Dampf-Eisbrecher STETTIN, 1:250, HMV, Kompaktbaubericht

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    • Dampf-Eisbrecher STETTIN, 1:250, HMV, Kompaktbaubericht

      Moin zusammen,

      der Dampf-Eisbrecher STETTIN ist in vielerlei Hinsicht sehr speziell. Das fängt mit der Rumpfform an (die man leider mangels Unterwasserschiff nicht sehen kann; ein solches wäre aber auch in der Abwicklung ziemlich „tricky“) und hört mit der inzwischen einmaligen Antriebsanlage noch lange nicht auf. Darüber hinaus ist der Bogen selber auch unheimlich interessant. Einerseits, weil er relativ genau den zur Zeit der Konstruktion des Bogens aktuellen Zustand darstellt, da hat Peter Brandt (Piet) wirklich eine ganz tolle Arbeit abgeliefert und fast alles dokumentiert, was bis dahin am Schiff verändert wurde. Andererseits weil ich persönlich gerade diesen Zustand - so vom Standpunkt des maritimen Denkmalschutzes aus gesehen - in Teilen ziemlich bedenklich finde. Immerhin wird die STETTIN seitens des sie betreibenden Vereines immer noch als „Museumsschiff“ und „Technisches Kulturdenkmal“ bezeichnet… Wenn man dagegen sieht, wie genau die norwegische Denkmalschutzbehörde („riksantikvaren“) beispielsweise bei der den Besuchern des Flensburger Dampf-Rundum gut bekannten BØRØYSUND hinschaut, da wären manche Dinge, die auf der STETTIN passiert sind, völlig undenkbar. Aber mehr dazu im Verlauf dieses Bauberichtes.

      Bevor ich im Jahre 2000 auf der BUSSARD tätig geworden bin, war ich 17 Jahre lang Mitglied in dem „Förderverein Dampfeisbrecher STETTIN“ e.V. und davon 15 Jahre auf der STETTIN aktiv: zwei Fahrzeiten als Assi in der Maschine, die restliche Zeit vor den Kesseln. Schon im Laufe dieser Jahre, insbesondere aber ab dem Ende der 90er Jahre, entwickelte sich die STETTIN immer mehr von dem Arbeitsschiff, das zu erhalten man sich Anfang der 80er Jahre vorgenommen hatte, zu einem reinen Ausflugsdampfer. Einige der Veränderungen, die nur mit dem Ziel gemacht wurden, möglichst viele Fahrgäste und insbesondere das dafür erforderliche Service-Personal mitnehmen zu können, sind deutlich sichtbar, wie z.B. die Vergrößerung der Brücke und des Kartenhauses. Anderes wird bei dem Modell nicht sichtbar werden, weil es sich, wie beispielsweise die veränderte Kombüse (Stichwort „Landhausküche“), innerhalb des Schiffes abspielt.

      Es handelt sich bei der STETTIN ja um eines der Modelle, die Piet schon mal unter dem Möwe-Logo veröffentlich hatte (die STETTIN 1982) und die nun vor einigen Jahren vom HMV neu aufgelegt wurden. Natürlich überarbeitet und teilweise auf den heutigen Stand gebracht. Insofern hat der HMV-Bogen so gut wie nichts mehr mit dem alten WHV-Bogen gemein. Nach damaliger Aussage von Piet ist bei der STETTIN nur die Grundplatte unverändert geblieben… Das WHV-Modell entsprach - abgesehen von der einen oder anderen verkehrten Tür im Aufbau und dem zweiten, nie vorhanden gewesenen, Eisscheinwerfer - ziemlich genau dem Zustand des Schiffes, den es bei Übernahme durch den Förderverein im Jahre 1982 hatte. Wenn man also noch ein WHV-Modell hat, kann man die zwischenzeitlich erfolgten Veränderungen gut dokumentieren; leider ist meine alte WHV-STETTIN nach einer Ausstellung nicht wieder aufgetaucht.

      Das Schiff selbst ist hinlänglich bekannt, sodass ich es hier wohl nicht weiter vorzustellen brauche. Wer nähere Informationen haben möchte, dem sei die Internetseite des Schiffes empfohlen. Noch vor ein paar Jahren hätte ich das gut gemachte Buch von Andreas Westphalen „Dampfeisbrecher STETTIN und die deutschen See-Eisbrecher“ empfohlen, leider ist der Hauschild-Verlag, der das Buch im Programm hatte, insolvent geworden, somit ist auch dieses Buch nur noch antiquarisch zu bekommen.

      Ich habe das Modell natürlich unter Verwendung von Teilen des LC-Satzes gebaut und ich habe mir auch das Aussticheln der Brückenfenster und Bulleyes nicht erspart. Bei der von Piet detailgetreu gezeichneten Brückeneinrichtung - es fehlt eigentlich nur die Kaffeetasse vom Alten - war das ein absolutes MUSS. Finde ich.

      Das Spantengerüst ist auf Bild 2 schon mal probeweise zusammengesteckt. Hier sozusagen der letzte Blick auf das "letzte ursprüngliche Bauteil", die Grundplatte...

    • Bei der Gelegenheit auch ein Blick auf die Bearbeitung der Bulleyes. Zunächst wird das Loch mit einer Nadel vorgebohrt (Bild 12). Danach wird das Loch mit dem auf dem Bild 13 unterhalb der Bordwand zu sehenden Instrument (irgendwas aus der Zahntechnik) vorsichtig aufgeweitet. Das klappt hervorragend, weil das Teil sehr schwach konisch ist (Bilder 14 bis 17). Das nach innen durchgedrückte Material wird sauber mit einer Rasierklinge abgeschnitten (Bilder 18 und 19).













