Projekt "Hermine" - die BR E69 03 in 1:21

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    • Ein herzliches Dankeschön an euch, Sieghard, Dieter, Andy und Helmut für eure motivierenden Kommentare und überhaupt allen "Likern" für ihre Daumen. Es macht einfach nur Spaß, Modellbau mit Gleichgesinnten zu teilen!
      Sieghard und Helmut - die Prägewerkzeuge entstanden aus 1mm starkem Modellbausperrholz. Nicht ganz billig, aber exzellente Qualität! Ich bearbeite dieses Sperrholz wie - Karton! Kreise entstehen mit dem Kreisschneider. Brauche ich dickere Teile, doppele ich oder klebe mehrere Lagen übereinander. Aufgeklebt ist alles auf baumarktüblichem Sperrholz bzw. Tischlerplatte. Da tun es Reste, die man sehr günstig bekommt.
      Andy, "Kunst kommt von Können..." Das erinnert mich an den Spruch meines Patenonkels: "Kunst kommt von Können und nicht von Wollen, sonst hieße es Wulst". Und im handwerklichen Bereich hast du absolut recht: Wenn man etwas kann, empfindet man es eben nicht mehr als "Kunst"... Live wirst du das Modell sicher noch sehen, das hab ich einfach so im Gefühl!
      Mit den besten Grüßen Michael (maxl)
    • Hi Michael,

      einfach toll, die Räder gefallen mir sehr gut. Und die Idee, mit einer Form gefeuchtetes Papier zu pressen, das hat ja schon etwas von originalen Techniken. Das lässt sich sicherlich hier und da auch na "normalen" Papiermodellen anwenden.
      Das muß ich unbedingt mal probieren, ich habe auch schon eine Idee woran...

      Ich schaue weiter gerne zu, jetzt wo die Hermine auf den Füßen steht!
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Freut mich, Gunnar, wenn ich dich auf eine Idee gebracht haben sollte! Ich wiederum hab's mir bei einem Modellbauerkollegen abgeschaut, der allerdings auf Metallprägeformen zurückgreifen konnte. Was in Metall geht, sollte doch auch in Holz machbar sein, dachte ich mir... Natürlich muss man experimentieren. Das beste Ergebnis erzielte ich wie gesagt mit Fotokarton, gedoppelt. Um dem Ganzen am Ende gute Stabilität zu geben, kommt bei mir dann noch der Sekundenkleber zum Einsatz. Es gibt sicher noch zahlreiche andere Verfahrenstechniken, die zum Ziel führen. Da schaue ich mir auch immer wieder gerne etwas ab... Gruß Michael (maxl)
    • Die Baufortschritte halten sich in Grenzen. Dafür war das Studium der Technik von elektrischen Lokomotiven angesagt. Dazu gleich noch mehr. Am Modell sind die Trittstufen entstanden. Die Riffelbleche bestehen aus Fliegengitter, das mit Sekundenkleber auf Fotokarton fixiert wurde. Wegen der exponierten Lage der Stufen habe ich für die Tragkonstruktion Messingprofil gewählt und die Einzelteile miteinander verlötet. Mehr Metallbearbeitungstechnik ist bei mir nicht drin!



      Das Ausrichten der Trittstufen am Modell ist nicht ganz ohne. Zum Glück sind auch in Wirklichkeit die Stufen gerne schief - nach so vielen Dienstjahren...



      Auf dem letzten Foto seht ihr das Fachbuch, das mir einen Einstieg in die Technik von Elektrolokomotiven ermöglichen soll. Es war der Tipp eines Modellbaukollegen und ich konnte es sehr kostengünstig erwerben. Beim Modellbau ist es eben doch wichtig, die Funktionszusammenhänge zumindest einigermaßen zu kennen, damit man kein Phantasieprodukt erzeugt...
      Ein schönes Wochenende euch allen! Gruß Michael (maxl)
    • Nun sind die Puffer an der Reihe. Ursprünglich besaß Hermine die leichteren Stangenpuffer der Länderbahnzeit. Vermutlich mit dem Umbau 1939/40 erhielt sie die stabileren Hülsenpuffer. Hier ein Blick in meine Bastelwerkstatt. Der erste Puffer (links im Bild) geriet dann doch zu massiv. Ansonsten war der Pufferbau eher Routine.



