Hanse-Kogge im Maßstab 1/72 - Shipyard-Lasercut

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    • Hanse-Kogge im Maßstab 1/72 - Shipyard-Lasercut

      Hallo zusammen,

      ich habe lange überlegt, ob ich an der diesjährigen Goldenen Schere teilnehmen soll, zum einen habe ich genug angefangene Baustellen, zum anderen hatte und habe ich die Befürchtung, dass ein anderer Kit mein Interesse findet und ich die Kogge erst einmal zur Seite lege. Andererseits kann mir die Goldene Schere dabei helfen, dieser Versuchung zu widerstehen.

      Grundlage des Bauberichts ist der Lasercut-Bausatz von Shipyard, den ich hier vorgestellt habe.



      Koggen und insbesondere das gefundene Original in Bremen interessieren mich schon seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, als ich die Gelegenheit hatte, das Original in seinem Konservierungsbad im DSM in Bremerhaven zu besichtigen. Besichtigen ist vielleicht etwas übertrieben - das Schiff war nur schemenhaft in der grünen Brühe zu erkennen, damit hatte es etwas geheimnisvolles, was meine Neugier geweckt und mich bis heute nicht mehr losgelassen hat. Mittlerweile habe ich das Original und diverse Nachbauten besichtigen und viele Fotos machen können, die mir beim Bau mit Sicherheit helfen werden.
      Ich habe in meiner Sammlung auch die Planmappe von Werner Lahn, die alle Rekonstruktionszeichnungen im großen Maßstab ernthält - es war immer mein Traum, das Schiff im Maßstab 1/20 oder 1/25 nach zu bauen - nun werde ich ihn mir zumindest im kleinen Maßstab erfüllen können.
      Das Modell möchte ich später zusammen mit dem Hafenkran, Stade in einem kleinen Diorama darstellen. Die Idee dazu habe ich von einem Dio, dass @KlabauterKlaus im Maßstab 1/250 gebaut hat. Dazu später an anderer Stelle mehr. In diesem Baubericht soll es -gemäß den Regeln der Goldenen Schere- allein um den Bau der kleinen Kogge gehen.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Gnost wrote:

      Mich haben die Wettbewerbe oder Ausstellungstermine immer recht gut motviert bei der Sache zu bleiben und nicht ins zigste Nebenhermodell abzudriften.
      Ach....vielleicht sollte ich auch mal bei einem Wettbewerb mitmachen happy1

      Tschuldigung für die kleine Abschweifung, Christian verlegen2

      LG
      Peter
      Denken ist wie googeln, nur krasser denk1

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
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      Meine versemmelten Werke
    • Hallo Christian, oha, das ist interessant für mich. Gleich aus mehrfachen Gründen: etwas Know-how abgucken beim Bau des neuen Laser-Bausatzes und deine farbliche Gestaltung, noch mehr die von dir später geplante Kombi als Diorama mit dem Hafenkran in Stade. Wirklich ambitioniert – ich wünsche gutes Gelingen. VG Heinrich
    • @Heros Auch Dir herzlichen Dank

      Das Vorbild:

      Kogge und Hanse sind zwei Begriffe, die untrennbar miteinander verbunden sind. Ohne leistungsfähige Schiffe wäre ein ausgedehnter Seehandel nicht möglich und die Hanse hätte sich nicht zur marktbeherrschenden Wirtschaftsmacht Nord- und Westeuropas entwickeln können.

      Bis zum Fund der Bremer Kogge 1962 beschränkten sich die Quellen über diesen bedeutendsten Schiffstyp des Mittelalters auf die Siegelbilder jener Zeit.


      Nachbildungen von Koggesiegeln, fotografiert im DSM 2017

      Über den Ursprung der Kogge weiß man wenig. Das Aussehen des Schiffstyps wird in erster Linie durch die fast geraden Steven und den hochbordigen, klinkerbeplankten Rumpf bestimmt. Der mächtige Mast führte ein rechteckiges Segel, welches durch zwei Schote bedient wurde. Eine bedeutende Neuerung im Schiffsbau Nordeuropas war die Einführung des Heckruders, welches erstmalig um 1188 nachgewiesen wurde. Zum Schutz vor Angriffen wurden zunächst am Heck, später auch am Bug Kastelle errichtet.

      Das Modell

      Der Bau des Modells beginnt unspektakulär mit dem Kielbrett. Im Bereich des Kiels wurde die Kielplatte durch Ankleben weiterer Teile verstärkt. Die Kanten wurden mit Sekundenkleber gehärtet.

