Diorama "Flensburger Dampfschiffspavillon 1912" 1:220

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    • Diorama "Flensburger Dampfschiffspavillon 1912" 1:220

      Moin Freunde,

      nach dem letzten Diorama "Wirtschaftswunder" habe ich beschlossen, mich erst einmal von meinen anderen Baustellen zu trennen und etwas zu bauen, das mich schon sehr lange umtreibt: den Dampfschiffspavillon, der von 1896 bis 1936 die Hafenspitze meiner geliebten Wahlheimat Flensburg zierte. Das isser:



      Es handelt sich dabei um ein Holzgebäude in Fachwerkoptik, das gebaut wurde, um dem inflationären Wachstum der Fördeschifffahrt gerecht zu werden. Diese brachte es seinerzeit auf annähernd eine Million Fahrgäste p.a. um die Jahrhundertwende.
      Das Gebäude diente dem Warenumschlag genauso wie dem Fahrkartenverkauf und dem leiblichen Wohl von "Petuhtanten" und "Se h leuten".

      Wie es aussieht, gibt es keine Pläne oder Zeichnungen mehr, so dass ich einiges an Zeit damit verbracht habe, alles an Bildern zu sammeln, was ich bekommen konnte. Aus den darauf zu erkennenden Menschen habe ich versucht, die Abmaße des Pavillons zu rekonstruieren und ihn -ganz old-school- mit Bleistift und Geodreieck auf Papier zu bringen. Das hier sind die Zeichnungen, nach denen ich arbeiten werde:



      Mir sind zwar einige Fehler unterlaufen, aber den "Korrekturbogen" habe ich im Kopf...

      Der Bau allein ist natürlich ohne Drumrum witzlos, also soll er der Kern eines Dioramas werden, für das ich bereits die preußische G2 von Albrecht Pirling gebaut habe, die im Diorama meine Hafenbahn ziehen wird. Als weitere Modelle kommen "Albatros" und "Alexandra", beide HMV, beide dann skaliert. Klaus hat mir ja schon die entscheidenden Hinweise zur Rückrüstung der "Alex" auf Kaiserzeit gegeben, "Albatros" ist Zustand 1912. Naja,mal sehen, was mir sonst noch so für Unfug in den Kopf kommt...

      Die Grundplatte des Dioramas misst 26x30 cm, ist also deutlich größer als das letzte Dio, dies ist der Größe des Pavillons geschuldet.

      Hier einmal ein Eindruck von den ersten Bauergebnissen. Straße und Bürgersteig sind gepflastert, das Wasser ist an Ort und Stelle und die Piers sind geplankt. Die erhöhte Plattform, die zu sehen ist, wird später die Galerie, auf der der geneigte Gast im Kohlerauch der Dampfschiffe seinen Kaffee einnehmen konnte. Die Schiffe sind bereits fest verplant:



      Spannend sind kleine Details wie diese Treppe, die ich mir aus meiner reichhaltigen Bildersammlung zurechtvermutet habe...



      Das selbe mit diesem Teil der Peripherie:



      Alles in allem ist ein gewisser Teil des Konstrukts Spekulation, aber ich hoffe doch, dass ich diesen Teil der Geschichte Flensburgs einigermaßen ansprechend nachempfinden kann. Und ich hab keinen Plan, wie lange es dauern wird, bis es fertig ist ....

      So, und wenn jetzt jemand aufspringt und mit Blaupausen daherkommt oder mit hochauflösenden Fotos, beiße ich in die Schreibtischplatte frech 1

      In diesem Sinne gehabt Euch wohl,

      LG Alex
    • Hallo Alex

      Das ist ein richtig geniales Projekt! Deine Zeichnungen sind alleine schon ein Kunstwerk und werden hoffentlich erhalten bleiben und am Ende eine Dokumentation zu diesem Projekt ergänzen.

