Der Limburger Dom - die etwas andere Variante

    • hallo1

      Die heutige Folge des Bauberichtes trägt den Titel LASST BILDER SPRECHEN und zeigt, wie sich meine Arbeitsweise im Laufe des Dombaus entwickelt hat und besteht aufgrund der Anzahl der Fotos aus zwei Teilen.

      DIE KAPELLE


      Das Türmchen stellt keine besonderen Anforderungen, außer dass es rund sein muss. Um es richtig rund zu bekommen, habe ich etwas nachgeholfen. Nach dem Kleben habe ich einen 10 mm Holzdübel mit so viel Gewebeklebeband umwickelt, bis der Durchmesser dem Innendurchmesser des Türmchens entsprach und ihn so weit in die Turmhülle geschoben, dass er unten bündig drin steckt. Da Holzdübel für gewöhnlich eine Fase (Abschrägung, die normalerweise das Einstecken in die entsprechenden Bohrlöcher erleichtern) haben, bleibt an den Rändern noch genug Platz für die Klebekanten der Bodenplatte.


      Diese beiden Sonnen sind links die Bodenplatte der Turmspitze und rechts die Bodenplatte des Türmchens.

      Die Kapelle selbst besteht nur aus wenigen Teilen, was aber nicht heißt, dass sich da nichts optimieren ließe.


      Die Wände bestehen aus einem einzigen Element, das aufgrund des Grundrisses des Gebäudes einige Falzungen mehr als gewöhnlich hat. Dies wird auf späteren Fotos noch etwas deutlicher.

      Ich hatte ja vor einiger Zeit schon angedeutet, dass zumindest die größeren Fenster geradezu dazu auffordern, ausgeschnitten und "versenkt" zu werden. Damit deutlich wird, welche Teile genau ich ausgeschnitten habe, habe ich auf dem nächsten Foto das Bauteil auf weißes Papier gelegt.


      Hier sieht man außerdem noch die nun unten geschlossenen Turmbauteile.

      Die nächsten Fotos zeigen die Fensterkonstruktion.


      Unten das Kapellenbauteil, in der Mitte zwei Teile aus Finnpappe, auf die ich die Öffnungen übertragen und ausgeschnitten habe und oben eine Kopie des Bogens auf 80 g Papier aus meinem "Ersatzteilfundus", aus dem dann die Fenster zum Hinterkleben entnommen wurden.


      Hier die beiden Finnpappenteile aus der Nähe, die bereits eingefärbt sind.


      Hier sieht man im oberen Bereich die Finnpappenteile, die bereits auf die Kopie aufgeklebt wurden.

      Dann ausschneiden...


      ...und hinter die Seitenwände kleben


      Mehr Fotos geht nicht, also weiter im Teil 2 ...
    • Teil 2 für heute:

      Das nächste Foto zeigt die verwinkelte Grundplatte und die Innenseite der Kapelle

      Hier sind auch die hinterklebten Fenster gut zu erkennen. Die Grundplatte ist deshalb so verwinkelt, weil die Kapelle sich direkt an den Dom anschmiegt (ist ja immer so, dass die Kinder Körperkontakt zur Mutter brauchen zwinker2 ) und je nach Sichtweise entweder die Kapelle um eine Domstrebe der Apsis herum oder vom Dom eine Strebe der Apsis "in" die Kapelle hinein gebaut wurde. Die Gesamtansicht von Dom und Kapelle gibt es im nächsten Baubericht.

      Einen kleinen Trick musste ich bei den beiden Fensterwänden anwenden. Wie man sieht, habe ich die Klebekanten an der Grundplatte abgeschnitten, weil durch die Hinterklebung der Fenster und die Finnpappe diese beiden Klebekanten zu weit außen gestanden hätten. Also habe ich mir selbst zwei Papierwinkel für diese beiden Seitenwände (leider kein Foto gemacht verlegen2 ) gemacht und die Wände Stück für Stück auf der Bodenplatte fixiert (guckst Du):

      Auf diesen beiden Fotos kann man sehr gut die "Vertiefung" erkennen, die um den Apsis-Pfeiler herum führt.



      Wer mich kennt, der weiß, was jetzt kommt... Der Perfektionismus schlägt zu und lässt mich noch eine Verstärkung aus Finnpappe im oberen Bereich unterhalb der Dachlinie einfügen, damit die Wände beim Dacheinkleben senkrecht bleiben und nichts einknicken kann.

      Zum Zeitpunkt der Fotos war der Leim noch nicht trocken, deshalb die sichtbaren "weißen Würstchen" auf dem rechten Foto.

      So verzickzackt wie die Wände war natürlich auch das Dach, aber nicht wirklich schwierig (oder ist das schon Routine?). Noch die Spitze auf das Türmchen und das Türmchen ans Kapellchen und dann... Kapellchen fertig.




      Einziger Wermuthstropfen an der Konstruktion: Auf der Dachseite gegenüber dem Türmchen ist noch ein kleiner Aufbau, den der Konstrukteur wohl für zu filigran hielt, um ihn ebenfalls dem Bausatz beizulegen und ihn auf das Dach "gezeichnet". Er hat zwar sogar an den Schatten der Spitze auf dem Dach gedacht, aber aus verschiedenen Blickwinkeln ist nicht zu übersehen, dass die Spitze nicht auch senkrecht steht. Schade, wo ansonsten doch sehr durchgängig alles sehr plastisch umgesetzt wurde.