    • Danach werden vorsichtig die Schnittkanten gefärbt (Bilder 20 und 21). Wenn auch die übrigen Bulleyes fertig sind, werden alle mit Folie hinterklebt.
      Wie man auf den vorherigen Bildern von den Bordwänden sieht, gibt es Bulleyes nur im Achterschiff der STETTIN. Auf der Stb.-Seite gehören die beiden vorderen zur mit zwei Mann belegten Assi-Kammer, dort waren die beiden Maschinenassistenten untergebracht. Die nächsten beiden Bulleyes gehören zum Heizerlogis (eine Besonderheit: Heizer auf der Steuerbordseite! Ganz große Wertschätzung…) und die beiden achtersten zum achteren Laderaum, auch „Hotel zur Schraube“genannt. Dazu später mehr… An Bb. gehören die beiden vorderen zur Bootsmannskammer - dort wohnten Boots- und Zimmermann -, die mittleren zum Matrosenlogis und die beiden achteren wieder zum „Hotel“.

    • Der Anbau der Bordwände ist bei diesem Modell nichts für schwache Nerven, der Rumpf hat es in sich. Ist auch kein Wunder, wenn man sich mal das Original ansieht. Auf der Bauwerft soll der Zossen übrigens den Spitznamen "Osterei" gehabt haben. Ob es stimmt, weiß ich nicht, ich war nicht dabei.
      Ich habe mal in meinen alten Fotoalben geblättert (doch, ich hab noch so'n altmodischen Kram) und zwei Aufnahmen rausgesucht, die ich 1986 im Dock von Blohm + Voss gemacht habe. Sieht gut aus, das Teil, oder? Und auf dem Bild 24 ist zu erkennen, dass es auch oberhalb der Wasserlinie ganz schön bauchig weiter geht...




    • Und das dann in Karton...

      Mit den konstruktionsmäßig vorgesehenen Nähten in Vor- und besonders Achterschiff kommt man dem ganzen schon recht nahe (Bilder 25 und 26). Aber damit es auch in der Mitte ein wenig runder wird, wurde die Bordwand dort einer gesonderten Behandlung unterzogen (Bild 27).
      Was dann folgte war ein Geduldsspiel mit lösungsmittelhaltigem Kleber und ein wenig strapazierten Nerven. In letzter Zeit liest man immer wieder, Klebelaschen seien überholt. Nach dieser Aktion stand für mich fest: Ich liebe Klebelaschen! Man muss insbesondere an der Wasserlinie das Material schon ganz schön rannehmen. Doch, es wurde etwas gewalttätig...

      Ich hatte mich seinerzeit dafür entschieden, die Innenschanz nicht, wie in der Bauanleitung beschrieben, samt Schanzkleidstützen auf das Deck zu leimen und erst danach die Bordwände einzubauen, sondern die Innenschanz gleich mit den Bordwänden zu verkleben. Es erschien mir irgendwie sinnvoller.

      Ich habe es auch so umgesetzt und dabei festgestellt, man kann es tatsächlich so machen. Im Nachhinein halte ich jedoch die Vorgehensweise nach Bauanleitung für besser. Die Innenschanz gibt dann für den oberen Teil der Bordwände bereits den richtigen "Neigungswinkel" vor. Und man hat, wenn man auch die Klüsen ausstichelt, hervorragende Referenzpunkte. Das mal so als Hinweis für eventueller "Nachbauer".

      Ansonsten wäre der Rumpf - es ist eben eine sehr spezielle Form- in meinen Augen durchaus geeignet, den Bogen von "schwierig" auf "sehr schwierig" hochzustufen.







    • Danach waren jede Menge Schanzkleidstützen an der Reihe, auch dies eine Neuerung der HMV-Variante des Modells. Ich habe hier die Originalteile aus dem Bogen und nicht die LC-Teile verwendet, weil die LC-Teile doch ein wenig angebräunt waren, das lässt sich bei weißen LC-Teilen nun mal nicht vermeiden. Das hätte durchaus gepasst, wenn man eine Patina mit Marinegold hätte darstellen wollen, aber dazu hätte die blütenweiße Innenschanz nicht gepasst. Und dort irgendwie mit Farbe herum experimentieren hätte sicherlich nicht unbedingt zum Ziel geführt.

    • Als nächstes wurde der "Schandeckel" oben auf dem Schanzkleid eingebaut. Schandeckel?? Das ist der "Handlauf", der obenauf dem "Rand" vom Schanzkleid verläuft. Dabei ist darauf zu achten, dass der nicht T-förmig oben drauf sitzt, so wie ein Handlauf auf der Reling, sondern die Außenkante schließt bündig mit der Bordwand ab.

      Neue Kollegen auf dem Schiff waren immer versucht, sich auf den Schandeckel zu setzen; ischa sooo bequem... Das wurde gnadenlos mit einem auszugebenden Kasten Bier geahndet... Denn wer sich oben drauf setzt, läuft schon mal Gefahr, in den Bach zu fallen. Bei einer Fahrt zur Kieler Woche hatten wir bei der Kanal-Passage ein Rudel Kripo-Beamter als Fahrgäste an Bord. Als ich einen darauf hinwies, dass er sich im eigenen Interesse bitte nicht auf den Schandeckel setzen solle, fragte er etwas hochnäsig, ob das nicht "schiffig" sei. In der Schleuse Holtenau ging dann tatsächlich einer von denen über Bord. Zum Glück fiel er ins Wasser und nicht auf die Reibehölzer. Und der Propeller stand... Gegönnt haben wir es ihm...







