Knarr nach Skuldelev I im Maßstab 1/72

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    • Knarr nach Skuldelev I im Maßstab 1/72

      Ich habe lange überlegt, ob ich an der Goldenen Schere teilnehmen soll, da ich zum einen kaum Erfahrung im Kartonmodellbau habe, zum anderen mit der Papegojan noch eine ganze Weile beschäftigt bin. Da ich berufsbedingt zwei Wohnsitze habe und ich die Papegojan nicht, wenn ich in Deutschland bin, immer mitnehmen möchte, habe ich mich entschieden noch ein zweites Modell anzufangen. Zuerst sollte es die HMS Alert von Shipyard als erster Teil eines Dioramas werden, doch der Nachbau eines kleinen WIkingerschiffs reizt mich schon seit vielen Jahren. Was passt also besser die Goldene Schere als Ansporn zu nutzen, das Modell endlch zu realisieren.

      Den Maßstab 1/72 habe ich gewählt, da es sehr schöne Figuren gibt, um das Schiff nach Abschluss des Contests in ein Diorama zu setzen.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Das Vorbild

      In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts legten Wikinger eine Fahrwassersperre in der Peberrende bei Skuldelev an. Hierzu versenkten sie 5 Schiffe unterschiedlicher Art und Herkunft.

      Nach ersten Untersuchungen in den Jahren von 1957 bis 1959 wurden die Schiffe 1962 ausgegraben. In den folgenden Jahren wurden die nach ihrem Fundort benannten Skuldelevschiffe konserviert und vermessen. Diese Untersuchungen waren die Grundlage für Nachbauten, der Schiffe, welche wie die restaurierten Originale heute im Wikingerschiffsmuseum in Roskilde besichtigt werden können.

      Wrack 1 war ein hochseetüchtiges Handelsschiff von etwa 16m Länge, welches in erster Linie gesegelt wurde. Das Schiff wurde um 1030 aus Kiefernplanken in Westnorwegen gebaut. Die Knarr hatte eine Tragfähigkeit von 20-25 Tonnen.




      Der berühmteste Nachbau der Knarr war die Saga Siglar, mit der der norwegische Abenteurer Ragnar Thorseth von 1983-86eine erfolgreiche Weltumsegelung unternahm. Das Schiff sank 1992 bei einem Sturm im Mittelmeer.

      Ein weiterer Nachbau, die Ottar, kann heute neben dem Original in Roskilde besichtigt werden.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Das Modell

      Grundlage meines Modells im Maßstab 1/72 sind die die Museumspläne der Rekonstruktionen von 1977 und die Rekonstruktion von 1996/97,die Ole Crumlin Pedersen in seinem Buch "The Skuldelev Ships I"veröffentlicht hat. Für Details kann ich auch auf Originalpläne der ersten Rekonstruktionen von 1974 im Maßstab 1/10 zurückgreifen.

      Als Bausatz kenne ich nur den aus Holz von Daniel Dusek in 1/72 bzw. 1/35. Der Autor hatte voreinigen Jahren ein PDF der Bauanleitung seines Modells auf seiner Internetseite veröffentlicht.

      Ergänzt werden meine Unterlagen durch Fotos, die ich 2012 bei einem Besuch des Museums vom Fund, der Ottar und dem 1/10 Museums-Modellgemacht habe.

      Da ich gerne mit Farben arbeite, werde ich das Modell als Weißmodell bauen und wie im Thread meiner Papegojan gezeigt mit Acryl und Ölfarben bemalen. Momentan zeichne ich an der Rekonstruktion.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • AnobiumPunctatum schrieb:

      Ich habe lange überlegt, ob ich an der Goldenen Schere teilnehmen soll
      Servus Christian,

      Na, da gibt es nichts zu überlegen. Schon gar nicht mit diesem Modell - und dann noch eine Eigenkonstruktion!

      Ich wünsche Dir jedenfalls viel Spass beim konstruieren und bauen!
      Und natürlich viel Erfolg bei der Wertung!
      Grüße aus Oberbayern!

