte man meinen, ich hätte hier einen werweißwiegroßen Hobel am Start, aber es bleibt 1/200, samt Fingerverrenken und Lupe holmes1

      Daher kann es dann auch mal sein, dass ein klitzewinziges Detail gefühlt Ewigkeiten braucht, bis es in meinen Augen zufriedenstellend gelungen ist.

      Heute ist die übliche Bastelroutine wieder eingekehrt: Ruhe im Haus, Zeit und Muße. Das heutige Detail hatte ich ansatzweise in Beitrag #55 schon mal erwähnt; es geht um die Kohlekräne.
      Kurz zum Hintergrund: USS Olympia besaß für die Bekohlung auf jeder Seite 2 Pforten, die direkt zu den Bunkern der jeweiligen Maschine führten. Ergänzend hatte sie im Zwischendeck die allseits bekannten runden Luken.
      Lebensmittel, aber auch Kohlesäcke, konnten von außen durch 10 Pforten pro Seite ins Schiffsinnere gelangen.
      Dadurch ergab sich allerdings das Problem, dass Kohleschuten am besten immer schön passig an den entsprechenden Pforten festgemacht werden mussten und die Geschwindigkeit des Kohlens durch die Nadelöhre der Pforten stark reduziert wurde, dass also ein schnelles Kohlen einfach nicht durchführbar war.
      Für einen Kreuzer, dessen Aufgabe vorrangig schnelle und weite Einsätze sind, ist so ein Zustand natürlich nicht haltbar, daher ersann man während des Werftaufenthalts 1899-1902 eine pfiffige, kleine Lösung: Man baute kleine Kräne jeweils auf Höhe eines Schornsteins ein. Wenn Ihr gleich die Bilder seht, werdet Ihr diese Dinger vermutlich für eine ziemlich wabbelige und allenfalls temporäre Konstruktion halten, so ging es mir jedenfalls.
      War es aber nicht; meine Bildrecherche ergab, dass diese Kräne auf jeden Fall zwischen 1902 und 1916 fest an Bord geführt wurden. Ab 1916 hat man das Problem dann wohl anders gelöst.

      Hier mal ein Bildausschnitt, wie ein Kohlekran bei der Arbeit aussieht:




      Über die Bauweise habe ich keine expliziten Pläne, also musste ich mir anhand meines Bildmaterials Gedanken über die Funktionsweise und das genaue Aussehen machen. Der achtere Kohlekran machte es mir einfach; dazu gab's ein recht deutliches Foto. Die vorderen Kräne habe ich noch nicht gebaut; aber sie sind in Vorbereitung. Hier mal mein Kran:



      Man hatte eine Art Galgen aus Doppel-T-Profilen vor den Schornstein gesetzt. Auf diesen bewegten sich schräg die Ausleger nach außen über die Bordwand hinweg. Das Außenende der Ausleger war jeweils auf einem umgedrehten U-Profil gesattelt, das gleichzeitig als Führung diente. Geriggt wurden die Kräne anscheinend erst, wenn es ans Bekohlen ging, was die jeweils 2 Winschtrommeln unterhalb der Scheinwerferplattformen erklären würde. Dieses Profil, ebenso wie die Scheinwerferplattformen, kommen als nächstes an die Reihe.

      Ich habe mir mal erlaubt, ein kleines Vergleichsbild zu fabrizieren:



      Hier noch das Original:



      Wieder so ein Detail, das einen ziemlichen Rechercheaufwand erforderte, aber ich bin ganz zufrieden damit.

      LG Alex
    • Moin Ludwig,

      nicht so ganz aber fast. Auf Deiner Gegenüberstellung im linken Bild hast Du den Standfuß der Scheinwerferplattform markiert.
      Das rechte Bild (hätte ich erwähnen sollen) zeigt den Kran des vorderen Schornsteins. Was da so schräg rauskippt, ist tatsächlich das U-Profil des vorderen Krans.
      Analog war das auch beim Hinteren vorhanden, der ist auf meinem Referenzbild allerdings in Ruhestellung eingeklappt und greift an der Außenkante des Laufgangs an. Ich hab mal gemalt:



      Rot sind die Streben, auf denen die Scheinwerferplattform sitzt, Grün das U-Profil bzw Ausleger.

      Und wo ich gerade dabei bin: Kann mir einer unserer Kriegsdampferspezialisten evtl verraten, was das für Dinger sind, die ich gelb eingekringelt habe?
      Auf diesem Bild hier steht eins davon auf dem achteren Geschützturm:



      Und hier ist so ein Ding neben einem der Jungs von der Kohlencrew geparkt:



      Ich recherchiere mir nämlich gerade einen Wolf. Bin gespannt wer zuerst ein Ergebnis hat...

      LG Alex
    • Servus Alex.

      Das sind in den Bildern Zwei und Drei eindeutig Geschützpivots für (typischerweise) 37mm SFK.
      Diese kleinen Knallbüchsen wurden u.a. zur Torpedoboots- und Bootsabwehr verwendet.

      Wofür die gelb eingekreisten Teile im ersten Bild sind, kann ich nur raten.
      Geschützpivots sind das keine - dort war sicher keine SFK aufgestellt, schauen eher nach höhenverstellbaren Unterstellböcken aus.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Moin @wiwo1961,

      im ersten Bild sind's die selben Dinger, es ist nur etwas unscharf geraten. Ich hab auch auf der USS Brooklyn so ein Dings ausgemacht:



      Was mich auf der Olympia wundert: Die fliegen quasi wild in der Gegend rum, sogar auf der Gemüsekiste. Scheinen an Deck ein wenig geschlampert zu haben, die Jungs.

      Ich danke Dir für die schnelle Antwort, Pivots für schießendes Kleinzeug ist auf jeden Fall die richtige Spur cool1 danke 2

      LG Alex
    • Moin moin, und weiter geht's.

      Nachdem ich heute die beiden Kranstützen angefertigt hatte, ging es an die Scheinwerferplattformen. Im Prinzip Plattformen, die auf Stahlrohren stehen und jeweils 2 Windentrommeln integriert haben:



      Ich hab es tatsächlich geschafft und eine halbwegs fertig; wie ich meine Winden baue, hab ich Euch ja schon gezeigt, hier waren also 4 Stück davon fällig.



      Durch ein kleines Versehen mit dem CA-Kleber hab ich das Plattformdeck versaut; dennoch macht sich's in der Stellprobe schon mal ganz gut:



      Natürlich muss noch frisches "Holz" drauf und die Winden benötigen Seil. Ich vermute übrigens, dass diese charmante Einrichtung das Tauwerk für die Kohlekräne bereithielt.
      Ganz witzig ist übrigens, dass die Plattformen zwar Relings hatten, ich aber auf keinem einzigen Bild so etwas wie eine Leiter sehe. Auf dem Museumsschiff ist das klar, aber auf dem voll einsatzfähigen Schiff in See .. ????

      LG Alex
    • moin1 Alex,

      musste man denn auf die Plattformen `rauf? Wurden die Scheinwerfer nicht mit Richtgeräten fernbedient? Wenn »Ja« müssten unter der Plattform die benötigten Gestänge und eben auch irgendwo die Richtgeräte zu sehen sein. Ansonsten ist es in der tat kurios, dass keinerlei Leiter oder so zu sehen ist... denk1

      Sehe ich es eigentlich richtig dass Du bisher kein einziges Laserteil oder irgendein anderes Fertigteil verbaut hast? klasse1
      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin @KlabauterKlaus ,

      Du rettest mir den Tag danke1 ... mein Bildarchiv zur USS Olympia umfasst nämlich mittlerweile 1,5GB an Material brüll1 ...
      Von fernbedienbaren Elementen konnte man, zumindest 1903 auf USS Olympia, nur träumen. Alles von Hand. Hier der beeindruckende Anblick der Scheinwerferplattform von unten:



      Und nein, auf meiner Olympia ist nichts an Laser, Ätz oder sonstwas. Komplett handgeknüpft das Gerät.



