Kleiner Kreuzer Dresden / HMV / 1:250

    • Kleiner Kreuzer Dresden / HMV / 1:250

      Hallo Kartonverbiegergemeinde,

      das 155. Modell, welches seit meinem Wiedereinstieg in den Kartonmodellbau im Jahre 2005 meine Werft verließ, war die SMS „Dresden“, ein Modell gebaut aus dem HMV-Kombi-Bogen „Emden/Dresden“. Und es war wohl das Modell, das mich bisher am meisten genervt hat – zum ersten Mal in meiner Kartonmodellbaukarriere war ich kurz davor, das ganze Ding in die Tonne zu treten. Gewürgt habe ich an diesem Modell von 11.07. – 18.10.2018; verbaut wurden 1217 Teile, davon 229 nicht vom Bogen.

      Römischer Militärschriftsteller Flavius Vegetius Renatus (um 400 n. Chr.) im Vorwort zu Buch III seines De re militari:
      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Grund für den Baufrust waren nicht Passungenauigkeiten oder mangelnde Detaillierung – es war allein die völlig unzureichende „Bauanleitung“. Sie mag noch einigermaßen für die „Emden“ ausreichen, aber die „Dresden“ wird hier absolut stiefmütterlich behandelt.

      Ich habe oft lange verzweifelt gesucht, wo das betreffende Teil hin soll oder wie das Zeug zusammengebaut werden soll – und habe dann ebenso oft genug einfach das Teil weg gelassen.

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Gefühlte 10-15 % der Bauteile habe ich dann nach Fertigstellung des Modells unverbaut in den Papiermüll geworfen, was sonst bei mir nur mit Teilen geschieht, die zu winzig sind, um von einen Normalsichtigen ohne siganesische Feinmotorik-Fähigkeiten noch verbaut werden zu können.

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Es gab auch einige Fehler – der krasseste ist wohl das Minenschienenzeugs, mit dem die „Dresden“ durch den Konstrukteur versehen wurde und das nach einer Info von Klabauter-Klaus wohl eher für die „Dresden II“ passen sollte. Leider bekam ich die Info etwas zu spät, sodass das Deck schon ver- und zugebaut war.

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Auch das, was der Herr Konstrukteur als Takelage so vorschlägt, konnte ich in keiner meiner Quellen finden. Ansonsten wäre das Modell eigentlich sehr schön und im Großen und Ganzen (mit kleinen Fehlern) passgenau konstruiert; aber auf Grund der „Bauanleitung“ kam bei mir, als ich den Rumpf dicht hatte, kein Bastelspaß mehr auf.

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Nun gut – hier sind die Bilder zu dem Modell. Und hier erhebe ich auch keinerlei Anspruch auf historische Genauigkeit – sind mir doch auf Grund des Zorns über nicht vorhandene Bauinformationen auch selbst Fehler passiert: Beispielsweise habe ich die Schornsteine 2 und 3 versehentlich vertauscht – so hat jetzt im Gegensatz zum großen Vorbild der Schornstein 3 Dampfrohre, die eigentlich an Nummer 2 gehört hätten.

      Als ich das gemerkt habe, war natürlich der Kleber auch schon fest, sodass dies ohne größere Kollateralschäden – z.B. waren die Fußpferde auch schon angebracht - nicht mehr zu korrigieren war.

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Und bei der Takelage hatte ich 4 Versionen zur „Auswahl“: die von der „Bauanleitung“ (ich denke, dass diese mit Sicherheit nicht stimmt), 2 Fotos der „Dresden“ und ihrer Takelage (immer vorausgesetzt, dass die Bildunterschriften stimmen) mit unterschiedlicher Mastgestaltung (einmal sind die obersten Rahen waagrecht, einmal streben sie im leichten Winkel nach oben - vermutlich wurde das mal im Laufe der Jahre umgebaut).

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Und die vierte Version der Takelage zeigt ein Gemälde der „Dresden“, das bei mir daheim an der Wand hängt – an dieser habe ich mich einigermaßen orientiert; wobei man einige Strippen weg lassen muss, weil die einfach nicht vernünftig einzubauen sind.

