MV APOLLO, PaperShipwright, 1:250

    • MV APOLLO, PaperShipwright, 1:250

      Moin alle!
      Mein nächster Kandidat ist eine weitere Leckerlichkeit aus David Hathaways – Vertrieb (wenn auch nicht ganz aus seiner Feder), und mal „was Großes“ – also für meine Verhältnisse jedenfalls schwindelerregend: die APOLLO.
      Das Vorbild dürfte einer der buntesten Hunde der aktuellen Seefahrt sein: 1970 als eine von 9 Ro-Ro-Schwestern bei der Meyer-Werft in Papenburg vom Stapel gelaufen, stand sie scheinbar ohne große Havarien, Desaster oder sonstige Kalamitäten (wirtschaftliche Nöte der Eigentümer mal außen vor gelassen) unter den Namen APOLLO, OLAU KENT, GELTING NORD, BENODET, CORBIERE, LINDA I (der Name fehlt bei Marine traffic) und seit 1995 wieder als APOLLO nacheinander bei Viking Line, Olau Line, Nordisk Fargefan, Channel Island Ferries, British Channel Island Ferries, Truckline, Eckero Line, Estonian New Line, Tallink, Eestin Linjat und seit 2000 bei Labrador Marine Inc. in Dienst, wo sie in Kanada 2 x täglich die Route St. Barbe (Neufundland) – Blanc-Sablon (Labrador) bedient. Eine sehr gute zeitliche Zusammenstellung dazu findet Ihr auf der Seite channelislandsshipping.je
      Leider könnte es aber nun doch sein, dass sich ihre Zeit langsam dem Ende zuneigt. Im Herbst 2017 ist der Vertrag mit der Provinzregierung über die Fährverbindung „noch einmal“ für 1 Jahr bis September 2018 verlängert worden, und in einem Interviews spricht Steve Crocker, der zuständige Minister für die APOLLO von „mindestens“ 1 Jahr; ich wünsche ihr sehr, dass sie noch ihre 50 Jahre schafft. In mehreren Berichten aus den letzten Jahren steht aber, dass sie immer wieder über mehrere Tage wegen schweren Eisgangs und Schneestürmen eingefroren war, und dort wurde ebenfalls eher weniger als mehr dezent darauf hingewiesen, dass sich ihre 47 Dienstjahre nun doch bemerkbar machen und ein neueres Schiff gefordert. Andererseits sind sich alle einig, dass sie für ihr Alter gut in Schuss ist, und die Provinzregierung, die über eine „feste“ Verbindung, einen Eisenbahntunnel unter dem St.-Lorenz-Golf nachdenkt, wird viel mit dem Begriff „untätig“ in Verbindung gebracht. Aufnahmen aus diesem Winter von einem Drohnenflug zeigen aber, dass nach 17 Jahren die Beschriftung „Woodward Group“ nun nicht mehr auf dem Rumpf steht – ob das rein optische Gründe hat, oder „zu verkaufen“ bedeutet, habe ich noch nicht herausbekommen, eine Mail an die Reederei blieb bisher unbeantwortet.
      Das Modell finde ich nicht weniger interessant als das Original. 1991 entstand der Bogen aus der Feder von Nils-Peter Jaeckel, der auch ihre Geschichte bis zu diesem Jahr niedergeschrieben hat, aber leider 2013 verstorben ist, ohne den Bogen zu veröffentlichen. Erklärtermaßen wurden hier die Erfahrungen aus dem Umgang mit WHV-Bögen berücksichtigt, und der Bogen weist große Ähnlichkeiten mit deren typischer Gestaltung auf – als WHV-Modell , wage ich mal die Prognose, wäre sie ein Renner geworden. Nach dem Tod des Autors haben Klaus Hildebrand und David Hathaway das Projekt fertiggestellt und David führt sie seit 2015 in seinem Shop, und zwar sowohl als bezahlter Download, als auch als gedrucktes Modell. Komischerweise hat sie bislang nicht viel Beachtung gefunden, ich kenne jedenfalls keine Vorstellung des Bogens (alles muss man selber machen…) und nur 1 Baubericht von Papa la Papp, der sehr lesenswert ist.
      Aus naheliegenden Gründen habe ich mich für die Download-Version entschieden: Lasercuts. Zwar ist Davids Drucker um Längen besser als meiner, aber die Umsetzung seiner Zeichnungen in Schnittlinien geht nunmal deutlich schneller, wenn man sie nicht erst nachzeichnen muss, und da gibt es einiges umzusetzen. Für so ziemlich jede Umbenennung und jeden Charter gab es außerdem einen anderen Anstrich, für Labrador Marine Inc. alleine (als Teil der Woodward Group of companies, deren Logo sie trägt) habe ich 3 deutlich unterscheidbare Varianten gezählt, insgesamt 12, man kann sich also eine komplette, bunte Flotte anlegen und immer dasselbe Schiff bauen. Eine wahrscheinlich ziemlich komplette Zusammenfassung ihrer Outfits (die man sich über freie Quellen aber auch selbst zusammensuchen könnte) hier auf YouTube (allerdings habe ich ganz schnell den Ton ausgemacht). Ich will also einen Parallelbau machen, einmal Bauzustand 1970, wie von David umgesetzt (quas i out-of-box – naja, fast…), und von 2018, wie auf den Videos zu erkennen. Die Umbauten betreffen vor allem den Heckbereich und sollten mich nicht überfordern, zudem spare ich Zeit, weil Davits und Rettungsboote weg sind – vielleicht öffne ich dafür Bug- und/oder Heckklappe mit Einblick in das Fahrzeugdeck . Und es wird Lasercuts geben…

      "THIS is NOT normal!" (John Oliver, Last Week tonight)
    • Hallo Heiner

      Da sezte ich mich gleich dazu. Ein weiterer Parallelbaubericht - das schient ein Trend zu werden. Da könnte ich vielleicht als nächstes die HMS Mercury und die HMS Enterprize als Parallelbau machen? happy1 happy1 happy1

      Spannende Hintergrundgeschichten, vielen Dank! Das macht doch einen BB gleich um einiges interessanter!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Das Leben ist ein Geben und Nehmen - Mal übernimmt man sich. Mal übergibt man sich.

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
      Beruf und Hobby vereint: kamoga.ch
      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • ähhm - ja, vielversprechend sollte es losgehen, statt dessen habe ich viel versprochen haue 1 - ´tschuldigung! "Parallelbau" ist vielleicht nicht ganz das richtige Wort, für die moderne Fassung muss ich noch einiges zusammensuchen (bei der Gelegenheit: hat jemand zufällig einen Decksplan? Vielleicht sogar vom Fahrzeugdeck??) und ich wollte jetzt nicht mehr soo lange warten, bis alles beisammen und gezeichnet ist - es KÖNNTE also passieren, dass ich (natürlich nur für eine kurze Übergangszeit!!! frech 4 frech 5 ) 2 angefangene Modelle bei mir liegen habe. Das hätte dann den Vorteil, dass sie so groß sind, dass ich sie vor die übrigen Baustellen stellen kann... zwinker2
      Mmacht es Euch also schon mal gemütlich.
      @ Peter: wie wäre es mit "Porto Stono" und "Rock Haven"? happy1
    • Hallo Heiner

      Heiner schrieb:

      wie wäre es mit "Porto Stono" und "Rock Haven"?
      Rock Haven, wäre in der Tat ein schöner Name um mal einen Hintergrund für die historischen Segler zu gestalten, wenn ich dann mal wo viele zusammen habe, dass sich eine Hafenanlage lohnt....Aber wie schon andernorts erwähnt, so in etwa 16 Jahren werde ich so langsam an die Rente denken und habe dann.....naja, vermutlich gar keine Zeit mehr happy1

      LG
      Peter
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    • Moin alle!
      Danke an alle Daumendrücker; offenbar hat die APOLLO doch ein paar mehr Fans, als ich erwartet hatte.
      @ Axel: danke auch für Deine Recherche; ich habe hier leider keinerlei Möglichkeit, in solche Zeitschriften zu sehen, dafür erwarte ich in den nächsten Wochen eine Büchlein über die Papenburg-Sisters, das Dirk mir empfohlen hat - ich hoffe, dass das meinen Bedarf für den zweiten Durchlauf abdeckt.Wobei ich auch zugeben muss, dass ich die Eleganz des Entwurfs durch eine gewisse "Pummeligkeit" getrübt sehe
      Womit ich deutlich weniger Arbeit haben werde, als befürchtet, da ich nicht kapiert hatte, das die Stringer komplett um das ganze Schiff laufen. Damit habe ich die Rumpfkontur an dieser Stelle schon fertig geliefert (was, genau genommen, auch die Funktion solcher Stringer ist und deshalb nicht mehr besonders erstaunlich) und könnte einen ersten Entwurf machen, aber wegen Hitze und ausgeschwitzter Baulust werde ich das erst in Angriff nehmen, wenn das Buch da ist.
      Nachbauern empfehle ich, mit den achteren Stringern auf der Steuerbordseite zu beginnen, damit Ihr die Markierungen auf dem Mittelspant nutzen könnt. Den Rumpf werde ich mir deutlich erleichtern, indem ich das Bugvisier abschneide und als ein durchgehendes Teil ausdrucke, das sich dann leichter wird formen lassen, was den Bug wesentlich erleichtern dürfte.

    • Moin Heiner,
      da bin ich gespannt wie Du den Apollorumpf hinbekommst. Im Nachbarforum habe ich beschrieben wie ich den Rumpf schon 2x mit Erfolg gebaut habe. Letztendlich bin ich zu dem Schluß gekommen, daß die Stringer eigentlich nicht nötig sind, der Knick im Rumpf gibt genug Stabilität. Habe aber mittlerweile auch den Eindruck, daß für einige Kartonbauer die Welt zusammen bricht wenn altgewohnte Arbeitsweisen verändert werden können.
      Viel Erfolg
      Gruß
      Ralph
    • Moin Ralph!
      Ja, gespannt bin ich auch! Und so schnell bricht die Welt bei mir auch nicht zusammen. Ich hatte Deinen Hinweis zu dem unnötigen Stringer gelesen, aber ich muss zugeben, dass ich nicht so richtig schlau daraus geworden bin, deswegen meine Rückfrage da nebenan in #7.
      Dazu kommt, dass ich in der geänderten Variante das Fahrzeugdeck einbauen will, was ja nun wie ein "gefüllter Stringer" ist, wenn man das so ausdrücken will, ich muss mich also ohnehin mit seiner Präsenz auseinandersetzen. Ich denke inzwischen, dass ich an den Bordwänden das Bugvisier abschneide und mir aus der Datei ein durchgehendes neues Teil mache, dann kann ich die Bordwände vor allem am Wasserpass am Rumpf befestigen und alles, was an Rundungen schwierig wird, an diesem Teil angleichen - wenns schief geht, ist nicht gleich der ganze Rumpf hin.
      Aber kannst Du mir sagen, was Teil 23/24 sein soll? Ich finde sie nicht. In der Bauanleitung (auf die ich gelegentlich doch noch Rücksicht nehme) steht, dass man sie am hinteren Ende der Bordwand anbringen soll, es könnten also die Knicklaschen zum Heckspiegel sein, die auch nicht nummeriert sind, aber so richtig passt das von der Beschreibung nicht...
    • Neu

      Moin Heiner,
      leider kann ich Dir zu 23/24 nichts sagen, vmtl gibt es sie tatsächlich auch nicht, ich habe z.Zt. keinen Apollobogen vorliegen, auch bei der Earl Granville gibt es sie nicht. Vielleicht waren dies ursprünglich die beiden untersten Bb und Stb Deckseiten am Heck, die 11mm über dem Stringer liegen und nur bei der Earl . . anzubringen sind. Hier haben sie die Bezeichnung x1s. Der Heckspiegel heißt 25 . . ,also wäre das logisch. Zu diesem Schluß bin ich nach Axels Info gekommen. Ich muß beichten, daß ich Bauanleitungen nur im allerallergrößten Notfall lese.
      Bei der Gelegenheit noch der Tip: unbedingt im Bugbereich die konkaven Formen vorformen. Und zwar bis zur Schallgrenze was der Karton hergibt. Und wenn Du Zweifel hast, es paßt dort alles 1a, wirklich!!!!
      Will mal sehen ob ich von Jochen diese Woche noch den Original ApolloBogen aus seinem Archiv bekomme, wegen den "verschwundenen" Nummern.
      Gruß
      Ralph
    • Neu

      Moin alle!
      Gestern haben die Drähte geglüht, und mein Rechner hechelt immer noch die Abwärme weg, deshalb heute keine Bilder von einem Baufortschritt.

      David hat sich gemeldet, die Teile 23 / 24 sind bei Nils-Peter Jaeckels Ursprungskonstruktion die unteren Bordwand-"Zipfel" gewesen, die am Heck vom Stringer bis zur Bodenplatte verlaufen stirn1 ; David hatte sie bei der Bearbeitung gleich an die Bordwände mit angesetzt und entschuldigte sich jetzt, dass er die Teilnummern nicht mehr aus der Bauanleitung gestrichen hat - das könnte vielleicht auch für andere Interessenten interessant sein.
      Außerdem habe ich von Labrador Marine eine Mail mit Photos und Unterlagen bekommen, mit denen ich jetzt wirklich gar keine Ausrede mehr habe, die blaue APOLLO nicht zu bauen - auch an dieser Stelle noch einmal vielen herzlichen Dank dafür, Wade! danke 2 Die Photos vom Bugvisier, die er mir für das Modell geschossen hat, hänge ich schon mal unten an.
      Das Büchlein über die Papenburg-Sisters, das ich im ursprünglich vorgesehenen Shop dann doch nicht mehr bekommen habe, konnte ich Dank eines Tips von Dirk dafür noch gestern in der Bucht schießen - mal sehen, wann es ankommt.
      Und ich werde es noch brauchen, da in absehbarer Zeit eine weitere Schwester auf den Markt kommt; David will auch die EARL GRANVILLE herausbringen, die Axel im Ausschnitt aus der Möwe oben schon gezeigt hat und Ralph gerade probebaut. Übrigens stehen auf dem alten APOLLO-Modell in der Möwe die Heckwinden falsch, die Backbord-Winde bedient die Steuerbord-Klüse und umgekehrt....
      Damit wird also doch den (eigentlich vorschnell) schon so angekündigten Parallelbau geben müssen, damit ich nicht plötzlich an 3 vergleichbaren Modellen sitze, und die blau-gelbe APOLLO von Eckerö würde sich dann ja eigentlich auch noch sehr gut in ein (dann) völlig buntes Regalbrett einpassen... frech 4 frech 5
      Da es die nötigen Teile für all das allerdings längst noch nicht alle gibt, werden meine Baufortschritte in den nächsten Tagen aber sehr überschaubar sein, und wahrscheinlich nicht einmal auf dieser Baustelle (da waren noch so viele andere...). Und da wir das Wochenende auch schon familiär komplett verplant haben, verabschiede ich mich hier schon mal bis nächste Woche.
      @ Ralph: Danke für die Tips (werde ich beherzigen!), und Danke für Deine Bereitschaft, bei den Teilenummern zu forschen, auch wenn sich das jetzt erledigt hat!
      @ Kurt: Es gibt viel zu tun mit diesem Modell, und es wird immer mehr! Fang besser bald an zwinker2
      Bis die Tage
      Heiner