      LG Alex
    • Naja, die deutschen Linienschiffe bedienten schon zur selben Zeit ihre großen Scheinwerfer per Richtgerät. Die Übertragung erfolgte mechanisch per Gestänge und Zahnrädern und Handrädern (ein richtig gutes Modell zeigt solche Gestänge, sie sind selten zu sehen...). Die Scheinwerfer waren aber um einiges größer als die auf Deiner OLYMPIA... So wie es aussieht, stand dort ein Mann hinter oder neben und richtete den Lichtstrahl auf Zuruf auf das Ziel.

      Wenn Du in den schnellen Tempo weiterbaust hast Du Deinen Kreuzer bald fertig. Das ist schon toll, jeden Tag gibt es eine neue Folge auf »Alex´ Kreuzer Werft« daumen1

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin nochmal hüpf1

      Mit jedem Teil, das ich in Angriff nehme, scheint das Schiff ein Stück zu wachsen. Und zwar an Teilen, die ich noch nicht in Angriff genommen habe. Aber ich hab noch einen anderen interessanten Effekt beobachtet: Immer, wenn ich daran denke, zu einer anderen Baustelle zu greifen, feuert mir die USS Olympia eine Breitseite ins Kleinhirn und ruft mich auf ihre Decks. Ganz schon eifersüchtig, meine Kleine rotwerd1

      Ich hab es mir zur Routine gemacht, jeden Tag eine Baustelle zu bearbeiten und natürlich auch hier ins Logbuch zu setzen. An Wochenenden nur ausnahmsweise, das ist meine Familienzone verlegen2

      Diese halb fertigen Plattformen konnte ich natürlich nicht stehen lassen, auch weil es ein schönes Gefühl ist, die Olympia morgens zu begrüßen und zu sehen, dass erstmal alles an seinem Platz ist, um dann zu überlegen, wo es weitergehen soll.

      Somit hat sie nun ihre Scheinwerferplattformen erhalten, es fehlen nur noch 2 Streben und eine Leiter pro Plattform, das macht aber erst Sinn wenn alles durchgetrocknet ist und sich gesetzt hat.

      Hier die Bilder:









      LG Alex
    • Moin moin,

      heute kam mal wieder eine Herausforderung der Extraklasse: Die vorderen Kohlekräne. Während achtern diese hübsche Galgenkonstruktion steht, kommen vorne zwei "Davits" zum Einsatz, die die Kräne tragen, und zwar auf jeder Seite des vorderen Schornsteins eins. Auf diesem Bilddetail kann man das sehen:



      Und hier sieht man das Gesamtkonstrukt in aller Deutlichkeit:



      Ich hab mich also voll motiviert ans Schnippeln und Kleben gemacht:




      bis mir dann eine Kleinigkeit in den Kopf kam, die ich bis dahin nicht bedacht hatte:

      Wo genau waren diese Davits denn montiert? Auf der Decke des Schornsteinschachts oder daneben? Bemessen hatte ich sie von der Decke des Schornsteinschachts aus.....
      Nun hab ich die Logik bemüht und die sagte ganz eindeutig: Die Dinger sollen Gewichte aushalten können, also werden sie, wie die achtere Tragekonstruktion auch, an Deck montiert gewesen sein. Die Lücke zwischen der Außenwand des Steuerhauses und dem Davit auf Bild 2 spricht ebenfalls dafür.

      Somit war eine kleine OP fällig: Erstmal mussten auf beiden Seiten 2-3mm des Handlaufs weg:



      Anschließend weigerte sich alles in mir, die Kräne komplett neu zu bauen, also beschloss ich, mittels noch vorhandenem Material (Doppel-T-Träger die ich nicht verbaut hatte, weil die Maße nicht stimmten) die Davits einfach nach unten hin zu verlängern:




      Das Ergebnis ist recht stimmig. Zwar sind die beiden Kräne nicht zu 100% beidseitig deckungsgleich, das fällt aber kaum auf:




      ... schon gleich gar nicht, wenn dieses ganze Gewusel später noch mit Booten, Relings, Bootsdavits und Takelage dichtgeknallt wird.

      So, genug des Nervenkitzels für heute.

