Russische Raketen-Korvette "NANUCHKA"-I-Klasse

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    • Raketen-Korvette „NANUCHKA“- I- Klasse

      Seit langer Zeit bin ich dem RC-Schiffsmodellbau verbunden und habe einige Modelle gebaut. Als letzter Boot habe ich die russische Raketen-Korvette der Nanuchka-I-Klasse gebaut. Nur perZufall bin ich dann 2008 auf den Karton-Modellbau gestoßen. Ich kann davor zwar den Kartonmodellbau – konnte mich aber damit nicht anfreunden.

      Als Nachfolgemodell für mein Schnellboot der Bundesmarine„FALKE“ der 141-Klasse habe ich ein Modell gesucht.Das Boot sollte möglichst über eine größere Decksfläche und entsprechende Öffnungen als Zugang zur Inneneinrichtung verfügen.Der Maßstab geplant ca. 1 : 33,3, das entspricht dann meistens bei diesen Typ Boot ca. 1,50 m Länge.

      Meine Wahl fiel auf eine russische Korvette. Diese erfüllte zwar die Voraussetzungen, war aber nach meinem Empfinden äußerst häßlich. Auffallend war hier der riesige Radom hinter der Kommande-Brücke.

      Es gab zu dem Zeitpunkt einen sehr grob gezeichneten Plan in der DDR-Modell-Zeitschrift „mbH“. Sehr wenige Details und 1 DIN A 4 Seite Beschreibung. Internet - wie wir es heute kennen –gab es da noch nicht. Also mußten Fotos, Fachbücher gewälzt werden. Günstig war dann noch der Zwischenstopp einer „NANUCHKA“1983 in Kiel. Diese sollte nach Lybien überführt werden, konnte aber wegen dem schlechten Wetter in der Nordsee die Weiterfahrt nicht fortsetzen.

      Zu der Modell-Konstruktion ist noch folgendes zu sagen. Geplant war von mir ein Funktions-Modell einschl.Raketen-Abschuß. Die Arbeiten war eine große Aufgabe für mich.Ausgebildetet in einem kaufmännischen Beruf hatte ich keine Ahnung von der Holzbearbeitung, Metallverarbeitung oder der Herstellung von elektronischen Platinen nebst deren Bestückung.

      Die Maße des Modells: Länge 1545 cm, Breite 27,6cm

      Zur Verfügung stand mir eine kleine sog.Uhrmacher-Drehbank. Für die LackierarbeiTEN habe ich eine Air-Brush gekauft. Hier muß ich allerdings sagen, daß das Lackieren meine Frau gemacht hat. Sie hat hierfür das richtige Gefühl. Ich bin hier leider etwas ungeduldiger und sprühe meistens immer mehr als gut Ist. Also gab es dann immer häßliche „Nasen“.

      Die Farben:

      Aufbauten grau/grün RAL 6013
      Deck und Aufbautendeck braunrot RAL 2004
      Unterwasserschiff RAL 6029

      Die Fotos vom Baustadium sind alle auf Negativ-Filmenin schwarz/weiß gemacht worden. Digital-Fotos vom fertigen Modell dann allerdings digital.
    • Zuerst habe ich eine Positiv-Form gebaut. DieZwischenräume zwischen den Spanten wurden mit Styropor undSpachtelmasse gefüllt. Anschließend sauber verschliffen.Nach demAuftragen von Trennlack dann die Herstellung mit Polyester Harz undGlasfasermatten. Zum besseren ausformen wurde der Rumpf dann mittiggeteilt. Die so erstellte Negativ-Form war dann Grundlage für deneigentlichen Rumpf. Als erstes eine Schicht Polyester-Harz, dann einedünne Matte Glasfaser und letztlich dann eine dickere Glasfasermattemit entsprechender Tränkung. Das war dann außerordentlich stabil.Gewichtsgründe habe ich hier nicht berücksichtig, da die Aufbautenrecht hoch sind und ich einen tiefen Schwerpunkt haben mußte.

      Alle Arbeiten wurden draußen durchgeführt. DasPolyester-Harz riecht doch nicht gut und gesund ist es bestimmt beimEinatmen auch nicht.
    • Der Anker befindet sich in der Bugspitze. Deutlichist hier die Struktur der Rumpfkonstruktion zu sehen. Die Ankerwindewurde von mir nach Angaben in einer Schiffsmodell-Zeitschrift gebaut.Betrieben durch einen Getriebemotor hat sie eine Rutschkupplung diebeim Einholen des Ankers erforderlich ist



      Die Konstruktion ist so gewählt, daß sie ohne Probleme nachträglich ausgewechselt werden kann..
    • Ingo, Hagejn von Tronje und PRT: Vielen Dank für eure Likes

      Bevor jetzt das Deck aus 2 mm Sperrholz aufgeklebt wird, muß natürlich erst das "Innenleben" des Modells ausgeführt werden. Sämtliche Verdrahtung zu den Verbrauchern und die 3 Motoren.