      Der Mensch braucht Ziele, nur müssen sie auch erreichbar sein.

      Gerhards Staubfänger
    • Servus Christian,

      das ist eine spitzen Idee von dir, ein Wikingerschiff als Eigenkonstruktion zu bauen. Das ist genau nach meinem Geschmack und ich werde dir aus der ersten Reihe genau auf die Finger schauen!

      cool1 dafür1 ja 2
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • Hallo Gerhard, Fritz, Andreas,

      vielen Dank für Euer Interesse an meinem Projekt. Neues kann ich Euch momentan noch nicht zeigen; im Gegensatz zu Deutschland waren die letzten beiden Tage in den Niederlanden normale Arbeitstage.
      Am Wochenende hoffe ich die ersten Zeichnungen fertig zu stellen. Danach muss ich mich entscheiden, in wieweit ich das Modell vereinfachen muss. Alle Details kann ich aufgrund des gewählten Maßstabs nicht darstellen.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Hallo Christian

      Und damit ist der Wettbewerb um ein weiteres Genre gewachsen! Ein unglaublich schönes und spannendes Projekt, das Du da in Angriff nimmst!
      Ich wünsche Dir viel Spass und Erfolg dabei!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • Hallo Christian,

      sehr schön, daß Du mit diesem Projekt bei der "Goldenen Schere" mitmachst! Bei einem Wikingerschiff bin ich natürlich dabei: diese Schiffsbautechnik ist hochinteressant und die Rumpfformen bestechend elegant. Im alten Forum hat mal jemand einen solchen Rumpf konstruiert und als Weißmodell gezeigt. Was wohl aus der Datei mit der Plankenabwicklung geworden ist?

      Ich bin schon gespannt, wie Du den Rumpf bauen wirst: über einem provisorischen Innenkern / Mallen? Lassen wir uns überraschen!

      Viel Erfolg und bese Grüße
      Claudia
    • Hallo Peter, hallo Claudia,

      vielen Dank für Euer Interesse.

      @Claudia
      Ich werde für den Bau auf die klassische Vorgehensweise mit Mallen zurückgreifen. Bei anderen Punkten muss ich noch sehen, wie ich sie realisieren kann. Papier lässt sich nicht gut durch Schleifen in Form bringen. Aber als erstes muss ich nächste Woche, wenn ich in Deutschland bin, Finnpappe in verschiedenen Stärken kaufen.

      Claudia schrieb:

      Im alten Forum hat mal jemand einen solchen Rumpf konstruiert und als Weißmodell gezeigt. Was wohl aus der Datei mit der Plankenabwicklung geworden ist?
      Das Schiff war Skludelev III, die kleine Knarr. Ich habe die Datei, damals vom Autor als Grundlage für ein eigenes Modell bekommen und archiviert. Leider weiß ich nicht mehr, wer das Modell konstruiert hatte, da mein alter Rechner vor seinem Ende einen Crash und ich nicht alles auf einer externen Platte gespeichert hatte.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • moin1 ,

      AnobiumPunctatum schrieb:

      (....)
      Das Schiff war Skludelev III, die kleine Knarr. Ich habe die Datei, damals vom Autor als Grundlage für ein eigenes Modell bekommen und archiviert. Leider weiß ich nicht mehr, wer das Modell konstruiert hatte, da mein alter Rechner vor seinem Ende einen Crash und ich nicht alles auf einer externen Platte gespeichert hatte.
      wenn ich nicht ganz daneben liege war das Thorsten Brandt (er hat auch das tolle Marineluftschiff konstruiert). Ist er im Forum? denk1
      Viel Erfolg mit dem Nachbau des Handelsschiffstyp,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Rekonstruktion

      Bevor ich mit dem Bau meines Modells beginnen kann, muss ich erst einmal einen Plan haben, aus welchem ich die Bauteile meines Modells ableiten kann. Da ich nicht in 3D konstruieren kann, wähle ich den klassischen Weg.