      LG Alex
    • Moin zusammen,

      @N8 FALKE danke Dir, Ralf. Einiges Kleinteiliges wird hier noch passieren, fürchte ich verlegen1

      Heute hab ich mich mal um die Back gekümmert. Auf USS Olympia sieht diese heutzutage wie folgt aus:



      Die prominentesten Bauteile sind hier natürlich die beiden Ankerkräne. Das Interessante hierbei ist, dass USS Olympia während ihrer gesamten Laufbahn stets Stockanker getragen hat. Um 1898 fuhr sie im Schanzkleid der Back dabei je 2 Ankerklüsen:



      Während der Werftliegezeit 1899-1902 verpasste man ihr zusätzlich weitere Ankerklüsen im Zwischendeck. Wie man auf diesem Bild sehr gut sehen kann, blieben die anderen aber sehr wohl noch in Benutzung:




      Und auch ihr "Weltkriegsoutfit" änderte nichts an der Verwendung des guten alten Stockankers:



      Zur Bedienung der Anker gehörten die beiden Ankerkräne, die an sich ganz pfiffig konstruiert waren: Sie saßen auf einem Scharnier, mit dessen Hilfe sie genau an das Schanzkleid geklappt werden konnten:



      Und natürlich dienten sie auch anderen Zwecken, z.B. zum Hieven und Fieren des permanent mitgeführten Wartungsfloßes:



      Gebaut habe ich die Kräne mittels geschliffener Zahnstocher in Papierummantelung:



      Was natürlich auch noch anstand, war die Decke des Winschengehäuses. Selbiges besitzt auf beiden Seiten noch Winschen, falls man mal mehr als einen Anker bedienen musste (die Zahnstocher habe ich mir als Griffe fürs spätere Bepinseln angeklebt):



      Die zweite Ankerkette musste natürlich noch durch die Klüse gefummelt und nicht zuletzt zwei Anker gebaut werden, die aktuell noch trocknen (wegen der Weißleimtropfen am Ankerstock). Man beachte die hochprofessionellen Rohzustandsankerhalteeinrichtungen happy1



      Nun noch ein Blick auf die Back in ihrer Gesamtheit:



      Erstmal war's das wieder. Schätzungsweise werden dann morgen die Anker und ein paar andere schnuckelige Details montiert. Dabei werde ich mich gemütlich von vorn nach achtern bewegen, denk ich mal. Ist ja noch reichlich zu tun ...

      LG Alex
    • Hallo Alex,

      sehr schön hast Du dir markanten Klüsen am Bug und die – zumindest mir – ungewöhnlichen Ankerkräne gebaut! daumen1
      Wenn ich die anderen Makros mit den Lüftern sehe, möchte ich Dir gerne vorsichtig zufüstern, mit der Pinzette die dort zu sehenden Beulen ein wenig heraus zu biegen. Damit der Lüfterkopf von vorn schön Oval wird...

      Ansonsten wieder: 100 von 100 Punkten! klasse1

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Alex

      Das ist echt Modellbau in all seinen Facetten. Von der Recherche-Arbeti über das Konstruieren der Teile bis hin zum Zusammenbau nach historischen Abbildungen...Sagenhaft, was Du uns da zeigst!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • Moin moin, Freunde der Olympia,

      @KlabauterKlaus ich hab mich des Lüfterproblems angenommen. Mal gut die sind so klein ...
      @Peter_H Du hast doch auch schon Blut geleckt, oder seh ich das falsch??

      "Von vorn nach achtern durchgehen" ... das sagt sich so einfach. Tatsache ist, ich bin den ganzen Tag auf der Back geblieben. Die Kräne wollten nämlich noch Blöcke, die Anker wollten noch ein Gestänge, das Winschenhaus wollte noch ein paar Augbolzen ... dann fehlte an den Kränen was ... und das Ergebnis ist -wie immer in diesem Stadium- unsichtbar.
















      Sicher, das eine oder andere Winzteil wird mir noch einfallen. Ich bin auch immer öfter drauf und dran, einfach mal eins der Beiboote zu bauen, aber ich klopp mir dann auf die Finger und halte mich zurück, da ich den Booten nach Fertigstellung der Decks und vor der zu erwartenden Orgie "Reling" ein eigenes Kapitel widmen werde.

      Nuun ja... morgen geht's weiter, vielleicht auch heute noch, wir werden sehen.

      Bis denne,

      LG Alex
    • Moin moin zusammen,

      als ich mir heute mein Werk betrachtete, schien es mir zuzurufen: "Hey, ich bin hintenrum noch nackich!"

      Also änderte ich das und stellte 2 Lüfter aufs Achterdeck:



      Und da ich schon mal dabei war, widmete ich mich sogleich einem kleinen Kuriosum der USS Olympia. Dabei handelt es sich wiederum um Lüfter.

      Zu Zeiten der Indienststellung war sie ausgesprochen harmonisch konstruiert. Achtern hatte sie ihre Signalbrücke, dahinter standen 2 Lüfter für die im darunter liegenden Deck eingerichteten Offiziersquartiere:



      Als nun das Deckshaus mit dem Funkraum hinzu kam, stand es diesen Lüftern natürlich im Weg. Aber dem Konstruktör ist nichts zu schwör, also zeichnete man sie erst einmal so in den Plan:



      ... und setzte das Ganze dann so um:



      Da man das Deckshaus erst im Zuge der Zurückrüstung auf den heutigen Zustand abriss, blieb das bis zur Außerdienststellung so:



      Tja, und das war dann auch die heutige Baustelle:



      Auch ein kleiner Fortschritt ist ein Fortschritt.

      Wünsche ein sonnenbrandfreies Wochenende!! sommer1

      LG Alex
    • Moin Ralf,

      ich bin ebenfalls nicht so völlig unzufrieden mit meiner "Kleinen", obwohl ich zugeben muss, dass das eine oder andere angefangene Segelschiff meiner Schubladensammlung bereits beginnt, sich zu rühren und nach mir zu rufen frech 3

      Dennoch wird es erst einmal ausschließlich mit der Olympia weitergehen, vielleicht führt die Jungfernreise ja sogar nach Mespelbrunn.

      Ihre Maschinchen sind ja groß genug dafür (und ich überlege, so ein Ding auch mal zu bauen)...


      Morgen geht's wieder an die Arbeit auf der Schanz, bis dahin einen schicken Sonntag!

      LG Alex
    • Hallo zusammen moin1

      Einen hab ich noch....

      Es hat sich heute so ergeben, dass ich noch das eine oder andere Stündchen abzwacken konnte. Diese hab ich den Außenschotts der USS Olympia gewidmet, und wieder einmal zeigte sich, wie nützlich es ist, wenn man weiß, was man tut, auch wenn es "nur" um so ein kleines Detail geht.

      Der Aufbau der Olympia hat 4 Außenschotts auf jeder Seite, jedes mit 3 Scharnieren und 5 Vorreibern bestückt. Die Scharnierseite der Schotts ist in Schiffsrichtung vorne. So was gefällt mir, denn es zeigt Denkarbeit im Kleinen. Wem schon mal der Wind so ein Schott aus der Hand gerissen hat, der weiß, was ich meine. Hier mal so ein Schott im Zustand "jetzt":



      Nun befinden sich auf der heutigen Olympia in zweien der Schotts Bulleyes, schaut mal:



      Militärisch-praktisch hinsichtlich der Integrität des Materials und der Nützlichkeit von Bulleyes in Schotts auf Kriegsschiffen hatte ich denn doch meine Zweifel. Zu Recht:



      Also sehen die Schotts für die Backbordseite bei mir jetzt wie folgt aus:



      Das war's jetzt aber wirklich. Euch einen schönen Restabend,

      LG Alex
    • Moin moin,

      häppchenweise geht's voran. Noch mal 4 Schotten gebaut und alles angebracht. Für eine lebendige Wirkung hab ich die beiden mittleren Schotts der Steuerbordseite geöffnet dargestellt. Da am Decksaufbau noch massig gemacht werden muss, bleiben die Schotts erst einmal weiß.
      Die Schanz benötigte 2 von meinen Lieblingsbauteilen: Winden!! ich liebe es!!

