Schwedische Jacht 18. Jhd. Shipyard 1:96

    • Ich danke Euch, Horst und natürlich allen fleissigen Likern, die ich oftmals vergesse, bitte um Vergebung verlegen2

      @petcarli und @Hotte: Danke für die Tipps. Mittlerweile habe ich in meiner Fliegenbinder-Restekoste, die ich von einem Kollegen übernommen und noch nicht wirklich fertig durchgesehen habe, jede Menge Kupfer- und Silberdraht in feinsten Stärken gefunden freu1 Bei den bereits angeschlagenen Segeln kann ich da nichts mehr machen, aber bei der Stagfock und dem Aussenklüver werde ich damit experimentieren.

      Hallo Freunde

      Nun folgt also das ominöse Gaffeltopsegel. Die Angaben darüber, die ich gefunden habe sind so spärlich wie unterschiedlich.
      Letztendlich habe ich mich im wesentlichen an die Angaben im Mondfeld gehalten.
      Die meisten Abbildungen, die ich finde zeigen eine Stenge, an die dann das Segel angeschlagen wird.Eine solche ist aber im Bogen der Jacht nicht vorgesehen und von mir auch nicht ergänzt worden. Nun ist es zu spät. Für eine solche Änderung müsste ich zu viel wieder abreissen, mitunter das gesamte Grosssegel, Gaffel, etc. und das mache ich dann doch wieder nicht. Also halte ich mich in diesem Punkt an die BA, die eben keine solche Stenge vorsieht happy 2

      Das Segel selber wird erst vorbereitet und mit Liektau und Nockhörner versehen. Ebenso werden bereits die Taue (Schot, Hals und Fall) an den Nockhörner eingebunden. In der oberen Hälfte der Längskante knüpfeich die Beschlagzeisige ein.
      Diese werde ich dann locker am Mast anschlagen, so das das Segel theoretisch frei am Mast laufen könnte.
      Ob das so korrekt ist, weiss ich nicht, ich leite es aber aus meinen Quellen so ab und denke, dass der optische Eindruck einigermassen stimmt.



      Den Block, den ich an der Piek eingebunden habe, entferne ich wieder, da dieser einerseits etwas massiv wirkt, anderseits im Mondfeld nicht vorgesehen ist. Das Schot wird durch eine Rolle in der Piek gezogen, durch einen einscheibigen Block, der am Gaffelklau angebracht ist umgeleitet und am Mastfuss belegt.
      Das Fall wird durch eine Rolle in der Mastspitze gezogen und ebenfalls am Mastfuss belegt. Zu guter Letzt das (der? die?) Hals, das auch am Mastfuss belegt wird. Hier gibt es mittlerweile ein Gedränge, da laut Bogen nur 6 Belegnägel am Ring um den Mast vorhanden sind, ich aber jetzt bereits 6 Taue zum Belegen habe. Und mit den beiden noch folgenden Segeln wird es noch mehr geben.
      Aus der BA geht aber auch hervor, dass hier einige Taue schlicht vernachlässigt wurden. Ich behelfe mir erstmal mit Klampen, die ich, in meinen laienhaften Augen vernünftig angebracht habe. Dazu dann aber mehr beim nächsten mal.
      Vorerst nur mal Bilder vom Gaffeltopsegel.



      Bis demnächst!
      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

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    • Vielen Dank Andreas!

      Hallo Freunde

      So, nun geht's Richtung Zielgerade. Als nächstes ist die Stagfock anzubringen. Stagreiter in dieser Grösse, das wäre dann schon etwas zu klein für meine Verhältnisse. Deshalb imitiere ich sie, indem ich mit feinstem schwarzem Fliegenbinder-Garn Beschlagzeisinge einbinde und diese dann um die Stag lege. Ist auf dem Foto kaum noch zu erkennen, aber genau so wenig wären Stagreiter zu erkennen gewesen, es sei denn, sie wären völlig überdimensioniert... verlegen2



      Die Fock wird am Masttop mit einem Fall, das durch einen Block gezogen wird fixiert und das Fall am Mastfuss belegt.
      Mit dem Stb.-Schot wird die Fock entsprechend gespannt und das Bb-Schot wird locker ausgelegt und an einer Klampe belegt.

      Der Aussenklüver wird am Masttop mit einer Talje mit zwei Einfachblöcken beschlagen und das Ende zum Mastfuss geleitet und dort belegt. Vom unteren Nockhorn wird ein Tau durch einen Block am Steven-Nock gezogen und an der Steven-Verankerung belegt.
      Mit den Schoten wird gleich wie bei der Stafock verfahren.





