Preußen, Passat-Verlag, 1:250

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    • Preußen, Passat-Verlag, 1:250

      Hallo zusammen,

      heute möchte ich einen neuen Baubericht beginnen.

      Es gibt einige wenige Modelle, bei denen ich jahrelang im Hintergrund recherchiere, bis ich das Modell in die Bauphase entlasse. Eines dieser Modelle ist die Preußen.

      Wer sich ein wenig näher mit ihrer Geschichte befassen will, dem empfehle ich hier eine Kurzfassung:

      de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fen_(Schiff,_1902)

      Ich möchte jetzt nicht auf alle Details ihrer Geschichte eingehen. Wichtig ist nur, dass es sie heute nicht mehr gibt, sodass hätte Fotos vom Original hätte machen können, wie beispielsweise bei der Passat in Travemünde oder bald auch wieder bei der Peking in Hamburg.

      Sie ist am 6.10.1912 mit der britischen Kanalfähre „TrSS Brighton“ zusammengestoßen und konnte nicht mehr gerettet werden. Ein sehr schönes Kartonmodell der „TrSS Brighton“ gibt es von David Hathaway.


      Bild 1: Bogen der Kanalfähre „TrSS Brighton“

      Übrigens waren solche Kollisionen zur damaligen Zeit gar nicht so selten. So ist z.B. auch das Schwesterschiff „Passat“ mit einem Kanaldampfer kollidiert. Hier zog nur der Kanaldampfer den Kürzeren.

      Welche Recherchemittel bleiben mir?
      Zuerst gibt es Herrn Horst Hamecher, der die Geschichte der Preußen in seinem Buch „Königin der See Fünfmast-Vollschiff >>Preußen<<“ dokumentiert hat. Ich habe über meinen Lieblingsbuchhändler auf Föhr ein Exemplar erstanden, in der der Autor eine Widmung der Tochter einer der Kapitäne verfasst hat.


      Bild 2: Buch „Königin der See Fünfmast-Vollschiff >>Preußen<<“


      Bild 3: Die Widmung

      Hier gibt es viele zeitgenössische Bilder und das ein oder andere Bild lässt sich für den Bau des Modells verwenden.
      Leider lässt sich hier beispielsweise kein Takelplan ableiten. Hierzu gibt es ein weiteres Recherchemittel. Es sind die gebauten Modelle der Preußen.
      Ich kenne drei gebaute Modelle, die ich natürlich fleißig abfotografiert habe.
      Das erste Modell steht im Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven.


      Bild 4: Modell der Preußen im Schiffahrtsmuseum BHV

      Nach meiner Einschätzung das Modell mit dem geringsten Detaillierungsgrad. Es ist jedoch immer noch detaillierter als ich im Kartonmodell umsetzen kann.
      Das zweite Modell steht auch in Bremerhaven, jedoch im Historischen Museum Bremerhaven wenige 100 Meter vom Schiffahrtsmuseum entfernt.
      Es ist detaillierter, hat jedoch den Nachteil, dass es fast nur von unten fotografiert werden kann. Dem Abfotografieren der Takelage tut dies sicherlich keinen Abbruch.


      Bild 5: Modell der Preußen im Historischen Museum Bremerhaven

      Das dritte Modell steht im Deutschen Museum in München. Im Gegensatz zu den anderen Modellen steht es unter Segeln.


      Bild 6: Modell der Preußen im Deutschen Museum im München

      Bei diesen Modellen gibt es bereits einige Unterschiede, bei denen man recherchieren musste, welche Version richtig und welche Version falsch ist. Beispielsweise tragen zwei der Modelle eine weiße Rumpfbinde, wie das Kartonmodell vom Passat-Verlag auch, und ein Modell nicht. Was ist nun richtig?
      Viele Dinge, z.B. in der Takelage, kann ich auch von den Schwesterschiffen „Passat“ und „Peking“ übernehmen, weil diese Schiffe alle die bekannte „Laeisz-Takelage“ hatten.

      Kommen wir zum Modell:
      Ich werde das bekannte Modell aus dem Passat-Verlag bauen.


      Bilder 7 und 8: Bogen des Passat-Verlages mit Seriennummer

      Ich habe bereits mit Segelschiffen des Passat-Verlages Erfahrungen sammeln dürfen. Ich habe bisher den Segler „Passat“ und das Forschungsschiff „Meteor“ gebaut. Die Meteor ist kein reiner Segler, hat jedoch eine filigrane Takelage.


      Bild 9: Meine bisherigen Segler-Modelle aus dem Passat-Verlag

      Ich werde dieses Modell wieder mit geborgenen Segeln bauen, weil hierdurch die Takelage besser sichtbar ist. Zusätzlich werde ich auch den vorhandenen Ätzsatz verbauen.

      Ich bin mit wachsender Erfahrung in der Detaillierung der Preußen noch weiter steigerungsfähig, denn es wird wieder ein hochdetailliertes Modell werden.

      Ansichten, wie „Die Kunst liegt im Weglassen von Details“ gelten für mich nicht. Die Grenzen liegen eher bei der Winzigkeit der Details oder wenn ich an Stellen nicht mehr herankomme.