    • Die überarbeitete STETTIN ist hervorragend detailliert. Insofern gibt es auch jede Menge Kleinteile auf dem Achterschiff. Ein paar von den bunten Flecken auf den Bildern 38 und 39 wurden dabei noch etwas plastischer. Die Gasflaschen sind zwar auch als LC-Teile vorhanden, aber dabei geht natürlich auch die Textur verloren, die eine Rundung der Flaschen andeutet. Also macht man sich daran, und stichelt die Flaschen vorsichtig aus und färbt behutsam die Kanten. Sieht ganz annehmbar aus. Dann sind da noch die Oberlichter für die beiden Logis, auf Stb.-Seite natürlich das Heizerlogis, auf Bb.-Seite das Matrosenlogis. Über dem backbordschen Oberlicht ist noch ein Schapp für einen Feuerlöschschlauch. Dieser ist auf dem Bogen als einfach aufzuklebendes Bauteilvorhanden, so, wie bei den separat aufzuklebenden Türen. Das wäre eindeutig zu wenig "Fleisch". Ich habe das Teil deshalb einfach verdoppelt, passt. Auf der Bb.-Seite kam noch ein Spind für Feuerlösch-Equipment dazu und auf der Stb.-Seite eine Werkbank, die wir dort Ende der 80er Jahre eingebaut haben.

      Ach ja, die Innenseite der Oberlichter ist auch im Original weiß, ist also kein Versehen...




    • Weiter ging es mit der Aufbauwand 27. Im vorderen Bereich war früher die Funkerbude untergebracht. Heute ist da quasi das Herzstück des "Musikdampfers": An dem Tresen (Bild 50) werden bei den Touren Bier, "Softdrinks" und etwas härtere Getränke ausgeschenkt. Die neue Tür auf der Bb.-Seite führt zu dem Bordshop, "Slapskiste" genannt. Dort kann der geneigte Fahrgast Bücher, Postkarten, Mützen, und anderen Schnickschnack erstehen und so zum Erhalt des Schiffes beitragen.





    • An der Rückseite des Aufbaus werden Holzgrätings montiert. Die sollen die Wand vor Beschädigungen beim Bunkern schützen. Auf dem großen weißen Rechteck hinter dem Aufbau wird die Bunkerluke montiert. Ich habe mal aus dem Photoalbum eine Aufnahme rausgekramt von einer Bunkeraktion in, tja, ich denke so ca. 1987... Der Kollege im orangen Kesselpäckchen war mein guter Freund Hans, seines Zeichens 2. Ing.; leider auch schon lange auf der letzten Reise.



    • Auch der Bordkiosk hat natürlich einen Tresen, den man auf dem Bild 53 sehen kann.

      Als nächstes war die Brückenfront an der Reihe. Wie bereits erwähnt, habe ich die Brückenfenster ausgestichelt. Schade nur, dass im LC-Satz keine Schleuderscheiben enthalten sind. Denn mit der ausgestochenen Scheibe verschwindet natürlich auch die aufgedruckte. Aber im Fundus fanden sich dann später noch ein paar Exemplare…

      Die untere Fensterreihe ist auch schon verglast, mit Folie einer Umverpackung eines namhaften lübschen Marzipanherstellers. So kann man das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden...





    • Ach ja, ein wenig Hintergrundinformationen können ja nicht schaden...

      Auf dem unten stehenden Bild sieht man nicht nur meine schlampige Bauweise, sondern auch die Bulleyes in der Steuerbord-Aufbauwand. Die achteren beiden gehören zur Chief-Kammer, die davor liegende Tür zur Maschine sieht man kaum, aber dann kommt das Bulleye von der Kammer des 2. Ing- man merke den kleinen Unterschied - und wie man sich erinnert, war der Mensch in dem orangen Kesselpäckchen nicht nur mein Freund Hans, sondern auch 2. Ing. Und der 2. Ing war u.a. auch für Sauberkeit und Ordnung in der Maschine verantwortlich. Hans hat das sehr ernst genommen und sogar die Rahmen seines Bulleyes so intensiv geputzt, dass man beim Vorbeigehen eine Sonnenbrille brauchte.

      In einem Buch über den 800. Hamburger Hafengeburtstag ist das auch dokumentiert. Wer das Buch "Im Auf und Ab der Gezeiten" von Helmut F.H. Hansen in seiner Bibliothek hat, der schlage einfach mal die Seite 130 auf, da kann man es in aller Deutlichkeit sehen. Hier einstellen kann ich es leider nicht, Urheberrecht und so...

    • Noch eine erläuternde Anmerkung:

      Im Beitrag 14 ist im Bild 58 unterhalb der Brückenfront ein grauer Kasten zu sehen. Das ist der Zugang zum vorderen Laderaum. Diesen Zugang hat es früher nicht gegeben. Zu meiner Zeit (wie sich das anhört...) sind wir noch wie in der guten alten Zeit die senkrechte Leiter runtergeklettert. Aber seit das Schiff dem Verein gehörte, also seit Anfang der 1980er Jahre, war immer wieder die Rede von einem "Museumsraum" in der vorderen Last. Sogar Modelle von den fünf Stettiner Eisbrechern waren schon gekauft...und zierten dann die Büroräume eines Lübecker Unternehmers mit Stettiner Hintergrund, der sich immer als heimlicher Eigner des Schiffes fühlte und aufspielte...