      Nun sind die Puffer montiert. Und einen Blick auf das Vorbild gibt es noch dazu:



      Unschwer zu erkennen ist, dass ich mich noch erfolgreich um das Innenleben des Rahmens drücke. Da brauche ich noch viel mehr Vorbildfotos. Anfang Mai will ich Koblenz-Lützel einen Besuch abstatten. Schöne Grüße euch allen! Michael (maxl)
    • Hallo Michael,
      Du legst die Latte aber ganz schön hoch. Super gebaut. Das gefällt mir sehr, sehr gut!
      Ich denke mal Du hast wieder einige Teile gedrückt? Oder täusche ich mich da? Diese Technik bringt "einige" positiven Punkte und wird bestimmt von einigen zumindest teilweise übernommen werden. Sehr schön.
      Sieghard
    • Vielen Dank für dein Lob, Sieghard! Da freu ich mich! Die gewölbten Pufferteller entstanden aus Fotokartonscheiben, die ich in einem Eierbecher mit dem runden Ende eines Holzlöffels bearbeitet habe. Einfache Technik, aber wirkungsvoll... Gruß Michael (maxl)
      P.S.: Und ein großes Dankeschön allen Likern! An die Daumen muss ich mich noch gewöhnen.Gibt es beim "Lustigen" nicht.
    • Nun habe ich mich an die beiden Fahrmotoren gewagt. Ich konnte im Wesentlichen nur auf Vorbildfotos, nicht aber auf spezielle Zeichnungen zu diesem Motortyp zurückgreifen. Trotzdem blieb ich unbekümmert. Auch wenn die Details etwas "idealisiert" sein sollten - sehen wird man später ohnehin praktisch nichts von ihnen...



      Der Motor überträgt das Drehmoment über ein Ritzel auf ein großes Zahnrad, das seinerseits mit der Achse fest verbunden ist. Da die Zahnräder in einem Gehäuse liegen, habe ich sie lediglich "symbolisch" durch zwei Holzscheiben dargestellt. Das Motorgehäuse wollte ich erst aus einem Kunststoffrohrabschnitt herstellen, ging dann aber zur Holzbauweise über, da ich so die markanten Einkerbungen im Gehäuse besser darstellen konnte. Diese Einkerbungen verraten die Anordnung der innenliegenden Statorwicklungen.
      Die Lüftungsgitter gingen leicht von der Hand. Die Motoren sind eigenbelüftet, werden also nicht von externen Lüftern gekühlt. Sie haben ein innen arbeitendes Lüfterrad, das auf der Motorwelle sitzt.



      Die "Tatzen" entstehen - die Abstützungen des Motors auf der Achse, weswegen dieser Motortyp auch Tatz(lager)motor genannt wird. Seine kompakte Bauweise hat aber eine Schwäche: Dadurch, dass sich der Motor einseitg auf der Achse abstützt (während er auf der Gegenseite federnd am Rahmen aufgehängt ist), vergrößert er die ungefederten Massen der Lokomotive und beansprucht so Gleis und Gleisbett stärker als andere Bauformen. Deshalb kommt er nur bei relativ langsam fahrenden Lokomotiven zum Einsatz.
      Der endgültige Einbau wird wohl erst in ein paar Tagen erfolgen. Dann gibt es noch ein, zwei Bilder... Gruß Michael (maxl)
    • Mööönsch, sind die Motoren schön geworden!

      Und man kann auch genau die Tatzlager Konstruktion erkennen. Interessanterweise stammen die jetzigen Motoren der E 69 aus einem Elektrotriebwagen. Beim Umbau auf 15 kV wurden die alten Motoren durch Typen ersetzt, die in den ET 31 verbaut waren, entweder aus einem Kriegsbeschädigten oder aus Reservebeständen. Die Motoren wurden in der E69 aber nicht zur vollen Leistung ausgenutzt, im ET 31 hatten sie 275 kW Dauerleistung. Denke in der E69 halten die damit Ewigkeiten, von Alterung der Isolierstoffe abgesehen.

