Genuesische Saettia von WAK in 1:100

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    • ZU DEN SEGELN
      W. zu Mondfeld ("Die Schebecke") schreibt zum Mittelmeer in einem eigenen Kapitel, dass vor 2-300 Jahren auf verhältnismäßig doch sehr engem Raum eine hohe Anzahl von beständig mehr oder weniger offiziell miteinander verfeindete Nationen existierte, Staatspiraterie nebst freier Seeräuberei die Regel waren und das Mittelmeer darum wohl zu Recht den Ruf hatte, das unsicherste Gewässer der ganzen Welt zu sein. pirat1 haue 1
      Daher wäre es absolut unverantwortlich, meine dort schippernde, notwendigerweise schnelle Saettia mit unzureichender oder gar nicht funktionaler Besegelung auszurüsten. Ich stelle daher hier (als mein Erstlingswerk) das Lateiner-Rigg der Fock dar und werde mich dann auf diese Weise bis zum Besan nebst Flaggenstock durchbeissen.



      Das Focksegel (aus Transparentpapier wie beschrieben) habe ich per Liektau eingefasst, mit Reffbändseln versehen und an die Lateinerrute "angeschlagen". Die Lateinerrute ist am Bug (die Saettias hatten eine Art "Rammsporn" statt eines Bugspriet) mit einer Halstalje versehen, um die Rute in der richtigen Schräge zu halten. Das Fall ist entsprechend der großen Lateinerrute stark ausgelegt. Es folgen die Gordings als Einrichtung zum Reffen des Segels und die Oberbrassen, die zur Stabilität der Lateinerrute beitragen sollten. Das Segelende wird durch ein Schot gehalten, die zugehörigen Blöcke sind am Deck durch Ringbolzen geführt und an einer Klampe belegt.

      Mit dem Rack bin ich noch nicht fertig bzw. unzufrieden, da ich keinen Plan habe, wie ich die nötigen "Korallen" (kleine Holzkugeln) darstellen soll. Solche Kugeln im Maßstab 1:100 habe ich nicht.

      Und nun ein wichtiger Hinweis: ich bin segeltechnischer Laie, habe mir meine nautischen Weisheiten aus verschiedenen Fachbüchern zusammengesucht und versucht, sie mit dem Segelplan der polnischen WAK Bauanleitung in Übereinstimmung zu bringen. Wenn ich GRAVIERENDE Fehler gemacht habe, wäre ich für ensprechende Tipps dankbar.

      Im diesen Sinne viele Grüße Heinrich
    • Hallo Heinrich

      Heros wrote:

      Und nun ein wichtiger Hinweis: ich bin segeltechnischer Laie, habe mir meine nautischen Weisheiten aus verschiedenen Fachbüchern zusammengesucht und versucht, sie mit dem Segelplan der polnischen WAK Bauanleitung in Übereinstimmung zu bringen.
      Bruder im Geiste! prost1

      Ich finde, dass sieht absolut schick aus, gefällt mir sehr gut!

      Beste Grüsse
      Peter
      Meine grösste Angst: Dass ich irgendwann erwachsen werde... happy 2

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    • Hallo Heinrich,

      ich finde das Ganze auch recht gut gelöst. Bezüglich des Racks muss ich och mal in meinen Resten nachsehen, wie man die Dinger bezeichnet (wenn ich sie finde)., um Dir eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie Du diese nachbilden könntest.

      Etwas erstaunt hat mich die Belegung des holenden Parts der 3 Taue vor dem Segel auf dem Foto oberhalb der Taljen der Wanten. Ich nehme an, dass dieses die Oberbrassen sind (?).

      Viele Grüße
      Fritz
    • moin1 Heinrich,
      ich gestehe, dass ich zunächst @Bonden s Meinung zu den Transparentpapiersegeln geteilt habe (und abgewartet habe was Du daraus machen wirst). Das Resultat oben im Foto sieht aber für mich sehr überzeugend aus. Klasse, ich hätte nicht gedacht dass das Material solch eine Wirkung erzeugen kann! Da der Rumpf Deines Schiffes keine Gebrauchsspuren zeigt, sind die neu und frisch wirkenden Segeln in meinen Augen auch in Ordnung.

