Projekt - Bayrische Dampflok

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    • Projekt - Bayrische Dampflok

      Hallo Freunde des gepflegten Klebens,

      ich wollte euch hier mal an einem kleinen Zwischenstand von einem Langzeitprojekt zeigen.
      Nachdem ich mit der kleinen Schmalspur Dampflok angefangen hatte, dachte ich, es mal "etwas" Größer zu versuchen. Dazu habe ich mir eine bayrische Güterzug-Tenderlok ausgesucht, die die meisten Eisenbahner sicherlich kennen.

      Ich fange einfach mit ein paar Bildern an, gucken wir mal wer die Lok als erster erkennt. (OK, sie verrät sich ganz schnell...)

      Hier die ersten Ausdrucke, und das recht geräumige Führerhaus als Mock-Up.





      Auch der Kessel ist schon ein ganz schönes Kaliber;



      Und jede Menge Räder hat sie auch...





      Ich glaube die Dame hat sich schon verraten. Es kommen gleich noch ein paar Bilder.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Eben habe ich einige bisher gebaute Teile zusammen gestellt. Der Eindruck der Lok kommt schon ganz gut denke ich...

      Zuerst die Fahrwerke...



      Und hier die ganze Lok.





      Es fehlen natürlich noch einige Teile (ok, noch ein paar hundert), die gezeichnet werden müssen, aber wie gesagt, es ist ein längerfristiges Projekt.
      Ich muss ja auch erstmal meine E 69 im Wettbewerb fertig machen, und dann hab ich auch noch etwas anderes offen.

      Vielleicht überzeugt ihr mich aber, es bald weiter zu entwerfen...
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Hallo Fritz,

      sooo groß wird sie nicht, ist ja "nur" eine Tenderlok. in 1:38 misst sie fertig 45 cm. So in 1:45 etwa 38 cm, damit Du es mit deiner S 3/6 vergleichen kannst.
      Damit ist sie aber immerhin länger als die kleinste Schlepptenderlok der DRG, der Baureihe 24.

      Die Leistung, besonders der 2. Baureihe und nach dem Umbau war durchaus beeindruckend. und mit später über 130 t Gewicht stand die Dame schon ganz gut auf den Schienen. Sie war immerhin zu ihrer Zeit die schwerste Mallet Lok in Europa.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Auch auf dieser Baustelle geht es etwas weiter. Die Zylinder sind gezeichnet und hier der Probebau.



      Die Stirnflächen habe ich mit 0,5mm Pappe verstärkt und die Seiten stumpf aufgeklebt. Die Löcher für die Kolbenstangen und Schieberstangen sind schon gestanzt damit man eine Stange zum zentrieren stecken kann.



      Hier nun ein Bild von den fertigen 4 Zylinderblöcken, vorn die Hochdruckzylinder, hinten die Niederdruckzylinder.



      Noch ein Bild von den Niederdruckblöcken (vorn an der Lok) mit ihren deutlich längeren Schiebergehäusen (wegen des höheren Dampfvolumens).

      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Und hier noch ein paar Bilder der Lok mit den Zylindern.





      Von Vorn sehen die Niederdruckzylinder beeindruckend aus. Bei der Original Lok waren sie im Innendurchmesser immerhin 800mm groß!



      Hier nochmal das hintere (feste) Gestell mit den Hochdruckzylindern (im Bild vorn) und das vordere, bewegliche Gestell mit den riesigen Niederdruckzylindern (dahinter)



      Und nochmal nebeneinander

      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Auf der Großbaustelle wird wieder etwas gearbeitet!
      Parallel zur 95er von Albrecht mache ich mich mal wieder an die 96...
      Jetzt geht's an die Steuerung und weitere Komplettierung des Fahrwerks. Die Steuerungsteile sind auf 0,6mm Graupappe aufgezogen und werden nach und nach ausgestichelt. Erstmal mache ich mich an die Kuppelstange, Treibstange, Kreuzkopf und Kolbenstange.
      Den Kreuzkopf habe ich als eine Art "Umschlag gezeichnet, in den dann eine Zwischenlage gelegt wird, dass er insgesamt ca. 2mm Mindeststärke bekommt. Dann kann man die Kolbenstange und Treibstange gut einfügen. Dafür gibt es extra Taschen.