      An der Piek wird ein weitere Block befestigt, durch den das Flaggentau gezogen wird. Auf der Back klebe ich nochmals eine zusätzliche Klampe fest und belege das Flaggentau da. Und dann wird die Flagge, die ich auf Seidenpapier übertragen habe (zwei mal 80g ist etwas overkill für ein so kleines Schiffchen) gehisst!



      Morgen geht meine niedliche Schwedin in die Endkontrolle.

      Bis dann also, gute Nacht allerseits
      Peter
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    • Danke Fritz, Du schätzt richtig. Ich wollte nur noch bei Tageslicht das Modell einer Kontrolle unterziehen und entsprechend Abschluss-Fotos machen. Deshalb hatte ich den Bau auch noch nicht offiziell für beendet erklärt!

      Hallo Freunde

      Mit der angesprochenen Kontrolle kann ich nun den Bau als beendet erklären.
      Ich habe noch da und dort einen Tupfer Farbe angebracht, eine Taurolle fixiert, zwei Garnenden gekürzt, etc. was halt so übersehen wurde.

      Mein obligates Fazit möchte ich auch hier machen, insbesondere, weil das Modell zu den weniger gesehenen gehört, ein Bonusmodell des Verlages ist und daher wenig Beachtung findet.
      Die Passgenauigkeit des Modelles ist vorbildlich, auch bei einer Schrumpfung auf die Hälfte, (wenn man die Papierstärke dabei auch berücksichtigt!) Einzig die Segel-Schablonen stimmten absolut nicht und mussten teilweise um mehr als 1cm eingekürzt werden. Das kann aber auch an meiner freien Interpretation der Takelage liegen. Und damit kommen wir bereits zum grossen Manko des Bogens. Der Takelplan ist schlicht ungenügend. So fehlt z.B. die (der? das?) Hals vom Gaffeltopsegel komplett und entsprechend auch die Stelle, wo dieses belegt werden soll. Auch ist nirgends angegeben, wie das Stagfock angebracht wird, etc. Erschwerend kommt dazu, dass es im weltweiten Netzt nirgends wirklich brauchbare Angaben zu einem vergleichbaren Vorbild gibt. So habe ich die Takelage oftmals eben frei interpretiert (oder die Antwort hier bei den Fachleuten gefunden).
      Die BA des Bogens ist sehr rudimentär, aber wenn man sich an den Teilenummern orientiert und diesen folgt ist man auf der sicheren Seite.
      Das Takeln eines so winzigen Schiffchens bringt aber eine zusätzliche Schierigkeit mit sich. Das Modell ist extrem leicht. Beim Spannen der Taue muss immer eine Hand am Modell bleiben, sonst zieht man dieses gleich mit...
      Der Bau hat mir grossen Spass gemacht und die Freude an den historischen Seglern noch vertieft.

      So, jetzt möchte ich Euch nicht mehr mit meinem Gelaber belästigen und Euch die Abschlussbilder zeigen.
      Danke für's Zuschauen, für Tipps und Tricks und alles was zu einem unterhaltsamen Baubericht dazu gehört!



      Schattenspiel happy 2



      Grössenvergleiche



      Freundliche Grüsse
      Peter
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    • Herzlichen Dank Fritz!

      Ich meine, dass die Fotos mit der Landkarte wohl für die Wertungsgalerie nicht Regelkomform sind (einfarbiger, neutraler Hintergrund).
      Ich hoffe, dass ich diese beiden Bilder hier belassen kann, oder ist das auch nicht gestattet? Bitte um Bescheid, dann entferne ich sie umgehend!

      Der Bericht kann in die fertigen verschben werden, vielen Dank!

      Freundliche Grüsse
      Peter
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    • ... der Hals...

      Hallo Peter,

      zunächst mal herzlichen Glückwunsch zu Deinem neustem Zuwachs in der Segelschiffflotte. Das Modell ist wirklich sehr schön geworden und es hat Spaß gemacht, Dir im Baubericht zu folgen. Gut dass Du Dir zur finalen Präsentation noch ein wenig Zeit genommen hast und das Modell dann mit frischem Blick als "fertig" bewertet hast.

      Das Foto mit dem Schattenbild ist eine wichtige Kontrolle um zu sehen, dass alles gut sitzt. Diese Kontrolle absolviert Deine Jacht ganz klar. Schön ist auch das Bild mit Deiner Hand. So kann ich die Größe der Kleinen gut sehen. Was Du weiter oben zur Herstellung der Stagreiter schreibst habe ich auch schon erfahren: Oft reicht es, Dinge fein anzudeuten als sie vielleicht viel groß auszubauen.

      Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Abstimmung und bedanke mich für den schönen Bericht!

      Viele grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Peter,

      Glückwunsch zur Fertgstellung dieses Kleinodes.
      Ich glaube Du hast Dich, vor allem bei der Takelage, mal wieder selbst übertroffen und ein wunderschönes kleines Schiff gebaut.
      Der Bericht dazu wie immer sehr lesenswert (und für mich auch lehrreich).