      Zwischen ihnen steht der Niedergang zu den Offiziersquartieren. Natürlich kein einfacher Niedergang mit Gräting, neeeeeein, die Herren Offiziere dieses Schiffs entstiegen ihrem Olymp über eine fast schon yachtartige Konstruktion. Davon habe ich -mal abgesehen von den Plänen- exakt ein einziges Bild. Auf diesem sieht man den fröhlichen Zahnarzt samt nöselnder Schiffskatze vor der Plattform eines der Geschütze, die man im Ersten Weltkrieg anstatt der veralteten Zwillingstürme aufgestellt hatte:



      Ich habe darauf verzichtet, den Niedergang zu detailliert zu bauen, finde aber, meine Rekonstruktion kommt ganz gut hin:



      Hier noch ein paar aktuelle Bilder des kompletten Kreuzers:










      Aktuell ist ein sehr, sehr langer Atem gefragt. Aber wenn's weiter nix ist ....

      LG Alex
    • Moin moin zusammen,

      wieder einmal sind ein paar Möbel auf der Schanz gelandet. Dabei handelt es sich um das Skylight der Offiziersunterkunfte, das achtere Verholspill und 2 Doppelpoller, die dem Schiff als Schleppeinrichtung dienten.

      Ich hab hier mal ein wenig mit dem Thema "Detailtiefe" herumexperimentiert - USS Olympia ist ohnehin ein kleines Testgelände für mich, was Materialien und Detaillierung angeht. Skylight und Spill seht Ihr hier im Original, bemerkenswert sind die Verschlusskappen für die Aufnahmen der Spillspaken:



      Umgesetzt habe ich das folgendermaßen (ohne Größenvergleich):






      Und hier die Landschaft mit Vergleichscent:







      Bei der Gelegenheit ist mir glatt noch ein Detail aufgefallen, das mir bisher entging: Auf der Schanz befinden sich noch 4 kleine runde Skylights. Mal sehen, wie ich das umsetze.
      Weiterhin fehlen nun noch zwei Taustopper, ein kreisrundes Skylight und die "Sounding Machine", bei der es sich um eine Vorstufe des Echolots handelt.
      Das kann man (bis auf die Taustopper) sehr gut auf diesem Bild sehen:



      (was da aussieht wie ein verirrter Zigarettenautomat ist die Sounding Machine)

      Auch der Flaggenmast samt achterer Positionsleuchte kann vom Prinzip her schon mal an Deck, denke ich.

      Und damit wären wir schon wieder ein Stück weiter.

      LG Alex
    • Moin moin,

      und hier wieder der tägliche Fortschritt:

      begonnen habe ich mit dem kreisförmigen Skylight: rundes Grundstück mit imitierten Nieten, Fenster aus dickem, transparentem Kunststoff. Hier im Bau:




      Zusammengefummelt und an Bord:




      Ich hab erst später festgestellt, dass das Ding zwar 6 Scheiben hat, aber das Doppelte an Streben. Unschön, wenns schon installiert ist.

      Die Taustopper sind zwar auf dem Plan eingezeichnet, ich konnte jedoch nur ein einziges Bild entdecken, auf dem man sie klar erkennen kann:



      Zu deren Verwendung: Die achteren Poller sind unter anderem für Schleppmanöver gedacht. Wenn nun ein anderes Schiff geschleppt wird, zieht man die Trossen durch diese schwarzen Kästen und arretiert sie dort, bevor man sie auf dem Poller belegt. Das nimmt der ganzen Geschichte die Spannung und der Poller entgeht einer eventuell vorkommenden Überbelastung, z.B. beim Anschleppen.

      Achtern gibt es noch zwei Klüsen im Deck, durch die man Schlepptrossen ziehen kann, aber auch Ankerketten, wenn das Schiff nach achtern gewarpt werden oder vor 4 Anker gelegt werden soll. Diese Klüsen bilden den Anfang eines Kettenschachts, entsprechend sind zwei weitere Klüsen im Rumpf:



      Nur... wo sind diese Dinger im Bauzustand 1902 ???



      Kann man da was klappen? Hochziehen? Ich hab keinen Plan....

