C-6 USS Olympia scratch 1/200

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      Moin moin zusammen,

      @Gnost und es wird mehr und mehr....

      ...

      heute komm ich mal mit ein wenig unspektakulärer Reling um die Ecke. Ich hatte ja einerseits lange überlegt, mir bei Sämann Meterware zu kaufen, andererseits ist mir Laser oder Ätz irgendwie zu unbelebt und alles andere als passend zu meiner Olympia.

      Ergo hab ich mich an Fadenreling geübt, wie schon die ganze Zeit immer mal wieder (siehe Leitern und Co an den Schornsteinen).
      Ich will die Relings an den beiden Brückendecks in Messing haben, weil's irgendwann mal so war, weil sie es am Originalschiff so machen und weil es nobel aussieht und weil ich noch eine vergessene Dose Revell Messing zu liegen hatte.

      Der verwendete Faden ist gasiertes und mercerisiertes Garn oder vulgo "schwarzer Zwirnsfaden".

      Der erste Anlauf war schon ganz nett, allerdings zeigte der verwendete CA-Kleber die fatale Neigung, an den Kreuzungen kleine Klümpchen zu bilden. Das sieht an an der zuerst angebrachten Reling ein wenig, aber es fällt nicht gar so doll auf. Ich hab die Reling übrigens erst angebaut und dann bemalt:



      Dennoch änderte ich meine Technik dahin gehend, dass ich mit dem Kleber sparsamer umging und das gesamte Gitter zunächst bemalte und trocknen ließ. Die Reling ließ sich anschließend viel besser verarbeiten:


      Die Steuerbordnock ist fertig, Backbord fehlt noch:




      Und nun wird's mal wieder historisch holmes1

      Ich werde wohl die gedachte Datierung meiner "Olympia" ein wenig ändern müssen. Das hat zunächst etwas mit den Schornsteinen zu tun. Die hab ich oben rum schwarz eingefärbt. Zum Bauzustand ab 1903 passt das leider nicht. Weitere Unklarheiten ergaben sich bei der Ausstattung der Brücke und der Gestaltung der Gefechtsmarsen. Ich zeig Euch mal das Schiff in der wohl letzten Vorkriegsvariante (beachtet bitte auch die Drahtantenne zwischen den Masten und den Ladebaum am Fockmast). Leider lässt sich das Datum der Aufnahme nicht ermitteln:



      Im Vergleich dazu der Bauzustand 1908 (hier hat sie noch geschlossene Marsen, einfarbige Schornsteine sowie Flaggenkästen außen an der Brückenreling):



      Wenn ich also weiterhin der Historical Correctness folgen will, muss ich wohl auf den späten Bauzustand zurück greifen. Dazu gehören dann auch Kleinigkeiten wie ein Kompaß und 2 Peildiopter auf der Brücke (hier Vergleichsbilder):



      Irritierend ist für mich natürlich, dass der zweifarbige Schornstein und der offene Gefechtsmars auf dem linken Bild zu erkennen sind, während sie jedoch noch die Flaggenkästen trägt und der Kompaß und die Peildiopter fehlen. Ich hab leider nur zum zweiten Bild ein Datum (1912 angeblich). Und damit es noch unübersichtlicher wird, sind die Marsen und der Ladebaum auf meinem Plan bereits eingezeichnet, was heißt, dass auch dieser alles andere als statisch daherkommt.

      Naja.. Bauzustand ab 1912 hat den Vorteil, dass ein eventuelles Dio später viel mehr Möglichkeiten bietet.

      Ich hoffe, Ihr werdet schlau aus meinem Geschreibs?

      LG Alex
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      Servus Alex,

      Bemalungsvarianten allein sind Schall und Rauch, die wurden geändert wie es grade gebraucht wurde.
      Da gehören zur zeitlichen Identifizierung noch andere - verlässlich datierbare - Details dazu.
      Aber was erzähl ich dir da, du bist ja schon öfters durch dieses modellbauerische Fegefeuer gewandert.

      Auf alle Fälle wird der "Dampfer" superb!

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
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      Moin zusammen,

      @N8 FALKE Das Problem ist ja, dass man bei so einem Scratchprojekt nur sehr schwer einschätzen kann, was da noch alles an Teilen kommt. Da schwebt ständig die Frage nach der Detailtiefe im Raum, mal abgesehen von den historischen Unschärfen. Es wäre durchaus einfacher gewesen, die Olympia in der ursprünglichen Konfiguration zu bauen. Kennst Du dieses "nääähhh das macht ja jeder" ??