      Natürlich werde ich auch in den ein oder anderen Baubericht hier oder im Nachbarforum hineinschauen.
      Und für die ersten, denen meine Ausführungen zu langatmig sind und schon nach der Grundplatte schreien: „Hier ist sie!“


      Bild 10: Die Grundplatte

      Gruß Axel
    • Hallo Axel,
      das ist ein Knaller. Ich wünsche Dir viel Spaß und eine sehr ruhige Hand bei der Takelage. Ich habe da so Geschichten von abgerissenen Masten gehört....
      Wenn die Preußen fertig ist, können wir sie auf einem Euregio Treffen mit der Brighton zusammen aufstellen.
      LG
      Kurt

      Meine Untaten

      Wenn Regierungen versprechen, sich an die Regeln zu halten, und sie dann absichtlich verletzen, ist das kein Unvermögen. Das ist Betrug!
      (Hans-Werner Sinn)
    • Servus Axel,

      nach der Passat die Preussen! klasse1
      Ich kann mich gut an den Baubericht von Spitfire erinnern, war der schon interessant mitzulesen.
      Nachdem ich deine Passat aus Mespelbrunn kenne, freue ich mich schon jetzt darauf verfolgen zu dürfen wie deine Preussen entsteht!

      Achja, mein Bogen der Preussen hat die Nummer 333! prost1
      Öhmja, die Brighton habe ich auch da liegen....

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Da reserviere ich mir doch einen Platz in der ersten Reihe. Die Flying P-Liner gehören zu den beeindruckensten Handelsseglern des frühen 20. Jahhunderts.
      tschö1 Christian

      in der Werft: Papegojan Shipyard im Maßstab 1/72, Knarr nach Skuldelev I im Maßstab 1/72

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Moin Axel!
      Ich halte Dir alle alle Daumen für dies Traumprojekt! Was die Detaillierung angeht, hast Du mir schon voll aus dem Herzen gesprochen, und die Recherche zum Modell finde ich bisweilen fast spannender, als den Bau, also bin ich auch da voll bei Dir und freue mich auf den Baubericht.
      Viel Spaß und viel Erfolg

      Heiner
    • Hallo Axel, vielleicht könnte das hier für Dich nützlich sein: Friedrich Ludwig Middendorf: Bemastung und Takelage der Segelschiffe (1903) Gibt es als bezahlbaren Reprint und wertet Original-Werftunterlagen, u.a. von P-Linern und der "Preussen", aus. Außerdem meine ich, daß es im Technischen Museum Berlin auch ein großes, detailliertes Modell gibt. Man müßte aber ein lichtstarkes Objektiv zum Photographieren benutzen, die Beleuchtung ist nämlich ziemlich schummrig. Auf Deinen Bericht freue ich mich riesig!
      Beste Grüße
      Claudia
    • @Kurt: Hallo Kurt,
      so etwas kann natürlich immer passieren. Beim Bau der Passat und auch der Meteor hatte ich Glück und bin davon verschont geblieben.
      @wiwo1961: Servus wiwo,
      die Preußen lauerte jetzt mehr als ein Jahr im Hintergrund und ich bin jetzt froh, mein Wissen, dass ich beim Bau der Passat erlangt habe, einsetzen zu können. Ich werde sicherlich das ein oder andere anders und ich hoffe auch besser machen zu können. Lassen wir uns einmal überraschen.
      @Anobium Punctatum: Hallo Christian,
      nicht nur die Vorbilder, sondern die Modelle sind beeindruckend. Ich hatte das Glück bei der Passat an Bord gehen und alles abfotografieren zu können. So konnte ich meiner Detaillierungswut relativ freien Raum lassen. Die Preußen gibt es zwar nict mehr, aber ich werde Vieles von der Passat übernehmen können.
      @Bonden: Hallo,
      ich hoffe, es wird ein Modell, so wie du es beschreibst. Ich werde alles Mögliche dafür tun. Und irgendwann in Mespelbrunn sehen wir uns dann wieder vor dem fertigen Modell ...
      @Klueni: Hallo Tommi,
      Mit dem Bau der Preußen betrete ich kein Neuland für mich. Man braucht hierfür auch ein großes Ausdauervermögen und dieses sollte ich vor Allem in den letzten Bauberichten bewiesen haben. Für mich steht es daher außer Zweifel, dass ich dieses Modell auch fertig bekomme.
      @Gnost: Hallo Ludwig,
      ich denke aber nicht, dass ich vor Jahresende fertig werde und auch die Fertigstellung zu Mespelbrunn ist für mich ungewiss. Ich weiss, was ich mir vorgenommen habe
      @Heiner: Hallo Heiner,
      ich denke, in einem Punkt hast du Recht. Die Zeit der Recherche ist mitunter schöner als die Bauzeit. Und so freut man sich über alles recherchierte, was du zusätzlich am Modell umsetzt. Es macht das Modell einzigartig. Ich hoffe, der Baubericht wird dich nicht enttäuschen.
      @Claudia: Hallo Claudia,
      das Buch ist Wahnsinn. Ich hab's mir direkt bestellt. Danke für deinen Tipp.Ob ich dem Berliner Modell einen Besuch abstatte, weiss ich noch nicht. Ich habe jetzt drei gebaute Modelle in den diversen Museen "durchfotografiert". Das sollte reichen, zumal es bei den einzelnen Modellen doch einige Abweichungen in der Umsetzung gibt. Hier können dann nur Originalfotos Klärung verschaffen.
      @Didibuch: Hallo Dieter,
      ich hoffe, der Baubericht wird dir gefallen.

      Ich wünsche Allen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.
    • Hallo zusammen,

      jetzt wollen wir aber auch im Baubericht einen kleinen Schritt weiterkommen.

      Auch wenn man es nicht vermuten mag, ich war in der Vergangenheit wieder fleißig. Im nächsten Schritt musste das Spantengerüst ausgeschnitten und verdoppelt werden.


      Bild 1: Die Teile des Spantengerüsts

      Als Kleber für die Verdopplung von Teilen habe ich Sprühkleber verwendet. Gerade bei großflächigen Teilen habe ich damit sehr gute Erfahrungen gemacht, da der Sprühkleber eine hohe Klebekraft besitzt und großflächige Teile nach der Verklebung immer noch glatt sind und keine Wellen bilden.


      Bild 2: Sprühkleber

      Ich habe mich dafür entschieden, die Laschen an der Grundplatte abzuschneiden und die Grundplatte zu verdreifachen. Die durch die Kartondicke entstehende Klebefläche sollte für das Verkleben mit der Bordwand ausreichen. Ich bin damals beim Bau der Passat genauso vorgegangen.


      Bild 3: Abtrennen der Seitenlaschen von der Grundplatte

      Konsequenz hieraus ist, dass alle Spanten vor der Verklebung von unten um die Kartondicke der Grundplatte gekürzt werden müssen!
      Um später möglichen Blitzern keine Chance zu geben, färbe ich die Seitenflächen der Grundplatte in roter Färbung ein.


      Bild 4: Einfärben der Seitenfläche der Grundplatte zum Schutz vor Blitzer

      Aus meinem letzten Bau mit der Uthlande habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Klebekraft von wasserlöslichem Kleber auf Leimbasis bei eingefärbten Flächen drastisch nachlässt. Hier muss ich also später gut aufpassen.
      Zu guter Letzt klebe ich dann die Grundplatte mit Fixogum auf ein Brett auf. Dieses tue ich, um ein Verziehen des Schiffsrumpfes während des Baues zu verhindern.
      Fixogum ist ursprünglich für das Verkleben von Fotos gedacht. Es hat die Eigenschaft, dass die Fotos wieder abgelöst werden können.
      Wenn der Schiffsrumpf fertig und durchgetrocknet ist, dann löse ich ihn wieder.
      Beim Aufkleben muss darauf geachtet werden, dass die Grundplatte gerade aufgeklebt wird.
      Ideal wäre natürlich das Aufkleben auf eine Glasplatte gewesen, denn diese ist absolut plan. Ich denke jedoch, dass die Toleranzen zu diesem Brett vernachlässigbar klein sind.


      Bild 5: Grundplatte auf Brett

      Das Ganze muss jetzt erst einmal durchtrocknen, bevor ich das Spantengerüst aufkleben kann.

      Gruß Axel
    • apfisdu1 schrieb:

      Fixogum ist ursprünglich für das Verkleben von Fotos gedacht. Es hat die Eigenschaft, dass die Fotos wieder abgelöst werden können.
      Wenn der Schiffsrumpf fertig und durchgetrocknet ist, dann löse ich ihn wieder.
      Moin Axel,

      dieses Fixogum-Prinzip, für die Grundplatte, habe ich vor längerer Zeit von Dir mal mit übernommen.
      Es klappt einfach prima !!!! daumen1 klasse1 freu 2
      Gruss
      Holger


      Ich bin von Kopf bis Fuss, nur auf Kartonmodellbau eingestellt
      und das ist meine Welt,
      sonst gar nichts..... ! freu1
    • @petcarli: Hallo Fritz,
      schließlich bauen diese Schritte auf die gemachten Erfahrungen mit der Passat auf.
      @Kurt: Hallo Kurt,
      Ich werde die vorgeformten Bordwände wie einen Schuh über das Spentengerüst von Heck und Bug aufziehen.
      Nach meiner Erfahrung benötige ich einiges an Kraft, bis alles stramm sitzt. Und bei diesen Zugkräften, die auf die Bordwände wirken ist mir hinterher jeder Bruchteil von Millimeter zusätzlicher Klebekante recht.
      @Cux-Holger: Hallo Holger,
      es ist hinterher eine schöne Sache, den Rumpf einfach ablösen zu können. Wenn die Schicht des getrockenten Klebers nicht zu dick ist, dann lasse ich die Kleberereste sogar drunter. Die "Gummischicht" verhindet, dass das Schiff dann mit einem Windstoß weggeblasen werden kann.

      @all: Hallo zusammen,

      heute ist das Spantengerüst an der Reihe. Die Teile sind bereits alle schon ausgeschnitten und verdoppelt, sodass ich nur noch sorgfältig und genau verkleben muss.
      Daher ist in Bild 1 bereits das fertige Ergebnis zu sehen.


      Bild 1: Spantengerüst

      Eine Ausnahme gibt es noch: Es sind nur alle Längsspanten sowie die Querspanten des Bug- und Heckbereichs verklebt. Die Querspanten des Mittelbereiches sind derzeit nur eingesteckt.


      Bild 2: Eingesteckte Querspanten der Mittelsektion

      Die Querspanten der Mittelsektion sollen erst von oben eingeschoben werden, wenn die Bordwände mit der Grundplatte verklebt sind. Ich möchte durch diese Vorgehensweise verhindern, dass sich die Querspanten auf die Bordwände durchdrücken.

      Im nächsten Schritt wird die Grundplatte mit einigen Bleistücken verklebt. Hierdurch soll verhindert werden, dass sich das Modell später einmal wölbt.
      Es gibt auch die Methode, die Grundplatte mit einer geraden Stange zu verkleben. Ich denke, jeder hat so seine eigene Methode.
      Die Bleistücke erhalte ich aus einer Gardinenschnur, die unten in Gardinen eingelassen wird, um die Gardinen zu straffen. Da diese Methode immer seltener Anwendung findet, muss man schon einmal in das ein oder andere Geschäft mehr gehen, um diese Bleischnüre zu bekommen.