      Auch Gelder gab es für den Ausbau, wurden aber zwischenzeitlich für andere dringende Maßnahmen "zwischengenutzt". Aber um die Jahrtausendwende wurden die Pläne schließlich konkreter. Um nicht durch den Salon nach unten gehen zu müssen, wählte man die Variante, einen Niedergang zwischen Aufbauwand und Luk zu setzen. Damit es nicht sooo sehr auffällt, wurde bei der Gelegenheit die - ohnehin dringend zu ersetzende - Brückenfront eine Idee nach vorne gezogen. Damit wurden die bislang rechteckigen Brückenseitenfenster nahezu quadratisch. Gleichzeitig wurde das Kartenhaus nach achtern verlängert, damit dort noch die eine oder andere Koje für das Servicepersonal Platz findet... Und damit steht dann (das kommt beim Modell natürlich noch) das vordere Bein des Dreibeinmastes nicht mehr auf dem Schornstein- sondern auf dem Peildeck...Persönliche Meinung Fiete: Maritimer Denkmalschutz sieht anders aus...

      Auf dem unten stehenden Bild sieht man vor der runden Markierung für den Schornstein so eine Art "Gräting-Muster" angedeutet. Das ist auch tatsächlich eine Gräting, die dafür sorgen soll, dass man nicht in den Kesselschacht fällt. An der Stelle sind Klappen - und auch im Modell vorhanden - die man öffnen kann, um die Warmluft aus dem Heizraum nach oben loszuwerden. Eine sehr angenehme Einrichtung, das Einzige, was ich auf der BUSSARD wirklich vermisse, denn so eine nette Lüftung haben wir dort leider nicht.

    • Piet hat für die STETTIN die aktuelle Brückeneinrichtung mitgeliefert, da fehlt eigentlich nur die Kaffeetasse vom Alten. Und die Hebel für Pfeife und Sirene... Auch das Holzdeck der Brücke ist sehr schön nachempfunden. Klar, dass man da die Fenster sauber (naja...) aussticht und mit glasklarer Folie hinterklebt. Damit hat man einen wunderbaren Durchblick. Und damit es passt, werden auch die Fenster vom Kartenhaus ausgestochen. Äh..., ach du Sch..., das ist ja LEER! Hier hat Piet leider nicht zu Ende gedacht. Wenn ich die Brückenfenster mit klarer Folie hinterklebe, dann kann ich bei den Kartenhausfenstern nicht plötzlich getönte Folie nehmen. Passt irgendwie nicht. Ich habe mir also wohl oder übel eine Art Inneneinrichtung geschnitzt. Die Rückwand bekam ein wenig braune Farbe verpasst, um ein Schapp vorzutäuschen und der Boden wurde auch dunkel gefärbt. Ich denke, hier hätte der Verlag bei einer eventuellen Neuauflage auch noch ein paar "Hausaufgaben" zu erledigen, bei der BØRØYSUND vom HMV ist das ja bereits so umgesetzt...

      Auf der Brücke kam vorne in die Mitte der Kreiselkompass, dahinter das Ruder. Und in jede Brückennock wurde ein Telegraph gestellt. Was jetzt noch ausstand war das Pult mit der eingebauten elektronischen Seekarte und zwei Sitzbänke. Außerdem musste die Zwischenwand zum Kartenhaus noch ein wenig gerichtet werden und das Kartenhaus noch ein wenig angedeutetes Mobiliarbekommen.



    • Nun zum Schornstein.

      Das, was man beim Original sieht und auch im Modell zu sehen ist, ist "nur" der Schornsteinmantel. Der eigentliche Schlot verläuft darinnen. Die STETTIN hat zwei Kessel. Jeder Kessel hat seinen eigenen Abgaszug. Getrennt sind die beiden Züge in der Mitte durch ein Blech, das bis nach ganz oben reicht. (Im Original hat dieses "Trennblech" Steigeisen, an denen man bis oben steigen kann. Ich habe das einige Male gemacht, als ich seinerzeit den Schornstein von innen gefegt habe, auch ein spezielles Vergnügen, natürlich nach der Fahrzeit.)

      Ich habe bei meinem Schornstein den inneren Zug durch einen weiteren Ring angedeutet, der natürlich auch eine Trennwand bekommen hat. Anschließend schwarz gefärbt, sieht das schon ganz passabel aus.

      Der neue Schornstein hat auch keine zwei Fußpferde, wie der ursprüngliche, sondern eine umlaufende Gräting, die als LC-Teil auch vorhanden ist und - wie ich finde - hervorragend aussieht.

      Auf der Bb.-Seite ist die Dampfpfeife angebracht, an Stb. die Sirene; ein "Instrument", mit dem nicht jeder umgehen kann.