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Zur Geschichte der „Dresden“ will ich nicht viel sagen – sie kann in Wiki nachgelesen werden. Da ich den oben erwähnten Kombi-Bogen „Dresden/Emden“ hatte, fragt sich vielleicht der geneigte Leser, weshalb ich nicht die doch weit bekanntere „Emden“ für den Bau gewählt hatte (das hätte mir wohl auch eine Menge Frust erspart, weil die Bauanleitung für die „Emden“-Version offenbar detaillierter ist – aber das wusste ich damals noch nicht).

      Nun, der Grund lag in der großen Reise der Nibelungen rund um Süd-Amerika, während der wir auch da unterwegs waren, wo sich die „Dresden“ nach dem Ende von Spees Ostasien-Geschwader vor den englischen Verfolgern eine Zeit lang versteckt hielt – nämlich in dem Insel- und Fjord-Gewirr südlich der Magellan-Straße. Dort hatten wir auch 2 der Fjord-Verstecke der „Dresden“ mit der „Albatros“ passiert – leider des Nachts, sodass ich keine Fotos schießen konnte.

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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Fazit:
      Dieses Modell würde ich auf Grund der geschilderten Probleme mit der absolut unzulänglichen Bauanleitung definitiv nicht noch mal bauen, wenn auch die Konstruktion des Bogens – bis auf den oben erwähnten „Klops“ mit den Minenschienen - als solche brauchbar ist. Aber um eine Konstruktion resp. einen Konstrukteur (wie er auch immer heißen mag) insgesamt als „sehr gut“ zu bezeichnen, da gehört für mich persönlich eben auch dazu, dass er in der Lage ist, eine vollständige und stimmige Bauanleitung abzuliefern.

      Für mich selbst habe ich definitiv beschlossen, wenn ich denn jemals noch das Schwesterschiff, die „Emden“, bauen sollte (was eher unwahrscheinlich ist, denn da liegen noch andere Kleine Kreuzer im Stapel), dann auf das Modell von JSC zurückzugreifen, das in der Version des Kombibogens „Emden/Panther“ ja als Überrest meines „Panther“-Baues ohnehin bereits vorhanden ist.

      Mag es auch deutlich weniger detailliert sein – nach den Erfahrungen mit der JSC-„Panther“ gehe ich aber davon aus, dass mir dann auch die „Emden“ samt Bauanleitung von diesem Verlag keine größeren Frust-Probleme oder weitere graue Haare (habe ich ohnehin schon genug) bis hin zur Überlegung eines Bauabbruchs bereiten sollte….



      Servus
      hvt
      Römischer Militärschriftsteller Flavius Vegetius Renatus (um 400 n. Chr.) im Vorwort zu Buch III seines De re militari:
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    • Hallo Hagen,

      trotz der beschriebenen Problemen ist es doch ein ansehnliches Modell geworden.
      Alleine die viele Teile die nicht im Bogen waren hast du auch noch eingebaut.

      klasse1

      Wen der Bastelspaß nicht aufkommt, ist es natürlich schwer. Spätestens dann würde ich - glaube ich - abbrechen.
      Du hast durchgehalten: tolle Leistung.

      Hagen von Tronje schrieb:


      das 155. Modell, welches seit meinem Wiedereinstieg in den Kartonmodellbau im Jahre 2005 meine Werft verließ,
      Das ist ja eine Riesenflotte....Whow.


      Grüße

      Jürgen
      Servus aus der Oberpfalz

      "Bass'd scho" (Lokale philosophische Grundregel)
    • Neu

      Vielen Dank, Jürgen!

      Juergen schrieb:

      Du hast durchgehalten:
      Na ja, bin ja auch ein Waldler - die geben nicht so schnell auf... grins 2

      Was die 155 Modelle betrifft - das mit der "Riesenflotte" ist da natürlich relativ.das Darunter sind nicht nur größere Schiffe; sondern auch Flugzeuge in 1:50, einige Panzer in 1:72 und 1:250 sowie eine Reihe von kleinen Vorbildern wie z.B. die Penichettes usw.

      Servus
      hvt
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      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


    • Neu

      Hallo Hagen,
      Habe Deine Berichte intensiv gelesen, da ich schon den Traum habe die „Emden“ zu bauen.
      Bis dato hatte ich aber einen großen Respekt vor dem Bogen. Und aus Deinem Bericht sehe ich, ich hatte recht.
      Herzlichen Dank für die Darstellung - ich weiß nun, ich muß erst noch weiter üben, bevor ich solch einen Bogen anschneiden kann.
      Liebe Grüße
      Jörg
    • Neu

      moin1 Hagen von Tronje,

      Uhhh, Du hast schon so viele mit Kinken und Macken versehene Modellbogen gemeistert. Ich kann mich nicht erinnern, von solche einer Qual, wie Du es beim Bau der HMV DRESDEN beschreibst, von Dir gelesen zu haben. Das Modell ist Dir aber mal wieder sehr gut gelungen. Von Schwierigkeiten sieht man dem Endergebnis zumindest nichts an.

      Die Minenschienen... allein die Vorstellung eine scharfe, tonnenschwere Mine durch eine Seitenpforte bei fahrendem Schiff abzukippen ist einer Selbstversenkung gleichzusetzten. Die erhaltenen Originalzeichnungen sind im Freiburger Archiv zusammen mit denen von SMS DRESDEN II abgelegt. Dort gibt eine Zeichnung für eine Minenabwurfanlage (die beim Nachfolgeschiff auf dem durchgehenden Oberdeck lag).

      Ich habe das Modell ja auch mal gebaut. Das allerdings skaliert auf 1:350. Ich habe damals viel quergeguckt und Fachleute und Foren bemüht. Die Bauanleitung für die DRESDEN ist etwas stiefmütterlich, das stimmt schon. Dennoch denke ich mit Freude an den Modellbau. Vielleicht auch deshalb, weil ich mich dann doch irgendwann von Bogen gelöst habe und nach eigenen Recherchen gearbeitet habe.

      Klar, die EMDEN hat eine irre Geschichte. Persönlich finde ich die DRESDEN-Story aber viel spannender: Aufklärungsdienst in der Ostsee, Bürgerkrieg im Mexiko, Kreuzerkrieg im Südatlantik, Dreimal um Kap Hoorn gefahren, zwei mörderische Seeschlachten überlebt, monatelang in den Fjorden Feuerlands versteckt gehalten, wider des Völkerrechts in neutralen Gewässern versenkt worden, eine Besatzung die ein Leben als Bauern in Chile beginnt, einer dem die Flucht gelingt und der später Hitlers Geheimdienstchef wird und als Widerstandskämpfer hingerichtet wird... Und ein Wrack welches immer noch vor der Isla mas a tierra liegt: Was für eine Geschichte!

      Klaus
      »Das muss das Boot abkönnen!«




      Klaus baut kleine Schiffe:
    • Neu

      Servus finstrer Nibelung.

      Hätte nicht gedacht, daß bei einem Bogen, der von dir gebaut wird, sich eine derartige Frustration aufbauen kann.
      Aber das Ergebnis ist trotzdem sehr schön geworden.

      Ich bin ganz bei Klaus, wenn er schreibt, daß die Geschichte der Dresden um einiges interessanter ist als jene der Emden.

      Liebe Grüße

      Wiwo
      In Bau: K.u.k.Tegetthoffklasse, GPM, 1:200 1:250 und 1:400
      Und hier: Alle meine Modelle


      "Es gibt viel zu viele Lautsprecher und viel zuwenig Kopfhörer!"
      Fritz Grünbaum, 1934
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      Ich habe das Modell vor Jahren auch gebaut, aber die Emdenversion. Die Bauanleitung ist wirklich eine Katastrofe gewesen. Habe oftmals gruebeln muessen was wo hinkommt. Aber alle Teile wurden verbaut und alles hat seinen Platz gefunden. Hat jedenfalls viel Nerven gekostet. Vom Wahnsinn besessen habe ich dem Teil noch ein selbstkonstruiertes Unterwasserteil gespendet, sozusagen als Selbstgeisselung. Jetzt steht es hier seit Jahren als Staubfaenger rum. Aber stolz bin ich auf mein Schiffchen trotzdem. Mein Baubericht wird nach all den Jahren sicher nicht mehr im Forum zu finden sein.
      Gruss an alle von Rudy