      Angebaut sieht es beim vorderen Gestell wie unten aus. Fehlt noch die Kreuzkopf-Führung.





      Das wird nun eine längere Fummelei, denn die komplette Heusinger-Steuerung fehlt ja noch, und an der Lok gibt es schließlich 4 Triebwerke.

      Aber es geht in lockerer Folge weiter...
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Hallo Gunnar,

      das sieht jetzt schon wunderschön aus. klasse1
      Seit ich neulich das erste Mal im Leben eine Mallet-Lok live im Betrieb erleben konnte (Lok 11 der Brohltalbahn), finde ich diese Bauart besonders reizvoll.

      Schöne Grüße
      Andreas
      Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein.
      Goethe

      Es strebt der Mensch, so lang er klebt.
      Fast Goethe
    • Hallo Andreas,

      vielen Dank für die Blumen!

      Und Ja, so eine Mallet Lok hat wirklich was. Im Betrieb die beiden Fahrwerke zu sehen, ist schon eine Schau. Ich finde die technische Lösung dahinter einfach aus der Entwicklungsgeschichte der Dampflok sehr spannend. Teilung des Triebwerks, um noch die Kurvenläufigkeit zu gewährleisten und dann durch die Verbundwirkung den Dampf maximal auszunutzen.
      Detaillösungen bei der Mallet Konstruktion sind auch einfach toll durchdacht, wie das feste Laufwerk im Rahmen hinten, damit die Hochdruck Dampfleitung keine Gelenke braucht, und das Niederdruck Drehgestell vorne...

      Ich hatte das letzte Mal eine Mallet bei der Harzquerbahn gesehen, das war schön anzusehen. Offenbarte aber auch eines der Hauptprobleme, wenn die Achsen nicht gekuppelt sind. Beim Anfahren wird ja auch vorne mit Frischdampf gefahren, und da ging das vordere Gestell aber auch mal gut durch. Das kostet Anfahrzugkraft - sieht aber beeindruckend aus.

      Aber zurück zur Bayrischen GT 2x4/4 - wenn ich dran denke, Niederdruck-Zylinder von 80 cm Durchmesser, das ist schon eine Ansage! Die kräftige Baureihe 44 hatte auch nur 55 cm und die 95er "nur" 70cm. Das sind beeindruckende Dimensionen.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Hallo Gunnar,

      als Modelleisenbahner mit Schwerpunkt auch Epoche I genieße ich Deinen Baubericht. Selbst in Spur H0 ist die Gt 2x4/4 eine beeindruckende Maschine. Schön, die mächtige Mallet jetzt auch in diesem Maßstab entstehen zu sehen!

      Viele Grüße
      Valete! - Seid stark!
      Thomas
    • Auf jeden Fall eine fastzinierende Maschine - damals gedacht als Schubmaschine für die Steilrampen als auch als Zugmaschine. Die Gt2x4/4" war eine Legende.. leider wurde keine erhalten, auch wenn es mal angedacht war. Die Maschine wurde sogar zu Reichsbahnzeiten im direkten Vergleich auch anderen Steilstrecken gefahren mit der BR 95 und der BR 85 - wobei sich die BR 85 dann letztendlich im Höllental und anderswo durchsetzte. Selbst für die Erkrather Steilstrecke (lange Zeit wurden hier die Züge noch mit KETTEN den Berg auchgezogen!) waren drei Maschine in Wuppertal stationiert..