      An der Vorderkante des Schornsteines verläuft ein Rohr, das ursprünglich mit dem Sicherheitsventil verbunden war: wenn das Sicherheitsventil ansprach, rauschte der Dampf dort oben raus. Inzwischen ist dies der Schornstein für die Ölheizung. Während der Liegezeit ist ein ehrenamtlicher Verwalter an Bord. Der soll im Winter natürlich nicht frieren, außerdem sollen die zahlreichen Wasserleitungen nicht einfrieren. Also wird das Schiff über eine Zentralheizung beheizt. Und der Auslass für das Sicherheitsventil wurde in den Schornsteinmantel verlegt…

      Noch ein paar Anmerkungen zum oben genannten „Schornsteinfegen: Wir haben das ja nach der Fahrzeit gemacht, wenn der Schlot abgekühlt war. Dann war der Schornstein aber oben schon abgedeckt und drinnen war es duster wie in einem Bärena.... ! Man begann natürlich ganz oben und sicherte sich mit einem Gurt, den man in eines der Steigeisen einpickte. Den Besen hatte man mit einer Leine gesichert, die man sich um den Bauch gebunden hatte, nur für den Fall, dass man ihn aus Versehen los ließ. Wieder rauf holen wäre etwas umständlich gewesen. Damit man etwas sehen konnte, hatte man sich mit einer Stirnlampe bewaffnet. So fegte man dann fröhlich drauflos ... und konnte schon bald kaum noch etwas sehen. Der Schornstein hat ja eine ganz leichte Neigung nach achtern, also verlaufen auch die Steigeisen mit leicht achterlicher Neigung, was man aber gar nicht realisiert, weil man von der Umwelt nix sieht. Ein tolles Gefühl... Wenn dann auch noch der Katamaran nach Stade, den es damals noch gab, vorbeipreschte und für leichte Bewegungen des Schiffes sorgte, hatte man schon etwas Mühe, nicht die Orientierung zu verlieren. Mit noch warmem Schlot, die Anfeuerungsrufe des Zwoten im Nacken, stelle ich mir das bei der "richtigen" Seefahrt noch "interessanter" vor...

      Hinterher durfte man noch den Sott, der sich auf der Oberseite des Luvos (Luftvorwärmer) angesammelt hatte, zusammenfegen. Wenn man anschließend einen ersten Duschversuch startete, hatte man richtig Mühe, das Zeug aus den Poren zu bekommen. In der Regel dauerte es mehrere Tage, bis alles rausgewachsen (richtig, rausgewachsen, nicht -gewaschen) war und sich die normale Hautfarbe wieder einstellte...



    • Als nächstes waren die Windhutzen an der Reihe. Der Verlag hat sich die Mühe gemacht und den Hutzen einen Rückseitendruck verpasst. In schwarz. Bedauerlicherweise sind die Hutzen aber innen rot. Also bleibt einem nichts anderes übrig, als zum Pinsel zu greifen und ein wenig Rot im Inneren der Hutzen zu verteilen. Gut, beim HMV gibt es keinen farbigen Rückseitendruck, aber dann hätte man besser ganz darauf verzichtet, denn die schwarze Druckfarbe überzumalen, war ein wenig aufwändiger, als eine weiße Kartonfläche einzufärben…

      Bei den schwarzen Ringen ist übrigens (beim Original) der obere Teil der Windhutz drehbar gelagert. Und während wir auf der BUSSARD das per Hand machen dürfen, also nach oben laufen, und dann kräftig ruckeln, geht das auf der STETTIN bequem per Handkurbel aus dem Zugang zum Heizraum. Das war natürlich sehr praktisch, wenn man im Winter bei -20°C im Eis unterwegs war.
      Nun stehen die Dinger also dort, wo sie auf dem Modell hin sollen, es passt alles optimal.







    • Auf die weiße Fläche mit der Nummer 43 gehört das Bunkerluk, auf die kleine weiße Fläche hinter der backbordschen Windhutz das Küchenoberlicht. Nein, ein Kombüsenoberlicht ist das nicht, es ist schlicht keine Kombüse, sondern eine (Landhaus-)Küche drunter...

      Die Fläche, auf die das Maschinenoberlicht kommt, ist auf dem Bild schon mal schwarz gefärbt...

    • Zunächst kam das Bunkerluk auf seinen Platz. Nebenbei erwähnt: Der Bunker auf der STETTIN fasst bummelig 180 t Kohle. Gute oberschlesische Gasflammkohle. Der Bunker liegt zwischen Heiz- und Maschinenraum und erstreckt sich über die ganze Breite des Schiffes. Von der Maschine führt ein Betriebsgang durch den Bunker zum Heizraum, dieser Gang kann mit einem wasserdichten Schott im Maschinenraum dichtgesetzt werden, das Schott wird von oben per Handkurbel betätigt, von dem achteren quer durch den Aufbauverlaufenden Betriebsgang aus; das ist der mit der (auf Bb.-Seite!) zweiten hölzernen Tür versehene Quergang.

      Sodann war das Maschinenoberlicht an der Reihe. Damit der Kram ein wenig naturgetreuer aussieht, habe ich die schwarzen Felder auf Teil 44 ausgeschnitten und die Bulleyes in den Deckeln ausgestochen. 10 Stiche pro Bulleye, fünf pro Deckel bei 6 Deckeln, ganz schöne Stichelei... Die Klappen fahre ich in einer zu meiner Zeit typischen Konfiguration: vorn und achtern auf, in der Mitte zu.





    • Weiter ging es auf dem Achterdeck mit der Verkleidung des Ruderquadranten und der darüber befindlichen Gräting. Durch die schmalen Kästen verläuft die Ruderkette. Das Ruder wird nicht direkt vom Handrad auf der Brücke bewegt, sondern die STETTIN besitzt schon eine „Servolenkung“. Die Rudermaschine - natürlich auch dampfbetrieben - steht auf Oberdecksniveau achtern im Aufbau, sozusagen im Maschinenschacht. Wenn man im vorhergehenden Beitrag auf das Bild 86 schaut, da ist achtern vom Maschinenoberlicht eine runde Markierung (für den achteren Mast) zu sehen. Da drunter steht die Rudermaschine.