      So wie ich es sehe, willst du auch den aktuellen Standdarstellen, also auch mit den verblechten Fenstern in den Seitenwänden?

      Ich schaue immer wieder gern hier rein, das Modell verspricht schon jetzt einfach nur toll zu werden!
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Ein ganz herzliches Dankeschön an euch, Sieghard, Dieter, Tom und Gunnar und allen "Likern" für euer großes Lob. Ein kräftiger Motivationsschub! Ich freue mich!
      Gunnar, deine Überlegungen treffen den Nagel auf den Kopf. Ich will den aktuellen Zustand der E69 03 darstellen. Der große Umbau fand ja 1939/40 statt. Die neuen Motoren erwiesen sich in der Tat als "Dauerläufer". Dennoch gab es später diverse Ausbauten und Einwechslungen. Die aktuellen Motoren sind vom Typ EDTM 4 494 von BBC. Woher sie stammen, kann ich mit meiner Lektüre nicht nachvollziehen. Dass man die Tatzlagerkonstruktion erkennen kann, ist sozusagen "Ehrensache", auch wenn manches Bauteil stilisiert ist. Aber konstruktiv soll das Modell schon stimmig werden.
      Ich vergaß übrigens zu erwähnen, dass der Blechkanal der Frischluftzufuhr noch fehlt. Den werde ich wohl erst anbauen, wenn das Bodenblech an der Reihe ist. Die Frischluft wurde über Filter im Inneren der Lok angesaugt. Das Lüfterrad saugt also die Kühlluft durch den Motor und bläst sie dann durch das seitliche Gitter aus.
      Beste Grüße Michael (maxl)
    • Hallo Michael,

      Danke für die Info, das bestätigt meine Annahme, daß dort noch die Motoren aus der Umrüstung drin sind. Der EDTM 494 stammt tatsächlich aus dem ET31. Auch die Ausführung"4" passt, das waren die etwas stärkeren Motoren mit 275 kW (im ET 25 noch ca. 210 kW).

      Ich kann mich auch noch von Besuchen in Oberammergau an das schöne Geräusch beim Fahren erinnern. Die Tatzlagerantriebe der E69 und auch der späteren E44 haben ein typisches Heulen der Verzahnung. Das waren noch Zeiten!
      Viele Grüße,

      Gunnar
    • Einen herzlichen Dank an Hagen für sein Lob, an Tom für seinen Daumen und an Gunnar für die Info. Wie ich sehe, bist du, Gunnar, "voll in der Materie drin". Ich lese mich erst allmählich ein und vieles, das dem Profi so selbstverständlich ist, dass er es als bekannt voraussetzt und gar nicht groß abhandelt, dämmert mir erst nach und nach. Die konstruktive Lösung der Luftkühlung war für mich so ein Fall. Da hat es erst nach einer Weile "klick" gemacht... Genau das macht aber eben auch Freude und gehört für mich zum Modellbau unbedingt dazu.

      Der erste Motor ist eingebaut. Die gesamte Antriebseinheit ist fest mit Achse, Rädern und Radlagern verklebt, aber in den Rahmen nur eingesteckt - zwecks möglicher späterer Korrektur zur exakt waagrechten Ausrichtung auf dem Gleis. Der Motor verfügt noch nicht über die federnde Aufhängung am Rahmen, zum einen, weil das technisch erst möglich wird, wenn die Achse endgültig fest verbaut ist, zum anderen, weil mir zu dieser Aufhängung noch Detailfotos fehlen.