      Toll! Wieder was gelernt und erfahren! daumen1

      Viele Grüße,

      Klaus
    • Hi!

      Das Segel ist toll gebaut und die Takelung scheint stimmig. Zumindest sind mir bei einem kurzen Vergleich mit verschiedenen Quellen über Latein getakelte Schiffe keine Unstimmigkeiten aufgefallen.

      Der "Rammsporn" ist, da zu weit oberhalb der Wasseroberfläche angebracht, eher ein Überbleibsel des "Schnabels" der Galeeren. Für den gibt es sicher auch andere Begriffe.Schnabel ist mir nur halt in Erinnerung geblieben.

      Nun noch einmal zurück zum Segel. Ich habe nun einige Stunden überlegt ob ich auch eine kritische Anmerkung zur weißen Farbe des Segels mache. schwitz1 Bonden hatte es ja bereits angedeutet . Bei einem Schiff aus der Zeit waren die Segel aus Leinen oder Hanf und hatten dadurch ihre entsprechende natürliche Farbgebung. Da passt das gebleichte Persil-weiß-Segel so überhaupt nicht zu dem schönen Rumpf..Vielleicht kann man das Segel ja noch nachträglich anmalen? Das Modell würde m.E. dadurch nur gewinnen.
    • Ahoi Heinrich,
      das Segel gefällt mir ausgesprochen gut. Auf die Idee mit dem Transparentpapier wäre ich nie gekommen, aber so werde ich das bei meinen Projekten wohl auch probieren.
      Und bezüglich der Farbe: Ich find´s völlig in Ordnung...Hauptsache ist ja immer, dass es einem selbst gefällt grins 3 .
      Jetzt habe ich Blödmann natürlich hier zwei Stoffsegelsätze liegen...naja, vielleicht kann man sie noch als Servietten benutzen verlegen1 stirn1 ...
      Viele Grüße
      Nat
    • Danke für die "Gefällt mir"

      @Peter_H Hallo Peter, so ist es wohl. prost2
      Aber es fehlen noch viele Kleinteile und das finale "Finish". In diesem Zusammenhang eine Frage: würdest du das weiße (Bleiweiß) Unterwasserschiff der Saettia mit einem gelblich-grünlichen Farbstich nachfärben? Auf dem folgenden Foto EXTREM zu sehen an der Batavia in Lelystad (NL)



      Sorry, das Bild ist etwas zu dunkel, aber du weißt wahrscheinlich, was ich meine.

      @petcarli Hallo Fritz, ich vermute, dass die Kugeln (Korallen) des Rack in etwa so aussehen:



      1:100 - da werde ich noch suchen müssen.


      petcarli wrote:

      Etwas erstaunt hat mich die Belegung des holenden Parts der 3 Taue vor dem Segel auf dem Foto oberhalb der Taljen der Wanten. Ich nehme an, dass dieses die Oberbrassen sind (?).
      Wahrscheinlich meinst du die Oberbrassen. Part kratz1 - ich musste erst nachschauen. - die Part ist ein bestimmter Abschnitt eines Seils. Bei einer Talje unterscheidet man die stehende oder feste Part (der mit dem Deck fest verbundene Teil), die holende Part (der Teil, der mit der Hand bewegt wird) und die laufende Part (der Teil zwischen den Blöcken), Wieder was gelernt. Der holende Part ist bei der Saettia an Deck an einer Klampe belegt. Jedenfalls interpretiere ich es so aus dem Plan.

      @KlabauterKlaus Hallo Klaus, ich rede vom Maßstab 1:100 und du baust noch wesentlich kleiner. Da ist -m.E.- Transparentpapier akzeptabel und einen Versuch wert. Und - per Drucker - so einfach zu realisieren... Ich fertige gerade den nächsten Teil des Bauberichts, erst dann hast du einen Gesamteindruck.