      Alex wrote:

      zurechtvermutet
      Ab sofort mein Wort des Jahres! daumen1 happy1

      Viel Spass und freundliche Grüsse
      Peter
      Denken ist wie googeln, nur krasser denk1

      Aus Leidenschaft: pierresuisse.ch
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      Aus Freude: mein-modellbau.jimdo.com

      Meine versemmelten Werke
    • Moin zusammen,

      danke für den Zuspruch! Heute habe ich erfahren, dass es morgen nix wird mit der Bastelei, man schickt mich mit dem Sprinter durch Deutschland. Schade eigentlich. Aber heute hab ich zumindest ein wenig was geschafft, nämlich das Umstricken der Zeichnungen unter viel Gemotze und Gefluche in ein vielleicht sogar baubares Etwas.
      Es handelt sich um das erste der Gebäude, den Nordtrakt.

      Der Pavillon ist recht skurril konstruiert - hier gleicht kein Gebäude dem anderen. Nachdem ich zunächst die Idee hatte, erst die untere und dann die obere Etage zu bauen, habe ich das dann verworfen und will statt dessen das Ding Gebäude für Gebäude hochziehen. Was man auf meiner Zeichnung sehen kann, ist das Untergeschoss, der Zwischenboden und das Obergeschoss.



      Im nächsten Schritt werden die Fenster ausgeschnitten, dann schau ich mal, wie ich am besten die Bretter imitiere, aus denen das Ding gebaut worden ist, dann das Fachwerk drauf und im nächsten Schritt ausschneiden, zusammensetzen und hoffen, dass das passt.
      Schaun wir mal...

      Die Bretterverschalungen sind übrigens auf diesem Bild sehr schön zu sehen:



      Ebenfalls erkennbar: Man hat irgendwann mal die Straße drumrum höher gezogen. Ursprünglich hatte das Gebäude mal einen Sockel, der sich drum herum zog.

      Euch einen netten Abend,

      LG Alex
    • Moin Alex,
      ohaueha, da hast Du was vor! Tolle Idee! Als Uralt-Flensburger, ich habe 55 Jahre in Flensburg gewohnt, seit 10 Jahren in der Nähe, habe ich natürlich viel Flensburg-Literatur. Und auch Flensburg-Bilder. Gert Uwe Detlefsen hat einige Bücher über die Förde-Schiffahrt herausgegeben und darin sind auch Bilder der Fördebrücke. Z.B. im Buch "Vom Dampfboot zum Katamaran" Seite 19 gute Nordansicht des Pavillons, im Hintergrund der Güterschuppen zu erkennen; Seite 41 Pavilon von Nordwest, Goethe-Schule im Hintergrund zu erkennen. Usw. Der Pavillon wurde 1896 aus Holz gebaut, Vorbild war der Bahnhof von Wladiwostok. Abgebrochen bis 1936. Was mir wichtig beim Betrachten Deiner Zeichnung ist, daß die Gauben lütte Krüppelwalme haben.
      Falls Du Interesse an den Büchern hast, würde ich sie Dir leihweise zuschicken. Ich hatte bis jetzt nur eine halbe Stunde Qellenforschung betreiben können, falls gewünscht suche ich weiter.
      Und dann würden wir "Kartonbauer zwischen den Meeren" gerne Deine Handzeichnungen haben wollen. Helmut konstruiert alte Flensburger Gebäude, bis jetzt Nordertor, Kompagnietor und Schiffahrtmuseum. Jetzt ist er am Alten Bahnhof zu Gange. Und er würde sich bei einer Einrichtung schlau machen, die als ABM-Maßname Flensburger Gebäude in 1:10 bauen.
      Bin gespannt wie sich Dein Projekt entwickelt
      Gruß
      Ralph
    • Moin nochmal,

      ich konnt's ja nicht lassen, schon mal eine Wand so zu bearbeiten, wie ich mir das vorstellte. Die einzelnen Bretter habe ich in den Karton geritzt (300g/m², da geht das). Fachwerk ist Textur, Farbgebung erscheint historisch einigermaßen korrekt, aber ich werde sie wohl noch etwas aufhellen. Übrigens, damit ich nicht so frickeln muss, um beim Fachwerk die richtigen Längen zu erhalten, hab ich mir Millimeterpapier auf die Rückseite des Texturbogens gedruckt...

      @ede DAS wäre natürlich allererste Sahne (die Bücher). Was die Handzeichnungen angeht, gerne. Ich gebe prophylaktisch schon mal bekannt, dass meine Gattin und ich gedenken, zum Dampfrundum ein paar Tage in Flensburg zu verbringen, vielleicht trifft man sich??
      Übrigens, da ich mich ja heftigst in die Materie einarbeiten muss, um das Ding auch nur annähernd wiedergeben zu können, stelle ich auch gerne meine gemachten Erfahrungen zur Verfügung.