      Vorab aber schon einmal ein Vorbildfoto im fraglichen Bereich. Auf den Bau der Federn freu ich mich schon. Jetzt ist zunächst aber mal der zweite Motor dran. Gruß Michael (maxl)
    • Herzlichen Dank für die Likes! Der zweite Motor ist fertiggestellt. Die Antriebseinheiten sind mit Rädern, Achsen und Rahmen fest verklebt. Ein wichtiger Schritt. Beim Scratchbau zeigen die handgefertigten Teile immer leichte Abweichungen. Man muss also gut aufpassen, dass Fehler sich nicht beim Zusammenbau addieren sondern gegenseitig ausgleichen. Es hat insoweit geklappt: Das Fahrgestell der Hermine bietet eine gut ausgerichtete Basis für den Weiterbau:



      Sogar die innenliegenden Verstärkungen des Rahmens im Bereich der Achslager habe ich hergestellt. Acht Teile mit zusammen vierzig Schraubköpfen, die kein Mensch später sehen wird. Noch kann man zwei von ihnen andeutungsweise rechts neben dem Rad erkennen. Viel mehr wird mit Hermine aber in nächster Zeit nicht passieren, da ich erst in Koblenz neue Vorbildfotos machen muss. Gruß Michael (maxl)
    • Nun hab ich doch noch etwas gefunden, das ich basteln kann, bevor ich mich für weitere Vorbildfotos nach Koblenz begebe. Ist ja gut, wenn man nicht arbeitslos wird. Die Sandkästen bekommen ihre Sandfallrohre mit den zugehörigen Wühldüsen, in denen über Druckluft Sand aus dem Behälter aufgewühlt und über das Fallrohr auf die Schiene geblasen wird:



      Gefährlich, diese Makros. Aber so sieht's nun mal aus, wenn man mit der Lupe draufguckt. Kennt ihr ja zur Genüge... Die Druckluftleitung zur Wühldüse wird erst viel später "angeschlossen". Ein wenig fummelig ist die ganze OP ja schon, zumindest für mich. Und nun die ganze Aktion noch dreimal... Gruß Michael (maxl)
    • Ein herzliches Dankeschön für die Daumen! Da ich ohne weitere Vorbildfotos aktuell nicht weiterbauen kann, habe ich mir Beschäftigung gesucht und entschieden, dass die Sandfallrohre an ihrem Ende doch bitte wie Rohre aussehen sollen. Dazu habe ich die Kupferdrähte gekürzt und Aderendhülsen gleichen Durchmessers drangelötet. Den Übergang habe ich glatt gefeilt und den Rohrenden mit einer Feile das typische Aussehen verpasst:



      Eine kleine, aber feine Änderung - mit unverhältnismäßigem Aufwand - aber sehr befriedigend. Gruß Michael (maxl)
    • Nun bin ich seit über einer Woche von meiner ersten Campingausfahrt zurück, die mich zum Schluss nach Koblenz-Lützel geführt hat, dem derzeitigen Standort meiner Vorbildlokomotive. Meine Bildausbeute war groß und auf Nachfrage durfte ich sogar im Führerstand der Lok fotografieren. Allein hier entstanden fast 100 Fotos. Insgesamt verfüge ich jetzt über mehr als 350 Bilder. Stellvertretend hier zwei Innenansichten:



      Auch mit dem Modell bin ich in der vergangenen Woche weitergekommen. Ich wollte endlich den beiden Fahrmotoren ihre rahmenseitige Aufhängung spendieren. Dazu war die Anfertigung einiger Einzelteile erforderlich, die ich erst jetzt, nach der erneuten Fotodokumentation, hinreichend entschlüsseln konnte:



      Der Träger im rechten Bild ist wohl erst im Rahmen des Umbaus 1939/40 eingebaut worden, weil in diesem Zusammenhang auch zwei neue Fahrmotoren anderer Bauart in die Hermine "verpflanzt" wurden. Die federnde Aufhängung selbst habe ich aus Aludraht gebogen.
      Nun also sind die Motoren endlich richtig eingebaut. Und so schaut das alles jetzt aus:



      Die Ausführung ist ohne Gewähr, sprich: Abweichungen vom Orginal gibt es schon. Sie sind zum einem meinen modellbauerischen Grenzen geschuldet (was mich nicht stört) und zum anderen die Folge von (unnötigen) Fehlinterpretationen des Fotomaterials (was mich schon eher stört). Aber was soll's - der zunehmende Detailreichtum macht trotzdem Freude und dabei schätze ich, dass erst ca. zwanzig Prozent des Rahmeninnenlebens realisiert sind. Ganz liebe Grüße Michael (maxl)