    • Es fehlte noch der Schlauchkasten an der Achterkante vom Maschinenskylight. Voilá, Bild Nr. 89.

      Als nächstes war die Verholwinsch auf dem Achterdeck an der Reihe. Natürlich habe ich die etwas detailliertere Version gewählt. Es passte alles sehr gut zusammen. Man muss nur darauf achten, dass die Zylinder der Maschine nach vorne zeigen. Das kann man der Bauanleitung so ohne weiteres nicht entnehmen.

      Die Spillköpfe stehen relativ weit Richtung Bordwand. Dadurch kann man mit Hilfe der Winsch bei Ausfall der Rudermaschine das Ruder bewegen. Dafür wird auf den Kopf der Ruderachse eine kurze Pinne gesetzt, die dann mit Taljen, die über die Winsch gefahren werden, entsprechend bewegt wird. Aber im Normalfall wird die Winsch zum Durchholen von Achterleine und Achterspring beim Anlegen genutzt.



    • Auf dem Achterdeck ist über der Verholwinde eine Überdachung eingebaut worden, die gleichzeitig Schutz für den die Winsch fahrenden Mann bei einer brechenden Leine bietet. Auf dem zweiten Bild kann man auch eine der Ruderketten erkennen, die von der Rudermaschine nach achtern führen. (Unter dem Kasten ist ein Stück Gestänge vorhanden, aber das letzte Ende zum Quadranten ist dann wieder Kette)

    • Ja, und dann kam das nächste Stück, wie soll ich sagen, "maritimer Denkmal-Murks", der Niedergang zum achteren Laderaum.

      Einen Niedergang gab es natürlich auch schon zu meiner Zeit. Der Laderaum wurde als Store, zusätzliche Unterkunft (daher der Name "Hotel zur Schraube"), oder auch als gelegentlicher Ausstellungsraum genutzt. Der Niedergang war, wie in der Seefahrt allgemein üblich, mit einem nach achtern gerichteten Schott und halbrunder "Haube" ausgeführt, auf dem "Album-Foto" kann man das Ding am rechten Bildrand erkennen.

      Irgendwann nach 2000 ist das Hotel zur Schraube ein wenig ausgebaut worden. Auf Bildern im Internet kann man sehen, dass die dortigen Kojen richtig edel in Naturholz ausgeführt worden sind; mit Arbeitsschiff hat das wenig zu tun, allerdings sieht man es von außen nicht. Was man hingegen sieht, ist der um 180° gedrehte Niedergang, dessen Schott nun nach vorn zeigt und das nun auch nicht mehr aus Stahl ist, sondern richtig edel aus Holz mit Schiebeluk. In der Szene gab es allgemeines Kopfschütteln darüber, aber einige (maßgebliche) Eisbrecher-Jungs finden es offenbar in Ordnung. Auf dem zweiten Bild ist der aktuelle Zustand zu sehen, den Piet natürlich so mit übernommen hat.

    • Die nächste Baugruppe war der "Schleppbügel", der früher dafür sorgte, dass eine Schlepptrosse sich nicht z.B. am achteren Niedergang verhakte. Im "Museums-Dasein" wird das Teil natürlich nicht mehr benötigt. Damit sich insbesondere Besucher nicht den Kopf einrennen, hat vor vielen Jahren einer unserer Decksleute das Teil auf beiden Seiten mit Tauwerk umwickelt (siehe "Album-Bild"). Piet hat das in der Textur des Teiles 52 auch nachempfunden. Weil mir das ein wenig zu "platt" erschien, habe ich meiner lieben Frau damals ein wenig Nähgarn stibitzt und die Wickelage damit ein wenig plastischer gemacht. Sieht halbwegs passabel aus...

      Ach ja, im Original gibt es das inzwischen nicht mehr, da ist jetzt ne Plastikmanschette dran...






    • Die Relings im Bereich Bootsdeck und Brücke sind auf dem Bild 103 auf Stb.-Seite eingebaut. Weil das Original auf dem Bootsdeck schöne hölzerne Handläufe hat, habe ich auch dem Modell welche spendiert. Der HMV hat in seiner Angebotspalette entsprechende Standard-LC-Platinen, die sich hervorragend eignen.

      Zwischen Kartenhaus und Schornstein waren noch die Klappen für die Abluftöffnungen anzubringen. Ich habe mich für die Variante"offen" entschieden. Davor befinden sich die Handräder für die Fernbedienung der Hauptdampfventile an den Kesseldomen. Wenn eines der Hauptdampfrohre zwischen Kesseldomen und Fahrventil brechen sollte, kann man indem Raum dort nichts mehr sehen, da ist alles voller Wassernebel. Der ist dann auch noch recht warm. Zum Absperren des Ventils kann man in einem solchen Fall auf die Fernbedienung zurückgreifen. Kommt zum Glück nur ganz selten vor...

      An die Achterkante des Kartenhauses kam schließlich noch ein Niedergang zum Peildeck.





