Fregatte Lübeck / KvJ / 1 : 250

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      Hallo Günter,

      wenige Bauberichte habe ich in den vergangenen Tagen so intensiv, häufig und vergleichend betrachtend gelesen - ja fast schon studiert - wie den des eben fertiggestellten Z 51 und diesen hier, der Fregatte "Lübeck".
      Der Grund dafür war, dass sich bereits nach ersten Baufortschritten an der "Lübeck" bei mir zunehmend die Frage in den Vordergrund drängte, ob dieses Modell vom selben Günter gebaut wird, der hier eben noch - wie von ihm gewohnt - den Bau des Z 51 mit unverwechselbarer souveräner und präzisester Modellbau-Handschrift meisterte und dokumentierte?
      So schien es mir, als ob Deine Hände bei der "Lübeck" irgendwie nicht zu dieser von Dir gewohnten und Deine Bauausführung unverwechselbar kennzeichnenden Virtuosität finden wollten. Manchmal, wie ein bisschen eilig über die Tasten des Klaviers gehuscht, an Stellen im Stück, die klare Anschläge erfordert hätten.
      Erst jetzt, mit der Fertigstellung des Speedbootes scheint mir diese Handschrift wieder zu der gewohnten Klarheit und Kontur zu finden.
      Das nehmen zumindest ich und mit Sicherheit auch die "Lübeck" mit großer Freude wahr.
      Mit zugegebenermaßen ein wenig gemischten Gefühlen sehe Deinen Reaktionen auf meine Zeilen entgegen und wünsche mir deshalb, dass Du meine Empfindungen und Wahrnehmungen nicht als Kritik auffasst.


      Herzliche Grüße
      Roland
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      Hallo zusammen,

      schön, dass ihr meine Meinung teilt, Fritz und Hans-Jürgen. Und wohl gesprochen, Holger, der Konstrukteur hat da wirklich ein Klasse Bötchen abgeliefert.

      Hallo Roland,

      nicht dass Du etwa denkst, mir hät's die Sprache verschlagen. Danke für die offenen Worte. So soll es sein. Denn die sind ja auf einer Tatsache fundierend und sehr sachlich und drücken außerdem deine Wahrnehmung aus.

      Du hast geschrieben:

      So schien es mir, als ob Deine Hände bei der "Lübeck" irgendwie nicht zu dieser von Dir gewohnten und Deine Bauausführung unverwechselbar kennzeichnenden Virtuosität finden wollten. Manchmal, wie ein bisschen eilig über die Tasten des Klaviers gehuscht, an Stellen im Stück, die klare Anschläge erfordert hätten.


      Diese "philosophischen" Worte drücken das aus, was ich auch irgendwie empfinde. Wenn Du mich aber nach dem Grund fragst ? Ich weiß es nicht.

      Ein Fakt ist sicher gegeben: die Form des Modellbauers Rezatmatrose ist auch nicht immer gleich. Manchmal geht es besser, an anderen Tagen nicht so. Nun, den "Klopps", den ich an der Bb-Seite eingebaut habe, einen absoluten Anfängerfehler sogar, ist mir total unerklärlich.


      Dass der Rumpf nicht so geworden ist wie die der Vorgänger im letzten Jahrzehnt, also der Zeit, in der ich mich in Foren betätige,
      liegt wohl auch ein biss'l daran, der der durch die oberen Rundungen nicht einfach umzusetzen ist. Ich habe mich da an die Anleitung gehalten. Anders wär's wohl auch nicht gegangen. Es stellt halt schon eine Herausforderung dar, da dann unten noch Leim so anzubringen, dass er "zieht", aber auch nicht zu sehen ist. Dennoch, wenn mir der Spantenlapsus samt Wasserschaden nicht passiert wäre, hätte ich das Werk durchaus zufrieden fortsetzen können. Aber Schluß mit dem Thema - denn das ist ja vorab ausführlich debattiert worden.

      Womit ich aber sicher bis zum Abschluß des Baus keine Freundschaft schließen werde, ist der Karton. Ich hatte es im Baubericht ja schon erwähnt, dass er sehr empfindlich auf Weißleim reagiert. Deshalb nutze ich zum Bau mehr UHU als sonst üblich mit den gewissen Nachteilen, die der Leim nun mal im Kartonmodellbau hat. Auch das "Ausfranzen" bekomme ich nicht in den Griff. An den Makros ist das auch bei den kleinen Kästchen immer wieder zu erkennen, zumindest für den Fachmann. Bin mal gespannt, ob andere Bastler bei dem Bogen die selben Erfahrungen sammeln. Aber Andreas will das ja prüfen/ändern.