      de.wikipedia.org/wiki/Bayerische_Gt_2%C3%974/4

      Im ehemaligen BW Brügge:




      bahnen-wuppertal.de/html/bw-bruegge.html
    • Die Situation zum Ende der Länderbahnzeit, also zwischen ca. 1910 und 1920 war zum Teil prekär und auch Auslöser für solche Konstruktionen. Die steigenden Zuggewichte erforderten Lokomotiven mit genügend Reibungsmasse und gleichzeitig leistungsfähigem Antrieb, sprich großem Dampferzeuger. Das Problem war dann der damals auch auf Hauptstrecken nur relativ niedrig zugelassene Achsdruck (16 bis 17 t) sowie die bei Gebirgsbahnen häufigen kleinen Radien der Kurven.

      Die Bayern lösten das mit einer nach oben skalierten Version von bekanntem Baumuster, der Mallet Lok. Auf Lokalbahnen mit engsten Kurven sehr bewährt, trotz erhöhtem Pflegeaufwand für 4 Triebwerke und bewegliche Dampfleitungen, baute man die Gt 2x4/4. So brachte man einen sehr großen Kessel unter, hatte 2 4-achsige Drehgestelle mit zufriedenstellendem Lauf und eben die volle Lokmasse als Reibungsmasse auf nur 16 t Achslast.
      Die Lok hatte aber auch ihre Schattenseiten. Die Dampfmaschine war bei weitem nicht so gut durchkonstruiert wie die der bay. S 3/6 oder besonders der bad. iV h, der große Kessel wurde nicht optimal ausgenutzt. Das wurde zu Reichsbahnzeiten durch einen Umbau, besonders der 2. Serie z.T. behoben, und die Maschinen leisteten dadurch deutlich mehr, um wieder einen Vorsprung auf die 95 zu haben. Im niedrigen Geschwindigkeitsbereich nahmen sie es damit bis zu ihrem Ende mit jeder anderen deutschen Dampflok auf.

      Im Norden ging man einen anderen Weg, der letztendlich erfolgreicher war. Den beginn machte die berühmte Tierklasse der HBE, hier bitte schauen:

      Tierklasse (Wikipedia)

      Hier hatte man auf den geteilten Rahmen verzichtet, für die geforderte Zugkraft reichten 5 gekuppelte Achsen mit 16 t. Achslast aus. Die Lok war extrem kompakt gebaut, und mit ihren kleinen Rädern und dem verhältnismäßig riesigen Kessel was sie ein beeindruckender Anblick. Aber sie war immerhin fast 30 Tonnen leichter als die Gt 2x4/4. Ein Exponat kann man noch in Dresden besichtigen.

      Daraus entwickelte die preuß. Staatsbahn dann die T20, quasi eine vergrößerte und verbesserte Tierklasse. Hier war man dann bei einem Gewicht von ebenfalls knapp 130 t, und einer Reibungsmasse von 95 t in neue Dimensionen vorgestoßen. Allerdings mit einer Achsmasse von 19 t, damit nur auf gut ausgebauten Hauptstrecken einsetzbar. Die meisten Rampen, auf denen diese Zugkraft benötigt wurde, sind zu dem Zeitpunkt bereits auf über 17 t Achslast zugelassen.
      Übrigens hat die T20 im Gegensatz zur Gt 2x4/4 keine Länderbahnbezeichnung mehr bekommen sondern direkt eine Reichsbahnnummer. Im ersten Umzeichnungsplan hatte die T20 noch die Baureihe 77 bekommen, danach die 95.

      Alle diese Riesen hatten im Grunde nur ein recht kurzes Leben, aber sehr produktiv. Sobald die Steilstrecken elektrifiziert waren, waren sie den E 93 / 94 und auch einer E 44 unterlegen. Auch die Reichsbahn Baureihe 85 teilte dieses Schicksal.