      @Chapman Hallo Chapman, der "Rammsporn" IST ursprünglich ein Merkmal der Galeeren, die übrigens den Saettias im östlichen Mittelmeer (bei Flaute) durchaus noch viel Ärger bereiten konnten.

      Zu den Segeln aus Transparentpapier: hier ein (schlechtes) Foto der Segel eines historischen Segelschiffs:

      1-1573396711780.jpg

      Okay, eine Replik, die Segel sind wahrscheinlich nicht aus Leinen oder Hanf (?).

      Nein, die Segel aus Transparentpapier würde ich keinesfalls nachträglich anmalen. Eine dunklere Färbung wäre mit Photoshop möglich -gewesen-, aber jetzt ist der Zug abgefahren. Das sind die Nachteile von "high-tech"... Allerdings könnte ich noch "Flicken" auf die Segel setzen, um ein realistisches (gealtertes) Aussehen zu bekommen.

      Siehe auf dem Foto links - ich habe da mal einen Flicken angebracht. Sieht m.E. nicht übel aus, aber zu mehr fehlte mir der Mut.



      @Nat Drinkwater Hallo Nat, wie gesagt, einen Versuch ist es wert, aber Japanpapier ist bei historischen Seglern wahrscheinlich die bessere Alternative. Transparentpapier ist per PC, Photoshop und Drucker nur so einfach zu bearbeiten... grins 2 - hat aber auch Nachteile (sehr durchscheinend, glatt usw.) Stoffsegel? ab Maßstab 1:70 okay, ab Maßstab 1:50 gibt es m.E. eh´ nichts anderes.

      Viele Grüße Heinrich
    • Heros wrote:

      unterscheidet man die stehende oder feste Part (der mit dem Deck fest verbundene Teil), die holende Part (der Teil, der mit der Hand bewegt wird) und die laufende Part (der Teil zwischen den Blöcken
      Genau richtig. Ich meinte die Belegung der Oberbrassen oberhalb der Jungfern. Ist die der feste Part oder der holende? Die Belegung des 2. Parts ist auf dem Bild nicht zu sehen, daher habe ich dieses Teil für die Belegung des holenden Parts gehalten.

      Doch eigentlich schreibe ich Dir wegen der folgenden Bilder. Es sind Teile, die man in Basteläden findet, die auch bastelnde Frauen versorgt, die daraus z.B. Modeschmuck selbst herstellen.





      Ich habe sie manchmal für Racks genommen.

      Viele Grüße
      Fritz
    • Hallo Heinrich

      Erstmal zu den Segeln: Gerade nach den "Beleg-Fotos" finde ich Deine Lösung mindestens so gut wie das Seidenpapier.
      Was die Färbung angeht, so würde ich keinesfalls nachfärben. Ev. bei einem nächsten Modell mal mit Photoshop Versuche machen. aBer wie gesagt, ich finde es sieht toll aus!

      Zum UWS: Ich würde es so lassen. Das grünliche sind wohl Algen. Da Dein Modell nicht gealtert dargestellt ist, würde ich auch das UWS nicht "altern".

      btw: Das ist wieder einer der Bauberichte, die man am Ende als Lehrbuch abspeichern sollte. Viele tolle Informationen, Fragen und unterschiedlichste Antworten, die alle sehr zielführend sind. Dazu das tolle. nicht oft gesehene Modell. Einfach Klasse, einer meiner Lieblings-BB derzeit!

      Beste Grüsse
      Peter
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    • moin1 ,
      der Begriff »Oberbrasse« ist mir noch nie begegnet (was nicht heißt dass es das nicht gibt!). Ich glaube, Ihr meint die »Geeren«? Sie halten die obere Nock der Rute zu den Seiten stabil.

      Zum Thema »altern« teile ich Peters Meinung. Ich würde es hier lieber lassen oder konsequent alles altern (Rumpf und Aufbauten und Segel) wozu es nun zu spät ist um ohne Schäden auszukommen.