      Bilder 3 bis 5: Bleigewichte für die Grundplatte

      Als nächster Bauschritt wären die Decks an der Reihe. Ich möchte aber hier von der Baureihenfolge abweichen und mit den Bordwänden weitermachen.

      Dieses hat einen einfachen Grund: Ohne die Decks habe ich immer noch die Möglichkeit, von innen beim Verkleben der Bordwände einzugreifen. Ich habe in den meisten Fällen die Möglichkeit, nachzuschauen, ob die Verklebung ordnungsgemäß stattgefunden hat und ggfs. zu korrigieren.

      Da Bordwände im Regelfall geschwungen sind, halte ich die Möglichkeit des Eingreifens für wichtiger als bei den Decks, die in der Regel platt auf die Spantenoberseite aufgeklebt werden.
      Ich verstehe leider auch nicht, warum in den meisten Bauanleitungen erst die Decks aufgeklebt werden und danach die Bordwände angeklebt werden. Warum beraubt man sich hier der Möglichkeit, die Bordwände richtig verkleben zu können?


      Bild 6: Im nächsten Bauschritt sind die Bordwände an der Reihe

      Ich habe im Gefühl, dass die Bordwände so richtig schwierig werden. Daher werde ich mir für das Anbringen genügend Zeit lassen.

      Gruß Axel
    • apfisdu1 schrieb:

      Die Bleistücke erhalte ich aus einer Gardinenschnur, die unten in Gardinen eingelassen wird, um die Gardinen zu straffen. Da diese Methode immer seltener Anwendung findet, muss man schon einmal in das ein oder andere Geschäft mehr gehen, um diese Bleischnüre zu bekommen.
      Ja, nutze ich auch stets erfolgreich bei meinem Karton-Schiffsmodellbau ! daumen1

      Bei wem in der Nähe kein Gardinengeschäft mehr ist,
      der bekommt die Gardinenbleischnüre auch kostengünstig in der E-Bucht zu kaufen,
      da auch in verschiedenen Grössen !
      Nur als Tipp ! happy 2
      Gruss
      Holger


      Ich bin von Kopf bis Fuss, nur auf Kartonmodellbau eingestellt
      und das ist meine Welt,
      sonst gar nichts..... ! freu1
    • apfisdu1 schrieb:



      Hier gibt es viele zeitgenössische Bilder und das ein oder andere Bild lässt sich für den Bau des Modells verwenden.
      Leider lässt sich hier beispielsweise kein Takelplan ableiten. Hierzu gibt es ein weiteres Recherchemittel. Es sind die gebauten Modelle der Preußen.
      Ich kenne drei gebaute Modelle, die ich natürlich fleißig abfotografiert habe.
      Das erste Modell steht im Schiffahrtsmuseum in Bremerhaven.

      Hallo Axel,
      die PREUSSEN ist schon ein tolles Schiff. Viel Glück und eine ruhige Hand beim Bauen und Takeln!

      Im Hamburg-Museum (ehem. Museum für Hamburgische Geschichte) steht auch noch ein Modell.
      Aber die schlechten Lichtverhältnisse laden nicht zum Fotografieren ein.

      Zur Takelung sollte man auch noch den Middendorf erwähnen, in dem es auch ein Kapitel über das Rigg der PREUSSEN gibt.
      Middendorf, Friedrich Ludwig: Bemastung und Takelung der Schiffe; Repro erschienen 1977 bei Hamecher, keine ISBN

      Bei den Plastikmodellbauern gibt es eine PREUSSEN von Heller in 1:150. Dem Modell liegt auch ein - soweit ich es beurteilen kann - vollständiger Takelplan bei.

      Viele Grüße
      Thomas
    • Hallo zusammen,
      hallo Axel,
      hallo Thomas,

      ich werde den Baubericht aufmerksam verfolgen. Einen Baubericht von einem Segelschiff findet man selten. Ich bin gespannt auf die folgenden Beiträge und drücke Dir, Axel, beide Daumen.

      Die Takelage ist in so einem kleinen Maßstab sehr schwierg. Den Takelplan von Heller würde ich sorgfältig überprüfen.

      Ein Beispiel: Revell bietet die Bark Alexander von Humboldt I als Bausatz im Maßstab 1:150 an. Im Bauplan ist auch ein Takelplan entalten. Die Alexander von Humboldt I ist eine kleinere Bark - besonders im Verglich zum Vollschiff Preußen. An jedem Rahsegel (das Skysegel ausgenommen) sind unter anderem pro Segel sechs Gordinge und zwei Gaitaue angeschlagen - zur Hälfte an Back- und Steuerbord. Am Vortopp Fock-, Untermars-, Obermars-, Bram- und Royalsegel. Fünf Segel mal acht Tampen macht 40 Belegstellen an Deck. Dabei fehlen noch die Schoten und die Brassen. Der Revellbausatz berücksichtig die Gordinge überhaupt nicht - bei den Gaitauen will ich mich jetzt ohne Nachzuschauen nicht festlegen. In jedem Fall fehlen mindestens also 30 Belegstellen auf dem Modelldeck. Dies als Beispiel für die Genauigkeit von Takelplänen vn Modellbausätzen. Es gibt sicherlich genauere - aber ich würde vorsichtig sein.

      Ich habe damals darüber nachgedacht, den Mastgarten des Modells entsprechend zu ergänzen. Der Abstand von einem zum nächsten Belegnagel beträgt auf der Alex I geschätzt mindestens 25 cm plus. Zum Ergänzen fehlte auf dem Modell einfach der Platz. Ein Belegnagel aus Metal hat ca. 1 Zoll Durchmesser, die Belegnägel für die Gordinge waren aus Holz und dünner. Die Darstellung solcher Belegnägel im Maßstab 1:250 wird schwierig.

      Dies als kleine Anmerkung. Aus Frust habe ich den Plastikbausatz bis heute nicht fertiggestellt

      Liebe Grüße
      Josef
    • Hallo zusammen,

      Heute soll es hier wieder weitergehen. Ich hatte die Bauberichterstattung ein wenig ausgesetzt. Dies hatte hauptsächlich zwei Gründe.

      Auf der einen Seite stand ich vor enormen beruflichen Herausforderungen.
      Auf der anderen Seite ist das eingetreten, was ich bei der Durchsicht der Bögen irgendwie befürchtet hatte. Der Bau des Rumpfes gestaltete sich enorm schwierig, sodass ich keine Ahnung hatte, ob ich diesen Rumpf in einer für mich akzeptablen Weise zusammenbekommen würde. Und so hatte für mich das langsamer Bauen (oder besser gesagt, das Weiterbauen, wenn ich den Kopf von beruflichen Dingen frei hatte) und das nicht Wissen, welches Ergebnis hinterher vor mir liegen würde, mich dazu bewogen, die Berichterstattung erst einmal auszusetzen, jedoch den Weiterbau weiter voranzutreiben.

      Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Rumpf der Preußen zu den schwierigsten Rümpfen gehört, die ich jemals gebaut habe. Ich habe hier auch einige Federn lassen müssen. Zu den Gründen hierzu werde ich später kommen, wenn wir an den Bildern hierzu angekommen sind. Hier ist es dann auch hilfreich, einen Vergleich zum Rumpfbau der Passat zu ziehen.

      Aber knüpfen wir am Punkt zum Weiterbau an, damit wir den Faden nicht verlieren …
      Es geht weiter mit dem berüchtigten Angstgegner Bordwand. Da die Bordwand am Heck am ausgeprägtesten ist, fange ich dort an.
      Die Heckpartie musste ausgeformt und durch zusätzliche Teile ergänzt werden. Die zusätzlichen Teile passen jedoch nur bei bereits ausgeformten Heck. Die Konstruktion ist hier ähnlich zu der der Passat.


      Bilder 1 und 2: Ausformen der Heckpartie

      Hier werden Laschen ergänzt, über die weitere Teile in die Bordwände eingefügt werden können. Die nächsten Bilder zeigen die eingefügte Stelle von innen und außen.


      Bilder 3 und 4: Eingefügtes Teil im Heck von innen und außen

      Auf Bild 4 ist ersichtlich, dass diese Teile nicht bündig miteinander abschließen, sondern ein kleiner Spalt verbleibt. Dieses ist jedoch nicht schlimm, weil später hier ein Streifen übergeklebt wird.

      Ein Wort zu den Streifen: Auf die Bordwand werden später in Längsrichtung Streifen aufgeklebt, um strukturelle Merkmale der Bordwand des Originals herauszuarbeiten.

      Von hinten versuche ich das vorgeformte Heck wie einen Schuh über die Spantenkonstruktion zu ziehen. Dazu muss ich es an den äußeren Enden (dort wo das Ruder später angeklebt wird) zusammengeklebt bekomme. Kleine Klammern helfen mir dabei.

      Ich habe bei der Grundplatte der Passat damals die Laschen bei den Bordwänden abgeschnitten, die Grundplatte verdreifacht und die Längs- und Querspanten entsprechend gekürzt.
      Durch die Verdreifachung der Grundplatte habe ich wieder genügend Klebefläche, um die Bordwand unten ankleben zu können. Da ich bei der Passat mit dieser Vorgehensweise Erfolg hatte, beschließe ich diese Methode auch bei der Preußen umzusetzen.


      Bild 5: Das Heck wird von hinten über die Spantenkonstruktion gezogen

      Beide Bordwände sind zweigeteilt. Die Bordwand von Bug- und Heckseite haben jeweils auf steuerbord- und backbord-Seite eine gemeinsame Schnittkante etwa in Schiffsmitte.
      Ich entscheide mich dafür die Bordwände jeweils nicht in Schiffsmitte aneinander zu kleben und dann an die Grundplatte zu kleben, sondern die zusammengeklebte Heckpartie zuerst zu befestigen und dann die Bugpartie überzuziehen. Der Grund hierfür ist, dass ich in der Mitte noch Korrekturmöglichkeiten habe, wenn ich die Bordwände schief aufkleben sollte.

      Dieses klingt erst einmal sehr anfängerhaft. Man muss dabei jedoch bedenken, dass bereits kleinste Ungenauigkeiten über die Länge verteilt bereits im Bugbereich zu Abweichungen im sichtbaren Millimeterbereich führen können. Da ist mir dann eine Korrekturmöglichkeit in der Schiffsmitte auf beiden Seiten willkommen.

      Was mir jetzt noch fehlt, ist eine Orientierungsmöglichkeit hinsichtlich der Länge. Während des zentimeterweisen Aufklebens kann ich nicht sagen, ob meine Bordwand dann auch bis zum Bug reicht, oder ob ich bereits zu kurz bin. Ich kann es zwar durch fortwährendes Anhalten an den Bug überprüfen, aber so eine kleine Markierung wäre mir schon recht.
      Ich denke, eine solche Markierung habe ich gefunden (siehe Bild 6).