      Aber es sind einfach tolle Stücke Ingenieurskunst, und ich würde mir wünschen noch so eine Maschine der Baureihe 96 sehen zu können.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Nun geht es auch beim zweiten dicken Brocken weiter. Zuerst habe ich die einfache Kesselstütze entfernt, den hinteren Rahmen noch neu gezeichnet und vorbildnahe Kesselstützen angebaut. Ob diese wirklich so aussahen kann ich leider nicht sagen, hier habe ich keine Bilder. Aber diese Pendelstützen sind sehr wahrscheinlich zwischen den Wasserkästen vorhanden gewesen.



      Darauf wird dann der Kessel montiert. Anschließend kommen die Wasserkästen auf den Rahmen.



      Dabei fällt euch vielleicht auf, daß ich die Deckel des Vorwärmers vor dem Schornstein geändert habe. die flache Ausführung hat mir nicht mehr gefallen, nun ist es etwas plastischer.



      Und zuletzt noch eine Stellprobe der Lok bisher. Mir gefällt sie immer besser.



      Als Nächstes geht es mit den Treibstangen und der Steuerung weiter.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Endlich habe ich auch diese Baustelle entdeckt, Gunnar! Du hattest sie aber auch sehr bescheiden unter dem Titel "Projekt - bayerische Dampflok" versteckt... Von dieser Lok besitze ich ein H0-Modell (Trix), nur für die Vitrine, und ein sehr informatives Buch von Steffen Lüdecke: Die Baureihe 96 - Gigant unter den Dampflokomotiven. Nach meiner schnellen Diagnose im Vergleich mit der Zeichnung liegst du mit den Pendelstützen ziemlich richtig. Unter der Rauchkammer findet sich auch noch eine Abstützung, hier ja wohl in Form eines Gleitlagers. Guten Erfolg beim weiteren Zusammenbau! Die Sauberkeit deiner Bauweise noch einmal extra zu erwähnen ist mir schon fast peinlich...
      Gruß Michael (maxl)
    • Vielen Dank für eure freundlichen Kommentare! Es wird auch wirklich bald hier weiter gehen.

      @ Michael: Aus meinen einfachen Zeichnungen konnte ich die Lage von 2 Pendelstützen zwischen den Wasserkästen erahnen.
      Auf Höhe der Anlenkung der Steuerungsschwinge ist dann eine dritte Stütze, die sich, soweit ich erkennen kann, auf einer Gleitpfanne auf dem vorderen Triebgestell abstützt. Schließlich muss hier eine nicht unerhebliche Seitenverschiebbarkeit gewährleistet sein. Diese Stütze habe ich schon gezeichnet, mal sehen ob ich sie am bisherigen Modell anbringe, oder bald nochmal neu anfange.

      @ Albrecht: Die Lok ist eine absolut "klassische" Mallet-Konstruktion. Das hintere Gestell ist fest mit dem Rahmen verbunden, auf dem auch der Kessel mit einem Teil seines Gewichts ruht. Damit bleiben die Leitungen mit Hochdruckdampf zu den hinteren Hochdruckzylindern fest, und man hat keine Probleme mit Dichtigkeiten.
      Das vordere Gestell hat einen Drehpunkt relativ weit hinten, und kann so vorn recht weit ausschwenken. Als Verbundlokomotive kommt nun von den hinteren Hochdruckzylindern der Abdampf mit immer noch 5-8 Bar Druck in den Verbinder, und von dort über flexible Leitungen zum vorderen Gestell, zu den Niederdruckzylindern um dort noch weiter entspannt zu werden.
      Diese Leitungen (Rohre mit Gelenken) die mit Passungen und Stopfbuchsen gedichtet werden müssen, sind relativ schwer dicht zu halten, besonders bei hohen Drücken. Daher hier nur Niederdruckdampf (außer beim Anfahren, dann wird in den Verbinder auch Frischdampf geleitet).
      Eine Verbundlok ist schon ein super interessantes Stück Technikgeschichte!

      Ich überlege gerade schon, ob ich nochmal komplett neu anfange, ich habe nun ja auch schon die einfache Inneneinrichtung im Führerstand und etliche Verbesserungen gezeichnet. Da lohnt sich eher, nochmal zu beginnen.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Hallo Gunnar,
      vielen Dank für Deine Auskunft.
      Die Lagerung des vorderen Kesselteiles muß ja ziemlich kompliziert sein, da müßte dann ja auch noch ein Rahmenteil bis vorne durchgehen, um die Last der Rauchkammer usw. aufzunehmen, und darunter wohl noch Gleitlfächen für das Drehgestell..
      Was man damals für technische Klimmzüge machte, um Leistungen zu schaffen, und schließlich war alles umsonst, als die E-Loks kamen.
      Die grüne Farbe ist einem etwas fremd. Wir haben diese Zeit ja nicht mehr erlebt.
      Gut finde ich, dass Du den Mut hast, eventuell noch mal von vorne zu beginnen. Sicher wohnt in allen von uns der Drang zur Perfektion,
      zur Vervollkommnung. Andererseits versuche ich auch immer wieder, das zurückzuschrauben und zu vereinfachen. Aber damit findet man ja auch wohl nur ein kleineres Publikum.
      Herzliche Grüße von Albrecht
    • Hallo Gunnar,
      hallo Dampflok-Spezialisten,

      da entsteht ein Riesen-Dampf-Ungetüm, und ich merke es erst jetzt. So was aber auch! Für einen Dampfmaschinenfan natürlich ein Leckerbissen, wenn ich mir das historische Bild so ansehe: wow, diese Steuerung, diese unglaubliche Mechanik: das würde auch ich gerne im Original sehen. Mit Genuß lese ich natürlich die technischen Ausführungen: nur nicht sparen, Gunnar: eine so komplizierte Maschine verdient Extra-Informationen.

      Na, und ich dachte eigentlich, zukuppelbare Zanradantriebe mit Extra-Zylinder etc. plus Drumherum, wie etwa bei der Brienzer Bergbahn, seien schon ordentlich komplex. Gibt es auf Schiffen nicht, darum finde ich es bei den Loks so cool.

      Beste Grüße
      Claudia
    • Hallo Albrecht,

      Die Lösung war bei vielen Mallet Loks unterschiedlich. Z.B. hat die kleine württ. Tssd den Kessel wie eine normale Lok auf dem Rahmen stehen, und dieser stützt sich vorne dann mit Ausgleichshebeln und Federn auf dem Drehgestell ab.
      Hier bei der Gt 2x4/4 ist es etwas anders. Hinten steht der Kessel mit Feuerbüchse und zwei Pendelstützen auf dem Rahmen, vorn ist er tatsächlich ein Stück "in der Luft" und liegt dann mit der verschiebbaren Stütze direkt auf dem Rahmen des vorderen Triebgestells.
      Ich denke der Rahmen wurde v.a. nicht durchgezogen, um Masse zu sparen. Andererseits muß ein großer Teil des Kesselgewichts auf das vordere Triebwerk verlagert werden, um dort auch eine hohe Achslast zu haben. Ist diese zu niedrig, schleudert es zu leicht, und man verliert Zugkraft.

      P.S.:
      Ich finde, Du hast mit Deinen Modellen die Du derzeit entwirfst eine perfekte Balance gefunden. Darum reizt es mich ja auch, genau in dem Stil weiter zu machen. Die Modelle sind nicht zu sehr abstrahiert, aber jeder normale Modellbauer kommt mit ihnen klar (hoffe ich dann auch von der Dicken hier).
      Wer supern möchte, kann das immer tun, und ich freue mich auch immer über jede Ergänzung, die jemand an solchen Modellen macht.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Claudia!

      Ich freue mich sehr, daß Du hier auch in der Produktionshalle bist!

      Ja, diese Dampflok-Technik hat etwas, das mit nichts vergleichbar ist. Allein bei so einer dicken Kuppelstange mit der Hand über den öligen Stahl zu fahren, die Schwere des Materials zu erfassen und dabei die Vorstellung der unbändigen Kraftentfaltung, genial!

      Diese Mallet-Loks, vor allem die großen, waren echte Wunderwerke der Technik. Durchaus vergleichbar mit einer Dreifachexpansions Maschine auf einem Schiff. Was mich fasziniert, ist der Aufwand, der getrieben wurde, um bewegliche Rohre zu schaffen, die auch dicht halten. Bei der ganzen Rüttelei auf den Schienen sicher kein einfaches Unterfangen. Immerhin waren selbst im Niederdruck Teil noch Dampfdrücke von über 8 Bar (beim Anfahren voller Dampfdruck von 16 Bar) mit bis zu 360 Grad Temperatur unterwegs.

      Also... bei Gelegenheit binde ich gern weitere technische Informationen ein, und nochmal, schön daß Du dabei bist.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Hi Gunnar,

      bewegliche Rohre, die dicht sind und HD-Dampf durchlassen: davon träumte man auch auf den Schiffen, Stichwort "oszillierende Maschine". Diese kompakten Kraftpakete unter der Achse krankten genau daran. Eigentlich schade, denn mit der Heißdampf-Hochdrucktechnik hätte man auch bei dem kurzen Kolbenhub genug Kraft auf die kleinen Kurbeln gebracht, um einen Raddampfer auf "highspeed" zu bringen (ein Schnellboot muß er ja nicht werden). Gerade deswegen fasziniert mich die Technik "Deiner" Lok. Wie man soviele Zylindersteuerungen gleichzeitig regelt, na, da bin ich gespannt!

      Beste Grüße
      Claudia
    • Hallo Gunnar - mich würde noch sehr interessieren, wie du bei deinen Konstruktionen grundsätzlich vorgehst. Ich vermute, dass du auf Werkszeichnungen und Fotos zurückgreifst. Ein Original dieser eindrucksvollen Maschine existiert ja nicht mehr. Allerdings gibt es ein Modell in 1:10, das in Nürnberg zu sehen war oder ist. Die Kartonbauteile entwickelst du vermutlich am PC. Entschuldige meine vielleicht dumme Frage; die meisten hier werden wohl deine Arbeitsweise kennen. Für mich ist das halt Neuland! Gruß Michael (maxl)
    • Hallo Michael,

      die Neugier kann ich befriedigen...
      Meine Modelle entstehen sehr primitiv. Das muß ich zugeben. Die 96er hier ist da ein Paradebeispiel. Generell entstehen sie komplett am PC, dabei kommt nicht viel an Programmen (oder was kompliziertes zum Einsatz. Normalerweise benutze ich das, was man im großen Rahmen als DTP bezeichnen kann. Also Programme wie Powerpoint (nicht belächeln!), InDesign und Illustrator, zum Bearbeiten von Bildern im Modell dann noch Photoshop. das war es eigentlich. Sonst nur ein paar hilfreiche Formeln in Excel (die klassischen geometrischen Funktionen wie Kegelstumpf etc.).
      Da ich auch gerne mal in meiner Mittagspause ein wenig bei den Papiermodellen entspannen will, ist die 96 bisher komplett in PowerPoint entstanden. Das ist nicht so schwer, wie es aussehen mag. In PPT gibt es eine Riesenmenge von geometrischen Objekten, die sich auch "Freihand" ändern lassen. Das Tolle dabei ist, es bleibt intern immer noch ein Vektorformat, und ist eigentlich auf jedem Standard PC bearbeitbar. Nur spezielle Fonts müssen in die Datei eingebettet werden. Ich arbeite viel mit Fülleffekten, auch die funktioniewren fast immer gut. Wenn es im Druck nachher sehr übel aussieht, dann arbeite ich mit In Design nach.
      Nachteil ist, daß man es wirklich zsammensetzen muß, und wie in DTP üblich, selbst nach Gruppierung von Elementen mit hunderten von Ebenen arbeitet. Und was auch fehlt ist jegliche Dreidimensionalität wie in CAD Programmen. Das muß dann im Kopf entstehen. Klappt mit jedem Modell besser.
      Bei der Speicherung gibt es auch noch einige kleine Ärgernisse, wenn die eingebaute Microsoft Engine nicht mehr mit komplexen Formen oder Fülleffekten klarkommt, aber dafür war PowerPoint nun mal nicht entworfen, eine Grenze mehr überschritten...
      Da kommt dann als PDF Engine hier derzeit der mPDF-Architect oder Acrobat Destiller zum Einsatz.
      Dieses Jahr wollte ich mal gucken, was ich mit AutoCAD hinkriege, wenn es was wird, kann ich ja nochmal umsteigen, denke da ist einiges einfacher, aber dazu muß man auch die Zeit zum Einarbeiten haben.