      Klaus
    • Hallo Heinrich,

      auf keinen Fall altern! Das Modell sieht toll aus wie es ist. Wenn man altern möchte, muss man gleich zu Beginn damit anfangen, sonst wirkt es nicht. Alles so lassen und die transparenten Segel finde ich super! Auf den Gemälden von Geoff Hunt...immerhin "former President of the Royal Society of Marine Artists" sind die Segel auch immer durchscheinend.

      Viele Grüße
      Ludwig
    • Bevor ich mit meinem Baubericht fortfahre, kurz in eigener Sache: Zur Fertigstellung der Saettia hatte ich mir selbst eine "Deadline" bis zum Ende des Jahres verordnet. Nun muss ich aus verschiedenen Gründen eine längere (?) Modellbau-Pause einlegen, will aber noch unbedingt vorher das Modell und diesen Baubericht fertigstellen. Daher wird mein Projekt im Forum bis Ende dieser Woche häufiger auftauchen. Gleichzeitig muss ich darauf achten, bei aller Eile die Sorgfalt nicht zu vernachlässigen.


      Weiter zu den Segeln also:

      Ein Grund für die Saettia als mein Erstlingswerk im kartonalen Segelschiffbau war, dass die meinstens lateingetakelten Mittelmeerschiffe einfach nicht so viele "Schnüre" hatten wie rahgetakelte Schiffe. Die Takelage der Saettia war auf größtmögliche Effizienz ausgerichtet. Die Seeleute des Mittelmeeres lebten gefährlich und waren wahrscheinlich entsprechend teuer, so dass nur max. 6-7 Matrosen nebst Skipper eine Saettia sicher fahren konnten. Siehe auch die Fallblöcke, welche dafür entsprechend dimensioniert waren.

      Die Funktion der Takelage ist also selbst für Laien durchschaubar les 2 les 3 (hoffe ich) und die erforderlichen Taue, Leinen und Blöcke habe ich bei der Fock beschrieben - die Takelung wiederholt sich für den Hauptmast und den Besan bis auf die Halsbrassen, die mittels Blöcken zur eigentlichen Bewegung der Lateinerruten dienten.

      Hier also einige Fotos zum derzeitigen Bauzustand der Saettia. Es fehlt noch an vielen kleinen Ausrüstungsgegenständen. Vor allem sind Leinen und Taue noch NICHT ordentlich belegt, und die Racks sind nur provisorisch angebracht, bis mir eine passende Lösung einfällt.

      Eine Gesamtansicht:



      und hier speziell eine Ansicht vom Bug her:



      und hier vom Heck her, wobei ich mit verschiedenem Lichteinfall experimentiert habe.

      mit Tageslicht - mit Kunstlicht



      Die Flagge Genuas, das St.-Georgs-Kreuz (!) ist übrigens auf Japan-Papier gedruckt. Eine Frage an @Bonden - nach der Segelstellung fährt die Saettia "am Wind" (?) - in welche Richtung genau muss die Fahne wehen?

      So, und nun beginnt die Fertigung der Kleinteile ("Uhrmacher-Modus").

      Viele Grüße Heinrich
    • Hallo Heinrich

      Erstmal: Absolut klasse, Deine Saettia! Sieht wunderschön aus, es hat sich gelohnt durchzubeissen!

      Zur Flagge. Ich meine auch, dass sie falsch herum am Flaggstock ist. Von der Richtung her denke ich, dass das so gar nicht schlecht ist, wie Du sie ausgerichtet hast.

      Ich freue mich auf den Abschluss und die entsprechenden Bilder!

      Beste Grüsse
      Peter
      Meine grösste Angst: Dass ich irgendwann erwachsen werde... happy 2

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    • Heros wrote:

      Eine Frage an @Bonden - nach der Segelstellung fährt die Saettia "am Wind" (?) - in welche Richtung genau muss die Fahne wehen?
      Wie @KlabauterKlaus bereits schrieb, segelt dein Schiff mit halbem Wind; insofern passt es, wie die Flagge ausweht. Klick mich. zwinker2

      Und das noch: Deine Saettia sieht fantastisch aus! klasse1 daumen1 freu1

      Im Bau: HMS Mercury
      Für eure Schnippel- und Klebepausen: www.karton-im-wind.de welcome1
    • @petcarli Hallo Fritz, danke. Solche Teile sind anscheinend noch mal deutlich kleiner als meine Kugeln und dürften passen. Mal sehen, was der hiesige Bastelladen zu bieten hat.

      @Peter_H Hallo Peter, keine Ahnung, wie Transparentpapier an der WOLF aussähe. Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Ich hatte vor, zumindest die Wasserlinie leicht grünlich einzufärben, aber ich lasse es mal besser. Danke für das Lob verlegen2 -ich muss es zurückgeben: es ist immer eine Freude, sich mit interessanten Menschen über ein gemeinsames Hobby auszutauschen.

      @KlabauterKlaus Hallo Klaus, könnte der Begriff "Oberbrasse" ausschließlich Lateinerruten auf mittelmeerischen Schiffen betreffen? Geeren oder Gei haben mit der Gaffel zu tun, also mit ganz anderen Schiffen (???). Ich habe den Begriff aus zu Mondfeld
      "Die Schebecke" S.51.
      Rückschauend bin ich froh, das Schiffchen üerhaupt so hinbekommen zu haben. An´s Altern hatte ich nicht gedacht, es ist aber ein interessanter Aspekt für ein späteres Projekt -irgendwann.

      @Gnost Hallo Ludwig, danke für´s Lob. Maler haben auch mehr künstlerische Freiheiten als Modellbauer, glaube ich. Aber bei verschiedenem Lichteinfall wirken auch die Transparentpapier-Segel völlig unterschiedlich.

      Klaus / Bonden / Toby / Peter: danke, die Saettia segelt also mit halben Wind und hier die vollständige Flagge Genuas:



      Viele Grüße Heinrich
    • Heros wrote:

      Okay, eine Replik, die Segel sind wahrscheinlich nicht aus Leinen oder Hanf (?).

      Nein, die Segel aus Transparentpapier würde ich keinesfalls nachträglich anmalen. Eine dunklere Färbung wäre mit Photoshop möglich -gewesen-, aber jetzt ist der Zug abgefahren. Das sind die Nachteile von "high-tech"... Allerdings könnte ich noch "Flicken" auf die Segel setzen, um ein realistisches (gealtertes) Aussehen zu bekommen.

      Siehe auf dem Foto links - ich habe da mal einen Flicken angebracht. Sieht m.E. nicht übel aus, aber zu mehr fehlte mir der Mut.
      Moin Heros,

      nachträglich anmalen birgt sicher auch Unwägbarkeiten.. Deine klare Position dazu ist natürlich völlig in Ordnung. Und auf dem Foto mit dem Flicken schaut das Segel auf meinem Bildschirm auch nicht mehr so reinweiß aus. Vielleicht beim nächsten Segler , je nach Vorbild, etwas Farbe aus dem Rechner. Würde mich interessieren wie das dann ausschaut.

      Grüße

      Jörg
    • Heros wrote:

      (...)

      @KlabauterKlaus Hallo Klaus, könnte der Begriff "Oberbrasse" ausschließlich Lateinerruten auf mittelmeerischen Schiffen betreffen? Geeren oder Gei haben mit der Gaffel zu tun, also mit ganz anderen Schiffen (???). Ich habe den Begriff aus zu Mondfeld
      "Die Schebecke" S.51.
      Hallo Heinrich,

      Ich habe auch nochmal nachgeschaut und kann bestätigen was Du schreibst. Die Oberbrasse ist bei langen Lateinerruten gebräuchlich, die Geeren bei den Gaffeln. Danke für die Aufklärung! daumen1

      Klaus
    • New

      @Chapman Hallo Jörg, der nächste Segler... wird auf sich warten lassen. Und wenn er dann im Maßstab 1:100 / 1:200 o.ä. sein sollte, komme ich auf das Transparentpapier nebst Photoshop zum experimentieren zurück.

      @KlabauterKlaus Hallo Klaus, ich bin halt vorübergehend "im Thema"... grins 3

      So, zum Finale Teil 1

      Die kleine WAK Saettia ist ein äußerst arbeitsintensives Modell, das hatte ich schon an anderer Stelle festgestellt. Und auch die restlichen "Kleinigkeiten" gehen nicht so schnell von der Hand wie gewünscht, so dass mein Zeitplan (Finale Ende dieser Woche) arg wackelt.

      Ich denke, ein paar Fotos machen klar wovon ich rede.

      @petcarli Hallo Fritz, hier die von mir gefundenen WIRKLICH kleinsten Kügelchen zur Anfertigung des Racks, die ich dann auch genommen habe (die silbernen)



      Hier die Anker aus dem Bogen. Mit Rost habe ich nicht gespart.



      Und hier 2 Bilder von den Hecklaternen in Bau. Das Aussticheln hatte ich schon fast verlernt.



      und hier fertig (mit Größenvergleich)



      Sorgleinen sind im WAK Bauplan nicht vorgesehen, aber es ist absolut unwahrscheinlich, dass ein Schiff der damaligen Zeit ohne Sorgleinen unterwegs war. Hier also meine Interpretation (ich hoffe, nicht komplett danebenzuliegen).



      So, nun noch die Klampen und Bolzen sorgfältig belegen (!! - einfacher gesagt als getan, eine arge Fizzelarbeit) und dann endgültig zum Finale nebst Fazit.

      Viele Grüße Heinrich
    • New

      Hallo Heinrich,

      es freut mich sehr, dass ich Dir bezüglich der Rack - Perlen helfen konnt. Falla sie zu sehr glitzern könnte man sie natürlich auch noch mit einem matten Acryl Braun überpinseln. Ich fand sie bei den Schiffen, die ich damit versehen habe mit den Glitzerdingen, ganz wohl und habe sie so gelassen.

      Die Sorgleinen sind so ganz gut gelungen. Mein Fehler ist, dass ich sie in der Regel vergesse!

      Nun wünsche ich Dir weiter viel Erfolg und Spass bei derm Endspurt!

      Viele Grüße
      Fritz
    • New

      Zum Finale, Teil 2


      LA SAETTIA - ein agiles, kleines Handesschiff, gern auch von Korsaren (und ihren Jägern) genutzt. Zur Zeit der italienischen Seerepublik Genua im (östlichen) Mittelmeer ein vertrauter Anblick, dann - gemeinsam mit dem Ende der Seerepubliken vor ca. 220 Jahren - verschwunden. Wie bei vielen Schiffen des Mittelmeeres ist eine deutliche Verwandtschaft mit dem arabischen Schiffbau (Dau, Felukke, Bagala) erkennbar, am Bug allerdings kombiniert mit dem fast antiken "Rammsporn" der Galeeren, hier quasi als Bugspriet genutzt und einem klassischen Spiegelheck. Trotzdem harmoniert die Form und WAK hat guten Geschmack bewiesen, ein Modell dieses seltenen, wenig bekannten Segelschiffs auf den Markt zu bringen.

      Nach 1-jähriger Bauzeit (mit vielen Werftpausen) sind inzwischen alle finalen Arbeiten getan, alle Details (Anker, Hecklaternen usw. usw.) angebracht und, mehr oder weniger, alle Klampen belegt.

      Hier Fotos vom Ergebnis meiner Bemühungen:







      so dass ich mir nun ein Fazit erlaube:

      Peter_H hatte seinerzeit empfohlen, mir als Einstiegsmodell in den kartonalen Segelschiffsbau die WAK Reihe kleiner, aber feiner Segelschiffe (Konstrukteur: T. Weremko) im Maßstab 1:100 anzusehen, wobei mir die Saettia (Schwierigkeitsstufe ´3´, überschaubare Zahl von Bauteilen, die Takelage mit nicht so vielen "Schnüren" usw.) am besten gefiel. Die Bauanleitung (polnisch / englisch) schien mir ausreichend und ich hoffte, anhand der beispielhaften Bauberichte von Peter_H (WAK Speedy, Allege d.A.) und weiterer Bauberichte (petcarli / Fritz, Bonden, Klabauterklaus usw.) mit dem Erstlings-Modell zurecht zu kommen. Geplante Bauzeit: 1/2 Jahr...

      Und nun ist das Modell nach 1 Jahr fertig. Zuerst: das Modell ist GUT durchkonstruiert, farblich absolut stimmig und sehr sauber auf gut zu verarbeitendem Karton gedruckt. Absolut sein Geld wert. Probleme mit der Beplankung sind ausschließlich meiner Unerfahrenheit geschuldet. Die Schwierigkeitsstufe ´3´: okay für erfahrene Segelschiff-Modellbauer, für mich wäre eher die ´5´ passend gewesen. Zur überschaubaren Zahl von Teilen: Ich empfand das Modell als sehr arbeitsaufwändig. Namentlich die einzeln auszuschneidenden und aufzuklebenden Decksplanken (1:100...) stellten eine Geduldsprobe dar.

      Anders als bei der 1:250´er Wasserlinie waren statische Probleme am Modell zu bedenken, z.B. die feste Verankerung der Masten, das Anbringen der Rüsten an der Bordwand usw., die Zug- und Gegenzug der Takelage aushalten müssen. Dazu gehörte das Testen verschiedenster Kleber - usw. Zur Takelage: War der Rumpf schon so etwas wie "der andere Kartonmodellbau", so hatten Masten (aus Holz) und Takelage kaum noch etwas mit Kartonmodellbau zu tun. Ich hatte ehrlich meine Mühe.

      Der Laser-Spantensatz machte den Einstieg etwas einfacher, ich musste aber nacharbeiten und den Einsatz von Sekundenkleber zur Härtung desselben habe ich früh bereut. Zur Bauanleitung: ~ für erfahrene Modellbauer auf jeden Fall ausreichend. An die Reihenfolge der Bauschritte habe ich mich NICHT gehalten. Und zum Segelplan: Er wurde mir mit zusätzlicher Fachliteratur verständlich und die "Schnüre" hielten sich wirklich in Grenzen.

      Zu den Segeln aus Transparentpapier bin ich aus Gründen der Arbeitsersparnis gekommen, aber ich empfinde sie selbst inzwischen wirklich passend für ein Segelschiff-Modell im Maßstab 1:100 (!) aus Karton. Vielleicht sind Segel aus Japanpapier o.ä. aber doch die bessere Lösung.

      Danke für die aufmunternden Kommentare und besonderen Dank an die Spezialisten, die mir mit Rat und Tat zur Seite standen. Ohne das Forum und ohne den "leichten Zwang" des fertig zu stellenden Bauberichts wäre die Saettia vielleicht frühzeitig "in die Tonne" gewandert. Ich werde der Sparte "Segelschiffe" in diesem Forum auf jeden Fall treu bleiben. Die SPRAY von J. Slocum reizt mich sehr. Aber im Maßstab 1:50 hat Transparentpapier nichts zu suchen, da sind Stoffsegel geboten...

      Mal sehen, erst mal eine (erzwungene, hoffentlich nicht so lange) Pause und danach vielleicht erst mal eine ganz andere Sparte des (Karton-) Modellbaus?? denk1

      Viele Grüße Heinrich

      Abschließend die Bitte an die Mod´s, den BB in die Rubrik "Fertige BB" zu verschieden.

      Ach so, Galeriebilder folgen auf jeden Fall noch, aber zu einem späteren Zeitpunkt.
    • New

      Hallo Heinrich,

      zunächst einmal einen Herzlichen Glückwunsch zu diesem schönen Modell, dass Du zwar in der doppelten Zeit als geplant gebaut hast, aber sehr schön zu seinem Ende gebracht hast. Es hat sehr vielen Spaß gemacht, Dich über diesen Baubericht zu begleiten und zu sehen, wie Du mehr und mehr besser mit den Teilen Klar kamst! So finde ich es schön, dass Du weiter in diesem Metier unterwegs sein wirst. Doch glaube nicht, dass es schnell leichter wird. Wenn ich so mein jetziges Projekt sehe, so schiebe ich zur Zeit einiges vor mir her, weil ich in der Problematik der Takelei bei diesem Schiff ganz schön viele Baustellen habe, die mir bisher fremd waren. Viel Hilfe bietet der Bogen dabei nicht.

      Doch nun auch von mir ein kleines Fazit: Du hast hier mit viel Akribie Dich dem Unbekannten gestellt und sehr sauber dieses Modell gebaut. Dabei hast Du Dich mit viel Akribie durchgekämpft und auch viele eigene Wege beschritten, die zuletzt mit der Entscheidung zu dem Transparentpapier geführt hat, auch wenn Dir von uns eher zu dem Japanpapier geraten wurde. Ich muß sagen, es hat sich gelohnt und Du hast mich sogar animiert, es damit auch einmal zu versuchen. So werde ich es voraussichtlich bei der Towarisczc probieren. Auch das Ausschneiden und Verarbeiten der einzelnen Planken war für ein Erstmodell in diesem Metier sicher nicht sehr leicht, aber Du hast es sehr schön gemeistert.

      Nun wünsche ich Dir für die vorweihnachtliche Zeit und natürlich auch über die Feiertage ein klein wenig Erholung und freu Dich an Deinem gelungenen Modell!

      Viele Grüße
      Fritz
    • New

      Hallo Heinrich,

      da hast Du Dir ein schönes Geburtstagsgeschenk bereitet daumen1 . Sehr schön ist Deine Genueserin geworden und lesenswert ist auch Dein Baubericht. Danke für den Bericht, die guten Fotos und das schöne Ergebnis welches Du mit und teilst. Dein Fazit zum Bogen und dem Bau wird manchem Nachbauer bestimmt eine große Hilfe sein.

      Alles Gute für die kommende Pause und hoffentlich bald wieder hier am virtuellen Basteltisch mit der SPRAY daumen1

      Klaus
    • New

      Hallo Heinrich

      Herzlichen Glückwunsch zur Fertigstellung! WieDu selber feststellen kannst, es hat sich gelohnt durchzubeissen.
      Meine Empfehlung als Einstieg Weremko'sche Modelle mit in die Auswahl zu nehmen bezog sich natürlich auch darauf, dass jemand schon eine gewisse Erfahrung im Kartonmodellbau im allgemeinen mitbringt. Dass Du es durchgezogen und damit wohl auch etwas Blut geleckt hast, zeigt mir, dass ich nicht ganz falsch lag. Ich hatte ja mit der Speedy auch gekämpft, insbesondere mangels Fachkenntnissen.

      Bei der Speedy war der Takelplan allerdings praktisch über alle Zweifel erhaben und das scheint allgemein bei den historischen Seglern eine grosse Ausnahme zu sein. Auch bei anderen Modellen von diesem Konstrukteur habe ich festgestellt, dass er selten so genau ist, wie bei der Speedy.

      Was Du hier aber gezeigt hast übersteigt bei weitem das, was man als "Anfänger-Modell" erwartet. Du hast mit viel Durhchaltewille, Akribie und Liebe zum Detail bewiesen, was man auch ohne grosse Fachkenntnisse aus einem WAK-Modell herausholen kann. Ich bin absolut Begeistert vom Endergebnis und freue mich sehr auf die Galeriebilder!

      Bei der Spray würde ich auch Stoffsegel nehmen und dabei auch die grelle Farbe der Papiersegel abschwächen.Ich bin gespannt auf den Baubericht. Insbesondere, da ich die Spray in der engeren Auswahl für die GS hatte happy 2

      Danke für den tollen und informativen Baubericht!

      Beste Grüsse
      Peter
      Meine grösste Angst: Dass ich irgendwann erwachsen werde... happy 2

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