      Aber ich hab hübsche Klüsen: Klingeldraht, um einen Schaschlikspieß gekurbelt und mit dem Hammer flachgekloppt:



      Selbiges hab ich für die Umrandungen der Skylights rechts und Links des Offz-Niedergangs gemacht. Die "Verglasung" besteht wiederum aus Kunststoff, mit der Lochzange ausgestanzt (er bildet dann eine hübsche Wölbung). Das Ganze gestaltet sich dann folgendermaßen:






      Sooo und morgen geht's dann an die Tiefenmessung, weil ich mittlerweile weiß, was ich da bauen werde und wie es funktioniert:

      kratz1 + les 2 + denk1 + pc2 => holmes1

      LG Alex
    • Moin moin zusammen,

      nix is mit Tiefenmessung, irgendwie war mir nach was Anderem. Und zwar groß und sichtbar. Irgendwas mit Farbe....

      Wenn man sich nun den Aufbau ansieht:



      ... dann ist da ganz schön viel Gedöns dran, oder? Klappen, Tritteisen, Handläufe .....
      Ich hab mich also ans Nachbauen gemacht (und bei der Gelegenheit auch den Eingang zum Aufbaudeck mit einem Schott versehen, damit's nicht so zieht).

      Die Handläufe (wahlweise Fußpferde) hab ich aus Zwirn gemacht, Methode "Fadenreling"; ansonsten gibt's nur meine geliebten Drahtbügel und eine Menge Farbe zu sehen. Übrigens hab ich die Bulleyes auch noch mal eingefärbt, das gibt dem Ganzen einen einheitlicheren Schliff als vorher.



      Das war's mal wieder, wünsche Euch allen einen netten Abend,

      LG Alex
    • Ich mag mal einen Fachmonolog von mir geben.

      Es geht um die ominöse "Sounding Machine" aka Tiefenmesser.

      Entwickelt wurde dieses Gerät von William Thomson, dem 1. Baron Kelvin. Den kennen wir zumindest von der nach ihm benannten Temperatureinheit (0°C entspricht 273,15K).



      In der Seefahrt taucht Baron Kelvin gleich an mehreren Stellen auf: er war an der Verlegung des ersten und zweiten Transatlantik-Telegraphenkabels beteiligt, entwickelte den Trockenkompass (die Nadel verlernte das Schwimmen und wurde dadurch deutlich präziser) und beschäftigte sich im Zuge des Kabellegeprozesses mit der Ermittlung der Wassertiefe.

      Bis dahin ermittelte man selbige mit der allseits beliebten Lotleine: Eine beschwerte Leine wurde von den Rüsten des Schiffs aus ins Wasser geworfen und man gab solange Leine nach, bis das am Ende befindliche Senkblei den Boden erreichte. War das Senkblei ausgehöhlt und mit einer sogenannten "Speise" (z.B. Rindertalg) ausgestrichen, konnte man neben der Wassertiefe noch die Art des Bodens anhand der Partikel bestimmen, die der Speise anhafteten.

      Das Handlot verwendete man i.d.R. bei Wassertiefen bis maximal 30m, aus naheliegenden Gründen war es für Tiefseevermessungen nicht wirklich geeignet.

      Das von Kelvin entwickelte Lot arbeitete bis zu einer Tiefe von 200m präzise und bediente sich der Eigenschaften von Silberchromat, mit dem ein einseitig offener Glaszylinder beschichtet war, der das Ende der "Lotleine", in Kelvins Fall einem Lotdraht, bildete.
      Das Silberchromat verfärbt sich bei Kontakt mit Seewasser und die Färbung verändert sich mit dem zunehmenden Tiefendruck.
      Die erreichte Wassertiefe kann man dann anhand der Strecke der Verfärbung ablesen.

      Die Konstruktion des Lots ist denkbar simpel und besteht aus einer Trommel für den Draht, einer Skala zum Ablesen der abgelaufenen Drahtlänge, einer Kurbel zum Einholen und am Drahtende ein Lotkörper mit Speise und darüber das Glasröhrchen.

      Genutzt wurde diese Maschine bis in den 2. Weltkrieg hinein; in der "Anatomy Of The Ship" zur HMCS Agassiz befindet sich eine Konstruktionszeichnung, bei ihr gehörte das Gerät also zur Ausstattung.