      Es ist zwar nirgendwo dokumentiert, aber wenn man diese Markierung einmal an das Spantengerüst anhält, so wird man feststellen, dass diese genau auf Höhe des Querspanten 17 zu liegen kommt.
      Das ist für mich erst einmal eine Orientierung, mit der ich sehr gut gefahren bin.


      Bild 6: Außenmarkierung für Querspant 17?

      Mit einigem Ziehen habe ich jetzt das Heck über die Spanten gezogen. Zum Andrücken bediene ich mich eines kleinen Helfers. Ich habe mir aus dem Kosmetikbedarf meiner Frau ein kleines dreieckiges Schwämmchen besorgt. Mit diesem Schwämmchen drücke ich vorsichtig die Bordwand an die Spanten nach. Es sorgt für eine Druckverteilung und dafür, dass sich die Spanten nicht so leicht durch die Bordwand durchdrücken.


      Bild 7: Vorsichtiges Andrücken mit einem kleinen Schwämmchen

      Im nächsten Schritt wird die Bordwand unten mit der Grundplatte verklebt.


      Bilder 8 und 9: Der nächste Schritt

      Gruß Axel
    • Moin Axel,

      das liest sich spannender, als ein Tatort und Polizeiruf 110 zusammen im TV !

      Finde Deine Herangehensweise hervorragend und lehrreich ! klasse1 daumen1
      Ja, die lieben Schanzkleider......

      Für mich eine sehr gute, grundlegende Arbeit von Dir ! ja 2

      Es bleibt spannend, ich bleibe hier dran ! happy 2
      Gruss
      Holger


      Ich bin von Kopf bis Fuss, nur auf Kartonmodellbau eingestellt
      und das ist meine Welt,
      sonst gar nichts..... ! freu1
    • Servus Axel,

      deine Kartonbauschule ist ein Hammer!
      Danke, dass du deine Baumethoden so ausführlich beschreibst! Da kann man viel mitnehmen.

      Die "Preußen" ist ein wunderbares Schiff und ein Modell aus deiner Hand wird ganz sicher ein meisterliches.
      ich freue mich auf diesen Baubericht und werden sehr gerne alles mitverfolgen.

      ja 2
      Herzliche Grüße / Best regards,
      Andreas

      Optimismus ist die Kunst, mit dem Wind zu segeln, den andere machen.
      Alessandro Manzoni (1785 – 1873)

      Buddys Kartonuniversum
    • Hallo Axel

      Das ist wirklich sehr spannend, danke, dass Du Dir die Mühe machst, diesen Bauabschnitt so genau zu dokumentieren. Ich denke,dass kann so manchem Nachbauer eine grosse Hilfe sein. Zumal Modelle dieses Verlages, insbesondere der älteren Generation, nicht unbedingt mit übertriebener Bauanleitung aufwarten.

      Ich bleibe gerne mit dabei!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Wenn Schokolade die Antwort ist, dann ist die Frage unwichtig ostern 3

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • @Cux-Holger: Moin Holger,
      ich freue mich, dass dir mein Stil gefällt.
      @Kurt: Hallo Kurt,
      ja, dieser Rumpf hat auch so seine Herausforderungen. Darüber können wir am Freitag einmal ausführlicher sprechen.
      @Buddy: Hallo Andreas,
      es ist schön, dass dir mein Bericht gefällt, jedoch möchte ich hier nicht als Lehrmeister auftreten. Es gibt jede Menge Kartonbauer, die es besser können als ich. Ich setze hier lediglich meine Kartonbaugrundsätze um, die auf meinen gemachten Erfahrungen basieren.
      @Peter_H: Hallo Peter,
      Ich denke, wenn einige Dinge hier ausführlicher erklärt werden, sind sie nachvollziehbar.

      Hallo zusammen,

      anbei geht es weiter mit dem Zusammenbau des Rumpfes speziell der Bordwand.

      Ich werde vom Heck her anfangen die Bordwand aufzubauen.
      Im Bug laufen die beiden Bordwände spitz gegeneinander. Hier könnte ich im Bedarfsfall eher kaschieren als am Heck. Das nur einmal als Vorabüberlegung.


      Bilder 1 und 2: Aufbau des Heckbereiches

      Auch wenn die auf Bild 2 die Streifen nicht genau fluchten. Alles nicht schlimm. Mit den Streifen, die hinterher noch auf die Bordwand kommen, kann ich später noch korrigieren. Darüber hinaus wird später noch ein Ruderblatt vorgeklebt.


      Bild 3: Aufbau bis unter das Poopdeck

      So baue ich die Bordwände bis unter das Poopdeck hoch. Bei der obersten Wand sind noch Bullaugen enthalten (aus der Perspektive nicht sichtbar). Diese stanze ich jetzt aus und werde sie ein wenig später noch mit Klarsichtfolie hinterkleben. Daher kann das Deck jetzt noch nicht drauf.
      Da die weitere Bordwand erst einmal relativ gerade verläuft, scheint das Ankleben der Bordwand erst einmal leicht auszusehen. Ich verklebe die Bordwand in Abschnitten zu ca. 5 cm (nach Augenmaß) mit der Grundplatte. Hier hat sich das kleine Schwämmchen aus dem Kosmetikbedarf meiner Frau bezahlt gemacht. Es verteilt den Druck meiner Finger auf die Bordwand und beugt so einem Durchdrücken der Spanten vor.