      Abmessungen des Originals

      Wenn man sich mit der Rekonstruktion des Schiffs beschäftigt, gilt es die grundlegenden Maße zu definieren. Hier stellt man fest, dass sich diese im Laufe der Untersuchungen des Fundes in den letzten 50 Jahren deutlich verändert haben.

      Die ältesten mir vorliegenden Zeichnungen stammen von 1974 und zeigen das Schiff, wie es für die Ausstellung im Museum konserviert worden ist.

      Länge:15,84
      Breite4,80


      Die aus den Zeichnungen ermittelten Maße stimmen mit denen auf der Homepage des Museums angegebenen Werten überein.

      Die nächsten Zeichnungen, die mir vorliegen, stammen von 1977. Hier habe ich Probleme, eine Länge zu definieren. Da die Maßstabsbalken auf den Blättern einige Ungenauigkeiten aufweisen ist ein Entzerren der Pläne nicht zweifelsfrei möglich. Das Längen-Breiten-Verhältnis liegt bei 3.3:1. Die auffälligste Änderung zur ursprünglichen Rekonstruktion ist die neue Interpretation der Steven.


      Quellenangabe: eigene Sammlung, Planverfasser siehe Abbildung

      1996-97 wurde mit Hilfe eines Kartonmodells eine weitere Rekonstruktion des Originals durchgeführt. Die danach angefertigten Zeichnungen sind im Maßstab 1/80 im Buch "The Skuldelev Ships I" von Ole Crumlin Pedersen veröffentlicht worden.

      Zusätzlich werden im Textteil Maße für das Schiff angegeben. Eine Erklärung für den Widerspruch bei der Höhe habe ich nicht gefunden. Die Abweichungen bei Länge und Breite liegen in den im Buch angegebenen Toleranzen.

      TextteilZeichnung
      Länge:16,015,84
      Breite:4,844,80
      Höhe2,142,3


      Nimmt man in seine Betrachtungen auch Angaben der beiden Nachbauten hinzu, wird das Bild noch undeutlicher. Das Längen-Breiten-Verhältnis schwankt zwischen 3,44:1 bei der Saga Siglar und 3,67:1 bei der Ottar.

      Saga SiglarOttar
      Länge:16,516,5
      Breite:4,84,5
      Höhe1,9---

      Quellen: Saga Siglar, Ottar (klick mich)

      Es wird sehr schnell deutlich, dass es nicht die eine Wahrheit gibt. Daher habe ich auch den Titel meines Projekts geändert.

      Für mein Modell werde ich mich bei den grundlegenden Abmessungen an der jüngsten Rekonstruktion orientieren und für Details auch die älteren Zeichnungen berücksichtigen.

      Auf Modellmarine.de hatte ich damals eine Reihe meiner Fotos des Originals und des Museumsmodells hochgeladen. Wer möchte kann gerne vorbeischauen.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Moin Christian,

      dieses Projekt von Dir, ist wieder einmal etwas,
      es mein Interesse wieder besonders erweckt hat ! Klasse !!! klasse1

      Klar, werde ich hier Deinen Bericht mit grossem Interesse verfolgen ! freu 2

      Viel Freude und Erfolg, beim Bau dieser wunderbaren Kartonmodellbau-Aufgabe ! daumen1 daumen1
      Gruss
      Holger


      Ich bin von Kopf bis Fuss, nur auf Kartonmodellbau eingestellt
      und das ist meine Welt,
      sonst gar nichts..... ! freu1
    • Ah ja, der Holzwurm mischt hier also auch mit. Ich bin begeistert! Scratch und dann noch ein Wikingerschiff - wie schon andere festgestellt haben, ein sehr anspruchsvolles Projekt, eben wegen der offenen Bauweise. Und wie schon Jochen von Fircks in seinem Buch "Wikingerschiffe" (Blaue Reihe, Hinstorff bzw. Delius und Klasing) schreibt:

      Der Modellnachbau der Wikingerfahrzeuge erfordert ausgeprägte handwerkliche Fertigkeiten, die ein Anfänger im allgemeinen nicht besitzt.
      Ich habe keinerlei Zweifel, dass du das nicht schaffst - vorausgesetzt, du verzettelst dich nicht... zwinker2