      Damit ich aber nicht falsch verstanden werde: die Konstruktion der Fregatte ist wirklich Spitze. Sowas von genau und so konstruiert, dass selbst die Kleinteile vom Modellbauer bestens umzusetzen sind. Ein Extralob hier an den Konstrukteur, der ja selbst auch ein begnadeter Modellbauer ist, und natürlich auch an den Probebauer aus der Hansestadt.

      Hier zum Abschluß noch meine persönliche Einschätzung für die Rumpfkonstruktion:

      bis vor wenigen Jahren kannte ich nur die von WHV/HMV übliche Konstruktion mit Laschen. Erstmals kam ich bei der Umsetzung eines CFM-Modells (es war die Jackal) mit der "polnischne" Konstruktionsart in Berührung. Ich war anfangs skeptisch. Bin aber zwischenzeitlich zu der Auffassung gekommen, dass das Vorgehen mit verdoppelten Grund- und Decksplatten sowie verdoppelten Spanten und Längsträgern letztlich ein besseres Ergebnis bringt. Der Z 51 war ja auch so konstruiert, für mich sogar so gut, dass er in der Stabilität den mit Laserspanten gelieferten GPM-Modellen gleichzustellen ist. Aber wie gesagt: das ist meine Meinung. Bin aber durchaus interessiert, wie die Leser des Berichts das sehen.

      So, etwas länger geworden, der Text.

      Zwischenzeitlich sind wieder ca 50 Bilder auf meiner Kamera aufgelaufen. Die gibt's dann bald hier zu sehen zusammen mit der Fortsetzung des Berichts. Und: es sind ein paar interessante und für mich auch schöne Details zu erwarten. Denn die Aufbauten habe ich nun fertig. Bitte noch etwas Geduld.

      Als "Hobbykoch" muss ich noch etwas zwischenschieben.

      Als Vorgeschmack schon mal der aktuelle Bauzustand.

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      Moin Holger,

      jedem so wie er es verdient freu1 freu1 freu1

      Hallo Robert,

      nun, dieser Fregattentyp hat ja auch schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Neueren sind wohl nur noch "aalglatt" gestaltet. Aber was da noch raufkommt ist schon sagenhaft. Aber Jabietz hat da aber auch wirklich gar nichts vergessen. Nicht so wie GPM auf der Brücke deines Torpedoboots.

      Schön, Dich nun dabei zu wissen.

      Günter
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      Wie der aktuelle Bauzustand der Fregatte ist, habe ich ja oben schon mal als Bild eingestellt. Nach der Fertigstellung des Bootsdecks samt allen Einzelheiten gings mit der Brücke weiter. Da habe ich mal die Wand 80 vorbereitet.



      Ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich die Bilder vom vorherigen Einbau des SeaSparrow-Decks 79 gemacht habe oder nur aus Versehen nur gelöscht. Wie dem auch sei. Unter der Frontwand 80 ist das Teil auf folgenden Bild zu erkennen, ebenso das Zwischendeck 81 samt dem Spantengerüst für die noch folgenden Wände/Decks.



      Um diese Decks kam dann die Baugruppe 82, die Wände um diese Decks mit vielen Details.





      An die Wände kamen dann die MLG-Sockel. Passten genau.

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      Der nächste Abschnitt: das Brückendeck samt Positionslaternen der Baugruppe 83.

      Hier die Oberseite,



      unten waren nur seitlich die Überhänge mit einem weiteren Kartonstück zu versehen.


      Die Schanzteile ließen sich gut und recht einfach anbringen.



      Seitlich dann das Namensschild und die Positionslaterne.



      Die Handläufe und zwei kleine seitliche Podeste vervollständigen die Gruppe.



      Das Teil paßte wie angegossen auf den Unterbau.

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      Die Fensterfront der Brücke läßt sich natürlich auch ausstechen. Das habe ich auch getan.



      Verglast habe ich die Front mit der Fensterfolie eines Briefkuverts. Der Service von Andreas dafür ist toll. Es gibt sogar Schablonen zum genauen Fertigen der Scheiben vor dem Anbringen. Sieht dann auch entsprechend aus.



      Der "Teilefeteschist" hat hier mal wieder zugeschlagen. Selbst die Scheibenwischer dazu gibt es. Neune Stück zu je drei Teilen.



      So sehen die dann an der Frontwand aus.



      Das Anbringen an den Aufbau war nicht einfach, ging aber doch vernünftig vonstatten.

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      Die beiden letzten "weißen Flecken" wollte ich natürlich auch noch tilgen. Die SeaSparrow-Bunker 89/89a decken die dann ab.



      Ein paar Kleinteile werden noch kommen, außerdem die Treppen zu den verschiedenen Decks. Dann werden nicht nur 10 1/2 der 16 Bögen verbaut sein sondern (leider) auch die "größeren Teile". Denn dann geht's richtig ans "Eingemachte".

      Bis zur Fortführung des Bb dann abschließend nochmal die Totale. Sieht schon flott aus, die Lübeck, finde ich.