      Die Motoren werden über einen selbstgebauten Fahrtenregler gesteuert. Es sind 3 Motoren (verwendet wurde hier 3 Scheibenwischer Motore aus dem VW-Käfer). Normalbetrieb über den Mittelmotor. Zuschaltung der beiden Außenmotoren durch die Speedschaltung im Fahrtenregler.
      Bei dieser geballten Kraft konnten keine handelsüblichen Kupplungen verwendet werden, hier mußten Kupplungen mit einer eintsprechenden Dimension eingebaut werden.

    • Danke Günter und PRT für die Daumen. Nicht für jeden ist dieser Bau interessant, da es sich ja nicht um ein Karton-Modell handelt.

      Weiter geht es mit dem Waffenleitgerät für die "SAN-4-" Raketen. Das Gerät befindet sich vor dem Brückendeck. Es konnte erst nach dem Besuch eines KRIVAK-Fregatte in Kiel anläßlich der Kieler Woche gefertigt werden. Alle vorhandenen Zeichnungen incl. des Bauplanes waren nicht zu gebrauchen bzw. sehr einfach gehalten


      Der Rohbau unlackiert.
    • Das Oberteil des Leitgerätes. Hierfür lagen keine genauen Angaben und Detailzeichnungen vor. Grundlage waren hierfür Fotos - wie ich in meinem vorherigen Beitrag - erwähnt habe. Grundlage waren hier die Fotos. Es kann deshalb zu Abweichungen zum Original Gerät gekommen sein.

      Die obere Antenne ist zur unten Achse versetzt. Trotzdem aber von mir drehbar ausgeführt Die Antenne selbst habe ich aus Fliegendraht-Gewebe aufgeklebt. Löten war hier nicht möglich.

    • Ludwig wrote:

      Nicht für jeden ist dieser Bau interessant, da es sich ja nicht um ein Karton-Modell handelt.
      Hallo Ludwig

      Es ist immer interessant...

      Ich habe dieses Schiff als Kartonmodell von CFM gebaut... Ein relativ einfacher Bogen...

      Man kann für sich immer etwas mitnehmen wenn man anderen über die Schulter schaut. Ich baue auch nicht immer lupenreine Kartonmodelle. Wenn mir ein anderes Material geeigneter scheint, wird es genommen.

      Für mich ist entscheidend, dass mir das Modell wenn`s fertig ist gefällt. Wie ich da hinkomme ist jedesmal ein anderer Weg...

      Mich interessiert Dein Bau auf jeden Fall und ich schau hier auch regelmäßig vorbei...

      Liebe Grüße
      Günter
    • Danke Günter! Es gibt hier im Forum ja bereits 2 Bauberichte über das Kartonmodell. Ausführungen dieser Kartonmodelle ist doch recht unterschiedlich.

      Baubericht Korvette MIRASCH siehe hier von Klaus SY 190
      Mein Babericht "MOLNAYA" NanuchkaI-Klasse siehe hier


      Die Startbehälter haben mir etwas Probleme gemacht. Zuerst hatte ich Kunststoff-Rohre gebaut und aufgesetzt. Diese erwiesen sich aber zu schwer, das Modell wankte bedenklich.

      Als habe ich ganz dünne Alu-Platten genommen und diese entsprchend gebogen. Leider ist das Foto unscharf. Die fertigen Elemente sind doch aber klar zu erkennen.



    • Die Kommandobrücke nach der Lackierung. Verbautes Material wieder Polystyrol 1,5 mm.

      Das Bild zeigt die Brücke nach der Lackierung. Lack und Spachtel waren nicht verträglich, deshabl sind die Kanten z.t. angelöst. Dieses Teil mußte ich überarbeiten. Auf der Brücke sind bereits die Lüfter und der Sockel für das Peel Pair Seeraumüberwachungs-Radar montiert. Natürlich ist die Antenne drehbar. Der Getriebe sitzt unter dem Dach der Brücke.