      Grundsätzlich kann ich jedem nur empfehlen, es bei einfachen Teilen, die man selber nachzeichnen möchte, es mit PPT auszuprobieren. Zehntelmilimetergenau kann man damit gut arbeiten, und schnell etwas entwerfen.
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Danke, Gunnar, für die ausführliche Erläuterung deiner Vorgehensweise. Auch wenn ich nicht jede Feinheit verstehe, so ist mir deine Vorgehensweise prinzipiell jetzt doch viel klarer. Großer Vorteil: Ein einmal entwickeltes Modell ist jederzeit abruf- und reproduzierbar. Und der Verfeinerung sind keine Grenzen gesetzt. Ich schaue weiter gerne zu, wenn sich auf dieser Baustelle etwas tut! Dass dich eine Innenansicht des Führerhauses reizt, kann ich gut verstehen. Aber auch so kommt das Modell schon so richtig schön "gewaltig" daher!
      Gruß Michael (maxl)
    • Hallo Gunnar,
      ich musste für meinen sä. Wagen kleine Teile (4x4x1,5mm) von 2 Seiten fräsen. Dies wollte ich mit Formfräsern in 2,5D fräsen.
      Funktionierte nicht.
      Also musste eine 3d-Zeichnung hierfür her..... War dann kein großes Problemund klappte.
      Das zur Vorgeschichte.
      Ich hatte mich wieder mal mit 3d Zeichenprorammen beschäftigt!
      Und ich denke, dass ich fündig geworden bin. Da ich weiß dass Du Dich auchdamit beschäftigst, wollte ich Dir meine "Entdeckung" mitteilen.
      Ich bin auf -Fusion 360-- gestoßen. Es gibt sehr viele Videoszur Bedienung und Vorgehensweisen bei Y.
      Und es ist für den Hobbyanwender kostenlos, muss aber jährlich verlängertwerden. Ich habe schon etwas recherchiert, Blech Bau ist auch enthalten. Vielleicht hat schon jemandErfahrung damit?
      Ich werde es mir auf jeden Fall herunterladen. Gut wäre es natürlich wen mansich mit Problemen untereinander auch austauschen könnte.
      Ein Forum dazu gibt es aber auch.
      Sieghard
    • Ganz kurz - Fusion 360 gehört zu Autodesk, ich habe das Inventor (was in dem Sinne dann die Vollversion ist) im Einsatz, weil ich es auch beruflich nutzen kann. Die Bedienung ist schon fast kinderleicht, viele Daten werden vom Programm selber berechnet - wenn man vorher genau sagt, was man will. Man zeichnet zuerst 2D und wandelt dann in 3D - selbst von hier kannst Du noch Daten ändern. Ändere ich z.B. einen Durchmesser, wird dann das gesamte Werkstück automatisch vom Programm umberechnet, das es noch "herstellbar" ist. Die Daten spiele ich einfach in den 3D-Drucker ein, es sind mehrere Dateivarianten möglich. Schau es Dir auf jeden Fall an.