      @wiwo1961 Oh ja, und es ist mein Lieblingsfegefeuer. Ich bin gestern auf jemanden gestoßen, der mir empirisch bewiesen hat, dass der Geschützpfortenstreifen der "USS United States" niemals weiß war, sondern stets gelb. Nun fürchte ich, dass mir so was in irgend einem Zusammenhang mit der Olympia passieren könnte. Der einzige Trost, an dem ich mich festhalte: Das Großmodell im Smithsonian Museum Of American History (1/96) ist historisch gesehen leider ziemlich daneben. Verglichen damit kann ich' also nur besser machen.

      Nun hab ich heute so gar keine Lust auf Relings gehabt und war der Ansicht, dass es der Olympia gar nicht schaden kann, wenn sie mal einen Tag ruht und sich setzt. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass ich morgen durch leichtes Zupfen an den Bauteilen feststellen kann, wo ich noch nachkleben muss. Außerdem schafft es Distanz zum Gebauten; vielleicht kennt Ihr den "Tunnelblick", der irgendwann beim Bauen entsteht?

      Also habe ich mich mit einem Thema befasst, das mir schon länger Kopfschmerzen bereitet: Die Dampfboote!

      Ausgangslage: Die Olympia verfügte im Auslieferungszustand über eine Dampfpinasse 33ft. Auf diversen Bildern sieht man, dass sie im Lauf der Zeit mindestens eine weitere dazu bekam. Frage: Wo bekomme ich so was her?



      Nun könnte ich natürlich auf der USS Maine von HMV klauen gehen. Das hab ich auch versucht, aber leider passt das Teil so gar nicht zu der bisher erreichten Detailtiefe.

      Im Netz fand ich das hier:



      Zwar handelt es sich hier nicht um einen 33ft sondern um einen 40ft Kutter, aber die Form ist in Etwa gleich (vom Kiel achtern mal abgesehen): Das Boot ist weitestgehend offen, mittig haben wir einen Stehkessel mit Schornstein, vorn hat der Stoker seinen Platz (Ok, da ist auch ein Steuerrad, aber das kann man vernachlässigen).

      Diesen Plan habe ich mittels Photoshop ein wenig eingedampft und die Anzahl der Spanten auf 7 verringert; anschließend auf 300g/m² ausgedruckt und herumexperimentiert:



      Im rechten Bild ganz oben ist mein erster Versuch zu sehen; hier hab ich beim Ausschneiden des Kiels achtern einen Fehler fabriziert. Die Bänke im Cockpit kann ich bei dem Ding nicht vernünftig einbauen. Vielleicht kann ich den Bau aber dennoch verwenden, mit Persenning drauf.



      Für die erste Beplankung habe ich tatsächlich die Textur eines ähnlichen Boots aus meinem Bogenarchiv gemopst, auf 135g/m² gedruckt und achtern der Rumpfform angepasst.

      Und das war's auch schon für heute. Eine Sorge weniger. Das Boot mit der Hülle bekommt noch eine weitere Beplankung aus Papier und natürlich Details, Details, Details, denn ich werde die Boote offen zeigen.

      Mit den anderen Booten wird's nicht so extrem, hier handelt es sich um 2 Walboote und eine Menge Barkassen, Pinassen und Gigs in der wohlbekannten "Plattgat-Bauweise". Die werde ich von Shipyard mopsen und entsprechend frisieren. Insgesamt komme ich bei voller Ausstattung auf 14 zu bauende Boote...

      Alsdann einen schönen Wochenteiler,

      LG Alex
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      Hallo Alex,

      Ja das mit der Detailverliebtheit kenn ich nur zu gut. Bei meinem Fiat war auch nur ein bisschen Bogen aufmöbeln geplant. Und ruck zuck war ich vom Bogen weg.

      Deine Beiboote sind sehr schön geworden und auch super erklärt.

      daumen1 daumen1

      LG Ralf
      Wenn ich mich in meinem Bürostuhl zurück lehne, klappen mir die Augen zu.. Bin ich eine Puppe? kratz1
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      moin1 ,
      14 Boote... das sind jeweils kleine Modelle auf dem großen Modell und der Bau macht mir jedesmal Kummer... ich drück`die Daumen dass Dir die Flottille gelingt, die Anfänge sehen schon mal vielversprechend aus! Beruhigend zu wissen, dass Du Dir auch Bauteile aus vorhandenen Angeboten mopst. Am schwierigsten finde ich beim Bootsbau immer, die runde Form im Querschnitt hin zu bekommen. Denn oft haben die Kartonbogenboote einen v-förmigen Querschnitt wo eigentlich ein klares "U" zu sehen sein muss. Offene Beiboote beleben ein Modell ungemein, machen aber auch viel Arbeit. Ich kann mir vorstellen, dass bei der Menge ein paar Exemplare unter einer Persenning auch gut wirken können.

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe: