HMS Implacable, 1:220, Victory's vergessene Schwester scratch

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    • Moin zusammen,

      Freitag - Basteltag. Und natürlich habe ich alle meine guten Vorsätze in die Pütz gedrückt und so bei mir gedacht, ich mach heute einfach mal die Waffenschmiede auf und wuppe alle fehlenden Geschütze des Hauptdecks.
      Da das immerhin 20 Stück sind, bin ich noch mitten drin, daher gibt's heute mal ein paar "richtige" Baubilder.

      Wie schon erwähnt, nutze ich ganz gerne mal skalierte Teile von HMS Bellona, denn die hatte ebenfalls die britische Standardbewaffnung, nämlich 32-Pfünder in der unteren und 18-Pfünder in der oberen Batterie. Und wieso sollte ich das Rad neu erfinden? Die Templates der Bellona lassen sich nämlich ganz wunderbar von 1:96 nach 1:220 skalieren.
      Wie die fertigen Geschütze aussehen, habt Ihr ja schon gesehen, nun kommt ein kleiner Bericht über deren Zustandekommen.

      Zunächst drucke ich die Teile auf 300g/m² aus und verdopple die Seitenteile der Lafette, was sie massiver aussehen lässt. Die Rohre drucke ich auf handelsübliches Druckerpapier. Auf dem dritten Bild unten rechts seht Ihr die Klebelaschen, die ich für die Rohre verwende.



      Hier sind die Klebelaschen angeklebt; das Rohr rolle ich mir mit Hilfe eines Zahnstochers zurecht. So ganz identisch sind die entstandenen Rohre zwar nie, aber man kann mit der später folgenden Farbe schon so einiges kaschieren.






      Dann geht's an die Lafettenteile. Selbige sind aus 300g/m², aber nicht verdoppelt. Wenn ich bei den Lafettenseiten sauber gearbeitet habe, passt das alles sehr schön zusammen. Insgesamt habe ich pro Lafette 4 Teile: die vordere Rohrwiege, Vorder- und Hinterachse sowie die Stütze für den Richtkeil. Letzteren lasse ich weg; der wäre in DEM Maßstab echte Folter... wobei... na egal, erstmal ohne.



      (Ende Teil 1 von 2)
    • Next Step, der Zusammenbau:



      Dann schon mal ein Blick, wie sich das alles an Deck so macht.



      Nun geht's nochmal an die Rohre; diese brauchen einen rundlichen Abschluss. Zu diesem Zweck stanze ich mit der Lochzange 3mm Plättchen aus Papier und schneide ein Viertel raus. Dann wird so ein Plättchen mit dem Finger so lange in Form geknetet, bis ein Hütchen entsteht. Die Methode habe ich schon mal im Baubericht zur USS Olympia gezeigt; da ging es dann um Laternchen.



      Das Geschützrohrende tunke ich in Leim und setze das Hütchen drauf. Anschließend noch ein kleiner Papierstreifen um die Rohrmündung, damit das Ganze hinterher plastisch aussieht.



      Bisher habe ich alle Lafetten und 15 Rohre geschafft. Natürlich fehlt noch eine große Rutsche Räder und der ganze Zauber braucht Farbe.

      Aktuell sieht die Baustelle so aus:



      Nachdem jetzt die ganze Modellbauwelt weiß, wie meine Pfoten aussehen, wünsche ich schon mal eine angenehme Nachtruhe.

      LG Alex
    • Moin zusammen,

      bevor ich ab morgen wieder dem Kommerz anderer zur Verfügung stehen muss, freue ich mich, die Fastfertigstellung der oberen Batterie zu vermelden. Heute ging's munter weiter mit Stanzen. Für die Vorderräder meiner Kanönchen nehme ich Stanzlinge in 2,5mm und für die hinteren dann 2,0mm (bei britischen Geschützen war das Hinterrad immer etwas kleiner, um den Decksprung auszugleichen; gleichartige französische Geschütze hatten gleich große Räder, weswegen mir die tendenziell eigentlich lieber gewesen wären grins 3 ).
      Material wie bei den Lafettenseitenteilen 300g/m², weil das so recht harmonisch aussieht.
      Dass die Räder, bedingt durch mangelnde Kapazitäten meiner Lochzange, etwas größer ausfallen, als sie im Original gewesen wären, fällt kaum ins Gewicht.
      Übrigens baue ich immer erst die hinteren und dann die vorderen Räder an, damit ich keine verklebte Wackelei habe.



      Anschließend geht es ans Bemalen; hier kommen zuerst die Lafetten dran, anschließend die Rohre (die ich zum Bemalen und Trocknen auf ihren Zahnstochern lasse), dann die Lafettenräder.




      Zum Schluss klebe ich die Rohre auf die Lafetten; zwischendurch hab ich noch einen kleinen Offizier aus einem Preiserchen geschnitzt.




      Ganz fertig bin ich noch nicht; die Rohrmündungen müssen noch geschwärzt werden. Außerdem bekommt jedes Geschütz noch Schildzapfen und Achsen, jeweils durch ein wenig Acrylfarbe angedeutet, dann können sie ihre Brooktaue und Zurrings bekommen und fest eingebaut werden (natürlich erst, wenn ich den Rest des Schanzkleids gepönt habe).



      Ich hatte nicht gedacht, dass ich damit heute noch durchkomme. Aber geschafft ist geschafft. freu 2

      Bis dann,

      LG Alex
    • Danke und hallo Alex,
      sehr interessanter Baubericht den Du hier in Szene setzt...

      Es ist großartig, was Du hier aus Papier, Kleber und Farbe zusammensetzt!

      Freue mich auf die Fortsetzung.
      Herzliche Grüße von Iterum
      Gehabt Euch wohl,

      Heinrich

      _________________________
      Le Coureur, 1/96 Shipyard

      “Man soll nicht alles auf ein Schiff laden.“
      Friesisches Sprichwort
    • Moin Freunde,

      auf HMS Implacable geht es weiter, zwar schleppend aber immerhin.
      Und zwar mit dem leidigen Takeln der Geschütze. Wie den alten "Seilskippern" unter Euch ja bekannt sein dürfte, besteht die komplette Takelung einer Kanone aus 2 Richttaljen und einem dickeren Brooktau sowie aus einem "Train Tackle", der an der hinteren Kante der Lafette eingepickt ist.
      Da ich auch den Einsatz von "Männern" plane (3 Hunderter-Packs chinesische Preiser-Imitate sind für schmales Geld bestellt), baue ich erstmal alles, was niemand in der Hand hat - das heißt, ich baue die Richttalien und den Train Tackle ohne das laufende Ende.

      Für die Richttaljen nehme ich meine guten alten Fadenrahmen zur Hand, ziehe jeweils doppelte Fäden und setze in Abständen Klebepunkte mit Weißleim, die ich anschließend einfärbe und nach dem Trocknen per Skalpell entnehme:



      Selbige kommen -jeweils mit einem Punkt CA-Kleber- an die Lafette; das Brooktau setze ich vorschriftsmäßig an das Rohr:



      Dann setze ich das Geschütz in die vorgesehene Position an Deck, setze wiederum kleine Klebepunkte an die Bordwandinnenseite und fixiere die "Blöckchen" der Richttaljen sowie die Enden des Brooktaus. In diesem Maßstab mit Augbolzen zu arbeiten, ist meiner Meinung nach Unsinn:



      Somit sind die ersten 10 18-Pfünder unverrückbar am Platz, 20 müssen noch.



      Ist eine ziemliche Fleißarbeit. Richtig spannend wird es dann mit den Männern; so ein 18-Pfünder benötigte eine Geschützbesatzung von 11 Mann, 30 Geschütze stehen an Deck, macht also allein 165 Mann Personal plus Offiziere plus Seesoldaten, und Ihr dürft jetzt mal raten, wie ich auf diese Zahl komme happy1


      LG Alex
    • Hallo Alex,

      gut schauts aus..."echte" Seile sind halt etwas störrisch, was das Fallen über Kanten angeht..deswegen nehme ich da immer Draht, aber das passt schon so. Deine Variante für die Taljen finde ich wieder super!
      Willst du da echt die komplette Mannschaft draufstellen, obwohl ein Deck drüber kommt? Ich hatte das damals für die Zeven Provincien auch vor, aber habe mich dann dafür entschieden, nur die Jungs in der sichtbaren Öffnung der Kuhl zu bauen...zumal man jeden Einzelnen anpassen muss, damit er von der Stellung einigermaßen zu seiner Aufgabe passt. Einen Typ, der einen Koffer trägt, Zeitung ließt oder auf ner Parkbank sitzen soll in einen Kanonier zu verwandeln ist ewig viel Arbeit...*ich sags bloß*

      Viel Spaß dabei!
      Ludwig


      *räusper' San Salvador *räusper*
    • Hallo Alex,

      das sieht prima aus. Hast Du schon mal daran gedacht, Kupferlitze für die Taue zu verwenden und selber zu schlagen. Reed hat das in einem buch beschrieben und die Resultate sahen in den kleinen Maßstäben besser als echte Taue aus.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Moin moin und einen schönen Sonntag,

      @Gnost ganz schlüssig bin ich mir in Puncto Besatzung noch nicht, da sind erstmal ein paar Testläufe fällig. Den Umbau dieser Plastikpiepels hab ich schon mal gemacht, bei der USS United States. Dort steht eine kleine Korporaslschaft Marines an Deck, die sämtlich vorher 2 Reisekoffer gehabt haben. Insofern weiss ich, worauf ich mich einlasse..
      Tjaaa... und "unsere" S-S ist durchaus noch in Arbeit, seit gestern hat sie Masten und Mastkörbe, aber keine Decksgeschütze mehr, wat sagste nu?? happy1

      @AnobiumPunctatum naja, ich hab mir gerade 2 Rollen Serafil a 2.400m gekauft, das langt für beide Trafalgarflotten und die komplette US Navy. Nichts gegen die Idee mit Kupferlitze, aber ich glaube, das spare ich mir denn doch.

      So denn, erstmal hat die Implacable mal wieder Ruhe vor mir, die nächsten Berichte kommen aus dem 16. Jahrhundert.

      LG Alex