      Zum Schluss noch ein Foto, bei dem die 3D-Wirkung meiner Fensterkonstruktion sehr schön zur Geltung kommt.


      Jetzt fehlen nur noch ein paar kleine Verzierungen auf dem Dach des Domes und dann wird diese Baustelle abgeschlossen sein.

      Viele Grüße
      hj
    • hallo1

      Vorgestern gegen 23:00 haben meine arbeit1 arbeit2 arbeit1 arbeit2 in einer letzten Spätschicht die Abschlussarbeiten am Dom vorgenommen und die "Verzierungen" angebracht.


      Es handelt sich hier um zwei Kreuze, eine Treppe/Leiter vom Dachfenster zum Vierungsturm (damit der Dachdecker für nötige Reparaturen auf's Dach kommt) und die Figur auf der Spitze des Hauptportals.



      das Treppchen

      und die Figur

      Nun noch mal drei Fotos ins Innere:
      durch das Hauptportal, wobei sogar die Frau mit Kinderwagen zu sehen ist

      durch das Rundfenster über dem Hauptportal

      und durch das Seitenportal (diesmal sogar scharf)

      Fortsetzung...
    • Hallo hj,

      Herzlichen Glückwunsch zur Fertigstellung dieses ganz besonderem, sehr gelungenem Modell der des Limburger Domes! Es hat sehr viel Spass gemacht, das werden dieses Modells zu verfolgen und Deinen tollen Baubericht würde ich weit oben ansiedeln! Mach bitte auch so in der Zukunft weiter und Du wirst einen treuen Verfolger haben! Danke!

      Viele Grüsse
      Fritz
    • ... und zum Abschluss dieses Bauberichtes der Dom von allen Seiten in seiner ganzen Blüte (Galeriebilder werde ich zu einem späteren Zeitpunkt nachholen).











      Hiermit erkläre ich den Baubericht des Limburger Domes offiziell für abgeschlossen und danke allen Besuchern, "gefällt mir"-Drückern und den vielen Kommentargebern für die Begleitung und Hilfestellungen. Dieses Modell hat mir ein halbes Jahr lang sehr viel Spaß gemacht und dazu beigetragen, dass ich einer neuen Freizeitbeschäftigung "verfallen" bin.

      Sollte jemand sich für den Bau von Architekturmodellen begeistern, kann ich diesen Schreiber-Bogen ausdrücklich empfehlen. Er ist sehr gut gearbeitet und lässt einem dennoch Raum und Möglichkeiten, ihm seinen eigenen Stempel aufzudrücken. Hiermit sei ein dickes Lob dem Konstrukteur ausgesprochen, der es außerordentlich gut verstanden hat, einen wunderschönen Dom in ein ansprechendes Modell zu verwandeln.

      Und wenn meine Bauarbeiterchen ( arbeit1 , arbeit2 und foto1 ) sich jetzt einbilden in Urlaub gehen zu können... hehe1 Die nächste Baustelle wartet schon.

      Wir sehen und hören uns.

      Viele Grüße
      hj
    • Hallo hj

      Was Du uns hier als Quasi-Erstlingswerk gezeigt hast, setzt die Latte für NAchahmer extrem hoch an.Insofern gehört Dir eine grobe Schelte. Du solltest nicht als Einstieg ein solches Modell in dieser Qualität in Baukunst, Baubericht und Fotos abliefern. Das könnte künftige "Anfänger gründlich abschrecken haue 3

      Sop, Spass beiseite: Was Du uns hier gezeigt hast ist Kartonmodellbau allererster Güte! Sowohl Deine Herangehensweise wie auch die Qualität sind hervorragend und vorbildlich. Die Fotos die Du dazu geliefert hast, gepaar mit den Texten ergeben einen Baubericht, genau wie er sein sollte. Information, Schritt-für-Schrtt-Beschreibung, Deine persönlichen Goodies, die Du eingebaut hast, so mag ich's ganz besonders!

      Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis, das Dich hoffentlich mit einer gehörigen Portion Stolz erfüllt!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • @Ricleite

      It is not very easy to get a photo of the lighted model, but I plan to take some galery-photos later. I will try to also take a photo with lights on but I'm not sure that my camera is able to do it right.

      Please take a look at post 136 at page 4 of this threat. There You get a little impression, how it looks if the windows "glow in the dark".

      Greetings
      hj
    • Hallo hj,

      was soll man dem bereits Gesagten noch hinzufügen, außer es zu bekräftigen. Hut ab vor diesem gelungenen Einstand! klasse1
      Und in der Tat verlockt Dein Baubericht dazu, sich das Original endlich einmal anzuschauen. Ist ja auch sooo weit weg... lala1

      Schöne Grüße
      Andreas
      Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.
      Goethe

      Es strebt der Mensch, so lang er klebt.
      Fast Goethe
    • @OldieAndi
      Hallo Andreas,

      für mich war es ein glücklicher Zufall, dass just in dem Moment, als ich ein neues Projekt suchte, dieser Bausatz bei Schreiber ganz neu herauskam. Sehen und sofort dafür entscheiden war ein Entschluss innerhalb einer Sekunde und ich habe ihn keine Sekunde bereut. Wenn sich Dir die Gelegenheit bietet, das Original zu begutachten, mach es. Ich bin auch kein Kirchgänger, aber dies ist keine Frage von Glauben oder Nichtglauben, sondern eine Frage der architekturischen Schönheit. Und das ist dieser Dom ganz bestimmt, allein durch seine Farbgebung.

      Gruß
      hj