    • Neu

      @MacDiveDoc
      Du solltest die "Emden" ruhig in Angriff nehmen, Jörg - den Kombibogen, den ich verbaut habe, gibt es meines Wissens so nicht mehr im Handel und bei dem Nachfolgebogen, der nur die "Emden" allein beinhaltet, sollten diese Probleme bei der Bauanleitung deutlich weniger krass sein, war doch schon die Bauanleitung für die "Emden" bei meinem Kombi-Bogen erheblich besser als für die "Dresden".
      Das Modell selbst ist ja gut konstruiert; nur der Rumpf erfordert etwas Erfahrung, aber das sollte auch für Dich machbar sein.
      Meine Entscheidung, die "Emden" von JSC zu bauen und nicht von HMV, wenn ich jemals an sie rangehen sollte, liegt auch vornehmlich in der Tatsache begründet, dass dieser Bogen ja schon vorhanden ist und ich nicht noch mal einen kaufen will (bin eben ein sparsamer Oberpfälzer grins 2 ).

      @KlabauterKlaus
      Vielen Dank für Deine positive Beurteilung meines Werks - die zählt für mich sehr viel. freu 2
      Das mit den seitlichen Minenabwurfstellen scheint aber gelegentlich immer wieder mal vorzukommen - ich habe das beim Blättern in meinen Unterlagen kürzlich bei einem deutschen Schiff gesehen, weiß aber nicht mehr, zu welcher Marine es gehörte (nur noch, dass es nicht kaiserlich war).

      Bei der Geschichte der "Dresden" stimme ich Dir zu - schon sehr abenteuerlich in der Gesamtheit, wenngleich die "Emden" sich hier ja auch nicht verstecken muss...

      @wiwo1961
      Vielen Dank, Wiwo, dass Dir mein Konstrukt gefällt!

      @Ingo
      Danke, Ingo, für Dein Lob und auch für Dein Like!

      Der Bau an sich ist nicht das Problem, da der Bogen bis auf die genannten Kinken gut konstriert ist - es ist eben die unzulängliche Bauanleitung. Entweder findet man irgendwo einen einigermaßen ausführlichen Baubericht oder man macht es wie Klaus und löst sich dann ganz von der Rätselei und baut ggf. nach anderen Quellen als nach der Bauanleitung - oder man lässt das Zeug weg, das man nicht zuordnen kann. Bei meinem Modell sind keine weißen Flecken übrig gewesen und es fällt beim Betrachten auch nicht auf, dass irgendwo was fehlt, wenn man nicht gerade mit dem Werftbauplan daneben steht...


      @Helmut
      Vielen Dank für Deine positive Beurteilung, Helmut, und für Deine Likes!
      Tja, da hast Du recht - gelegentlich sollte man mal nachschauen, ob es was zu dem Thema schon gibt... denk1

      @Rudy Lang
      Hallo Rudy, schön, wieder mal was von Dir zu hören! freu 2
      Vielen Dank für Deine Bilder - sie sieht mit dem Unterwasserschiff sehr gut aus, Deine "Dresden"! klasse1
      Dein Baubericht hätte mir sicher sehr geholfen...

      Servus
      hvt
      Römischer Militärschriftsteller Flavius Vegetius Renatus (um 400 n. Chr.) im Vorwort zu Buch III seines De re militari:
      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“


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      Moin Hagen.
      Dein Dresden-Modell hast prima fertiggestellt, trotz der von Dir beschriebenen Schwierigkeiten mit der Bauanleitung. Auch die Takelung (nicht nur bei diesem Modell) beeindruckt mich immer wieder. Ich habe das Modell der EMDEN schon 1996 gebaut, vom JSC-Verlag. Es ist ein ansehliches Modell, wenn auch nicht so gut detailiert wie beim HMV-Verlag.
      Gruß Hans Joachim
    • Neu

      @Hans Joachim
      Vielen Dank, Hans Joachim, dass Du hier rein gesehen hast und auch für Dein Lob! freu 2
      Ja, so schlecht sind die JSC-Modelle nicht - wie oben schon geschrieben, hatte ich ja auch mal die "Panther" gebaut und etwas "aufgemotzt" sieht sie recht gut aus. Vielleicht zeige ich sie auch noch mal in der Galerie..

      @Didibuch
      Vielen Dank für Deinen Daumen, Dieter! happy 2

      Servus
      hvt
      Römischer Militärschriftsteller Flavius Vegetius Renatus (um 400 n. Chr.) im Vorwort zu Buch III seines De re militari:
      "Qui desiderat pacem, bellum praeparat“