Tower Bridge – ein Kartonkurbelmodell von Keith Newstead

    • Tower Bridge – ein Kartonkurbelmodell von Keith Newstead

      Hallo zusammen,
      ein weiterer Kartonautomat soll gebaut werden.

      Tower Bridge, von Keith Newstead.

      Dieses Modell habe ich Euch schon im Herbst 2018 kurz unter dem Sammeltitel „Modelle aus London und Cornwall" (hier) schon vorgestellt. Jetzt möchte ich es auch bauen.

      Nochmal kurz eine Einführung. Die Tower Bridge dürfte jedem ein Begriff sein. Es gibt ja auch etliche Kartonmodelle davon. Das Modell von Keith Nesatead wurde ab 1999 exklusiv für die Tower Bridge Experience (das heißt, für die Ausstellung in der Tower Bridge) herausgebracht. Leider ist das Modell inzwischen vergriffen und nur noch, mit viel Glück, antiquarisch zu bekommen.

      Automaten als mechanischen Spielzeuge und somit auch die Kartonautomaten verblüffen ja immer wieder durch ihre oft ausgeklügelten Mechanismen. Darüber hinaus geben sie oft witzige Geschichten in kurzer und prägnanter Form wieder. So auch dieser Automat:

      1952 soll ein Busfahrer in einem der berühmten Doppeldeckerbusse nachts die Ampel an der sich öffnenden Brücke übersehen und die Absperrung davor durchbrochen haben. Ihm gelang danach aber wundersamerweise der Sprung über den schon vorhandenen Spalt zwischen den beiden Brückenhälften und niemand kam dabei zu Schaden.

      Diese Ereignis, ob wahr oder erfunden, bietet also eine hervorragende Grundlage für den Entwurf eines Kartonautomaten. Keith Newstead benutzt dazu eine Kurbelwelle an der der Bus befestigt ist und sich mitdreht. Die beiden Brückenhälften werden über einen Nocken an der Kurbelwelle geöffnet. Dreht man am fertigen Automaten die Kurbel, öffnet sich die Brücke und der Bus „springt“ über den Spalt.


      Bild 01 und Bild 02: „Tower Bridge“ - Deckblatt der Verpackung.


      Bild 03: eine Seite der vierseitigen Anleitung.




      Bilder 04 bis 06: Seiten mit Bauteilen.
      Insgesamt 9 Seiten DIN A4. Der verwendete Karton ist überwiegend sehr dick und damit schwer zu verarbeiten. Lediglich die Seiten der Bauteile die gebogen werden müssen, sind auf etwas dünnerem Karton gedruckt.

      Aus diesem Grund habe ich die Seiten mit Bauteile kopiert und auf benutzerfreundlicheren 200g-Karton ausgedruckt. Einige Teile werde ich wenn nötig wieder doppeln oder sogar mit Finnpappe verstärken. Damit dürfte dann wieder eine ausreichende Stabilität für einen hoffentlich langjährigen Gebrauch hergestellt sein.

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

      Meine gebauten Kartonmodelle ausguck2
    • Hallo Christoph,

      die Tower Bridge habe ich als erstes Newstead-Modell gebaut. Sie funktioniert prima, wichtig ist, dass die beiden sich öffnenden Straßenhälften ganz locker eingebaut werden.

      Den Bus, der über die Brücke sprang (kann aber kein großer Gap gewesen sein), hat es wirklich gegeben:

      towerbridge.org.uk/news/2016/0…-bus-jumped-tower-bridge/


      Hast Du noch weitere Newsteads bei Dir liegen? Meine LIeblinge sind der Henker und der Dinosaurier, der seinen frisch gerissenen Artgenossen anknabbert. Vor einigen Jahren hat Newstead zwei Modelle bei "Model Shop" herausgebracht, von denen ich aber nur noch "Dinner with a Wolf" bekommen konnte.

      Ich suche immer noch das mit der Gottesanbeterin und das mit dem ägyptischen Totengericht.

      Curmudgeon
    • Hallo Christoph,

      und wieder ein zum Schmunzeln anregendes Kurbelmodell. Viel Spaß beim Bau wünsche ich dir.

      Curmudgeon schrieb:

      Den Bus, der über die Brücke sprang (kann aber kein großer Gap gewesen sein), hat es wirklich gegeben:

      towerbridge.org.uk/news/2016/0…-bus-jumped-tower-bridge/
      Der Gap betrug wohl etwa 3 Fuß, also ca. 1 m. A small step for a man, one giant leap for a bus. zwinker2

      LG
      Thomas


      "If you think you are too old to rock 'n roll, then you are!" (Lemmy)
    • Hallo zusammen,

      ich habe mir schon gedacht, dass der Automat mit der bekannten Brücke auf Interesse stoßen wird, aber damit dass Ihr Euch so zahlreich meldet war ich doch freudig überrascht.