      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Moin Christian,
      als "Umland Lübecker" interessiert mich Dein Baubericht sehr.
      Auch finde ich Deinen geschichtlichen Abriss anschaulich.
      Bei uns ist und war die frühe Handelsschifffahrt immer ein Thema.
      Leider ist davon auch viel Halbwissen im Umlauf,deshalb werde ich Deinen Bericht mit Freude begleiten.
      Einen Gruß von der Waterkant ,aus dem schönen Schleswig Holstein,
      Thomas
    • Hallo zusammen,

      vielen Dank Thomas und Fritz für Eure Anmerkungen, Classic, Janmaat und Hardy für die Likes sowie allen anderen Lesern für das Interesse.

      Noch eine Ergänzung zum letzten Beitrag.:
      Das linke Siegel zeigt das dritte Siegel von Stralsund ("Sigillum civitatis stralesvndis")
      Das rechte Siegel zeigt das große Siegel von Danzig ("Sigillum burgensium in dantzike")

      Quelle: Herbert Ewe - Schiffe auf Siegeln, Verlag Delius Klasing und Co, Bielefeld, Berlin 1972

      Da das Modell an meinem Zweitwohnsitz in Holland gebaut wird, ich aber über die Weihnachtsfeiertage zu Hause in Deutschland bin, geht es jetzt erst Neujahr weiter.

      Ich wünsche Euch allen erholsame und friedliche Weihnachtsfeiertage.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Moin Christian

      Für Dein Vorhaben hier, auch von meiner Seite viel Erfolg und Freude beim Bau der Hanse Kogge!
      Ist diese Schiffsklasse doch hier mit meiner Heimat, mehr als geschichtlich verbunden!
      Werde sehr gerne hier Deinen Bb mit Interesse verfolgen! freu 2
      Als das Wrack der Hansekogge (die heute im DSM Bremerhaven zu sehen ist) früher im Schlick der Weser gefunden wurde, war ich noch Jugendlicher in Bremerhaven.
      Das ganze Geschehen, hatte mich als Jugendlicher damals richtig gepackt! daumen1
      Gruss
      Holger


      Kartonmodellbau....
      am besten vom frühen Morgen, bis zum Abend....,
      für mich reinster Genuss und erlabend ! freu1
    • @Cux-Holger auch Dir herzlichen Dank

      Das Vorbild :

      Am 9. Oktober 1962 wurde beim Ausbaggern eines Hafenbeckens ein hölzernes Wrack freigelegt. Von diesem Wrack waren nur Teile der Backbordwand und des Hecks zu sehen. Bei der nächsten Ebbe wurden weitere Teile des Wracks freigespült.
      Der steil aufragende Steven und die geklinkerte Bauweise wiesen starke Ähnlichkeiten mit den mittelalterlichen Abbildungen der Koggesigel auf.
      Der damalige Leiter der Abteilung Mittelalter und Schifffahrt des Bremer Focke-Museums, Dr. Fliedner, identifizierte das Wrack als Kogge.


      Heck der Bremer Kogge (fotografiert 2005 im DSM)


      Das Modell:

      Weiter geht es mit dem Bau des Spantgerüsts. Das Spantgerüst lässt sich problemlos zusammenbauen. Leichte Nacharbeiten sind nur am Bug erforderlich.
      Bei der horizontalen Aussteifung halte ich es für sinnvoller, nicht die gesamte Länge des Bauteils mit dem Kielbrett zusammen zu leimen, sondern nur die im Bild markierten Stellen.



      Auf diese weise können die vertikalen Aussteifungen später leichter eingebaut werden. Diese definieren die Höhe des unteren Decks. Anschließend wird leicht verdünnter Weißleim auf die Fugen mit einem Pinsel aufgetragen.



      Abschließend wurden die kurzen Spanten am Bug und Heck eingebaut.



      Im nächsten Jahr kommt dann endlich Farbe ins Spiel.

      Euch allen einen guten Rutsch und ein gesundes 2019.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Moin Christian

      Da hast Du aber in Bremerhaven ein kaputtes Schiff fotografiert...!!? oh1 happy1 happy1

      Das von Dir erarbeitete Spantenwerk, Deines Koggemodells, ist beindruckend! klasse1
      Sehr schöne, saubere Modellbauarbeit !

      Freue mich schon auf Deine nächsten Bauabschnitte !

      Einen guten Rutsch auch Dir, ins 2019 ! daumen1
      Gruss
      Holger


      Kartonmodellbau....
      am besten vom frühen Morgen, bis zum Abend....,
      für mich reinster Genuss und erlabend ! freu1
    • Hallo Christian,

      danke für die Bilder der Kogge aus dem DSM. Erstaunlich wie viel doch noch nach so vielen Jahren erhalten ist.

      Und eine Ähnlichkeit mit dem Aufbau Deiner Kogge ist nicht von der Hand zu weisen. Ich würde sagen das Du hier nicht nur einen schönen Baubericht ablieferst, sondern sogar einen Bildungsbaubericht. daumen1

      Einen schönen Gruß und guten Rutsch,
      Stephan
    • Hallo zusammen,

      ich hatte nicht erwartet, dass so viele User über den Jahreswechsel hier vorbei schauen.

      @Holger:
      Kaputtes Schiff ... warte mal ab bis ich im späteren Verlauf des Berichts, Bilder zeige, die ich 2017 aufgenommen habe. Ich glaube, dass die ursprüngliche Präsentation -so gelungen und elegant ich sie auch gefunden habe- für das Wrack nicht ideal war.

      @Stephan
      Freut mich, dass Dir die Idee für diesen Baubericht gefällt, Fakten zum Original mit dem Baubericht zu kombinieren. Da ich reichlich Informationen gesammelt habe, kann ich noch eineige Fortsetzungen anbieten.

      @Gerd
      Auch dir herzlichen Dank

      Vielen Dank auch an Bonden, Holger, Hardy und Classic für die Likes.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • AnobiumPunctatum wrote:

      @Holger:
      Kaputtes Schiff ... warte mal ab bis ich im späteren Verlauf des Berichts, Bilder zeige, die ich 2017 aufgenommen habe. Ich glaube, dass die ursprüngliche Präsentation -so gelungen und elegant ich sie auch gefunden habe- für das Wrack nicht ideal war.
      Moin Christian...

      Ja, ich weiß........
      Das Spantenskelett, was jaaaaaahrelang in einem extra Bassin mit flüssiger Antifäulnissubstanz getränkt wurde, konnte noch immer nicht die normale Umgebungsluft vertragen.
      Daher wurde ein extra Haltegerüst in das Spantengerüst eingearbeitet, mit Unterstützung von Seilzügen von der Decke.

      Ich hatte jeden Arbeitsschritt an der Kogge intensiv verfolgen können, auch als Fördermitglied des DSM Bremerhaven.
      Und die Arbeiten sind wohl immer noch nicht beendet an der Original Hansekogge.
      Ich, hier in Cuxhaven, wohne nur ca. 45 km von dem DSM Bremerhaven entfernt, da bin ich öfters mal in meiner Geburtsstadt und schaue häufig dabei im DSM nach Kogge und Co.! daumen1

      Auch weil im DSM die grosse Schiffsglocke des Schiffes zu sehen ist, auf der ich als Jugendlicher jahrelang selbst gefahren bin, der TS BREMEN.

      Leider ist das DSM, zur Zeit, länger geschlossen, wegen grosser Umbauarbeiten.
      Gruss
      Holger


      Kartonmodellbau....
      am besten vom frühen Morgen, bis zum Abend....,
      für mich reinster Genuss und erlabend ! freu1
    • Hallo Holger,

      wenn Du noch Infos zur Kogge hast, bin ich ein dankbarer Abnehmer. Die Behandlung des Wracks ist Thema des nächsten Teils. Im Becken habe ich das Wrack zum ersten Mal gesehen.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • AnobiumPunctatum wrote:

      wenn Du noch Infos zur Kogge hast, bin ich ein dankbarer Abnehmer.
      Oooh Christian...

      3,5 Wochen zu spät.... heul1
      Hatte Anfang Dezember "gross aufgeräumt und meine vielen Museumsmitglieder Zeitschriften, nach jaaaahrelangen sammeln.......... entsorgt! stirn1

      Da waren in einigen Heften Reportagen unter, auch zum Fund der Kogge in den 60er Jahren in der Weser, wie auch die einzelnen Restaurierungsarbeiten.
      Aber damit ist Dir jetzt nicht mehr geholfen....

      Die Hefte musste ich leider nach etlichen Jahren entsorgen, denn bei über 1000 Bücher und Vitrinen und Fachbüchern/Bänden, wurde es sehr in meinen 55 Quadratmetern eng..... happy 2
      und im Dezember begann bei mir eine Aussortier-Wegwerf-Platzgewinnungs-Aktion....
      Gruss
      Holger


      Kartonmodellbau....
      am besten vom frühen Morgen, bis zum Abend....,
      für mich reinster Genuss und erlabend ! freu1
    • Das Vorbild:

      Nach der Bergung des Wracks dauerte es noch bis 1979, bis das Schiff im DSM vollständig rekonstruiert war. Die Arbeiten waren für die beteiligten Mitarbeiter äußerst mühsam und aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit von 97 % auch ungesund.Da die Zellstruktur des Holzes der Kogge durch die lange Zeit in seinem feuchten Grab stak geschwächt war, musste beim Trocknen das Wasser in den Zellen durch einen flüssigen Kunststoff ersetzt werden. Zu diesem Zweck wurde um die Kogge ein großes Becken gebaut und das Schiff erneut unter „Wasser“ gesetzt. In diesem Zustand habe ich -wie schon geschrieben die Kogge zum ersten Mal gesehen.


      mittlerer Bereich der Bremer Kogge (fotografiert 2005 im DSM)

      Das Modell:

      Als nächstes musste ein Teil des Laderaums, der durch eine kleine Luke vor dem Mast einsehbar ist nachgebaut werden. Hierzu wurden zunächst alle Bauteile zusammengebaut und probehalber eingesetzt; alle Bauteile passten perfekt - eigentlich schon zu perfekt. Die Trennwand ist im oberen rechten Bild des Wracks zu sehen.



      Als nächstes wurden die Papierteile durch Holz ersetz ... wollte eigentlich schreiben, bemalt. Meine bisherige Technik mit Ölfarben auf einer Acrylgrundierung habe ich hier zum ersten Mal durch eine Bemalung ausschlißlich mit Acrylfarben ersetzt, da ich beim Hafenkran nach dem Trocknen dunkle Flecke hatte, die mir nicht gefielen. Die kleinen Nagelköpfe wurde mit einem 5/0 Pinsel eisenfarig hervorgehoben. Anschließen wurde der "Frachtraum" eingebaut.



      Nach dem Testbau mit den unlackierten Balken hatte ich schon befürchtet, dass die lackierten Balken nicht mehr in die vorgesehenen Aussparungen passen. Die Lackierung trägt, wenn auch nur wenige 1/100mm auf, aber das reicht schon. Ich habe die Aussparungen mit 600er Schmigelpapier vorsichtig aufegfeilt. Bei diesem Arbeitsgang war ich wirklich froh, alle Spanten mit Sekundenkleber gehärtet zu haben.

      Nach Einkleben der Balken war der Bauabschnitt abgeschlossen.



      Wenn jemand Interesse an einer detaillierteren BEschreibung zu Bemalung hat, sagt Bescheid. Dann bereite ich etwas während der Bemalung der Beplankung vor.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Hallo Christian,

      sehr schöne Ausführung und die B emalung sieht hervorragend aus! klasse1


      AnobiumPunctatum wrote:

      Wenn jemand Interesse an einer detaillierteren BEschreibung zu Bemalung hat, sagt Bescheid. Dann bereite ich etwas während der Bemalung der Beplankung vor.
      Auch ich wäre an der ausführlichen Mitteilung der Bemalung sehr interessier, da ich leider keinerlei "künstlerische Ader" hab! Du schriebst ja, dass Du diesmal nur Acryl-Farben benutzt hast!

      Viele Grüße
      Fritz
    • Hallo zusammen,

      Holger, Fritz, Heinrich,
      herzlichen Dank für Eure positiven Kommentare. Ich werde bei den nächsten "Holzarbeiten", Fotos machen und meine Vorgehensweise beschreiben.

      Holger, Blackbox, Thomas, Automatix, Heinrich, Hardy
      vielen Dank für Eure Likes
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • AnobiumPunctatum wrote:

      Ich werde bei den nächsten "Holzarbeiten", Fotos machen und meine Vorgehensweise beschreiben.
      Moin Christian

      Das wäre auch für mich sehr interessant mal zu verfolgen, wie Du da arbeitest !
      Auch weil ich die Original Kogge seit meiner Jugend gut kenne,
      ist mir dieses Modell eine Freude ! happy 2
      Gruss
      Holger


      Kartonmodellbau....
      am besten vom frühen Morgen, bis zum Abend....,
      für mich reinster Genuss und erlabend ! freu1
    • Das Vorbild:

      2005 hatte ich endlich die Gelegenheit die Kogge im DSM zu besichtigen. Besonders beeindruckt hat mich die elegeante Form des Schiffs, die durch die Art der Präsentation hervorgehoben wurde. Keine Stützkonstruktion beeinträchtige die Sicht auf den Rumpf.
      Wie sich in der Zwischenzeit gezeigt hat, neigte der Rumpf durch die fehlenden Spanten zur Verformung. Die Aufhängung an Stahlseilen konnte den Rumpf nicht ausreichend stablisieren.



      Das Modell:

      Nach dem Einbau des Decks folgte die erste Beplankung. Da ich das Spantgerüst vor Aufbringen noch straken wollte, bin ich von der von Shipyard vorgesehen Baureihenfolge abgewichen.
      Zunächst wurden die Decksunterlagen eingeklebt:



      Um eine ausreichend Stabilität für das Schleifen zu erhalten, habe ich die Spanten an den Verbindungsstellen der Decks verstärkt. Ebenfalls wurden die Spanten am Übergang der Unterbeplankung verstärkt und anschließend in Form geschliffen.



      Um das Mittelstück zu formen habe, ich den Karton über verschiedene Rundungen vorgebogen und zwei Nächte mit Stecknadeln am Rumpf befestigt. Dank der Vorebereitung ließ sich das Bauteil späte problemlos verkleben.



      Anschließend wurden die kleinen Teile der Unterbeplankung am Bug und Heck angeklebt. Schmale Kartonstreifen, die die Sponung für die endgültige Beplankung darstellen, schließen die Unterbeplankung ab.





      Bisher passen die Bauteile ganz ausgzeichnet zusammen. Ich hoffe, dass die Passgenauigkeit auch bei der Beplankung gegeben ist. Aber zuvor müssen die Planken bemalt werden.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Guten Morgen Christian,

      eine interessante Baustelle hast Du hier. Koggen sind sehr spannende und unerwartet komplexe Schiffe.

      AnobiumPunctatum wrote:

      (...)

      Als nächstes musste ein Teil des Laderaums, der durch eine kleine Luke vor dem Mast einsehbar ist nachgebaut werden. Hierzu wurden zunächst alle Bauteile zusammengebaut und probehalber eingesetzt; alle Bauteile passten perfekt - eigentlich schon zu perfekt. Die Trennwand ist im oberen rechten Bild des Wracks zu sehen.

      (...)
      Ich habe Deinen bisherigen Bericht mit Interesse gelesen. Das ist sehr ausführlich was Du schreibst. Ich mag die Vermittlung von Hintergrundwissen in Bauberichten! daumen1

      Bei der Kogge war der Laderaum ungewöhnlicherweise über die herausnehmbaren Decksplanken zu erreichen. Die Experten streiten sich, ob die Planken einzeln herausnehmbar waren oder ob sie vielleicht zu kleinen Lukendeckel gebündelt montiert wurden. Die Tatsache der Herausnehmbarkeit erklärt die eigenartige Verlegung der Decksplanken in Schiffsquerrichtung. Was ich bisher gelesen und gehört habe, sagt aus, dass die Funktion der kleinen, aufgesetzten- und zum Mast hin ansteigenden Decksöffnung ungeklärt ist.

      Ich will den Punkt mit den Decksplanken nur schnell erwähnen, um noch früh genug die Möglichkeit eines teilweise geöffneten Decks zu geben. Vielleicht macht das Dein Modell lebendiger und interessanter? In meinem kleinen Diorama auf der Ak-Seite habe ich es jedenfalls so gemacht. Bei einem Schiff in Fahrt sind die offenen Decks natürlich quatsch. Ich habe es lediglich gemacht um eben die Funktion der kurzen Decksplanken zu zeigen.

      Viele Grüße,

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • @Peter_H

      vielen Dank.

      @KlabauterKlaus

      Danke Klaus. Über die Möglichkeit habe ich schon nachgedacht, ich weiß nur noch nicht, wie ich es umsetzen kann, da ich die Kogge unter Segeln zeigen möchte. So richtig passen die Seitenwände des Lagerraums auch nicht ins Konzept, da diese beim Vorbild nicht vorhanden waren. Vielleicht lasse ich -nach Beendigung der Goldenen Schere einige Matrosen, die letzten Bretter schließen. Bei dieser Idee muss ich dann irgendeine Beladung haben, die ich jetzt auch noch nicht einbauen kann.

      Kommt Zeit, kommt Rat. Ich werde erst einmal das Modell weiter bauen und die Entscheidung noch etwas verschieben.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Das Vorbild:

      Wann die Verformung des Rumpfes so groß war, dass Gegenmaßnahmen eingeleitet wurden, weiß ich nicht. Als ich 2012 für einige Monate in Bremerhaven gearbeitet habe, war das Schiff nicht zugänglich.

      2017 habe ich das Schiff zum bisher letzten Mal im DSM besucht. Der Rumpf wird durch ein stabiles Stahlgerüst gestützt. Anhand der Meßmarken am Rumpf erkennt man, dass das Schiff immer noch 3D vermessen wird, um die Verformung - oder Beseitigung des selben- zu kontrollieren.




      Das Modell

      Wie versprochen stelle ich Euch meine Vorgehensweise bei der Bemalung vor. Ich nutze für die Holzdarstellung Valljeo Model AIr Fund Schmickekefarben; dür die Nägel Revell Eisen und schwarz. Für die ersten Arbeiten nutze ich meine Airbrush. Damit kann ich eine dünnere Farbschicht als mit dem Pinsel erzielen - ähnlich Ergebnisse lassen sich auch mit dem Pinsel erzielen.

      Shipyard verwendet zwei verschiendene Kartonsorten, die leicht unterschiedliche Eigenschaften haben. Um diese anzugleichen und das "Aufsaugen" der Farben zu minimieren grundiere ich die Bauteile mit der Airbrush. Anschließend werden alle Teile mit einer Mischung aus sandgrau und weiß im Verhältnis 1:1 lackiert.



      Als nächstes werden einzelne Planken hervorgeben. Beim Deck hatte ich eine abgedunkelte Grundfarbe, hier ein aufgehellte verwendet. Als nächstes wird die Holzmaserung mit stark verdünnter Farbe und einem Flachpinsel aufgetragen. Hierzu muss mit einem kleinen Pinsel ein kleiner Tropfen Farbe auf die Planke gegeben und danach mit dem Flachpinsel verteilt. Hierbei ist es hilfreich Bilder von Brettern mit einer intensiven Maserung zu betrachten.



      Als letztes wird die Endfarbe (hier Umbra gebrannt) aufgemalt. Da ich die Beplankung des Rumpfes dunkler als die Decks haben möchte, habe ich mehrere hauchdünne Schichten Farbe aufgetragen. Hierbei ging leider ein Teil der vorbereiteten Effekte verloren und ich habe diese noch einmal nachgearbeitet.



      Morgen werden noch die Nagelköpfe mit einer Mischung aus Revell eisen und schwarz imitiert. Hierzu verwende ich einen Zahnstocher.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Hallo Christian,

      ich schließe mich der Masse der Bewunderer an.
      Wirklich toll.
      Frage: Bei den Spantenverstärkungen hast Du welches Material verbaut?
      Und was ist das für eine gelbliche Farbe/Masse auf den Spanten?
      Ich meine die Farbe auf den dicken Spanten, die anschließend von der Verkleidung/Außenhaut verdeckt wird.

      Beste Grüße aus dem sonnigen Andalusien
      Wolfgang
    • Hallo Christian

      DAs einfärben der LC-Teile ist wohl noch eine Wissenschaft für sich! Danke für die Schritt-für-Schritt-Erklärung! Das ist ein sehr schöner und authentischer Effekt, finde ich!

      Freundliche Grüsse
      Peter
      Denken ist wie googeln, nur krasser denk1

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      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • Buenos dias Wolfgang,

      ich weiß nicht genau, was Du mit "gelblicher Farbe" meinst. Die Verfärbung im Karton kommt durch das Härten der Kanten der Finnpappe mit Sekundenkleber. Zum Verkleben habe ich Kittfix-Alleskleber verwendet. Evtl. gibt es da einige Bereiche in denen der Kleber beim Anpressen herausgequollen ist.

      Die Spantverstärkungen bestehen aus dem gleichen Karton wie die Spanten. Ich habe einfach die Reste des Bogens verwendet.
      tschö1 Christian

      "Behandle jedes Bauteil, als ob es ein eigenes Modell ist; auf diese Weise wirst Du mehr Modelle an einem Tag als andere in ihrem Leben fertig stellen."
    • Ja, buenos dias Christian,

      vielen Dank für die Antwort.
      Genau,, die Verfärbung meinte ich.
      Nächste Frage: Was ist denn Finnpappe?
      Und wieviel Lagen des Kartons hast Du zusammen gepreßt?
      Vielen Dank für den Tipp: Kittfix - Alleskleber.

      BG Wolfgang