      Einstweilen schon mal die Bilder, und dann geht's aber wirklich ins Bett...




      LG Alex
    • Moin zusammen,

      es geht langsam ans Eingemachte. Ich hab mich erst einmal mit dem Fachwerk vergnügt. Mit dem kompletten Fachwerk für die untere Etage des Nordtrakts.
      Das Ocker, das ich für den ersten Anstrich verwendete, war mir letztendlich zu grell - ich hab es dennoch komplett durchgezogen und anschließend in einem Crèmeton übermalt, der mir realistischer erschien.
      Leider habe ich den Unterbau des Türmchens zu klein dimensioniert (klassischer Meßfehler). Ihn muss ich also noch mal machen.

      Hier mal wieder ein paar Bilder.







      Tja, und dann haben meine alten Augen feststellen müssen, dass die senkrechten Balken noch über kleine Schnitzereien verfügten, wie man hier sieht:



      Diese Winzigkeiten, so denke ich, fallen bei 1:220 nicht wirklich ins Gewicht - wenn ich den Turm nochmal baue, werde ich sie wohl mit Farbe andeuten.

      Nun ja, so viel zum aktuellen Sachstand. @ede's Sohnemann hat mich zwischendurch mit noch mehr Material versorgt, das ich in den Bau mit einfließen lassen kann. Noch bin ich optimistisch...

      LG Alex
    • Hallo Alex,

      na das sieht ja schon richtig gut aus! Fachwerk ist ein Stundenfresser, wenn man es denn 3D ausführt und nicht druckt oder malt. Vorallem das Anpassen der kurzen Stücke verschlingt viel Zeit!

      Ich finde es super, dass du dir das antust udn werde gespannt zuschauen, denn sowas kommt bei mir auch noch dran :)

      Viel Spaß weiterhin!
      Ludwig
    • Moin Ludwig,

      leider musste ich das Geschaffte auch wieder verwerfen - verglichen mit den Fotos sieht es noch zu grob aus (ich hab neue Bilder dazubekommen, da wirkt es für mich noch krasser). Also den ganzen Spaß nochmal - aber erst einmal warte ich einen Schwung neues Material ab, damit ich nicht schon wieder was verhaue.
      Sieht sehr nach einem Jahresfüller aus, das ...

      LG Alex
    • Moin zusammen,

      manchmal ist es ganz nützlich, mal zu pausieren und die ganze Geschichte sacken zu lassen. Dank @ede (Ralph) sind einige Schmuckstücke bei mir angekommen, die mir eine echte Hilfe beim Bau sind - nicht allein wegen des Bildmaterials, sondern auch wegen der super Dokumentation der Entwicklung der Fördeschifffahrt freu 2




      Er hat es mir auch ermöglicht, Bildmaterial von einem alteingesessenen Flensburger Fotostudio zu bekommen. Und damit Bilder in einzigartiger Qualität, hochauflösend und detailliert cool1 danke 2

      Mit dieser Motivation am Start habe ich meinen ersten Entwurf doch nicht verworfen, sondern zusammengebaut. Ich präsentiere: Nordtrakt Untergeschoss. Auf dem ersten Bild mit einem Vergleich zum Original.







      Die Fenster sind noch nicht hintermalt oder hinterklebt, das alles kommt noch. Und im Nach hinein betrachtet, macht sich die Farbe auch besser als das leuchtende Ocker.

      LG Alex
    • Moin;

      die Bücher von GUD sind Ihr Geld wert. Ich kann es aus eigener Erfahrung sagen.
      Auch die von Ihm geschriebenen Zeitungsartikel oder komplette Serien die im SHZ Verlag erschienen sind stehen dem nichts nach.

      Das erste Buch von GUD war " Vom Ewer zum Containerschiff " und viele mehr. Darunter " Flensburger Fördeschiffe " von 1977.

      Es ist eine kleine Sammlung geworden, dazu kommen auch Werftchroniken, die nur für Werftmitarbeiter und deren Kunden waren, bzw. sind.

      Viele Grüße
      Salvagemaster