      Erst mal Danke für Eure Likes.

      @ Holger, Peter, Andreas, Helmut, Michael, Dieter und Ludwig,
      vielen Dank für Euer Interesse. Es freut mich, dass Ihr zuschaut. Man glaubt gar nicht, wie viele Themen/Ereignisse in Kartonautomaten umgesetzt werden können. Und Keith Newsteads Automaten sind auch noch mit typisch britischen Humor versehen.

      @ Lars,
      schön, dass Du Dich schon an dem Brückenautomaten erfreuen durftest. Danke auch für Deine zusätzlich Info zu dem merkwürdigen Ereignis aus 1952.

      Ich versuche auch meine Sammlung an Newsteads Kartonautomaten zu vervollständigen (ich schick Dir noch eine Nachricht über meine Newstead-Automaten).

      @ Thomas,
      vielen Dank. Der Automat ist ja schon lustig und er Bau wird mir sicher auch Spaß machen.
      Auch Dir vielen Dank für die ergänzende Info. Ein ein Meter breiter Spalt ist schon nicht ohne für einen Bus.


      So jetzt aber los mit dem Bau.

      Wie es sich für eine Brücke gehört, beginnt man auch das Modell mit den Fundamenten/Pfeilern.
      Die zwei Pfeiler werden aus je zwei Halbröhren gebaut, die dann an das Kurbelgehäuse geklebt werden.


      Bild 07: Laschen an den Pfeilern.
      Die Laschen an den Bauteilen habe ich nochmals unterteilt, damit ich einen gleichmäßigeren Bogen biegen konnte.


      Bild 08: Konstruktion eine Halbröhre.
      Stabilität ist bei einem Kartonautomaten nie verkehrt.
      Deshalb erhält jeder Halbröhre einen Boden und einen Deckel aus Finnpappe. Weil ich schon dabei war, auch noch zwei Spanten und eine hinter Abdeckung, ebenfalls aus Finnpappe.


      Bild 09: die vier Halbröhren für die beiden Pfeiler.

      Als Nächstes kommt das Kurbelgehäuse.

      Bis dahin, viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

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    • Hallo zusammen,
      vielen lieben Dank für die zahlreichen Likes.

      Hallo Andy,
      die Verstärkungen sind für die Funktionalität eigentlich nicht notwendig, aber für die Stabilität und Dauerhaftigkeit. Die Automaten sind ja nicht für den Dauergebrauch gedacht, aber mit ein paar Extras hat man halt doch länger was von ihnen.

      Hallo Holger,
      leider gibt es heute keine Fortschritte, das Heimnetzwerk machte Zicken und das hatte Vorrang. Scheint aber zum Glück nur vorübergehend gewesen zu sein, so dass es wieder weitergehen kann.
      Ich drücke Dir für Deine OP morgen beide Daumen.

      Hallo Michael,
      das Lob müsste ich eigentlich an Keith Newstead weiterreichen. Solche spaßige "Kleinigkeiten" findet man immer wieder an seinen Automaten.

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

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    • Hallo zusammen,

      ein klein wenig bin ich weitergekommen. Das nächste Bauteil ist das Kurbelgehäuse, das zusammen mit den vier schon gebauten Halbröhren auch das Fundament der Brücke bildet.


      Bild 10: das Gehäuse.
      Ein einfacher Kasten (L x B x H =ca. 19cm x 5cm x 12,5cm damit Ihr ungefähr ein Ahnung von der Größe des Modell bekommt): Die farbigen Teile habe ich zuerst zusammengeklebt und danach die schwarze Innenverstärkung eingeklebt. Die Originalteilen vom Bogen sind ja beidseitig auf sehr dicken Karton bedruckt, aber wären damit halt auch schwieriger zu falten.

      Die vier Laschen bilden gleichzeitig auch die oberen und unteren Abschlüsse der Halbröhren. Sie werden erst nach dem Aufkleben in Form geschnitten.


      Bild 11 und Bild 12:. Höhenausgleich am Fundament.
      Die Halbröhren sind ein wenig kürzer als das Gehäuse. Den Höhenunterschied habe ich mit einem weiteren Stück Finnpappe ausgeglichen und mit einem kopierten Streifen Mauerwerk“ kaschiert.


      Bild 13: das fertige Fundament.


      Bild 14: das nächste Bauteil ist das Lager für die beiden beweglichen Brückenteile (Baskülen).
      Das Lager wird in das Gehäuse eingesetzt und mit den vier Zapfen in den entsprechenden Schlitze im Gehäuse verklebt (zwei Schlitze sieht man nicht, die sind unter den Halbschalen verdeckt. Die vier „langen“ Laschen oben sind die Angeln/Drehpunkte für die Baskülen (Brückenteile).

      Dann folgt auch schon die Mechanik des Automaten.

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

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    • Hallo Holger,

      ja WLAN geht wieder. Da kann man sich wieder wichtigeren und schöneren Sachen widmen grins 3 .

      Hallo zusammen,

      auch am Wochenende nur ein kleiner Fortschritt an der Brücke. Zwischendurch habe ich noch die kleine Moai Statue gebaut.


      Bild 15: Teile für die Mechanik.
      In der Mitte die Kurbelwelle mit den beiden Abschlussscheiben für vorne und hinten. Links der „Arm“an dem später der Bus befestigt wird. (die Ringe daneben sind Abstandshalter). Rechts der Nocken für den Hebemechanismus der Brücke.

      Das war's schon wieder.

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

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    • Hallo Helmut,

      Dankeschön. Die Automaten sind in der Regel recht fehlertolerant konstruiert, aber eine gewisse Sorgfalt sollte man schon auch bei ihnen walten lassen - laufen dann halt besser und länger.

      Die Bilder von der Moai-Statue hast Du ja inzwischen gefunden ausguck1 . Ich hätte ja auch einen Link setzen können.

      Viele Grüße
      Christoph
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    • Neu

      Hallo Michael,
      vielen Dank für Dein Interesse. Die Mechanik ist eigentlich gar nicht so kompliziert. Ich stelle aber gerne ein paar Bilder dazu ein.

      Hallo zusammen,
      nach den Vorbereitungen können die Teile für die Mechanik zusammengesetzt werden. Dabei werden sie schon ins Kurbelgehäuse eingebaut. Da dort alles schwarz ist kann man da auf den Fotos nicht mehr so viel erkennen (am fertigen Modell soll man ja nicht möglichst nichts davon sehen, um die Illusion des fliegenden Busses zu erzeugen). Deshalb zeige ich die Teile nochmal nur lose zusammengesetzt außerhalb des Gehäuses.


      Bild 16: die Kurbelwelle mit den Mechanikteilen.
      Von links nach rechts auf der Kurbelwelle:
      Kurbel, vordere Abschlussscheibe, Nocken zum Brückenheben, Busträger und hintere Abschlussscheibe.

      Nachdem der Antrieb für den Automaten damit fertig ist, können die beiden beweglichen Brückenhälften (Baskülen) gebaut werden.


      Bild 17: Die beiden Baskülen (Brückenklappen)
      die linke Hälfte hat eine dreieckige Ausbuchtung die auf dem Nocken an der Kurbelwelle aufliegt. Der gebogene „Sporn“ daran, hebt wiederum die rechte Hälfte an.


      Bild 18: Der Hebemechanismus.
      Man erkennt ganz gut wie der Nocken die linke Basküle anhebt. Über den Sporn an der linken Basküle wird die rechte Basküle mit angehoben.


      Bild 19: Der Hebemechanismus von oben.
      Die Brückenhälften/Baskülen werden mit den (hier noch offenen) vier Laschen frei beweglich montiert.

      Jetzt sollte eigentlich auch schon der Bus montiert werden. Um die Spannung aber ein wenig aufrechtzuerhalten, werde ich erst mit den Türmen weitermachen.

      Viele Grüße
      Christoph
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    • Neu

      Hallo Holger, Helmut, Dieter und Michael (maxl),
      viele Dank für Eure Likes. danke1

      Hallo Michael (maxl)
      das Schönste kommt doch immer am Schluss. Ich hoffe natürlich, dass Dich der Rest vom Baubericht auch unterhält zwinker2 .

      Hallo zusammen,
      nun also die beiden Türme.


      Bild 20: die Unterteile der beiden Türme

      Das sind bei diesem Modell nur zwei einfache Quader. Alle Details sind nur gezeichnet, das allerdings wieder in sehr schöner Handarbeit und entsprechend liebevoll handkoloriert.
      Der Originalkarton ist wieder sehr dick und kaum zu falten. Ich habe die farbige Außenseite und die schwarze Innenseite wieder getrennt gedruckt und mit eine zusätzlichen Lage Karton wieder zusammengeklebt. Damit lassen sich die Teile schön falten und bekommen trotzdem eine sehr hohe Stabilität.


      Bild 21: die fertigen Turmunterteile und die Turmerker.
      Die Durchfahrten haben an einer Seite ein angedeutetes Portal, Innen ist die Wand unten offen, damit sich der Bus ohne Probleme „drehen“ kann.
      Die Turmerker sind nur zweidimensional dargestellt, die Rückseiten zum Dach sind schwarz. Sie werden an die weißen Flächen oben an den Türmen geklebt.


      Bild 22: Die Türme auf den Brückenpfeilern.
      Erst mal lose drauf gestellt – passt.

      Viele Grüße
      Christoph
      "Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana."

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