      Aber Vorsicht: Man sollte bei jeder Klebephase noch einmal überprüfen, ob man mit dem Bugende der Bordwand immer noch die Grundplatte erreicht! Auch wenn man noch nicht den Bug erreicht hat. Kleinste Abweichungen können sich bis zum Bug zu einigen Millimetern addieren. Hier liegt eine große Gefahr.


      Bild 4: Anbringen der Bordwand in Schiffsmitte

      Dann ist das Fertigstellen des Bugs an der Reihe. Da im Bugbereich wieder mehr Rundungen vorhanden sind, habe ich im Bugbereich die Querspanten wieder fest verklebt.


      Bild 5: Jetzt ist der Bug an der Reihe

      Man sollte im Bug Backbord- und Steuerbordseite gleichzeitig verkleben, damit der Mittelspant keinen Verzug zu einer Seite bekommt.

      Beide Bordwände besitzen auf der Bugseite Einschnitte. So muss ich nicht den gesamten Bug auf einmal verkleben, sondern kann Streifen für Streifen vorgehen.
      Den obersten Streifen lasse ich erst einmal unverklebt, weil das Hauptdeck an dieser Stelle in die Bordwand eingeklebt wird. Meine Befürchtungen sind hier, dass ich den oberen Streifen hinterher noch einmal öffnen muss. Ich weiss noch nicht, wie die Teilestruktur hier aussehen wird und wenn ich hier die obersten Bordwandstreifen später verklebe, mache ich bestimmt nichts falsch.

      Und so ist erst einmal die Bordwand mit der Grundplatte verklebt und Bug und Heck sind ausgeformt.


      Bilder 6 und 7: Die Bordwand ist dran

      Jetzt beginne ich die ausgestanzten Bullaugen zu verglasen.


      Bild 8: Die Bullaugen werden verglast

      Jetzt kann ich ganz bequem die Querspanten von oben einschieben und mit der Bordwand von innen verkleben.

      Das ist der unschätzbare Vorteil, den ich bei dieser Methode habe. Ich erkenne, wo die Spanten noch nicht mit der Bordwand plan sind und kann dort entsprechend korrigieren. Wären an dieser Stelle die Decks bereits auf den Spanten würde ich eine Abweichung nicht mehr Erkennen und korrigieren können.

      Bei den Spanten muss man aufpassen, dass diese auf der Bordwand in einer Höhe abschließen, denn sonst hat man im Deck hinterher Wellen. Aber das merkt man beim probeweisen Auflegen der Decks. Hier hätte man auch noch einmal die Möglichkeit, die Spanten von der Länge zu kürzen.

      Die Chance, dass das Deck plan auf den Spanten zu Liegen kommt, sind mit dieser Methode sehr groß.
      Und so präsentiert sich der Rumpf nach Einsetzen der Querspanten in diesem Zustand:


      Bild 9: Schiffsrumpf nach Einsetzen der Querspanten

      Ich denke in den nächsten Bauschritten kann ich dann die Decks aufsetzen und der Angstgegner Rumpf wäre besiegt, wobei auch ich hier Federn lassen musste.

      Gruß Axel
    • Servus Axel,

      deine Vorgehensweise ist 1A erklärt.
      Die Vorteile sind bestechend.
      Wenn ich daran denke wie ich bein Imperator herumgeeiert habe um das Heck schließen zu können...

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
    • Dankedanke,

      es freut mich, dass euch mein Schreibstil gefällt.

      Hallo zusammen,

      weil es so schön war gibt es heute noch einen weiteren Baubericht.

      Im nächsten Schritt habe ich die Innenschanz angebracht. Hier sollte man aufpassen, dass die Querspanten nicht höher sind als die Unterkante der Innenschanz. Sonst gibt es nicht nur auf dem Wasser Wellen.


      Bild 1: Anbringen der Innenschanz

      Als nächsten Schritt sollten dann erst die Streifen auf den Bordwänden angebracht werden. Diese Streifen geben eine Struktur von genieteten Platten auf der Bordwand wider.


      Bild 2: Aufsetzen der Streifen auf der Bordwand

      Bei den Streifen gibt es rote, schwarze und weiße Zonen. Entsprechend der jeweiligen Zone werden die Kanten der Streifen gefärbt.


      Bild 3: Kantenfärben bei den Streifen

      Die Beplankung der Heckseite Steuerbord gibt einen ersten Eindruck, wie die Bordwand einmal aussehen wird. Im groben und Ganzen kann ich damit erst einmal zufrieden sein.

      Übrigens: Die drei Farben rot, weiß und schwarz auf der Bordwand sollten die damaligen Farben der Reichsflagge symbolisieren.
      Die Decks sind hier zwecks Anpassung nur aufgelegt und zeigen nicht den Endzustand.


      Bild 4: Das erste Viertel der Beplankung ist fertig

      Ich denke, die Beplankung habe ich soweit hinbekommen.


      Bild 5: Die Beplankung ist komplett, jetzt geht’s an die Decks

      Dazu müssen aber zuerst die Winkellaschen eingefärbt werden, damit es keine weißen Blitzer gibt.


      Bild 6: Einfärben der Winkellaschen

      Danach erfolgt das Einpassen der Decks und das Einsetzen der weiteren Aufbauwände.


      Bild 7: Aufbauwände im Bugbereich

      Im nächsten Schritt wird der Raum, der den Clüverbaum aufnimmt ausgebaut. Der Clüverbaum selbst wird auf dem schrägen Mittelspant zum Liegen kommen.