      In diesem Sinne, viel Erfolg! daumen1

      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1
    • Moin Bonden,

      da möchte ich Dir mit einem Zitat von Mondfeld aus "Historische Schiffsmodelle", Orbis Verlag antworten:

      Überschätzung der eigenen Fähigkeiten läßt viele Schiffsmodellbauer gerade am Anfang kläglich scheitern [...]
      Das müsste nämlich nicht so sein, wenn man sich nur rechtzeitig selbst eingestehen würde, dass etwa der prachtvolle Dreidecker des 17. Jahhunderts einfach das eigene Können noch übersteigt, während die kleine Brigg, das Wikingerschiff oder die Hansekogge durchaus angemessen wären
      Mal abwarten, wer Recht behält.

      @all
      Ich zeichne noch an den Linienrissen. Wenn alles gut läuft, sollte ich den Schritt am Wochenende fertig haben, dann gibt es auch ein Update.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Rekonstruktion

      Wenn man sich mit den Rekonstruktion des Wracks im Buch "The Skuldelev Ships I" von Ole Crumlin-Pedersen beschäftigt, dann fällt als erstes die Asymmetrie in der Rumpfform auf.


      Quelle: "The Skuldelev Ships I" von Ole Crumlin-Pedersen

      Man nimmt an, dass ein Teil des Kiels einmal erneuert wordenist. Die Zeichnungen im Buch geben anstelle der Spantlinien, die bei späteren Schiffstypen die Rumpfform vorgeben, den Verlauf der Innenkante der Beplankung an.

      Als erstes habe ich die Linienzeichnungen nach Autocad übernommen. Da ich die Asymmetrie für mein Modell der Knarr nicht übernehmen möchte, habe ich anschließend die Linien überarbeitet und eine symmetrische Rumpfform festgelegt, die sich soweit wie möglich am Vorbild orientiert.
      Der folgende Linienriss, der jeweils die Oberkante der Planken angibt, zeigt das Ergebnis der Arbeit.



      Im Moment bin ichdabei, die Unterkante der Planken zu definieren. Am Beispiel der Zeichnung für den Verlauf der vorderen Hälfte sieht man das Ergebnis. Diese Linien bilden später die Grundlage der Schablonen, für die Mallen zum Bau der Rumpfschale.

      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Sorry, dass es hier bisher nicht weitergegangen ist. Aufgrund einer längeren Erkrankung habe ich die letzten 3 Monate keine Motivation zum Modellbau gehabt und alle meine Projekte ruhen lassen. Bei der noch zur Verfügung stehenden Zeit, ist es unrealistisch den Bau noch abschließen zu wollen. Daher breche ich meine Teilnahme am Wettbewerb ab und bitte die Mods den Bericht zu den Segelschiffen zu verschieben
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Servus Christian,

      da ich realtiv neu im Formum bin, habe den Start deines Projekts nicht mitbekommen.
      Nun da ich weiß, dass du hier mit der Rekonstruktion eines Schiffes ein Kartonmodell angehst, bin ich mit dabei.
      Vielleicht kann ich mir etwas abschauen, da ich so etwas ähnliches mache.

      Servus
      Da Norbert
      Das hab ich Euch schon angetan:
      Titanic - 1:200 Taschen-Verlag
      Kurenas Fischerkahn - 1:50 WAK-Verlag

      Und das müsst Ihr noch durchhalten:
      Potsdam - 1:250 cfm-Verlag
    • Moin Christian,

      Hauptsache Du erfreust Dich wieder einigermaßen guter Gesundheit. Ich freue mich auf einen neuen Anlauf; mir hilft unser Hobby jedenfalls immer, wenn ich mal wieder in einer Krise stecke. Manchmal setzt die Wirkung allerdings erst ein, wenn ich eine Ewigkeit auf das begonnene Werk geglotzt und dann endlich zum Werkzeug gegriffen hab.

      LG Alex