      Viele Erfolg bei der Abstimmung.

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

      Meine gebauten Kartonmodelle ausguck2
    • KlabauterKlaus schrieb:

      Schön ist auch das Bild mit Deiner Hand. So kann ich die Größe der Kleinen gut sehen.
      Siehste, Klaus - man muss nicht extra Alkohol konsumieren, nur um als Alibi einen Kronkorken als Größenvergleich hinzulegen. happy1 zwinker2

      Ahoi Peter,

      Glückwunsch! Ganz großes Tennis, was du hier zeigst. Ich habe mit jedem Beitrag mehr gestaunt, wie du dich immer weiter in die Materie der historischen Segelschiffe reingearbeitet hast. Mit Akrebie und sichtbar jeder Menge Spaß hast du ein weiteres schmuckes Kleinod geschaffen. Für mich jetzt schon ein ganz heißer Favorit im Wettbewerb; auf jeden Fall viel Erfolg bei der Abstimmung! klasse1 daumen1

      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1
    • Hallo Freunde

      Ich bedanke mich ganz herzlich für Eure Kommentare! Schön, dass Euch die kleine auch gefällt!
      Was den Wettbewerb angeht, so ist mein Gedanke nach wie vor olympisch und ehrlich gesagt ist mir (momentan) das Resultat ziemlich egal. Mir hat der Bau sehr viel Spass gemacht und das Endergebnis gefällt mir insbesondere durch die Ästhetik, die diese kleinen Schiffe haben. Und DAS ist mir sehr wichtig! (aber natürlich wäre auch ich über den letzten Platz enttäuscht grins 2 )

      KlabauterKlaus schrieb:

      Was Du weiter oben zur Herstellung der Stagreiter schreibst habe ich auch schon erfahren: Oft reicht es, Dinge fein anzudeuten als sie vielleicht viel groß auszubauen.
      Insbesondere hier bei den historischen Seglern erscheint mir das sehr wichtig. Noch bin ich vielerorts auf der Suche nach der richtigen Balance. Bei vielen Modellen wird da für meinen Geschmack zu viel Wert auf Authentizität gelegt und zu wenig auf die ästhetische Balance. Eine nie enden werdende Gratwanderung happy 2

      Freundliche Grüsse
      Peter
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    • Hallo Peter,

      ein Schiffsmodell zu bauen funktioniert für mich ähnlich, wie ein Bild malen. Geht man zu sehr ins Detail mit allen Knoten und Beschlägen und wasweißich, wirkt das Modell schnell überladen. Der Modellbauer zeigt zwar dass er um die Funktion und Herstellung der einzelnen Teile weiß, will aber oftmals zuviel. Das ist ja auch das reizvolle bei vielen Kartonmodellen: aufgedruckte Türscharniere oder Beschläge wirken meist besser als dieselben teile dreidimensional herausgearbeitet.

      Es bleibt spannend und die Fragen geben genug Anreiz für viele weitere schöne Modelle.

      In diesem Sinne: prost2
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Moin Peter,

      ich hab da mal eine Buchempfehlung: Das etwas andere Schiffsmodell von Werner Zimmermann (Titel als Link).
      Der Autor hat einiges an sehr genialen Techniken parat und geht auch auf die Frage der Optik und der Wirkung ein. Außerdem verrät er einiges an Techniken, die man durchaus auch bei unseren Kartonkreationen einsetzen kann.

      Ich selbst war auch mal auf dem Trip "plastisch muss das und am besten noch die Türklinken funktionsfähig". Aber Klaus hat absolut Recht: Manchmal ist weniger mehr.

      LG Alex
    • Hallo Klaus

      Du hast es auf den Punkt gebvracht, danke!

      Hallo Alex

      Klingt interessant. Leider sit das Buch derzeit nur für eine unverschämte Summer erhältlich. Unter einem Hunni geht nichts...
      Aber ich bleibe da dran!

      LG
      Peter
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    • Guten Morgen,

      das Buch von Herrn Zimmermann ist für mich eines meiner Lieblingsbücher zum Thema! Die im Internet aufgerufenen Preise sind aber mehr als unverschämt. Vor rund zehn Jahren hat das Buch 12- oder 13 Euro gekostet. Es ist eine Broschüre und hat nicht allzuviele Seiten. Der Inhalt hat es aber in sich. Wenn Du günstig an ein Exemplar kommst dann unbedingt mitnehmen! Vielleicht hat der Verlag noch Reste auf Lager? Vor wenigen Jahren gabs das Buch im Bundle mit einer Ausgabe der Zeitschrift »Schiffsmodell«. Vielleicht lohnt sich ein Blick in diese Richtung?

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe: