Linienschiff Peresvet 1904 Oriel 1:200

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    • Lange war nichts zu vermelden von der Werft. Der Bau geht sehr schleppend voran. Inzwischen ist das UWS so weit komplettiert, dass die Pereswet auf der Arbeitshelling Platz nehmen konnte. So nach und nach werden die Kleinteile an den Bordwänden befestigt. Auf dem Hauptdeck wurde das Falschbord montiert. Es besteht aus einzelnen Stücken, bei denen leider die Abwicklung nicht immer stimmt, so dass viel angepasst werden muss. Irgendwie hat es dann doch hingehauen.

    • Ja Kurt,
      es geht weiter, obwohl es eine elende Quälerei ist, zumindest eine große Herausforderung und Geduldsprobe.Wenn ich die beiden anderen Bauberichte mit den vielen Fotos und vor allem Vladimirs Kommentaren nicht zur Verfügung hätte, hätte ich wohl schon längst aufgeben müssen. Ich wollte hier zwar nicht rumjammern, aber um ein paar Anmerkungen komme ich wohl doch nicht herum. Zunächst ging es aber relativ normal weiter mit ein paar kleineren Details auf dem Achterdeck und den Unterbauten für die Schornsteine.




    • Hallo Hans-Jürgen,

      gut gekämpft so weit ! Ich hoffe, es wird jetzt leichter.

      Leider habe ich über die Konstruktionen vonn Herrn Gromych bislang kaum ein positives Echo gefunden. Auch bei mir liegen noch etliche seiner alten Russen auf Halde (u.a. die Navarin), doch scheint man bei der alten russischen Marine mit den Konstruktionen von Herrn Kustov und den von Dom Bumagi auf den Markt gebrachten Modellen besser beraten zu sein.

      Curmudgeon
    • Hallo Fritz, hallo Lars,
      danke für eure tröstenden Worte. Aus der Ferne sieht es wirklich recht gut aus, aus der Nähe - na ja.
      Es wird nur bedingt leichter, weil noch ein paar ziemlich schwierige Probleme auf mich zukommen. Zum Glück bin ich vorgewarnt. Am leichtesten wird noch das Problem mit den Schornsteinen zu lösen sein: sie sind 12 mm zu lang, weil der Kollege Konstrukteur vergessen hat, sie entsprechend zu kürzen, nachdem er sich entschieden hatte, diese nicht in den Sockel einzusetzen, sondern oben drauf. Da gewinne ich jetzt etwas gelb gefärbtes Reservematerial, was im Bogen leider nicht vorhanden ist (rot und grau sind ausreichend da). Ich baue aber zunächst die beiden Plattformen ("obere Decks"), wobei ich alle Teile, die mit den Decks in Verbindung stehen, mit vorbereiten muss, um zu schauen, wie alles zusammenpasst, weil auf den Bauzeichnungen wirklich nicht viel bis nichts zu erkennen ist.
      Herrn Gromych kann man nur zugute halten, dass das eine seiner ersten Konstruktionen ist. Ich weiß nicht, ob einige der Bögen von Dom Bumagi (z.B. Borodino) nicht auch auf seinen Konstruktionen basieren, auf jeden Fall sind sie gründlich überarbeitet und von besserer Qualität.
      Die Nawarin kann man aber gut bauen, ein paar Hinweise habe ich ja in meinem Bericht gegeben.

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo liebe Freunde,
      einen ganzen Monat gab es keine Nachrichten von der Baltischen Werft. Es wurde nicht gestreikt, sondern nur relativ langsam gearbeitet. Vor allem wurden Kleinteile wie Lüfter (44 Stück verschiedener Bauart) gefertigt, da gab es nichts Spektakuläres zu fotografieren. Ihr werdet sie sehen, wenn sie an Bord montiert werden.
      Eine schwierige Hürde wurde genommen: das Brückendeck. Es ruht auf filigranen Stützen, von denen leider nur ein Teil im Ätzsatz enthalten ist. Das würde also bedeuten, dass man einen Materialmix aus Ätzteilen und Teilen aus Karton zu verbauen hätte. Ich habe auf die Ätzteile verzichtet und alles aus Karton gebaut. Leider ging auch das nicht ohne Probleme über die Bühne, weil die Teile Vp 1.2.f und Vp2.2.a nur zweimal im Bogen vorhanden sind, obwohl jeweils 4 Stück gebraucht werden. Ich habe die fehlenden Teile aus den wenigen Resten gelben Kartons selbst gefertigt. Es empfiehlt sich generell, jedes Schnipselchen des gelben Kartons aufzuheben, da Reserveflächen in dieser Farbe im Bogen fehlen.






      Und noch ein Bild im gnadenlosen Licht der schrägstehenden Herbstsonne:
    • Auch das Bootsdeck (ich hoffe, dass es so heißt, auf ihm werden später die Beiboote gestapelt) ist inzwischen errichtet. Es ruht im wesentlichen auf 10 Stützen. Die habe ich aus Draht gefertigt. Leider ist auf dem Deck die Position der Stützen nicht gekennzeichnet, man muss also entsprechend zirkeln. Für die filigranen Träger an der Seite habe ich dieses Mal die Ätzteile genommen, sie sind wirklich sehr filigran. Ich habe sie auf den Markierungen auf der Unterseite des Bootsdecks befestigt, um dann festzustellen, dass sie auf diese Weise ihre stützende Funktion nicht ausüben können. Das Bootsdeck ist ca. 3 mm zu breit und die Stützen landen nicht auf dem Falschbord, sondern hängen in der Luft. Was tun? Ich habe die "Ohren" des Bootsdecks abgeschnitten, entsprechend gekürzt und wieder angeklebt. Sieht nicht
      wirklich toll aus, aber wenn die kleinkalibrige Artillerie ihre Plätze eingenommen hat, wird man es kaum noch sehen.



    • Hallo Horst,
      (ich hoffe du heißt so), die Bögen von Juri Gromych haben auch ihre guten Seiten. Der Rumpf passt meistens sehr gut und die anderen Sachen lassen sich immer irgendwie beheben. Du bist ein erfahrener Modellbauer und brauchst vor diesen Bögen nicht zurückzuschrecken. Was mich anzieht (oder nicht völlig verzweifeln lässt) ist ,dass Juri ein paar ziemlich seltene Modelle konstruiert hat, wie dieses hier. Für meinen Geschmack ist es, trotz aller Fehler, dem Schwesterschiff Oslabja von Digital Navy (auch schon ein älterer Bogen) vorzuziehen, da es a) die eigene Kreativität beim Erkennen und Ausmerzen der Fehler unheimlich befördert (braucht wohl nicht jeder) und
      b) ein sehr stimmiges Gesamtergebnis erzielt werden kann.
      Hans-Jürgen
    • Hallo liebe Freunde,
      die Schornsteine sind fertig! Das Unterteil muss, wie bereits erwähnt, um 12 mm gekürzt werden, weil der verehrte Kostrukteur das vergessen hatte, als er den Beschluss fasste, die Schornsteine nicht in den Aufbauten zu versenken, sondern oben drauf zu setzen. Ansonsten machte der Bau keine weiteren Probleme, ich habe sowohl dem Unter- als auch dem Oberteil ein paar kreisrunde Spanten zur Formgebung verpasst. Die Zahnstocher stecken nicht zum Spaß darin, darauf habe ich die Stagseile gewickelt, damit sie nicht so stören. Innen habe ich die Schlote mit schwarzem Papier ausgekleidet, nachdem ich die Stagseile eingeklebt hatte.
      Manchmal kommt einem wirklich der Zufall zu Hilfe. Wie ich schon erwähnte gibt es im Bogen leider keine Reserveflächen in der ockergelben Farbe. Bevor es in den letzten Skiurlaub ging, hatte ich bei Aldi einen Origami-Set gekauft, zum Falten in den langen Winterabenden. Dazu ist es kaum gekommen, die Figuren waren auch ziemlich kompliziert. Dieser Set fiel mir nun wieder in die Hände, und siehe da, einige Rückseiten des Origami-Papiers hatten genau diesen ockergelben Farbton. Das 80 gr-Papier war nun das perfekte Material für die Lüftungsrohre der Schornsteine. Diese sind also aus purem Karton und dafür sehen sie doch ganz ordentlich aus, oder?



    • Moin Hans-Jügen,

      kaum zu fassen, was Konstruktöre so alle vergessen können....wobei 12 mm bei 1:200 durchaus schon eine Hausnummer sind....
      Deine drei Schlote sind sehr schön gelungen und weisen aufgrund der Kürzung eine gute Proportion auf. ja 2
      Mein einer Schlot wies in einem Bauteil eine Überlänge von nur 1,8 mm auf, aber auch diese nur relativ geringe Ungenauigkeit erwies sich als fatal.
      Ich drück Dir die Daumen, daß dies der einzige Fehler des Baubogens ist, den Du gerade umsetzt!

      lg.
      ommi
      ....und ab dafür! rollen1
      Vergammelte Werke
    • Klueni schrieb:

      Ich drück Dir die Daumen, daß dies der einzige Fehler des Baubogens ist, den Du gerade umsetzt!
      happy1 happy1 happy1
      Hallo Tommi,
      die Pereswet ist ein Frühwerk des Konstrukteurs Juri Gromych ("Grom") und strotzt leider nur so von Fehlern. Zum Glück gibt es einen ausführlichen Baubericht von Wladimir Gukalo, der die meisten Fehler gefunden hat und beschreibt. Ohne diese Hilfe und die Fotos aus seinem Baubericht wäre das Modell kaum ordentlich baubar. Ich glaube aber, dass ich die meisten Klippen schon hinter mir habe und auf die, die noch kommen, entsprechend vorbereitet bin. Eigentlich schreit der Bogen nach einer überarbeiteten Neuauflage...
      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo liebe Freunde,
      inzwischen habe ich die großen Lüfter montiert, die beleben das Modell um einiges. Wie das Bild des Originals zeigt, müssten sie noch mehr trompetenförmig auslaufen. Leider gibt das die Abwicklung nicht her. Vielleicht findet sich jemand unter euch, der diese Konstruktion hinkriegt. Diese Art von Lüftern trifft man auf Schiffen dieser Epoche sehr häufig an, eine Überwindung dieser Vereinfachung wäre ein echter Gewinn...
      Ansonsten ziehe ich mich jetzt wieder zurück zur Kleinteile-Fertigung.

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen



    • Hallo Hans-Jürgen,

      ich habe für mein SCHAARHÖRN-Modell solche »Trompetenlüfter« darart gebaut, dass ich um den Lüfterrand herum in regelmäßigen Abständen kleine Schnitte gemacht habe, die aufgebogen habe und mit kleinen Papierdreiecken gefüllt habe. Im Unterschied zu Deinem Schiff benötigte ich nur jedoch nur drei Stück davon so dass der Aufwand im Rahmen blieb.

      Wie wäre es, wenn Du um die Lüfterränder einen ovalen, ringsherum überstehenden Rahmen – vielleicht aus Draht – klebst und den mit Leim zum Lüfter hin verfüllst? Das müsste dann bemalt werden um die charakteristische Rundung zu imitieren.

      Wie Du schon schreibst, zum Eindruck der Schiff gehören die »Trumpeten«. Ich bin gespannt, wie Du die Sache lösen wirst.

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Hallo Klaus,
      leider ist es mir etwas spät in den Sinn gekommen, mir die Lüfter des Originals näher anzuschauen. Nun werde ich sie wohl so lassen müssen, eine Demontage für einen Umbau würde Schäden hinterlassen. Bisher habe ich auf keinem anderen Schiff der russischen Flotte diese Trompeten entdeckt, insofern ist es schade, dass dieses spezielle Merkmal fehlt. Wenn ich eine Idee hätte, wie ich die Dinger hinkriegen könnte, ohne den ganzen Lüfter anmalen zu müssen, würde ich es vielleicht versuchen...
      Hallo Wolfgang, hallo Kurt,
      vielen Dank für euren Besuch in meinem Bericht. Schaut gern immer wieder mal vorbei!

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen
    • Hallo liebe Freunde,
      leider war die Arbeitszeit auf der Werft durch andere Ereignisse arg eingeschränkt, so dass nur bescheidene Fortschritte zu vermelden sind.
      Die Kasematten sind mit 152 mm- und 75 mm Canet-Geschützen bestückt worden, das Schiff nimmt langsam ein bedrohliches Aussehen an. Die ersten Stücke der Reling sind auch montiert, ich habe mich wieder für die fotogeätzten Stützen entschieden. Inzwischen habe ich auch einen Draht gefunden, der sich besser durch die Ösen fädeln lässt. Angemalt wurde, nachdem die Fädelei beendet war.


    • Hallo,

      bin eben dabei die ersten Bauberichte zu durchforsten, da ist mir Dein russischer Dinosaurier gleich aufgefallen. Beeindruckendes Vorbild (kenn mich mit den Schiffen dieser Epoche überhaupt nicht aus), und toller Baubericht mit vielen guten Problemlösungen.

      Hans-Jürgen F. schrieb:

      .. Inzwischen habe ich auch einen Draht gefunden, der sich besser durch die Ösen fädeln lässt....
      Das Thema Reling interessiert mich besonders und dazu gleich meine Fragen: Relingstützen sind von Saemann ? (hab ich bestimmt überlesen). Und welchen neuen Draht verwendest Du jetzt ?

      Freu mich schon auf die weiteren Fortschritte
      matz
      Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.
      (Philip Rosenthal, Unternehmer, *1916 +2001)
    • Hallo liebe Kommentatoren und liebe Liker,
      euer nicht erlahmendes Interesse freut mich sehr. Das Modell stellt inzwischen kein Motivationsproblem mehr dar, weil die gravierenden Mängel der Konstruktion glücklich überwunden wurden. Jetzt kommen nur noch kleinere Fehler, die sollte ich dann doch auch noch hinkriegen. Das Modell selbst gefällt mir von Tag zu Tag besser, es ist schon ein außergewöhnliches Schiff.
      Matz, die Relingpfosten beziehe ich über Slawomir (Modellservice, der Link unten rechts auf der Forums-Homepage). Bei ihm gibt es welche von GPM (120 Stück/Platine) und von Oriel (420 Stück). Es gibt sie für zwei- und dreizügige Reling und noch irgendwelche Sondervarianten. Ich nehme die von Oriel, zweizügig, eine Platine (aktuell 9,00 Euro) reicht gerade für die Pereswet. Früher hatte ich "modernen" Kupfer-Lackdraht von Conrad, ca. 0,15 mm schwarz lackiert. Die Lackschicht war vergleichsweise dick, das hat sich insbesondere in den Kurven der Reling nicht immer gut gemacht. Jetzt habe ich unserem Elektriker eine Rolle Spulendraht, 0,12 mm, auch Lackdraht, aber mit dünnerer Lackschicht, aus seinen Altbeständen abgeschwatzt, mit dem geht es deutlich leichter.

      Viele Grüße
      Hans-Jürgen