    • Meine Behauptung, die STETTIN habe sich zum Musikdampferentwickelt, ist keinesfalls üble Nachrede. Die Charterer bringen sehr oft Bands mit, die dann - vorzugsweise auf dem Bunkerluk musizierend - die Gäste mit frohen Weisen unterhalten. Das ist nicht immer ganz unproblematisch, denn direkt achteraus vom Bunkerluk befindet sich ja das Maschinenoberlicht. Und so manche Töne, die ein Dixieland-Trompeter seinem Instrument entlockt, klingen verdächtig nach beginnendem Kolbenfresser, wenn sie unten am Fahrstand ankommen. Wohlgemerkt, ich liebe Jazz, aber bei so mancher Kieler Woche haben mir doch die Haare zu Berge gestanden... Damit nun die Musikusse nicht im Regen stehen müssen, ist oberhalb des Luks eine Halterung für eine Markise angebracht worden. Die findet sich natürlich auch im Modell wieder...

    • Bevor die Boote an der Reihe waren, die mit je 20 Teilen auch nichts mehr mit den „WHV-Kartoffelspalten“ gemein haben, kam als kleiner Luftholer die Baugruppe 65/65a an die Reihe. Das ist die sogenannte Axiometerleitung. Axio...was?! Über diese Leitung werden die Drehbewegungen des Handrades auf der Brücke an die Rudermaschine übertragen. Im Prinzip handelt es sich dabei um Stahlwellen, die auf Traglagern gelagert sind. Wo es "um die Ecke" geht, befinden sich Kegelzahnräder. Wie gesagt, "Stangen", keine "Streifen", wie Piet sie aus Gründen der Einfachheit vorgesehen hat(Bild 113). Was also tun? Ich habe das Teil wie vorgesehen rückwärtig zusammengeklebt (Bild 114) und nach guten Durchtrocknen die grünen Flächen einfach weggeschnitten (Bild 115). Danach sauber die Knick-/Schnittkanten gefärbt und das Teil eingebaut. Dazu habe ich erst den Kasten 65a auf seine Markierung geleimt, danach die Stange 65 eingebaut.
      Eigentlich geht die Leitung weiter bis zur Vorderkante Aufbau und dort in dem braunen Kasten beim Tresen nach oben zur Brücke. Das fehlt im Modell leider, ich habe auch nicht dran gedacht... Nu is dat so... Aber der schwarz/gelbe Farbtupfer macht sich ganz gut auf dem grünen Bootsdeck (Bild116).





    • Danach waren also die Rettungsboote an der Reihe.

      Wenn man sich die gedruckten Teile so anschaut (Bild 119), kommt man erstmal ins Grübeln. Ob das was wird? Es wurde, und wie! Zunächst wurde ein sehr stabiles Spantengerüst fabriziert (Bilder 120 und 121) um das herum sich dann die Außenhaut schmiegt. Sorgfältig vorgeformt klappte das ohne größere Probleme. Zum Schluss kam die Persenning obendrauf, fertig (Bilder 122 bis124).

      In den Davits hängend kommt das Boot erheblich originalgetreuer daher, als die frühere WHV-Version.







    • Weil die STETTIN auf ihren Touren mit jeder Menge Passagieren unterwegs ist, reichen die beiden Boote natürlich bei weitem nicht aus. So finden sich inzwischen 12 normale und eine große Rettungsinsel an Bord.

      Bei Kartonmodellen sind Rettungsinseln traditionell ja kleine weiße Tönnchen mit platten Deckeln. Im Original haben die Inselschalen aber abgerundete "Enden". Ich habe die Deckelscheiben damals mit einem Stecknadelkopf auf einem weichen Radiergummi ein wenig verformt. Damit sehen die Enden doch schon ein wenig abgerundeter aus. Zwischenzeitlich habe ich von einem Kollegen mit „zahnmedizinischem Hintergrund“ einen sogenannten „Kugelstopfer“ bekommen, mit dem man erheblich bequemer arbeiten kann…

      Je drei Inseln kommen hinters Schanzkleid an Bb. und Stb. aufs Oberdeck. Die gab es dort auch schon zu meiner Zeit. Neu sind die 6 Inseln an der Achterkante des Bootsdecks und die große Insel hinter dem Niedergang zum "Hotel zur Schraube".





    • Weiter ging es zunächst mit zwei Lüftern auf dem Achterdeck, die für die Entlüftung der Nasszelle von Heizer- und Matrosenlogis sorgen (Bilder 135 und 136). Danach kamen mit den Baugruppen 71 bis 73 die Poller an die Reihe (Bild 137). Wie man auf den beiden Bildern aus dem Familienalbum sieht, kann man die Poller nicht nur zum Festmachen des Schiffes benutzen, sondern sie eignen sich auch hervorragend als Freiluft-Back... (Mann, war ich mal jung...)

      Mit der vorderen Luke (sehr wichtig heute, da lagert das Bier!!!) verschwand ein ziemlich großer weißer Fleck auf dem Vorschiff (Bild 138). Und der letzte große weiße Fleck war als nächstes an der Reihe, die Ankerwinde.








    • Die Ankerwinde ist bei diesem Modell ein sehr detailliertes Gerät. Ich habe ausschließlich die Teile aus dem Bogen verwandt.