    • Der Mast besteht aus 1,5 mm Messingdraht. Ich habe ihn 2 x bauen müssen. Ursprünglich habe ich eine Stärke von 2 mm gewählt. Nach reiflicher Überlegung habe ich das dann geändert und 1,5mm genommen.

      Leider ist die Zeichnung nicht aussägefähig. Baubeschreibung fehlt vollkommen. Ich glaub mit der etwas dünneren Stärke sieht es gefälliger aus.


      Messing gelötet, noch nicht lackiert Verstrebungen......... Unterteil fertig und lackiert

    • Band Stand Radom

      Der BAND STAND RADOM mit einem Duchrmesser von 3,2 und einer Hohe von 4,50 m enthält die elektronischen Leitgeräte der Korvette.

      Der Radom wurde aus Polystyrol gefertigt. Ebenfalls die konkave Kuppel.Die Herstellung erfolgt so, daß einzelne spaltenförmige Teile (ähnlich wie man eine Apfelsine schält) geschnitten und aufgeklebt werden.Dann erfolgte eine endloses spachteln und schleifen.

      Es wurde zuerst eine Positiv-Form hergestellt, Danach Behandlung mit Trennlack. Wieder wurde die Form getrennt. Dann Auftrag des Polyesterharzes mit einer dünnen Glasfasermatte.

      Ein Bild zeigt die Herstellung. Die doch etwas dürftige Zeichnung. Mittig liegt die Positiv-Form. Rechts und links dann die Abformung für eine Negativ-Form. Letztlich dann das Ergebnis oben rechts.


      RADOM feritg lackiert

    • Vielen Dank allen für die Daumen! Es ist ja ein Modell das nicht unbedingt einen Kartonmodellbauer gefallen muß

      Als nächstes Bauteil zeige ich in weningen Bildern das MUFF COB .Das ist das Leitgerät für die 57 mm Doppelflak. Auch hier wieder war die Zeichnung ungenau. Es mußten Fotos hierfür herangezogen werden. Zeichnung dann auf Polystyrol 1,5 mm. Danach dann ausschneiden mit einem Cutter-Messer. Runde Teile sind Drehteile die ich auf meiner kleinen Drehbank hergestellt habe.


      Unterteil des MUFF COB bereits fertig lackiert.......Oberteil des Leitgerätes.

    • Als letztes größere Teil die am Heck stehende Doppelflak. Auch hier wieder kaum brauchbare Zeichnungen bzw. Details. Die gab es dann wieder erst als die lybische Korvette in Kiel lag.Das Geschütz wurde sehr häufig auf kleineren Einheiten eingebaut.

      Sehr schwierig herzustellen. Es gab viele Ecken und Abschrägungen die mit geraden Polystyrol-Platten nicht herzustellen waren. Auch hier habe ich dann auf den Formenbau zurück gegriffen.


      Flak auf der lybischen Korvette "EAN EL GAZALA"


      Die Konsruktion war sehr ungenau.
      Es mußten wieder Formen gebaut werden...................Das fertige Gehäuse. Bereits lackiert



    • In meinem vorstehenden kurzen Baubericht habe ich nur wenige, dafür aber auffällige Bauteile vorgestellt. Diese sind bis auf eine Handvoll alle selbst hergestellt. Nur eine Handvoll z.B. Anker und Relingstützen sind Kaufteile. Die Antriebs-Schrauben wurden von einem Clubkollegen hergestellt und von mir verfeinert.

      Leider ist es fast nicht möglich das doch etwas größere Modellboot fahren zu lassen. Fast alle Gewässer sind an finanzstarke Angelvereine verpachtet. Diese lassen eine Fremdnutzung leider auf keinen Fall zu.







    • Wie ich schon verschiedentlich angeführt habe, gibt es vom Verlag "MODELLWERFT" einen Sonderband. '"GRAUE FLOTTE". Mein Baubericht ist nicht mit dem Inhalt der Zeitschrift identisch, da ich mich verpflichtet habe den Text nicht anderweitig zu nutzen.

      Im übrigen gibt es in diesem Sonderheft auch noch folgende Themen:

      Flottentorpedoboot T 28
      Schwerer Kreuzer Hipper
      Flugzeugträger "USS Cal Vinson"
      kleiner Kreuzer "Nürnberg"
      Minenstreitkräft in Deutschland
      Bordflugzeuge und Landesegel
      Bordkräne aus Metall
      USS "SLATER" US Geleitzerstörer
      Deutsche Flugzeug-Mutterschiffe im I. Weltkrieg