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      Hallo Günter,

      jetzt bin ich doch sehr beruhigt und danke Dir sehr dafür, dass Du meine offenen Worte so wohlwollend angenommen hast und sogar ausführlich darauf eingegangen bist.

      Besonders diese Situationsbeschreibung, Günter,

      Rezatmatrose schrieb:

      Ein Fakt ist sicher gegeben: die Form des Modellbauers Rezatmatrose ist auch nicht immer gleich. Manchmal geht es besser, an anderen Tagen nicht so. Nun, den "Klopps", den ich an der Bb-Seite eingebaut habe, einen absoluten Anfängerfehler sogar, ist mir total unerklärlich.
      kennt wohl jeder von uns hinreichend und erfordert kaum lange, persönliche Erklärungssuche - Faktor Mensch!

      Dazu kommt ein Modell, das, soweit ich das Deinem Baubericht heraus ersehen kann, stellenweise selbst erfahrene Modellbauer stark herausfordert (z. B. die abgerundeten Deckskanten).
      Auch neige ich bereits in dieser Phase Deines Bauberichtes zu der Annahme, dass Andreas, würde er jetzt das Modell nochmal neu konstruieren, vereinzelt andere Konstruktionslösungen wählen würde (z.B. die Gestaltung der Spanten in der von Dir schon erwähnten Teilegruppe Nr. 70).
      Und letztlich stimmt: Papier ist nicht gleich Papier!
      Da könnte ich einen langen Vortrag dazu halten, will mich aber nur auf eine ganz vorsichtige Überlegung beschränken.
      Brauchbarer Karton für den Modellbau sollte einen höheren Anteil Langfasern (möglichst Frischfasern - Zellstoff) zu Kurzfasern aufweisen. Dann wird er "geschmeidiger" und die einzelnen Fasern sind belastbarer.

      Aber alle diese geschilderten Einzelheiten stellen aus meiner Sicht völlig normale und merkmalhafte Begleiterscheinungen einer Kartonmodell-Einstiegskonstruktion dar, selbst bei ambitioniertester Herangehensweise an die Konstruktion und die folgende Umsetzung in den fertigen Bogen.
      Da hat Andreas zweifelsfrei hochkompetente und anerkennenswerte Arbeit geleistet.
      Doch da war auch noch der Faktor Mensch...

      Schwachstellen zeigen sich - selbst nach Probebauten - immer erst im Prüffeld Praxis.
      Nämlich dann, wenn ein Bogen unterschiedlichen Herangehensweisen der Modellbauer ausgesetzt wird.
      Diese Praxis sind wir, im aktuell konkreten Falle Du, Günter.
      Und Deine individuellen und langbewährten Herangehensweisen an verschiedenste Modellbögen und dessen erfolgreiche Umsetzungen in Modelle qualifizieren Dich deshalb aus meiner Sicht besonders auch dazu, an Neukonstruktionen möglicherweise erste wertvolle und nützliche Ansatzpunkte für bestehende Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen zu können.

      Ich meine, so sieht eine ideale Basis für fruchtbare und effiziente Wechselwirkungen zwischen Konstrukteur und Modellbauer aus.
      Unsere Forenkultur macht das möglich, danke dafür!


      Viele Grüße
      Roland
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      Moin zusammen,

      also, natürlich ist die LÜBECK schon ein wenig anspruchsvoll, aber wenn es sogar mir gelungen ist, ein halbwegs ordentliches Exemplar zustande zu bringen, dann sollten sich andere Modellbauer mit ein wenig Erfahrung nicht davon abhalten lassen, sich ebenfalls daran zu versuchen...

      Mit dem Karton hatte ich persönlich keine Probleme, vielleicht liegt es am verwendeten Weißleim bzw. am Verdünnungsverhältnis?

      Was die Brückenfenster anbelangt, da würde ich zum Verglasen KEINE Fensterbriefumschlagfolie nehmen. Die kommt zu milchig daher. Ich habe mir angewöhnt, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden, kaufe mir gelegentlich eine Packung Niederegger Marzipanherzen und nehme dann die absolut klare Folie der Umverpackung zum Verglasen. Die ist sowas von durchsichtig und man kann von Brückeneinrichtungen tatsächlich etwas erkennen.

      Beste Grüße aus dem halbhohen Norden
      Fiete
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      Hallo Fiete,
      Modellbau mit Genüsslichkeit verbinden, das hat doch was.
      Ich nehme die Notwendigkeit zur Verglasung der Brückenfenster als Vorwand für den Kauf einer großen Packung Mon Cherie. Die dort zwischen den beiden Schichten eingelegte Folie hat neben der Durchsichtigkeit den Vorteil großer Stabilität.
      Also, Marzipan oder Kirschpralinen, die nächste Brücke muß verglast werden!
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)