      Piet scheint auf der Zielgeraden allerdings etwas die Lust verlassen zu haben, denn ein paar Markierungen auf den Teilen, die beim Zusammenbau helfen sollen, sind nicht richtig. Man muss sich dort unbedingt an die Bauanleitungsbilder halten und mit Farbe nacharbeiten. Außerdem hat er die Handräder zum Einschiften der Kettennüsse vergessen. Bitte was? Die Ankerwinde ist - wie alle anderen ursprünglichen Maschinen an Bord auch - eine Dampfmaschine. Neben den beiden "Rädern" die zum Einholen der Ankerketten dienen, eben den sogenannten "Kettennüssen", ist noch eine sozusagen permanent angetriebene Achse mit zwei Spillköpfen vorhanden. Damit kann man die Winde auch zum Durchholen von Leinen beim Festmachen verwenden. Damit beim Fallen-lassen der Anker die Kette ungehindert ausrauschen kann, sind die Kettennüsse nicht fest auf ihrer Achse montiert, sondern können sich frei drehen. Zum Hieven der Ankerkette wird einen Klauenkupplung, die auf der Antriebsachse verschiebbar sitzt, in die passenden Ausnehmungen an der Seite der jeweiligen Kettennuss verschiftet, also hineingeschoben. Beim Anfahren der Winde wird die Kettennuss dann ganz automatisch mitgenommen.

      Ich weiß, das hört sich jetzt etwas kompliziert an, aber ich kann nur einen Besuch an Bord empfehlen, da kann man sich das Gerät dann ganz genau ansehen.

      Diese zwei Handräder fehlen also, außerdem hätte man der Winde auch noch das Fahrventil gönnen können. Das habe ich am Ende nicht gemacht, diese Teile sollten aber bei einer Neuauflage des Bogens - so es denn mal eine geben sollte - mit berücksichtigt werden.

    • Anschließend wurde die Reling auf dem Peildeck eingebaut. Diese Reling gibt es auch erst seit dem "Neubau" der Brücke. Naja, was macht man nicht alles für seine Kunden. Seitdem können die Fahrgäste jetzt auch aufs Peildeck. Sieht dann immer aus wie „Schwimmender Affenfelsen“...



    • Als nächstes war der vordere Mast an der Reihe.

      Ganz früher war der vordere Mast ein einfacher Pfahlmast, der auf dem Peildeck stand. In den 50er Jahren wurde - auch um ein Radar sinnvoll unterzubringen - ein Dreibeinmast eingebaut, dessen Beine alle auf dem Schornsteindeck standen. Bei der Vergrößerung der Brücke wurde auch das Kartenhaus vergrößert, um noch ein paar Kojenplätze für zusätzliche Servicekräfte zu schaffen. Seitdem steht das vordere Bein auf dem Peildeck...Wie schon mal gesagt: Denkmalschutz sieht anders aus...



    • Zu Beginn des Daseins der STETTIN als fahrendes Museumsschiff durften die Fahrgäste auf Plastikstühlen sitzen. Diese Teile gab es bis Ende des letzten Jahrtausends. Seit geraumer Zeit gibt es aber auch totschicke Bänke aus Mahagoni. Die dienen gleichzeitig als Staukästen für Rettungswesten. Natürlich hat Piet auch diese Bänke mit auf den überarbeiteten Bogen gebracht. Wenn man die auf dem Bild 151 zu sehenden grauen Felder ausstichelt (erst rückwärtig zusammenkleben, etwas durchtrocknen lassen und dann ausstechen), bekommt man richtig tolle Bänke hin (Bild 152). Es sind genügend Bänke auf dem Bogen vorhanden, sodass man sich richtig austoben kann. Erste Eindrücke siehe Bilder 153 und 154. Man sollte aber der Versuchung widerstehen, die Bänke aus dem LC-Satz zu nehmen. Der Lasercutter erkennt nämlich das grüne Hinweisschild für die Rettungswesten an der Vorderseite der Bänke als etwas, das er ins Material hineinschnitzen soll. Sieht ziemlich skurril aus…




    • Die STETTIN ist ein Arbeitsschiff und daher nicht für die Mitnahme einer großen Anzahl Passagiere ausgelegt. Insbesondere bei Schlechtwetter - gibt es hier oben bei uns gelegentlich - ist es etwas ungemütlich, denn es gibt kaum Möglichkeiten, sich irgendwie unterzustellen. Üblicherweise wurde es bei Schlechtwetter im Keller ziemlich voll...

      Nach verschiedenen provisorischen Lösungen mit Plastikplanen u.ä. kam einer von den Seeleuten auf die Idee, anschließend an die Brücke auf jeder Seite ein Sonnensegel zu spannen, das dann als "Regensegel" dienen konnte. An die Deckskante vor den Rettungsbooten kam je Seite ein Pfosten, zu dem hin die Sonnensegel abgespannt werden konnten. Das war eine gute und seemännisch einwandfreie Lösung, die sich eine Saison lang bestens bewährte. Leider war sie nicht unserem Ressortleiter Technik eingefallen. Also wurde alles wieder abgebaut und die Idee des besagten Ressortleiters verwirklicht: Es kamen ausfahrbare Markisen an Bord, wie man sie von der heimischen Terrasse oder von Wohnmobilen her kennt. Ab ca. Windstärke 3 (einschließlich Fahrtwind) fing die STETTIN an, mit den Flügeln zu schlagen. Die Küste wieherte vor Lachen, die Besatzung meckerte, aber die Dinger blieben an Bord. Damit die Teile ab Windstärke 5 nicht abbrechen, werden sie provisorisch abgestützt, ab Stärke 6 müssen sie eingefahren werden. Aber dann regnet es ja auch nicht...

      Natürlich hat Piet auch diese Geschmacksverirrung auf dem Bogen verewigt. Ach ja, wir hatten seinerzeit noch vorgeschlagen, an der Bootsdecksreling Geranienkästen aufzuhängen...