      Den Raum unmittelbar in der Nähe der Ankerklüsen färbe ich von innen in schwarz. Man weiß ja nie. Dann kommt noch die Ankerwinde auf das vordere Hauptdeck. Dieser Teil wird durch Auflage des Backdecks später nur sehr schwer sichtbar sein.


      Bild 8: Vorbereiten für die Aufnahme des Clüverbaums

      Der Bau des Clüverbaums, das wäre die nächste Aufgabe. Jedoch wartet auf das Modell die erste Ausstellung (Euregio-Treffen). Dazu muss ich den Rumpf vom Brett lösen. Mit dem Befestigen der Decks sollte es hier keine Probleme mehr geben. Das Lösen hat mich etwa eine Stunde Arbeit gekostet.


      Bild 9: Der Rumpf ist vom Brett gelöst

      Ich werde die Woche noch dazu nutzen, einige kleine Stellen an der Klebezone zwischen Brett und Modell auszubessern.

      Gruß Axel
    • Ah, jetzt wird es so langsam spannend! Nicht falsch verstehen - der gesamte Bau ist total spannend. Aber ich finde immer, wenn der Rumpf geschlossen ist und das Hauptdeck drauf ist, geht es so richtig ans Eingemachte. Viele Decksaufbauten, filigraner Fummelkram, und es sieht dann Schritt für Schritt immer mehr nach Schiff aus - und wenn dann erst der erste Mast steht, auch endlich deutlich nach Segelschiff. Und die Preußen bietet ja diesbezüglich gleich fünffache Freude. grins 2
      Was du bisher zeigst, Axel, ist a) hochprozentig Klasse und b) genau das, was man von dir erwartet. zwinker2 Weiter so! ja 2
      Ich bleibe hier auch weiterhin ein großer Bewunderer deiner Baukunst. verlegen2


      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1 (Auch 2018 wieder mit spannenden Abrissaktionen!)
    • @Bonden: Na, dann fange ich einmal mit dem Clüverbaum an.

      @all: Hallo zusammen,

      Heute ist der Clüverbaum an der Reihe.


      Bild 1: Der Clüverbaum aus dem Bogen

      Ausgeschnitten und vorgebogen wird schnell klar, dass dieses Teil eine Füllung benötigt, damit die Takelage daran angebracht werden kann, ohne das der Clüverbaum abknickt.


      Bild 2: Der Clüverbaum benötigt eine Füllung

      Für solche Zwecke habe ich immer Rundmaterial aus Buchenholz in mehreren Durchmessern aus dem Holzfachhandel vorrätig. Dieses Rundmaterial aus Buchenholz besitzt die Eigenschaft, dass es hochflexibel (ähnlich wie Evergreen Profile) ist und nicht bricht.


      Bild 3: Rundmaterial in verschiedenen Durchmessern

      Nun wartet die nächste Herausforderung auf mich. Der Clüverbaum verjüngt sich konisch und das Rundmaterial hat einen konstanten Duchmesser. Hier war wirklich schleifen angesagt. Hierzu habe ich das Rundmaterial in eine Bohrmaschine eingespannt und mit Schleifpapier das Rundmaterial konisch geschliffen.


      Bild 4: Schleifen des Verstärkungskerns für den Clüverbaum

      Nach gefühlten Stunden des Schleifens sowie einige Male verbrannter Finger durch die Hitze beim Schleifen sah der Verstärkungskern so aus:


      Bild 5: Zurechtgeschliffener Verstärkungskern

      Achtung:

      Beim Holz sollte man nicht sparen. Die Verwendung Holzstäbchen für den Nahrungsbereich (z.B. Schaschlikspieße) aus dem Lebensmitteldiscounterb kann ich nicht empfehlen, da diese aus preiswertem Holz sind und bei der Bearbeitung leicht brechen und mit der Zeit auch leicht verziehen können. Man spart hier am falschen Ende.


      Bilder 6 und 7: Jetzt kann der Kartonmantel um den Verstärkungskern herumgezogen und verklebt werden

      Das fertige Ergebnis der Verklebung seht ihr hier:


      Bilder 8 und 9: Mantel verklebt. Jetzt muss nur noch die Klebenaht eingefärbt werden.
    • Provisorisch eingesetzt sieht es mit der Passgenauigkeit gut aus. Ich klebe jedoch den Clüverbaum jetzt noch nicht, da er noch bestückt werden muss.


      Bild 10: Der Clüverbaum provisorisch eingesetzt

      Jedoch ist es bis zum fertigen Clüverbaum noch weit hin.


      Bild 11: Bis zum fertigen Clüverbaum ist es noch etwas entfernt

      Im nächsten Baubericht werde ich den Clüverbaum weiter bestücken und detaillieren.

      Gruß Axel
    • Hallo Axel,

      sehr schön geschliffener Klübverbaum. Du hast in Deinem Bericht geschrieben, dass Du Dir dabei manchmal die Finger anbrennst. Da gibt es etwas dagegen. Ich nehme 2 Handschleifklötze oder zwei kleine Sperrholbrettchen und versehe diese mit einem Schleifpapier. Mit der Schleifpapierseite klemme ich durch meine Hand das zu schleifende Rundholz ein und bewege diese Hilfe bei laufender Bohrmaschine über das zu schleifende Rundholz. Nebeneffekt ist eine zusätzliche Stabilisierung des drehenden Rundholzes, was aber sicher nicht Brüche des Holzes beim Drehen total verhindert. Mit kleinen Drehzahlen arbeiten, kann etwas zusätzliche Verbesserung geben.

      Gruß
      Fritz