      Ich bin bei den Recherchen auch über eine Forschungsarbeit gestolpert, die empirisch das Vorhandensein eines solchen Tiefenmessers auf den RMS "Olympic" und "Titanic" nachweist; dies ist besonders interessant für uns Modellbauer, da sich an der Position des Tiefenmessers auf beiden Schiffen eine Lücke im Schanzkleid befindet.

      Hier nun eine Illustration eines Tiefenmessers, wie er anscheinend auf der USS Olympia zum Einsatz kam:



      Und hier das Gerät als Stand-Alone mit Erklärungen:



      So, nun hab ich Euch genug gequält augenbraue1

      Weitermachen!

      LG Alex
    • Neu

      Moin moin,

      langsam hab ich den Eindruck, dieser Baubericht könnte ebensogut ein Blog sein. Ist das eigentlich ein historischer Abriss mit einem Modell als Zugabe oder ein Modellbaubericht mit Historie als Extra?

      @KlabauterKlaus ich finde es schon faszinierend, was man so alles ausgräbt, wenn man sich nur lang genug auf ein Thema einschießt. Alle weiteren Funde werde ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

      Der heutige Bautag ergab einen endlich komplett gepinselten Deckaufbau, natürlich den Tiefenmesser und noch einen der Niedergänge außen am Aufbau. Und weil heute Freitag ist und ich nicht weiß, inwieweit ich am Wochenende zum Bauen komme, gibt's Gesamtansichten:















      Auf der Agenda stehen noch Niedergänge, Leitern, Scheinwerfer, Kompasse, Maschinentelegraphen, Klampen,Feuerlöschstutzen, noch mehr Winschen, noch mehr Anker, Relings, Beiboote, Davits, Masten, Gefechtsmarsen, Takelage, Rettungsringe, Spieren, seitliche Artillerie, Galionsfigur, Namensschild, Flaggen und ein ordentliches Bettchen für die Kleine.

      Bin echt mal schwerst gespannt, wann ich sie in Dienst stellen werde schwitz1

      LG Alex
    • Neu

      Alex schrieb:

      langsam hab ich den Eindruck, dieser Baubericht könnte ebensogut ein Blog sein. Ist das eigentlich ein historischer Abriss mit einem Modell als Zugabe oder ein Modellbaubericht mit Historie als Extra?
      Hi Alex,

      das spielt doch keine Rolle. Es ist ein faszinierendes Projekt mit einem tollen Bericht. Ich lese Deine Updates immer sehr gerne.
      tschö1 Christian

      in der Werft: Papegojan Shipyard im Maßstab 1/72, Knarr nach Skuldelev I im Maßstab 1/72

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Neu

      Moin moin liebe Zuschauer happy 2

      danke1 @AnobiumPunctatum, Christian, ich war auch selten so von einem Projekt gefesselt.

      Um so mehr, da es heute galt, ein paar Kleinigkeiten an Deck zu bringen. Zumindest für dieses Schiff muss ich nun keine Winschen mehr bauen, deshalb erlaube ich mir, den heutigen Arbeitsgang in Bildern vorzustellen. Wir sehen hier insgesamt 6 Niedergänge aus 300m²-Karton handgeklöppelt. Vorgehensweise: auf die eine Wange die Stufen mittels CA-Kleber setzen, dabei den ersten Niedergang als Master und die anderen jeweils daneben bauen, damit sie zumindest einigermaßen identisch ausfallen. Die andere Wange kommt dann mit Weißleim drauf.

      Dann noch mal 3 Winschen, eine davon etwas größer; diese sieht der Plan als transportables Gerät auf dem Wassertank des Aufbaudecks vor. Die anderen beiden sind für die Back unterhalb der Brücke.






      Damit habe ich für die Olympia insgesamt 9 Winschen gebaut. Hey, ich wär dann jetzt fit für einen Frachter happy1

      An Bord gebracht sieht die Geschichte dann aus wie folgt:







      So kann man auch einen Tag verbringen. Die ersten Relings habe ich seit gestern ebenfalls auf dem Spannrahmen; ich hab Lust, mich mal um die Brücke zu kümmern, muss aber noch ein wenig auf dem historischen Bauzustand rumgrübeln.

      Einstweilen war's das mal wieder.

      LG Alex